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Meler Neueste Nachrichten

ÄeffifdjC Äb^nd^eitung

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

9. Jahrgang.

Fernsprecher 851 wnb 852.

Donnerstag, 27. März 1919

Fernsprecher 951 und 852.

Nummer 97,

«erbringen der bolschewistischen Gefahr

*PreIetariet»®ift«fur

Ner Wetterwlnlel.

Bordrmgende Sowjet-Truppen.

«*er Staatsqerichtsbof.

Frankfurt a. M.. 26. März. (DrahtberM Der Vertreter der Frankfurter Zeftuna rn Wei­mar hat Grund zu der Annahme. daß die aus außer- und inner pofftischrn Gründen wieder­holt geforderte Untersuchungskommts. sion Wer die Vorgänge bet Aus» brnchdes Krieges und während des irrte« gezn allernächster Zeit Wirklichkeit wer­den wird und dadurch die sofortige Schaffung

DeschRissen Geltung zu verschaffen. Es tst be- zcichnend in dieser Beziehung, daß an de« ge­strigen Beratungen des DierercnvSstkmsses auch General Fock teil nahm. Es verlautet, daß die Alliierten in Ungarn beträchtliche Truppen zusammenziehen können. Außer dem Ori-ntheer ständen noch die tschecho- flovakischen und süoslavifchen Truppen berert, nm von den ihnen von der Entente zugesproche- nm Gebietsteilen Besitz zu ergreifen.

tzar RStr StzSrm.

Einführung des Dreikammer-GpstemS.

(Drahtbericht.)

Weimar, 26. März.

Wie «ms parlamentarischen Kreisen verlau­tet, soll dem Bersassunas-uSsckuß in allernächster Zeit ein Antrag der ReichSreare- rung übergeben werden, über die Beranke- tunfl des Rätespstems in der Bersas- sungsvorlagc. Abgesehen von den schwerwie­genden Folgen des «nschlusies, würde auch die Durchführung des Gesetzentwurfes die Ein­führung eines Drei kammersysiemS bedeuten Dieser ans den verschiedensten Räte- organisationen sArveiterrat. Bauern rat. Be- <MKs-at Br-mteq- und MgesierwnE zu­sammengesetzte Zentralrat würde mithin auch die Fähigkeit besitzen. Gesetze selbstän­dig einzubringen und auszuarbeiten. Die bis­her von der Regierrmg aufgestellten Nichiltnken, daß die Räteorganisationen lediglich auf Fra­gen sozialer und wirtschaftlicher Natur sich zu beschränken hätten, würden damit endgültza aufgehoben sein- Selbstverständlich wird der am 18. Avril kn Berlin zusamm-ntretende Rätekongreß seine Entscheidung hierüber noch zum Ausdruck bringen.

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ausreichend Geld b gto. Kredite hoben werden, so »roße Käufe abMschließen, daß der ernste Mlle der Arbeiter da sein wird, dre emge- tr offenen Sendungen zu verladen und, M l»r- schiffen, und daß die Eisenbahnnöts brs dahm beseitigt fein werden. Man darf also diese mo- uatlrchen LcbensnrittiMefenmgen van 370000 Tmrnen noch nicht als einen durchaus gesicherten Faktor in Rechnung stellen. Do bleibt unL, um der drohenden Hungersnot zu bagegnen. b«to beste und sicherste Mittel: tmfere eigene Arbsits- krast zur Hebung der eigenen LanÄwirtsch-rst.

Wien, 26. März. (Drahtbericht.) Die Buda­pester RSteregierung hat eine flanke Reihe von Veröffentlichungen erlassen. Die Staatsamvalte und Richter werden zur Disposition tze'reltt. Vis zur endgültigen Regelung des Justiz- Wesens kann der DaSskonmrissar der Rechts­pflege. Wen immer er will, mit diesen punktto- nen betrauen. Das Strafgesetz Wird einer der Proletarier - Diktatur entsprechenden Revision unterworfen. Wer in eine Prtvat- wohnrtng etodringt. wird von dem Revo-

Sttttt RSte-Ksngretz.

Frankfurt a. M.. 26. März. (DrahibeE.) Die Bollversammltmg des Arbeiterrates be- schäftiate sich gestern mit dem demnächst tn Ber­lin zusammen tretenden Rätekongreß. Von verschiedenen Räten wurde entschieden di« Be- schickttna der Konferenz abgelehnt. Während die Erekrttive dafür eintrat, wenn man mrch geaen den Wahkmodns Brotest erheben müsse. Man beschloß, nach lebhafter Debatte, den- tekonareß mit zwei Delegierten zu beschicken. Mit 47 aeo-n 46 Stimmen lehnte man den An­trag der Kommunistischen Partei ab. daß in jeder Arbeiterratssitzunq an erster Stelle über die allgemeine politische Lage berichtet werden solle. Alsdann wurde ein Svmpathie- telegramm an die Ungarische Sow- setregierung abgesandt, das wie folgt lau­tet: Dem revokutionÄren Proletariat in Ungarn entbietet der revolutionäre Frankfurter Arbn- terrat angesichts der revolutionären Umwäl­zung fernen Gruß und hofft, daß der neu« G e i st sich in allen Ländern durchringon werde. Bemerkt sei, daß bei der Abstimmung über Ab­sendung des Telegramms die meksten Mchr- beitssozialrsten schon weggegangen waren.

eine Kabinett-Sitzung.

Weimar. 26. März. lDrahtbericht.) Das gesamte Reichsministerium fft gestern im Laufe des Tages nach Weimar zurückgekebrt. Don fünf Uhr an sand eine KabinettSsitzuug statt, die bis nach nenn Uhr dauerte. Wie ver­lautet. wird- heute bei Beginn der Vollsitzung der Nationalversammlung außerhatb der Da- qeSordnnng Ministerpräsident Scheideman^ das Wort ergreifen, um die Stellung der Re­gierung zu den Vorgängen, di« sich am Sonn­tag kn Berlin abgespielt haben, klar zu stellen. Vermutlich wird er dabei auch auf fernen Briefwechfel mit General Luden- dorff und den damit in Zusammenhang flehenden Fragen entgehen.

NahruugrLiesermg.

Was find uns die ersten Nahrungsmittel?

Ueder diese Frage, die heute mehr denn je jeden Deutschen interessiert, finden W ran ,$«rL Tayebl." eine Abhandlung, der ww sol- genides entnehmen: Zunächst ist daran festzu­halten. daß unsere Tische unter den «anrollen- den* Nahrungsmitteln keineswegs zuiammen- brechen werden, soviel ist es naht! Man sagt uns, war ..anrollt", und es werden unter an­derem drei ßiqtausend Tonnen Speck umd zehn- txntfenä Tonnen kondensierte Milch erwähnt. Dieser Speck würde bei der Zugrundelegung von sechzig Millionen Einwohnern bett Bedarf einer Woche decken. Die zehntausend Don­nen kondensierter Milch enthalten vcerzra Mrl- (tnnem Büchsen zu je einem halben Pfund. Unnte die Milchner für die SÄuMuge wr- wendet werden, dann wäre sie ein wertvoller Zuschuß. Aber gerade diese Kondensmilch rst m« von beschränkter Haltbarkeit mtd muß rasch verwendet werden, umso mehr, da man ja noch gar nicht nwitz, Wie lange sie bereits an den LieferungSstätten artaoert hat. Das M gerade einer der bedenklichsten Punkte des Vertrages, daß keine Beanstmv- dung er folgen darf, daß wir also bei der Ueber- nahme der Waren keinen Einspruch gegen ihre Cuatitäi erheben dürfen. Und Vie Kaufleute in den Ententeländern sind gesihäftstüchttg ge- tMM. um uns bei einer solchen DsrtragsMausek nicht gerade die beste Ware, Ne sie am Lager Haden, zu Kesern. Aus diesem Grunde könnte eS auch sein, daß Ne zugesagien zweitausend Daumen Margarine nrchtprima Qualität* sein werden. Was unter den <m- gekündroten .zweitausend Tonnen Bratenfett zu verstehen ist, wird nicht näher bezeichnet. Wir ,-trollen hoffen, daß dieses Fett genteßbar sein wird. Die sünfzigtcmfend Tonnen Ran- goonbohnen dürften sogenannte Sofabohnen rein, also auch, vom ErnähmmgSftartdprmfte ge­wertet, Ware zweiter Güte. Sehr wichtig ist Ne Lieferung von Reis und von Pflanzenöl, das uns Ne Möglichkeit schafft, andere Fette beim Backen zn ersparen. Auch das Hafer- ustd das Gerstenmehl, von denen etwa sünsiundvierzigtausend Tonnen in Deutschland eintreffen sollen, wird für die Bevölkerung von großer Mchtigkett fein, denn es ermöglicht, das kostbare Weizen- und Roggenmehl hei zahl- reichen Gebacken zu sparen.

Die Entente hat ferner dvMigtausend Ton­nen Roggen versprochen. Dabei isst wichtig die Frage, ob der Roggen nicht schon alt tst oder lange gelagert hat In Metern Falle Ware der Mehlige halt nur gering, und zudem käme noch für uns die bim» den Arbeitermangel er» lchwerte Möglichkeit des Ausmahleus. Wir würden aber, um in normale Verhältnisse zu- rückzugelangrn, mindestens eine Mil­lion Tonnen Getreide brauchen, denn infolge des Mangels an Kunstdünger, an Vieh und nickst zuletzt infolge der Unlust der Ar­beitslosem, auf dem Lande ausreichende Be­schäftigung zu suchen, ist die ErtragSsävig- keit des Bodens in Deutschland sehr ge­sunken. Von größter WichLigkett wäre es, toenn wir so bald als möglich Kaffee eitv- führen könnten, denn ganz bedeutende Mengen von Korn werden zur Anfertigung der Staffee» nrrrugate verwendet, und dadurch dem anderen Verbrauch entzogen. Erfreulich ist Me Aussicht auf eine reiche Fsschversorgung. In Norwegen lagern ungeheure Mengen von See­fischen. Diese aber, namentlich Ne Heringe und Ne vielen Räucherfische, sind für Ne Lebens­mittelversorgung Deutschlands von außerordent­lich hoher Dedeuttlng und können, wenn Ne Eingänge in dem erwarteten Maße eintreffen, uns vor dem Schlimmsten bewahren.

Wie notwendig es ist, alle Hilfsquellen schnell und nmsichtig austzunnhen, ergibt sich immer wied-r, wenn man unsere Ernährungs- Verhältnisse prüft. Rach Informationen aus eingsweihten Streifen werden die Kartoffel- Vorräte kaum bis Anfang Fnni rei­chen, und wenn auch Aussicht besteht, daß wir aus Italien Maltakartoffeln bekommen, so wer­den diese wohl in Anbetracht der zn erwarten­den hoh-m Preiie als auch des geringen Quan- rums wegen nicht als vollgülttger Ersatz an­zusehen sein Wie sich Ne Verhältnisse gestalten würden, wenn jene Landesteile, bie «unsere Hauptlieferanten waren, Ost- und Westpreußen und Posen, versagen würden, ist überhaupt nicht auszudenken. Gerade jetzt aber gehen wir der schwersten Zeit entgegen, beim bis Mitte Mai ist auch au f eine Gemüsever­sorgung nicht zu hoffen, umso mehr, da der jetzige Kälterückkall die Ernte um Wochen ver­zögert. Auch hier werden die zu erwartenden Einfuhren ans Holland nicht den Ausfall decken können. Am schlechtesten sieht es mit der Fleisch- und Fettversorgung aus. Seit dem berüchtigten Schweinemord im Jahre 1915 hat sich die Schweinezucht nicht mehr auf den früheren Stand gehoben, das Vtth ist qna-

Nährwert zurückgegcrmen. Wrift «« HWfe der Entente vorläufig an ripe Besserung nicht zu denken. Eine erhebliche Vermeh­rung der Nahrung würde also erst dann begm° nen, wenn wir. nach den garantierten 270000 Tonnen, bie nicht verbürgten Tonnen erhalten sollten, bie wix in den EntenteWndern und bet den Neutralen dann allmonatlich kaufen könn- tot, und eineAuffüttenmcck würde erst nach Aufhebung der Blockade mögkich fern. Ob sich her monatliche Einkauf vollziehen wird, wird

Jahren oder mit ganz erheblichen Geldstrafen Ns zu 70000 Kronen verurteckt.

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(Eine Warnuns für die Entente.

Bern, 26. März. (Drahtberichth Das »Jn- telligenzblatt- b'zeichnet die Berbmduna das ungarffchen Proletariats mit Moskau als rat Menetekel für die Alliierten Mtt langen Schritten, schreibt das Blatt, entfernt man sich täglich, stündlich vom Ideal des Welt­friedens. Vergebens ertönt der Rrrf: .Nehmt euch in acht vor deut Bolschewismus, er inft= ziert dm gefündesten Körper. Der Schwache rst ihm rettungslos verfallen." Trotzdem arbeiten jene Kreise im Paris, in deren Vermögen es liegt, das Unheil ahzuwenden, bewußt auf dve wertere Schwächung der geschwächten Qramtts- men hin, solange, bis die kombakte Masse der ostwärts des Rheins lebenden VLAer dem Kom­munismus mit Haut und Haaren verfallen ist.

(Drahtbericht.j

Basel, 36. März.

Reuter meldet au8 London: Nach hier ein- gelaufenen Nachrichten haben die Balschewisten die Städte Nikolajewsk tmd Eherson widerstandslos besetzt. Dte zurüctzelaffenen Garnisontruppen lieferten ihre Wassst an du Bolschewisten ab und verbrüderten sich m« chnen -- Dm? Ukrainische Presseburean m-ldet- Jnsolge der kommunistischen Herr­schaft in Ungarn wächst die bolsche­wistische Gefahr in der Ukraine. Du bortiaen Cntentevertteter. sowie das ukrainische Direktorium setzten die alliierten Regierungen davon in Kenntnis, daß bolschewiMche Heeres- fänlen die ganze Ukraine zu besetzen drohen. Auch ht Rumänien nehme die komimmlstische Bewegung größeren Umfang an. Die Peters­burgerPrawda" meldet: Der Rat der Volks- kommissäre hat in Sondersitzungen die mügltchst schnelle Verstärkung der Roten Armee in Süd­osteuropa beschlossen. Etwa 350 000 Mann bol­schewistische Truppen rücken in mehreren Ko- lonnen in der Ukraine vor. Ein bolfchewlstt- fdjeS Heer marschiert auf Bukarest. In zahl­reichen ukrainischen und rumänischen Städten haben sich Weiße Gardisten den Roten Garden angeschlossen. Russische bolschewistische Heere stehen nunmehr nur noch wenige Tages­märsche von ungarischem Gebiet entfernt.

Galizien In offener Revolution.

Wien, 26. Mürz. lDrcchSericht.) Rach Fnnffprüchen der russischen SowjetrcMerung befindet sich Olalizien in offener Revo­lution. Diefe hat im Pettoleumgelnet von Drohobowysk ihren Anfang genommen. Die von der ukrainiscl^n Regierung enffandten Tncvpen hätten mit den Aufftändischen gemein- fame Sache gemacht. In zahlreick-en ukrainischen Gemeinden Galiziens haben sich Sowjetregte- tunnett gebildet. Der in Lemberg gebildete Arbeiterrat hat den Generalstreik erklärt. Die aufständischen Trappen in der Ukraine und m Bessarabien hoben Fühlung genommmen.

Ungarn nnd die Entente.

Lugmw, 26. Dkärz. sDrabtbc-richt.) Mai­länder Blätter melden aus Paris: Nachdem feststeht, daß die Krise in Ungarn ihre unmittelbare Vercmlassun« von Beschlüssen der Konferenz vom 21. März bezüglich der G«ng-

PreutzeN'Tagllng.

Eine Erklärung de« Minifterprästdente». (Drahtbericht.)

Berlin. 25. März.

Nachdem in der gestrigen Sitzmug Präsident Le inert die Zusammensetzung des neuen Ministeriums bekannt gegeben hatte (wir berichteten darüber bereits inNr^96derK. N 81.*), erhob sich Mintlsterprasident Hirsch zu einer Erklärung, in der er unter anderem ans- «ührte: Das neue Preußen tarnt manche EnM- sthast nicht entbehren, bie das alte Preußen groß gemacht hat. Aber die ftaatvche Bevor- mundung und den Kastengeist wird es abwer- sen müssen. (Sehr richtig!) Die Regteruwg be­darf der treuen Mitarbeit des ganzen Volkes. Mi den Organen des Reichs werden wir bte Grenzen nach außen zu sichern nnid utt Innern bem Lande den Frieden wrÄerzugeben suchen. Wir sind für die Aufrechterhaltung eines unteilbaren Preußens, bts der dctttsche Eitcheitsgedcmre auf der ganzen Lm« gesiegt hat. Eine Verwaltungsreform sm Sinne größerer Einfachbett ward durchge- ührt werden. Der Landrat soll der Freund oller Kreis ein gesessenen fein. Fn die Verwal- tiruifl sollen die Tüchtigsten Eingang fittden, ohne Rücksicht auf Herkunft ttrtb Gbaube. In ber Provinz und im Kreise haben für bte öf­fentlichen R echtt die gleichen Gntmdfätze M geb- ton. Ein besonders ernstes KavttÄ Mden nn* fere Finanzen. Mit einem Ueberschntz aus der Steuervettvaktung tot nächsten Jahr ist mcht zu rechnen. Mr werben er heb ltche Zu­schläge zur Einkommensteuer erheben müssen. Eine endailtige Regelung des Sicuer- techte- wird erst möglich fein, wenn wir wessen, in wBAnn Maße da? Reich W. Gw Mtt.ttra in Anspruch nehmen wirs. D»' Recht de- Staates zur Schulaufsicht wird aufrechterhalteu. Diie Volksscheckaufsicht ist zu befeittgen. Allen Lehrern wird die Universität geöffnet. (Bei- fall.) Des DolkNfchltDvefens wird sich die Re- gienrng besonders annehmen. Das VerhMnis zwischen Staat und Stodie soll durch vorläufige Vereinbarungen mit dem Ziel befderseittger Selbständigkeit geregelt werden. (Dekfall.) Da« Volk sernährun« soll durch Förderung bet emhetoiffchen L«benSmittekemeugtmg gchsben werden. Tcke WohnungSsürsorge wird fortgesetzt werden. Auch der Landbevölkerung werden wir die Teilnähme an der Ktcktttr zu ermöMchen suchen.

SS folgt

die Einbringung des RotetatS.

Wnanzmtoister Südekmn berichtet in knap­pen Worten über den vorgelegten Notetat. Bis zum 1. Iüff hoffen wir, ben Hmrshalt otb- nungsmäßig zu verwalten. Eine organische Steuerreform ist zurzeit nicht mogkichv schon, weil wir nicht wissen, wie weit das Reich die preußische gleiterfpaft für sich in Anspruch nehmen muß. Wir werden uns daher für die- les Jahr ntrt einem Zuschlag zur Ein­kommensteuer beschränken müssen. Wjr sind ein armes Land geworden. Heute rei­chen die Staatseinnahmen nicht att8, die schwe­bende Schackd auszugleichen. Was aber beson­ders zu Befürchtumaen Anlaß bietet, ist, daß d-rs preußische Eisenbahnsvstem voMommen zerrüttet W. Die Berschlechterrmg der Eisen- bahnfinanzen belief sich auf 1776 Millionen Mark. Der Gesamtausfall tot Etat beläuft sich auf 2409 Millionen Mark. (Hört! Hört!) Das ist ein katastrophaler Abschluß. Eine Ergänzungsanleihe werden wir freilich aufneh­men müssen. Aber sie wird Über kurz oder lang von den Gffestbahnen selbst wieder gedeckt wer­den müssen. Der aesamte Feblbetoaa der Eisen- bahnen beträgt 2222 Millionen Mark, davon 1496 Millionen Mark durch TarfferhShung ge- 1 deckt werden, sodaß auf die EvgänrungSanleche 786 Millionen Dtork entfallen werden. Dem Drängen der Arbeiter- und , Beamtenschaft muh höheren Bezügen mußte die Regierung nach­geben. Wegen der Arbeitslosenunter- stütz UN g regnet es Angriffe auf uns. Aber glauben Sie, daß sieben Mark tägkch für einen Mann, der vier Jahre lang feine Hcntt für das Vaterland zum Markte trug, zu viel sind bet den heittigen Preisen? Die Hebung ber Arbeit sfreudiakeit im Lcnide ist mit Recht ein Hauptpunkt tot Programm der Regie- ; tnng. Was uns not tut. ist die Erkemttms, daß Arbeit in sich adelt, daß Arbett das Ver­dienst in sich selbst tritot. Nicht die Gleichheit der Bezahlung wird angestrebt, sondern die Gleichheit der Achttrn« vor der Avbett. Der Not- ciat wird dem Staatshaushalt überwiesen.

Darm wendet sich das Hcnts ber Wetter­beratung ber Anfragen zu. Eine ganze Reihe von Rednern spricht Über die Bedrohung beut- - schon Landes in Ost und West. Ministerpräsi- beut Hi.sch hofft, daß die detttscheu Interessen im Osten durch den Frieidensverttag genügend gewahrt werden würden nnd verspricht, alles zu tun, um einer Vergewaltigung des Deutsch­tums tot Osten entfle(Kittreten zu können. Die