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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 93

Fernsprecher 951 uttb 952.

Sonnabend. 22. März 1919.

Fernsprecher 951 und 95L

9. Jahraana.

Wilson für einen beschleunigten Frieden.

Sie eiserne Ration.

<H«e Wellstatisiik de* LeSensmittelkosten.

2tt einem Berliner Matt, der »Ätotgenpofff, fktbett tote nachstehende interessante Betracht httro: Dass ei uns Deutschen dilf dem Gebiete LlleS Essbaren jämmerlich fchlech-k geht, werden nicht elintal mehr jene LarMewöllen «Durch.' butter" leugNM tocu-en. die wätzteM M Ärie- zeS bei tooWgefÜllter DpeffetaMmer rrimnphie- :end verkündeten, daß es den Engländern und Frantzosen womöglich noch schlechter ginge alS uns. Zu Währbeit baden unsere FeinLe eine rvirwrche LebenKmittelnot. wie sie in T-cuij* («tob beinahe drei Jahr« herrschte,, irie sefpur *$M haben mir etwas teurer gelebt. als in Fktedek! und habe« Nir mtterlasssn, daru'ie: weidMH zu schimpfen. Auch jetzt nach dem frrtege ist iwtiUiM W Sersoraun« der feind­lichen Länder von der 5ttttschland-Z ganz.tot» glaublich venschiedeit. EAten lehrreichen Bei- trag tu dieser Erkenntnis finden tote in der krmrivsrschen ZeitungEcho de Puris", die sich mit der s^rage besckiästW, tote es mit den Le- ktensitnittelvreisen in den einrelnen EntenteWst-- dorn steht- Um sirren solchen Vergleich aüru- stclleu. tonrrbe eiteEiserne Natten" erdacht, zusammen gestellt aus Brot. Fleisch, Fett» Früch­te» und DörrgenMen, Zucker und Milch. Diese Natron, ausreichend für einen nvrtüeren, durch» jchrtittlich acht Struiden tätlich arbeitenden Menschen, enthält: 500 Gramm Brot, 100 «ramm Fleisch, 60 Gramm PSkelsleisch 40 Gramm Schmal; W Gramm SveS, 20 Gramm Oel. 500 Gramm Kartoffeln. 75 Gramm Reis.

25 Gramm Dörrgemüse, 50 Gramm Zucker. 25 Grannn kondensierte MM. Mit einer solchen hatten also wurden Dergleiche aufgestellt und ibr die Preise der Lebonsmiitel am 28. tze»rwar riesss Zahres in London,'Retovork und Varls angepasst. Aus d>i«sem Vergleich ergab sich, daß man für eine so beschaffene Ratten m Paris 3,25, in Newvork 2,08 itrtb in London 1,75 Franken verausgaben muß

Ist es schon für uns an Bescheidenheit ge­wohnte Deutsche erstauMch, weliche Mengen verschiedener Lebensmittel unsere ansvruchs- vollen Feind« für dos Aiirtdestmatz der Ernäh- tung deS einsachsn Mannes batten, so werden tote angesichts der Preis?, Vie sie dafür bezah­len, geradezu vom blassen Reid erfaßt. Zunächst nur ein Won w&er d-ie Quantitäten: Der Deutsche muß von dem. was unsere Feinde tt<3 das Diinttmum der Ernährung für die Einzel- verson bezeichnen, noch entbehren: Beim Brot mehr als ein Viertel, beim Fleisch mehr alS drei Viertel, bei den Fettstoffen sechs Sie­bentel, der den Kartoffeln die Hälfte. Boni Reis wie der kondensierten MÄch, die tote ja nicht bekommen, wollen wir nicht einmal reden. Die Hungersnot, hi der tote «etvohnheitSmässi z leben, springt angesichts dieser Ziffer« in die Augen. Aber selbst diese WaNchen Portionen, die dem gewöhnlichen Menschen erreichbar stich, Wie ander- müssen rote sie befahlen! Rechnen wir bei Brot und Fleisch, fdevke bei den Fett­stoffe«. ffir dir wir Butter anstatt des Specks Schmalzes und OelS setzen wollen, bei Kartof- Jeftt und Zucker nur die Höchstpreise, so würde sie dem Entente-Arbeiter zusevilliate Meng«, abyefeh.n van Milch, Reis und Dörrgemüse, fast drei Mark testen. Das «ber nur, wenn unsere Zwangswirtschaft über Sie nSttüen Mengen verfügen würde, was sie leider nicht kann. Zu bedeutenderer Höhe steigt aber der PreiS, wenn der Deutsche oder doch der Bet- ttner versuchen würde, sich wirklich das Sondrr- mtnimum Mr einen Tag in WiMMeit zu ver­schaffen und die dazu nötigen Schleichbartdels- preise zu bezahlen. Rechnen wir bloß bei Fleisch die .bescheidenen* Preis« von 10 Mark fürs Pfund, bei Butter itrtb Schmalz 23 Mark, bei Speck 20 Mark, bei Reis 6 Mark und kon­densierter Miilch 5 Mark, so kommt bei Vernach­lässigung von Brot und anderen Klentigketten und Einrechnung der für unser Minimum bezahftm Preise bie Summe von mehr als acht Mark heraus r in WirkliMett würde die eiserne Portion, da eitelste der Dinge ton zu Liebhadttdreisen M baden sind, bei uns zwölf bis fünfzehn Mark kosten.

Wenn tote in Betracht ziehen, daß die Mark nrrtd die Hälfte des ZahlungAwertes der Fran­ken hat. so dürfen rote andererseits nicht ver­gesse«, daß Unsere Zwangswirtschaft damtt nicht gerechnet hat, und daß jetzt, wo tote Leben s - mtttel vom Auslands bekommen werden, dieser Umstand für uns erst sehr unangenehm in dir Erscheinung treten wird. Wir werden nämlich die Lebonsmkttel viel teurer bezahlen müssen, als wir sie allerdings in ganz unzureichen­der Menge --- bei der Rationierung bezahlt ha­ben. Feoensalls aber geht aus der obiaen Auf- stellmdg hervor, daß dis Zustände in England sich mit den Unsrizen nicht vergleichen lasten, und daß Amerika und Frankreich auch noch immer ganz anders versorge strtd Äs tote. Die buben nicht nur, was sie brauchen, sondern bei Ven gleichfalls hochgestiegenen Löhnen haben sie

iS ton die HWtr billiger, wofür tote beim besten Willen nicht satt werden können; lvoN die bitterste Krtegsbilanz, die dem deutschen Potte vorgelegt toerb'ii kann. m. m.

Mlsöm Konsrrenz.

Zur Beschleunigung der Berhmkvluugen. (Lrahibertcht.)

Genf, 21 März.

Wilson hatte eine Kosondere Ksnfe. ienz mit Clemsnseau Lloyd Ge­orge imd Orlando, in der nach einer offi- iäsen Mitteilung der französischen Zeitungen in grundsätzliches Einvernehmen über die roeb ere Behandlung der Friedensverhaudlungcn mit Deutschlaikd erzielt wurde. Es scheint da. nach, daß auf die Erneuerung des Waffenstill­standes mit Dcutschlimd endgültig ver­zichtet wurde und das; die Grundlagen für einen wirkliche» Präliminar- trieben ^ausgearbeitet werden sotten. Dieser Prälnuinarskieden werde nicht nur die militärischen und maritimen Forderungen der Entente enthalten, sondern auch die Dedingu«- firn für die Abgrenzu n g des Deutschen Reiches, die finanziellen Bedingungen und die für den Eintritt Deutschlands in de« Völkerbund. Auf Anregung Italiens wurde auch anerkannt, daß die Italien inter- csstcrensen Otebietsfragen obenfaL» in den Frie­denspräliminarien geregelt werden sollen, was aller« Anscheine nach so auSgelegt werden muß, daß Italien die Umsormunq der Länder »er iisterreichisch-ungnrischen Bkonarchie nur im Zu­sammenhang mit der Eutsckieidung über da^ Schicksal Deutsch-Oesterreichs behandelt sehen will. Es ist in Anssicht genommen, di, Ber Handlungen über diese Friedenspräliminarien zunächst unter den vier verantwortlichen Regie­rungschefs fortzusetzen, und die Konteren^ erst wieder zn versammeln, weim beschlußreife Ab machunaen vvrliegen. Man hofft, auf dies? Weise die Verhandlungen so beschleu­nigen zn können, daß die Friedensprälimi­narien in zwei, spätestens in drei Wochen Deutschland mitgeteilt werde» können.

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Die Lage in den Vrrdandßlandern.

Zürich, 21. März. (TrahScricht,! Der Lon­doner Vertreter einesDtaiOrtbet Blattes be­richtet: Durch die Forderung Wilsons, die BölkerbundSverfassUrtg in den Friedensver- trag anfzunehmen, werde der FriedenssMuß um Woche«, vielleicht auch um Monate verzö­gert. (?) Dor von Lloyd George vorgesMagenen En-ttvtrfsNtMg D'.mtschlattdS scheint der Presi­dent «Mt beizrtpffichten. Dmch die Verzögerung des Prälimmarsrie>cns werde m den 93 et» bandSlanber« eine geradezu gefähr­liche Sage geschaffen. Die LonD-oner Presse ist durch fiM Jbtteum alarmiert. Der ..Neuen Züricher Zeitung' zufolge Meldet der ..Secolo". es wird Sestätisit. daß die Abreise Lloyd Georges «ach LolSion die urrorittel» bare Folge der schweren innervorittschen Krise in Großvritannten ist. Bergleute und Eisenbahner beharren auf Verstaat­lichung der Gruben und DeitehrSmiStSl. Die­ses eintmtitoe Problem zu lösen imd den dro­henden Streik zu verhindern, dürfte auch einem Lloyd George schwer fallen Der AuMttich des Streifs ivürde binnrn zehrt Pagen daS gesamte nattonnle Leben En-ckaudS lahmlegen.'Einem Mail-ander Matt wird tot§ Paris gentkftret, daß ein rascher Abschluß der Arie- deNSkonserenz durch den englffchen Berg­arbeiterstreik und der dadurch noiwendia ge­wordenen ArrtvesenSeit Lloyd Georges in Eng­land verzögert w-rbeil dürste; dennoch rüstet man sich in FtÄi'st. den ÄSsckMß des Friedens mit großen Fste.ckichkeiten zu begehen. Aus Anlaß des Borfri'bens soll eine weitere Amnestie erlassen werden. --- Rach Londoner Pressemeldungen ist bet Generalstkeik N«- vermeidlich, wenn die Rttkternrtg die Ar- beiterfordermrgen nicht betoillsift.

Vle deutsche« Schiffe.

Stettin. A. ÄSrz. tDrahtbettchs.) An Stettin werden die aus Grund des Lebens- rnittklabkommenS den EntenteM eprent na en zur Verfügung zu stellenden Schisse mtt aller Beschlenniguna zur Aussührl fertig gemacht. Die Ausfahrt von siebe» Fracht- darnpfern Mit über viertausend Donnen nach französischen und englischen Häfen erfolgt be- rtets in den allernächsten Tagen. Eine vom derrffchen SeemannSbuUd in. Breme» einbo- rusene Versammlung aller Emde beschloß, die deuffchrn Schiffe nicht an England auszulie­fern und nur dann zu fahren, wenn die deut­schen Besatzungen die Austcherung erhalten, daß sie an Bord verbleiben. Die Mannschaft eines Dampfers ist bereits abgetMsttkt worden, weil sie den Dampfer nicht ausfahren kaffen wollte. Die Dampfer der Hamburg»Amerika-

Linie .Patrizia'' und »ElevelkMd' haben die Ausreise nicht antreten können. Wäh­rend das Deckversonal an Bord tätig und be­reit war, auszufahren, weigerte sich das gesamte Heizerpersonal M Cee zu gehen mit der Begründung, daß man erst 8.15 Ergebnis der für Freitag einvekufenen Ber- sammliittg d. SeemannsbuNds adwarten müsse.

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Erweitern««; der Belieferung.

Stofrf, 21. März. (T rahtbericht.s E-n Lon­doner Morgenblatt schreibt in seiner Wochen- betrachtutzg, datz eine beträchtliche Er­weiterung des Leben-ßmittelab- kommens der Nlliierten mit Deutschland er­folgen wetMf sobald Deutschland die end­gültigen Bcsttmmungen des Friedensver» kragetz usiterschrieben staben w? de. Rach BlStteruteldungen «US Rewtwrk schreibt bie dortige Ärm. knsi bis Mitte April ftznshundekiisusettb Tonnen Le­bensmittel sstt Vie Mittelmächte aus Ksbeken abgesghten sein sollen. Die Lager bet grosse« Werften Men sg reichlich gefüllt, dass die Borritte.die Äbrvssrmn bis Gude August ge­statten. Londoner Blatter Melden auS dem Haag: Die sttsderl«ndische, Regierung hgt stei den Alliierten Ausfuhrbewilligung für Lebensmittel in Höhe,von achthun­dertfünfzig Millionen Gulden nachgesucht.

Früttsrelch zrrr Mässigung Sensit?

Bafel. 21. MSrz. sDrohtbericht.s Laut Baseler Ramrichten- meldet ein Londoner Blatt aus Paeis, Frankreich denke nicht daran, das linke Rheinnfer zu annektieren und fiMto auch e«f b:c Er­richt n n g eines vu-rbhä"--igen B'-rfer- staates verzichtet zu hasten, hingegen fordert es setzt die Besetzung der stlhein^rÄcken d"rch Trrrpven 8er Alliierten aut unbestimmte beit. Der Kondervertr-'ter des Blattes füat kstn-tU, es würde toM sehr fchwierig fein, diese Mastregel durchtuftshren ohne ans dem linken Bsteinriser wenigstens für die Dftt'er der Be- setznna einen unaststänakgen Staat zu sch-affen. skm Kantmerausschust sdraO Äichon kaut ffver Sifitte* fteikunasmelvuna vom Mfttwvch dass Frankreich seine neuen Steu­er tt Mr Vie nächsten Etattzfastke nllkig hast«. Es sei sogar Mit einer nicht aering'-n Herab­setzung der Stenern l?s der MiegSiahre zu rechnen, da Frauffeich Mne'NrieqSschäden von DtUttschsand zurückerstattet erhalte.

Wke der IMmmWbruch kam.

Eine Darstellung von «Lultze-Gaevernitz.

lDtabtbencht.l

Berlin, 21. Mär».

Der frühere fvrffchrittliche Risschstagsabge- ordnete von Schultze-Kaevernitz burg/BreidgaU) veröffentlicht in der Badischen Landeszeitung bedeutungsvolle Angaben, wie es im Oktober zum Zusammenbruch kam. Der Abgeordnete schreibt t »urz nach dem Zusam­menbruch vernahm ich in der Schweiz aus Sest- unterrichteter. dem Verband nahestehender Quelle, der Berband habe Deutschland fttt so wenig militärisch erledigt gehalten, dass man in dem Wasfenstlllstandsanaebot lediglich eine Kriegslist «kbftme. um das deutsche Seer intaft in neue Stellungen zurückzuführen. Daher die Bedingung, abso­lute Entwaffnung. Die tatfächliche Ent­scheidung brachte die Revolutto«.

BeMIgensMspmch des Kagers.

GrundfätzliKe Anerkennung des Anspruchs. (Drichlberichtx

D. i«. 21. März.

Ein Weimarer Korrespondent eines Rew- «orkes Blattes telegraphiert: Fch erfahre aus zuverlässiger Quelle, dass der Exkaiser Wilhelm bet der deutschen Regie­rung Geld »erlangt hat. Fn seinem Ge­such llob et hervvr. dass es ungesetzlich sei, dass der tfjemßfle deutsche Kaiser forffastre. von der Grossmut seines holländischen GastgeberS abhängig fei« zu müssen. Er sei bereits ge­zwungen gewesen. vckN seinem Gastgeber 40 000 Gulden zu fordern. Man solle :)m wenigstens einen Teil seines PriveivermS- genS zur «erfügung sielten. Die Regie, rung kam dem Wunsche des Exkaisers Wilhelm «ach und stellte eine Untersuchung mt. tntt fest- Mstellen. welcher Teil des BermSgenS bem Kaiser Wilhelm und welcher Teil der Reaie- kung zukomme. Die Untersuchung ergab, dass der Exkaiser tatsächlich ein ««recht auf 75 Millivuen Mark habe, doch hat die Regier'»«« beschkoffen. ihm vorläufig bS-N- ftrnS 600 000 Mark zu überweisen.

PreußsN'TagMg.

Beratung der Rstversaffung.

(Drahkbekicht.,

Berlin. LV. März.

Der Gesetzentwurf über die Gewähnma einer Entscktzivigung an die Mitglteder des Hauses (taufend Mark monatticki während der Tagimtz) wird ohne Erörterung in erster Lesung erledigt und in zweiter Lesung en bloc ange­nommen. Die zweite Beratung der N e iv er­fass u n g wird fortMetzt. Abg. Oesrr (De­mokrat): Bezüglich der Frage eines Sra-Msyräsi­denten werden wir erst Stellung nehmen, wen« uns der Entwurf der endgülttgen Verfassung selbst vöriieaj, Paragraph 3 iuS Notgesetzes, der dem Präsidenten der LatcheMterfammiunA die 'Berufung der Negierung überträgt, tft selbst als vorübergehend? D'.abnähme hodenklich. Abg. Graf- Anklam (DeittfiMatziostaN beftirworter eitlen Antrag feister Partei ans Ein se hu na eines GiaatSpräsidenken. der das StaaiSmistifierinm beruft. Abg. Am Zehnhoff lZentrnmi: Auch wir behalte« die Frage der Staatsoberhauptes noch unserer Prüfung vor. Für die Nower- faffititg genügt die vom Entwurf vorgesehene Regelung. Wir lehnen alle Anträge üb. Ab-. 'St. Leidig (Seutirftc DoffSvar eift Wir n-chme« an. dass wir heute die Vorlage verabschieden, daß etwa um sechs Uhr die jetzige Regierung erklären wird, düs Mandat, das wir uns selbst genommen haben, ist erledigt. Sell denn unser Präsident eine« ihm vorher ist die Hand ae- l-ückten Zettel vetlesm uttd sagen: Düs ist die neue Msierung? Das wäre eine unwürdig« Stellung unseres Präsidenten. Wir brauchen den StaarHpräsidenten der die Regiening er­nennt. Abg. Frcvmuch lGoMchchMEttte Wir motten ein einkmtiiches Teuffck'tand. Bon die­sem idealen Gesichtspunkt widersttebk die Ein­setzung von Staatspräsidenten in den Einzel- ssaaten. Abg. Dr. Rosenfeld (Unabhängiger Sozialdemokrat): AuS unserm Bekenntnis zur Republik folgt ohne weiteres, dass wir oen Staatspräiidenteu üblehnen. Unter Ablehnung aller Anträge wird Paragrapb 3 ist der Fassung des Entwurfes (Berufung der Regierimg durch den Präsidenten der Landesversammbung) auf lechterhalten.

Abg. Dk. Kries (Deuffchnattonal) beantragt zu Paremraph 4a, der die früher dem Kaifer zustehenden Befugnisse auf die Staatsregiernng überträgt, einen Zusatz, durch den die Schlie­ssung und förmliche Vertagung ünsgeschlossen wird. Um jeden Zweifel zu ivtmeiben, müsse eine solche Bestimmung ausdrücklich festgelegt werden, denn zu den Befugnissen de« Königs gehörte auch das Recht, den Landtag zu ver­tagen und zu schliessen. Abg. Dr. Rade (Demo­krat ) empfiehlt einen Antrag feiner Freunde, die Epiffopats-Befuqnisse des Königs künftig . aus drei evüNgekisckte Minister zu Überttagen. Paragraph 4a wird unter Ablehnung sonstitzer Aenderungen mit dem von Dr. KrieS besürwor- teten Zusatz angenommen. Ab«. Dr. Dernburg iDeuEemEat) beanttagt die Aufnahme einer Bestimmung, wonach alle von der vor­läufigen Regierung erlassenen Verordnunae« der LüstdesversüMstrsunst sosort zur Nachprüfung und Festsiellung Mit Gesetzeskraft vorzulege« sinh. In der Ausübung des Verordnungs- techtS, tote es die vorläufige Regierung vftegte, liegt eine Missachtung des ParlamentariSmüS. Mistiistervräftdent Hirsch: Die Regierung stutzt sich bei dem Erlass Vieser Verordnungen nicht auf Artikel 6 der alten Verfassung, sondern auf die durch die Revolution geschaffenen Tatsachen. Von Rechtsunsicherheit kann nicht die Red« [ein. Abg. Dr. Leidig (Deutsche Volkspartei)! Dringliche Verovdrtustgen zu erlassen, war na- türlich die Regierung berechtigt Nachdem «ber die Landesversammlüstg einbenffen war, durste sie uns nicht mehr vorqreifen. Me Wahlen ha­ssen ergeben, daß hinter de« Revoltttiostsparteien sticht dte Mchrbelt deS Volkes steht. Wir müssen daher erwarte«, daß diese Regierung jetzt zu- rücktritt. (Sehr richtig! rechts.) Abg. v. KrieS (Deriffchstattsnal) hält es für richtig, daß der Regierung ein gewisses Notverordnungsrecht in iTfter Jett zusiehen müsse, in der die LandeSver. sammliing aus tetsächlichen Gründen nicht zn- femmentreten kamr. Dieses Naiverfaffunasrecht darf aber finanziell« Fragen nicht einschließen, ebensowenig auch die Frage eines etwaigen IlehersangS der preussischen Eisenbahnen auf das Ke'ch. Finanz Minister Südekum: DaS ist auch Mittete Auffassung. Es schweben zur Zeit Verhandlung»« wegen Uebernahme aller Staütsbahne« durch da? Reich. Da§ soll Vis zu einem b-stimmttn Termine im Wege des Vertrages geschehen. Abg. Hergt (Deuffch- naiional): DaS ist eiste so wichtige Erklärung, daß wir uns vötbeh-rlten, später aits sie zurück- -rtkvmmen. Der Rest der Vorlaac wird unter Ablehnung aller Anträge astgenommen Fn bei dritten Lesung erklärt Dr. Rosenfeld (U. S.), daß seine Partei wegen tret Ablehnung des RätesvsiemS gegen Vie Vorlage stimmen werde. Der Entwurf wird in dritter Veratuna und in 'btt SesamtabftirmmmL nach den Beschlüssen der