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ffeler Nemste Mchrichtm
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Sonntag, 16. MFrz 1919.
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Stummer 88
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Energischer Vrotesl gegen polnischeAspirmonen
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(Ein Vnkrag Koch.Kassel.
Berlin. 15. Mär», (Drabtbericht.) Der A n, trag Koch.Kassel betreffend Einzel" stauten und Reick wurde zum Sckluß der «estrigen Tagung deS BerfassunnSausscknisses ium Gegenstand der Belprechuug gemacht. Dem
Anterzekchne« — oder wetterhtrngern!
Zürich. 15. März. (Drahtbericht.) Der .Reuen Zürcher Zeittrna* wirb cm-? Paris gemeldet: Im Falle der Nichtannahnr« des Dor- friedeuSvertrageS durch Deutschland Wird dir militärische Besetzung Weiter aus- gedehnt und di« SUodWbe aufrecht erkalten. — Aus Paris wird gemeldet: Im Grand- Hotel in Versailles Werden 46 Zttnmer für die deutschen Delegierten, di« in der nächsten Woche in Paris eintreffen, in Bc^eitschaf! gefetzt. Man glartbt, daß der Aufenthalt der deutscher. Delegation vier Taoe nicht überschreiten wh».
gnferttontprrtf«: Die flebengefpalttte gell« für etabrtmtfdl« »Uchckst« W We. fta «n*. wdrtto« «njeigen 3"> Pf. R-!lame,«ti« für «tndNmNche e«fd)6fU 7» W, fta ae*e»ärttge Sefdldfte 1 ®H CKnfaAe Beilagen werden mit 5 Statt xro Tausend berechnet, alle« mit '.'W, teueren n #.Surt6lag. Bei Uebennltttung en » ',eigen auf tekpg. Sege wirb füt durch fh- fehler herrergernfene Jrrlümer keinerlei Haftung übernommen Für die Aufnahme oonÄngetgee an bestimmten tagen oder Stoeen wirdgt. keine ®ero46r geleistet. »efchSftsstelle: Wiln.ett. s
Die »«fielet Neuesten NeLrichie« erscheinen wSchenklich sechsmal und zwar abends. Der Ubennrmentsprets deträgf monati, I.2O Mark bei freier gnflellunp ins Han« Besteklimgen werven >ever»etl een der SefchLNsstelle «der den Boten entgegengenommen. trueferei, »erlag und Redaition, Lchlachtdofftra»« 28/30. Mr unverlangt eingesandte Beitrüge kamt die stedeNion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem staüe übernehmen Ruchzadlung des Bezugsgeldes «derNnlprüchrwegen eiwaigernichtordnungsmühigerLie erung ausgeschlossen
Polnische Ungriffe bei Vromberg.
Groudenz. 15. März. (Drahtbericht). Del Dromberg gehen die Polen seit einigen Tagen su größeren einheitlichen Angriffen vor. Den deutschen Vorposten Wurde von den Polen mätaeteilt, daß der Waffenstillstand Wieder.alS gekündigt gelte. Die Polen haben bisher in mehr als ackstzig Fällen gegen den Waffmstill- stand und seine Bedingungen verstoßen.
Hortte gilt eS zunächst einmal, diesen Ideal- zusternd herzustellen. Heute gibt eS kein langes Ueberlsgen Zugreifen, ehe die Gelegenheit ver-
®egen einen Diktat.Frieden!
Berlin, 15. März. (Drahtbericht). Wie die Tele<rrafen-Nn>on au» den Kreisen der Frie« denSkonferenz hört, ist die Stimmung aller deutschen Teilnehmer ges^lossen gegeneinen Diktier frieden. Man ist bemüht, eine Art von Maximolvrogramm *u Stande zu 6-in een. Einige der Redner sagten in der heutloen Sitzung, die Kommission werde keinen Gewaltfrieden «nterzeicknen, be- den Ruin Deutschlands bedeuten würde. Ferner wurde in der heutigen Sigune, die ssh mit der Dolenfraae unb der Frage Oberschke- fienS beseitigte, energisch gegen die polnischen «spirationen auf Danzig protestiert.
Generalstreik in Kongretz-Polen?
Posen, 15. Mär,. (Draht berichte Rach hier eingetroffenen Nachrichten aus Warschau steht eine allgemeine Arbeitsnieder, legung in ganz Kongreßpolen bevor. Der nationale Arbeiierbnnd und die Organisation der Eisenbahner bemühen sich eifrig, den Generalstreik wu verhüten. — Bei einer Haussuchung in Lhckhusen bei Allen stein nzrbe ein Waffendepot enckeckt, daß den Pole« zuveschmuggelt werden sollte.
9. Jahrgang.
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Wanmi müssen ,w i r* sozialisieren? Warum wollen „W i r* eigentlich damit den Anfang mflrfwn? Warum überlassen wir daS Damit- an fangen nicht anderen? Etwa den Ameri» taromt? Wenn sich die Sache dann bei denen bewährt, können Wir ez ja immer noch nach» mtiden. Gerade di« Amerikaner zum Beispiel . haben doch b»i ihren freistaatkichen Einrichttm- pen in solchen Dingen viel mehr Ersahrimg. als wie wir, die wir noch biS gestern dem treo» narchiischen Stiftern huldigten. Aber nein, den Anfang müssen schon wir machen. MS ff* mrstaat erste« Ranges müssen wir schon auS moralischen Gründen auch hierin das DersuchS- ovjekt abgeben. Geht die Sache schief, nun. dann geht f- schief, aber wir haben den Ruhm, den andere, daS Erverimetn der Soziakksierung ad eciäu-$ demonstrandum frort flihrt zu haben. Wir Haden doch schon so manches versucht, was sich nachher nicht bewährte, z. 53. den Mtti- larismuS. Mag man auf solche mißglückte Er- peri-mente schimpfen, aber sie hatten alle ihr GnteS: Da» Ausland konnte an ihnen lernen, und eS dann besser machen rmd noch nebenbei dar Fett von der Suppe fckiSpfen. DaS ist ja gang klar: Wäürerkd wir unsere ganze ffi.-ft einsetzen, um dem Ausland das Tozialüsie- tuno^eiBerrntent in allen Linselheiten r** an-
Gntenle-Kvmpromkß mit Centn.
Haug, 15. März. (DwLtbertcht). Fnfolge der Besorgnis englssscher RegierungSkrelse, daß die bolschewistische Bewegung sich nach England anSdestnen könnte, soll in absehbarer Zeit eine offizielle Kommission der Alliierten wch Warschau entsandt werden, um mit Centn ein« Art Kompromiß $u schließen. Falls dte rirssische Regierung ihre Wühlarbeit tn den fremden ebuiNteGen bereit WL feien
irlegen Augreisen, ehe kst, heißt heute die Parole.
365 WeichselSrbiet.
Kompensationen für Deutschland. (Drahtbericht.)
Wien. 15. März.
Ein 9?ewt) ortet Funffpruck meldet: Gewissen Mitteilungen zufolge beabsichtigt die Zeh - ner-Kommission in Paris. Danzig und das Weichselbecken an Polen fallen zu taffen. Alle Anzeichen deuten daranfhin, daß dieser Beschluß alS endgültta angeschen werden müsse. Ferner wurde beschlossen, daß Ostpreußen eine besondere Republik werden soll, deren territoriale Berstin- dung mit Preußen im höchsten Maße einte- schränkt werden soll. ES wurden auch Wünsche laut, daß Preußen von den übrigen Te'len DerttkcklandS vollkommen abges^nürt werden soll Eine ähnliche Politik wrfrigt die Friedenskonferenz bezüglich der Rheinprovinz und Deutsch-Oesterreichs. — Präsident Wilson ist gestern mittag in Paris etngetrof- f e n intb vom Präsidenten Poinraree empfan - aen worden. Weiter wird aus Paris gemeldet. h«ü. die deutschen Unterhändler in Uebere'n - stimsnung mit der Regierung in Weimar gewisse Abänderungen zum BorfriedenS- vertrag Vorbringen können. Der Borfrie- denSvertraa wird ihnen also nickst aufnezwun- nen. Fn der Frage Danzigs besiehe die Möglichkeit, daß Deutschland hinreichende Kompensationen erhält.
Verteilung der Leden-mittel.
Bern. 15. März. (Drahtbericht.) Ein Pariser Blatt berichtet: Die ^Rewvork Times" veröffentlicht eine Meldung ihres Senter Kor- respondenten. in der dieser erklärt, ans outori- sirrt-r Ouelle etf. fjren zu haben, daß die «l l i- ierten unverzüglich Lebensmittel noch Deutschland schicken, aber durch Truppen begleiten lassen würden, die die V er. teilung überwachen sollten ES würden sich britische und amerikanische Truppen nach Berlin und Hamburg begebe«. Man glaubt, daß zehntausend englische und amerikanische Soldaten genügen würden, um die Bertei- iung in Berlin, und fünftausend Matrosen, um die verieilun« in Hamburg durckzuführeu.
schauNck vorzuführen. Werben unsere Feinde, denen ffleptomamie ja nichts Neues ist, schon Wissen, wir sie den deutschen Michel überS Ohr hauen. Aber das tut alles nichts. Uns bleibt der Ruhm, das Erpervment zuerst ausprobiert zu haben. DaS ist die Hauptsache, deshalb müssen „w i r“ sozialisieren, und Wenn Deutsch- ’anib bariifber in Stücke geht unb tn seinen To- deszuckungen zum Opfer deS bolschewistischen Terrors Wird, der Wie em Aasgeier es zerreißt und zerfleischst.
Stamm müssen Wir .sozialisieren"? Gibt es kein anderes Mittel, nm auS diesem Durcheinander herauszukommen, alS Wie zu sozialisieren? Das ist eine merFWürbiae Frage. Haben Wir denn wirklich die Absicht, tn abseh- lmrer Zeit Wieder in geordnete VerhÄltnisse zu ,'ommen: oder geht es uns nickst vielmehr so. wie dem Kranken, der allen guten Ratschlägen der Aerzte zum Trotz gerade das ißt und trinkt, was ihm am meisten schadet und dem Tod nmfso sicherer entgeqensührt, oder der, um seinem jämmerlichen Dasein ein Ende zu machen zum Giftbecher greift? Auch Deutschland ist trank — schwer krank an allen Fasern. Im höchsten Fieberftadttmt tanzt es einen Toten- tanz am Rande seines eigenen Grabes. Es will nicht einsehen, daß es front ist, obwohl es fühlt, daß es mit ihm zu Erde geht. Es (lifrt Wahl keine Rettung mehr. Darum lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Ein starkes Gift Wird das Ende sic'ckleunigen: und dieses Gift heißt: Sozioli- fieren. ... Darum müssen wir sozialisieren.
di« Alliierten bereit, LeninS Regierung unter bestimmten Voraussetzungen offiziell anzuerkennen, und sie Wirtschaftlich zu unterstützen. Es besteht die Möglichkeit, daß mit den Bolschewisten ein Waffenstillstand zustande kommt.
Ausnutzung der Rhein-Wasserkräfte.
Bern, 15. März. (Drahtbericht.) Der „Berner Bund" berichtet aus Mülhansen: Die Mülhausener Fndustriegesellschaften richteten einen Berückst an die ftanqösische Regiicnmg über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte deS Rheins. Das Memorandum wird von den französischen Staatsbehörden zurzeit eingehend geprüft. ES heißt darin, daß sich der Rhein von der Schweizer Grenze bei Basel bis nach Alt--Brersach vorzüglich zur Anl-ag- großer Elektrizitätswerke eigne. Zwischen Basel und Straßburg könnten 600000 Pserdekräste gewonnen werden. Diese DetriebS- kräfte müsse sich Frankreich sichern, um sie nicht mit der Republik Baden teilen zu müssen. Damit aber Frankreich ausschließlich über diese Kräfte verfüge und die nötigen Werke schaffen könne, müßte der FriedenSver- iraa folgende Klausel erhalten: 1. Die G r e n z e muß auf das rechte Rheinufer verlegt Werden. 2. Alle Rheinwasser-Kräfte zwischen Bafel und Straßburg müssen für Frankreich reserviert bleiben.
Aue bittere Ironie.
Eine Stimme aus dem gegnerischen Lager.
HB ergeben btef em ®tn efanl>t9lauin.weU n Ihm manch an. eme ngfilt^e bittere WahrZ.il f eckt, ro nn wir auch tm ®egenfag jum Ber affet ' «r Unstett stn', bat au« einer allmählichen, »rnunftge Sten 6o$taltfiev. ung nur Tutet erwachsen tann. Die S*t ftleitung Kmimer lautet wird die Forderung nach Sozialisierung; immer mehr tritt sie tu den Bordergrnnü aller politischen Parteilämpfe. Bald wird Soziakssenlng schlechthin verlangt, bald sofortige Sozialisierung, bald Sozialisierung mir der reisen Betriebe. Aber so- rialffiert Werden nruß. Das ist ganz fiar. Ohne Sozialisierung kommen Wir in Deutschlanv uicht mehr pus. Wer will daS noch leugnen. Wo doch alle Welt dieses glückverheißende Wort auf den Lippen trägt. Wo doch alle Welt Tantalusqualen erdulldet, lediglich um der So» llialisterung willen. Aber man fragt sich doch immerhin: Warum müssen wir sozialisieren r .Warum?- Das ist eigentlich eine schwierige Frage. Hier geht es, Wie so ost im Leben. Es muß geschehen, aber Warum? Darüber ist man sich nicht so recht Dar. Wie ost tut man etwas ganz instinktiv, ohne sich um das Warum zu Komment. Und tritt dann plötzlich und unvermutet die Frage des Warum an einen heran, so sttckst man und grübelt und Weiß keine eigentlichen Gründe anzugeben, oder man Jagt, Weit es »die anderen auch tim*, und vernicht sich fo aus der Schlinge zu ziehen, oder aber man geht Wie die Katze um den heißen Brei «nd sagt: »Ich Ute daS, Weil ich das tun muß.* Aa, das ist der Wirkliche Grund für so vieles fin Leben, und das ist auch der Grund, warum Wir sozialisieren müssen. Das ist deS Rätsels Lösung: »Wir müssen sozialisieren, weil Wir sozialisieren müssen.* Das ist ja schrecklich einfach. wie konnte man nur fo töricht fein, über tieft einfachste aller Fragen fo lange Nachzudenken.
Warum »müssen* wie sozialisieren? »Müssen* ? Müssen wir Wirklich? Wie War es ' denn eigentlich bisher? Da hatte jeder seine Arbeit und seinen Verdienst und es ging auch ganz gut; also »müssen* Wir wirflich? Rarür- kich »müssen* wir' Denn bisher War Krieg, also außergewöhnliche Zustände, das War etwas anderes. Außerdem lebten wir bisher in einer Zeit des Imperialismus, jetzt dagegen haben wir den SoziMsmns. Da gelten ganz andere Grundsätze. Der Imperialismus versprach dem arbeitet Recht und Freiheit, aber es blieb bei diesem Versprechen. Was er ihm Wirklich gab, das War Arbeit und immer Wieder Arbeit. Die Revolution schrieb aus ihre Fahnen »Sozialismus ist Arbeit*, und heute find ungezählte Arbeiter arbeftslos und beziehen Hobe ArbeitSlosemmterstützung. Also ein unfrerkemcharer Vorteil gegen früher. Die Arbeit fft für die Dummen. Mit modernen Einrichtungen eines modernen Staates ver- ttägt sich die Arbeitspflicht nicht. Um aber dieser gesetz-losen Arbeitslosigkeit ein Ende zu macken, muß irgend ein Ausweg geschaffen Werden, durch den daS Faulenzen eine Daseinsberechtigung mit gesetzlicher Grundlage erfährt Es muß also ein Stiftern eingesührt Werden, nach dem der Arbeiter zW-ar finanziell gut gestellt ist, ober nicht mehr zu arbeiten braucht, und dieses Stiftern heißt: Sozialisierung. Nur ein sozialisierter Staatswesen sichert dem Arbeiter bei hohen festen Bezügen ein arbeitsloses Dasein. Deshalb mutz sozialisiert Werden. Wie lange dieses Paradies auf Erden Bestand haben kann. Wer wird heute darnach fragen?
Bsm Saarbeckeu.
Die Frage der Annexionen. (Dvahlbericht.)
Zürich, 15. März.
Die ,,Neue Züricher Zeitung" meldet mlS St. Luvwig tm Elsaß: Ein Komitee elsaß- lothringischcr Industrieller hat an den Friedenskongreß in Paris eine Adresse gerichtet, in. der gefordert wird, daß die Pfalz und das Saarbecken wieder mit dem Elfaß bezw. Lothringen vereinigt werden, wie dies im Jahre 1815 der Fall gewesen ist. In verschiedenen Gegenden der Pfalz sind ebenfalls solche Anschlutzbestrebrn:gen im Gange, hauptsächlich sind es die psälzifckren Jndusttiel- len, die für diesen Anschluß Propaganda machen. — DaS bereits zitierte Blatt meldet weiter von der italienischen Grenze: Maßgebende Amerikanet sind nicht rundweg gegen die Annexion deS Saargebiet S durch Frankreich. Sie machen geltend, stn Falle der Einverleibung müsse der kavittSi- sierto Wert deS SaarkohlenbeüenS von den EntfchädigungSforderun- gen Frankreichs abgezogen werden. Der zudem von Frankreich geforderte Pufferstaat werde die Gvoßstädte Köln. Koblenz, Mainz^ Mannheim» Worms und Trier umfassen. Der Pariser Vertreter des Vkailänder Blattes „Serolu“ berichtet, für die umstrittenen Gebiete werde die Neutralisierung mit umfassenden Garantien der offenen oder verschleierten Annexion sicher vorgezogen werden.
Preutzev-Lasms.
Eine Abrechnung mit den Unabhängige«. (Drahtberichr.)
Berlin, 15. März.
Die gestrige Sitzmug eröffnete Alterspräsident Gerold, der einen eigenen Antrag aus Wahl eines dritten Vizepräsidenten zur De- batte stellte. Dieser Antrag wurde abgeleLnr. Zum ersten Präsidenten des Hauses wird Abg. Seiner! (Sog.), zum ersten Vize- Präsidenten Dr. Porfch (Ztt.) und zum Meuten Dr. F r e n tz e l (D. D. P.) gewählt. Dan« folgte die Berattmg ernes Antrages Hoffmann auf Aushebung dos Standrechts unb des Belagerungszustandes..
Währeuld das ganze Volk einig ht dieser toweren Zett Zusammenhalten sollte, wütet das Feuer deS Bürgerkrieges. Was der Feind nicht veomifrchte, daS tut dre Ansteckung von Deutschen durch den russischen Bolschewismus und die Bestechung mit dem gnstcHlenen russischen Geld« Ueberall ruhte die Arbeit, nur nicht die Arbeit der Plünderer und Mörder. (Großer. Lärm bei den 11. S.) Die preußische Re- qrerung ist sich ihrer Verantwortung bewußt und Wird den BelagerungSzu- stand nicht aufheben oder beschränken, solange der Friede ht Berlin nicht hergestellt ist. (Lärm und Pfuirufe hoi den U. S. Beifall bie der Mehrheit.) Wir müssen das ruhig« Tagen dieses' Hmrfes sichern und die Freiheit schützen gegen Sie (zu den Unabhängigen) ttnti Ihre Freunde. Wo Ihre Partei die Oberhand hat, du hat sie sehr schnell den Belag-rirngs- zustand verhängt. (Sehr richtig!) Die »Rote Fahne* ist verboten worden und wstkde es, wenn es nach meinem Wunsche ginge, «mf-ühr- Dauer bleiben. (Beifall.) Di« Unalchän-siaen' haben nickt nur die bürgerliche Presse unter- drückt, sondern sie sogar gezwungen, Artikel in ihrem Sinne atlfzunehmen. Das ist niederträchtigste Art der Unterdrückung der Pressefreihett. Wtt haben tn größter Not, aber aus eigenem Antrieb den Belagerungszustand verhängt. Die »Rote Fahne* war eigentlich noch nicht einmal so arg Wie die unabhängia» »Freiheit*. Sie Wollen dteses auf Grund des freien Wahlrechts gewählte Parlament als Hebel benutzen, um eben dieses Parlament zu stürzen. Der Rote Soldatenbund, der bekannt- l'tch nur Spartakisten und Unabhängige auf- nimmt, hat schon den Schlacht plan für den nächsten Aufstand entworfen. Darin heißt es, daß man die Gas-, Elektrizitätsund Wasserwerke besetzen müsse. (Hört! Hört!) Wir haben den BelagerungKzustand erst in. letzter Stunde verhängt, als bereits Plünderungen durch daS Lumpengesindel voraeklmi- men Waren. (Sehr richtig!) Mit Kanonen und Minenwerfern würbe das Polizeipräsidium fron den Auftüchvern bestliossen. Zwanzig Millionen würde hentztttag« bie Wiederrmfrichtung des Gebäudes kosten. Aber nach dieser Sette geben bie Sympathien der Herren Hoffmann und seiner Freunide. Roske. der Sohn des Volkes (Lärm bei den U. S. Stufe: Der Bluthund'), der tmerbittfiche Kritiker an Mißbräuchen im Heer, hat durchaus ferne Pflicht getan, und er ist getragen fron dem Vertrauen der Sozial- bentofraiie und der Nationalversammlung. Auch die außerordentlichen Kriegs- gerichte können noch nickt aufgehoben werden. Diese Kriegsgerichte Werden kraft Gesetz gebildet. (Lacken bei den U. S.) NoS» kes Erlaß ist ferne Verhängung des Belagerungszustandes. sondern lediglich ein Geseckts- beseht infolge dringender Notwendige it.
Schade, daß es nickt möglich War, dieser Tollheiten ohne Blutvergießen Herr zu werden. Unter den Svartakisten Ht eine Anzahl ganz gewöhnlicher Verbrecher. Die Rolle der Unabhängigen war immer gekünstelt und unwahr. DaS zeigt auck ihre Haltung im Kriege: »Wtt Wollen btt Rieder, tage Deutschlands nicht, aber wir tun nichts, um sie zu verhindern!* (Sehr richtigii Tie Unabhängigen halten ihre schüt- zeude Hand über Mörder; das be- weist der Anschlag auf Huer. (Lärm bei den U. S. Zimise: Liebknecht, Litrembura!) Den Mörder der Rosa Luxemburg haben wrr ctmHielt, und es ist Steckbrief gegen ihn erlassen. Wir wissen jetzt auch, wie die Leicke beseitigt Wurde, und der Schuldige ffi bereits gefaßt. Wegen der Tötung LiebkneckttS. sitzen vier Leute tn Uirterfwckning-Shaft. Während gestern der Ministerpräsident zur Arbeit mahnte, riefen Sie: ES muß noch viel mehr gestreckt werden. Solche Aufreirtnrqen sind jetzt nicht angebracht beim Volke. (Sehr richtig'i Sie ruinieren die deutschen Arbeiter.