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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 86.

Fernsprecher 951 und SSL

Freitag, 14. März 1919.

Fernsprecher 951 und 952.

9. Jahrgang.

Wahl öer deutschen Friedensdelegietten.

Sie Serffiotnmg.

Zu den FriedcnSverliandlungen.

Roch immer branden die Wogen eines bolschewistischen Terrors, der 2'crttu it:tb das ganze Reich bis in die Grundfesten erschütterte, wenn sich auch ein allmähliches Ab eb ben be­merkbar macht; und noch immer berät man in Weimar über jene Sozialisierungs-Maßnah­men. die die Unbhänaigen willfähriger und ver- handlungsbereiter machen sollen. Tie Regie­rung bucht einen Mißerfolg alsErfolg"; aber weder rie Mehrtzeitsfoziälistei, noch die bürger­lichen Elelente werden diesesErfolges" froh werden, da er allem Anschein nach kaum von allzulanger Dauer sein wird. Dann geht der Kampf der Unabhängigen weiter; die aber­malige Schwächung des Deutschen Reiches wird die Folgeerscheinung dieser katastrophalen In­nenpolitik sein, die den Boden zu neuen, viel­leicht noch gewaltigeren Unruhen bereitet; und auf diesem Boden werden dann wieder alle verbrecherischen Elemente ihr blutiges Hand­werk treiben. Deutschland aber, das so schnell als möglich zur Ruhe kommen müßte, um den letzten Atemzug zu neuem, gesundendem Leben zu bewahren, Deutschland schwächt sich bis zur vollendeten Ohnmacht! Draußen aber belauern die Feinde die letzten Zuckungen unserer Volkskrast wie Aasgeier thre unentrinnbare Beute; und wenn sie dann in­folge des äußeren und zugleich inneren Zerfalls nur noch ein beg.^mer Raub ist, dann stürzen sie darüber her. So arbeiten die inne­ren schicksalsschweren Wirren dem Feinde nur in die Hande, und während man sich hier über Doktrinen zerfleischt, wartet man dort darauf, Deutschland für immer zu versklaven.

Do stehen die unheildrohenden Friedens­verhandlungen nahe vor der Tür. Durch die innrere Zerrissenheit völlig in Bann geschlagen, achtet man kaum mehr darauf, wie man' im Ententelager unsere Ketten schmiedet. Das ge­schieht mit einer zynischen Offenheit fonders- Lleichen. Ein Mick in die Systematik der Nah- runigsmittelbelieferung und wie sie erfolgen soll, beweist das: Man ließ uns zum Fisch­fang nur einen schmalen Streifen an der Westküste von Borkum über Helgoland weg; es ist ein fischarmes Gebiet. Norwegen aber er­stickt in Fischen; dort liegen hunderttausend Tonnen Heringe alten Fangs für Deutschland und der neue Zug ist geradezu märchenhatf. Nickst einmal genug Fässer sind da, um den Reichtum zu bergen. Er verfault zum Teil. Rrotzdem verhindern die Franko- Briten uns die Einfuhr und verlangen, baß diese 100 000 Tonnnen auf Sie zugesagten 270 000 Tonnen ange­rechnet werden! Mit andern Worten: Wir erhalten, und das noch mit unerträg­lich gnädiger Geste, sage und schreibe hun­derttausend Tonnen Heringe, die wahrscheinlich reichlich angefault sein werden, »md d i eg eNahrung" muß dann unser Kolk sich an rechnen lasten, sodaß nur noch »in kümmerlicher Rest bleibt, der für wenige Hungertage ansreickst. Das ist nur ein Bei­spiel für die aller Menschlichkeit hohnsprechende Behandlung, die man uns zuteil werden lasten will. Und diese gütige Belieferung werden wir bei dem außerordentlichen Tiefstand des Markkurses mit Riescnbeträgen bezahlen müs­sen! So legt man uns die Handschellen an. Kann man anderes erwarten? Kann man echte Menschlichkeit und wirkliche Hülfe verlangen, wenn es in unterem Lande brunter und drüber wie in einem Tollhaus?

Und ähnlich wird man uns in fmauzieller * Ansicht behandeln. Französische und englische «giernngSblätier lassen erkennen, was' man tzns znmutet Frankreich fordert allein für Schaden im besetzte« Gebiet dreißig Milliar- den, daneben für sonstig^ Krieasschgden noch­mals fünfzig Milliarden. England verlangt das Doppelte dieser Summen. Ft a l: en ver­langt seine gesamten Kriogskosten in Höhe von. kebzig Milliarden Sire. Alle Forderungen «tsammen werden in London ans 17% Milliar­den Pfund oder 355 Milliarden Mark nach dem Kriedenskurs. auf etwa 700 Milliarden Mark fetziger Valuta errechnet. Und diese Summ-" wächst, ie mehr der Kurs durch die innere Un »uhe und Unordnung in Deutschlonb gedrück wird. Und was haben wir an Werten dem eittaegenzustellen? Das deutsche Dolksvcrmöge- beträgt an Mobilien und Immobilien knack «rteirrnanu-Buchers etwa 220 Milliarden Mar' WB ist erheblich au den Krieasverlnsten betei- Sfit Dabei ist der städtische und pri'eate Krnndbesitz gesunken; der private Bergwerk^ Kf» gebt im Wert zurück, wenn seine Sozial!

ifng erfolgt; der elsässische Kaliberaba'.! ist »Tt das lothringische und Saarbecken in freu- Cscher Hand. Unsere Eisenbahnen sarck-n im rt von 25 auf 12 Milliarden und die AnL- MNd>sw.»rte <25 Milliarden) sind schon im Fein. iWKbesitz. Man weiß a!>'o im gegnerischen Laae- V* gut, daß unser Volk die ihm zuaemuteten VMichen Forderunacn gt» nicht erfüllen kann.

MU üötr Ne NW les MM®.

Die deutsche« Teilnehmer an der FrkedenSdelegatio«.

(Drahtberichte.)

Weimar, 13. März. Fn der gestrigen Sitzung, die sich mit der Fragedes Vor friedens befaßte, ist die deutsche Friedensdele- g a t i o n gewählt worden. Sie besteht, wie zuverlässig verlautet, ans dem Reichsminister des Auswärtigen Grafen Brockdorff- Rantzau als Führer. Ferner gehören zu ihr die beiden KahinettSmitglieder Dr. David lind Giesberts. Der Reichsminister Dr. David hat in der sozialdemokratischen Fraktion während des ganzen Krieges die Fragen der auswärtigen Politik behandelt. Der Reichs- minifter Giesberts war im Zentrum als prak­tischer Sozialpolitiker Führer. Dazu tritt wei­ter der bekannte Hamburger Groskanftnann Max Saarburg, der Marburger Staats­und VolksrechtSlchrer Professor Schückina, der als Mitglied der deutschen demokratischen Fraktion angehört, und der sozialdemokratische Schriftsteller und Politiker Adolf Müller, der zur Zeit in Bern weilt. Wie wir von zuständiger Weimarer Stelle erfahren sind für die deutsche Fricdensdeleaation endgültig bestimmt worden: Reichsminister des Aus­wärtigen, Graf Brockdorff-Rantzan als Füh­rer, Reichsminister David als Vertreter des Rcichsministeriums. Reichsminister G esbrrts als Vertreter der Arbeiterschaft und Nniversi- tätSvrofessor Schückina als Angehöriger und Vertreter der Nationalversammlung. Reicks- minister Erzberger hatte eine ihm nngebo- tene Beteiligung an der Delegation abgelehnt.

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Zahlung der LebensMittel-Lieferung.

Weimar, 13. März. Neber die Beding n n- aen die der Admiral W e m y tz heute in Brüs­sel der deutschen Waffenstillstandskommission in Bezug nuf die Auslieferung der deutschen Han­delsschiffe und die NabrungSmittelversorgung für Deutschland mitzutesten beauftragt ist. wird einem Lyoner Blatt hk8 Paris folgende ans zu­ständiger Stelle geschöpfte Mitteilung telegra­phiert: Die Alliierten haben beschlossen, dass die deutsche'Handelsflotte nut unter strengster Kontrolle der bei Erneuerung des Waffenstillstandes festgelegten Bedingungen

in See gehen kann. Unter dieser Boraussicht können die deutschen Handelsschiffe bis zum Monat August, wie es Deutschland ver­langt hat. dieses mit Nahrungsmitteln versorgen. Man darf sogar vorauss:tzen, daß der erste Versorgungstransport reichlicher aus- gestattet sein wird. In Bezug auf die wesent­lichen Fragen der Bezahlung der Lebensmittel, die am Sonnabend zu einer lebhaften Ausein­andersetzung in der Friedenskonferenz führte, ist bestimmt worden, daß die Zahlung in vierfacherWeise geleistet werde: 1. Durch das Zugeständnis eines bestimmten Fracht­satzes an Deutschland. 2. durch Ausfuhr gewisser Artikel.die nicht in den schwär, zen Listen enthalten sind und zu deren Beför­derung die Deutschen an die Neutralen oder an diejenigen Alliierten, die es verlangen, crmäch- tiqt werden. 3. durch die Bezahlung mit sicheren Werten in Gestalt von Wechseln auf das Inland für die an die einzelnen Län­der gelieferten Waren. 4. durch die Gold­reserven Deutschlands.

Dir Blockade-Urage.

Rotterdam 13. März. Aus London wi-d gemeldet, daß die Meldung von dem Fortbr. stebeu der Blockade unbegründet sei. Die Blok- f alie falle nach Balfours eigener Erklärung am Tage nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages. Ein Pariser Blatt meldet: Der französischen Kammer wird am 10. April der Friedcnsvertrag bekanutgeben.

Beginn der Versailler Beratung.

Zürich. 18. März. Die römischeTribuna" meldet die Abreise der italienischen Delegier- icn zu den Friedensbeivrechungen mit Deutsch­land nach Varis. Die B e sp r echnn g en be­ginnen am 2 8. März in Versailles. Ein Pariser Blatt meldet: In der Allnerten-Konfe- rcm vertritt Frankreich die Auffassung. daß die Forderungen Frankreichs und der Alliierten auf Deutschland auf insgesamt fünf­zig Jahre verteilt werden sollen.

Wenn der Feind dennockf darauf besteht, so vft dies nur ehr neuer Beweis für die b e a b s i ch - tigte Versklavung des Reiches Und denuoch tobt man bei uns weiter in einem alles auALsenden Kam-vf, der die Entente in chrer Erdrossinaspol'tik nur noch bestärken muß; mau hilft beim Schmieden unserer Skla- venkett.'u ... P. B.S.

Lichtenberg besetzt.

lieber die letzten Kämpfe.

(Drahtbericht.)

Berlin. 13. März.

standrechtlich erschossen. Bei der Besetzung Lichtenberos sind den Regierunastruppen ge­raubte Gegenstände und Werte von fast vierhunderttausend Mark in die Hände gefallen, an bereu Fortschaffunq die Spartakisten durch di« Umzingelung Lichtenbergs verhindert wa­ren. Gestern sind weitere Regie- rnngstruppen in Berlin einge­rückt. Nach den Erklärungen Roskes wird das Standrecht solange in Berlin in Kraft bleiben, bis auch der letzte Rest der verbreche­rischen Simriakisten verfchwunden ist und die letzte Waffe ans den Händen der Spartakisten ht die der Regieruugstruvpen übergegangen fein wird. Eine Wiederholung des svartcckisti- scheu Terrors werde unmöglich (?) gemacht.

Die Besetzung Lichtenbergs ist nach nur kur­zem Kampf erfolgt. Eine Anzahl Plünde­rer wurden auf dem Lichtenberger Gü­terbahnhof überrascht und an Ort nnb Stelle erschossen. Weiter wurden über achthun­dert Gefangene gemacht und abgrführt. Un­unterbrochen fuhren die großen MunitionS- wagen der Regierungstruppen mit je fünfzig Mann der Berhaftsten nach dem llnter- fifchnnaSgcfängnis. In der Nacht begannen Spartakisten von den Dächern in Lichtenberg zu schießen. Sie wurden aber durch Scheinwerfer festgcsteüt, hcrnntergeholt lind gleichfalls an Ort und Stelle erschossen. Der in Lichtenberg durch Spartakus anaerichtete Scha­den soll sich auf ntehr als fünfzig Millionen Mark belaufen. Die letzte Nacht ist zum ersteninal ruhig in Berlin »erlaufen. Regie- rnngStruppeu halten den ganzen Osten und Norden besetzt und setzten heute die Durch­suchung nach Waffen fort. Das Sitzungslokal *>er Arbeiter- und Soldatenräte wurde non Rr- tternngstruvpeu besetzt, auf Intervention bei "oSke aber wurde die Besatzung zurückgezogen. >n Eharlottenburg kam es am späten ckend zu einigen Schießereien von zer- -prcnaten Spartakisten. Der Zusammenbruch >es Konnuunisten-AufstaudeS ist seit gestern mllkvmmen Die RegrernngStruxpen rechnen edoch mit einem vorübergehenden Neuaufleben in den noch nicht besetzten Bororten.

ClrandrechLlich erschossen.

Berlin, 13. Mörz. (Drahtbk richt.) Nach zu­verlässige» Meldungen wurden om gestrigen Mittwoch in Berka durch die R-ck-'aung?trup- pcn insecsamt etwa fünfzig M»ir> mit den Waffen in der Hand ergriffene Spartakisten

GvarLttristen-Verhastungen.

Berlin, 13. März. (Drahtbericht.) In Frankfurt a. O. wurden einige fünfzig Spartak'sten, zum größten Teil Matrosen, bei ihrem Eintreffen festa.enommen. Sie waren im Besitz größerer Mengen gestohlener Gold- und Iuweliersgchen, sowie aus den Depots ge­rechter HeereKgegenstände. Auch in Küstr in wurden geflüchtete Spartakisten ans Berlin un- sckMdlich gemacht. Unter den in Berlin ver­hafteten Spartakisten beftnden sich im Moa­biter Gefängnis fünfundv! crziq Rus­sen, banmter zehn Futellekkuelle. In ihnen vermutet man Vertreter der Russischen Sowset- Regierung zur Organisierung" der Spariaftis- Revelution in Deutschland gesaßr zu haben.

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Wachsender Einfluß der 8. S. P.

Leipzig, 13. März. (Drahtbericht.) Das vlewerkschaftSkartell hat beschlos­sen, daß nur noch Angehörigeder un­abhängigen sozialdemokratlschen Partei Aemter bekleiden dürfen. Bei mehreren Gewerkschaften wurden bereits mehr- hritssozialistischc Angestellte von ihren Aemtern eitthoben, so im Metallarbeiter-Verband, im Bauarbeiter- und im Buchbinder-Verband. Die Entfernung der MehrheitSsozialisteu im Holz­arbeiter- und im Buchdrucker-Verband steht be­vor. Bei derLeipziger Volkszeitung" sollen nur Anhänger der 11. S. P. beschäftigt werden. Auch auf dte Konsnmgenossenschasten soll der Einssutz der U. S. P. ausgedehnt werden.

Sozlallsterung.

Debatte über das SozialisierungS-Gesetz. (Drahtbericht unseres parlam. Mitarbeiterin

Weimar. 13. März.

Ein bewegtes Bikd bot die Sitzung der Ra- lionalversammlung am Mittwoch, in der die Einzelheiten des Sozialisierungs- Gesetzes zur Debatte standen Die Fraktio­nen, inbesondere die sozialdemokratischen, haben ihre auswärts weiletlden Mitglieder telegra­phisch nach Weimar berufen, da Ueberraschnw gen befurchtet tverden und auch namentliche Äbstinrmungen zu erwarten sind. So waren die Bänke diesmal wesentlich stärker besetzt, als in den letzteit Tagen. Das gleiche Bild bot attd) die Minlsierbank. Die Sozialisierungsdebettte leitete der Berichterstatter Molkenbttr mit einem trocfeneit Bericht ein, der sehr wenig Aufmerk­samkeit findet. Die Abgeordneten sind mit dem Studium der eben erst zur Verteilung kommen­den zahlreichen Abänderungsanträge beschäf­tigt. Der Bericht sagt auch nichts wesentlich Neues. Ter volksparteiliche Abgeordnete Bög­ler, bekannt durch fein damaliges Rededuell mit Erzberger, spricht zuerst als Debatteredner. Die Deutsche Volkspartei halte ihre Bedenken auf­recht. Gegen die Beschlüsse der Kommission lege sie Verwahrung ein. Dr. Pachnicke, von der deutsch-demokratischen Partei, hebt besonders den Rahmenckarakter des Gesetzes hettwr. Erst künftige Reichsgesetze würden die Einzelheiten zu regeln haben. Der Redner lehnt bann die Bedenken des Vorredners ab. Für die deutsch- natioirale Volkspartei spricht Abgeordneter Beith, Pfarrer an der Frankfurter Paulskirche. Er hat nickt den Eindruck, daß darüber, was nun eigentlich geschehen soll, Klarheit bestehe. Der Redner spricht gnvandt und mit plastischen Gesten. Für das Zentrunt erhält dann der Abgeordnete Burlage, Reichsgerichtsrat «ras Leipzig, das Wort. Er ist ein besonders aut;r Beurteiler volkswirtschaftlicher Dinge, und feine Ausführungen., die er zu den aufgeworfenen Problemen macht, erwecken ein großes Inter­esse. Bur läge plädiert dafür, daß wenigstens einmal ein ehrlicher Versuch gemacht wird. Für die Unabl-än.ttgen spricht der ÄbgeorLnete Eohn. Es braucht gar nickt besonders betont zu werden, daß die Unabhängigen auch diese Vorlage noch lanoe nicht radikal genug findeu. Sie befrackten sie nur als ein Manöver, um die jetzt sich regenden Kräfte zu beschwichtigen. Inzwischen ist ein Antrag der Unabhängigen auf namentliche Abstimmung darüber eingegan­gen, ob die zu sozialisierenden Betriebe ent­schädigt werden sollen oder nicht. Der Medr- beitssozialist Brann liest mit knarrender Stimme seine ManuskriptNäfter ab, worauf der hessische Firmnttntnifter Becker, der für ich- Deutsche Volkspartei erneut das Wort ergreift gegen verschiedene Vorredner polemisiert. Als der Abgeordnete Traub von der deutschnatio- nalen Volkspartei ausgerufen wird, verlassen die Demokraten und Sozialdemokraten n.t Frak- tionssitzungen den Saal. Traitb lehnt das Gefetz ab. Ter Reichswirtschaftsminister Wis­sel wendet sich gegen die vorg.-brackteu Einwen- dtkngen. Es folgt noch eine kurze Debatte über einzelne Paragraphen. Heute werAen die Ab­stimmungen, darunter zwei immentlicke, vor­genommen. Dr. Kr.

Vertagung der Äonftltaanft.

Weimar, 13. März. (Drahtberickt.) Der A e l t e st e n -A u s s ch u ß der Rattonal-Ver- sammlung beschloß in seiner gestrigen Sitmng. dem Hans vorzuschlagen. nach Verabschiedung des Sozialisierungs- nnd KohletmesetzeZ am Donnerstag abend die Titzungen bis zum D i e n s t a g den 25. Mstrz zu ver­tagen. Damit wird den in Betracht kommen­den Regiernnasmitgliedern die MSglichkeit ge­geben, an der Tagung der preußischen Nationäl- versammlung teilrunehmen. Bis zum Wieder­zusammentritt wird der Not-Etat mit den Steuervorschlägen fertiggestellt sein und zur Be­ratung kommen können. Der Verfassungsaus- schuß soll während der Pause weiter taaen und w-omöalich seine Arbeiten abschließen. Tie mit der Prüfung der Verordnungen beauftragten Ausschüsse werden ihre Tättgkeit ebenfalls während der Verhandlungs-Pau«, fortsetzen.

Eröffnung der Vreutzen-Tagung.

B e r l i n, 13. März. (Trahtvericht.) ttuiet dem Eindruck der Vorgänge in München wird sich die »siröff ung der preußischen LandeSversammluug heute näch-nittag unter bett strengsten Absperrungs- Maßregeln vollziehen DaS Abgeordneten- Haus steht unter militärischer Bewachung. Ea wird niemand ins Hans gelassen, der sich nisu über seine Person auSwetlen kann. Z-fkchaner- karten werden offiziell nicht ausgrgebrn. Ten Fraktionen werden je nach der Stärke Qt- schauerkarten überwiesen, die st- an tt ,? Mit­glieder verteilen. Diese Mitglieder Lbe-ne'-mep