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Meler Nemste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
$tt »affder «euetea N-chrtchim ed*daeneMjeatätd) faxend «nb paar eben»«, »er ■bennanentepreti beträgt msnatl 1.50 Mar! bei freier Snftsüunj tn* Han» Beftettcngen werde» lebet,teil »an der Pefdiäftifiefie eb« den Boten entgegengenommen. Irudere:. »erlag unb F‘ebaftion; ee^ SttofftraSe »flO. W unverlangt etngefanbte SetttägeSann die Rebeiuon eine Setantro Ortung oder ErwShr tn keinem Ralfe iibanetmen SlLktzak-tuog de« Se*sg6geibe« oder «nlprSche wegen tzwalger n>t>i orbtningsmäd ger SU’eruag aa4getd)fn!fen
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Hesstsche Abendzeitung
3nfenten«$retfe: Die Uebengefealtete Zeile !6r einheimtfche Seschsfie A> $fg. fte cM. märtiae »njetgen *5 Pf, «etlamejeile für einheimische SeschLfre 76 Pf, für anSwLrtiae SeschLtte 1 Ml «infache Beilagen werde« mit 6 Start pro Laufend berechnet, alle« mit 20*/» »enerunaf-Zu'chlag. Bei Uetermittlmig ron Anzeige« auf ieleph. Wege wir» für durch Hör. fehler heroorgerufene Irrtümer ketnerleiHaftung übernommen. Für dle Aufnahme oonAnz eigen an beftimiaten Tagen ober Plätze« wird, Zt. feine Bewähr geleistet, «efchästtzftelle: Köln.Str. 6
Nummer 84.
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Mittwoch, 12. M3rz ISIS.
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An neuer Spartakus-Streikaufruf in Vertin.
Jer Staatssrbetter.
Don
Dr. Oku Win gen (Berlin).
Nach dem Erftrrter Programm der soziäl- demokrattschen Partei bildet den Abschluß der wirtschaftlichen Entwicklung bekanntliL der U ebergang der Produktionsmittel aus den Händen privater Eigentümer in das Eigentum des Staates, das heißt, anstelle der Hundert- tausende privater Unternehmer tritt der «in- zige Unternehmer Staat. Damit wer. den die Staatsbürger zu Staatsarbeitern; das mag rein gefühlsmäßig rin großes und zu et* ftrevendss Ideal darstsllen. erweist sich aber im Lichte der harten Wirklichkeit keineswegs als ein solches, da es sich hier um eine unheilvolle Verquickung wirtschaftlicher und politischer Interessen handelt. Niemand kann aber zwei Herren dienen f DaS Prinzip, nach dem der Privatunternehmer wirtschaftet und allein bei Gefahr des Untergänge- wirtschaften kann, ist dasjenige der Rentabilität des Unternehmens; kostet das Unternehmen auf die Tauer mehr, als es ein bringt, so wird es aufgegeben werden müssen. Dio Ergiebigkeit der wirt. schastlichen Betätigung zu steigern, ist die stärkst« Triebfeder allen wirtschaftlichen und damit kul- mrellen Fortschrittes. Die wirtschaftlichen Kämpfe (Sohne, Wettbewerb usw.) finden demnach ihre natürliche Grenze an der Lei» stungsfähigkeit des Unternehmens. Darüber hinaus vermag auf die Dauer auch der hartnäckigste Streik nichts zu erreichen, daS Unternehmen bricht zusammen, die Henne ist geschlachtet. Politische Motive, die von wirt- schastftchen Fordern« ae« unabtzäne-> sind, kön- - -E-ltz0r8EkWEs im Wirtschctftsiämps W Verwendung finden. ES wäre — imuier normale Zeiten vorausgesetzt! — sinnlos, wenn Arbeiter streiken wallten, weil ihr Arbeitgeber koirservatw wählt, nicht für Trennung von Staat und Kirche ein trift, oder w eil ihnen die Pressefreiheit usw. nach nicht weit genug geht. Das wäre im Rahmen des vorherrschenden privatwrrtschastlichen Wirtschafts- Spftems ein völlig zweckloses und naives Vor- gehen.
Ganz anders W aber nun das Bild, wenn wir den Staat zum alleinigen oder auch nur vorwi«,eichen Arbeitgeber machen. Hier sind eben innerhalb der gleichen Organisation beide Machtsphären — die wirtschaftliche und politische — vereinte, - müssen sich notwendigerweise kreuzen und bekämpfen, denn nun bat der Staatsbürger zur Durchführung bestimmter rein wirtschaftlicher Korderungen sein» Wahlstimme, sein« Eigen- sthast als poKtisches Indivkduum als Druckmittel zur Verfügung; er fft frrivissermaße« Richter m eigener Sache. Umgekehrt kann er euch politische Forderungen dtirch wirtschast- lich? Kampfe unterstützet, tm-n in beiden Fallen hängt der Staat vrn ihm ab, er tpäat das Gemeinwesen wirtschaftlich und politisch! Da aber Selbstreaierung des Dolles praktisch nichts anderes bedeutet und bedeuten kann alS die Vorherrschaft bestimmter Parteien, so werden Wirtscha stskämpfe zu Parteikämpfen! Wer meine wirtschaftlichen Ansprüche nicht u;t'ler= stützt, erhält auch meine Wahlstimme nicht! Ti« Wirtschaftspolitik würde damit nicht nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden — auch der Ausbau der Sozialpolitik ist doch nur im Rahmen des ökonomisch Erreichbaren möglich' —, sondern nach politischen und Kvar einseilig pa r t e ip o lit i sch e n. Es würde also der Fall cintreten, — und nach dem. was wir beute erleben, sicherlich nicht selten! — wo der Staat als vernünftig wirtschaftendes Subjekt wirtschaftliche Forderungen als unerfüllbar zu- rückw eisen würde, sie aber aus politischen Gründen bewilligen müßte, wobei unmögliche Lohnforderungen zum Beispiel nicht ans dem betreffenden Wirtschaftszweig herausgewirt- schaffet werden, sondern aus anderen Etats ee- deckt werden müßten, die unproduktivste Wirtschaftsweise, die man sich wohl denken kann.
Dem gesamten Wirtschaftsleben würde durch eine solche Bereinigung wirtschaftlicher und politischer Machtsvhären im Staate jede rUhiae, nach eigenen Gesetzen fortschreitende Entwicke. HungSmöalichkeit genommen werden. Im Kampfe um di« politische Macht würden die Parteiei: sich den Rang in der TuffiaSrftmg des wirtschaftlichen Eigennutzes ihrer Anhänger abzulaufen suchen, ein« Aendenmg der Negierung müßte eine Aend ertrug der Wirtschaftsweise bedeuten. Das wäre das Chaos in Permanenz, und die Taffachen würden kehr bald eindrucksvoll genug zeigen, daß man ovtfc mit allem edlen Idealisntns Feuer und Wasser nicht mengen und von den Meufchen nicht verlangen kann, einmal eigennützig und ein andereSmal selbstlos zu sein! Wir haben !;eute auf so manches Stempel die Probe machen öttncn rind bi« praktischen Wirlmtgen davon verspürt. wenn allzu wb-ufern« Träumef und
harten Wirklichster! erbauen wollen: dies« Er. perimente drohen uns di« wirtschaftliche und politische Existenz zu kosten. ES erscheint demnach aller Anlaß zur Selbstbesinnung und Zurückweisung aller ms Uferlose schweifenden Pläne und Ders'.nbe gegeben; zu Aznen gehört aber in weitaus erster Reihe, wenn man daran gehen wollte anstatt in einigen Fällen, m denen es angängig ist, mm alle privativirt- schaftliche Wirtschaftsweise durch die staatswärt- schastttche ersetzen zu wollen!
rke finge in SerlistSft. Planmäßiger Massenmord.
(Drahrberrcht.)
Berlin, 11. März.
Der Massenmord in Lichtenberg geht ht einem gewissen Sinne planmäßig vor stch. Bon militärischer Seite wird mitge- teitt. daß in Lichtenberg die Spartakisten Flugblätter verteilt haben, ht denen auS- drückllch zum Mord aufgefordert wird. UeberdieS ist an die Spartakisten von ihren Führern die Weisung ergangen, keine Gefangenen zu machen, sondern jeden gefangenen Soldaten sofort zu erschießen. Die Stadt ist für die Bevölkenmg die reine Hölle geworden. Bewafsnets- Spartakisten beherrschen Lichtenberg mit einer grausamen Willkür, die vor nichts zurückschre-kt. Fed« besser gekleidet« Bürg« muß gewärtig fein, auf offener Straße von einem Spartakisten festgr- nommeu und auf einen Richtplatz geführt, um erschossen zu werden, »ernt er stch nicht durch ein Lösegeld loskaufen will oder kann.
Der Ka«pf um Lichtenberg.
Berlin, 11. Lllärz. (Trahtbericht.) Die Re- gierungStrurwen haben im Laufe des gestrigen Äwntays berertS Teile Lichtenbergs besetzt. ES gelang einigen Bataillonen, vor- zudrmä.m und gegen die Siegfriedstraße in Lichtenberg vorzugehen. Die Spartakisten waren, als sie die Regie nrngStritppen in ihrem Bereich auftauchm sahen, so überrascht, daß sie znm Teil die Gewehre fortwarfen und sich ab- fsihren ließen. Ein Teil der Bande flüchtete m die Irrenanstalt Herzberge und suchte sich dort zu verteidigen Rach kurzem Kampf wurden bi« Ausrührer zrrm Teil üb«- wälrigt, zum Teil flüchteten sie vor die Stadt auf das frei« Feld. Am Laufe der Rächt zum heut Wen Dienstag wurden nM weitere starke Truppen vorgefchoben, welche vir Aufgabe hoben, die vertriebenen Banden obzusLneiden. — Gestern sind weit«« zehntausend Mann RegierungStrupve« mit Artillerie tn Berlin rin getroffen, nm sich au dem heutigen Hauptkampf der RegierungHtrAppen gegen Sichtenberg zu beteiligen.
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Besetzung Lichtenbergs begonnen.
Berlin, 11. März. (Drähtbericht). Heut« früh hat die Besetzung Lichtenbergs durch die RegierimgStruPPen nach schwerem Kainpf begonnen. Die Spartakisten leisteten stellenweise verzweifelten Widerstanv. An dem Besitz von sechs festgenommenen Spar- taLsten sind große Werte an Gold und Auweliersachen vorgefunden worden, die aus Plünderungen der letzten Nächte stammen. Artilleriefeuer liegt seit heute früh auf den Hauptgebäuden Lichtenbergs. — An Köpenik sind ienige ht ndert plündernde Spartaffstcn imb Matrosen gestern nachmittag eingetroffen, die die Leben^mittelvepots besetzten und a u s - raubten. Auck ein groß« Teil der Lebeus- mitteldepotS im Norden und Osten Berlins fit geplündert. Di« Versorgung der Stadt ist ernstlich bedroht. Buch in dieser Wock» gibt es kein Fleisch, keine Nährmittel und ferne Fettration. Das Elend in den Familien dcS Mittelstandes und der Arbeit» ist so groß, wie eS niemals während des ganzen lausen Krieges gewesen ist. Die Bäcker erklären, daß sie nur noch für fünf Tage Mehl zum Backen haben.
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Oberkommando General v. Lüttwitz.
Berlin, 11. März. lTrahtbevicht.) Der Oberbefehlshaber Roske hat den Befehl dcS Oderkommandos üb« die Truppen in Großberlin, soweit ihre techmfchr Berwru- duna in Frage kommt, dem General der Infanterie von Lüttwitz über- trogen. Damir ist ein de facto bestehender! Zustand auch formell geregelt «ordern — Im Laufe deS »estrigen Tnges find insgesamt 4S Personen mit den Waffen in der Hand kämpfend anqctroffrn worden. Sie wurden auf Grund des Standrechtes erschossen.
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Weiteres Wachsen der Totenzahl.
Berlin, 11. März. (Drahtberick,t.) Die Zahl d e r To desopfer w ä ck- st ständig, eie läßt Nch durch die voraän« in LtchleriLeco
noch nicht endgültig feststellen. Am Derkkner SrirbensisfLuhLUse smd weitere fünfunbdreißlg Leichen eingebvacht worden, sodaß allein vier über zweihundert Tote liegen. Diel! Opfer fordert auch die Verhängung des Standrechtes und dir Stellung der Angehörigen der Volksmarinedivision unter daS Kriegsrscht.
Fast drei MiLionen LshuansfaA.
Berlin. 11 März. (Drahtbericht.) Von den Berliner GrotznÄmstriellsn wird der Lohn- ausfall für di« Arbefterfchaft anläßlich des achttägigen GeneralstrerkS aus 2-)l Millionen Mark beziffert ES haben Derhomd- kungen der Industriellen begonnen, die ein ge- mcmsameS Vorgehen betreffen, Lohnzahlungen kür die Strefttage unter feinen Umständen zu machen, selbst auf die Gefahr hffr, daß die Betriebe dauernd geschloffen werden müßten.
Ausruf z« neuem Streik.
Berlin, 11 März. (Drahibericht.) Die Unabhängigen verbreiten trotz des Fehlschla- genS deS letzten Aufstandes in Berlin und unbeachtet der Empörung der ganzen Bevölkerung über die spartakistifchen Verbrechen, seit gestern neue Flugblätter in Großberlin die zu einem neuen Generalstreik für den 36. Mürz, dem Tage des Zusammentritts des Rätekongreffes, auffordern. Man rechnet mit neuen Unruhen, erwartet jedoch, daß auf Grmw des Standrechts der Oberbefehlshaber Noske Bersammlungen nicht zulätzt.
Sraurndslle Simelheitm.
Der Mord ht Lichtenberg.
(Dvahtbe richt.)
Sttlin, 11. März.
Hebet den Sturm auf das Postamt ht Lichtenberg wird noch berichtet: Nach längerem Kampf mit Mimnrwerfern und Maschinengewehren schiüten die Spartakisten Parlamentäre zum Postamt vor, die zur Uebergabe auf- forderten. Tie Reaterungstruppen hißten die weiße Fahne und stellten das Steuer ein. An demselben Augenblick drangen die Svartztffsten in das Postamt, überwMigten die Besatzung mtd überführten fie in de« Hof ein« ht der Nähe gelegenen Schule. Die regierungstreuen Soldaten wurden nach Berichten von Augen- zeugen erschossen. Ein gefangen« Soldat wurde von etwa 30 Menschen, darunter vielen Frauen, durch unzählige Stiche mit Taschenmessern schwer verwundet. Die Kopfhaut hing ihm in großen Fetzen vom Kopfe. Ein Weib stieß ihm ein Messer in den Hals. Eine Anzahl Weib« zertraten ihn. An der Franffurfer Allee wurde ein gefangener Soldat nackt auSgezogen. auf die Straße gestellt und fo lange mit Handgranaten beworfen, bis der Leichnam zerfetzt war. An Lichtenberg wird na» bestimmten Beichten jeder besser gekleidete Menfch überfallen, bis auf das Hemd MtSge- raubt und totgefchlagen. ES liegen b«etts eine Reihe solch« Fälle vor. in denen fltft wiederum zahlreiche Weiber beteiligten. Am Laufe des Sonntags wurde von Spartakisten über den Friedrichshain eine Bombe abgeworfen die eine Frau tötete und 13 Leute verletzte.
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Eine Versammlung der Truppe».
Berlin. H. März. (Drahtbericht.) DaS .Berlin« Tageblatt" teilt mit: Am Montag abend fand im H erreich ans eine Versammlung sämtlicher Truppenteile und waffentragender Regimenter im Beifein ihrer Kommandeure statt, hie sich mit der Frage der Zusammenarbeit der Freikorps mit den Berliner Regimentern befaßte. Der Vorsitzende des milftärffchen Ausschusses des BollzuaSratcs sagte daraufhin, daß nach dem Beschlug dLr Vollversammlung der Arbeiler. und Soldaten rate GroßberlinS sämtliche Parteien überein gekommen wären, Putschversuche zu «uterdrücken. D« Korp?- soldafenrat beantragte, sämtliche wafsenwagen- bett Formationen zur Unterdrückung der Unruhen heranzuziehen und für Gleichstellung in Lohn und Bekleidung mit den Frcffvilligen- korpS daS Nötige « veranlassen.
Belagerungszustand in Westpreußen.
Graud-NL, 11 März. (Drahtbericht.) Ucber die Strrife Straßburg. Eulm und U l m wurde wegen des Dsrdr'.ngrn ■* der Spar, rakifien der Rclaaersngörustantz vei-üngl.
ßrMnmgsDebatte.
Anterpellafionen üb« die ErnährungSfmg» (Drahtbericht unseres Dollarn. BertreierS.)
Weimar, 11 Mny.
Di- Beratungen der srattonalveofammlung vom Montag in Sachen der Ernährungs- läge der Deuffchen Volkes war int Grunde nichts anderes als ein von den berufenen Vertretern deS deutschen Volkes ausgestv^ener Notschrei an die gesamte gesittete 2Mt Kein Wmtder. daß unter den obwaltenden un- gemein trostlosen Zuständen bte ErnShrungS - dcbattck in der Rationalversgmmlung unter ernstester bedrückter Sttmmung stattfand. Es fällt aut daß bei der Debatte die MinksterSani anfangs vollständig verwaist bleibt. Dis Ursache rst darin zu suchen, daß unter dem Vorsitz ScheidomannS eine Ministerratssitzung stattftn- det, welche sich mit den scheußlichen Vorgängen tn Berlin, insbesondere mit der E r m o r v « n q von etwa 150 Poftzeibeamten und Regferruvx?- sokdaten befaßte. SpiMet erschienen dann Schft' bemann, David und Bell. Bemerkenswert waz die Anwesenheit von Exzellenz von Brautt, des deuffchen UntechändlerS bei den Lebensmitz telverhandlungen ht Spaa. Die allgemrins Müdigkeit, di« schon seit längerem Über der Ra. tionalLeisamnllung liegt, nwcht sich auch jetzt wieder in betn schwachen Besuch durch die Ab geordneten geltend, während die Tribünen ade- immer nach gut besucht sind.
Der Demokrat Dr. Petersen begründe die Interpellation d« Demokraten. Er ist eine mit de« Verhältnissen d«S deMchen Wirtschaftslebens aufs beste vertraute Persönlichkeit der ein maßgebendes Urteil über unsere Lage zusieht. Er spricht mit eindringlichem Ernst unter Voranfiellung der Forderung, daß tun rücksichtslose nackte Wahrheit dem Volke den Ernst der Lage vor Augen führe« kann. Besonderen Eindruck macht das Wort daß vor laut« Sozialisier«ngs< Wut dar Volk hungere. Der deutsch, national« Wgeordnete Dr. Semmler -üb« namenS der Rechtsparteien die Begründung der Interpellation der Rechten z«m gleichen Gegenstand. Er erärwrt die ganze Frage, danpffäckLich vom wissenschaftlichen Stand-Punkt aus und richtete eindringliche Mahnungen -an die Resieruna. Der ReichSernährungsminkst« Robert Schmidt gibt eine genaue Darleouag unser« SrnähruttgSlage, die ein trübes Bild gewählt. Ohne Hilfe von Außen werden wir in schwere Hungersnot kommen; ab« — und diese Feststellung ruft allgemeine Zustimmung im ganzen Hause her vor — das deiftsche Volk wird nicht alS Bettler vor der Tür der Entente erscheinen, sondern eS wird nur seinen Anspruch auf das Recht geltend «rachen.
Der Bericht, den hierauf Exzellenz von Braun über die tn Span geführten Verhandlungen mit der Entente erstattet, ließ gar keinen Zweifel darüb«, daß unsere Gegner auch jetzt noch die grausamsten Nöte unser m Volke zumuten. Di« Lage ist sehr ernst, wenn auch nicht hoffnungslos. Herr von Braun lennzeich' net die Lage dahin, daß die Welt sich ihrer Der, pffichitmg, Deuffchland jtt helfen, nicht dauernd entziehen kann. — Don sehr großem Interesse war der vom Abgeordneten Schiele erstattet« Bericht des Ausschusses für Pollswirtschaft. Es wird da f-stgrstellt, daß in Groß-Berlin zur Zrit 300000 Erwerbslose Unterstützung beziehen, während auf dem Lande ein ungeheurer Mangel an Arbeitskräften herrscht, Der Gefamtbedarf an Arbeitskräften auf dem Lande beträgt etwa eine MillionAr» beiter. — Der Redner des Zentrums, der vrakttsckze Landwirt Blum, hält in der Debatte eine ganz ausgezeichnete, von der Rafionalver- lammümg mA gespanntem Interesse entgegen, genommene Rede. Dtuim rst ein rheinischer Tvpus, der sich in Sprache und Geste und namentlich ht ursprünglichem Mutterwitz nicht verleugnet. Den Streik der Landwirffchaft lehnt er entschieden ab. Die Bauern produzieren nicht nur mit den Hänoen, sondern auch mit dem Herzen, und sie hÄren ein tiefes Mitgefühl für die Not des Dolles. Stürmisck?er Beifall folgt diesen Worien. Fröhlich lacht das HauS auf. als Bbum fordert, daß einige Kilo- Meter Verordnungen in Stickstoff Vettvandelt werden «rächten. Sparraftsion tnöchte er keine auf dem Lande haben, benn die Dreschflegel brauchten sie dort für bass Korn! e
Dann erhält der uttabbängige Abgeordnete Wurm, der trübere Ernährunasmiitistor Vas Wort, der sofort t<f>arf ht? Zeug gebt. Er schivrist imrnter mehr vom BeramngS-u-gensiand ab und es entwickelt sich vaSroibe Scheorsviel, wir wir es schon oft in de« Sitzung er'-bi habrit. Es wird klUfeßlKb von aflcit geredet, blos nicht vmi bent. wuS ift
So kournn man in eine rigeirrchle Streikdebatte. Di« Au^dlnunacu S«s*ita