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Kasseler Neueste Nachrichten

Hesstsche Abendzeitung

Kaffeler Abendzeitung

S. Jahrgang.

Dienstag, 11. MSrz 1919

Nummer 83

Fernsprecher 951 und 952. .

Fernsprecher 951 und 951

Blutigei' Tenor im Berliner Osten!

Ststzdrecht in Berlin

Sm die Lichtenberger Dost.

war eine Be.

£jn'ertton6pretf«: Die flebeagifpoltet« Seit« sür «t»h<tmtsch« ®t1d>4!U «0 16* ex*,

roärtte« «njetgm 35 Pf. Reklame,etl« für etntzetxttfche ®tfd)4ft« 7» W, ftr ax*t»ärtt*« Sefchäfte 1 Mk Einfache Beilagen werden mit s Mark pro tauftxb berechnet, all«» mit :>«#, renernn"«.Zuschlag, «ei Uedermilt'.ung rox »n,eigen ans leleptz. »ege wirb für durch Hör fehler heroorgerufene Irrtümer keinerletHaftmg übernommen. Ktr di« Lnfnahm« »on«n,ee,ex an bestimmten ragen ober 514»«« wirb * Zl. keine «ewühr geleifted »«fchüftsftell«: «ötiuStr. 5

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Kauptung -er Besatzung ans die Dauer un-mög. IM?. Die Besatzung hißte infolgedessen die weiße Fahne als Zeichen -er Uebergahe. Die Spartakisten -rangen daraufhin in das Post- RtSrnfbe ent, entwaffneten die Besatzunq und erschossen sie. Bon der Besatzung -er Lichten, beraer Post haben fich nur -re Sokdaien. -ic bereits an die Wand gestellt waren und erschos­sen werden sollten, noch im letzten Augenblick dadurch gerettet, daß sie erklärten zu -en Spar- taKsten übergehen zu wollen.

bracht und dort erschaffen worden sind. Nähere Einzelheiten über diese letzten Massennr erde sind bisher noch nicht bekannt. Nach den Be­richten mehrerer Augenzeugen haben die Spar- takisten am Sonntag Nachmittag in Lichtenberg mehr als zehn Personen, darunter eine Frau, auf offener Straße erschossen. In der Wrangelstratze überfielen Zivilisten ei» mit dem Kreuz ansgrstatteteS Kraickenautonro. bil, rissen die Verwundeten vor de» ^ngen des ertsetztet Publikum? auf die Straße und tüteten S mtltche. Zwct Regierungssoldaten, die alS Patrouille zwischen Rinahabnhof. Frmckfurter Allee vorgedrungen waren, wurden von fünfzehn bewaffneten Per­sonen mit Kolben solange bearbeitet, bis sie kein Lebenszeichen mehr van sich gaben. Ein im Nebenhause wohnender Mann versuchte für die Ungwcklichen ein gutes Wort einzulegen. Er wurde deshalb einfach erschossen.

Wettere Mordtaten der Spartakisten.

Berlin, 10. März. sDrahtSerichtt Regie- rungSret Dove, der Dezernent für das Doli- zehvesen im Ministerium des Innern, bestätige, daß auch die überlebende Besatzung des Lichten­berger DostgebäudeS, bestehend aus über fünf-

Beschla-nahmte Spartak««-Blatter.

Berlin, 10. Märt. sDrahtberichtV Auf An- or-mlng des RrichswehrmintsterS haben Sonn» tag na-chmitatg Regierungstruppen die Blätter »Die Freiheit" uttd ,Dre Republik" besetzt, um den Drirck dieser Blätter zu verhrndetn. An der Großen Frankfurter Straße Wen mn Sonntag Regierunastruppen drei Plünderer ab, als sie einen Koufektionsla-en rmsrauben wollten. Gemäß der Vero-rlnung des Reichs- wehrministers Noske wurden die Pltrndeeer so­fort standrechtlich erschossen.

Sie Lebktirmrttelversorsvng

Ter Verband unnachgiebig.

tDrahtbericht.1

BeraMng i« -a«pt-Au<sch«tz.

Weimar, 10. März. sDrahthericht.) v Der HauptauSschuß der Nationalversammlung ver­bandelte den ganzen Sonntag über bis in die Polen Abcndsttinden über daS ihm am «Sonn­abend überwiesene Sozialisierungsgrsetz. lieber Paragraph 1 entstand eine längere grnndsStz. litbe Aussprache über da» SozialiiterunaSaet«

Lichtenberg Po« Truppen umstellt.

Berlin, 10. März. (Drahtberichr). Den Regifkinrgs truppen ist eS am Sonntag abend im Schutze der Dunkelheit gegen acht Uhr ge­lungen. da? ganze Stadtviertel mit dem Lichtenberger Polizeipräsidium zu umstellen. Die Mannschaft ist fest entschlossen, nicht eher zu ruhen, als bis sie das Gebäude tu der Albrecht« sivaße gestürmt, die Mörder gefaßt und die ranze Gegen- von den spattaKMschen Mord bil­den geläubert hat. Der Ring nm das Poti- zerpräsidium wird von Sttmde zu Stunde enger, ttotzdem wird befürchtet, daß es -en Kommunisten wiedenmt wird möglich sein, bei Erstürmung des Gebäudes zu entschlüpfen.

gesetzgeberische Tätigkeit, die natür» «ich -em Parlament bezw. -er Regie- runa Vorbehalten bleibt. «Sv, aber auch nur s o, konnte das Räteshftem eine erklärliche blei­bende Bedeutung erlangen. «Soll aber unter ^Verankerung" verstanden werden, daß die A- Räte in sich ein anerkanntes Parlament bil­den, dann ist eS unsere Pflicht, auf die Ge- sahren hinzuweisen, die sich aus einem solchen Rebenrarltunent, aus einer solchen Rebenrogie- runy ergeben. Wir bäten dann zwei Re­gierungen. die nie und nimmer an ebnem Strang ziehen könnten, weil nur eine regie­ren kann. Me sich Ebert-Schei-emamr dazu stellen, ist noch nicht ersichtlich. Das hindert aber nicht, jetzt schon Befürchtungen aus­zusprechen, die leicht begreiflich sind. Roch immer, wenn dem Radikalismus Zugeständnisse gemacht wurden, kam vorübergehend rine Art Ausgleich zustande. Aber: Id aase, Leoe- bour und Genossen sind cntf die Dauer damit nicht zufrieden; so sagte D ä u m i g M. S. P.) bei bett AuAgleichAverhandlungen: .Wir halten er fiir fing, diesen «Streik abzubrechen, um ihn zu gegebener Zeit für ganz Deutschland von neuem zu beginnen!" Und so sehen wir, daß die Regierung sich auf eine schiefe Ebene begab, auf der es kee» Halten mehr geben kann. Der Ausbau des MtesvstemS. wie wir Bm ver­standen wissen möchten, genügt dem Radikalis­mus nicht. Der Streikschluß ist eine momen­tane Verkleisterung. Das Endziel ÜR er noch nicht« Doch näher als diese Sorgen liegen die Mor-bübereien eines entfesselten MvbS, die trotz des beendeten Stteiks ihre Opfer fordern; in dem Nachstehenden sind diese Vorgänge, die jeder Beschreibung spotten, ge- schiHdert P. B S.

Berlin. 10. März. (Drahkbericht.f Die Lich­tenberger Post wutzde von den Spattakisten mit schwerer Artillerie belegt und gleichzeitig an­dauernd mit Makchinegewehrfeuer beschossen. Gegen die mehr als tmrfenb Mann starke, die Post umschließende Mteilung. war eine Be- bauptung -er Besatzung auf die Dauer un-mög.

Sie Abschlagszahlung.

Streik Schluß. Sozialisierung. Endziel.

Der Berliner Generalstreik ist zusammenye- brochen. »Zufammengeürochen" ist vielleicht nicht das die Situation richttg kennzeichnende Wo«; sagen wir lieber: .Der Generalstreik ist infolge von AusgteichKverhandlungen vorläufig schlafen gegangen": daun sind darin alle Werte enthalten, die die Entwicklung der letzten Tage charakterisieren und einen Ausblick in die Zu­kunft geben, soweit dies eben möglich ist. Vor einigen Tagen schon wurde hier dargelegt, wie aus der volitischen Revolution eine rein wirtschaftliche Lohnfrage und zwar eine Schraube ohne Ende gemacht wurde Darin läßt sich eine gewisse fchwäch-- lache Haltung der Regierung Ebert-Scheidemann nicht verrennen; ihr fehlte die Kraft, die po­litische Bewegung als solche zu konsolidieren und sie mit Umsicht und weitausschauender Klarheit in die Bahnen zu lenken, aus der sich den Umständen entsprechend schnell der "SeatuS der Ruhe und Ordnung hätte ergeben müssen. D i ese Schw äche über wurde vom Radikalismus und dem in seinem Fahr­wasser schwimmenden Räteshstem klar er­kannt, propagandistisch und auch organisatorisch geschickt ausgebeutet, indem er die wirtschaftliche Seite sie hätte wie gesagt gar nicht in dem Riesenmaße zur Geltung kommen dürfen wieder mit einer rein politischen ver­strickte. Der Generalstreik politischer Struktur wurde entfacht und mit seinem grellen Aufflammen, feinen Schüssen, seinen Toten wurden Ebert-Schesdemann in die Enge getrieben. Sie. die dem Fortbestrnd der RÄe erst ein entschiedenesNein" entgegensetzten, nrußton nun fich selbst bei einem ertrotztenJa" entdecken. Und wenn dann das amtliche Nach­richten-Bureau von einemRegierungs- erfolg" r.*det, so ist das ewren*Iid» nicht richtig! Denn man kann in WlrAichkeit doch mir von einem Waffenerfolg" über die terro­ristischen Elemente sprechen; in der Sache an sich aber? DaS erzwrmgeneJa" ist doch cm Mißerfolg der Regierung, und ein Erfolg deS Radikalismus.

aufgenommen. Der Abgeordnete Wallbaum von der -eutschnationalen Volk spart ei erklärt :m Namen ferner Parteifreunde, - sie die Sozialisierung nicht grundsätzlich ablehnen, mir in -en vorliegenden Ent­würfen kann die Partei keine Garantie erblik- ken für eine Sicherung unseres wirtschaftlichen Lcbens. Darauf erhebt sich Reichsminister Giesberts und wendet sich in feinen dlusfüh- rungen heftig gegen die Rechtsparteien, denen er vor wirft, daß alle ihre Einwendungen gegen die Vorlage nur dem Zweck dienen, die beiden Entwürfe zu diskreditieren und sie dadurch zu ftzall zu bringen. Dann kommt der Abgeord­nete Koenen von den unabhängigen Sozial­demokraten zum Wort. Er bringt die Iln-zu- friedenhttt seiner Partei mit den Vorlagen, die in keiner Weise wett genug gehen, zum Aus­druck. Er spricht dann noch über die StteNs und die Ausschreitungen in Halle, die nach sei­nen Ausführungen nur durch die heranaezoge- ren Truppen veranlaßt worden find. Reichs- mirtschaftsmÄrister Wissel widerlegt die Be­hauptungen des Abgeordneten Koenen und po- lenrrsiert dann gegen den Abaeordneten Hugerr- berg. Wit die deutsche Volkspartei spricht dann noch der Abgeordnete Dr. «Strefcmann. Er weist die ItnrenirtbiTiiät des staatlichen Betrie­bes int Wirtschaftsleben nach und beruft sich auf die jetzigen ZustiÄide in Rußland, die nur durch das Rätesvstem hervorgerufen seien. AIS letzter Redner zu der ersten Leftrng der vor- liegenden Gesetzentwürfe kommt der Abgeord- nete Erkelenz von der Detttschen demokratischen Partei zum Wort. Er erfrört das Einver­ständnis seiner Partei mit einer Teile ozialisierung. Ter Vorlaae ohne jedr Einschränkung könnten feine Parteifreunde nicht zustimmen. Die Gesetzeittwürfc werden dann an den ReichshaushaltsanSfchuß über- wiesen. Die Sitzuna schloß um 8 Uhr. Die heuttge Sitzung beginnt nachmittags 2 Uhr.

Als die Regierung, der Rot gehorchend, -er Meute der stiuksradilalen die beiden Svffaki- sierungszefetz>- als Abschlagszaftlintg über­reichte, blieb sie die eckäutern-e Erklärung auf diese letzte siiraae schuldig. Wir sind der An­sicht, daß sie tatsächlich aus irrem Räte-Auflat» nur dann Gutes erzielen können wird, wenn dem Zentralrat die Funktion wirtschaftlich- sozialer Beratung zufällt. Die Erfahrung-«. die er in fernen Un- ttrabteflirugen sammelt, sollen in ihm ihren Niederschlag finden sollen sich in ihm derart .ruswirten. daß er aus ihnen Gesetzesvor­schläge krbstaLisiert Seine Stellung könnte also nach unserer Auffassung nur rein bera­tender Ra «ur fern für di« eigentliches

. Also: Der Generalstreik kiegt m den letzten Zügen; er brachte den Unabhärrgigen em PluS-Konto, das mit .schleuniger Sozialisierung" und .Verankerung des Rätesystems kn der Verfassung" über­schrieben wird Die A -Räte werden grundfätz- sich als wirtschaftliche ftzntereffen-Vertretung ttirerfaimt. slhre erste Stufe sind die Be- trieb S r äte. Sie bergen ungeheure Schwie- »igkeiten in sich und ihre Befugnisse müssen genau abgegrenzt werden. Es darf nicht dahin kommen, daß der Unternehmer und die geisti­gen Letter des Unternohmens einfach ausge­schaltet werden, daß die Betriebsräte irrtb diese Gefahr liegt nahe ganz ein feitle die Anteressen der Arbeiterschaft wahrnehmen. Das würde unbe-inM zu einer Klassenherrschaft Uhren, die nun ein­mal mit der Demokratie, deren sittlich« Grund- laae da? Wohl des ganzen Volkes ist, un- berernbar ist. Aus den Delegierten dieser Be­triebsräte soll fich dann der Bezirksrat und Mts dem wieder der Zentralrat ergeben. Hier sind die Schhoierigkeiten geringer. Die Re- gierunaserklärunq sprichst von .Bezirksräten oder Arbeitskammern", wo alle selbst Arbetten- den, auch die Arbeitgeber, die freien Berufe ufw vertreten sind. Diese müssen feßrftöer» stündlich vertreten sein, da es sich ja darum ban­delt. sie alle Mitwirken zu lassen bei den So» ziÄisierunFsmaßnahm-en, bei sozial- und wirt­schaftspolitischen Gesetzen. 53 geht nickst an. bei dem, was kommen soll und wozu die Re­gierung sich noch zu äußern haben wird, es gebt nicht an. sagen wir, daß den bisherigen Besitzern imd Unternehmern vorhandener Groß­betriebe der Stuhl vor die Tür gesetzt wird. ?tzhre Energien find nicht zu entbehren. Die nrr? Zeit darf nicht nrit dem Unrecht einyeffätt» trt werden, daß an Atter Schwelle eine neue Klasse Entrechteter sitzt. Vor allem Wird eS darauf ankoenmen. welche Befugnisse man dem Zentralrat zu übertragen aedeickt. Wie ist die .Verankerung" in der Verfassun« gedacht?

Bern, 10. Mürz

I« der Frage Der Lebensmittelver- orgung Deutschlands beschloß die Pa­riser Immission, ihre Haltung nicht zu ändern mid verlangte nachdrücklich, daß in dieser Angelegenheit keine Vereinbarungen ge- troffen werden, durch die ein Wechsel Verhältnis zwischen dem von Deutschland git liefernden Schiffsraum und der vom Verband zu liefern­den ..Lebensmittelmenge geschaffen werden würde Teuffchland müsse seine gesamte Han­delsflotte auslieferu und werde genau wi« daS übrige Europa versorgt werden, während der Verband hinsichtlich der zu liefernden Menge an Rahruugsmittelu keinerleiVerpflich. tnng übernehmen könne. Wenn Deutsch, land nicht seine gegenwärtige Haltrmg ändere, o werde es nicht eine einzige Tonne Lebens­mittel erhalten. Rach einer Meldung auS dem Haag kam eS noch am Sonnabend abend in Span zu einer Vereinbarung über die Lie- erung von Lebensmttteln an Deutschland.

zig Beamten der Polizei, darunter auch ein«ne Botschaftsvorstand erhielt Informationen der Polizeioffiziere, von den Sp-^tattssen nach dem! Regierung -wer rnv Aushebung der Blockade DmnidnS-Dev-tt in Watsch Qr*»für Anfang oder Ltttt« des Avril. (?)

-le Sozialisierung.

Scheidemann gegen Hugenberg.

(Drahtbericht unseres parlam. Vertreters.^ Weimar, 10. Mär^

Die Sonnabend-Sitzung der Ratio« naltifrfammlung nahm einen ziemlich erreg. teuVerlauf. Auf der Tagesordnung stand; Fortsetzung der Beratung des Sozialisierungs- Gesetzes und des Gesetzes über die Regelmvg der Kochlenwirtschaft. Präsident Fehrenbach er« trät dem Abgeordneten Henke von den Unah. hängigen das Wort. Dieser bemängelt das Fehlen einer schriftlichen Begründung der bet- den Gesetze. Die Begründung durch den Reichsminister Wissel erklärt er für gänzlich ungenügend. ES sei auch mitderSoziali. fier uns zu lange gewartet worden. Rur durch vaS Drängen der Massen draußen fei Die Regierung jetzt veranlaßt worden, die beiden Entwürfe heraus,zuSringen. Während ixr Rede kommt es wiederholt zu sehr erreg, trn Szenen im Hause. Danach spricht Abge­ordneter Hugenberg von der deutschnaiion alen. Volkspartei. Seine Partei» sagt er, wird ent­sprechend ihrem Programm mit jeder Artj von Sozialisierung einverstan-en, sein, für die gewichtige Grün-e de» Gemeinwohls sprechen. Die -ei-en Ent» würfe zeigen aber eine entsetzliche Oberfläch­lichkeit. Er bezeichnet die Vorlage als Ge» legenheitsgefetzmacherei schlimmster Art. Zum Schluß stellt er im Namen feiner Partei den Antrag, die bei'den Entwürfe einem Ausschuß zu überweisen

Der Präsident deS Reichsminssteriums Scheu bemann poTentinert heftig gegen -en Vorreoner, -er Schauergeschichten erzählt habe, und dessen Partei an dem Elend -es detttschen Volkes schuld fei. Er schließt mit den Worten: Was die Sehnfucht von Millionen in allen Ländern -er Welt gewesen ist, fett es eine Ar­beiterbewegung gibt, das soll hier zum ersten Male zur Tat werden, darin soll die deutsche Republik ein Vorbild der ganzen Welt fein, daß sie eine solche Tat entschlossen trrtb ohne Zaudern auSsührr. spür die Mehr» hettSfozialisten spricht dann der Abgeordnete Molkenbnr zur Beratung. Er erhofft von einet Sozialisierung in der jetzt vorgeschlagenen Form, daß sie uns auS dem wirffchaftkichen Ehaos heraus-ringe. Seine strakttonsgen offen spendeten ihm lebhaften Beifall. Der Zen- immSabgeordnete Imbusch tritt im Namen sei­ner Partei für ine Vorlage ein. Hierauf wird die Verhandlung bis %4 Uhr nachmittags ausgesetzt.

Um 3.45 Uhr wird die Beratung wieder

Wenn- m»r »sahr ist?

Rotterdam. 10 März. (Drahtbericht.) Die Londoner Blätter melden: Ter Londoner

Eine Anordnung NvSkeS.

lDrahchericht.l

Berlin, 10. März.

Der Oberbefehlshaber in den Marken, Reichsmehrminister RoSke erließ gestern af enb folgende Anordnung: DaS Standrecht ist über Berlin verhängt. Jede Person, die mit den Waffen in der Hand an getroffen wird, ist sofort an Ort und Stelle zu erschießen. Der furchtbare Anlaß zu der VerhSnguno des Standrechts durch den OberbesÄflShaber NoSke ist der M a s- fenmord der Spartakisten in Lick- terfterr, wo am gestrigen Tage über zwei­hundert Personen, darunter Krlminal- beantte, Postbeamte usw von ihnen e r f ch o s» fen worden sind. Neber dieses

Spartakus-Blutbad

liegen folgende Einzckheiten vor: Auch in der letzten Rackst haben in Berlin und in den Vor­orten Berlins die Kämpfe unvermindert fort- ficbavert. Im Osten hat Spartakus «Se Bau­werke besetzt und mit einem SchreckenSre- giment begonnen. In Lichtenberg wur­den nach der Besetzung des Polizeipräsidiu'ns sämtliche Dewohiwr und Insassen des Gebäu­des, darunter auch Jrauen und Gefangene 'n den Hof des, Gebäudes geführt. Matrosen rich­teten die Revolver auf cie dort stehenden und töteten einen nach dem anderen durch Sopffchüsse. Rur dem Polize-prä- ssdenten und seinem Sohn ge^anq eS zu entkom­men. Die ftzran des Pol'steipräside rten. sämt­liche anwesende ffinfziq Kriminalbeamte und fünfundreißig uniformierte Schutzleute, zusam­men an die neunzig Personen, wurden auf liefe Weise niedergemacht. Bei der Be- etzung des Hauptpostamtes in Sichterherg gin­gen die Svartakisten in der gleichen Weife vor. S?e holten alle Beamte und Unter be­amte, darunter auch di-w*~>rsen B"tef- träger zusammen, stellten sie in eine Ecke und töteten sie durch mehrere Salven. Wer noch am Leben blieb, tm.rrbe von den Matrosen durch Kolbenschläge nieder oehauen. Svartakisten drangen alsdann in den Hof her Hauptschule Lichtenbergs cht, wo sich ein Cfffxtet und über fünfzig Mann -er deutschen «Schützendivision aukhiek- fnt. Sie wurden gleichfalls sämtlich von den SvartaNsten niedergeschosfeu. Sodann Mrntte Spartakus die restlichen Polizeire­viere in Lichtenberg und tötete die dort an­wesenden Beamten auf die gleiche We'fe. Ins­gesamt find am oestrigen Däne auf diese Werfe mehr als zweihundertzwanzig Per- fönen Spartakus zmn Opfer gefallen.