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Meier Neueste NachMm

Kaffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

9. Jahrgang.

Stummer 82.

Sonntag, 9. März 1919

Fernsprecher 951 und 951

Fernsprecher 951 und 951

Ver Spartakus-Ausstand zusammeugebrochen

bauen auf der

Lrotzlls neue VorbereUmgea.

Bor einer zweiten Bolschewicki-Ofsensive.

SnfCTttxmicretff; Lt« flebengcWtete Beile für einheimische «eschLfte M We. für «e«. wärttee «n,eigen ü? Pf. ReNamezeUe für einheimische »efchüste 7S Vf, für auswärtige SeschSNe 1 M! Smsache Beilagen roerben mit S Merk vra Tausend berechnet, alle» mit 10*f, Tenernngr-Zuschlag. Bet Uebevmlttlung i an »>'»eigen auf televh. «Lege retro für durch t>*r. fehler hernergcmsene Irrtümer keinerlei Haftung übernommen Für die Kufnatjme oonSlmeige» an besiimmien Tagen ober DlShen wird > Zt. keine SewSdr geleistet. »esch«si«stelle: R6ln.6tr. 6

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tzliche Gewalt muß sich aus- >nsLutzerml<l der Vertreter

jemmlL grausen, daß ein Rätesystem noch dem vorgezeichneten Muster besser funktioniert und

Veg zu Len Dächern zu weisen, wo fie an tech- iskv wichris- -

Die RSrkzugSkLrnpfe.

Berlin, 8. März. fDrahkbcrrcht.) Nachdem die Spartakisten ihre Positionen am Mernnder» platz aukgebm mußten, zogen sie sich langsam nach dem Osten Berlins uttd nach Lichterfelde zurück. Die kämpften dabei nm jeden Fuß breit Boden und errichteten, wenn re ein Viertel anfgeben mußten, in dem sich raran anschließenden Barrikaden. In der Kroßen und Kleinen Frankfurierstraße und in der Frankfurter Ullee wurden Kampfstellungen errichtet. Ucker die Dämme der Straßen wur­den starke Drahtverhaue gezogen, um den Regierungstruppen das Dordrimoen nach Mög. lichkeit zu erschweren. An zahlreichen Straßen­

kreuzungen wurden Rollwagen umgekippt. Die varauk befindlichen Güter, ebenso wie die Pferde, wurden gestohlen. Außerdem wurden an allen Stellen Pflastersteine herangeschleppt und so feste Bru st wehren errkßtet. In der Frankfurter- und der Mtarstliusstraße zwan- gen die Spartakisten die HauLbesitzer, ihnen den

nisch wichtigen Dunklen Maschinengewehre einbauten. Die HcruppsteLurrg der Spartakisten war am Ltrauhenberger Platz. Der Scl>aden, der durch die K-.impse an den Hausern, Gebäu­

de- ganzen Volkes. So will e- die wahre Demokratie, die nie durch eine einseitige Mas- sen-Pectretunz repräsentiert wird. Dr. Kr.

biger gerecht wird, al- das bisherige Regie- rungssystem und bisheriger Parlamentaris­mus? Tas sind brennend« Fragen, di« uns alle angehen. So lange wir nur Räte und keinen Rat sehen, so lange haben wir dem Volke gegenüber die Pflicht, vor gefährlichen Experimenten, urit alter Entschiedenheit zu warnen. Jede gesetzliche Gewalt muß sich auf»

den ufw. in den betroffenen Gegenden ange­richtet wurde, ist außerordentlich groß. Rach oberflächlichen Schätzungen übertrifft der Scha­den bei weitem denjenigen der früheren Kämpfe, wo er etwa 40 Millionen Mark be­trug Am schwersten beschädigt sind daS Poli­zeipräsidium. das Warenhaus Tietz, das Haus Aleranderplatz 52. das Warenhaus Hahn und cntitTic Gebäude in der neuen Roß- und Wall­straße. In einem Haus der Alexanderstraßr schlug eine Mine in das Dach und verwüstete das sauge Gebäude bis auf den Grund.

Di« Tote« der GparLaku-tagr.

Berlin, 8. März. lDrahtbericht.) Der neue Spartakus.Aufstand ist feit Frei­tag nachmittag als zusammengebrochen anzusehen. Ter Uebergang von Teilen de? Bolksmarinediviston und der republikanischen Soldatenwehr hat das Schicksal der Aulstands- bewegnng nicht wenden können. Am Alexander. Platz sind fast alle Häuser zerschossen, furchtbar sind die Verwüstungen in der Kaiserstraße und den Nebenstraßen, wo sich-die Spartakisten in den Häusern verschanzt hatten und von hier ans das PolizeiprSsivium unter Feuer nahmen. Am Alexanderplatz wurden mehr als sech­zig tote Spartakisten und Matro- sen mifgelesen. In der Kaiserstratze lagen nach der Befreiung der Straße durch die 9tegie- ruugstruppen die Leichen der Spartakisten über­einander. Gin großer Teil der überqelaufenen Matrosen ist gefangen genommen. Die G e - samtverluste von Spartakus bei der zweiten Berliner Kommunisten-Revolution sind auf vierhundert zu schätzen. Unter den gefangenen spartakistischen Kämpfern be­finden sich junge Burschen unter 20 Jahren, zahlreiche Zuchthäusler, die anläßlich der November-Revolution befreit wurden, und, so­weit Soldaten in Frage kommen, fast aus- sckLietzlich Deserteure. Am Aleranderplotz- Biertrl sind etwa fünfzig Geschäfte, darnnrer mehrere Warenhäuser, von den plün­dernden Spartakisten radikal ausge­raubt worden. Das Berliner Leichenhaus konnte am Freitag die zahlreichen Zoten wegen Uebersüllung nicht mehr aufnehmen. Auf der Rettungswache wurden am Donnerstag und Freitag einhmtdertfünfundzwanzig verletzte Zi­vilisten, darunter fünfundzwanzig Frauen und drei Kinder, auf oer Unfallstation vierzehn Tote, darm.ter ein Kind, eingeliefert. Die Ge­samtzahl der Toten aber geht in die Hunderte.

Ei« neuer AnterstaatsfekretSr.

Weimar, 8. März. (Drrhtbericht.) Gehei­mer Regierungsrat Albert ans dem Mini­sterium des Innern wurde zum UnterstaatS- sekretär ernannt Gleichzeitig ist ihm die Reichskanzlei als Nachfolger Kurt Bakes über, tragen worden. Der neue Chef der Reichs kanzlei ist bis ju Beginn des Krieges in Ame­rika der deutschen Botschaft in Washington atta chrert gewesen.

Basel, 8. März.

Londoner Blätter melden aug HelstnaforS. Troski trifft Vorbereitungen zu, Wiederaufnahme der Offensive. Es wurde die allgemeine Mobilmachung für alle Soldaten bis zum 47., für alle Offiziere biS zum. 55. Lebensjahre angeordnet. Die Re­gierung des Rätc-Sowfets bildet drei motzt Lager, wovon sich zwei in Kurland und eines >. in Livland befinden, welche zur Internferun« der Bürgerlichen dienen. In Libau, Mitat und anderen Städten wurden die Büraerliche« gezwungen, zehn Stunden täglich öffentlich« Arbeiten t« verrichten. Ferner wurden ihnen alle Kleider, Schuhe nud Wäsche abgenommen und ihnen nur das Nvtwendigste gclaffen. was sie unbedingt dringend benötigten. Hara« meldet aus Stockholm: Die russischen Bolsche-

Sie Sozialisierung.

Beratung der neuen Gesetze. lDrahtbericht unseres Parlam. Vertreters.!

Weimar. 8. März.

Die gestrige Sitzung begann um S4 Uhr nachMÄtags. Als Punkt 1 der Tagesordnung stcheu zwei kleine Anfragen zur Bera­tung Die Beantwortung kann seitens der Re- gienrng noch nicht erfolgen. Tie zweite An­frage, die sich mit unserer Ernährungs- läge befaßt, wird voranssichtllch am Montag auf die Tagesordnung gesetzt werden. Ans An­trag des Herrn Präsidenten Fehrenbach Wird der dritte und vierte Punkt der Tages­ordnung, Beratung des Entwurfes eines S o- JialisierunaSgesetzes und eines Ge. etzes Wer die Regelung der Kohlenwirt- chaft zusammen beraten. Der Präsident er- teilt dem ÄrbeitSminister Wissel das Wort. Der Minister Wiflel begründet in längeren Ausfüh­rungen beide Gesetzentwürfe. Er betont, daß die Vorlage eigentlich nichts Neues, daß sie tritt neues Programm der «Sozialisierung ent­halte. Er weist die Notwendigkeit der Soziali­sierung an durchaus gemäßigten Argumenten nach, was man im Interesse einer ungestörten Weiterentwicklung unseres wirtschaftlichen Le- lrns nur begrüßen kann.. Wissel weist es weit von sich, in den fein organisierten Bau un­seres Wirtschaftslebens einzugreifen, sondern das Gesetz wird sich den gegebenen Tatsache! anpassen.

Als erster Redner der Parteien kommt der Mehrheitssozialist tzte zum Wort. Er hebt er seiner Besprechung^der Vorlage scharf hervor, daß das Eigentumsrecht durch den Ent- wurf nicht angetastet werden soll und läßt deutlich erkennen, daß diese Regelung dei Frage vom sozialistisel>en Standpunkt aus nicht weit genug gehe. Er wendet sich weiter der Frage der Arbeiterräte zu und erklärt die Funktionen, die ihnen in der Zukunft im Rat der großen Betriebe zirfallen sollen. Nach ihm erhält der Zentrums-Alb geordnete Dr. Brauns das Wort. Er erklärt die prinzipielle Znstimmung des Zentrums zu den Gesetzentwürfen, linier der Voraussetzung, daß die Vorlage weiter auSgebaut werde, sei daS Zentrum bereit, cm der baldigen Verabschiedung der Entwürfe mitzucirbetten.

Im Namen der Deutschen Vokkspartei er­klärt der Abgeordnete KcmpkeS, daß die Partei in den Sozialisierungsbestrebungen keinen Fortschritt für unser wirtschaftliches Leben er­blicke. Es sei nicht zu erwarten, daß wir dem Auslande gegenüber konkurrenzfähig bleiben. Die Partei hegt so schwere sachliche Bedenken, daß sie den Entwürfen nicht zustimmen kann. Im Anschluß an diese Ausführungen wieder­holt Minister Wiffel seine Erklärung, daß die Regierung die Entwürfe ans eigener Initia- tive dem Hans vorgelegt hat und sich von kei­ner Seit- dazu hat drängen lassen. Dr. Dern- bttrg, Abgeordneter der Deutschen demokratischen. Partei, bringt die Zustimmung feiner Partei­freunde zu einer Teil-So zialisieruna zum Ausdruck; nur mit der Einschränkung daß jeder einzelne Fall von Sozialisierung eines Wirtschaftszweiges der Vakksvertretong vorge­legt werde, könne sich die deutsch-demokratisch« Partei mit dem Sozialisierungsgesetz einver­standen erklären. Danach wird die Sitzung tat >Z8 Ubr geschlossen. Die Beratung wird heuä Vormittags 10 Uhr forg'setzt.

Abbau der Streikbewegung.

Berlin, 8. März. lDrahtbericht.) In der gestrigen Sitzung der Großberliner Artzeiter- und Soldteuräte erstatteten die aus Weimar znrückgekehrteu Mitglieder Bericht über ihre Verhandlungen mit der Regierung und das Er­gebnis verselbe«. Die Ergebnisse dieser Ber- handlunnen entspreche» im wesentlichen der Kundgebungen, dic die Slcgieruitg schon am Montag veröffentlicht har. Rach Reden der Verschiedenen Parteiführer wurde die Reso­lution der Unabhängigen mit großer »MKrderl angenommen. Tic Resolution stellt für die Wiederaufnalime der Arbeit Mgende Bedingungen: 1. keine Maßregelung der Strei­kenden, 2. sofortige Freilassung der wegen Streiks Verhafteten 3. Räumung aller Betriebe von militärischen Belegschaften. 4. Zurück­ziehung der Freiwilligen Berbärwc aus Berlin, 5. sofortige Auchebimg des BelagcrungSzustan des. ES soll hente vormittag mit dem Ober­befehlshaber Rosse über diese Forderungen verhandelt werden und heute mittag um ein Uhr soll in einer neuen Vollversammlung die Wiederanfnahmeder Arbeit beschlos­sen werden. Unter großem Beifall wurde ein Zusatzantrag gegen eine verschwindende Min­derheit angenommen, noch am Freitag abend die Arbeit in den GaS-, Elcltrizktäts- und Was­serwerken wieder in vollem Umfang aufzuneh­men. Der NeichSwehrminister RoSke bleibt bis Montag in Berkin. Dienstag reist Noske an den Sitz d-r ReichSregiernng nach Weimar zurück. Er hofft bis dahin die » ö l t i g e B e - ruhigung in Berlin dnrckpzesührt zu ha- len. Wie der T.-U. berichtet wird, ist der

Generalstreik in Thüringen im Abbau begriffen. In Erfurt wird in den meisten Betrieben wieder gearbeitet. Das Gas-, Was­ser- nnd Elektrizitätswerk arbeitet wieder, der Eiseubahubetrieb ist wieder ausgenommen.

Räte - und kein Rat.

Zu den geplanten Regierungsmaßnahmen.

Die politischen Gewalten, die durch die Re- dolution ans Ruder gekommen stttd, und die sich in den verschiedensten RStegestalten äußern, suchen nunmehr ibre bisher betätigte politische Machtstellung auch für alle Zukunft zu der- ankern. Das soll geschehen durch die Festlegung des Räteshstems in der Verfassung feübft. Um diesen Grundgedanke», um dieses rein politische Tendenzziel drehtisich die geqentoärtige Gme- rakstreMöwegung. z Tie gesamte Oefsmtlichkett ist damit gezwungen, zu dieser Rätefrage Stel­lung zu nehmen. Ein Rätesystem tot Wirt- schaftsleben unter der Voraussetzung der- «ünftiger Ausgestaltung und verständnisvoller Berücksichtigung der volkSwftttscha Wichen Be­dingungen und Notwendigkeiten, könnte sehr wohl zur Herbeiführung des Wirrschaftsfrie­dens beitragen. ES würde sich dabei darum handeln, die bereits bestehenden Organisationen der Arbeiterschaft in den Betrieben, die Arbei- termrSschüss« irfto zu erweitern, auf eine brei­tere Grundlage $u stellen und ihr« Verbindung mit dem ganzen ProduktionS- und Verteilungs­prozeß, wiederum unter selbstverständlicher Be­rücksichtigung der Interessen derAllgemein- heit, hevzustellen. Die Wege dazu hat sckwn vor AuSbruch der Revolution die .ArkbeitS- gemetoschafi" gewiesen, welche Mischen den großen Unternebmerverbänden und den Arbei- ter-Organisattonen geschlossen würbe. Würde cs stchss also um die Wahrnehmung der wirt­schaftlichen und sozialen Interessen der Arbei- ferschuft allein handeln, fo wäre das Ar- bettsratSsystem sehr wohl vertretbar. Es müßte sich bann berufsständig gliedern und das volks­wirtschaftliche Leben des Reiches in allen sei­nen Teilen erfassen. Damit wäre der gesam­ten Arbeiterschaft das Mitbestimmungs- und auch das Acitkontrollrecht gegeben, es würde eine geivif Fe Arbeits- beM. Fabrik- oder De- trvobsverfaffunz geschaffen werden. Dieser Ge- brtnle schwebt auch der Regierung vor, welch« ein einheitliches sozialistisches Arbeiterrecht ruf freiheitlicher Grundlage" an kündigt.

Arbeiter- und Betriebsräte über diesen Rahmen beruflicher, beru'fSstcmdiger und so­zialer Fragen hinaus zu konstruieret'., sie also mit polistischeu Gewalten auszuftatten, würde nichts anderes sein, als die Aufrichtung der Diktator des Proletariats. Einer prole- tarifdfen Demokratie wird sich kein vernünftig Denkender widersetzen, eint proletarische Dikta­tor würde den geschlossenen Widerstand der übrigen, ganz nach Belieben und Willkür aus­zuschaltenden oder infolge rein formaler Ab­grenzungen ohne weiteres auSgeschMeler Grup­pen des Volkes Hervorrufen. Darum aber dreht sich gerade die Tendenz der jetzigen e Streikbewegung. Man will nichts Geringeres, w als neben Reichsregierung und Parlament mich noch ein Arbeiterparlament setzen. Und das ist noch die gemäßigte Richtung! Die kommunistische Gruppe indes will alle politische Gewalt unter Ausschaltung jeder an­ders gearteten parlamentarischen Vertretung nur der Arbeiterschaft in Arbeiterräten nach dem Muster der russischen Solvjet-RepubW übertragen Was aber würde ein politisches ArbeftsratSsvstem in der Form der Errichtung -einer Kammer der Arbeiter" odereiner Kam­mer der Abeft" bedeuten? ES würde in der Praris darauf hrnauSlaufen, daß neben jede behördliche Orgamsafton, welcher Gestalt und Art sie immer auch sei, eine Oraanisation der Arbeiter zur Kontrolle, zur Mitbesttommng. ge­gebenenfalls )um Einspruch nud zur Entschei­dung gesetzt würde. Wir würden also zwei Parlamente, zweierlei Provinziäl- und zweierlei Kommnnakvenwaltnngen ha­ben. Alle diese Vertretungen würden von einer berufSstättdigen Vertretung Werwacht. die ihrerseits auch nur eine Drrtretm^, und dazu nur einer etozigeiB Klasse des Volkes wäre, die sich aber nicht wieder zu kontrollieren lassen brauchte.

Man würde also in allen staatS- und ge- metodepokrtischen Vertretunaen eine doppelte Regierung baden. Schwerfälligkeit von Regie- rma und Verwalftmq, unter der totr bisher schon gerade zur Genüge litten, wird dann ver­doppelt. Der Jnstanzenzug wird ins Unertrag, kicke rrtpeitert. Eine auch nur einigermaßen beftiedigende LSftmg ter politischen Auma den wäre eine Unmöglchkeit. An einen Fortschritt siwts- und ,'emeindepoliÄscher Arbeit wäre gar nicht zu denken. Wir würden in ckinensche Zu­stände geraten, unser ganzer Verwaltunas- und Rsgierui' sS-Avvarat würde ersticken. Unter oll dm K o n 1 r o l l o r g a n e n, die sich, mit Reckt oder Unrecht, jederzeit Hemmung, Mdersfond, Einspruch oder Verbot gestatten können Po- kftfkcher Fortschritt ist naturgemäß das was uns allen am Herzen liegt. Kann man aber etwas fördern und verantworten, von dem mau aber auch nicht die mindeste Gewähr be­sitzt, daß es gegenüber dem Bisherieen eine v«f (eruna darstellt? flamt. 4m ßm« :

BorlSufigStteikschluß.

Die letzten Kämpfe.

-1 lDnchchericht.)

Berlin, 8. März.

Neber die letzte« Kämpfe erhält di« T.-U. von der Gardekavallerie-Schützendivision einen längeren Bericht, dem folgendes zu entnehmen ist: Die Dpartakistm beabsichtigten. Berlin in ihre Hände zu bekommen, die Freiwilligen- Truppen zu entwaffnen und schließlich die Herrschaft im Reiche an sich zu reißen. Seit Mittwoch nacht wurde die Erstürmung d-8 Polizeipräsidiums, der die Besetzung der anderen öffentlichen Gebäude folgen sollte, vou den Auftührern vorbereitet. Tie Spartakisten eröffnetet um zeh» Uhr abends das Feuer auf das Gebäude mit Feldgefchützrn, Mi- nenwcrfern nnd Mafchineugcwehren. Bis Donnerstag nachmittag folgte rin Angriff dem anderen, aber alle Versuche der SrnrtahiS, männer Wiarden abgeschlagen. Um 2^ Uhr nachmittags fetzte der Gegenangriff gegen den Aleranderplatz nnd gegen die umliegenden Straßen ein. Mit unwiderstekssicher Stoßkraft drängten die Freiwilligen die Spartakistm zu­rück. Den Kern der SvartakuLleute bildete die republikanische Soldatenwehr und die Bolksmarinedivision, denen sich auch größere Abteilungen bewaffneter Arbeiter angeschloffen hatte«. Diese räumten schließlich den Wexanderplatz unter Zurücklassung zahl­reicher Toter und Verwundeter. Ueberall be­deckten die i« der Verwirrung fortgeworfenen Waffen den Boden. Die Spartakistm würben zerstreut und nach Osten und Südasten vertrie- den. Die Bolksmarinedivision hatte ihr Quar­tier, das VolkSmarinebauS an der IannowiN- brücke unter Anwendung von Artillerie, Minen. Werfern und Maschinengewehren

in eine Festung umgewandelt.

Um unnötige Verluste zu vermeiden, eröffnete die Garbekavallerie-Schützendivision ein kurzes WirkungSfener aus fchweren Feld- Haubitzen auf das Gebäude. Schon nach wenigen Minuten hatte das Haus drei Voll­treffer. Unter der aufcührerifchen Besaünng brach eine Panik auS. Sie ronrfen ihre Waffen m die Spree und verfuchten die Mucht zu er­greifen. Der größte Teil konnte aber noch ge- sangen genommen werden. Im Nealgymnasium in der Elisabethstraße belagerten die Sparta­kisten einzelne Teile ver dcntschen Scksiitzen- dwlsion, die sich tapfer verteidigten und dann von verfolgenden Kompagnim der Gardekaval- lerie-Sckützendivision entseüt wurden. Auch hier hatten die Spartakisten fchwere Verluste. Auch in Neukölln wurden Teile der republikmii- fchen Soldatenwehr, die zu den Spartakisten übergegangen waren, entwaffnet. In Cbarlot- ten&iirg, in der Friedrich- und Französifchen Straße kam c8 am Nachmittag ebenfalls z,l leb­haften Schießereien, in der darauffolgenden Nacht zu lebhaften Kämpfen am Hackefcken Markt, die für die freiwilligen Truppen der Regierung erfolgreich endeten. Augenblicklich haben die Spartakisten, bestechend aus Ange­hörigen der BolkSnmrinedivision und der repu- blckanisck»en Soldatrnwchr, sowie allerlei be­waffnetem Gesindel, sich in die Gegend der «öpeniüer und Großen Friedrich-Straße zurück­gezogen . Die Kampfstimmung hat nachgelaffm. Die Verluste der SvartaknSmänner sind sehr groß. Die Versuche der Spar­takisten. die Herrschaft an sich zu reißen. Tön« neu als gescheitert betrachtet werden.