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9. Jahrgang,

Sonnabend, 8. März 1919

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 81

Fernsprecher 951 und 952.

Schwere Kampfe im Stadliunem Berlins

Danzig vor einem Putsch?

«]

II

Kassel von den polnischen Streiks Teilen des Vaterlandes verschont

daß wir in in anderen bleiben.

W

SaS-nndWafferversorgnng gefährdet.

Berlin, 7. März. (TrachOericht.) Nach­dem die Elektrizitätswerke gestern abend in den Streik getreten sind, womit die ganze Lichtver- sorgung in Berlin lahmgelegt wurde, wollen nach einer Ankündigung im Berliner Arbeiter­rat mich die Arbeiter der Gas- und der Wasserwerke von Sonntag ab st r e i k e n. falls bis dahin die Forderungen der Streikkomitees nicht bewilligt sind.

Gewerkschaftskonferenz und Streik.

Berlin, 7. März. (Drahtbcricht.) Der T.-U. wird von der Berliner Kewerkschaftskommis- firm mitaetoilt, daß die Mitglieder der mchr- hertSsozialdemokratischen Partei aus der Streik­leitung ausgetreten sind. Die GewcrkschastS- kvnfercnz beschäftigte sich nachmittags damit, in welcher Form sie in die Streikleitung eintreten frUe. Nachdem hier zur Kenntnis kam, daß die Mehrheitssozmkvemcckralen ausgetreten waren, veränderte sich daS Bild, und es wird nun von den Umständen abhängen, ob die Gewerkschaf­ten sich wieder am Streik beteiligen. Danach wurde die Sitzung auf Freitag vertagt.

Snfeetlontoreifes DU fiebengefoaltete Zelle für etnh-lwikcvr «efchSste 30 ißfg. für an». reätHfle Anzeigen 35 Pf, Reklomezeile für etnheimlsche Seschäste 75 $f, für auiieartlge SefSäfte 1 Rk. Einfach« Beilagen werden mit 5 Mark pro Tausend berechnet, aller mtt Tearrüna »-Zuschlag. Bet Uebennlttlung von L 'zeigen auf teleph. Wrge wtro für durch Här- fegitr hervorgsrusene Irrtümer keinerlei Haftung übernommen. Für die Aufnahme vonAnzeigen

Danzig, 7. SRätg. ... . . .

gen sich seit Tagen auffallend viele Matrosen auf den Straßen. Gerüchte wis­

sen von einem bevorstehenden Putsch zu mel­den. Die militärischen Sicherungsmaßnahmen sind erheblich verschärft worden.

Tie Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen ivächenUtch sechsmal und zwar abend». Der Abonnementrprets beträgt etonatL 1.50 Mark bei freier Zustellung in» Hau» Bestellungen werden jederzeit uon der «eschäft»stelle ober den Moten entgegengenommen. Druckerei, »erlag und Redaktion: LchlachthoNfraste 28/SO. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine »eranhoortung ober Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzat iung de» yezug»geide» oderLniprüche wegen eiwatgernichtordnungsmäßiger Lie.erüng au»geschlofsen

Erfolge de» Regierungstruppen.

Serlitt, 7. Marz. (Drahtbericht.) Durch einen umfaffendcn Angriff der Regierungstrup­pen wurde die innere Stadt, die von den Spartakisten beseht war, genommen. Die verschiedenen Gebäude, in denen sich die Spar­takisten niedergelassen hatten, sind setzt von den Trupven der Gardekavallerieschützen. Division besetzt. Natürlich müssen einzelne Spartakisten- nester noch gesäubert werden. Wie von zu- siändiner Stelle mitgrieilt wird, befindet sich das Polizeipräsidium restlos in den Händen der RegierungStrup- ven. Der Alexandervlatz und dessen gesamte Umgebung ist vollständige gesäubert.

Schutzmannschafk und Spartakus.

Berlin, 7. März. (Drabtberichi.) Auf dem Görkitzer Bahnhof ging die Schutzmann­schaft, bestehend aus republikanischer Solba- teflfyeftr und Angehörigen der Volks-

A.- und S.-Forderungen.

Umbildung der Reichs-Regierung. Sofortiger Beginn der Sozialisierung.

Kassel, 7. März.

Im Vereinshause tagte gestern abend wie­der eine Vollversammlung des Kasseler Ar­beiter- und Soldaten!ates, die eine Anzahl Forderungen aufstellte, die schärfer sind als die von Haase verlangten. Erneut wurde ztrr Arbeit aufgefordert und der Gedanke des Generalstreiks abgelehnt. Da kiuch die Unabhängigen die Entschließung der Versammlung annahmen, ist damit zu rechnen,

vle Garulsou MSuster kummunifttsch.

Münster i. W., 7. März. (Drahtberichk.) Eine Versammlung der Garnison Münster, an der weil über tmtsend Soldaten fremder Gar­nisonen teilnahmen, protestierte gegen die Der- hastung von SoldatenratS-Mitgliedern und sprach dem kommandierenden General des 7. Armeekorps von Walter ihr Mißtrauen aus und beantragte die anderweitige Verwendung des Generals. Die Ver­sammlung stellte sich aus den Standpunkt des Rätesystems und forderte die sofortige Aus­lösung der Freiwilligen-Forma- tionen und ntachte sich im übrigen das Pro­gramm der Kommunlften zu eigen.

Forderung der Generalstreiks,

Lübeck, 7. März. (Drahtbericht) Die Kommunisten fordern zum Generalstreik für Montag auf. Es finden zahlreiche ge­heime Versammlungen, ünter Teilnahme vieler Matrosen, statt. Die Truppen in der Kaserne sind in der Alarmbereitschaft. In Kiel haben Spartakisten Aufwiege­lungsversuche begonnen. Flugblätter in den Staatsbetrieben, Fabriken und Grosi- EtablissementS fordern zum Generalstreik für die kommende Woche auf.

Haufchildt spricht.

Er widersprach zunächst der Auffassung, daß die gegenwärtige Streiklage lediglich Sparta­kus-Sache und Bolschewismus ist. Die po­litischen Spartakisten mit ihren politischen Idealen mag man ablehnen, kann sic aber nicht mit Maichineitgewehren aus der Welt schaffen. Diese Bestrebungen müssen mit politischen Mit­teln auf politischem Gebret bekämpft werden. Ganz besonders zu rechnen ist mit der Gruppe Derer, die mit den Früchten der November- Revolution nicht zufrieden sind. In der Tat müssen noch mehr Errungenschaften und zwar schnell erreicht werden. Die Sozialisierung, die möglich ist, muß sofort in die Woge ge­leitet werden. Es müssen Zwangsmrttel gegen die Bauern gesucht werden, damit die Ablieferung der Lebensmittel durchgesührt wird. Der Widerstand der militäri-

Die KaPitaWcht.

Au den neuen Gesetzen.

Ueber den Gesetzentwürfen, die die-Natio­nalversammlung annahm, könnte man. soweit sie die Grenzsperre gegen Kapitalflucht und den Banknoten-Agiohandel betreffen, das verhäng­nisvolle Wort .Zu spät" schreiben; denn seit Monaten ist auf der einen Seite eine Ka­pitalabwanderung, auf der anderen Seite ein umfangreicher Notenschmuggcl getrieben, seit Monaten das Volksvermögen erheblich geschä­digt worden. Tas war die Folge von Un­terlassungssünden. Diese sollen nun «achträalick beseitigt, ihre weitere Auswirkung behindert werden. Nach dem Gesetzentwurf über die Einsiegeluna von Schriften, Druck­sachen, Wertpapieren und Zahlungsnritteln beim Grenzübertritt dürfen Papiere dieser Art, sowie alle Zahlungsmittel nur dann über die Reichsarenze milgenommen werden, wenn sie »di dem Grenzüberschritt von einer dazu zu­ständigen Stelle geprüft und eingesiegelt wor- ven sind. Es ist anzunehmen, daß Wertpapiere nur in ganz bestimmten Fällen und nach ein- lobolter Erlaubnis der Reichsbank. Zahlungs- amttel nur in ganz kleinen Beträgen über die Grenze gebracht werben dürfen. Bei Schrift­stücken wird sich die Prüfung natürlich vor allem darauf beziehen, ob in ihnen nicht Ver­fügungen über unerlaubte Vermögensübertra- gungen enthalten sind. Der Erfolg dieser Maßregel wird naturaemäß von der Genauig­keit der Grenzkontrolle und von der Sachver- ständigreit her Persönlichkeiten avhänqen. de­cken bte Durchsicht der Schriftstücke anvertraut werden soll. Man kann sich vorstellen, daß Jemand, der die Absicht hat, zum Zwecke der Steuerflucht Vermögensdispositionen für das Ausland zu erteilen, vorher mit seinem Kon­trahenten im Auslande bestimmte Ausdrücke verabredet und sein Brief wird vielleicht auf den ersten Blick durchaus harmlos erscheinen. Die Regierung müßte eben u. a. auch Bank- sachverständige zur Kontrolle dieser Schrist- Wcke mit heranziehen.

Wrd diese Maßregel vorgeuommen, nach­dem Hunderte von Millionen deutscher Vermö­genswerte zum Zwecke der Steuer- und Kapi­talsflucht über die Grenzen gebracht worden sind, so muß das Urteil .viel zu spät" in noch höherem Grade auf den Gesetzentwurf ange­wendet werden, der den Agiohandel mit deutschen Banknoten verbietet. Dieser klgiohandel nt'rt deutschen Banknoten stand in seiner Blüte zu jener Zeit, wo die belgische enb die französische Regierung die während der deutschen Okkupation m Belgien und Nord- krankreich in Umlauf gekommenen deutschen Banknoten ihren Bürgern auf Kosten des deut- fchen Reiches zu brat Vorzugskurse von 1,25 Francs für die Mark einlöste. Diese Einlö- sungsfrist ist mit dem 31. Dezember abgelau- len. In jener Zeit wurde insbesondere auf deutsche Noten mit roten Ziffern ein Aufgeld dis zu 30 Prozent bezahlt. Dieser Unter­schied zwischen rot. und grüngestempclten Reichsbanknoten hatte darin seinen Grund, daß die Regierung den belgffchen und französt- ßcken Behörden die Mitteilung hatte zugehen (affen. grüngestempelte Noten könnten für die Einlösung nicht in Betracht kommen, da sie erst stach Ausbruch der Revolution geschaffen wä­ren. sie könnten also nicht während der deut­schen Okkupation in Belgien und Frankreich in Umlauf gebracht worden sein. Ueberall in Deutschkand tauchten Aufläuscr für rotgestem- d»lte Noten auf und die holländischen Blätter sprachen gerabezu von einem .Karpathen­klub" an der Amsterdamer Börse, weil sich hauptsächlich galizische Flüchtlinge diesem ein- ttäalichen Geschäfte des Notenschmuggels wid­meten. Welch gewalttge Verluste dem deutschen Reiche durch diesen Rotenschmuggel entstanden sind, acht aus solaenden Tatsachen hervon Der belgische Kommissar für die Roteneinlösung kat erklärt, es seien etwa sieben Milli- erbcn deutscher Noten zur Einlö­sung präsentiert worden, während nach Aichötzung dettischer Fachkreise in Belgien höch- Hens drei Milliarden deutsche Roten in Um» *wf gesetzt worden waren. Wenn jetzt noch i-tzrmcr ein allerdings nicht mehr sehr bedeu- -»ndes Agio auf ro'aeftrm^efte deutsche Noten, Wtofe auf Taufend-Markfcheine gezahlt wird, So hängt dies einmal datttti zufammen. daß die Üelcritoe Regierung offenbar, um Deutschland Al scbädiaen in manchen Fallen auch noch nach Sem 31. Dezember belgischen Bürgern deutsche Moten zu dem hoben Vorzugskurse abgenom- Üen hat. Das Aaio ans Tausend-Markscheme .jpgenüber den kleineren Noten ist daraus zu- eftdEtufübrett, daß sehr viele Leute in Deutsch­

Sesterreichr Anschlutzsrage.

Ablehnende Kaltuna einflußreicher Kreise.

(Drahtbericht.)

Wien. 7. März.

Wie unS aus Wien gemeldet wird, stehen dort di, weitesten Steife und fehl viele ein- flusireiche Stellen der Anschluß frage auch heute noch äußerst kühl gegenüber. Deutschland kann auf den Anschluß nur rechnen, wenn eS sich ihn etwas kosten läßt. Man erwartet in Wien auf alle Fälle, daß Deutschlanddie Kriegs, schuld Deutsch-OesterreichS über- nimmt. Dieses Zugeständnis bringt Dr. Bauer aber nicht aus Berlin zurück. Et hat in diesem Punkte glatte Ablehnung gefunden, da vereinbart wurde, daß jeder der Änsckckuß- tcilnehmer seine .Kriegsschulden selbst deckt. Siezeichneny ist au*, dah das Berliner amtliche Communiqus verschweigt, welche Vorteile Wien in Zukunft zugebilligt werden sollen. Aus die Vormachtstellung Wiens wird in Oesterreich das allergrößte Gewicht gelegt. Schließlich be­steht dort die feste Ueberzeuguna. daß eine wei­tere Radikalisier «na von Sachsen und Bayern jede Anschlutzmöglichkeit Oester­reichs anSschliestt. Aufrichtige Kenner der Ver­hältnisse macken keK, Hehl daraus, daß die Entente zurzeit mehr Aussicht hat. Deutsch-1 Ce#*Ttei<b ihrem Staaiksystem anzugliedern.'

Schwere blutige Kämpfe.

Berlin, 7. März (DriHtbericht.) Die Lage in Berlin ist äußerst ernst. Die Spartakisten treten unter Aufwand einer außerordentlichen Waffengewalt auf. Sie haben leichte und schwere Ar­tillerie zur Verfügung. Es ist zu außeror­dentlich heftigen Kämpfen zwischen Spartakisten und Regierungstruppcn gekommen. Ter Hauvt- brennpuntt ist die Gegend des Alexanderplatzes. Dort beschießen Spartafisten mit Artillerie das Polizeipräsidium, in welchem sich die freiwil­ligen Tnlppen des Reinhardtschen Korps ver­schanzt haben. Das Polizeipräsidium gleicht zur Stunde schon einer Ruine. Die Fteiwilligen-Ttuppen baten schwere Ver­luste an Toten und Vetwimdeten. Im Zentrum der Stadt ist augenblicklich ein schwerer Kampf im Gange. Die Spartakisten haben fast alle ihre früheren Positionen mit Waffengewalt wieder in ihren Besitz gebracht. Um secks Uhr abends haben Svaria- kisten die Stromzufuhr der Elektrizitätswerke abgeschnitten. Für diese Nacht ist ein An­griff auf das RegkerungS. und Bei » tungSviettel geplant. Jeglicher Verkehr ruht. Das Stadtinnere ist vollständig verödet.

sammluug bedeutete unter allen Umständen den Bürgerkrieg. Das Verhalten imferer Geg- ner entbehrt jeder Vernunft. ES ist purer Racheakt übermütiger Sieger. (Zurufe: Der Bolschewismus muß dahin!) Wir brauchen Lebensmittel und deshalb muß ein Ge. neralstreik abgelehnt werden. Wir müssen arbeiten und Werte schaffen, um un­sere Bodenschätze gegen Lebensmittel einzu- tanfcheu Was wir brauchen, ist eine sofortige Umbildung der jetzigen Regierung. (Sund*; Höchste Zeit!) Nur eine

rem sozialistische Regierung, kann das Tempo der Erfüllung aller sozialisti» schon Forderungen ermöglichen. Neben der Na. tioualversamMluug muß eine Arbeiter., Angestellten- und Beamten-Kam- mer errichtet werden, die fozialpoktttsche tmd wirtschaftliche Vorarbeit leistet. In allen Städten mit mehr als zehntausend Arbeitern sind die A.- und S.-Räte beizubehab- t e n, bis die Demokrattsierung der Verwaltung der Kreise und Kommunen durchgeführt ist. In allen Betrieben müssen Betriebs-Ar- beiter- und Angestelltenräte und zwar bis zum 1. April gebildet werden. Zu befettigen sind die Oberprasidien und Landes- Hauptleute. Ihre Funktionen sind den Regie- ruugspräsidien zu übertragen Der Regie- rungspräsideut ist bis zum 1. Juni durch Volksabstimmung neu zu wählen. Auch die Landräte müssen aus Wahlen durch die neuen Kreisausfchüsse hervor geben. Ebenso sind büe Bürgermeister und Stadträte sofort neu zu wählen. Die ReichseinbeitSschul« auf weltlicher Grundlage mutz unter allen Um­standen geschaffen werden, ferner eine Ratio­nierung und Unterverteilung der großen Wohnungen. Die bestehend« Militärgewalt ist spätestens bi- 1. Okto­ber abzuschaffen. (Zurufe: Viel <u lauge!) Es ist eine Polizeitruppe zu bilden. Für die aktiven Unteroffiziere muß anderweit gesorgt werden. Bis zum 25. März find

die alten Rangabzeichen

restlos zu beseitigen; bis zum 1. April ist ein Staatsgerichtshof^u schaffe«, der di« Untersuchung gegen die Schuldigen am Welt- krieg einleitet. Die ordentlichen Gerichte müssen «t Volksgerichten umgestaltet werden. Sofort unb unbedingt ist aber tnri bet Sozialisierung zu beginnen Auszu- schließen sind nur fieinere itrtb mittlere Be­triebe bis 51 Personen-, während zum Beispiel in der Hrnschelei, in unserer Metall- und Textilindustrie mit der Ueberführung der Produktion in die Allgemeinheit sofort bcaen* nen werden tarnt. Dazu ist ein moralischer- Druck notwendig, dar heiß«, d>ts arbettende Volk mutz geschlossen auftreien und ar­beiten. (Zuruf: Fausenzra dürfen wir nicht?) Eine Resolution, die alle diese Forde­rungen enthält, wurdd angenommen und wird dem Reichspräsidenten, beiden sozialdemokra« Irschen Fraktionen und d?m M nttffepr äsid ent en olS Forderung der Kasseler Arbeiterschaft durch

land zum Zwecke der Steuerdefraudation grö- tzcre Barbeträge in der Tasche Herumtragen, oder in ihren Wohnungen aufheben, und für derartige Zwecke eignen sich naturaemäß große Scheine besfcr als klein« Scheine. Obwohl die neuen Maßnahmen aegen die Kapital- und Steuerflucht zu spät kommen, sind sie doch zu begrüßen, weil sie beweisen, daß man sich jetzt endlich im Reichsfinanzministerium zu energt- schen Maßnahmen aufgerafft hat. G. H.

marinedtvision zu den Sparta- k i st e n über. Die Regierung wird wahrschein­lich versuchen, den Betrieb der Elektriztäts- werle, deren Stillegung namentlich für die Krankenhäuser, wie für die Aerzte und Apothe­ker von den unheilvollsten Folgen sein kann, durch m'-litärifch? Hilfskräfte aufrecht zu erhal­ten Auch die Wasserwerke sollen, wenn sie stillgelegt werden, militärisch betrieben weiden.

Zuspitzung der Lage.

Anhaftende Fenergefechte.

(Drahtbericht.)

Berlin, 7. März.

Die Lage in Berlin hat sich im Laufe des gestrigen Abends unerwartet zugespitzt. Zwischen Alexanderplatz und Jannowitz-Brücke sind anhaltende Feuergefechte zwi­schen Regiernngsttuppen und bewaffneten Spartakisten im Gange. Die Regierungstrup- ven in der Stadt Berlin sind vier Divisionen stark. Das Polizeipräsidium ist fest in den Hän­den der Regicrungstruppen, doch haben die Spartakisten am späten Abend in den Neben­straßen desAlexanderplatzes zwei Geschütze aufgefahren. Am Bahnhof Janno- w i tz b r ü ck e versuchten Spartakisten sich des Bahnhofs zu bemächtigen. Das schnelle Ein­greifen der Regierungstruppe« trieb die Spar­takisten in die Flucht, wobei sie fünf Tote und zahlreiche Verwundete zurückließen. Am Schlesischen Bahnhof sielen eine grö­ßere Anzahl Spartakisten die in den umliegen­den Straßen gewalttame Requisitionen vorneh­men wollten, in die Hände der Regiertmgs- truppen. I« Lichtenberg wurde eine Bande von neun TOotrofe n beim Plündern ertapp.. Drei von ihnen wurden beim Wi­derstand mit der Waffe erschossen. Auf das Brandenburger Tor sind gestern nachmtttag Maschinengewehre gebracht worden. Die mili­tärischen Kreise sind der Ansicht, daß die Lage durchaus zuverlässig (?) zu beurteilen sei und ein Erfolg der Spartakisten ganz ausgeschlossen (?) fei, und stütren sich auf die a b f o l u t e Zuverlässigkeit der Regierungstntppen. Wie bet T.-U. berichtet wird, entwickelte sich gestern nachmittag drei M)i von der Königs- straße her zum M a r st a l l ein lebhaftes Feuer­gefecht. Regierungstruppen gingen gegen den Marstall vor und griffen ihn an. Es gelang ihnen nach etwa zweistündigem Kampf, bei dem auch Artillerie mitwirkte, das Gebäude zu besetzen und die Besatzung abzufiihren.

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'ber Anlegung der neuen Gradabzeichen bemerk­bar. Ein Atrseinanderjagen der Nationalver-