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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 75
Sonnabend, 1. März 1919
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9. Jahrgang.
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Weimars Einkreisung säst vollendet.
NeschSmmde Debatte.
Die DounerStag-Tagung in Weimar. /Drahtbericht unseres Parlament. Mitarbeiters.)
Weimar. 28. Februar.
Eine entsetzlich beschämende Debatte nannte der Wehrminister NoSk« die Streitereien, die am Donnerstag vormittag in bet RatiomkÜverssamlun« durch die Unabhängigen vor sich gingen, und Prästaeut Fehrenbach hatte die lebhaft« Zustimmung deS Hauses für sich, als er mit starker innerer Bewegung aus- rief, daS deutsche Bolk werde an dieser Ausstrrache keine Frende haben. Die Der- Handlungen galten der dritten Beratung des Deichswehrgesetzes. Sie gestalteten sich aber zu nichts anderem. aS zu einer! Auseinander, f e tz u n g nach dem Muster vergangener sozial- demokratischer Parteitage. Vom Wehrgesetz wurde kaum mehr gesprochen. ES entstand vielmehr eine förmliche spartakistische De- batte, und bei dieser wurde über MleS und FedeS gesprochen. ES war ein beschämendes, ein tieftraurigeS Bild, daS die Nationaler- sammlung an diesem Tage bot. Der Unabhängige Braß, einer der schärfsten Agitatoren und, wie HuS ihm später sagte, einer der aufgeregtesten Menschen, benutzte den Anlaß der Beratung deS Wehrgesetzes, um eine große Debatte über die Maßnahmen der Regierung zur Unterdrückung von Spartakus- Umtrieben tat Reiche zu entfachen. Schon die Art, wie dieser Selbftvertteter sich auf der Tribünr aufführte, wie er spöttisch lacht, wirkt aufreizend. ES handelt sich bei seinem Auftreten nm eine wohl vorbereitete Mion. Er liest jedes Wort vom Manuskript. DaS HauS wird urrnrhig und Fehrenbach muß dreimal den Redner zur Sache rufen. Di« Unabhängigen, voran die überrndSale Frau Zieh, beschuldigen den Präsidenten in Zwischenrufen der Parteilichkeit. ES hagelt Ordnungsrufe. Braß ist mittlerweile daS ganze Konzept verdorben worden. Er blättert in feinem unheimlich dicken Manuskript immer weiter nrtb kann keinen Faden mehr finden. Di« Dersmnmlung lacht fröhlich auf. Besonders suchen die MehrheitSfo^ialisten ihren Gefühlen in drafffchen Zurufen Lust zu machen. Ueberhaupt artet dir ganze stundenlange De- batte zu einer Zwiesprache zwischen den Ungehörigen der beiden sozialdemokra. kifchen Richtungen <m3. Der Mehrheits- fogialP Schöpft in wirft Braß ein ungewöhu. licheS Maß von Dreistigkeit und Unwahrheit vor. Er sagt ihm mtf den Kopf zu, daß er einer der Haupttreiber des Streiks im Ruhrgebiet fei, daß er mit Hilfe von Plünderern unb Gesindel das deutsche Bolk verhetzen wolle. DaS unterstützt dl« mit leidenschaftlicher Erregung vorgetragene Darstellung SchöpflimS mit stürmischem Beifall Bei den UnalchLngigen kommt eö zu lebhaften UnrNbeszenen, bei welchen Frau Zietz die Führerrolle Übernimmt. Schöpflttr sagt unter brausendem Beifall seiner Freunde den Unabhängigen ins Gesicht, daß sie und die ^xrrtakPen ganz gleich feien, nur hätten die Spartakisten den Mut, offen auf- zutteten, während die Unabhängrgen sich bald in die Büsche schlügen, wenn es schief ginge. Der Wehrminister RoSke fertigte Braß in schärf, ftrr Tonart ab mtb spielte auf die russischen Gelder an, die Lohn und di« Unabhängigen zur Entfachung der Revolution nach bolschewistischem Muster erhalten hätten. Es kommt dann wieder zu stürmischen Szenen unb zu stundenlangen! Auseinandersetzungen, bei welchen die Unabhängigen ausgesprochen« Neigung zeigen, Obstruktion um jeden Prets zu treiben. Lohn spricht über die rufst- scheu Selber, die er von Ivffe erhallen hat. Er sucht die Sache als harmkos dargustellen, ober RoSke nagelt fest, daß Joffe die Führer der Un» abhängigen vor der gangen Jnternati-onale als Lügner hin gestellt habe, weilsie geleugnet hätten, russische Gelder empfangen zu hoben. Di« Zietz kreischt HP sterisch daKvfiche«. Sie wird zur Ordnung gerufen. Zwischen Cohn und mehreren mehrhettSsotziaidemovatischen Abge- ordnete« kommt es zu einer stürmischen privaten Auseinandersetzung von Bank zu Bank, gegen deren Tumult auch der PrSfident längere Zeit kaum etwas mrszuvkh- len vermag. Durch die Annahme eines An- mgeg auf Schluß der Debatte wird endlich diesem ungemein traurigen Spiel em End« gemacht. Das ^iehrgesetz wird dann gegen tzi« Ltimm«a.her ünabhsnaiLeu ie
Dsrschieöung der preußischen Lande-Versammlung? tDrathbericht)
Weimar, 28. Februar. Die Lage, die durch die große Streikbewegung in Mitteldeutschland geschaffen worden ist, hat sich im Laufe der letzten vierundzwanzig Stunden verschlimmert. Die Einkreisung Weimars ist fast vollendet. Auf den verschiedenen Bahnlinien, die nach Weimar führen, wurden die Schienen aufgeriffen und dabei der Bahn- derkchr unterbrochen. Das Bürgertum in -den größeren Städten ist fast durchweg in eine Gegenstreikbewegung ein getreten. Der Verkehr ruft dort vollständig. Dost- unb Telegraphenbetrieb ist dort eingestellt. — Der Parka- mentszug, der gestern früh von Berlin nach Weimar abgekassen worden ist. war mehrere Stunden vollständig verschollen. Er ist über Dresden umgeleitet worden und kam nach erheblichen Schwierigkeiten am späten Abend in Weimar an. Das Reichsministerium hat gestern wieder über die Lage beraten. Dle Regierimg ist entschlossen, die Machtmittel die Ne besitzt, xur Wiederherstellung der Drb* nung anzuwenden. Rach Lage der Dinge wird aber vor Sonntag oder Montag ein Um. schwung nicht herbeizuführen sein. — Die Preu- ßksche LandcSversammlung wird wahrscheinlich der «rgenblicklichen Derhälttttffe wegen vor- läufig verschoben werden müssen.
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General Merker schwer mißhandelt.
Weimar, SS. Februar. (Drahtbericht). MS General M e r k e r ank der Durchreit-- von Gotha nach Weimar vor dem Garnisonkomnmndo in Ersurt hielt, um mit den dortigen militärischen Stellen sich zu besprechen, sammelte sich eine erregte Menschenmenae um feinen Kraftwagen. Die in dem Fahr trug befindlichen Offiziere wurden wörtlich und tätlich beleidigt, MS Merker daS Gebäude ver. ließ, wurde er umringt und geschlagen und durch einen Stich am Kopfeverletzt, kodaß er sich in das Garnisonkommando zurück - ziehen mußte. Um 11 Uhr setzte der General in Begleitung von Mitgliedern deS Arbeiter- und SokdatenraieS, die die Menge beruhigten, die Reise nach Weinrar fort. General Merker ist inzwischen in Weimar eingetroffen.
Mrzbarg unter Spsriakus.
Plünderungen tn Bamberg und Augsburg.
Weimar, 28. Februar. Aus Bayern sind in Weimar sehr ernste Nachrichten etngetroffen.
Würzburg befindet stchinderHandder S p a r t a k i st e n. Zu den schwersten Aus-schrei. ttmgen kam es in Bamberg und Augsburg, wo die K i r ch e unb i>a$ bischöfliche Palais gestürmt und auSgeraubi wurden. Der Bischof von Augsburg konnte nur das nackte Leben retten. . Die bischöflichen Kleinodien wurden gestohlen.
Schwierige Regierungsbildung.
München, 28. Februar. (Drahtbericht). Auch die gestrige Nachmittagssitzuna deS Rätekon- nteffeS hat die Berfassung noch nich 1 gebracht. ES fit ein Anttao von sämtlichen Parteien mit Ausnahme der äu&erftcn Linken unterzeichnet worden, der besaut, daß der Landtag auS Gründen feiner eignen Sicherheit In Anbetracht der Bolksstimmung vorerst vertagt fei und die Tagung des provisori- fchen Nittionalratcs für abgeschlossen erklärt wird. Ueber eine WieVrreinbenttung der Ra- ttonalversanrntlung entfdieibct die revolutionäre Skegirrunq des BolkSstaateS Davern gemeinsam mit dem MfionSauSschuß. Die jetzig« Tagung der Arbeiter-, Soldaten- und Bauern- täte stelle den provisorischen Nationalrat des BolkSstaateS Bayern dar, doch soll von der nächsten Sitzung ab der pro- viforifche Nationalrat auS 210 Mituliedern bestehen und von dem Arbeiter-. Soldaten- und Bauernrat in 8 Klaffen nach den von dem Zrn- -?äT*ui bekannt zu gel aden Rickttin'on zu wählen sein. Der zur röatzrnng der Geschäfte zu wählende MttonSmfSslbust, dessen Mitglieder jederzeit vom vrovisorficken R"fionalrnt atzge nifctt werden können, bildet einen Zentralrat, dessen Mitglieder dem AktionmSsckmh verantwortlich find und von diesem ablerufen werden können. Der Kongreß der Arbeiter-, Bauerft- und Soldatenrätt wählt ein neueS Ministerium unter Hinzuziehung eines BauernbündlerS als LandwtttschaftKminister. DaS ganze Ministerium ist dem Zentralrat bezw. dem provisorischen Rattonalrat verantz wörtlich. Bon der Abstimmung wurde feftrze- fiellt, daß selbst bei liberaler AuSleinmq mindestens 76 der anwesenden Ritte alS nicht ausrei- chend und genügend lemmitiett «nerkamn werden konnten. Da man sich nicht darüber einigen konnte, wie diese 76 Mitglieder aut dem Ham« entfernt werden könnten, wurde schließlich die Vertagung auf Freitag vormittag auSge. sprscheu, wo die Tagesordnung zu einem solchen Beschluß führen soll.
dritter Lesung angenommen. Um %2 Uhr wurde Me Sitzung abgebrochen unb itm *Z4 Uhr wieder fortgefitzt. In der ganzen RachmittagS- sitzunq wurde nur bas UsbergangSgesetz in schwerfälliger Debatte besprochen. Es handelt sich dabei um die Ueberleitung der während der Revolution geschaffenen ZnfWde im staatlichen nrtb wirtschaftlichen Leben ta gesetzmäßige Bahnen. Dr. Kr.
Sttett-BerlSngemvg.
Verhandlungen, bann militärfiche Matzimhmen. (Drahtbericht.)
Weimar, 28. Februar.
Der ReichSwehrmimster RoSke hatte wäb- tenb des ganzen gestrigen Tages Beratungen über tote Lage rm mrttelbeuijchen Braun- kohleurevter. Es waren aus verfchiede- hen Teilen des Reviers Abgeordnete nach Weimar gekommen, um mit dem Minister zu verhandeln. Nach Mitteilungen, die tut Reichs- wehrmLnifierium erngegangeu find, trägt der Streik jetzt beretts einen etwas gemäßigteren Charakter. Man kamt für eine Reihe von Ortschaften sagen, daß der Streik sich bereits im Abflauen befindet. Allerdings darf nächt vergessen werden, daß der Dahrtverkehr fast ouSfihWsßÄch eingestellt ist und daß auch in einer <piit$en Reihe von Städten toie Licht- nrtb Wasserwerke stillstehen. Was Gotha anbelangt, fo scheint dem Führer des StteSs, dem unabhängigen Abgeordneten Bock, die Leitung der Arbeiterschaft langsam zu entgleiten. Die Verlängerung des Streiks ist mit vierzigtausend gegen vierhundert Stimmen beschlossen worden. Ueberall mutz fest- gestellt werden, daß dort, wo die Bürgerschaft in den Proteststreik etagetreterr ist, Vie Streiklust ganz bedeutend herabqemmdert worden fit. Heute finden tat ReichSmuüsterrum neue Verhandlungen statt. Die Regierung wird vrit wie verlaut«, versuchen, den Streik durch
Verhandlungen beizulegen nrtb erst, wenn die Verhandlungen zu entern Ergebnis nicht sichren, zu durchgreifenden militärischen Maßnahmen chrc Zuflucht nehmen.
Die Lage in Magdeburg.
Magdeburg, 28. Februar. (Drahtbericht.) Gestern mittag veranstalteten die Kommunisten eine Versammlung auf dem Domplatz, in der zum sofortigen Generalstreik aufaefordert wurde. Dann h-ogen einige hundert Teilnehmer. denen sich einige Abteilungen Pionier« an» geschloffen hatten, nach dem Krupp-Gru« fon - Werk. um dort den Generalstreik M erzwingen. was ihnen hier aber ebensowenig gelang wie bei- den anderen großen Fabriken. Die Streikenden zogen wieder ab unter Drohungen, di« Werke zu stürmen und zu dem Generalstreik zu zwingen. Die meisten Eisenbahnarbeiter haben ihren Dienst wieder angetteten.
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Lebhafte Sh»arLaku-:Agttati»n.
Berlin, 28. Februar. (Drahtbericht.) Von lommuniMsch-spartakistischer Sette wttto wiederum lebhafte Agitation getrieben, deren Ziel eS ist, die am 6. März zusammen- tretenbe preußische Landesversammfiung mit einem Generalstreikzu begrüßen. Wie von gewerkschaftlicher Sette mitgeteilt wird, werden hauptsächlich Betriebsversammlungen in den letzten Tagen sehr zahlreich einberwfen. Auch wird in großen Mengen ein Flugblatt verbreitet, das der Regierung und den MehrheiMozia- lfittn den Vorwurf macht, an der Ermordung Eisners die Hauptschuld zu tragen. An vielen Fällen sind gegen Arbeiter, die sich d«ser Agitation unzugänglich zeigen, terroristiiche Zwangsmaßnahmen in Aussicht gestellt worden. — In den Spandauer Munitionsfabriken find eine Amz-chl Maschinengewehre durch Spartakisten entwendet worden. Flugblätter des neugebildeteu roten Soldaten- bundes fordern in Groß-Berlin xum politischen, Äeneralstteik für den März aut-
Kriegs-Maßnahme».
Bericht über das letzte Halbjahr 1918.
Kassel, 28 Februar.
In der gestrigen letzten Stadtverordnetem Versammlung Würbe ber neunte Halbjahresbericht über die stäbfischen Kriegsmaßnahmen erstattet. Ueber den Bericht bei Kriegskom- mfision berichtete Stadtverordneter Hoffmann und stellte die Tatsache voraus, baß ber Magistrat keine neuen Kredite aufor- beM; er hofft, mit ben bisher bewilligten Mitteln auskommen zu können. Ob bas möglich sein wirb ...tz Dann teilte er mit, was getan wurde .um bie Kriegerfamilien zu untere stützen, um bie Kinder zu kräftigen und um der Wohnuugsmangel zu beheben. Alle Vor- bereitungen zum Bau von Wohnhäusern sind getroffen. Die Möbel der vereinigten Schrei, nermeister erstellen sich eines guten Abfatzes. Die Arbeit des Mieteinigungsamtes hat erheblich zugonommen. Was bie Lebensmittel anbemfft, so hat Stadt». Hoffmann das Emp. finden, daß wir noch recht, recht trüben Zeiten entgegensehen! Der Besuch der Kriegskücken hat derart abgenommen, daß diese Einrichtung in einiger Zeit eingestellt werden muß. Don den KriegSausgaben wird wohl ein sehr großer Teil bauentb der Stadt zur Last fallen. Zum Schluß verwahrte sich der Berichr- erstatter gegen bett im Wahlkampf erhobenen Vorwurf, bie Lebensmittel feien nicht gerecht genug vertefit worben. Ueber die Tätigkeit der Lebensmittel-Kommission berichtete Statowerorbneter Hans Wild- Durch die infolge ber Abrüstung des Heeres und die firnd- licke Besetzung der westlichen und südlichen Ge- bie^tefie des Reiches verursachten Verkehrs- störungen konnten Lebensmittel trotz verhält» niSmäßig nicht geringer Zuteilung mst scklep« pend an die Bevölkerung gelangen. Der
Umsatz der Markthalle
c-uf dem Frisdrichsplatz belief sich auf 1O36 5OT Mark. Sauerkraut fittvet nicht den genügenden Absatz bei der BevMerung. Das bärgt wohl damit zusammen daß jeder Haushalt selbst viel Sauerkraut eingenmcht hat. Was die Kartoffeln anbelangt, fo ist ttttereffant, daß bie Hälfte bet Bevölkerung sich durch direkten Bezug vom Erzeuger erngedeckt hat. Große Klage wird über Fäulnis der Kartofieln gefiihrt. Diese Beobachtung fit auch ta den städtischen Lagern zu machen, aber diese unterliegen fortgesetzter Vea>ufiichtigung dttrch Sachverständige. Km über daS gewöhnliche Maß hinausgehender Verderb ist nicht festzustellen. Mit BestiM- atmg ist festzustellen, daß die Bevölkerung vor schweren Störungen in der Milchversorgung verschont blieb. Der Umsatz an Fleisch nrtb Wurst belief sich tat abgelausenen Halbjahr auf 4 782 452 Mark. Daß tote KMertbelieferung trotz aller Schwierigkeiten nach den Novemberereig- nfisen fo gestaltet wurde, daß die Stadt Kassel vor Erschutterlmgen des wirfichastlichen Lebens. toie Einstellung van lebensnotwendi-gen Betrieben und sonst wichtigen Jntoustriebetrie« ben int Gefolge haben würde, verschont bKeb, ist zum Teil auf tote städtischen Kohleu-Sonder- züge zurückzuführen. In ber letzten Zett wur- den täglich rund 1500 bis 2000 Zentner städtisches Holz abgesetzt. Bürgermefiter Brunner stellte in Aussicht, daß dieser neunte Berich nicht der letzte sein Wirb. Allerdings ist toie
Kriegswirtschaft im Abba«.
Der Bürgermeister zollte dem Statistischen Am Anerkennung. Die Schulsammlungen gehen ihrem Ende entgegen, ebenso die S-ftchhersteb lungSwerkftütten. Im Laufe des nächsten Halb- jmhreS wird kein Mangel an Schuhmachern und hoffentlich auch nickt mehr an Leber bestehen. Die Tätigkeit ber KriegsunterstützungSkommif- sion hat sich sehr vermindert. Früher brauchte sie monatlich toreiviertel Millionen, jetzt kaum nach 60000 Mark. Dann dankte er allen, bie ihre Arbeit und »Zeit aufgewendet baden, um bie Bevölkerung über bie schwere Zett httttveg- zubringen, besonders den Mitgliedern der Kvm- mWonen, allen städttschen Beamten und ben Angestellten ber Kriegsorganfiationen. Die Beamtenschaft hat ihre Pflicht in vollem Maße getan! Sehr richtig betonte Stadtverordneter Hauschrlbt. baß man an ein baldiges Bes. fertoetben noch lange nicht glauben kann. Wenn früher gesagt werden kannte, wir in Kassel leb- ten noch immer besser als tn anderen Städten, so gM auch hierfür toas Wort: ES war einmal'...! Außerordentlich trostlos sieht bi* Flefichversorgung auS. Die .Schwarzschlachtun- gen“ haben tn geradezu skandalöser Weise zu-, genommen. Bie« Bürgermeister hessischer Ort«! sind tat ber Erfassung deS Notweudiaen nicht! mit gutem Beispiel vorangegangen. Es wirb jetzt von A.- und S^Räten mit der Eutfew bungvon
Militär auf» Santo gedroht? Wette Kreise ber fiädtfichen Bev ölfi, mag find geradezu zum Hamstern gezwungen Dieser Mißfiond muß beseitigt werden. SU Qualität unserer Margarine fit einfach