Kassckr Neueste Nachrichten
Kaffeler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 72. gernfrreiset «r mtd SSL Mittwoche 26. Februar ISIS.
S. Jahrgang
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Um die Regiemngs-Gewalt in Sayern.
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Sie alten Rivalen.
Amerika gegen Englands Handelspolitik.
Die letzten Rachrichte» zeige« tarntet bet* fitfier, das nach Aufhören der gemeinsamen mÄitiirischen Interessen sowohl in England als auch in den Dereinigten Staaten sich sofort die alte Mvalität eingsstellt hat: Englmrd möchte den lange behauptete» ersten Watz behalten, und bemüht sich, fernen durch den Krieg schwer ae- schädigten Handel Wieder aufzurichten, wobei eS sich nicht scheut, die jahrzehntelang vertretenen Prinzipien de» Freihandels da. wo eS not tut. auffzugeben, und im versteckter Form ein Zollfchutzshstem etnsussthren. Die Amerikaner anderersertS. die mehrere Aahve hindurch die ungewohnte Rolle eines Beschützers Englands mit großem Erfolge spielen durften, halten eS für ihr gutes Recht, amch in Zukunft Hauptver- sorget der Welt zu sein, und fie denken nicht daran, die einmal errungenen Dorteile gutwillig aufz-naebrn. Sie beanstnmchen jetzt erst recht, trnerngeschränft Handel mit England, seinen Kolonien und der übrigen Welt zu treiben, und sind sehr ausgebracht, wenn man Ar England dogtant Maßnahmen gegen amerikanische Dmn- ptag-Methoden zu treffen, nm seine noKeiden- bert Industrien auch gegen Amerika zu schützen. Slnfanq Februar belegte die englische Regierung eine ganze Reihe Artikel, die zurzeit nur von den Vereinigten Staaten in nennenswertem Umfange hergestellt werden, wie zum Beispiel Schube und Stiefel, mit dem Tinsuhrverb t> t. ohne die Bundesgetwffen vorher zu befrage» oder zu verständiger«; nicht einmal die Botschaft in Washin gimt war von der geplanten Ernfsthrunq dieser Maßregel unterrichtet worden. ES ist verständlich, daß die savon betroffenen amerikanischen Fabrikanten darüber sehr aufgebracht waren und sich sofort an ihre Vertreter tat Kongreß und tat Senat um Wahrung ihrer Interesse» wandten.
Wie ein Londoner Blatt sich aus Dashtag- ton drahten läßt darf W besonders tat Senate geübte Kritik an den englischen Maßnahmen nicht leicht genommen werde». Sowohl Rspu- 'MSancr tote Demokraten ergingen sich ta scharfen Angriffe« gegen England, die an die erregte Sttamnrng vor AuSbruch d«S Krieges erimnerten. Senator WeekS. Vertreter von MaffachufettS mit feinen zahlreichen Mesen- SchrchfaLriken, brachte eine Resolution ein worin die Regierung ersucht wurde, in London ttvecks Beseingung oder Milderung deS Einfuhrverbotes vorstellig zu werden. Er erklärte, daß das Einfuhrverbot zwar nicht btrcK gegen die Vereinigten Staaten gerichtet und wohl dazu bestimmt sei, der englischen Industrie wieder auf die Beine zu helfen, aber entscheidend sei nun einmal, dich die Handhabung der Verordnung der amerikanischen Industrie schweren Schaden zuKge; jetzt sei öS für Amerika nötig, seine eigenen Angelegenheiten aufmerksam zu prüfen und seinen Handel gehörig »u schützen. Senator Lewis (Minoisl wies darauf hin, daß die von dem Einfuhrverbot betroffenen Waren nur in den Bereinigten Staaten hergestellt würde«, und er warnte die englische Regierung, eine Politik fortzusetzen, bte tu BergeltungSmaL« ahmen führen müsse: „man möge tn London Nicht unnötig den Geist von 1812 herausbeschwören".
Senator Reed. Missouri, ein Demokrat, richtete die heftigsten Angriffe gegen England, daS klmerAa großen Dank schulde: kaum habe eS sich aber von dem deutschen Kriegsungeheuer befreit, so richte eS eine Mauer zum Schutze fernes Handels gegen das Volk aus, das ihm tu Hilfe geeilt sei Es sei zu verstehen, daß die EuglSnder jetzt selbst für sich sorgen wollten: wenn man aber jetzt eine Art Ileber-Nation errichten wolle, mit England und Frankreich an der Spitze, so würde diese ihre Macht genau ht dem Sinne gebrauchen, wie eS England bereits allein tue, nämlich, um sich HandelSvor- teile gegen den Rest der Wett zu sichern. Daraus entstehe Krieg und blutige Vergeltung: um den Frieden zu erhalten, dürst man nicht in die Rechte der einzelnen Staaten erngrerfen. Man müsse jeden sein Geschäft allein treiben kdssen, sonst entstehen neue Kämpfe; man solle die Völker allein lassen und ihnen nicht dreinreden wollen. Senator Werts schloß: .Wenn dann ■rrrertb ein Volk ent Einfuhrverbot erlassen will schön und gtrt. man kann Gleiches mit Gleichem vergehen, und keiner braucht sich deshalb anf- "regen. Mr müssen aufwachen. Wenn die Lräumer toeistrträumen, so könnte der Tag kommen, an dem das amerikanische Volk sich aus einem Kreis von Intrigen und aus entern Stahl- und Feuerring befreien müßte, den die Feinde (!) während seiner Träumerei bildeten.* Andere Senatoren, sowohl Nevu- Ättaner wie Demokraten, gebrauchten eine ähn- siche deutliche Sprache. Viele Leitungen der Union erklären, daß das Einfuhrverbot nur ein »ersteckteS Schutzsvstem darstelle, als das eS in England selbst ton den Fabrikanten aufgefaßt werde, daß oder die Londoner Regierung aus Rücksicht auf Me FreihLMer «tat wage, ihre
PökMk affe» tmrq-tttvgett. Dste von Senator Werks etagebrachte Resolution wurde zunächst auf unbestmmtte Zeit vertagt, doch ist die a «f - gebrachte Stimmung nicht beschwichtigt worden. U. D.
Ser Spartakus-Bund.
AuS dem Münchener Wirrwarr (Drahtbericht.)
München. 25. Februar.
Der Spartakus-Bund hat sich unter Vorsitz Dr. Levien» als selbständige Regie.- rung Bayerns konstituiert. Aufrufe deS Spartakusbunde» fordern das Proletariat zur Festnahme der Mitglieder der sozialistischen SoalttionSregierung auf. Die Kommunisten verfüge« über etwa taufend Bewaffnete.
Wenn sich diese Meldung bestätigt, — und »ach den iroritegertben Angeiche« ffk tat daran zu zweifeln — trennt bedeutet daS neue Beu- Wicklungen und Schwierigkeiten, Über deren Lösung sich nichts sagen läßt. Die breite Masse deS ländlichen Doves ht Badern Wird fick die- fen Terror der Minderheit nicht gefallen lassen. Wüt der vorläufigen Räte-Rogieüung, mit den Truppen, die sich für eine Koalitionsregierung erklärten, wird Spartakus in schärfsten Gegensatz geraten. Wahl zeigen sich Anfänge einer Reuokdmtng. aber ob sie durchdringen, oder ob nicht dar turbulente Durcheinander von neuem und noch schlimmer anhebt. dar kann zur Zett kein Mensch «mch nur annähernd Voraussagen.
Die vorlSufige R8te-Resti»e«ng.
München, 25. Februar fDrahtberichff. Die bürgersschen Zeitungen dürfen heute ntleder zum erstenmal erscheinen. Die neue bayrische Regierung ist vorläufig eine Räte. Regierung unter der Erekmivgewalt der Soldaten- und Arbeiterräte. Der Landtag soll demnächst wieder zusammentrcten und, wie die Münchener Bettungen versichern, eine neue Regierung bilde«. Die Zeus« der Zeitungen übt bet Münchener A- und S^Rat aus.
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Ungeklärte Lage in München.
München, 25. Februar. fDrahtberichff. Die Lage in München ist noch wenig geMrt. Eine Enffcheiduttg kann nicht erwartet werden, bevor nicht der Räte-Kougreß zufammenirrtt. Man weiß nicht, ob fifixtferuta Wieder eht Minister- Präsident, oder ein Ministerium ernannt wird, oder ob man nur PolkSbeauftragte bestimmen und welche Wirkungskreise ihnen übertragen werden sollen. Gegenwärtia arbeite« alle Ministerien weiter wie bisher. Die Mini» ster sind aus ihren Posten gSblteben. Für den Posten deS Ministerpräsidenten kommen mehrere Persönlichkeiten in Frage. In unterrichte- ten Keeffen nennt man Dr. Mu eh lau den ehemaligen Direktor der Kruppsschen Werke. Außer diesem hat auch no-t> Friedrich Wilhelm Förster, der bekannte Münchener Pädagoge und Pazifist gute Aussichten. Außer diesen beiden nennt man noch Rechtsanwalt Kauff- maun, einen spartakisti-sch angehauchten Intel' lektnellen. der bisher keine Rolle spielte.
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Ztalianische Trupps« gegen Baheen?
Wren, 25. Februar. (Drahtberkchti. Rach einer Blättermeldung auS JnSbruck treffen dort Tag und Rächt itakieuische Trup- petttranSvorte ein, die nach bet bay. rischen Grenze weiter gebracht werden.
Sitetegienmg in Sachsen?
Generalstreik. — Absetzung der Offiziere.
(Drahtb-richt.1
Dresden. 25. Februar.
Hier laufe« Gerüchte nm von der bevorstehenden Proklamier««« der Räte- Regierung in Sachse«.' Diele Gerüchte sind aber nur mit Vorsicht aukunebmen. Fn Pirna ist der Generalstreik erklärt worden. Sämtliche Offiziere tourten abgesetzt. Eine Abordnung deS Arbeiter, und Soldatenrates erschien gestern nachmittag beim sächsischen KriegSmini^rium und verlangte die sofortig Entfernung sämtlicher Ofst- ziere, da man nicht mehr für deren Leben Sicherheit leisten könne, angesichts der Erregung über die Ermordung EisnerS. Die ErUschei- dung deS KriegSministerS ist noch unbekannt.
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Der Gsthaer A.« nnd S.-R«t>
Gotha, 25. Februar. kDEbericht). Bisher ist hier die Auflösung deS Arbeiter» uyd SoldatenrateS uW die UeLerMrung des widerstrebenden Znfanteriebataillons, die Auslieferung der unberechtigt ta» Heeresdienst
veEebenen Personen, die Rückgabe von sieden, hundert Gewehren, fünf, tita fünfjig schweren Maschincugewehren und vierLunderttaulend PatroMn durchgesslhrt Es fehlen noch fünfhundert an die Arbeiter verteilte Gewehre. ® e neral Merker ist bereits abgezogen und hat nur drei Kompagnien zur Bewachung der wen. vollen -HeereSgütes (darnnter sechshundert Flugzeuge) zurückgelassen. Das Gewerffchasts- kartell besteht jedoch auf völligen Abzug der RegierungStruppen. Infolgedessen sind dte Verhandlungen gesch eitert und der Beamten- und DLraevstreik hält noch an. DaS gc. somitz Wirtschaftsleben ist gestört.
Sie Lage in Haben.
Reue Putschversuche.
-V ; (Doochrbericht.)
starlsrsthe, 25. Februar.
Die Lage in Baden ist ««verSu- bett In Mannheim must der BelageruugS- zustand noch aufrecht erhalten werden, da dort die Verhältnisse noch nicht geklärt sind. Gestern früh schien auch dort Ruhe und Ordnung rote- der einzutreten. Die Zeitungen erschienen. Der allgemeine Verkehr war wieder aufgenormnen. Tagsüber versuchte« jedoch spaetakisti- sche Elemente «e«e Putsche. Webe, setzten gegen 11 Uhr abermals das Telephon- und Telegraphenamt nnd schnitten dadurch den Verkehr ab. Um drei Uhr mittags waren sie toieber aus bat TelephonSmtern vertrieben. In Erwartung »netterer Putsche nmrden mittags zwölf Uhr in Mannheim fast alle Läden geschlossen. Die Bettungen erschienen abends nicht ES kant zu kleinen Zwischenfällen und Schießereien. Sei den Tags zuvor stattge- fttttbesw Kämpfen mn di- ^BolkSMmme- wurde ein MehrhettSsozialist getötet und fünf Personen schwer verletzt Die zum Schube der Regierung in Karlsruhe eingetroffenen Truppen der FreiwiMgett-Garnison Bruchsal sind hier »er- bliebe« und halten da» Minifierimn, die Post und die öffentlichen Gebäude besetzt
tot Rmmz-stetieset.
Zur Ordnung der ReichSstmrnze«.
tDoahtbertchtl
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Zvtwiuli, 2D. f^üTTOT.
Die Finanzlage des Reiche» ist auch «ach Bewilligung der FünfmU^wechzig. Milkardenkredite durchaus noch nicht auf festem Boden. Das kommt daher, daß rin sehr erheb- kicher Teil dieser fftnsundzwanzig Milliarden bereits auSgegehen ist. Das Hauptbestreben der Reichsleitung must dahin geben, auch in die gesamte laufende FinanWebahrung wieder Ordmma zn bringen, «ns diesem Grunde beal>sick»tigt die Regierung «He wir erfahren, der Nationalversammlung demnächst noch vor der großen Pause ein Finanznvtgesetz vorzulegen, das einen vorläufigen Haushaltsplan »ikr Richtlinie aufstellt
Segen Srrdergerr Behatchtung.
Ein Protesttelegramm. (Drahtbericht)
Berlin, 25. Februar.
Die Rordwesifiche Gruppe der deutschen Eisen- und Stahlindustriellen hat folgendes Telegramm an die Rationalversammlung gerichtet: .Wie wir aus Berichten über die Ra- tionalversammlung ersehen, hat der Reichsmi- nister Erzberger die Behauptung aufgestellt daß unsere Gruppe an ihn ein Telegramm gesandt hätte, worin sie die Drohung ausspräche. Sachverständige für die Verhandlungen der WaffenstillstandskomMssion nicht zu entsenden, falls nicht Herr Hugo Stinnes als Sachverständiger hinzugezogen würde. Wir erklären demgegenüber, daß ein solches Telegramm von uns niemals an den Reichs- minifler Erzberger oder irgendeine andere Stelle gerichtet worden ist und legen hierdurch Vertvahrung dagegen ein. daß derartig unwahre Behauptungen durch einen deutschen Reichsminister verbreitet werden.» —Die Ratl. Korresp. faßt im Anschluß hieran noch einmal bett Sachverhalt zusammen und gelangt dabei zu folgender Schlußfeststellung: .Herr Erzberger bat entgegen seiner ht der Nationalversammlung und vor der Oeffentlichkeit mtsgestellten und aus Anzweifeln festgehaltenen Behauptung kein Telegramm und auch keinen Bries deS von ihm bezeichneten Inhalts seitens der Nordwestlichen Gruppe erhalten. Er hat daher auch nicht unter einem .Terror' irgendwelcher Art gestanden und eS ist somit erwiesen, daß er amtlich und öffentlich Behauvtungen ausgestellt hat, die nicht den Tatsachen entsprechen." — WaS sagt nun önberaext
Leber die Verfassung.
Preuß begründet de« Entwurf. (Drahkhericht unsere» Parlament Mitarbeitersü
Weimar. 24. Februar.
WaS t« der Montagssitzung der National verscrumckuna vor sich ging, war mit seinem unruhigen Anstatt nur das Vorspiel der großen Handlunigen, bte sich In der nächsten Zeit in dem gesetzgebenden Parlament für Deutschland vollziehen müssen. Um die endgültige Re tchSverfassungwerden starke politische und parlamentarische Kämpfe zu führen sein. Die Wichtigkeit deS zur Behandlung stehende» Verfassung^roerkeS drückte sich mehr in der großen Zahl der anwesenden Minister, als in dem Besuch der Hauses aus. Mit dem Minister- prästdenten Scheide«an» an der Spitze sind erschienen Preuß, RoSke, Gothein, Wels und Wissel. Wenn man geglaubt h» de« sollte, daß wenigstens bei dieser Frage Einigkeit darüber vorhanden fei, daß möglichst rasche Arbeit geleistet werde, so hat man eht* mal nicht mit der TattS der OWruktionspoli- tilei gerechnet Die GeschSMordnungs-Akroba- ten Haase und Cohn widersprechen der Beratung deS VerfassrmgSentwurses, weil die Vorlage noch nicht drei Tage in den Häüden der Abgeordtteten fei. Der Präsident und die Führer der bürgerlichen Mittelparteien machen getarnt», daß es sich ja heute nicht um eine Beratung, sondern nur um eine mündliche Begründung deS Staatssekretärs Preuß Handl«. Dian solle diesen Weg eittschlagen. ttm die Ar- bett zu fördern. Gegen die Stimmen der Unabhängigen und der Rechtsparteien wurde dies« Auffassung anerkaamt Hu recht lebhaften Szenen kam es, als von fetten der Unabhängigen auch gegen die sofortige Beratung der Wehrvorlage Einspruch erhvd-n nntrbt. Nach der GeschäftSordimng kann friefer Puntt nicht zur Verhandlung kommen, wenn fünfzehn Mitglieder widersprechen. Bel der Mbftrmmung erhöhen sich Mit den Unabhängigen auch die Mriglieder der Rechtsparteien, was stürmisch« .Aha^-Rrrst in der Mitte und Knks hevvorrief. ES ist also nicht möglich daß über die neu« Wehrvorlage jetzt schon veichandett tottd. Der Vorschlag zeigt daß auch Wer diese« Gegen, stand recht lebhafte parlamentarische AuSetaan. dersetzmchen zu erwarte« sind. Ministe, Preuß gkbk dann in längerer Rede eine Begründung zu dem zur Beratung gestellten Entwurf. Er spricht zwei Stunden lang Wer alle Etazelhetten deS Entwurfes. Seine Ausführun- r ftttd sachlich aber «ngemeiu trocken, sodaß
daS Haus ht größerem Umfange nicht zu fessel« vermögen. Auf der RegiertmgStridünr und tat Saal kümmert man sich recht totntc um das, was Preuß ausfühtt. Gras Dosa- dowsky beantragt am Schlüsse die Atishandi gung der Preußschen Rede tat Stenogramm mtd dieser Wunsch fand allsettige Zustimmung
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AuS dem Sitzungsbericht.
Präsident Fehrenbach eröffnet die MH zung; «ruf der Tagesordnung stehen Retzhswchr. gesetz, VerfassungSgesetz.
Präsident Febrenbach fchSSgt dem Hazch die Umstellung der beiden Ge-genMudc vor. Gegen die Stimmen der Deutschnattonalen und der Unabhängigen entscheidet die Mehrheit des Hauses, die Begründung deS VerfassungSgesetz. entwurfeS durch den FnnenMtaister Dr. Preus entgegenzunehmeu.
Innenminister Dr. Preuß: MS ich die vor- läufige Verfassung vorlegte, war ich keineswegs sicher, Ihnen schon noch verchäliniSmäßig kurzer Zett den endgiltigen Verfassungsentwurf als einstimmigen Beschluß der Reichsregirrung vor. legen zu können. Ich verkenne nicht, daß der organisatorische Grundgedanke nicht ht klarer Eindringlichkeit restlos durchgeführt werde» Tann. Die republikanische StaatSform, die Durchführung der Demokratie sind aber restlos und ht gerader Linie in diesem Entwurf eitthatten. DaS deutsche Vott steht zum ersten- mal bt seiner Geschichte vor der Ausgabe, den Grundsatz zu verwirklichen: Die Staatsgewalt liegt beim Volke. Schon daraus ergibt sich die Unmöafichkeit, einem Wunsche nachzugeben, der vielfach in der Oeffentlichkeit geäußert worden ist, dem zu einem neuen Staat umgebildeten Staatswesen den Namen der Bereinigten Staa, ten von Deutschland zu geben. Dieser Gedanke würde zweifellos in aerinaem Maße einen pao tikulartstischen Rückschritt bedeuten. DaS neu« Reich ist trotz dieses Namens aber gerade at» gründet auf dem Gedanken der Reickseinbett, eht Freistaat, eine Republik, die in jeder Hinsicht wahrlich tat Vergleich mit jeder anderen Republik und Demokratte sich nicht zu schämen braucht. So wagt es dann auch bte Verfassung, in ihrem ersten Artikel vorzusMagen, dem neuen Reiche neue Farben zu Geben, neue Far- den, die freilich alt sind auch für wettere Kreis« unseres Volkes Gefühlswerte babem schwarz, rot-gold. D« deutsche Republik bekemtt sich in ArtLel drei zur Gektmra de» Völkerrechts. Der