Nr. 71.
Neunter Jahrgang.
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Beilage.
Okwlfag, 25. Februar 1919
hatte, nahm Smith am sogenannten Mormo- nenkrieg teil, wo Poungs freiwillige Armee gegen die Truppen -er Union kämpfte. Ober- banpt der Kirche wurde Smith 1901 nach Snow.
1846 nach Utah begeben, wo Brigham-Doung die Mornronenkirche errichtete. Nachdem er eine
Aus einem Privatbrief.
Ein Pri-vatbries, geschrieben von einem »eutschen Herrn. der von Juni bis M'tte Dezember ges..äs-li-.b in Pcte- sbura w Ute, schil- dert sehr anschaulich die entsetzlichen Zustände in der Petersburger Hols-. In-dem Schreiben heis ■ es wörtlich folzci-' -aßen: Ich will Dir in Kürze berichten, in welchen Tenfils b-rund die BÄschüvM Petersb >rg gestürzt haben. Atz ich im Inn! au? d m halbverhungerten Oesterreich nach dem mehr als knappen Deutschland über Stockl-rlm in Petersburg ankam. wunderte ich mich daß dort die Leute so wehleidig waren itnb ent ihre entschwundenen fetten Sclüisseln jar. merken. Es war damals durch- miet nickt schlimm .jedenfalls besser als in Oesterreich. Seit Mitte Oktober fotzte die totale Hungersnot ein. ‘T'-a die Räteregierunz auf allen Seiten von Gegnern und Weißgardisten umgeben fit, börje jegliche Zufuhr au», und die Boschewili - Regierung bemä*ttgte sich aller Vorrat • laicht nur der Lebensmittels im Lärche, we sie nur an die ich: neu und die Rote Armee avMbt. Es gibt fet Petersburg keinen einzigen rffenen Laden und kein Geschäft.
W-r (d>c Bürger, Professoren, ArRokrwen, Arvokaten, Schriftsteller, Kaufleute w'w.i bekommen — und auch das nicht einmal täglich — zwei Stück stinkende Heringe ZNgewiesen und mitunter etwas kickendes Dürrgemüfe. Kaufen kau man nun nichts mehr; alle Restaurants sind behördlich geschlossen. und der Dchleichhan- vel Hai völlig ausgohört. da jedeS Haus und die Straßen von der Noten Armee kontrolliert werden. Mso. Hundertod dem Bürger! Damit
An alle Leser in der Provinz die die Zeitung durch die Post erhalten und die für den Monat März noch nicht weiter abonniert haben, möchten wir im Interesse einer pünktlichen Lieferung die höfliche Bitte richten, die Bestellung für den Monat März
i'cherzeugt fern, daß man eine energische und '.ntellrgoute Person vor sich hat.
Aus aller Wett.
Tod des MormonenhSuptttn-S.
Betrauert von seinen fünf Witwen, 43 Kindern und 90 Enkeln ist der Mormonenhäicht- ling Josef Smith der Jüngere im Wie: von achtzig Jahren in Utah gestorben. Er war ein Vrudersohn de» ersten Mormoneupvopheten gleichen Namens und einer der wenigen Ueber- lebenden aus der stürmischen Gründungszeit in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Smith war 1838 zu Cartago in Illinois gehören, wo sein Vater und dessen Bruder von der Bevölkerung getüncht wurden. Seine Mutter floh mit ihm nach Naltvoo; von dort mußte sie sich
nm noch tagelang, höchstens vielleicht noch einige Wochen so mitmachen. Ich bin aber geflohen. weil ich keinem Helsen und nützen konnte, frt Wochen in entnervender Erwartung des Ergriffen- und Erschossenwerdens lebte und feit lnaasm von meiner Familie ohne Nachricht bin. Meine abenteuerliche Fahrt kann ich Dir hoffentlich einmal mündlich erzählen. Den 13. Dezember vergesse ich in meinem Leben n'ch» wieder. In Finnland ist es teuer, aber alles 'm. Ueberfluß vorhanben. Ich erhole mich lang- s-rm von den Schrecknissen und Entbehrungen und gedenke, Mut und Humor nicht zu verlieren, was mcch weiter kommen möge: — Zu dieser Schilderung des Grausens ist jeder Kommentar überstüfstg. Dies- Zeilen sprechen Bände und sie lehren uns deirtlich, was uns bevorstünde ,w?nn es unseren Bolschewisten gelänge, ans Ruder zu kommen und die Macht an sich zu reißen.
Unter seiner Leitung hat sich die sonderbare Institution besonders in wirtschaftlicher Hin- i'cht sehr entwickelt. Wie fast alle führenden Mormonen war er ein sehr smarter Geschäftsmann. und seine Leitung einer Menge großer Unternehmen soll sowohl ihm selbst, wie seinen Anhängern gewaltige Summen eingebracht haben. Als die Regierung der Vereinigen Staaten vor einigen Jahren Maßnahmen traf, um die Vielweiberei auszurotten, von der die Mormonensekte offiziell Abstand geimttmett hatte, wurde Smith mehrmals wegen Vielweiberei angeklagt, aber er kam jedesmal mit verhältnismäßig geringer Buße davon. Sein Nachfolger ist Herbert Grant, Wer dessen Fa- milienverhülinisse nichts bekannt ist.
Buntes Allerlei.
Dis Sltefte Stadt.
Die Orientalen nennen Damaskus, »Die Perle des Ostens", die älteste Stadt der Welt. Sie wird ständig in der Bibel genannt, und es gibt Beweise dafür, daß sie bereits 1400 Jahre v. Ehr. bestand. Reisende nennen es „das schmutzige Damaskus", denn seine Geriiche sind inannraftcktig und stark, und die Straßenfeger hohen feit langem aufgchörr. zu arbeiten. Damaskus ist der Schauplatz vieler Ereignisse feit Dcwids Zeit gewesen, als es von ihm erobert wurde. Der Verlust an Menschenleben betrug bei dieser Gelegenheit 22 000 Mann. Aeghpter, Kreuzfahrer und Türken kämpften abwechselnd um die Stadt, sodaß sie eine der meist um* kämpften Städte der Welt geworden ist. Die Bazare von Damaskus sind reich und weltberühmt. Damaszener - Stahl, Waffen. Seiden, Parstim^und Juwelen sind die hervorragendsten Waren aus dem Markt. Die größte Schönheit von Damasktrs liegt in feinen Bäumen, Gärten und Weinbergen, die ein Gebiet von 60 Quadratmeilen umschließen. Sie werden von den Wasserarmen bewässert, die durch die Stadt
gestellt worden. Sie erhalten freie Kost und Logis und fük den Tag sechs Mark Lohn. Sie arbeiten lmuvrsächlich bei den Durchforstungen
* Großer Hcringssegen. Wie dem Hamburger Frenwenblatt aus Cuzhaven telegraphiert wird, sind große Herings- und Lprotten- schwärme vor bezw. in der Außenelbe angetroffen worden. Von zwei Fischerfahrzeugen sind bereits zweitausend Pfund Heringe gelandet. Darmrshiu ist die gesamte Segelftscher- ftotte, die seit längerer Zelt in Bereitschaft lag, ;um Fangen ausgefahren. — Ob wir etwas von dem Degen abbekommen werden?
* Schwarze Pocken in Baden. Infolge der weiteren Verbreitung der schwarzen Blattern m Baden-Baden hat die Stadtgemeinde die Be- volkerung aufgefordert, sich einer Tckmtzpocken- rmpfmrg zu unterziehen, welche üuf Kosten der Stadt au-geführt wird. Die Zahl der Pocken,- frattien hat bisher acht nicht überschritten. Im badischen Lande überhaifbt treten die Blattern in vier Amtsbezirken auf und zwar beträgt die Gesamtzahl der Kranken etwa 25.
♦ Die „Rechtspflege" der Franzose«. Ein Pariser Blair meldet, daß der deutsche Industrielle Roechling Wegen Ankaufs von gestohlenen französischen und belgischen Maschinen zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist.
* FleckfieberMe in Dresden. Wie von stadtbezirksärztlicher Seite bekannt gegeben wird, tft seit der Demobilisierung eine Häufung von Fleckfieber in Dresden sestzustellen. Die Zahl der seit Anfang November bis jetzt gemeldete» Fälle beträgt 17. Die meinen Personen sind infiziert von auswärts zugereist, doch haben sich bedenklichcrweife in den letzten Woche« auch Personen in Dresden angesteckt, so zwei Frauen, deren Männer „ungelauft" in ihre Familien zurück-gekehrt wären, und mehrere Militärpersonen in einem Massengunrtier.
*' Keine Maskenbälle. Urner dem HiiüveiS auf das „bis aufs Blut gedemütigte und wirtschaftlich ruinierte Deutschland" verbot der Landrat von Usingen bei Frankfurt am Main für den Kreis Usingen die Abhaltung von Maskenbällen oder karnevalistischen Vergnügungen. Ferner wurde den Schankwirten bei Androhung der KougefsionSentziehung verboten, in ihren Räumen die Abhaltung von Glücksspielen zu dulden.
» Ohne Gas und Wasser. In eine äußerst kritische Lage ist die Stadt Verden geraten. Durch den Kohlenmangel mußte die Gasanstalt geschlossen werden, und nicht genug damit, macht noch der Magistrat bekamri. daß auch daS Wasserwerk stilliegen müsse, weil der zum Pumpen des Wassers benötigte Elektromotor reparaturbedürftig ist. Die Stadt steht also vor einer schwerwiegenden Katastrophe.
* Massenhinrichtungen in Rußland. Eine Londoner Aieldung von bestunterrichteter Seite bestätigt laut Züricher Zeitung, daß die Massen- hinrichtungen in Petersburg und Moskau fort» dauern. Etwa achthundert Persorten wurden in den letzten drei Wochen erschossen. Die Gefangenen werden meist in Reih und Glied gestellt und in Begleitung von Militärmusik von lettischen Soldaten füsiliert. Das -Schicksal der Arbeiter ist trostlos. Täglich sterben in Petersburg .Hunderte, sodaß die Bevölkerungszcchl unter sunfhunderttaMsend znrückgegangen ist.
aus vi: Kirchhöfe, um Gräber au3 dem Schnee iu schaufeln (es sterben täglich Lausende) oder um die Kasernen der Roten zu reinigen oder vm schwere Lasten zu Meppen. Auch Achtzigjährige werden nücht geschont. Nahrung wirs nicht verabfolgt, und die Behandlung ist eine derartig?, daß drei bis vier Tage genügen, um das Opfer »n das Jenseits zu bringen. Weiter sind V rhef'unoen und Erschießungen mehr als je an der Tagesordnung. Als genügende Be- schuldigung gelten nicht nachweisliche Spekula- fin-n. irgendeine erfundene Zugeböriokeit zu einer Miseren Bastei, angebliche Schimpfreden über d:e Bclschcwiki usw. Manchmal wird nickt einmal ein Grrmd dazu gesucht, der Bur- scha (Bürger) wird an die Wand gestellt und niedergeknallt. Die Hinrichtung besorgen, nachdem die russischen Soloaten längst diese Heu- kersdiensie verweigert haben, Chinesen, bisweilen auch Letten.
In den Bürgermohnungen werden, natür- flch ohne Bezahlung, Kommunisten einquar- tierr. Die Möbel und alles Inventar der Wohnung gehören der Konmmne. kein Stück barf ohne Erlaubnis der Kommissare aus der Tür gebracht werden. Geld, Schmuck. Wertpapiere. Kleider und etwa vorhandene Lebens- mittel werden bei den nächtlichen, sich immer wiederbolendm Haussuchungen hoeggenommen. Petersburg, das 1917 noch etwa 2% Millionen Einwohner hatte, zählt fetzt nickst ganz 800 001 Stelle Dir vor, in welcher Verfassuna die Bürger unter solchen Umständen veaetieren. besonder? bfr älteren Leute. Ein einfacher Tannen- farq kostet 850 Rubel, ein Pferd mit Wagen zum Kirchhof 1200, das Schaufeln des Grabes 150 Rubel usw.
Als ich entflohen war und glücklich in Wi- Horg (Finnland) aitlam, erkannten mach meine Verwandten nicht mehr, so zmn Skelett war ich «bgemagert. Das ist nicht arg und kann wieder anfgefiillt werden, aber die richtig Verh-mrdern- den quellen auf. DaS ist grauenerregend. Ver lente Gesichter, gedunsene Wangen, die sich Über die Mundwinkel blähen, und Glieder, die keine menschliche Form mehr haben. Ws ich Abschied nahm, mußte ich mir sagen, daß ich hie meisten meiner Verwandten und Freunde wohl z,rm letzten Male sehe. Sie können es
Srfrwrr«« Kartoffeln.
’ Zur Verwendung erfrorener Kartoffeln gibt ein ftanzösischer Gelehrter eine neue Methode an. Läßt man die Kartoffeln auftauen, so verfaulen sie sehr rasch. Der Gelehrte rät, sie bei mäßiger Hitze im Öfen zu trocknen (große Stücke müssen i chgeschnitten werden), wobei die Schicht von Zeit z« Zeit gewendet werden mutz. Die Ofentür soll etwas offen bleiben, bannt der Wasserdanchs abziehen kann. Wenn die Kar- tosfeln hart wie Hokz sind, werden sie heraus- genommen und luftig aufbetoabr. Zum Gebrauch werden sie mit einer genügenden Menge Wasser gekocht. Sie werden dann fast zu Brei und sind vollkommen geniekhar
Schwimmend« Vulkane.
Die Zahl der treibenden Minen ist andauernd im Steigen begriffen und gefährdet die Schiffahrt außerordentlich. Stürme zersiören die Minenfelder und die ihres Ankers beraubten Minen treiben mm mit der Meeresströmung: alle europäischen Meere sind mit ihnen durchsetzt und nach und nach greift diese Minen- rprdemie auch attf den Ozean über. Um die Meere von ihnen zu befreien, hat man Retz- frscher anqeworhen, die die Minen heraus- fischen. Man bedient sich hierzu eines Instruments, das aus zwei, durch eine Metallschere gezogenen Eifenkauen besteht, mit deren Hilfe das Metallseil durchscknitien wird, das die Mine am Anker festhält. Ist das Seil durchschnitten, so steigt die Mine zur Wasseroberfläche tttt'b kann durch Flintenschüsse gesprengt werden. Mer nicht immer arbeiten die Metallscheren in der richtigen Weise; zuweilen bleibt das Seil an dem Anker hängen und reißt ibn gleichzeitig mit der Mine los. Es bedarf bann außerordentlicher Vorsicht, bett Apparat von
D rttner Rauber-Nnwefen.
Die Unsicherheit in Berlin wächst von Tag zu Tag. Mit ben gefährlichsten Waffen ausgerüstete Räuber in Uniform und in Zivil plündern sowohl bei Rächt wie am Hellen Tage Wohnungen und Geschästslokale, machen bte Landstraßen unsicher und erbeuten riesige Werte-. Nur zum fleinsten Teile gelingt es, die Banden zu fassen, die bei weitem meisten entkommen und können sich ihres Raubes in Sicherheit freuen. Man kann ruhig fagen, baß es sich schon um einen offenen Krieg ber gesetzlosen Elemente gegen Leben unb Eigentum hanbelt und daß außerordentliche Maßregeln notwendig sind, um diesem unerträglichen Zustand ein Ende zu machen.
* Eisenbahnunfall bei Chemnitz. Aus Chemnitz wird telegraphiert: Auf dem Bahnhof Wil- lischthal fuhr ein von Buchholz nach Chemnitz fahrender Personenzug auf einen dort haltenden Güterzug auf. Von letzterem entgleisten zehn Wagen, vom Personenzug fünf Wagen, die ineinandergeschoben wttrben. Eine Hilssznas« schaffnerin mürbe getötet, fünf wertere Personen fckwer verletzt.
* Offiziere als Waldarbeiter. Wie aus Hannover gemeldet wird, sind tu einigen Forstbezir- ken in der Lünebintger Heide neuerdings Offiziere auf eigenen Wunsch als Waldarbeiter cm
Ausgang nicht gesperrt ist, und fliegt das Volk daun noa> nicht aus, so soll man cs ftr Ruh« lassen, denn die Völker, die anfangs zögern, an dem allgemeinen Ausflug teikzunehmen, end wickeln sich gerade am besten und schnellsten, wenn mail sie nicht durch Anwendung von Ge waltmitteln aus ihrer Ruhe stört.
» Homberg. 24. Februar. (Neuer 2mtbraL) Zum neuen Landrat unseres Kreises Würbe als Nachfolger des jetzigen Landeshauptmanns von Gehren der Regierungsrat Freiherr v. Fra icke, der den Kreis bisher kommissarisch verwaltet«, gewählt.
* Hofgeismar, 24. Februar. (Aufgefundener Flüchtling.) Der kürzlich als vermißt gemeldete Rentenempfänger Debus aus dem HessF scheu Siechen-hause ist in Kassel als obdachlos a Ufas griffen und der Anstalt wieder zugeführt Worden.
* Eschwege, 24. Februar. (Errichtung eiiw Räudegaözekle.) Eine Räudegaszelle für räude- krankes Vreh wird in der Stadt Efchwege durch die Kreisverwaltung in neuester Zeit aufPsstellt werden.
<= Wolfhagcn, 24 Februar. (Berufung.) Bür. aermeister a. D. Schneider ist als kommissarischer Bürgermeister nach Steinau, Krei- Schlüchtern, berufen worden.
* Wibbershaufen (Kreis Hersfekd), 24. Febr. (Schlcke und Grippe.) Die hiesige Schule mußt« wegen der in erschreckender Weise, besonders sinter der Schuljugend, austretenden Grippe ge- Massen werden.
* Widdershausen a. d. Werra. 24. Februar. (Vor ber Gemeindewahl.) Reges Interesse wird der am 2. März stattfindenden Gemeindevertretungswahl entgegengebracht. Die Arbeiterschaft, in der sich im Laufe des Wahlkampfes eine Spaltung vollzogen hat, hat zwei Kandidatenlisten in Vorschlag gebracht, während die übrige Einwohnerschaft, vorwiegend Landwirte, nur eine Liste ausgestellt hat.
* Fulda, 24. Februar. (Schweinemarkt.) Der gestrige Schkveinemarkt war mit zwölf Ferkeln und elf Läufern beschickt, welche, ha die vorn Regiemsngspräsidenten festgesetzten Höchstpreise hier noch nicht amtlich bekanntgegeben waren, zu außerordentlich hohen Preisen von den Händlern — die Viehzüchter fehlten — angeboten wurden. Obschon eine Anzahl Käufer erschienen waren, wurde kein Stück abgesetzt.
* Wanfried, 24. Februar. (Folgenschwer« Nnvvrsichngkcit.) Infolge Hantieren? mit einem Geschoßteil wurden zwei junge Bicrschen verletzt; dem einen wurden Glieder des Daumens und zwei Finger der linken Hand abgerissen, der aitber»- erlitt Verletzungen am Oberschenkel itrtb Arm
* Wanfried, 24. Februar. Mangel an Saatgut.) Bekanntlich ging im Juli 1918 hier eint schweres Hagelwetter nieder, durch welches ein großer Leck der Ernte, insbesondere die Halmfrüchte, fast völlig vernichtet wurde. Die Folgen davon machen sich besonders jetzt in stettg steigendem Maße bemerkbar; es mangelt an Saatgut für die Frühjahrsbestellung, an Kartoffeln ist eine wahre Not, und Hülsenfrüchte sind fast- gar nicht da. Der Mangel an Saatgut bereitet schwere Sorgen unb legt die Befürchtung nabe, daß ein Teil ber Grundstücke nicht wird bestellt werden können.
A«S den Rachdee-Gedieten.
• Münden, 24. Februar. (Protest dgr Aerzte.) Die Aerzte ber hiesigen Modi protestieren öf- fentlich dagegen, daß die Einwohner aufgefordert werden. Möbel und andere Gegenständ« zur AuSschmück'mg der Räume des hiesigen Quarantäuelagers für heimkehrende Offiziere abzugeben, weil durch Möbelbergabe die Gefahr der Übertragung von Krankheitskeimen auf die Bevölkerung, trotz Desinfektion, gegeben fei. c
* Münden, 24. Februar. (Besitzwechfel.) Die der Firma Charrier unb Göbel gehörigen Grundstücke gingen für den Preis von 65000 Mark in den Besitz des Herrn Kaffeehausbesitzers Karl Dietze über.
* Efchwege, L4 Februar. (Todesfall.) Im hohen Alter von einundneimzig Jahren starb unterc Mitbürgerin Frau Therese Lutz.
aber die Ausrottung der Intelligenz schneller-, uit- iwniwimaui« cuwnc. nuu-uem ei cuu vor sich gehe, wird jeder, der nicht zur Parieij Zeitkmig als Missionär auf Hawai gewirkt der Kommunisten gehört, zur Zwangsarbeit geholt, gev'öhnlich nachts aus dem Bett. Direkt
Aus der Heimat.
De» Ausflug de» Biene«.
Dos Anreizen der BienerivöKer zum Ausflug bei Gelegenheit des Generalreinigsurgs- ausfluges tst eher schädlich als nützlich. Wie in vielen anderen Fallen legen auch hier die Imker die H-and an, um die Natur zu verbessern. Sobald ein Volk den Flug nicht eröffnet, wenn die Nachbarvölker bereits fliegen, reizen sie durch Sinfpritzen von erwäruttem Honigwasser und durch andere Mittel zum Fliegen und bedenken nicht, daß das betteffende Volk noch kein Bedürfnis $um Ausflug hat. Hat der Imker alle Hindernisse tocggeräumt, ist das Flugloch voll geöffnet, sodaß die warme Luft sftrgehin» bett einbringen kann, hat er es von toten Bienen und Genrüll gereinigt, sodaß ihnen der
rinnen und bie, tote sich ber Bibefleservielleicht erinnert, im zweiten Buch ber Könige genannt werden, wo erzählt wird, daß der Syrische Heerführer glaubte, vom Aussatz befreit zu werden, wenn er in dem Flußwaffer badete.
Sie Fra« und her Schirm.
(Eine kleine Charakterstudie.
Woraus hat man nicht schon den Charakter »er Menschen erkennen wollen! Von Lavaters Physiognomik und Galls Phrenologie an sind immer neue Versuche gemacht worden, ans äußeren Kennzeichen auf den inneren Gehalt des Menffs)en zu schließen. Den beiden g-enann- un schloß sich als dritter Wisseuschaftsz-Weig die Graphologte an, aber dann kommt die große Reihe der Dpietereien, die sich damit beschäf tigen, nach den Verrichtungen des täglichen Lebens oder ans Aeußerlichkeiten der Körperbildung ben Charakter zu ergründen. Da beachtet man die Form der Fmgsr, besonders des Dau. mens, die Art, wie jemand seine Zigarre raucht, frie er den Fahrschein in der Straßenbahn behandelt usw. Emen neuen Trick hat ein englischer Schriftsteller, der es besonders auf die krauen und ihr Verhältnis zum Schirm ab gesellen hat. Er behauptet:
Eine Frau, btt ruhig mit aufgespauntem Schirm weitergeht, selbst weim es lange ausge- |ört hat, zu regnen, ist sicher eine tüchttge Ha*s- jptttcr, oder em Mädcken, mit guten Anlagen, nnen Haushalt zu führen, sehr sparsam und fleißig. Ein Mädchen, das feinen Schirm eng zrrsanunenrollt, imbelirmmert darum, daß er Muh naß ist, wird sicher eine alte Jungfer. Krauen, die ihren Schirm me zusammonroven, ndern ihn immer locker umberflkrttem lassen, werden irte kn ihrem Sehen reich, und wenn d«S <8»ld aus sie niererreguen sollte. Ein Dtäd- chen, d-.s feinen S«htrm ost hinter sich her zieht, hat einen häßlichen Charakter; mmi darf Ihm nicht glauben, es har eine scharfe Zunge, die den Rächswn nicht schont.
Das lebensfrohe, immer lustig« Mädchen da- wgen trägt seinen Zchrim unter den Ann ge- flrnnnt, ben Handgriff so hoch wie möglich über dl« Sckulrer hinausgeschoben. Sieht man eine Frau, die ihren Schirm so trägt. t»4e der Man seine Lanze, wenn er damit ficht, fe> kamt man
diesem bedeutenden Gewicht zu befreien, denn die Mine ist mit 175 Kilogramm eines ungewöhnlich starken Sprengstoffes gefüllt. Dieser Augenblick ist der gefährlichste für den Mmen- sischer. Dje durch Minen während deS Krieges hervorgerufeneir Schrffsverluste sind weitaus größer, als man gewöhnlich annimmt. Die AnM vor dem U-Boot war bei unseren Feinden so groß, daß sie dem Gedanken an andere Versenkungs-Möglichkeiten nur wenig Raum gaben. Daß häufig bei Versenkungen kein Sehrohr eines U-Bootes wahrgenommen wurde, schuf bei ihnen die Mär von U-Booten ohne Sehrohr. Dieser Irrtum ließ unsere Gegner aitrft im Unklar->n über die große Anzahl von Minenzerstörern, die wir während des Kriege» besaßen. Die Art und Weise, mit der sie bi« Ahmen berausfischten. ist von der früher angeführten Methode nicht wesentlich verschieden- Es wird mehrere Jabre dauern, ehe es gelingt, von allen Minenfeldern Kenntnis zu erbalien; noch längere Zeit aber wird vergehen, bis bic Gewässer von den Tausenden von tteibenden iOttncn befreit sind. Die Seeleute, die mit dem Auffischen der Urin en betraut werden, verdiene» mehr als Dankbarkeit. Sind sie doch die Est» zigen, die auch nach dem Krieae noch ihr Leben Wägern nm den unsichtbaren Feind zu bekänw- sen, ber die Seewege sperrt.