Nr. 69.
Rennte» Jahrgang.
MMMMMklW
Sonn-arend. 22. Fehrnar 1919
hat, steht noch nicht fest.
* Auch tat Tode verei und demseDen Tage g,
rwren an rin nachdem es
der Tieren im Lebendgewicht von Mehr als *26 Pfund bis 35 Pfund 4 'Warf bei Tieren ti?t Lebendgewicht von niebr als 85 Pfund bis y) Pfund 3,50 Mark. Beim Verkauf von Ferkeln durch den Diehhalter oder Züchter auf dem Markte oder durch Wiederverkäikfer darf der Preis für das Pfund Lebendgewicht his -$> Pfund 5.50 Mark, bei einem Lebendgewicht von mehr als 50 Pfund bis 35 Pfund 1,40 Mark, und bei erneut L-bewdg schickt von mehr als 35 Pfund bis SO Pfund 3,80 Mark betragen
* Eine vornehme Vereinigung. Ans Heidelberg wivd geschrieben: Das Heidelberger Reservelazarctt „Mönchhoffchule- führt in fernen Lösten einen Sair.-Unteroffiz-ker Kaffer, emeit Scm.-Unlteroffizier König, einen San.-Dokdaten Fürst, eine Maschinenfchreiberiir Graf, einen Patienten GdSkmann: das mit ihm vereinigte Lazarett „Lehrerseminar" ebenso einen Patienten Herzog. Gewiß eine illuftre Gesellschaft — und das alles im Zeitalter der Revolution!
. * Eine teuere FüMimmer-Wohnung. Ein höherer Beamter, der nach Helstngsors versetzt war und sich dort eine Wohnung suchten mußte, erzählt Folgendes über seine Erfahrungen: Er suchte eine Fünfzimmerwohnung, die in Friedenszeiten achtzehnhundert Mark gekostet hätte,
Aus der Heimat.
Die Ferkel-ASchstvreise.
Nach der nunmehr erschienenen Verordrmtlg des RegierungS-PrWdenten darf der Verkauf von Ferkeln nur nach Leberchgewübt erfolgen. Beim Verkauf von Ferkeln durch den Piebhatter oder Züchter (ab Stall) darf der Preis für das Pfund Lebendgewicht nicht übersteigen: bei Tieren im Lebensgewicht bis 20 Pfund 5 Mark,
Aus aller Welt.
Etrrr bewegte Tell«uff8hr«ng!
Recht unangenehme Störungen erlitt vor einiger Zeit eine „Wikhelm Teil" - Aufführung im Potsdamer Schauspielhaus, wie man aus einer Berliner SchöffengerichtsverharMung ersehen konnte. Die betreffende KlaMervor- stellnng war auf der Galerie mehr Äs aus-ver- kaust. Schon die ersten Auszüge wurden durch lebensgefährliches Gedränge auf dem „Olymp" gestört. Gegen zehn Uhr erreichte oben die Hitze ihren Sisdepimkt. Bierflaschen kreisten zur Abkühlung frei im Theater umher. Diese etwas sonderbare Abkühlung während einer Tell-AuMhrnng scheint bei einer Theaterbesucherin, der 24sahrigen Berta Haak aus Potsdam, die bereits das dritte Fläschchen vor sich liegen hatte, eine etwas miklafstsche Stimmung hervorgerufen zu haben. Gerade tönten von der Bühne die Worte: .Durch diese hohle Gasse muß er kommen/ als die H. eine gefüllte'Bierflasche erhob und mit voller Wicht gegen die Schläfen ihrer Nachbarin lvsschlug. Diese sank blutüberströmt zu Boden und wurde von Sanitätern verbunden und nach Hause geschafft, Sie lag längere Zeit krank darnieder. Die »klassische Besucherin" wurde vom Potsdamer Schöffengericht wegen gefährlicher Körperverletzungen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.
* Kleinalmerode A. Februar. (Gestohlenes Pferd.) Auf lbent Landwege zwischen Riesle und hier verkaufte vor kurzem ein Soldat ein Pferd Da dos Tier in Kassel gestohlen war. wurde es dem Käufer wieder abgenommen, der nun hinter seinem (Selbe das Nachsehen hat.
* Fulda, 21. Februar. (Ter erste Schweinemarkt.) Der erste diesjährige Schweinemarkt eröffnete nette Ansuchen. Zufuhr: 6 Stück Preise 200 bis 250 Mark für ein kleines Ferkel 'Und über 500 Mark für einen Läufer.
- * Allendorf (Kreis Kirchham), 21. Februar (Zlnn Kaplan bestellt.) Diözesanpriester Senn Hard Sätet von hier, bisher Lazarettoeist- kicher in Lüdenscheid, wurde zum Kaplan in Dermbach bestellt.
* Hersfeld, 21. Februar. (Diebstahl beim Regiment.) Dor einigen Tagen wurden hier zwei braune Pferde ttnb ein .Kutschwagen gestohlen. Das Dragoner-Regiment 15 in Rotenburg, dem das Gefährt gehört, erleidet durch den Diebstahl einen Verlust von 10 000 Mark. Als mutmaßlicher Täter kommt ein W^rde- bändler in Betracht, nach dessen Verbleib zurzeit Nachforschungen angestellt werden.
* Frankfurt, 21. Februar. (Erfaßtes Diebes, paar.) In der vorigen Woche wurde bei einem reichen Herrn in Koblenz ein Einbruchsdiebstahl verübt, bei dem bett Dieben eine Geldkassette mit rund dreihunderttausend Mark in deutschen Banknoten m die Hände siel. Als Dieb lau, die MMrkae Ella Hohmann in Frage, die kurtz nach Enstdeckimg der Tat Koblenz verlassen batte und mit ihrem Geliebten, dem 30jährigen Sans, mann Franz Flohr, im Aura über Limburg nach Gießen gefahren war. Von hier reiste das Paar nach Frankfurt, wo es in einem der ersten Hotels nunmehr verhaftet wurde. Den zweitägigen Aufenthalt in Frankfurt hatte das Paar bereits zu fürstlichen Ei nkLnfen von Pelzen und Sckmuckstrckstn im Werte von annähernd 50C00 Mark weidlich ouSgenützt. In feinem Besitz fand man noch 150000 Marl. .
* Wiesbaden, 21. Februar. (Gegen bic fron« wüsche Verfügung.) Zwei Tagelöhner tour, bat zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilst »eil sie ihre Revolver nicht itbgeliefcrt hatten.
* Höchst, 21. 'Februar. (Verbot der stanzö. fischen Besatzung.) Die ftau-ösiscke Militärvrr- waltmrg verbot ht Zukunft jedwede Abboltmw von Gesstngsstrnden und Tanzvergnügen.
A»S ven Nach»ar-G«bi,tcn.
* Göttingen, 21, Februar. (DaS schetdungS- lustige Göttingen.) 176 Ehescheidungsverfahren • schweben gegenwärtig vor dem hiesigen Gericht.
Ama Zakowletta.
In der Stadt des Grauens.
Uetiee dl- c<tabe»n 1r»ftlosco Zustande, tote fle fich »nie* der Zeersctzast der Bel- sSewicki in niugiüubbtrauiaebi'bet haben, find bereit« jaijteeietje erschütternd» erbU berengea gegeten werbt«. Ser nach- fteScnt« Bericht zeigt die grauenhafte Lage, in der sich Petersburg begnbet.
Noch vor wenigen Wochen, ja sogar Tagen gewann man aus den Blättern des In- und -lluAlandeS den Eindruck, Daß es um den russischen Bolschewismus schlecht bestellt fein müsse. Pon überall her kamen Nachrichten über Nie- derLrgei- der Sow-jet-Truppcn. Wenn aber auch vieles davon unrichtig und übertrieben war, so steckte doch ein gang Teil Wahrheit dahinter. Per allem ist es Tatsache, daß in Rußland die Gegenrevolution von der Entente mit Geld, Waffen, Munition und Truppen reichlich unterstützt, aufs kräftigste ihr-Haupt erhoben hast Die Reaktion folgte jedoch auf dem Fuße. Die bokschewisttschlM Streitkräfte hatte man stark unterschätzt, sie errangen wieder Erfolge und ge -rten dem Vordringen des Feindtzs (wie gum l1 eftviel in Estland und im Kaukasus) Halt. Der neugedrldete »Rat der Beneid!gung der Arbeiter und Dauern in Rußland" nahm die erschlafften Zügel kräftiger denn je in die Hände und an seine Spitze stellte sich ein junges Weib, eine „Prophetin^, die zur Verwirklichung ihrer wahnsinnigen Ideen vor keinen Greueln zursickschreckte. Ein Rasputin an Schwärmerei, an Grausamkeit ein Robefpierre. Und all dies in den Körper eines 21jährigen Mädchens gekleidet, lieber ihre Herkunft und Msiammiina ist nicht viel bekannt. Wer wer kümmert sich heute in Rußland um derartige Bagatellen. Sie ist eben da und das genügt. In je mehr Geheiumisse sie sich zu hüllen versteht, desto besser für sie; denn der Russe liebt cäs Geheimnisvolle. Das ist es, was ihr An- 6ängcr schafft, die in ihr di-e Joanne VAre der jungeu Mfsischen ist e publik verehren und ihr blindlings ergebet! sind. Anna Jakowlewa ist heute daS Losungswort der »Roten Garde" und druckt Petersburg ihr schreckliches Sie» Sri auf.
Der Fremde, der vor oder auch noch während des Krieges ju der Rewastädt weilte, wird di« ehemalige Residenz des weißen Zaren nicht wftdcrciSennen. Tod, Derwüstmtg und Granen blicken aus jedern Winkel. Das blaue, müde Licht des WintermorgenS sieht die großen Prv- spefte leer. Zerrissen«.' Flugblätter. Glasscherben, herabgefallenes Gemäuer bedecken das vernachlässigte Pflaster. Die Häusermaueru sind von Maschittensewehrkugeln durchlöchert und vielfach sieht man einen klaffenden Riß in einer Fassade, die wüste Spur eines Polltreffers. An bett meisten Straßenecken sind Barrikaden errichtet, vor denen koreanische oder chinesische Posten mit ausgepflanztem Bajonett Wache hallen. Ihre Schlitzaugen scheinen sich über di« Perwüstung zu freuen. Sie erblicken in ihr vielleicht mit Recht die deutlichen Anzeichen des Perfalles der Weißen Kitlturwelr. Hie und da stößt man vielleicht auch aus Gruppen betrunkener Rotgardisten, die singend und pfeifend durch die menschenleere Sttaßen ziehen. Rach einiger Zeit beginnt es sich dann in den Nebengassen zu regen. Bleiche, ausgehungerte Gestalten schleichen an den Häusern entlang, scheu um sich blickend und jeden Augenblick gewärtig, von einem heimtückischen Geschoß getroffen zu werden. Die Armen sind aus der Suche nach Rahrmrg. mit Geld ist nichts mehr $n erreichen. Täglich werden in Petersburg 90 Millionen Rubel gedruckt, die fast gar keinen Wert mehr haben. Rur mit den alten Romanow--Rubein oder allenfalls den K er ensft - Scheinen und Coat- pons der Kriegsanleihen tft noch etwas zu er« reichen. Aber dies Gelb ist sehr selten geworden und ist in sickeren Verstecken hgei*wo in ecr Provinz ansb.wahrt oder befindet sich ito Äuslande. Es ist nicht übertrieben, wenn mau rnninmtt, daß täglich Hunderte von Menschen
an Unterernährung zugrunde gehen. Die Neugeborenen sind zu 90 Prozent gestorben.
Im Laufe dos. Tages durchziehen mut Patrouillen der .Roten Garde" die Stadt und suchen ttach „Verdächtigen". Der Namenszug per Jäkowlewa steht unter ihren 'Vroflripttons- listeu, und was nod> an Offizieren, Beamten e?er ehemals wohlhabenden Bürgern des alten Regimes vorhanden ist, wird fortgeschleppt, um hingerichtet zu werden. So sind erst unlängst nieder övO Offiziere an einem Tage erschossen worden Das ist die Arbeit, die hente in Rußlands Hauptstadt geleistet wird. Und dem schrecklichen Tag folgt die noch schrecklichere Stacht. Stock flüster liegt das HLusermeer da. Auch hinter den geschlossen':! Fensterläden bremtt kein Licht. Fett und Talg wird, wenn vorhanden, zitr Nahrung gebraucht, Petroleum kommt nicht herein und für die Gaserzeugung ist keine Kohle da. Vor wenigen. Tagen waren die Elektrizitätswerke noch zwei Stunden täglich tätig, doch nun ist auch dies eingestellt worden. Und in den dunklen Räumen der Bürger- rmd Arbeiterwohnungen sitzen die Lent« zitternd nn-d frierend. An Schlaf ist nicht zu denken, denn jederzeit können Rotgardisten einl>ringen£ die unter dom Lorwande. nach Waffen zu suchen oder die Wohnungen besetzen zu ntüssen, dte ün- ^lsicklchen Bewohner unbarmherzig auf die Straße treiben, nachdem sie sie mißhandelt, vergewaltigt und beraubt haben. So irren denn halbwahnsinnige, hysterisch schluchzende Frauen ht die kalte, finstere Winternacht hirr«ls aks Opfer jener Bestie in Mädchengestalt: Anna Jakowlewa. Unb doch strömen ihr Begeisterte zu, finden sich Menschen, die sie verherrlichen. Das ist echt russisch. Und auf all den Jammer, auf dies grenzenlose Unglück blicken spottend die ewig grinsenden Fratzen der Besatzungstruppen.
* Hofgeismar, 21. Februar. (Aus dem Sie« chetchaüs entfernt.) Ein Insasse des Hessischen Seichenhauses, der Rentenempfänger Debus, hat sich am Motttag aus der Anstalt entfernt und ist bis beute noch nicht nach hier zurück- gekehrt. Die Diechenhansverwaltttug bittet, etwaig« Angaben über den Verbleib des geistig nicht normalen Mannes nach hier gelangen zu lassen. Debus ist 42 Jahre alt, von schwächlicher Gestalt und gebt mühsam an einem Stock.
* Wichenhausen, 21. Februar. (Entkommene Diebe.) Einen Ginbruchsversuck unternahmen vier 2Ränner ht das Lagerhaus des Wirtschafte» amtcs am Rordbahnhof. Als der Sicherheits-, posten bet einem Rundgang nm die Gebäudeeck« kant und die Männer feftzühalten versuchte, setzten sie sich zur Wehr und drangen auf den Posten ein. Bei der Streiterei gelang es den Einbrechern tobet, zu entkommen, auck di« rachgesandten Schüsse des Postens verfehlten
erhielt aber nur ein Angebot von einem Wucherer, der mehrere Wohnungen an sich gebracht hatte. Dieser Mann hatte die Wohnungen protzig Herrichten lassen und forderte eine Jahresmiete von l-500 Mark und zehnjährigen Vertrag. was offenbar Schwindel war. denn solange konnte er garnicht über die Räume verfügen Außer der Miete sollte der Mieter bei Unterzeichnung des Vertrages als Ersatz für die Renovierung 52000 Mark bat hinterlegen.
* Eine jugendliche Verbrecherin. In Rem- sch e i Ä wurde ein dreizehnjähriges Schulntäd- chen verhaftet, das dort und in der Umgebung über dreißig verwegene Einbrüche verübt hat.
* Die Katze als Kaninchenbraten. Von einem originellen Schwindel lobte eine Frau in Grimma in Sachsen. Sie .borgte" wegen angeblicher MäUseplage auf den Dörfern Kat- zen, schlachtete diese und verZauste schließlich m der Stadt das Fleisch als Kaninchenbraten.
* Eine Regimemskasse gestohlen. Aus dem Zahlmeisterzimmret des Reserve-Jnfantertc-Re- giments Nr. 12, das in Altrehfeld bei Krossen an der £6er untergebracht ist, wttrde die Regimemskasse mit fim fnn ddreißsatausmd Mark gestohlen.
* Berliner Berbrechertaten. In ihrer Woh- nung inBetli n ermordet wurde die 39 Iahte alte Privatftau Erna Schüvaudt. Ein Mieter, der unter ihrer Wohnung in seinem .Kontor saß, hörte oben Lärm imd heftiges Aufftoßen mft Geschrei, das auf einen schweren Kampf schließen ließ. Et holte gleich die Polizei. Diese öffnete, fand aber tatr noch Frau schwandt allein und tot in der Wohntnog. Der Kopf zeigte zwei schwere Wunden. Der Mörder war spurlos verschwunden. Ob er etwas geraubt
tauge Iahte in glücklichem Bunde gelebt, ist in Zittau das Ehepaar Lokomotivheizer Hermann Heinze. Bride sind binnen ganz kurzer Zeit der Grippe ertegen.
* Flugpost Dessau Weimar. Der öffentliche Flugverkehr marschiert. Aus Dessau wird gemeldet: Tie Firma Junkers und Co. lJunkers und Fokketwerke bauten während des Krieges Insmftcricschlachtflugzenge) richtet einen kostenlosen Flugdienst zwischen Dessau und Weimar ein, um der anhaltischen Regierung den Verkehr zwischen beiden Städten zu erleichtern.
* Neue Grippe-Epidemie in Australien. Aus dem Haag mribet ein Trahkbericht: Nach einer Dimcsmeldnng wütet die Grippe ht Australien wieder in hohem Grade und stört das ganze Geschäftslebon . Sie habe einige 50 000 Arbeitslose geschaffen, und in Shdnev und Melbourne seien Straßen und Geschäffte verlassen.
* Strafbittote aus dem besetzten Gebiet Folgende Strafen wurden in Wiesbaden von der ftanzSsischen Akilitärbehörde auferlegt: 1. Der Fran Baronin von Neuenstein Rodeck fünf Tage GefänMis und 500 Mari Geldstrafe, weil sie in unbekannter Weise Privatkottespon- denz bei sich führte. 2. Herrn Wilhelm Vogel, Fran Mathilde Vogel und Fräulein Adeline Vogel je 200 Mark Geldstrafe, weil sie auf verbotenem Wege Briefschaften beförbent ließen. Aus-demsellrau Grunde erhielt 3. Fräulein Johanna von Meul 200 Mark Geldstrafe. - - Ein Herr in Königstein, der durch den Fernsprecher einen Bekannten nm Mitnahme eines Brieses nach Wiesbaden gebeten hatte, wurde lvegeu dieser Aertßermtg zu fünf Monaten Gefängnis und 9000 Mari Geldstrafe verurteilt.
Zas ZMd der Rancher.
Leidenschaftliche Zigarren-Antzänger.
Spanien kann noch heute mit Fug wck Reckt das Land Carmens genannt werden, ew weil dort jeden Tag eine schöne ZiaarrerWrcklerin einen leichtsinnigen Don Jssö verführt, sondern weil dort alle rauchen. Die Abgeo-rdne. ten rauchen während her Paria,mentssttzungen and dazu noch auf Kosten des Staates; jeder Spanier ,der sich nn besonderen Auftrage poli- tisck betätigt, erhält nämlich außer der Reift- entschädignng auch eine »Rauchetttschädigung'. In allen staatlichen und städtischen Bureatts raueben die Beamten bei der Arbeit, so rauchen die Soldaten während ihrer Hebungen und die Schutzleute und Gendarmen während des Dienstes; die letzteren siitden es auch natürlich, wenn ein verhafteter Verbrecher auf dem Transport ztkM Gefängnis ruhig seine Zigarre »der Zigarette raucht.
Es rauchen auch b'e Straßenbahnführer, di- Ersenbahnschaffner, die Droschkenkutscher und meist auch die herrscknffrlicken Kutscher: es rr.t- chen die Bettlet, während sie einen in kläglichem Tone um ein Almosen bitten, und es rauchen die Gefftlichen und die Küster in den Pausen des Gottesdienstes, die Damen rauchen in ihren Salons und die Frästen aus dem Volke auf der Straße. Der Briefträger hält, während er von Haus zu Haus geht, um die eingelaufenen Briefe zü »erteileu, ständig die Zigarre im Munde. Wenn man ein Kaffeehaus betritt, (egt der Kellner in ixr weißen Schürze die Zigarre weg, um die Bestellung des Eintretenden aufzunehmen; taunt hat et aber mit seinen, von Nikotin ganz gelb gewordenen Händen das Bestellte gebracht, so zündet er sich die geliebte Zigarre sofort wieder an. Tro? der riesigen Plakate, die in Theatern das Rauchen verbieten, wird auch in diesen Stöcken des Vergnügens ruhig geraucht, weil es keinem einfällt, das Verbot auch wirklich zur Geltung tu bringen. Empfängt doch so- gar der Barbier seinen Kmtden mit der Zigarr^ im Mende, rmd es ist beinahe selhswerstö.n'lrch,
daß er, ivenn er schon einmal beim Rauchen ist, den Gliimmstengel auch während dos Einfeifens und während des Rasierens nicht fortlegt. Der Arzt kommt mir der brennenden Zigarre znm Kranken und läßt sie nur daun auSgehen, wenn er eine genaue Untersuchung des Patienten vorzunehmen bat
Man kann sagen, daß der Spanier nur ht der Kirche nicht raucht, mtb trotzalledem wird durch amtliche Statistik bewiesen, daß der Jahresverbrauch an Tabak auf den Kopf der Bevölkerung in Spanien Hemer ist. als in irgend einem anderen Lande. Die Ursache dieses scheinbaren Widerspruchs ist jedoch leicht zu ermitteln. Der Spanier raucht nämlich nur in der Deffenftickkeit mehr als alle anderen Na- tiouen, weshalb man ihn überall rauchen steht, ztl Hause aber raucht er weit weniger als irgend ein anderer Etrropäer.
Bunter Allerlei.
Ein« Schne««.
Die erwachsene Schnecke, die ihr Haus auf dem Rücken trägt, bedarf keines Nestes. Nur wenn die Zeit der Eiablage heraunahr, grabt sie in sie Erde eine kleine Grube, in die sie ihre Eier legt, und die den aus schlüpfend en Jungen dann für die erste Zeit als Behausung zu dienen hat. Als Rest im wirklichen Sinne des Wortes kann man diese Grube aber natürlich nicht bezeichnen. Run gibt es indes auch eine Schneckenart, die richtige Nester baut und zwar mit einer Geschicklichkeit, die jeden Beschauer ht Erstaunen setzt. Es ist die im Innern der Insel Celebes lebende Schnecke Cocklostvla !«u- vopbthalma. eine im Laubwerk dichter Gebüsche lebende, große und sehr schön oraugerot gefärbte Schneckenart. Nach einem Bericht der Brüder Sarafin stellt sie das Nest aus großen, starken Blffttern her, die sie zu einer Düte formt, indem sie ihren J-uß an die eine Längsseite des Blattes sestklebt und den Kuß dann der anderen Blattlängsseite niffort, wodurch die beiden Blattränder mitehtftnoer verklebt werden. Als Klebemittel dient der von der Fußsohle« abgosoNderte Schleim, der an her Lust schnell
trocknet und dann sehr fest hält. In das auf diese Weift hergestcllt« Rest fegt die Schnecke Mn ihre Gier ab, etwa vierzig SÄck van der Größe reffet Erbsen. Sie vergißt jedoch auch nicht, für eine gute Durchlüftung des Nestes zu sorgen, und zu diesem Zweck baut sie sogar richtige Fenster ein, das heißt, sie frißt in eine der beiden Blatihälften ein Loch, das sie bau« ganz dünn mit Schleim überzieht, sodaß es vers<mof- sin, aber dock llkstdurchlässig ist. Wem« man bedenkt, daß es sick bet diesem Nestbau nm Tiere lmadelt, die keine ausgebildeten Glied- maßen besitzen nutz zur Arbeit nur den plumpen sag. Zuß benützen können, ist eS doppelt zu der- '.mtn'bcrn, daß sie eine verhältnismäßig so komplizierte Arbeit auszuführen imstande sind
Ci» Wshtftratztt.:.
Auf dem großen Wetternsee in Schweden ging vor einigen Tagen ein großer Datnpfer iMs unbekannter Ursache mit Statut rtnb Mans unter. Aus diesem Anlaß berichtet ein angesehener Mann, uemens John E. Svensson, in schwedische:r Blattern rolgendes über einen merkwürdigen Wahrtraum, den er nack seiner Angabe vor sechs bis acht Wochen hatte: „Ich will vorausschrcken, daß ich ein guter freund des verutchlückten Kapitäns Theodor Boija vom „Per Brahe- war und ihn jedesmal, wenn das Schiff in Stockholnc war. zu besuchen oder mit ihm zusammenzutreffen pflegte. In einer Nackt tun die angegebene Zeit sah ich im Traum den Dampfer „Per Brabe" feriig zur Abfahrt an feinem Liegeplatz bei Riddarholm tmd winkte Kapitän Theodor Boija Lebewohl zu. Das Fahrzeug ging rückwärts, schwankte aber sichtbar, bald nach) der einm, halb nach der anderen Seite, und es schien mir, daß das sehr unangenehm aussehe. Als das Schiss wenden und vorwärts dampfen sollte, kcntene -es im Handumdrehen und sank. Am Tage nach diesem eigentümlichen Traum erz'Mte ick ihn mehreren Personen, barunier meiner Frau. Als daun der Dampfer „Hefoarö- auf dem Mälarsee verunglückte, sagte ick sofort: „Das ist mein Traum!" Ms ich mit Kapitän Boija mtb seiner Frau vor feiner letzten Reift nach Jöukömg ztrfommentras, brxicktete Ich ihm mrirtrn Trmrm>
und ahnt« nickt, daß er sich aitf ft firrckfoar« Weift bewahrheiten würde.
*
e»n»er5$s« Vögel.
Ganz seltsame Forntrn der Fottbawegun.^ kann man bet den die Südpolargegenden be- woht«ud«rt Saiferbittguinm beobachten. Mitteilungen Drdgalskis haben die Pinguin« nämlich die EigentümliMeit, sich mtf der M». decke des Meeres durch eine Art Schwimmen fortzubewegen, das sie sehr rasch vorwärts bringt. Sie stoßen sich hierbei mit den Küßen nach vorne und steuern gleichzeitig die Rickrune durch eine emchrechande Halranq ihrer Fkügell Werden sie hntgegen geragt, so tauchen sie -so. fort unter und gleiten nun unter dem Eis« auf dem Wasser halb fliegend schnell weiter, bis sie $n einem Luftloch gelangen, durch das sie dann ganz steil nach oben stechen und, oft bis zwei Meter hoch in die Lust hinaufschnellend, wieder airs Tageslichr kommen, nm nunmehr ihr Schwimmen ans dem Eise fortzufetzen. Häufig kommt es aüerdnchs auch vor, daß die Tiere keines dieser rettenden Luftlöcher autreffen und dann ne.üirlick dem Jäger verfallen sind. Sollst« Fälle sind für die Pinguine mich in anderer Hinsicht sehr gefährlich, frieren nämlich t-i<? Lu-fflöcher int Eist zu. so ist es den Vögeln^nichtz' möglich, zu den Fischen zu gekanaeu. die ibr# einzige Nahrung bilden. Sie müssen dann oft - lvochenlang hungern, bis sich an irgend «nie* Stelle wieder eine Defftmng im Eise bilde!.
Sehnsucht.
Das Land schläft, sternlichtuberreikt: Es scheint die ganze Welt entseeltl Rur meine macke Sehnsucht schweift So weltverwnist und graatgeguah.
Sie senkt ihr Silberstrahlenhaupi, Das ferne J-riedensinärcken sinnt. Und manchmal horcht sie. tvegbestaubt. Hin in den zagen Sternenwind.
Sie ist sich selber fremd und feind. Die hehre Gottheit ijl entschwebt. Doch einmal wird sie ihr vereint: Denn dieses weiß sie: daß sie l-ckss Exanz Manlke,