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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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9. Jahrgang

Nummer 67

Dvnrrerskag, 20* Februar 1919*

Fernsprecher 951 und 952.

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Ser Völkerbund als neues Eulenle-Viiudms.

Vom Völkerbund.

Wilsons Entwurf.

Wohin man sich in diesen Tagen auch immer in der Betrachtung außenpolitischer Dinge wendet, der Mick, den man in ein froheres ZukUAftsland richten möchte, er ist einstweilen und wer weiß, aus wieviele Jahre und Fahrzehnte noch von Düsternis umwölkt. Wie ein Ertrinkender nach einem Strohhalm greift, so hascht man in Verzweiflung nach irgend etwas, das einer erschütterten Zuversicht Halt fern könnt«; irgend etwas, sich daran zu klam­mern. Und wärs auch nur ein Lichtstrahl, man würde ihn dankbar begrüßen mtb hoffen, daß er der Vorbote sein soll für das Licht, das eine neue Zett mild umalänzt. Aber es ist nichts als Dunkel, und die .glorreiche" neue Aera läßt sich für Deutschland unheilvoller an, als selbst der ärgste Schwarzseher einmal be­fürchten mochte. Wir haben eine Nationalver­sammlung, wir haben wieder .offiziell" geord­nete Zustande; sie sind auf Sand gebaut; L-par- takns droht mehr denn je, alles auf den Kopf z» stellen. Wir haben den Feind im östlichen Land, haben noch es ist wie bittrer Hohn einige Fähnlein gegen ihn zu werfen. Aber die Entente ruft gebieterisch ihr: .Halt'" Da haben wir eben stillzu stehen. Keinen Schritt werter dürfen wir. Die Polen scheren sich den Teufel um Fachs gebieterischen Wink nach Warschau; sie greifen an. Wir winden unS unter den neuen Bcdiugmtgen eines Waf­fenstillstandes, der dem Frieden vorgreift. Aber nicht genug: Es soll uns and: noch bestimmt werben, wieviel Militär, wieviele Garnisonen wir halten dürfen. Ach es wird noch viel, viel schlimmer kommen. Hoffnung ans Wilson?! Man lasse sie endlich einmal beiseite, damit die EnttLnschrmg nicht noch wuchtiger wirkt. Wilson: Er erklärt sick, mit allem emvcvstE- den. Er fährt nach, U. S. A.. inn feinen smar­ten Landsleuten den Dölkerlnrnd zu präsentie­ren; das einzige, was er erreichte. Und das steht denn auch danach aus!

Völker bund! Wir wirkte dieses eine Wort schon belebend auf alle die. Me nun und nimmermehr fernen, das politische Loben müh Tatsachen zu werten. Wir Deutsche leben immer noch in Wölkenkuckucksheim und sind wie Reiter auf dem Regenbogen. Geschäftig ging man daran, die Segnungen dieses Völker­bundes zu preisen; man sah die Welt wie ein Paradies, all« Kreatur in Harmonie. Und toaä ist der Bund wirklich? Greifen wir Einzelteile heraus, um zu erkennen! Nach den ersten Be­stimmungen über die Delegierten, den ausfüh­renden Rat, den Sih des Bundes it a. heißt eS in einem der Paragraphen: .Der aussüh- oeiche Rat wird sich aus Vertretern der Ver­einigten Staaten, des brilischen Reichs, Frankreichs, Italiens nick Japans zufammensetzen." Zn btefrit kom­men noch Vertreter von vier anderen Staaten, aber .die Auswahl dieser wird durch eine Ver- tretcrverlammlung getroffen." Was wir schon des öfteren aussprachen, erscheint hier bcreits als unabänderliche Tatsache! Der vielge­priesene .Völkerbund" ist gar Teilt solcher, ist vielmehr eine offenbar einseitige Inter- effenvertretuna der Staaten, die schon von Beginn des Krieges an im Bunde gegen »ns kämpften, lieber die Zulassung zu die­sem .Bund der Fünfmächte", wie man ihn de- rschtigtermaßen taufen müßt- heißt es: .Kein Volk kann zugelassen werden, wenn es sich nicht den Grundsätzen entsprechend vGHWt. die der Völkerbund betreffend seiner Streitkräfte und seiner militärischen und mariti­men Rüstungen festsetzen kann." Und ein anderer, vielsagender aber für unS Deutsche eindeutiger Passus besagt: .Die vertragschkie- tzenden Teile eckemien an. daß die Anfrecht- erhaktungdes MredenS eine Beschränkung der nationagen Rüstungen erheischt, auf ein Minimum das ... mit der nationalen Sicherheit verträglich ist." Diese wenigen Stichproben mögen genügen, um auch den ver­ranntesten Optimisten zu heilen.

Temr was b-deutet das alles? Wir heute« !en schon kurz an: Es ist, bezw. es kamt nach dem Entwurf Wilsons von einem Völkerbund keine Rode sein. Der Bund ist zunächst nur .hte reine Interessenvertretung jener Mächte, die den Krieg gegen unS gewannen, und er ist nach der namentlichen Äufzählung nur eine einseitige Gründung. Da wir aber mm mal ans all dem wie man uns bis­her mitgespielt hat, aus all dem Ungeheuer- lichen wovon wir einkettend sprachen, erken­nen können, welcktes Geistes unsere derzeitigen Feinde und »künftigen Brüder" sind, so ist es ganz unmöglich, sein Mißtrauen gegen die Bestimmungen! von der Neuaufnahme von Staaten, sagen wir konkreter Deutschlands, nicht wachwerd-n zu lassen Der Grundfehler ist eben der, > der .Völkerbund" nicht von allen Staaten gleichzeitig, und so müßt« -S doch sein! geschlafen wi.d. die den «iaalichr« LiLeu haben sich -hm «rv -

fügen, soitdern zuitächst mir ganzexklusiv" von den Gewaltmächten, die fraglos ihre eigensten Sonderinteressen bei jeder Neuauf­nahme in den Vordergrund füllen werden. Mehr als- verdächtig ist auch, daß lediglich von einerNüstun gs v err in g e rung", nickst von einer grundsätzlichen Abrüstung gesprochen wird. Amerika wird fein beschlossenes Fbot- tenvrogramm, Frankreich fein starkes, dis­zipliniertes Heer, England seine Ateer- und Weltherrschaft htben. Bei ihnen liegt dau­ernd die Führung, und uns: uns wird man schon im woHLverstaudencn frarcko-britifLpame- rikanischen! Interesse die gebührende Stellung anweisen. Der rote Faden in der trostlosen Geschichte unserer Tage seit dem großen Zu­sammenbruch ist jenes Herabsinken von Welt­geltung zum Helotentum. Und dementsprechend wird matt uns ein Plätzchen anweifen, wo wir geduldet sind. So siehts jetzt um den vielbe­rufenen »VöKerbund" aus. den Wilson schwarz auf weiß getrost nach Hause trägt. P. B.S.

Sie große SrMufchuvff.

Entente bis inS Unendliche.

(Drahtb reicht.)

Zürich, 19. Februar.

Di«Morgenzeitung" meldet aus Varis: Der veröffentlichte Entwurf für den Böller- bund hat in Paris große Enttäuschung hervorgerufen. Namentlich die sozialisti­schen Organe drücken ihre Unzufriedenheit mit den Borschlägen auS, die nichts weiter be- detsten. als die Erneuerung der alli­ierten Abkonkmen bis inS Unend­liche. Der Rnsfüstufi der bisherigen Kriegs gegner tuiS dem Völkerbund und die vorläufige Nichtzulassung der Neutralen verlängere den gegenwärtigen nnfichere» Zu st and auch nach der Unterzeichmmg des Friedens, wo­bei ME sich in politischen Kreisen nicht ver­hehlt, daß die Alliierten mit der Mösssichkeit einer Weigerung der Weimarer Nationalver- sammlmtg zu rechnen haben müssen, den ihr diktierten Friedensvertrag zu nnterzeickmen. DasBerner Tagblatt" weist auf die s ch w e - ren Gefahren hm, welche alle Neutralen durch den Eintritt in den jetzigen Bölkerbtmd laufen würden, der in Wirklichkeit nichts an­deres sei, als ei« erneuertes Ententebündnis.

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Regierung nnb auswärtige Lage.

Weimar, 19. Februar. (DrahDericht.) Die Ankunft des Grafen Bernstor ff in Weimar hängt näht mit der vorLäufig erledigten Brock- dorffschen Reff« zusammen Estaf Bernstorfs ist vielmehr als Berater der ReichSrcgiermtg in Fragen deS Waffenstillstandes und de§ PväMminarftiedens. insbesondere, soweit sie die Bereinigten Staaten umfassen,, nach Wei­mar berufen worden. Gestern früh elf Uhr fand eine Kav-inettssitzuua statt, in welcher die gesamte auswärtige Lage eingehend vom Üdeichsmmifteriltm besprochen wurde. Es sind Mitteilungen in Weimar eiugctroffen, welche der Reichslestung Anlaß zu besonderen Besprechungen mit Berücksichtigung der Frie- densfroge gaben. Man «märtet in etwa einer Woche eine Antwort der Entente aus unser Ersuchen imt einen Präliminarfrieden.

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War uu»erlaubt" wird.

Zürich, 19. Februar. (Drahtdcricht.i Die Morgenzeitung" meldet aus Paris: Wilson erklärte, der Friedensvertrag werde 'm Juni den Alliierten zur Ratifizierung unterbreitet. Rach der Unürzeichnung werde eS Deutschland gestattet sei«, eine kleine ständige Armee «nd Marine aufrecht zu halten. Eine Genfer Meldung aus Paris befasst: Es ist so gut wie sicher, daß die end- -billigen Frieden sbedtugungen betreffs der dcnffchen Flotte folgende Punkte umfassen wer­den: Zerstörung aller FortS auf Helgoland und der Befestigungsanlagen am Kieler Kanal, so. wie Oeffmmg des Kanals für den gewöhnlichen Verkehr. ME wirb Deutschland nur eine kleine Berteibigungsflotte belassen.

Wilson» wahres Gesicht.

Genf, 19. Februar. (Drahtberichts. Aus Paris wird gemeldet: Bezüglich der druffchen Stellungnahme zu den Waffenstillstandsbeding- «ngen unh « dem Friedensvertrassc äußerte WilsE noch kurz vor feiner Abreise: Ich will in keiner Weise die Feindseligkeiten wieder auf­nehmen. Wenn es sich aber zeigt, die Deut­schen sich weigern, auf einengere. ten Frieden" einzugehe«, werd« ich keine» Augenblick zöger«, dem amerikanischen Heere eine« «enenBefehlM geben. Heber Kopenha-

» «e* Pari« «-meldet, bah die Frie.

denskonferenz nicht abgeneigt fei. Wilson zimr ersten danernden Präsidenten des Bölkerbundes zu wählen.

AldMiseSerfaffmg.

Bolkswahl pes künftigen Prästderrten. (Drahibericht.)

Weimar, 19. Februar.

Staatssekretär Preust sprach sich gestern im Kreise von Pressevertretern über die kom­mende endgültige Rcichsverfas sung aus. Er betonte die Notwendigkeit einer raschen Verabschiedung des Entwurfs mit Rücksicht auf unsere inneren und äußeren Verhältnisse. Der Entwurf wird schon in den nächsten Tagen dem Staotenansschuß und bann per Nationalversammlung vorgelegt werden. Dr. P reu ß beurteilt die bis jetzt geleistete po­litische und parlamentarische Arbeit der Na- tionalversammlnng als durchaus gut, doch sei her erwartete Schwung der einheitli­ch c n B e g e i st e r u n g bei der bisherigen Bolksvertreinna nicht wahrzu nehmen aew-sen. Eine allgemeine Ermüdung sei wohl die Ursache dafür und eS fei auch kaum d a - mit zu rechnen, daß diese erwünschte große Welle nationaler Begeiste­rung s i ch noch ein st elfen werde. Ti« neue Berfaffung werde etwa hundxrtucnn ?lr- tifef umfassen Bis auf zwei oder drei Punkte besteht Einmütigkeit. oder aber, sie werde hcr= beigeführt. Eine endgültige Festlegung auf alle Einzelheiten werde der Entwurf des ReickiS- mmistrriums nicht b»ngen. Eine wichtige Frage ist die Form der Wahl des künfti­gen endgültigen Reichspräsiden­ten. Preutz hält dafür. Vast die Wahl durch das Volk und nicht durch das Parla­ment vor fick gehe, daß dagegen ei» parlamen- tarisches Ministerium als Gegengewicht aeb>l- det werden müsse. In der Nationalversamm­lung sind die Meinungen über die Form dieser Präsidentenwahl noch nickst geklart.

Schiffers Not-Etat.

Weimar, 19. Februar. (Drahtbericht.) Reichsfinanzminister Schiffer teilte mit. daß er demnächst der deutschen Nationalversamm- lung einen Not-Etat vorlegen wird. Fer­ner sollen auch sämtliche Kriegs st eucrge- f ehe der Nationalvers ammlung vorgelegt werden, um io rasch wie möglich aus der fort- währeuden Kreditwirtschaft herauszukommen. Die vom ' alten Reichstag verabschiedeten KriegSsteucraesetze haben verhältnismäßig mir sehr geringe Beträge gebracht. Nach dem der Natioualvetsaumtluna zugegangenon Gesetzent­wurf über die Gewährung von Diäten an die Mitglieder der Nationalversammlung ist für die Abgeordneten, mrßer freier Eisenbahnfahrt, Während der Tagungsbauer, eine Auf- wandscntschädigung von monat­lich taufend Mark vorgesehen.

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Schwarz-Rot-Gold.

Weimar. 19. Februar. (Drahtberickst.) Der Stoateuausschuß hcfchlotz gestern abend, daß die schwarz - rot - goldene Flagge in Deuffchtaud als Nationalfahne eingeführt wird.

Dckutsch-O - sterreichs Anschluß.

Weimar, 19. Februar. (Drahtbericht.) Der Nationalversammkung wird nunmehr von der Mehrheit der Parteien ober von der Regie­rung ein Antrag vorgelegt werden, wonach die Reichsregieruna sich sofort mit der deutsch- österreichischen Regierung wegen Herbeiführung eines Anschlusses an Deutschland in Verbindung setzen soll.

NeAsrdkMF m Braunschweig.

Abschaffung bet Soldatenräte.

(Trahtbericht.)

Braunschweig, 19. Februar.

D« Landesarbeiter- und Soldatenrat hat der Bereinigung der beiden sozialdemo­kratischen «'andtagskrakttoneu im Prinzip zugcstimmt und eine Verfügung vc schloffen, wonach auch die Reichs gcsetze in erster Linie respektiert werden. Sämlliche Bolkskom miffart und der Präsident Merges legten dar­auf ihre Mandate in die Hand des Landeoar- beiter und Soldatenrates zurück. Es wird eine sozialistische Regierung auf paritäti­scher Grundlage gebildet, die jedoch nur als ein Notprvdukt von kurze, Lebensdauer zu betrach­ten ist. Bom 1. April ah wird es in Braun- kchweig keine Toldatcnräte mehr geben, dagegen bestelstn it Arbciierrüte vorlaufiq weiter. Es werden Neuwahlen auf breiterer Grur. löge, jedoch ohne Berücksichtigung der bürgerlichen Landesbrwohncr erfolgen.

Kampf gegentzrzberger.

Erzbergers scharfe Verteidigung.

(Drahtbericht unseres Parlament. Mitarbeiters.^ Weinwr. 18. Februar.

Die Dienstag-Sitzuns der Rationatvere sammlung trug von Anfang cm harten! Kampfcharakter. Eine Fnierpellatüm betti Deutscher Volkspartei wollte Aufschluß über bi^- Waffenstillstands-Verhandlungen. Dort vorn-, herein war sie aber eine Aktion gegen Erz-" Perger. Der Vertreter der Iitterpellation, Ge-i ueraMrektor Vogler von Dortmund, redetet scharf uNd kräftig und richtete heftige Angriffe gegen Erzberger. Dieser sitzt am ifeu^ stertisch neben Graf Brockdorff.Rantzaus imd Ministerpräsident Scheidemann und, folgt aufmerksam und mit sichtlich stärkster inne-> rer Ante-ilnahzne dem Redner. Er macht sich? fortgesetzt Notizm, blättert in den Akten und.! verhandelt urit Brockdorff-Rantzau, mit Landen berg und mit 91 oste. Die schweren Vorwürsej richtet Vogler gegen Erzberger wegen Nickst^ zuziehlmg von geeigneten DachverstäNdigen zm den Waffcnftillstandsverhanblnngen. Vogler I stimmt seine Rede auf die Tendenz: ,ErZ-' berger muß abberufen werdem" Es kommt oft' zu heftigen Zwischenrufen von Links:Kriegs-! Verlängerer". Das Zentrum verhielt sich lange! ruhig. "Schließlich wurde aber Vogler so scharf persönlich, daß es

zu stärksten Kundgebungen kam, auch im Z e n t r u m.

Vogler sagte zu Erzberger, et habe den; Frieden verloren. TaS war das Signal! zu gervaltigen Demonstrationen an Zentrum. iNiniutculauger Lärm erdoib sich. Stürmische- Schluß- und SBtuirti ie und stürmische Knfw itzriegshetzer" ertöntet:. Eine gewaltige regung teilte sich dem ganzen Häufe imt. EL kam jtt heftigen Auseinandersetzungen zwischen Abgeordneten in den Bänken des Zentriurck und der Rechten. Präsident Fehrenbach muß. eingreifen. Er rügt die persönlichen Artgrisse! dos Redners und er hat Mühe. Ruhe zu ho!-! ten. Nach Bögler klatscht die Rechte Beifall) Im Zentrum und bei bett Sozialdemokraten wird minAteniauq gezischt; eine große Be­wegung herrscht im Hause.

Erzberger» Verteid?gung.

Sofort fchreftet Erzberger zur Tribüne^ Er antwortet so stark, wie et angegrrs-> fen wurde. Unter großen Kundgebungen führst Erzberger auS: Sie hätten diese Rede nickst dem Haufe, sondern an General Foch halten müssen. Erzberger wirst dem Interpellanten Oberflächlichkeit und Leichtfertig- kett bei seinen Behauptungen vor. Zur Sach- Verstäudigen-Frage sagt Erzberger unter l<st>-- hafter Zustimmung deS HEses, baß er Hua». Sttunes nicht hätte zuziehen können, weil, cr am meisten die industrielle Ausbeu-i tun« Belgiens und die Verschlep­pung von 60 000 Belgiern verschul­det bnbe. Als Erzberger mitteilt, daß eine Depesche vorliege, wonach di« Industrwkreise erklärt haben, daß sie keine Sachverständigen entsenden, wenn nicht Hugo StinncS hinzugc. zogen werde, bricht

ein Sturm der EutpSnmg im Hanse los . Im Zentrum schlagen Abge­ordnete mit den Händen mtf die Pulte. Stür­mische .Hört-Hört-" und »Pfui"-Rufe in der Mitte und links tönen durch das Haus. Lange kann Erzberger nicht mehr weiter sprechen. Fcbrcnbach bemüht sich fortgesetzt um Wieder-- Herstellung der Ruhe. Erzberger schließt unter stürmischem 'Beifall der Mehrheit. .

Diülltt-Preslai! (V!ehrheitzSsogialist) spricht als erster Redner gege>t die .Interpellation. Gröber (Zentrum) hält die ganze Aktion für grundver fehlt. Was Vöglcr gesagt hat, war gesprochen ,.m Namen der Industrie. Gröb-n hält besonders fest, die Abgeorducten seien doch Vertreter des ganzen Vol­kes und nicht einer Gruppe. Rur ein- kleiner Protorollfehler sei nachweisbar, und bet; Inhalt des ganzen Sinnes war schlietzlsth doch' Herr Stiuues. So spricht Herr Gröber, dessen: Polemik schon in früherer parlamentarische« Zeit sich immer heiterer Beliebtheit erfreute.

Haußmann (Demokrat) hebt Msbefondete' die Erfahren hervor, die bei Wiederaufuahii«^ des Krieges entstanden wären. Haußmann stell« wie alle Vorredner fest, daß der Apparat vSl- ltg znsammengebrochen sei Es kam bann Herr Gräfe (früher schärffter Vertreter der Konser­vativen, jetzt anscheinend in führender Eigen­schaft bei der deittschnationalen Dolfspartem zum 'Wort. Durch feine schon im Wort und? noch mehr im Inhalt ungemein aufreizendes Rede sucht er anfchemend den Bewies dafür zu bringen, daß Erzberger tatsächlich aus Lcr« sehen gewählt worden ist. Er bemüht sich kräf­tig, darzutun. daß er nichts hingugelerni bat- Gräfe ist ein HauptfeiNd Erzbcrgers. und ei tu» alles, um die persönliche Fcindfckiast pokitistE auSzunutzeu ,ohne Rücksicht auf die ungeheure«