9. Jahrgang
Mittwoch, IS. Februar 1919
Nummer 66
Fernsprecher 951 und SSL
Fernsprecher 951 und 952.
vor neuen demütigenden Vediugnngen?
Mel'
oesetzi von den Chefs der Regierungen, und fein Do lmetschc r--O sfifier teilte ausdrücklich mit,
Gegen den Bolschewismus.
Amsterdam, 18. Februar. Nach der
düng eines englischen Blattes sollen die Alliierten ein Heer von 500000 Mann bereit halten, das zum Kampfe gegen den Bolschewismus vor den Toren O st - europas verwandt werden soll.
Deutschland» Lebensmittel-Schiffe.
Genf. 18. Februar. Aus Rewhork wird gemeldet: In Hoboken sind am Samstag die ersten fünf deutschen Lebensmitteltransportdampfer eingelaufen. Ihre Beladung soll in etwa zehn Tagen erfolgt sein. Der deutschen Schiffsbesatzung wurde das Verlassen des Hafengebietes verboten.
revier befaßt. Nach den vorliegenden amt» lichen Berichten befinden sich neun Zehntel des ganzen Kohlenreviers in den Händen der Kommunisten: sie verhindern die Kohlenabfuhr.
Di« Äaffder Stauest«,«achrtchtar erfä)einenrvöLenUi» lechtmal mtb pvar abend«. Der toemremenifprei« beträgt monotL L2O Mark bet freier Zust-llmt, in« Han«. Bestellungen werben jebersett een ber »eschästSstelle ober beo Boren entgegengr-.ommen. Trnckeret, Serlog und Redaktion; Lchtachchofstratz« 28/R». stur unverlangt eir.gefettbte Beiträge kamt He Rebaktion eine Berauiwormng ober SewShr in keinem stalle übernehmen. Rücrzahltmg be« Sefng«ge!be« OberAniprüchewegen etwaigerniädtorbnungsmästigerSieierunaauOgefchlogen
Reichskadinett und Spartakus.
Weimar, 18. Fvbruar. (Drahtbericht.) Das R erchskab in ett hat gestern sich eingehend trat der kritischen Lage im Ruhr.
3nfertton«t>retfe-. Die stebengespaltete Zeile fflr einheimische Geschäfte » P!g« für «X. wärttge Snäeigcn 35 Pf. Reklamezelle für einheimische Geschäfte 76 Pf, für auswärtige Geschäfte 1 ®K. Einfache Beilagen werden mit 5 Start pro Tausend berechnet, alle« mit 2«"/, Teuerun «.Zuschlag. Bei U-Sermittlung von «N,eigen ans teleph. Wege rotre für durch Hör. «edler Herr orgerufene strriümer keinerlei ©aftang übernommen. Für die Aufnahme vouNnzeigen an bestimmten Tagen ober Plätzen wird,. Zl. keine Gewähr geleistet. EeschästSsielle: »öta-Str. 6
Münster, 18. Februar.
Aus Münster wird gemeldet: Zur Niederwerfung der SpartakuShcrrschaft tat R u hr revier wurden 30000 Mann regierungstreue Truppen zusammenge- zogen. Die Spartakisten haben im Laufe deS Sonntags und Montags mein als hundert Zechen und einige vierzig Gemcindeverwal- nmgen des Kohlengebiets besetzt.
Folge« der Spartakus Amtriebe.
Genf, 18. Februar. Wie Pariser Blätter melden, findet die kritische Lage im Ruhr- ko hlenge biet die ernsteste Beachtung des alliierten Kriegsrats. Sollte durch die sparta- kifüschen Umtriebe tHc linksrheinischen Jndu striewerke ohne Kohlen bleiben, so würden die Alliierten den Waffenstillstand mit dreitägiger Fritz kündige« und das Kohlengebiet besetzen.
Die Ausführungen Erzbergers.
Reichsntinister Erzberger verlas zunächst den Wortlaut des neuen Zusatz-MommenS. Seine Ausführungen lassen sich kurz dahin zu« ämmenfasien: Ich wünsche den einzchnen Mit- ajüebern des Hauses nicht, daß sie in ihrem Leben die schweren Stunden durchkosten mirf* en. wie es mit in Trier beschieden war. Dem Tätigkeitsdrang der Kommission war dadurch eine enge Grenze gezogen, daß Marschall Fach eine Fristverlängerung ablehnte und «ns gleichzeitig wissen ließ, daß er nicht m der Lage sei, irgend etwas an den mir mtb geteilten Abmachungen zu ändern oder sie zu verbreitern, denn die Bedingungen seien fest.
Bom Völkerbund.
Köln. 18. Februar. Di« »Kölnische 3eU tUKff" meldet aus dem Haag: Die HoffmE däe Verfassung des Völkerbundes nach Amerika mitnehmen zu dürfen, hat sich dtfo für Wilson noch im letzten Augenblick verwirklicht. Wilson ist überzeugt, daß weitere Sonderbedingungen für Frankreich nicht nötig sind, und der Völkerbund für alle denkbaren Fälle
Ausarbeitung des endgültigen WaffenstillstandS-VertragS
(Drahtberichte.)
8in Tag der Trauer.
Erzberner über das Waffe,,Ullstaudsabkommen. (Drahtbericht unseres parlam. Mitarbeiters.)
Weimar. 17. Februar.
Es war eine kurze, aber umso ergreifendert Tagung: sie gestaltete sich in Wahrheit zu einem Akt nationaler Trauer. Schon lange vor Beginn der Sitzung hatten sich im Parla- mciUschause lebhaft debaftierende Gruppen von Abgeordneten und Pressevertretern zusammengefunden, unter welchen mit zitternder Erregung bte neuen Waffenstillstands- bed ingungen erörtert wurden. Im Saale selbst schienen die Unterschiede zwischen den Parteien fast vollkommen verwischt. Es lag, eine dunkle Stimmung und eine Spannung über dem Hause, welche noch verstärkt wurde? als die Tatsache bekannt wurde, daß der Se- niorenkonvent plötzlich zu einer Sitzung einbc- rufen worden war. Als erster der Minister erschien, unter dem Arm zwei dicke Aktenmappen, Erzberger. Er geht raschen Schrittes zu seinem Platz auf der Ministerbank «nd studiert in den Akten. Alsbald gesellt sich Sch e V\ bemann, der Ministerpräsident, zu ihm und' beide sprechen mit allen Anzeichen starken Temperaments miteinander. Erzberger war erst am Vorrnfttag von Trier angekommen. Als Feh. r e n b a ch die Klingel rührt, herrscht sofort lautlose Stille, die zu atemloser Spannung wird, als er zunächst dem Ministerpräsidenten Nstridemann das Wort erteilt Dieser teilt mit daß Erzberger dem Haufe einen kurzen Bericht über Trier geben wolle, und Erzberger betritt dann das Rednerpult Was er dem Hause mitfleteilt hat. machte den allerstärksten Eindruck. Die Bedingungen waren im Einzelnen den Abgeordneten ia bereits bekannt. Aber das. was Erzberger über den äußeren Verlaus und über die direkte Zwiesprache mit Foch mit teilen muß, über die
geradezu ungeheuerliche Bcchaudtnng.
löst stürmische Bewegung in der Nattonalver« sammlung aus. Richt minder aber auch die Mitteilung. daß nach den Erklärungen des fron« zösischen Dolmetschers Präsident Wilsov die neuen Gewaltbedingung«« ausdrücklich genehmigt (!) habe. Ein stürmisches .Hört Höri', in das sich Worte der Entrüstung und Empörung mischen, braust durch das Haus. Ein Teil der Abgeordneten erhebt sich und gibt seiner Erregung in lebhaften Gesten Ausdruck. Herzergreifend war die weitere Mitteilung Erzbergers, daß trotz der geradezu flehentlichen Bitten des deutschen Pol- les von den 800000 noch in Kriegsgefangenschaft gehaltenen Deutschen nur 4000 und zwar nur die Schwerkranken und Verlvuicketen zu- rückkehren dürfen. — Rach Erzbergers Rede bemächtigt sich der Abgeordneten eine außer« ordenMche Niedergeschlagenheit. Am meisten trug dazu wohl die Feststellung Erzbergers bei, daß Wilson ebenfalls hinter diesen nieder- fchmefternden Bedingungen stehe. Auch un« fere letzten Hoffnungen scheinen damit verschwinden zu sollen. Fehren« buch konstatiert an diesem Eindruck der Mitteilung Erzbergers, das ganze Volk stehe in großer Sorge. Unter diesen Umständen schlägt er vor, die Debatte über die polftische Lage ans- zusetzen und das Haus znm Zeichen der nationalen Trauer zu vertagen. Trotzdem allen die Arbeit auf den Nägeln brennt, stimmen sie einmütig zu. In tiefer Bewegung ging die Ratio, nalversanmilung auseinander.
Der ^tralhttiitafcfriebetu
Genf. 18. Februar. Ein Pariser Blatt meldet. im Kammerausschutz für Auswärtiges erklärte Clemeneeau am Sonnabend, daß am 15. März die Präliminar -Friedensverhandlungen beginnen.
Segen die SvattaMen
Truppen-Zusannnenzichuna.
(Dvahchericht.)
genügt. Er gewann die Ueberzeuguu«, daß ein richtig konstruierter Völkerbund es « n n ö - ttg machen würde, die Macht der Mittel- reiche zur See weiter zu beschränken. denn sobald alle Rationen Mitglieder des Völkerbundes sein werden, kann es künftig keine besonderen Mittelmächte mehr geben. Vor feiner Abreise erklärte Wilson, er fei fest überzeugt, daß man in Frankreich die Wichtigkeit der Hoffnungen, die er in den Völkerbund gesetzt habe, anerkennen werde, sodaß die Wiederaufnahme des Handelsverkehrs mit den Mittelmächten gesichert ist.
sich in die neue Ordnung zu fügen. Es sit^b Mvere Tage, denen wir entgegen geben. Es wäre ein gefährlicher Irrtum, zu glauben, daß wir mit der Nationalversanrmbnm und der Neubildung der Regierung über den Berg hinweg wäre«. Im Gegenteil: Das Schw erste kommt erst noch! Dr. Kr.
Wahlen in JeutlÄ-Sesterrelch.
Anwachsen der Sozialdemokratte.
(Trahtbericht.)
Wien, 18. Februar.
Die Wahlen in Deutsch-Oesterreich haben em ähnliches Ergebnis wie in Deutschland ge- zeittgt. Hauptsächlich wird ein Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen beobachtet, sodaß die Sozialdemokratie auch hier die Stimmenmajorität erhalten wird. Sie wird die stärkste Partei werden. Für die neue Nationalversammlung würden nach den Vorliegenden Meldungen — das endgültige Ergebnis wird erst morgen vorliegen -- gewählt: 23 deutsch-freiheitliche, 62 christlich-soziale. 70 Sozialdemokraten, ein Tscheche und ein jüdisch-nationaler, insgesamt 162 Abgeordnete. — Die »Kölnische Zeitung* meldet aus Innsbruck: Die Wahlen in Tirol ergaben ein scharfes Anwachsen der Sozialisten und Deutsch-Freiheitlichen. In Innsbruck ist die ftärtftc Partei die sozialistische, daun komntt die Deutsch-Freiheitliche und die Klerikale.
Die Bergarbeiter-Verbände.
Bochum. 18. Februar. (Drahtbericht.) Die vier großen BergarLeit^cverbände wend eiw sich in einem schar sm Aufruf an die Bergarbeiter gegen das unverantwortliche Treiben der spartakiftischen Elemente. Sie fordern die Bergarbeiterverbände auf, überall entschlossen gegen das Vorhaben der Spartakisten Stellung zu nehmen. Die Regierung wird ersucht, unverzüglich die geeigneten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu treffen.
Ein Notruf aus Effen.
Essen, 18. Februar. (Drahtbericht.) Der Essener Arbeiter- und Soldatenrat und die Essener Stadtverwaltung haben gestern nachmittag ein Telegramm an die Reichsreaiemng nach Weimar entsandt, mit dem dringenden Er- uchen, mittels Sonderzuges Kurier mit wei- restgcherchen Vollmachten inS Ruhrrevier zu entsenden, damit er sich von dem Stande der Dinge an Ort und Stelle selbst überzeugen könnte Die Lage sei die, daß man mft den größten Schwierigkeiten rechnen müßte. Znm Schluß heißt eS in deut Telegramm: Wenn die Reichsregierung nicht sofort größte Aufmerksamkeit auf das Industtiegebiet richtet, o sind di« dadurch entstehenden Folgen un- rermeidlich. Trnppenentsen düngen sind unter allen Umständen zu unterlassen.
daß auch Präsftrent Wilson ausdrücklich diese Bedingungen gebilligt habe. (Große DeweguM und Hört! Hört!) Grate große technische Schwierigkeit stellte sich der raschen Beantwortung ber Bedingungen dadurch in den Weg. daß die von mir alsbald am Freitag an di« Regierung in Weimar und Berlin aufae- gebenen Depeschen auf bisher unerklärliche Weise chs Sonnabend nachmittag nicht angc* kommen waren. Erzberger schilderte seine ver- geblichen Bemühungen in Trier, ehre Milderung der WaffenfMstaiÄsbedingungen durchsetzen. Auch die Bemühungen, zuv
Spartakus-Putsche.
Die Lage im Ruhrrevier. (Drahtbericht.)
Essen, 18. Februar.
Der Au»staud der Grubenarbeiter hat sich vom 6 am Borner und Bochumer Bezirk auch auf das Dortmunder und Hammer Revier ausgedehnt. Insgesamt sind fünfunddrei tzig Schachtanlagen i« den Ausstaiw Betteten. — Eine Düffel- borfer Meldung besagt: Hier haben die Kommt! nisten den General streik proklamiert. Verschiedene Zeitungen wurden am Erscheinen verhindert. Nachts kam eS vielfach zu Schießereien. Wie Reifende berichten, haben die Kvnnmmisten an verschiede- nen Stellen Schützengräben ausgehoben, um ich gegen die Regierungstruppen zu verteidigen. — Aus Hamborn meldet der Draht: In der Versammlung der Spartaftsten und Ausständigen die ttm Montag hier stattfand, wurde der Kampf big zum Aeutzer- ten gegen die Regierung Ebert-Schest demaun-Roske und die Durchführung der so- sorttgen Sozialiflerung befchloffen.
Erschreckende zahlen.
Zn Schiffers Finanzrede.
Nachdem wir jetzt wieder einigermaßen geordnete Verhältnisse haben, von deren Dauerhaftigkeit wir allerdings — das köttnen wir nicht verschweigen — bis jetzt noch nicht recht überzeugt sind, ist es geradezu ein vaterländisches Gebot, mit aller Gründlichkeit unsere finanzielle Lage nach innen und außen zu beleuchten. Die Forderung, daß Rechenschaft gegeben werde über das, was die Revolution dem deutschen Volke gekostet hat, ist in der Nationalversammlung von allen bürgerlichen Parteien erhoben worden. Die Wahrheit ist immer unangenehm und schmerzlich es könnte aber keinen schlimmeren Fehler geben, als gerade in dieser uns alle berührenden Fruge ver- ttt scheu, täuschen und rosig särben zu wollen. Wenn wir die Gefahren, vor denen wir stehen, »oll erkennen wollen, müssen wir rücksichtslose Klarheit schaffen.
Nicht soll in diesem Zusammenhang davon gesprochen werden, wie das alles kam, und ob und wie auch diese letzte Bitternis uns hätte erspart werden können. Darüber wird noch besonders zu sprechen sein. Witz wollen uns hier nur mit dem .dicken Ende" beschäftigen. Schiffer ließ eine Zahlreihe passieren, welche demjenigen, der ihr folgen mußte, Hören und Sehen vergehen ließ. Das Nennen einzelner Ziffern rief wiederholt eine tiefe Bewegung tat ganzen Hause hervor. So, als Schisser fefistellte, daß die täglichen Kriegskosten, di« im Jahre 1914 neunundvierzig Millionen Mark betragen haben, im Jahre 1918 auf einhundert- sünsunddreitzig AMionen Mark gestiegen sind. Von nicht geringem Interesse war die ausdrückliche Feststellung Schiffers, daß die reinen Heeresausgaben ohne alle sonstigen KriegskrPen auch in den Revolutionsmonaten nicht nachgelassen haben. Allein diese Ausgaben betrugen tat Monat September' 1918 8,9, tat Mrmat Oktober 13. tat Monat November, dem ersten Revokutionsmonat, 2,9. im Monat Dezember aber schon wieder 3,8 Milliarden Mark, und dies, obwohl zu jener Zett ein Heer gar nicht mehr bestand: es handelt sich also bei diesen ungehenerlichen Summen hauptsächlich um Ausgaben der Arbeiter: «nd Soldatenräte.
Rotterdam, 18. Februar.
Ans London wird berichtet: Unmittelbar nach der Rückkehr des Generals Foch aits Trier wird unter seinem Vorsitz eine Kommis- fion von acht Mitgliedern zusammentreten, um den endgültigen Wassenstill- standsvertrag mit Deutschland ans zuarbeiten. Der Vertrag wird bis Ende der Woche fertig gestellt fein und vom Obersten Kriegsrat ratifiziert werden. Die neuen Bedingungen weiden den BestatzddeSdeut- fche« Heeres und den Umfang der zu. läfsigenRÜstangenan Waffen und Mu. irition festleg en. Ferner wird den Armeekorps Vie Lage ihrer Garnifonen gc- «an vorgefchricben werden.
Meier Neueste Nachrichten
Äaffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
JnS»«s: Wir brauchen gar nicht f» viele Zahlen anztrfsihrerr: das, woS wir zu sagen haben, ist schwerwiegend genug. Betrachten wir rmsere finanzpolitische Sittratton, wie sie sich heute darstelli, slo stehen wir vor einer Kriegs- k ostensumme, welche sich zwischen zweihundertzwanzig bis zweibundertfünf- zig Milliarden Mark bewegt. Wir werden itt den nächsten Jahre« allein für KriegS- furforq« mindestens vier biS fünf Mil- liarden jährlich aufztibringen haben. Die Große der htrcWbaren Belastung wird erst er- sichtlich durch die Feststellung, daß wir künftig in Reich, Bundesstaaten mtb Gemeinden daS Vierfache jährlich dessen aufzubringen haben, was vor dem Kriege erforderlich war. Diese Belastung wird jährlich mindestens zwei- undzwanzig Milliarden Mark betragen!
In diesen Riesenzahlen müssen wir den xanz-en furchtbaren Ernst unserer finanziellen Lage erkennen. Wir würden also nach rein 'cheumtischer Berechnung allein Mr Abtragung der Schulden, ungerechnet aber der Zinsen- laste«, künftighin daS Vierfache an Steuern zu -avl-n habem war wir vor dem Kriege cut- richtan mußten. Da aber dir GekdeMvertung r« erschreckendem Maße fortfdyreitet und da wir künftighin alle unsere Lebensbedürfnisse mrr unter Aufwand viel höherer Kosten als seither tu decken vermögen, so wird das Steirevmaß, daS uns künftig erwartet nur noch vervielfältigt. Sät Steuenr allein ist die Deckung gar «sicht zu vollziehen. Wir wenden aus itnfere ErdsMtze. auf Kohle, Kali ufw., zurückgreifeil müssen. Unsere heutige finanzielle Lage gleicht berjenigen Amerikas nach dem Bürgerkriege von 1863/64. Damals hat das Ausland und zwar unter hervorragender Beteiligung Deutschlands Amerika die Wiederau friebtuug seines Wirtschaftslebens ermöglicht. Jetzt liegen die Dinge mugekehrt, und wir müssen erwarten, daß nun Amerika uns seinerseits Gegenhilfe gewährt. Dis Bilanz der Revolutton bat uns die Bilanz des. Kriegs, die schon Fehkhettaa genug aufwies, bis zum Bankeroti verschlechtert.
Der Tag (eS war der 15. Februar), da Schisser seine Darlegungen über bte trostlosen Finanzen brachte, wird uns lange Zett, auf Jahre hinaus, tat Gedächttiis bleiben. Wir sahen an ihm nicht nur die Gefahren, inmitten deren wir infolge trnf-rcr zufammengebrochenen Finanz- »v-irffchaft stehen, fortbern wir festen noch täglich mit Schmerz und Trauer, daß in dieser Zeit schwerster, vaterländischer Rot die Wühlereien gegen Ordnung und Sicherheit tat Reiche, gegen Gesetzmäßigkeit und Staatscnrtorität nicht erlo>'chrn sind. Haase hat es ganz deutlich zu erkennen gegeben, daß seine Partei, welche die der SvartakMeu ist, aar tud>t 5vaxm be#t.