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Nummer 61. Fernsprecher 951 «US 952. Donnerstag, 13. Februar 1919. Fernsprecher 951 und 952. S. Hahrgang.

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Die Aevblldmg der Regierung vor dem Abschluß.

Las neue Reichs Heer.

Eine viertel Milli o« Manu.

Es ist. w-i« io ost in all ben tzrschcinirugen, uns daS hastende Zettenrad mehr oder rnirv- -er fange in unser Gesichtsfeld trägt, auch in dr.es em Falle: Erst-ach Entschwundene bringt uns die Besinnung toraus, daß es da war, und inmitten eines drängenden Reuen erkennt man, daß an dem Alten doch so viel Gutes war. Und etwas, wie .eine stille Wehmut, schleicht mir ins'Herz hinein!'', darf man. ohne sich solcher Aeglmz schä-men zu müssen, wohl schon sagen. Es liegt Laratr, daß man mit dem Alt. hergebrachten sv vertraut geworden war, daß man in ihm den Ausdruck der Kraft und Macht eines Volkes, die schützende Wehr sah sür den glanzenden Aufschwung, den unser Reich cht allen Gebieten nahm: und man sah darin die verkörperte Ordnung. Zucht und Disziplin. Rur wer seMt diente, weiß, bei mancher Ver­bitterung. die ihm im Einzekfalle geko-mMen sein mag, wie grundlegend dieses Prinzip der Ordnung urck Unterordnung fein ganzes Dasein beeinflußte. Und nur. wer den Cmzelfallver- aWemeinert, wer die kleine Jch-Verbitterung aus die Gesamt-Institution überträgt, wer, fa- MtWert. 'urteilendes Denken mit einer Phrase wegwifcht, aber auch n u r der wird vielleicht Genugtuung empfinden, wenn er lieft, daß der alte, in Treue sturmerprobte WaffenWrper nun endeMig zusammenhrach. um einem neuen .Reichshcer", toS eine viertel Million Stern zählen soll, Platz zu machen. In Vielen aber, in unendlich Bielen, wird ein leise boh­render Schmerz sein, daß em altes, stolzes MachMmllol zerbrach, ohne daß man sichtbar ein neues hafte, eS an sökne Stelle zu setzen. 3

Wir wissen es wohl: Manch einer wird die lange Skala von Schlagworten zur Verfügung haben und vomAnsammenbruch Les Militaris­mus", vsm »Fiasko des Zollerismus". wird von »ÜnzeitgewM" und anderm reden, wie. Ebert ftrrach, vom Schrift aus dem »Militarismus zum Idealismus-. DaS redet, sich so leicht da- hin, klingt nach was Tiefem, Grnnogoschenem und ist. Hei Licht besehen bMgstc Phra- femnÄnze. Sie vergessen, daß auch in.der mfli- tLriMen Kraft ein Ldeal stecken kann, ein le. hendige r G e.La nk.e rund sie vergessen.auch, daß tsieier ftf MiktarisnruS gar nicht zu- kaurmengedrochen wäre, wenn nickt vom eigenen Land aus'dix Zersetzung in den Wehrkörper ge- ^agen worden wäre. Das ist aber nun mal Geschehen. Was seitdem noch übrig blieb, es waren Rudimente, ohne nennenswerte eigne Lebenskraft. Was die Masse kraftvoll zusam- wenhielt und umschloß: Disziplin, Ordnung, "Subordination: das kam ja alles in der Repo- tzftion fast Völlig zum Verfall. Ohne diese SKgenschaften kann aber kein Heer, auch nicht Ctn solches der sozialistischsten Republik, existieren. Heute , ist Balles unterminiert, und. so kommt es auch, daß die Russen im Osten unseres Reiches Hessen, durch den zersetzenden VolfchewisuruK PasHeech, das mühselig zusamnungeworben wurde, waffenuntauglich zu machen. Wie es im Herbst in der Flotte und im Westen geschah, und diese rufsrsche Hoffnung ist gar nickt mal «rundlos: derM die Bromb erger Offen­sive mußte abgebrochen werden, weil die Truppen infolge innerpollitischer Zwi- st.r«k eiten auf die Ausgangsstellung zurück- ghtgen! Die Berichte aus dem Osten geben einem ein Bild, wie es mn die dortigen deut­schen Abteiluugen steht; aus jeden Fall ist höchste Gefahr :m Verzug. Wer wird ihr steuern, fetzt, da vollste Tatkraft und schnellster Entschluß efftig sind? ...

Tas neue .Reichsheer" ? Es soll ja die Kge Zahl von 250000 Soldaten umfassen;

er selbst die dürsten so schnell. Wie es not tot, kaum auf die Beine zu bringen fein. Der Ober- twmnandierende N os k e? Bei aller Energie, Me er gegen die bolschewistischen Unruhen an her Wafferlante zeigte, dürfte cs ihm dock ziem- Ach unmöglich sein, llnd Wenn es dennoch ge- Singe: Ehe diese an sich ja kleine HeercSmacht Mck nur einigermaßen diszipliniert und technisch -ckchult ist. vergeht" immer noch so viel Zeit, daß «K für uwseren Osten schon zu spät ist. Der et* Kttterte Haß gegen das Offizierkorps, wo tt etwa nur gegen Wenige «zumeist blutjunge) Offiziere berechtigt War. das Unteraraben der Befehlsgewalt, die auch die Stellung des Unter» Offixierstandes, des eigentlichen Rückgrates der Armee, erschüttern mutzte. hier Wächst aus Nm 9. November drohend die Nemesis. Ohne RlttdjT ist nun mal jedes Heer einfach aus-

l Darum müßte vor allem die Dtel- : berufsmäßigen Offiziere und Unter­wieder, gehoben imd gefestigt werben; m das feste "Gerippe bilden für den er. der sich um sie aufbaut. Und dieser selbst muß in Ordnung und Disziplin fein. Da aber werde« Kes HoflsuNgeu, so manchem. was big neue Aers- oM> *r TO zu Dfttzialette«. - Und zcktoul: Ms Mett uns360öot) M«M, wo# >He Ab. te#it n». da tue änderest Swatch» gsm ge-l

» nicht dem Beispiel folgen werden? Wir Werden den Vorteil der aufs Minimum be- schrSwften Rüstungsgelder haben, und et mag nötig sein, da tvir die Riefenlast Wie in früheren Jahren nicht tragen können: aber wir geben andererseits auch d « sLe? te damit aus der Hand! Rur, Wenn aus dem Bo­den des BöKerlllmdes alle Mächte in glei­chem Maße ab rüsteten. Würden Wir Pari ziehen. Von all dem aber merk, man noch nichts. Und so bleibt, vorläufig wenigstens, das drük- fenibe Gesiihl, cttoas -Altes zu verlieren, ohne Neues dafür zu yschen P. B. S.

Sie Kabinettsbildung.

Scheidemaun und die Minifterkandidaten.

(Drahthericht.)

Weimar, 1L. Fcl'ruar.

Rach der Wahl des Reichsvrasidentz-n wur­den die Verhandlungen über die Rechernugs - bildung sofort ausgenommen. Reichspräsident Ebert hat nunmehr Sckeivemann offi­ziell mit der Kabinettsbildung be- tr aut. Scheidemamt Hut bereits in längeren Konferenzen mit den Minifterkandidaten der einzelnen Parteien Beratungen gepflogen. Man darf sagen, daß das Reichskabinett in seinen be­reits gefient von uns bekamftgegebenen Grund zügen feststeht. Lediglich einige Posten hinsicht­lich der Personen sind noch strittig.

Mr bie ReichServhrit.

Weimar, 12. Februar. lDrahtberiMi. Der Staatestausschtttz hielt gestern ferne erste -Skd zmrg nach deut Inkrafttreten der neuen Verfas­sung ab. - -Die Sitzung begann mh einer Kürck- gobuug zugimsien bei R eichs e in h e it. Von verschiedenen Seiten Wurde bekannt/ Daß die Einzelstaaten für jetzt und in Zukunft unbe­dingt auf die Einigkeit angewiesen seien und daß daher auch die'Verhandlungen des Staa- tenausschuffes vom Geiste der Einheit getragen werden müßten. Nach einer längeren Rede des Staatssekretärs Schiffer wurde «ÄS erste Vorlage der Fünfundzwanzig Milli- ardenkredit einstimmig angenommen.

W

Der ArbertSzwang.

Weimar, 12. Februar. (Drahtberichti. Der Gesetzentwurf auf Regelung der Unterstüt­zung der Arbeitslosen von ReichSwe- gen und Einführung des Arbeits­zwanges wirv morgen im neuen Reicho- Kabiuett verabschtedet und so« bann sofort der Nationalversammlung zugehen.

Preußen und der Zsntralrat.

Weimar, 12. Februar. (Drvhtbericht). Die gestrige Sitzung der preußischen Skaats- minister, die über die Einberufung »et Nationalversammlung Beschluß fas­sen sollte, ist vertagt worden. Ein Teil der preußischen Dtaarsmrnisier hat stck gestern von Weimar nach Berlin begeben, um dort mit dem Z entralrat der Arbeiter- umd Soldatenrare Verhandlungen zu führen, der für das Reich sein Mandat in die Hänve der National der- sanmrlung gelegt- hat. für P r eu tz e n aber seine Tätigkeit fortsetzen 'will, bis eine rläs­tige Regierung von der preußischen Rational - versannftlung gebildet sein wird.

totlaaen gegen Wilson.

Konfliktsstimmuna in der Entente.

(Drahtbrricht.)

Genf. 12. Februar.

Der Kriegsrat der Eutentr tat noch zu kei­nem Ergebnis geführt. Tic Pariser Aeitungen r«6ncn bereits mit einer provisorischen Vertagung des SLasfeustillstandeS bis Ende dieses Monats. Die Presse Giemen» remis ist sehr uervSS geworden und ergeht sich in Anklagen gegen den Pröfidenten Wil- f o n. Clemenceau selbst hat es für paffend ge­halten, sich in Form eines bereits mitgekSilten Fnterniews an dqs amerikanische Publikum zu wende,t, um fein- Anteilnahme an der Rm läge Frantreichtz zu beleben. Es hat den An - ftfjcin, als ob Frankreich die Gietneitc*au,fd<n Forderungen durch eine Art Ultimatum unter­stütze und daß Man'chall Fach Mr den Fall einer Ablehnung durch die Alliierten -eine Berstär- knng des Besatzungskontiugents im Rheingeüiet verlangen wird. Fm französischen Publikum bat sich bereits das Gerücht verbreitet, bct die in Gang befindliche Entlassung der Feld- trupven unterbrochen worden sei, was offenbar starke Beunruhigung veranlasste. Tas KriegÄui»isteftum 1 sitzt mitteilen, dass allge­meine MatzrägHn nitzst getroffen feien. Lyoner Blätter» zuiolge sollen, jedoch tatsüchliche Anord- mmpen aefreffet sein, irm die bereits »trfüaie

Entlaffung dcs Fahrgangs 1917 und sämtlicher jüngerer Jahrgänge zu verzögern. Diese Droh- tmg mit einer Einstellung von Truppenentlaft sungen koll.besonders England bestimmen, die französische Gewaltvolitik zu unter­stützen, denn in England nimmt die durch die Verzögerung des Friedensschlusses herbeige- führte AusstandsdeweMng der Arbeiter eine immer tiefere Auswirkung an.

». * *

Parteien und Friedensverhandlung.

Weimar, 12. Febrtrar. (DsiHtberrckt). Dio Mehrbeftssdnalssten, die Demokraten und das Zentrum Haden bei der Reichsreaientng bean­tragt, daß zu den FrieidettsverhchuÄrMßrit je ein Vertreter ihrer Parteien zutzetogen wird.

Gegen übermäßige Forderungey.

Weimar, 12. Februar. lD«chtberjchq. We wir hören, ist die Reichsleitung entfchlvsscht, neuen si b erm Stzi gen Forderunsien der Franzosen bei Gelegenheit der jetzigen Ver­handlungen über eine weitere Beftsingerung des Waffeustillstaudcs ab zu letz neu und gc gebene«falls den. Gegnern die Beroniworiunz für die auS einer solchen Haltung erwachsenden Foloen für die Zukunft zuzuschreibeit.

w

Üm die Anerkennung der Regiarung.

Weimar, 12. Feibrtvtr. (TrahibetichE. Die SLaffonftrütfianbäkommission erhielt Auftrag, dort Vertretern der Entente in Trier bei Wieder- aufnahMo Bet AaffenstillstWdsverhandluit- gon die Bltemz einst gesetzmäßigen deutschen RefckTdchSeMNV' .W noftftTte'tn «ww - deren baldige Anerkenmmp nmbmfnckstn.

Dir Sage im Sven.

Schwierigkeiten in Danzig.

'-/ : lDrahtboricht.»

Danzig 12. Februar.

Tie T.-v. berichtet: Der westpreussische Kon­gress der Soldatenräte ist vorgestern zu Ende gegangen. Die Lage hat sich insofern zugespitzt, als zwischen dem Generalkommando deS Grenzschutzes u^, bett westpreussi scheu Soldatenräten Meinungs­verschiedenheiten entstanden sind. Unter anderem ist von diesen verlangt worden, dass das Bataillon des Grenzschutzes auf dem Ha­gelsberg aufgelöst werde. Falls diese Forde­rung nicht bis morgen vollzogen sei, wird ge­droht, von Truppen 6er Garnison den Hagels­berg erftürmen zu taffen. Ausserdem drohen die Arbeiter der Eisenbahnhattpftverkstätten. den gesamten Eisenbahnbetrieb still- z ule gen, wenn die Forderung nickt erfüllt tiHB das Bataillon nicht aufgelöst wird. Es ha­ben Berhandlungen tznttgeftinden, die, bisher ohne Ergebnis, noch nicht abgeschlossen sind.

Delagaruugszustaud über Kulmsee.

Danzig, 12. Februar. (Drahtbericht.! Auf Ä'nfragc bei der 35. Jusanterie-Divisiou ist der Belagcrungszustaud, der auf Grund der verschiedenen BargSnae über Kulmsee verhängt werden mußte, auch über einzelne Orte der Umgebung Kulmsees ver­hängt Wörben, da auch in diesen Grenz gebie­ten durch die feindselige Haftung der Polen, die die FeriHprechletungen zerschnitten uns unseren Druppen bewaffneten Widerstand leisteten, er­hebliche Schwieriakeiien zu erwarten sind.

Die Polen geh«« zurück.

Danzig, 12. Februar. (Drahtbericki.t Die Polen, die südwestlich von Bromberg bis auf zehn Kilometer vor Bromberg standen, ha­ben ihre Linien zurückgenommen. Deutsche Verstärkungen sind frit gestern im ge­fährdeten Gebiet Bromberg-Thorn eingetroffen.

AranMweis» Riedersachsev.

Ablehnung der nordwestdeutschen Republik. tDrahtbericht.)

Braunschweig, 12. Februar.

Die gestrige Sitzung des Braurrickweiger Lmüttaaes befaßte sich mit dem Anträge zweier Abgeordneter, der der Regierung vorschlägt, die Gründüng ei ner nordw estdrutschen Republik nicht zu fördern und nnvediugt dtchin zn wirken, daß die Braunschweiger Lan- desberfammltrng und die Rationalversammltatg nickt vor eins vollendete Tatsache gestellt wer» den. Die Zandesversammlung verlange viel-, mehr die Bildung eines Freistagies Niedersachsen, dem sich vor allem Han­nover anschließen werde. Dieser Antrag Wurde gegen die Stimmen der tmabhängigen Sozial- be3to4ratf» angenommen Fnfokae ber ur- sicheren Zllftändii Prrrde gestern über Hamburg der j <t * r u«»4 zustand Verton v

Gert RerchsyrssidWt.

Der Tag der Präsidentenwahl.

Unser parlamentarischer Vertreter dreht'' uns: Ter äußere Rahmest der Sitzung ist bi sonders feierlick, gestattet werben. Bor den Theater spielt eine Militärkapelle ttn» eit gvoße Menschenmense Wit den Tbeäterplatz jetzt. Man sieht, Vie »Ovation- ist>gut vor?-, reitet. Sm, Säule selbst Wrkste UederMllM! in sert Logen- das diplomatjMe Korps. A> ' den Schrrfkführcrbanken sitzt zum erstenmal et** Werblicher Abgeordneter. Ebert -tn schwar­zen Rock sitzt eittsam und Mein auf der Misti- sterbarck; die übrigen Polksbeauftragtett toben ihre Ptfttze im Fraktionsfaal eingenommen. Äadkd leitet Wieder die Sitzung; er gibt die TageSordmmg bekannt, die die Wahl des RedchsprWdenren torsiebk Ein Wichtiger histo« iifel)er -Apscknittl Die alte monarchische Gewalt tviid jetzt auch formell zu Grabe getragen. Deutschland Wird Freistaat und erhält einen Brästdenteu. Das Geftihl über die Wichtigkeit des Äugendlicks beherrscht wolfl jeden. Ein Omen drs Schicksals ist es, daß nack dem Ra- ulentousruf als erster- Ebert fei b st feilten Stimmzettel in die Brite zn legen auMforhert wird. -Dar weckt narärlich verstäud ms innige Heiterkeit rm Hause. Aach lauaem umichÄrol» lem jSarten tritt e^vtonmge-vosie Stille ein. Mit atemloser Spannung wird das RefMat der Wahl bekannt gegeben Evert, der ebe- malige Bo-Wbeanfträgte und vormalige seiial- Ve-mokratische Abgeordnete und Parteigenosse ist zum Pruftdenten des deutsche« Reiches gewMt. Auf eine Anfrage des Präsidenten an E^ert, ötoer die Mahl anrrepme. erfläzte er mit tor- barer Erregung, dar, er die Wahl mit Dank an- nehme. David suchte -dann in einer Rede, die wir weiter unten an führen, der geschichtlichen Beveuttrng gerecht zu werden. Als er davon sprach, daß nach rechts und links die Staats­autorität gewahrt werden müsse, wurde es auf den Bänken der Linken unruhig. Die Unabhän­gigen und insbesondere Klara Zetkin ftob­ten durch fortdauernde störende Zurufe läi- wende Szenen hervorzurusen David ließ sich aber nicht beirren und Vas Haus WcHtte die parlamentarischen Putschversuche der Unabhän­gigen ruft Msride ab. Dann erhielt ber neue ReicksprÄlVent das Wort. Ebert lieft feine Rede wiederum ab. Sie ist kurz und stellt in den Poddergrund das Gebe; der Pflicht. Ebert brachte ein Hoch" auf das Vaterland aus» tos tont g«Mn Haufe aufgtzirommen wurde. Nur die Unabhängigen bleiben sitzen. Rach Ellerts Rede fragen die Unallhangigen:Wo bleibt he r So z i alismuund sie versuchen wie­der stärkste Protest-Szenen hervorzurufen.

Die Wahl ESertt.

Rach der Eröffnung des fünften VerhaNd- tungstages durch Dr. David nahm das Haus die'Wahl des Reichspräsidenten vor. Der Zufall will, daß düs Mitglied Balksbeauf« tragter Ellert als elfter der Aufgerufenen seinen Zettel dem Schrrftführer über gibt, der ihn in die Urne legt. Von 379 abgegebenen Stimmen entfallen 277 aus Fritz Ellert, der damit zum provisorischen ReichsprSstdente« pe« wählt rft. Graf PösadoWsktz ertoü 49. Scheidematin und Erzll erger je eine Sfianme. Außerdem lagen 51 Stiurmenthaltun - gen vor. Ellert erklärte, er nehme die Wahl an.

Präsident Dr. David: Somit hat das Reick rum erste,: Male ein Oberhaupt, das nach der Art feftrer Berufung derechttgt ist, ttn Namen des deutschen VoMes zu sprechen und zu han­deln. (Veisäll.) DerschWunÄen ist der Vorumud, das ererbte Recht. An seiner Stelle steht der selllstgewühtte Führer. Daß der neue Reichs­präsident das Steuer des Staatsschiffes zu fuh­ren berfteht, hat er in den Monaten des stärk­sten innen- und außenpafttischen Sturmes be­wiesen. Daß die deutsche Revolution nicht dem Beispiel der russischen gefolgt ist, daß sie nickt Wie dort in blutiges'Chaos, zur völligen Aus- lösung von Rulle und Ordn'.mg geführt hat, daß sie nicht zur Zerrüttung alles volitrschen und Wirt feto fttteen Lebens führte, tos ist zum größten Teil tos Verdienst b»5 Mastues. beit Sie heute an die Spitze des Reiches berufen. So darf das deutsche Volk das 'S er trauen ba­llen, daß es der bewährten politischen Klughett und Willeusfeftigkeit Ellerts gelingt, auch Wei­terhin die junge Freiheit zu schütten vor allen (Äfahreu. die kommen, von rechts oder lftcke. (Lebhafter Beifall bei ton Mthrhettsso^ialisten. Uimibe bei den Unallb. Soziatisten.s -o möge denn bie Botschaft hinausdrinqen in die tout- stbeu Santo: E in v olks aewsi hl ter Füh­rer ist'an die Sptze des Reübes getreten, ein Aiann. durchdrungen von to* Liebe zum deut­schen PM, ein Mann voll flefen Verständnis­ses für seine Nöte und Sorgen, für seine Wünsche und Hoffnungen, ein Mann, erfüllt tont ft 7-^ em Willen, ferner Mission gerecht zu werden^ Die Frei heft zu hüten und den KriSdeo zu fchchfen itn Funern Wie unck außen. iSftft-