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Fernsprecher 951 uä6 SSL Donner-tag, 30. Januar 1919
r st» Saffetrr Sleuis.enAachriLlm eisoeuie» iLöchrnMch fed)8mal an» zwar c d(»»«. Der ’I»mmet=ent4preH betragt monatl i.2O Wart bet freier gafieBtmg B»« ®«u»
»erben .»erzeit eon »er Ses«äft,stetle ober Mn Boten entpeeengenominm., $r«t«et, Berta« unt> Redattion. e»la*ti>otfitcise 28/30. i>ur unsertony etngefcnbte Beertg. tonn Me Steoattion eine Verant.-oortang ober Seroäbr tn teurem e.-Le Übernehmen Sretjabtangb »egagsze be« »»«SmprutSetnegea etwakern *t »rtmttng«aw* «ergte enmgcaBgef^loFen
Wresukakems der Keutzenwahl.
Iie BreußeAwahl.
Weitere Ergebnisse. -
Was »«om twifü »ach t«s<i der
Wahlen uom 19. ftanuaT erwarten mußte, M5 kommt auch itt den bischer voll.egenden End- rciititaten der Prsusienwahl wieder zum Ausdruck: Die Lemolrcrlfsietunz des Reichs tote Preußens. Zugleich aber kann man jetzt schon ziemlich sicher sazen, daß die Sozialdemo- k r a t i e, auch wenn ihre beiden Richtungen sich zusammenschlietzen sollten, allein n r ch t über sie absolute Mehrheit in der Preußenversammlung verfügen wird. — Heute sind noch zu melden die folgenden
C dresuttate:
teste Kreise auf derartige Probleme immer tote* der aufmerksam machen, mn sie selbst vor Schade« zu bewahren.. Wögen sie doch ihren Blick von derartigen suggerierten Illusionen wieder der ernsten Arbeit zuwenden. Rur sre kann uns retten, nur sie kann uns Kredit und damit Nahrung schassen: „Brot und Fett sind in genügender Wenge vor- Händen und stehen zur Verfügung, — — — 1.0» bald gearbeitet wrrd'." P. B. S.
Dir Katastrophe «»tge-en.
Essen, 29. Januar. (Trahtbericht.) Rach einem Bericht im bergbaulichen Verein »st die gesamte Kohlenförderung ist Ruhr-Revier im -Normt November um 55 Prozent, un Dezember um 60 Prozent und in den ersten drei Wochen res Januar um saft <0 Prozeiir Maier der lebten Fries enssördenms 1913/14 zrutüÄeeblieScn. Tie Berhiiltnjsse treibe« nach dem gleiche» Bericht einer K»tast r 0 phe schrtn in den nächsten vier bis sechs Wochen unaufhaltsam entgegen.
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Einführung »es ArSeitstwair-e«?
Berlin, 29. Januar. (Drahtbericht.) Wie der „Kslalanzeige^ erfährt, schweben trt ®e» zuständig:» Stellen wegen des Er »sseS eans Gesetzes betreffend tue Einführung desArbeitszwanges ernste Erwagu» neu.
Rarwnallrberale. Wie schon gemeldet, sind acht Unabhängige, drei Soziawemorraten. fünf Demokraten. zwei Konservairve getoxtMt ‘ ■
Aurich. (15. LahlirciZ; — 11 sitze.) Amr- licheS Wablergebnis: 152306 Soziardetuokralen, 92003 Demokraten. 46942 NationüDberale, ■20 406 Konservative, 87907 Zentrum. 84984 Welfen. Die Mandatsverteilung tft, wie ictzoit berichtet, folgende: 4 Sozia!d«nÄratey, 2 Te- utoiraten, 2 Zentrum, 2 Welfen. 1 Dattonal-
Hannover. (16. AahllretS: — 19 .Sitz« ) Das jetzt festgestellte amtliche WahlresuUat ist folgendes: 44Q003 SoziatdEo^t««. 88077 Demokraten, SO302 RalionEkberM, 295584 Ze^ tritm titno Welsen. 24299 Konservative, 10277 Unabhängige. Wie schon berichtet, verteilen sich danach die Mandate folgendermaßen: 9 Sozial- demotraien, 1 Demokrat, 2 Nationalliberale, . Zenilum und Welfen.
Minden. (17. Wahlkreis; — 8 Sitze.) Amtliches WaUergebnis: 398 854 Zentrum,. (10 Zitze), 239 214 Sozialdemokraten (5 Sitze), 51 499 Natiouälliberalc (1 Sitz). 70 650 Konservative (1 Sitz), 64101 Demottaten <1 Sitz), 14243 Unabhängige. 1264 (thrrstlich-S-z-ale.
Arnsberg. (18. WÄllreis; — ,24 ®ke.) Das endgültige Wahlergebnis des WaWrekses ttt folgendes: 146 211 Sozialdemokraten (10 Zitze), 49 286 UuabhSngige (1 Sitz), 384968 Einen !? Sitze). 165 872 RarionaLberale und servative (4 Sitze), 103231 Demokraten
Wahl in Aeffen-Naffau.
Dir vovlLusige Ermittlung ves Wahlergebnisses im 19. Wahlkreis durch den WaHUom-mn- sar Oberregierungsrat von Lentze führte zu sol- gcndem Re'ultat: Wahlvorfchtog
Gebeschuß ..... »9389 Graf . . ...... 382355 Stade ....... 207 278 Rit er . 9i 325 Schwor» . ... . . . 165 416 Sender 34 064
Falls keine Verschiebungen mehr eiri.teten, verteilen sich die Mandate wie kolat:
Deutsche Volkspartei: 1 SaiiaLdemokvatcn: 9 Demokraten: 5 Deutschnatt onale: 9 Christliche Volk spartet: 5. Unabhänaiae:
Unter den Gewöhlten. befinden sich aus Kassel Richard Hauschildt,
seit 19 Jahren Redakteur, folgte 1905 mit Schei. demann, mit dem er bis drhin in Os'enbah b»3 dortige Par'eiorgnn g leitet hatte, etnetn R fe des Kasseler Parteivorstandes nach Kassel. Rach tritt Ausscheden Sche'dema ns übernahm er 1911 die Leitung des Volksblattes. Hauschildt, der seit 13 Jahren Vorsitzender des Sozialde- mokratifchkn Vereins Kassel-Melsungen ist,, beneidet seit 1916 das Amt eines Stadtverordnete». Die Revolution machte ihn $ttot stellvertretenden Vorsitzenden des A.- und S.-RateS.
Albert Grresinbki,
lanajüdriger Leiter des hiesigen Metallarbeiter, Verbandes, trat besonders während des Krieges als Vorsitzender des Konsumenten-Aus- schusses hervor. Er verfaßte n. a. eine Broschüre. die sich mit"den Lebensverbältniffen der Kass-ler Arbeiter beschSsiigt. Bei Ausbruch de» Revolution wurde er Vorsitzender des Zenrral- Ardciter- und Soldatenrats, später Mitglied des Zentral-Ra's in Berlin.
Heinrich Aimpel,
Lehrer in Kassel, gehörte ftüher-der Fortschrittlichen VolkSpartei an. Er gibt di« .HessuLe Schulzeitunq' h 'raus, das Organ dxs Hessischen Volk?schullehrervereins uns des Waldecklschen Lehrervereins. Besonder« Verdienste hat er fdch um die Jugendpflege erworben; fo leitet er mit großer Hingabe pas gewerbt'che Lehrlingscheinf Bei der letzten Sandtagswahl landihierte er,für den Fortschritt, nuterlag aber dem Zehr. Herns.
BiS zmu heütwen Tage fehlen noch etwa S75 Stimmbezirke, mem aus dem besetzten Gebiet. Tas endailttge Resultat ergibt siL erst aus der amtlichen Feststellung durch den Wahlausschutz nächsten Smrnaoend.
men gegLnübör §11 — .... - .
nuv.r. Den, n: Temtkraten 2 Sttze,
MehrbettSsoziakrsien 7 Titze, Zentrum 9 Sitze, Deutsche VoWpartei 1 Sitz, Deutichnattottale BolksPartei 0 Sitz. ,
Sohlen». (21. Wahltreis: Koblenz-Trrer; — 16 Sitze.) Das Wahlergebnis ist folgendes: 454980 Zentrum, 160834 Spziuldewokrate«, 111634 Demokraten, 23.814 Konservative. Das Zentrum erhält 12, Demokraten 2, Soztaldevro- ttaten 4 Sitze.
§obald gearbeitet wird!
Em Au4f^-rnch Srzserger».
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|iu3erfngune stctz-k,',6da d icarte.tr. wir»
Man lese dieses Wort — und die . öanzc Lrölle urrjeres Elends reckt sich gespcusttlch vor in»baui. «Lior uno Fett sind m germsender Lenae oorhanden»; Erzherger bezreyt juh ofenbar auf die FeWellmtgen, lne d-r ScahrunA.-- nittel-ÄoutroLeur Hoover kurzl-ch genra^r hat; auch bei ihm heißt „cs: ,L»e Welworra« in Getreide und Fettstoueu und so öroß- daß mir nie Litt,elmächte txua.t verargen, tönnen. atber auch bei ihm kommt die Emichrauiuug, die durch die ganze Entente chre Runde macht: Deutschland tonn und wu>d nur dann ver- lorat wekorn. wenn Ruhe und Ordnung wre- veräcrgcstellt sind und man dem ^olich^vrsmus knergM die Tür gewiesen hat. Tas Sport be- dSvtü rm Aiunde der Ent-niemänner ncht eure Lbsaae an. Lparlalus allein, sondern läßt sich» weitergehend, dennoch auf die l.^pxe tzormet brinaeu: .... sotzald g e a r b e 11 e t wird.' Und mit Recht! Oder glaub: jemand ernstlto), daß man uns um unserer schonen blaudeutschm Lu-en w.llen mit Lebensmitte.n verforgt? Ach, bi» Gegner denken gar nicht barun; |W1> e> bte im^aügemeinen nicht mit phckaniropriche.l Ideen besLZvert sind, ist diese B-rsorgung eur e s ch ä f t wie jedes andere Und d.e Grundlage eines jeoen Geschäfts ist nun mal bei Kredit, oder Sie Kredits a h r g k e: t. Daran ändert auch sie Revolution nichts.
jinn toje Erzch^Wers Sffion. man beachte »u Stimmen von der Gegenseite und tnrg.e«tze I bann damit das Arbeitsresultat, Wir, der Zechenrevwre. Sie Lage am ftweto markt hat sich im Januar derart verschlechtert, daß man ruhig sagen kann, es wird knapp noch die Hälfte unseres De.ans gefordert. Beweis: Im Ruhrgebiet weudcn anstatt 24060 Wagen (im Kriege) nur noch 10000 tag’ sich angeford-rl; in Oberschlesien gar nur 2060 gegen eine Turchschnittszifser »ott ,15 060 und gegen 5000 — in der Vorwoche. Was tst die nachsiliegetrbe Folge? Man hat berechnet, daß ^e Dahnen westlich der ElLe etwa noch trti Wochen, d.e östlich der Elbe eitoa noch «an bis zehn Lage versorgt sind; ob dann ein RaStbton überhaupt noch einaehauen werden Lnn, ist mehr als fraAich. Mit anderen Wor- en: Kommt der Eisenbahnverkehr noch mehr tum Darniederliegen als bischer, dann kommt «icht nur die Industrie und ein großer 3.eil Ki Gewerbes zumr Stillstand, dann stockt auch )ie RahiungKmittelzufuhr und .ißerieilung auf >ie Städte. Darm grinst uns. tote Oberbürgermeister Blüherin Dresden und Adenauer « Köln sagten, tatsächlich das hohläugige G e - Iven st des Hungers an! Soweit ist es tlfo mit uns gekommen, daß wir infolge der ganz unsinnigen Streiks und Lohnforderungen unseren Verkehr, unsere Be.ench- tunz, un,ere NahruugÄnittelinduflrie demnächst werden still liegen sehen. Mas dann aus uns wird, weiß niemand. Aber eS wird entsetzlich sein! Gewiß: Unter der Abschnürung durch ine Entente hungerten wir; aber wir verhungerten doch nicht. Dis zu diesem letzten Elend aber sind es nur wenige Schritte noch. Das Erivachen wird grausig fein; — nicht zuletzt für
Bestnrumz auf Weimar.
Bon
Han» Xatonek.
Geistige Strömungen und Ideale, die tief im deutschen Wesen wurzeln, können wohl zeitweise verschwinden, aber nicht für immer verloren gehen. Bismarcks Riesengroße hat Goethe überschattet. Vor der Dreiheit Potsdam-Essen- Berliu wurde Weimar zur blassen Etinnerung. Slntzelle des geistigen Heros trat der politische. Anstelle einer Humanitär, die das Politische, das Wirtschaftliche, wie das Soziale umfam, toeil sie die Menschheit in s-ch schließt, trat das Spezialistentum. Ganz deutlich vollzog sich der Ä(vfall; immer inhaltsärmer wurde uns das unvergängliche Symbol: Weimar; es war teilte lebendige Straft mehr von jenem CMeift irgendwo pürbar — es seien denn kärgliche Wiederbelebungsversuche in literarischen Epigonen- kreisen, die ohne Bedeutung und ohne Wirkung blieben. Gewiß, in den besten Vertretern unserer Literatur ist Geist von Weimar erkennbar, zersplitterte Teile jenes Geistes, aber gerade die durchgehende, gräße Unteilbarkeit des deutschen Humanitätstoeals, die das gesamte Lede» durchdringt, trat nirgends repräjcntativ in Erscheinung. Thomas Mann hat es irgendwo ausgesprochen, daß unsere Entwicklung von Weimar zu Potsdam (wozu man noch Essen als das industrtalische, Berlin als das preußrsch-rentoalistifchs Element gesellen könnte) Lr die übrigen VMer eine schwere Enttön- chsting bedeutet hat. Der Geist, an dem sie sich bei uns erbauen sollten, war ein verstaubtes MusoumSsuick geworden, auf das wir Mitunter mit seLbsttzefLlllger EmPorkSwÄiUngsgeste hin- wiesen. Dio Rationen suchten in uns etwas, das sic selbst nicht hatten, und sanden die gleiche ungeisttge LebeusbetriebsaMkeii, die sie selbst besaßen. Tas war nicht mtr eine Enttäuschung. — es war mehr: es war unbequem. Für das Vöüerlebcn hat, mehr als das Ariom: »Anders fein als tzie anderen, erregt Haß', der Grundsatz Geltung: »Anders sein, als man es von dem anderen erwartet — und genau so fein, wie
Danzig. (2. Wahlkreis Westprouben; - 17 Sitze.) Das vorläufige Wahlergebnis ist folgendes: 141714 Sozial« emotrate» (6 Ditze), 129 321 Demokraten (5 Sitze), 126 719 Konservative (4 Sitze), 77147 Zentrum (2 Sitze), 21687 Unahhängige. Es fehlt noch eine Anzahl StimmbezlAe. *
Potsdam. (4. Wahlkreis Potsdam 1 bis g- 17 Sitze.) Tas Wahlergebnis kantet: 156 765 Demokraten, 317215 Sozialdemokraten, 115188 Unabhängige, 106 526 Konservative, 58419 Ratio-tatliberale, 18327 Zentrum. Aus einigen Bezirken stehen die Zahlen noch ans. Wesrntliche Aendenrngen dürsten sich jedoch nicht mehr ergeben. Es können - als gewährt gelten: 6 Sozialdemokraten, 2 Unabhängige, 3 Demokraten, 1. Rationakliberaler, 2 Konservative.
Charlottenburg. (5. Wahlkreis, Potsdam 10, Teltow-Eharlottenönr«: — 13 Sitze.) Clmrlottenbure: Es wurden gewählt: 280 652 Sozialdemokraten (6 Sitze), 164 ' '7 Demoiratön (3 Sitze), 119 348 Unalchängige (2 Sitze), 118021 Konservative (2 Sitze), 92 916 AattomttliLerale (2 Sitze), 32007 Zentrum. Gegenüber der früheren Aieldung Hatzen Sozialdentokraten und Unabhängige je einen Sitz weniger, NationaMbe- ia<c und. Konservative je einen Sitz mehr erhalten.
F r a n k f u r t - O d e k. (6. Wahllreis; — 12 Sitze.) Die bisherigen Ergebnisse lauten: 283846 Sozialdemokraten. 3075 Unabhängige, 117 376 Demo! raten, 19 761 Rationalliberale. 113420 Konservative. Es erhalten voraussichtlich die Sozialdemokraten 6. die Demokraten und Konservativen je 3 Sitze.
Stettin. (7. Wahlkreis. Pommer; — 17 Sitze.) Es wurden gewählt: 290 541 Sozialdemokraten (7 Sitze), 176 020 Konservative (5 Sitze), 134074 Demokraten (3 Sitze), 72916 Na- tionastiDerale (2 Sitze), 10224 Unabhängige, 3784 Zentrum.
Bretzlait. (9. Wahlkreis; — 18 Sitze.) Die Wablzifsirn lauten: 876 017 Sozialdemokraten, 178623 Zentrum. 125118 Konservative, 117236 Demokraten. Es bleibt bei der schon gemeldeten Dfandatsverteilung: 9 Sozialdemokraten, 4 Zentrum, 3 Konservative, 2 Demokraten.
Liegnitz. (1L Wahlkr'is; — 12 Sitze.) Im Regierungslüezirk Liegnitz wurde folgendes Wahlergebnis erzielt: 263 552 Sozialdemokraten (8 Sitze), 136 318 Demokraten (3 Sitze). 73 643 Konservative (2 Sitze), 50 076 Zentrum (1 Sitz), 546 Evangelisch« Volkspariei.
Merseburg. (13. W ittrets; — 19 Sitze.) Anuliches Wahlergebnis: 350 518 Unabhängige (8 Sitze), 144661 Sozialdemokraten (3 Sipe), 208401 D-mokraien (5 Sitze), 120124 Kon;er- valtvc (2 Sitze), 62186 Zentrum (1 Sitz), 12313
(3
" Köln. (2a Wahlkreis: Köln-Aachen; — 19 Sitze). Ehristliche VoWpartn 114 'M Deutsch- nationale Boilksvartei.6285, Deutsche Vollspartei 15193, Deutsche dwiokratMr Psrtn 27 684. Mehrtzeilsfoztolifien 1<j8996, un,M:gM.Ttim- ma.-. Insgesamt» haben Mwachdr 276 827 stimmen gegenüber 311181 Erimmen am 19. ,to-
dt« Arbeiter! . , '
Jedes Gesck-äft, sagten wir, beruht aus dem Kredit und Der Kreditfähigkeit, letzten Endes also auf der Arbeit. Rur wenn Ruhe und Ordnung herrscht wenn also die A-be.i w.e- der so schnell als nur möglich ausgenommen wiro, werden wir von der Enlenie Le- henSmkttel erhalten. Wir brauchen vor der Hand für sechs Milliarden. Für die aber mirp len Gegenwerte geschossen, d. h. erarbe i- tet weroen! Und wie ist es bei uns? Glauben nicht weiteste Kreise in ihrer Verblendung, baß Sozialismus identisch fei mit hohem Einkommen und einem Mindestmaß an Arbeitsleistung? Wie fcurd) einen verzerrenden Rebel schauen d.e Arbeiter auf den Unternehmer- rw in» »n» erblicken ihr Heil in einer Ausschaltung desselben bezw. in einer Verteilung. Wie es Hamit steht? — Dafür ein Beispiel: Em Unternehmen soll mit einer Million arbeiten, 500 Leute beschäftigen und 10 Prozent, gleich 100 000 «stark Reingewinn abwerfen. Nehmen wir den Achtsmndentag zur Grundlage, so ergeben sich |m Jahre 500 mal 300 mal 8 = 1200 000 Ar- deitsstunven. Tas ergibt auf die Stunde rund W (!) Pfennige, wobei !• inerte: Kapttalabfin- dmng in Rechnung gestellt ist. Ist nun Heser «vemueüe Mehrverdiensi von sage und sihre.be j4 Pfennigen am Tag so verlockend, dtß der Ukbeiler auch die Rrs-len übernimmt? Vergißt man deru. daß man dafür dem Staat älZ Lohnh:rtn ausgeliefert wirb? Ter Staat aber, »Wch der sozialistische, läßt nicht mit sich spaßen! ^Tfeir tun nur unsere Pflicht, wenn wir drei-
maiit selber ist, erregt Haß." Anstatt in Deutschland oaö geistige Liderspiel zu finden, an dem man sich selbst erhöhen und reinigen konnte, fanden die Völler in uns den polittschen nnd wirtschaftlichen Partner und Konkurrenten, vor oem man sich m Acktt nehmen mußte.
Die AusschlieUichkeit, mit der man bei uns Politik und Wirtschaft betrieb, aller Humanität genau so fern wie anderswo, mußte für die Welt umso befremdlicher fein, als vom deutschen BM die Rede ging, es sei das der Denker und Dichter. Diese Phrase war irgendwo itt bet Luft hängen geblieben, — sie war aus einer Grammophouplatte festgehalten und man ließ den Schall los, wenn man nach Gefchäftsfchlust dem Geist ein kärgliches Amüsierstündchen einräumte. In wrettel Deutschen lebte denn der Glaube und die Uebcrzeugnng, daß die Kunst hoher steht als das Leben, daß Sittlichkeit, Güte und Vernunft mehr sind als Wirtschaft, Vorteil und Erfolg? Dieser Glaube aber, der das Leben des Einzelnen, wie das des ganzen Volles wirksam durchdringen soll, ist das Wesen des dsursch-klassischen Humanitätsideals. Gewiß, die anderen Völler besitzen auch nichts von die-- sem ©tauben; und das deutsche Volk, von dem allgemeinen Welttaumel ersaßt, bereit, seinen Nachbarn das Gute wir das lieble nach zu- ahmen, fragte sich: Warum fallen wir berat besser sein als die anderen? Sind die anderen ungeistig, tdeallos, unethisch in ihrem praktischen Leben — nun gut, dann sind wir es auch. Wir batten weder den Glauben an die Werb«- trast des HumannütSideals, noch den Glauben an die Unantastbar..tt und Sicherung, die es gewöhn. Em Leben in Geist und Güte schien uns zu riskant, wo die anderen ein Leben in Macht und Wirtschaft führten.
"Auf die stumme Erwartung der anderen: besser und geistiger zu sein, als sie selbst es sind, gaben und geben wir noch immer die Antwort: Machet doch i h r den Anfang! Aus diesem Grunde, ans diesem mißtrauischen Risckogefühl eines GroßhändlorvollS, machten wir weder den Anfang mit demAbrüstungs-, noch trat dem Schiedsgerichts-, noch mit dem Völkerbundqedanken (wiewohl die Ursprünge -dieser Ideen zum Teil in deutschen Seelen wurzeln). Uns fehlt die Unbedingtheit deZ Glaubens an geistige Kräfte, der unbeküm inert, was man rechts oder links tot, aus innerer Notwendigkeit den Anfang macht. Es gehört aber zum Wesen des deutschen Idealismus, daß er Lerirauen zu der Kraft hat. die von ihm auSsirahlt. Vertrauen zu dem Ewig- Menschlichen und die Bereitschaft, eher ans Vorteil zu verzichten, als sich selbst preiszugeben. Der deutsche Idealismus aber har sch preisgegeben, er besaß nicht die glühende Glaubens-- kraft, die avZ freiem Willen zu großen Ein- schluffen sich aufschwingt. Wer dachte 1914 oder vor 1914 bet uns au Abrüstung, tut Schied- gertot. an Völkerbund? In an dem »itt:.. wir mißris-ttsch räe SchmülMMg unsi'