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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 46.

ffernfvrecher 951 imb 951

Sonntaa, 26. Januar 1919

9. Jahrgang

Sernf»redHr 951 Mit» 951

Stimmen gegen die Austeilung Prentzens

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Ite «Off«in »-«ueiiei S«*«UJ,ten «rfv.emei »öchkntUL «»«mal nt «mar a »en»«. Der Ü»ennement«»rtt« bet*«a<m> wart bei freier 8n«rellnn, in« Han« SeieUungen »erben «derzeit een BW ®ef6äft*#eUe »der Ben Boten enipegenaenommen. $ ruderet, Berlaa unb iXebatrton 8*lad>t6offtraie 3*fS0. -Vui unverlangt etngefanbte Beitrage tarnt bte Redaktion eine Verantwortung ober Gewahr in keinem Kalk übernehmen Ruck,a> lung »es Beeng«,« de« «derMniprbebe wegen envaigern d>ternmtna«m-'t aer8te erun# au«gcfd>lt>ffen

3ttfertton«preife: Die ftebengefuallet« gelle fär «Mheimifche Belchäkte w *tg. iur au«, tvirttae Anzeigen 3» Pf. Retlamejsile fät einheimisch« «es t, ifte 7S ®r, (fix auswärtige ®ef<S ifte t Mk «insache Beilagen für bte Gesamtauflage werben mit » Start »re taufeno »«. re*net Wegen ihrer dichten Verbreitung in »er ReNben, und »er Umgebung find Bie !»afseier Neuesten Nachrichten ein ->or,ügUchet Jniertionsoraen. Kfir bte Lufnahm- een «rueigen an oefltmmten Zagen ober lUStzen wtr» I gl. keine Gewähr geleistet. Geschäftsstelle itäln. Str 5.

Oe« ® rwtelnbeto -hlrecht.

Berlin. 25. Januar. (Trahtherichtl. Die preußische Regierung erläßt eine Verordnung mit 6kffSe<fnaft jur anderweftiaen Regelung bei 6ar tedM Die MitgKever der

$as n'M Reich Gegen bte Rei^ Steilung. tDrahibericfrt.f

3«m Schuft b-r Presse sre! heil.

Berl'n. 25. Januar. sDrahfbenchtt. Der tei'tralrat der soziasffttschen Republik Deutsch-, lands fordert all- Arbeiter- und Sokdate'-räte auf, jede» Eingriff in die Presse ireiheit zu unterlassen und dort, wo Gewalt und SBtfffitr gegen sic angewerdet wer­den. die Presse- und Meinungsfreiheit nut allen Mitteln ,u verteidigen. Der Jenrrairat wird von der, Nochsregiervng alle Mittel fordern, uu die uneingeschränkte Pressefreiheit stcherzustellen. IieFriedens-Koaferenz.

Die Lchadenersatz-Forderunge«.

sDrahtbericht.)

Genf. 25. Januar.

Ein Pariser Blatt «reldet: Dte Alliierten- Konserrnz hat auf Antrag ClemenceavS dir Be­ratungen über bie Lchadrnersatzforde rungeuauDeutschland bis zur Rückkehr W.isone .ertast. Die Delutuneen betreffend die übrigen Jrie^enovorbedingungm werden fortgesetzt. Wie ariS Brüssel gemeldet wird, ist dort ein von Deutschland abgesandter Tvnder- zug mit 749 Millionen Kranes, die für die Nationalbanl bestimmt find, und fünfzehn Wertpakete enthielt, angekomme«.

Eixe B«uern-D»rs«mmlun-.

Im Nordischen Hof frtttfc gestern eine sehr aut besuchte Versammlung der Bauern KurhessenS statt. Einberuferin war dte Deutsche Demokratisch« Partei. Einte tend sprach Landwirt Sellbach aus Kökte über die allgemeine politische Laa- un'er besonder r Be­rücksichtigung des Bauernstandes. Die Kriegs- wirtschaft mit ihren unfiütoaren Verordnun» gen habe den Bauer zur Selbsthilfe getrieben. Sonst wäre unsere Ver^rauna schon 1916 er­ledigt gewesen. Allerdiaas hätte auch mancher Kleinbmrer sich vergessen und den Tanz um das goldene Kalb mitgeniacht, aber am stärk­sten wurde der Schleichkwndel durch den Groß, grundbesitz unterstützt. Die kleinen Landwirte wurden kontrolliert, dte arosen blieben ohne Kontrolle. Leider hätten die Landräte und die Regierung nicht einaegriften. Tatsache sei. daß wir bei gerechter Erfassu'-st und Verteilung von den Erzeugnissen unter<? Landwirtschaft noch lange hätten leidlich leiten können. Von der Sozialdemokratie trenn! ihr Festhalten am Erfurter Programm mff der erstrebten Aufhe­bung des Privatgrundbesttzes und die

Stellung xn den Schutzzöllen.

Wenn nun trotzdem vieN Heine Landwirte die Soziakdemoftatie wähltet. so hoffe er. daß man bald aus der ni-a einmal bestehenden Verärgerung heraus zur Best'nung komme .ftu begrüßen «ei das Wiedersinden von Bürgern. Bauern mb Beamten. So ist von der Zukunft ein Verschwinden des Gegensatzes zwilchen Stadt und Land zu erhoffen und das umso sicherer ie eher man sich fenttn lerne. Landwirt Tr i esckm a n n aus oerell-'nbach sprach als Bauer zu den Danesh, erzählte von den Kämpken deS Deutsch«'' Bauernbundes, von den Verdächtiaunaen Seiten des Bundes der Landwirte und stellt fest daß das Stutz- zollgeketz, das die aut«e .Reiten deS Bauern­standes berbeiff'hrte. Bund der Landwirte nicht unterzeichnet toAe. Wenn setz' der Banerndnnd für dte D D. V. eintrete fo ne» schelle das nicht zuletzt tu» die durch den Großgrundbesitz welAflE'tie Kluft zwischen Stadt und Land «Zk üst^br'""*-n Gnteb sitz t Nagel griff den Bsuern^sind a > und sprach für den B- d. L. Ihm «^»ortete ein Landwirt Schmidt aus ÄLtenfrtna, der, selbst noch

Gemeindevertretung werden in allgemeinen, uu- mitt lbaren und geheimen Wahlen nab dem Grundsätze "der Verhältniswahl gewählt. Jeder Wöhler hat eine Stimme. Wahlberechtigt und wählbar sind alle im Besitze ber deutstett ReichSangehörigkeit befindlichen Männer und Uralten, bte das 20. Lebensjahr vollende' haben m Gemeindebezirk seit 6 Monaten ihren Wohm sitz hafsien und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Die gegenwärtigen Gem inde- nerlietnngen werden aufgelöst. Die Neuwahlen haben an rnem Sonntage bis spätestens zum 2. März 1919 zu erfolgen.

Die Pkeu^eMsthl.

Versammlung des WiftelstandeS.

Sinbtoerter. Kleinsaufleute und Gast- F^ewgesiern zu einer Versammlung nach dem --raale des Siadtparks aufaerufen. °b" auch frier machte sich dir BersammluugS. mtrdigken bemerkbar. Obermeister Kniest br^ eine Lanze für die Der» sche Dcuokratts-ve Partei, die eine wahre MittokstandSpartel sei. eine richtige Büroerptv-tei. die solange gefetzte habe. Vom Mittelstand erwartet er einen krff. tigeren Zusammenschluß. In Kassel gibt -f M Tausend selbständige .ftaudwerkn. *500 Gastwirte und 2000 Detffllisten. Schon sie wenn sie geschloffen auftreten, eine Macht bilden, besonders bei den bevor- stehenden Stadtverordneten - Watz.' len, Leider habe der Mittelstand bisher zu wenig Ot-ferwilligsM. Selbsibew rßtsein und Gtandesgefützl gezeigt. Jetzt beißt es endlich einmal eine einbeitliche Richumg eirschla en. Im Staate sowohl a's in ber Stadt. Von >cn bekannten Handwerkerforderungen emrfrnte ber Redner besonders noch den genossen­schaftlichen Zusammenschluß der avcb die beste Bekömpfuna der Warenhäuser ge­währleiste. Daß die D. D. P. eine

Beschützerin der Warenhäuser .

sei. bezeichnete Kniest als einen Kalauer und verwies aus die Geldbeteiligung d-s Jüffteu- konterns, der doch gewiß ans rechtsstehenden Mannern bestand, an einem Warenbausunter- nehmen. Die ernsteste Mittelstandssorge sei die Wiederbelebung der Bautätig- keit weil. Wenn erst N red er gebaut werde, alle Kategorien, die zu der Versamm'ung gela­den batten. Arbeit und Brot haben. Kerner muß für einen tüchtigen Nachwuchs gesorgt werden. Schließlich stellte der Redner noch einmal die Aorderuna ans, daß der Mitte'ftand bei den kommenden Gemeindewahlen die tfrm zustehende Berücksichtigung erfährt. Maurer­meister Müller erklärte sodann, das Hand-: werk, wie überhaupt der Mittelst'nd. hätten bei bett Wahlen am Sonntag ihre Schuldigkeit getan, es gelte nun, ganz besondere An­strengung bei der Vreußenwahl zu zeigen. Obermeister Kniest schloß bte Ver­sammlung mit versötmlich-m Worten Er gab dem (Aauben Ausdruck, baß der Mittelstand trotz aller Ungunst des Schicksals doch noch gu­ten Zeiten entgegen gehen werde aber nut dann, wenn er geschlossen seine Interessen ver­tritt.

v. Winterfelbt z«r8cktz«ttrte».

Berlin, 25. Januar. iDrahtbericht.) In ber ß«fteigen Vollsitzung in Spaa kündigte General von Winterfeldt an, daß er von seinem Posten als Vorsitzender der deutschen Waffenstillstands-Kommission zurücktreten werde. Ten Anlaß gab eine Ltitteiffmg des Generalissimus ssoch, welche von General Nu- baut verlesen wurde. Joch erklärt darin kurz, daß der Abschnitt östlich von Straß- b u r g aufgrund der Vereinbarungen der Ver­längerung des Waffenstillstandes binnen sechs Tagen, vom 23. Januar 1919, 6 Uhr abends ab. besetzt werden wird. General von Wmter- eldt äußerte sofort: Ich habe Herrn General Nitdant in einer Privatlmterredung mitgetefft, haß die Besetzung dieses Brückenkopfes einen derartigen Schritt von Mißtrauen gegen die Kommission bedeuten würde, daß ich «n Augen­blick, in dem ein derartiger Befehl gegeben Würbe, um Entlassung von meinem Po­sten bitten würde. Dieser jetzig« Zeitpunkt ist dazu geeignet General RudaM auwottete: Ich kenne nicht einen Grund, der den General Foch zu dieser Maßnahme bestimmt habe, aber ich weiß genau, daß sich die Maßnahme in keiner Weise ans die Arbeiten der Kommission grün­det. Ohne den Schritt des Generals einem Ur­teil unterziehen zu wollen, muß ich doch sagen, und «war rein persönlich, daß ich eine solche Entschließung bedauern würde. Es freut mich, die freundliche Jorm der Deziebunaen. die zwischen uns geherrscht tzabm. anzue- kennen.

Deutsche Waffensttllstandsrommifsion.

Oe« Abrüssun««-Pro»!em.

Rotterdam, 25. Januar. sDrahtbericht.f Einem Rotterdamer Blatt zufolge wird anS Varis gemeldet, daß bie JriedetiSkonferenz ge­stern über die RüstnngSeinschrSnkung verhandelte. Lloyd George fetzte auseinander, daß sie britische Jlotte nicht vermin­dert werden könne. Elemeneeau. daß Frank­reich ein Heer Haven müsse, größer a!S je.

Wohin treiben wir? Wir haben eine Na- Bonalversammlun«, werden die Preußentaaun« Naben und der parlamentarischen Arbeit wirb es in Hülle und Fülle geben. Aber bie bren­nendsten Probleme: Arbeit und Brot: sie werden auch von dorther nicht von freute an morgen gelöst werden können. Tas Bott leb tote in einem Taumel! Die ganze breite Masse, bte über den Kriegs gewinn Zeter unld Mockdio schrie, hukdigt jetzt dem Revokttttonsg-winn und dreht mit gedankensoser Kraft unablässig an einer Schraube ohne Ende. Lohnforderun. g e n sind das Zeichen de» Tages. Während Deutschland in Friedenszeiten einen Rotenum- tenf von eineinhalb Milliarden hatte, ist er jetzt «ckzweiunddreißig Milliarden Wert an- «wachsen, und noch täglich steigert sich die Entwertung des Geldes eben durch Me rapide Lvtznhetze: denn sie zieht ein weite­res Steigen aller Preise für den Lebensunter. ball nach sich. Wer heute glaubt, bie Teue­rungswelle sei auf absteigender Linie, der ist tmtzei-kbar blind. Tie Blockade ist noch nicht «usgebolien und wird ei auch so bald noch nicht. Die Rohstoffe und die NafrrnngSmittel werden eine Höbe erreichen, wie sie lat ganzen Kriege stoch nicht bestand. Dann werden neue For­derungen erhoben und deren Gewährung w'rd bte Preise nicht zum Abbau, sondern zum « u k b a u zwingen. Wenn das so weiter geht, muß mit tödlicher Sicherbett die Katastrophe tonrmen Denn die Lebensbedingungen werden falsch erschwert, die Tatkraft wird gelähmt, die Btenerftast des Bürgermms erschüttert. Reich «nd Einzelstaaten planen nette Steuerquellen: Me Entente ist bestrebt. un8 finanziell bis zur Grenze deS eben noch Möglichen zu schröpfen.' «o treiben die Verhältnisse tm Inneren einem tfriflofen Wirrwarr entgegen Tie Arbeit der Parlamente aber gedl. selbst bei stre,rasier Be­schleunigung. zn langsam, um den Verfall so timeö aufzufralten, wie er sich vorbereitet. Das stl-ichsamt des Inneren hat la bere:t5 Vorkeh- rangen getroffen, ber Arbeitslosigkeit möglichst wmmmb entgegenzuwirken. und aeoen bte. die **Mjt arbeiten wollen einzuschrciten Aber tote fürchten, es ist eine Danaiden-Arbeit. Unb » bleibt ei. wenn nicht noch in letzter Stunde ®» Vernunft im Volke Einkehr b&W.

Eftthin wir treiben? Die preußischen Fi- «»»uzen geben eine Ankwott daraus, die ge* Ceju lähmend wirken muß. Im Jahre 1913 le die Eisenbakurverwaltunq, die nach ben toweft-m Plänen Reichseisenbahn werden soll.

demnach als Preußens Hauvteint»ahme- in Wegfall kommt, noch einen Heber- to*n rund 325 :V tllionen Mark. In bie­dre aber, in 1918 '19. wird bie Bahn «schuß von 1325 Millionen Mark er» H ist also nicht nur baS Plus vor- xn, sondern Vas Minus gebt gleich in tliietbel Unb dank bet «nfbeute-

rischrn Waffentzillstandsbedingungen wird es mcht etwa dabei bleiben, sondern das Defi­zit wird, wie von kompetenter Seite errech­net wurde, aus sage und schreibe d r e i M i l- liarden (!) anwachsen. Trotzdem werden auch hier die Löhne fortges-tzt in die L>öhe ge­trieben. Der Durckfchnittslofrn betrug im Jahre >913 rund dreizehnhundert Mark; jetzt ist er auf annähernd Viereinhalbtausend emporge­klettert, was einer Steigernnq von 230 vom Hun­dert gkeichkommt. Die notwendig einsehende ffolge ist die weitere Heraufsetzung aller Ta- r fe, auch der Gütertarife, und daraus resultiert dann eine abermalige Verteuerung der Lebens mittel! Die Masse der Be­troffenen aber wird wieder nach Teuerungs­zulagen, nach Lohnerfröhungen schreien. Und so geht das fort; wie wir schon sagten: Eine Schraube ohne Ende ... Alle neuen Steuerpro- lejkte werden nichts helfen, wenn nicht der SiegderVernunft komutt Aber er muß bald kommen; sonst dürste es zu spät fein. Die Notenpressen arbeiten gedttldiq; aber das Va­tersand geht dabei vor die Hunde. Tas russische Beispiel lehrt es ja zur Genüge. Roch eins: Trotz aller schreienden Arbeitslosigkeit finden dte Braunkohlenreviere keine Arbeiter, weil diese Art von Arbett verschmäht wird. Hier nmßten die Arbeitsämter, wie in Berlin vor- gesMaaen wurde, bei ber Auszahlung ber Ar- veitSlosen-Unterstützungen genau pnifen, ob tat­sächlich eine Notlage infolge wirklicher Ar- beitslosigkeit vorltegt, oder ob nur ein bewuß- te» Ausnutzen der .Konjunktur" obwaltet. Mil­lionen und Abermillionen. die an solche gezahlt werden, bie nicht arbeiten wollen, könnten aesvart werden zum Heil unb Nutzen des Ba- terkaudes. Dem Arbeitsrecht muß eine Arbeitspflicht entsprechen! P.B,S.

Das wachsende Defizit.

Berlin 25. Januar. (Trahtbericht.) Wie mtS gemeldet wird, weisen die ersten neun Monate des Reichshaushaltes einen Fehl­betrag von rund dreiviertel Mil­liarden Mark auf. Zur Deckung des Fehl­betrages ist gleichfalls mit ber Erschließung neuer Steuerguellen für das Reich zu rechnen.

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Die finkende ArtzeitSleistunq.

Berlin, 25. Januar. sDrafrtbericht.> In der General - Berfammlnng ber ^irmo Siemens n. Halske gab ltzeheimrat Wi hek n v Siemens eine Erffstrung Aber bie gegenwärtige roße ab, bie auf nahezu alle orfl' er en Nnterneh- munnen »utrifft unb daher besonderes Interesse verdient. Er betonte, dasi bie letzten beiden Monate vollkommen nutzlos für ba< Wirt­schaftsleben vertan worden find. Anstelle beS Wiedermikbaiies hat en Mnehm nder Auflii- sungsprozest ftatt-efunden. In den Fabr'ken beschäftigt man fi-st z>nn n"er e inffteu Te'le mit prodiiktiver Arbeit. Mit dem zunehMnden Arbeitswiderwiven und dem rapide i Abfall de- ArbettSleistimg geht Hand in Ha-" eine Lo n bewegung von ber äußersten Hefti'leit. So kommt die Größe bet Lohn- unb Gehaftsma"en in ein immer stärkere, Mi verhä tn's z t der vollbrachten Arbeit. Wenn gle'chpr'tta mit den wrtaesetzi stei-en^en Aufwendungen die schon setzt sicher auf ein Drittel der gesunk- nen Arbeits- leistnng weiter fäll«, so ist ein Gl-ich<rem»chi »wischen Einnahmen und «nsgaben nicht mög­lich, und die Industrie ist nicht weiter t« ber "age ihre An-te'teilten und Arbeiter zu besttä'- tiaen. Die vorst-^e-^en MelMin-en aef e- zu- famm-n mit nnfe-em Artist' ein Bttd. dis deutlich dasGesvenstdeS Staats siane- r o t t S erkennen't. tlnb an diesem M'gruu ' tanzt da-- verblendete Bote au Narren Kappenfcsten! Das ist blutiger Hohn!

Wilson« Beratunq««.

Zürich, 25. Januar. (Drafrtbericht.) Die Kölnische Zeitung" meldet: In der nächsten Samstag anberaumten Sitzung der Pariser Konferenz wird Wilson seine Vorschläge, die nach Besprechungen mit Herrn Leon Bourgeois, Lord Robert Cecil und General SmutS nie» dergelogt wurden, unterbreiten. Die Genannten werden voraussichtlich ebenfalls in die Ans­prache eiugreism. Schließlich soll ein besonde­rer Ausschuß für den Völkerbund er­nannt werden, der diese Krage gründlich zu studieren hätte. Ferner soll in derselben Srt- zung ein Ausschuß gebildet werden, der die Höhe der von Dsutschiland zu sorderüden Ent­schädigung und die im einzelnen mögliche Art ihrer Bezahlung regeln fett.

Wohin treiben wir?

Arbeitsrecht Arbeitspflicht!

Wenn wir nufere Augen auf das feindliche Ausland richten und dann den Blick zurückwcn- den zu uns selbst, möchte man mit dem Gefühl unendlicher Bitterkeit das Haupt verhüllen. Aber was würde es nützen! Unablässig mah­nend, nnerbittlich drohend würde auch dann immer wieder bie eine Frage uni wie ein Not­schrei erreichen: Wohin treiben wir? Auf der Gegenseite blähen sich die Triumphatoren. Giernenceau und Poinearö, die seit Jahrzehnten sich bis aufs Blm befehdeuden politischen Gegner, sie haben die Sampfsackel v>trlöscht, die Waffen beiseite geegt Sie sind freute eins tu dem einen emgtgeu Ziel, die Qimmacht Deutschlands für die größere ,gtoire* Frankreichs auszubeuten. AuS dem blutenden ReichSlörper wollen sie die Teile, bte zur Ge- ftmdung notwendig sind, herOuSrerfen. Tas Saargebiet, daS utbeutfcfr war uteb nach 1802 nur für wenige Jahre unter Napoleons Diktatur von uns getrennt wurde, schicken sie sich an, für immer einzuhoimsen. Elsaß- Lothringen ist so aut wie annektiert; das beweist schon bie glatte Unterbindung der Wah­len, bie gewaltsame Französierung, bie Aus­weisung der Altdeutschen, die Beschlagnahme der Sparguthaben und dergleichen mehr. Was nützen da papierene Protckte? WaS eine Be­wegung für die Autouvmität? St» werden von dem ® 1 e 8 e r (nraft seiner Macht, die ihm vor Recht gebt, verächtlich abgetan. Und da fragt man sich bei allem immer wieder aufs neue: Wohin treiben wir? Wir sind um­droht von Not und bitterem Elend. Wir wif- srn nicht, was unS die nächsten Wochen unb Monate an Unheil noch bringen werden. Aber eine brette, stumpfe, dumpfe Masse denkt nur an daS Heute. Man braucht nur in den An- zeigenfpalten der Blätter nachzulefen: Da blü­hen auf dem Sumpf seichtester .Amüsements" Giftblumen in üppiger Fülle. Im alten Rom schrie man nach .panem et circenses*, nach Brot und Spielen. Bei uns scheint man an Brot und Frieden weniger zu denken, als an das Spiel ... Ball unb Tanz, und Tanz und Ball ...so kiest manS aller Enden 1

Berlin. 25. Januar.

Wie wir erfahren, hat std Me Mehrheit der BundeLreaierung gegen den preu­ßischen Entwurf einer Reuein teilnn g des Reiches ausgesprochen. De- Entwurf muß schon freute als abgetan ante eheu werden. Die Kölnische 9t»tes^eifmn meldet, bat bie Württemberaische Req erun-, bte Ministe- Hetz mann und Liesching, sowie Pr-feffor Vknmer ai-S Tübinaen zu- bundesstaatlichen Konferenz in Be-lin mit bem Auftrao- entsand e, ber Aerleauntz Prentens entgeoen zu tre­te n, die zum Verfall beS Reiches führen würde