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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Freitag, 24. Januar 1919

Nummer 44.

Fernsprecher 951 uxb 952.

9. Jahrgang

Rernipiecber 951 « SS2.

Tie ßaffeler Neueslrv Nachrtchle» erscheinen n>Lche»!lia, s«tz»mai an» zwar a b«at> 6. Der ÄhonnementSptei» beträgt menatt. i.SO Start bei freier Znfkellnnz ixe HauS Bestellungen werden >ei>er,eit von der Geschäftsstelle oder den Boten «etflegengenomnutt. Studerei, Serlar und Redaliion: Schtachthosstrahe 28/90. stur rnro erlangt «ingefanBte Beiträge tarnt die R-oattion cm? Verantwortung oder Bewähr w keinem stalle übernehme» Rückzaotungde» Be, ugsge.de« oderSmptütbe »egen ewataern *t ordnungSmä» ger Lie erung auSgefchloffen

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Die Entente gegen einen schnellen Botfriehau

Hmtättaee im 8l|at

Aegiei

D>e erbitterte Arbeiterschaft.

Me

Die Entente und ber Rhein.

Straßburg, 23. Januar. (Drahtbericht.) Wie wir erfahren, beabsichtürt eine französische Ge­sellschaft, das linke Rheinufer im Elsaß mit allen seinen Stützpunkten nutzbar zu machen, da man> gewiß ist. daß der Rhein eine der Hauptadern des europäischen Handels und die gegebene Wasserstraße» ist. Man ist der Ansicht, daß seine Bedeutung erheblich gewin­nen wird, sofern seine Mündung inter­nationalisiert und für den Verkehr der ganzen Welt znaängkich gemacht wird. Die Pläne des elsässischen Ingenieurs Koechlin sind der Verwirkl'chung nabe, nach denen ein Stau­wehr bei Kemns rin« Wasserkraft kiefern wird, die n^t nur für den Oberrhern, sondern auch für L.Uthausen genügen wird.

sangenen Kalte. Elsaß-Lothringen wird durch Beförderung von Lebensmitteln aus dein Kluß- und Nanalwege versorgt werden.

schäft sehr erb i't tert über die hohen Preise, welcher zur Zeit im Elsaß herrschen! Allgemein heißt e5» daß es früher viel Geld, aber nichts zu essen gab, und daß es jetzt zu essen gäbe, aber kein Geld, um zu kaufen. Ties kam am deutlichsten vor wenigen Tagen zum Ausdruck, als sich eine Ansammlung von Ar­beitern über die Verminderung der Löhne im Rathause von Mülhausen beschwerte. Eine Einigung kam nicht zustande. Die.weiter ange­wachsene Menge zog dann über den Markt­platz, schlug auf die mtS gelegten Waren ein und zog dann die Hauptstraßen entlang.

VeutschlandL Versorgung.

Loudon, 22. Januar. (Drahtbericht.) Reu­ter meldet, daß in zwei bis drei Wochen deut­sche Handelsschiffe unter der Kontrolle der Al- K'.erten wieder auf See fahren werden, bauvt- «achlich um den früheren Feinden der Alliierten Lebensmit 1 el ,u,uführen. Es sei so­wohl im Interesse der Menschlichkeit als auch der öffentlichen Ordnung, daß bestimmten be­freiten Gebieten und den feindlichen Ländern baldig st Hilfe gebracht würde. Die vom obersten Kriegsrat ernannte alliierte Lebens­mittel- und Schiffabrtskommission habe sich vor kurzem nach Trier begeben, wo sie mit der deut­schen Abordnung, bei der sich auch Rea-erunas- beamte und Vertreter der Schiffahrt befänden, zusammengekommen sei. Wegen des nicht ge­ordneten Zustandes in Deutsckland seien die Deleaierten der Alliierten im Zweifel, wie l^n- ge irgend e nc Autorität vorbanden sei, um ein Uebereinkommen verbindlich abzuschließen Aber die deutschen Delegierten hätten beweis'räst'g dargelegt, daß sie in der Lage seien binduche Verpflichtungen einrugehen. Es sei beghsi/h- kigt. daß Deutschland eine wesentliche Menne Lebensmittel, insbesondere Weizen. Fett und kondensierte Milch kaufen und im­portieren dürfe. Die Konferenz in Trier fei als die erste Gelegenheit, bei der britische und deutsche Zivilisten seit Kriegsausbruch in Ver­handlungen traten, bemerkenswert.

Eine nsue ErxShrtMZ-kornrrrisfiin.

Basel, 23. Januar. (Drabtbercht.) Ein Londoner Blatt meldet aus Paris: Auf Vor­schlag Wilsons ist eine Kommission aebiidet worden, die in der nächsten Woche d e deutschen Großstädte besuchen wird. Die bisherigen Feststellungen der Alliierten haben kein e'uheitliches Bild des von Deutsch­land benötigten Lebensmittelbedarfs ergeben. Londoner Blätter melden aus Paris: Die Aufhebung derBlockade gegen Deutsch­land ist beschlossene Sache (?). Vorher ist aber die Erfüllung gewisser Si­cherheiten gegenüber den Alliierten von Deutschland zu fordern. lieber die Art.d'eser Sicherheitdn gehen die Beratungen in Varis weiter. Dir erste Bedingung ist die unbedingte Sperrung der deutschen Grenze gegen den Ein­fluß eines- bolschewistischen Rußlands.

Verpfl^LunßS tellsrr in Trieft.

Paris, 23. Januar. (Drahtbericht) Der höchste interalliierte Verpflegungsrar hat die Dorfchläge des ständigen Komitees gutgeheißen und angenommen. Danach sollen sofort Ver­pflegungsstellen der allierten Regierun­gen in Triest für dte'enigen Länder, die einen Zugang zur Adria haben, ges-kaf­fen werden. Nachdem der Rat einen Bericht über die kritische Lebensmiste^lage Polens ge­hört hatte, sandte er sosort einen Brief an F-ch. nm nach der WaffcnstillsiandSlwusel sofort Maßnahmen zu verlangen/ damit dem polni­schen Volke die notwendigen Le­bensmittel übersandt und auf dem Se'wea- »ugeführt werden, fterr.tr w rden Diskussionen in Bezug auf" die Verpfleauna

$!e Wähle« im Reich

Ein Bild Der Nationalversammlung.

, Für die Rrrtsnomie. (Drahtbericht.)

Müncheti, 23. Januar.

Vom Ausschuß der elsaß-lothringischen Auto- uomisten-Partei geht uns folgende Darstellung der Berhältnisse in Elsaß-Lothringen zu: Der Umschwung in Elsaß-Lothringen, was wir schon längst sahen, ist'eingetreten. Wir erhalten aus Mülhausen (Elsaß), bet Hochburg des Franzosentums, folgenden Bericht: Am Montag bildete sich.in Mülhausen ein Temon- strationszug. meist Arbeiter, die mit schwarz­weiß-roten Fahnen durch die Stadt zogen. Tie sangen-Deutschland, Deutschland über alles", T ie Wacht am Rhein",Ich bin ein Preuße", zogen nach dem Rathaus und wollten die Triko­lore heruuterholen. Ferner erschollen folgende Ruse:Vive l'Aüemagne" undVivc la Pruffe". Das Militär mußte einschreiten und es wurde sogar geschossen. Tie Leute, die sich einbildeteu. ratz ihnen durch die französische Herrschaft der Himmel voller Baßgeigen hängen würde, sind schon jetzt bereits sehr enttäuscht und erbittert. Tie wahnsinnigen Maß­nahmen, die die Franzosen getroffen ha­ben, müssen zu einer Katastrophe führen. Für die Arbeiter und mittleren und unteren Volks­schichten wird in Frankreich nur wenig getan. Man lese derzeit mir die französischen Zeitun­gen, um einen Einblick in das große Elen- die­ser Erbiete und Volksschichten zu erlangen. Die Volksabstimmung wird erweisen, daß die er­drückende Mehrheit hinter uns steht und die Autonomie wird unter irrem» einer Form erstehen und erreichbar sein müssen.

Straßburg, 23. Januar. (Drahtbericht.) ____

wir indirekt erfahren, ist die e l s ä s s i s ch c B e - völkcrung und namentlich die Arbeiter-

Zdm Vergleich seien die Ziffern der letzten ReulstagswaU (1912) nach der damaligen Par- tergruppteruug heranqezogen: Fortschrittler u:ro Demokraten <2.

gehende 78, NarmmMcheral« 48, Zentrum 98.

J*ts Zünglein an der Wage". Schon aus den Mandaten ergib! sich, daß eine engere Liierung mri der Scheidemann-Partei zu einem linken Regierun-v27.>ch keine Volks regierung, son­dern ein Partei reghnent darstellen würde.

Sie deutschen Kriegs gefangen««.

Amsterdam, 23. Januar. (Drahtbericht.) Aus Paris wird gemeldet, daß der Papst mtb zwei andere neutrale Mächte der Konfe­renz der Alliierten in Paris das Ersuchen rntterbreitst haben daß Maßregeln getroffen werden, die Sei mbe rd erung der deutschen Kriegsgefangenen bis z»m FriedenSschluß vorzunehmen.

Zie Siiebeisfrege.

G-Sen einen schnellen Präliminarfrieden.

(Drahtbericht.)

Basel, 23. Januar.

Ein Londoner Blatt m-ldet eus Paris- Ter deutsche Antrag nach Abschluß eines schn eklen Präliminarfriedens ist von den Alliierten verneint worden Der Frieden mit Deutschland könne nur nach reiflichster Beratung km Wege eines ordent­lichen Friedensvertrages zustande kommen

gekehrten Merhecktui-k- *er*b.«t Larr. toer.-en sraglss gerade gegen die Scheidemämwr in schärfster Op-pofiti-on stehen. Ein Versuch,.mit ihnen den StaatSwage» zu lenken, wäre heute noch aussichtsloser, als am 10. November.

Ist also eine weitere Verbindung mit den Mdäphängigcn schon durch deren Haliun-a von her Hand zu weisen, ist ferner eine Regierung -von eignen Gnaden" den Mchrh eitssvzta! st en alS einer Minderheit nicht möglich, so verbleibt der Parte um Ebert-Scheideckiann nur der eine Ausweg, eine R e g i e r u n g s st ü tz e b e i d e n bürgerlichen Parteien zu suchen. Tie ' alte freisinnige Volkspartei hat durch den Zuzug der Ltnks-Nationalliberailen, sowie durch eine mit ungeheuren Mitteln recht früh­zeitig begonnene Wahlkampagne, die tit der weitverbreiteten Parieipresse die tragende Reso­nanz fand, fraglos sehr günstig ab geschnitten; fie steht heute mit 77 Mandaten da! Aber den­noch hat sich ihre Hoffnung, als d i e starke, als b t e Repräsentations-Partei des Bürgertums rufzutrelen, nicht erfüllt. Ist sie das schon nicht, so wird ihr dennoch die Mitregentschast tu starkem Ausmaß znsallen. In wirtfchafr- ficken und sozialen Fragen werden die Demo­kraten zielsicher mit den mehr rechts marsch-e- renven BüvcierLichen gehen. In rein nat'o.aleu Fragen indes dürsten sie zur sozialistischen Mchrheit neigen; j'doch wird das von Fall zu Fall zu beurteilen sein, sodaß man wohl sagen darf, die Deutsche demokratische Partei bildet

Die 3* ögkickke:t, allen Vokksteilen und tarn». durch die Wahl bekundeten Volkswillen ge­recht zu werden, bietet eine Koalitionsre-ne- rung, an der auch die Rechtsstehenden beteiligt swd. Denn diese Rechtsparteien, die in b»et getrennten Hausen . Teutschnationale Volks-Partei, Deutsche VEspartei und Christ- klche DMspartei in den Wablkampf zogen, haben erheblich günstiger abqeschnitteu, als mancher von der linken Seite dachte. Daran trügt nicht nur der wüste Spartakus-Rummel feinen Anteil das einzig Gute, was die Ber- ftner KraivpIe zeitigten, sondern auch die lebenfci-ge Gkaft des- nationalen Gedankens selbst. Das Zentrum steht fest geschlossen, wie unnier, mit 88 Mandaten da: die Deurschnatio- M6$en nennen 34 ihr eigen; die deutsche Vokks- pariei 23. Dir Rechtsparteien haben immerhin «««voll abgeschnitten! So wird denn die stkanonalpersantmlitna bei intern Zusammentritt ent starkes sozialistisches Gepräge tragen; ober nicht Spartakus, nicht die Unabhängigen wer­den die Linie des Hauses beherrschen! Sondern fee Mehrheitssoz!alisten und mit ihnen starke bürgerliche Parteien. Die Welt, in der die .dmeale einer bürgerlich individuellen Staats- unk» Gesellschaftsordnung auf demokratsch brei- wr«T Grundlage fortan beruhen, sieht nach wie w-t der soziafistisch-komvmnistifchen Ideenwelt Deqenüber. Diese Web bürgerlichen Denkens vor in diesen Wahlen ihre Lebensberschtieung mach die Behauptung ihres SebenS bewiesen.

lud so wird denn in knapp zwei Woben

Wunden blutendes Land ein Parlament von größerer Wichtigkeit gewesen, als gerade jetzt. Erwarten wir doch von ihm die Rettung aus dem Chaos, das alles zu verschlingen drohte. Und so hoffen wir denn, daß sich an der klaffst ichen Stätte, wo noch der Geist unserer Größ­ten lebt, die Kräfte zusammenfinrcn werden, die rüstig und srohen Mutes au der Wieder­ausrichtung des Reiches arbeiten. Alle guten Geister wögen die erste Tagung segnen, damit wir endlich zu etnetn Frieden kom- men, auf dessen Basis wir alle neu aufbauen können. In Weimar wird der Grundstein für Deutschlands Zukunst gelegt. Präge sich in der Goethe-und Schillerstadt ein gesunder Geist zu lnschem Tun und gutem Gelingen regen. P. B. S.

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Da-? EndrosviLak.

Berlin, 23. Januar. (Drahtbericht.) Tas Endresultat aus den Wahlen zur deutschen Ra- twNÄversammlung nach nichtamtlichen Meldun- folgendermaßen zusammen: In den 37 Wahlkreisen mit 421 Abgeordneten haben er= hn"cn: Die D eut schn-rt i o u al c Bolkspar- wi 34 die Ehristliche VolkSpartei 88. die Deutsche Volksvartei 23. die Deutsche de­mokratische Partei 77. die sozialdemo­kratische Partei 164, die unabhängige jdzmldemokrallsche Partei 24. Ferner sind 11 vrakttonulosc gewählt, die sich zusammensetzen aus vier Welsen, einem Vertreter der Banrrn- und Landarbeiterdemokraten, vier bayeriscke» Barterubündker» und zwei Bertretern des würt- tembergischen Baueni- und Bürgerbundes.

Heute erst, also am vierten Tage nach der Dahl läßt sich em Bild entwerfen, wie die Na- tion-al-ersau /rlung ausschen wird und in wel­chem Stärleverhaltuis die einzelnen Parteien sich in ihr finden. »Der Ruck nach links", es t;t das Schlagwort, das schon lange vor Ende des Krieges die allgemeine Fahrtrichtung an= gab, ist mit jener inneren Notwendigkeit erfolgt, die aus den Verhältnissen geboten wurde. In diesem Zusammenhang spielt auch eine rein- äußerliche Erscheinung eine «rnverteunbar große ssiolle: Ter Sonntag als Wahltag. Er ist Etarifche Fobderung, gehört mit zum Er-

: Progranuu. Die sonst schevächere Po- der arbeitenden Massen, die schon in der am Werkel tag bcg-rüudet war, glich sich so «us ititb bedeutete Stärkung. Hinzu kam auch ras Riesenheer der schwer arbeitenden Frauen; die Unmenge jugendlicher Arbeiter, die m stän­dig straffer »Parte.mache waren. Ties alles und namentlich auch der Umstand, daß die Mehr- heitsfoziali!sten Regierung und Regierungspar­tei waren» mußte ein erhebliches Aufwärtis- fchnellen der Sozialdemokraten bedin­gen. Sie find die weitaus stärkste Partei, aber doch auch wiederum nicht so stark, daß sie mit ihren 164 Stimmen eine sozialistische Mehr­heit aufweist; die sozialdemokratische Regierung ist also auf die Mitwirkung und Mitbestim­mung der bürgerlichen Kreise angewiesen, umso mehr, als sich zivi'schen den MehrheitLsozialisten ttrtb den Unabhängigen bei jedem Tag Staktischer Arbeit die Kluft vergrößern muß. enn diese Leute um Haase und Ledebour, de­ren Wahletfolg mit 24 Abgeordneten im um-

vae voutscke NationalDersammluna eröffnet wer- KinlandS und ebenso Mätzrahmen g trss- tas«. Alle Hoffnung konzentriert sich auf Wei- i ten, daß Deutschland sein Versp.ecken bozüg- denn nie zuvor ist für Unser aus taufend1 »ch her Verpflegung der russischen Kriegsge-

Zis 8« iM SAen.

Thorn außer (sscfaht. (DtahtbetHcht.)

Danzig. 23. Januar.

AuS Thorn wird gemeldet: Der polnische Vormarsch i# auf der ganzen polnische» Front zum S t i l l st a n d g e k o m m e n. Di« Polen stehen zehn Kilometer vo» B r 0 m b e r g entfernt. Thorn ist jetzt über» Haupt nicht mehr devrohi. Der Druck des verstärkten und wohlorganifierten deut­schen Widerstandes macht fick an der ganzer, polnisclien Front bemerlbar. Aach Meldun «en aus Posen über Thor« haben die Po> len in dem von ihnen besetzien Gebiet mehr als tausend deutsche Geiseln festge- n o m m e n. 3tt Posen sind Abteftun--en von polnischen Truppen aus Warschau einzetrof- sen. Bon der Bahnlinie Posen-Lissa find diz Polen znrückgedrängt worden.

Entrntrhllf« für die Volen.

Genf, 23. Januar. (Drahtbericht.) Der in­teralliierte KriegSrat hat, wie Havas meldet, angesichts deS drohenden Bolschewisntus in Polen beschlossen, Polen zu Hilfe ZN kommen. Es sei daher geplant worden, Waffen und Pfunikion Mr die Polen abzu­schicken. Die französische Äiegierung gab an die Warschauer Regierung Anweisung über dir Lebensmittel. Danach) sollen die Lebens» mittel per Schiff nach Danzig ge­bracht nnd dort durch llmscklaa auf dem Bahn­wege den P ölen z u g e f ü h r t werden. ES sollen monatlich 60000 Tonnen über Danzig nam Polen befördert werd -t.' jedoch haben die Polen alle TranSporirrnkosteu febft und direkt zu zahlen, da die Entente nicht über irgend welche Fonds zu diesem Zweck verfuge.

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P»der?wrkiS Kabinett.

Haag,- 23. .Januar. (Drahibertcht.) Der Polnische Ministerpräsident Paderewski Hai die alliierten Regierungen telegraphisch davon in Kenntnis gesetzt, daß er das Kabinett zusammengesetzt habe. Auch hat er er­klärt. daß Polen als Bundesgenosse der Verbandsregierungen aufgenom­men zu werden wünsche.

Ein freier Seffm.

Die Vereinigung mit Heffen-Tarmfiadt.

Schriftsteller Bruno Jacob in Kassel, der Führer desHessischen Volksbandes", hat so­eben eine im Vertag von ELwert in Marburg erschienene SchriftEin freies Hessen in» einigen Deutschland" ins Hessenland hi'tausaesaudt, daß sie, wie cs im Vorwort heißt, ine Alten wecke und die Jugend zu neuer Tat rufe, ein HauS der Freiheit zu gründen im Verein mit den anderen deutschen Brüdern: Ein freier Stamm mit freien Stämmen! Und dann heißt es loeiter: Wir wollen nicht des deutschen Vaterlandes Einheit zertrümmern, aber wir wollen anch nicht mehr Heloten des landfremden Preußentums sein! Die selbst ge­stellte Frage, ob efyer der zur ehemaktgeu pre» ß ischen Mouarckfi e gehörenden Landest eile, Volksftämme, noch langer mit. Berlin gehen kann, verneint Bruno Jacob und betont: Für Kurhessen und Nassau «obst den anliegenden stammesgleichen Dtaatstrümmern ergibt sich nur die eine Lösung: Anschluß bezw. Vereini­gung mit Hessen-Darmstadt zu einem iebene-fr artigen deutschen Mittelstaate, der ebenso fern ist von eigensüchtiger Kleinstaaterei wie von dem Bestreben, eine über seine Aus­maße hiuausgehende Rolle in Teutschland zu spielen. Bruno Jacob kommt zu dem Schluß: Ob wir wollen oder nicht, ob heute oder erst, nachdem wir noch die Schrecken des Bürger­kriegs und einer feindlichen OKuvation gar durchlebt haben: Der Neubau Deutschlands wird nur unter Auflösung Preußens <ntf föde­rativer Grundlage durchgcführt werden können, und im neuen Deutschland wird seinen Platz falben neben anderen freien Stämme» ei» reies Hefsen!

3»m The«aGrotz-Aeffen"..

In derHilfe" 1918 Ar. 49 S. 586/87 findet sich ein Aufsatz von Paul Darmstädter:Die neue deutsche Verfassung", in dem es heißt» .In einem echten Bundesstaat darf kein Einzel- staat eine führende, überragende Stelluna ein- nehmen, und . wenn wir einen Föderativstaat wünschen, so müssen wir. wie cS schon die Män­ner von 1848 in voller .I.karheit erkannt hat­ten. Vrentzen tu seine Bestandteile auflösen, d. h. die einzelnen vxeußischen Provinzen all Bundesstaaten einrichtcn. Im eirrzelnen l eßen. fick verfchtedene Möglschkeitcit beiden: Man tonnte ;. D. auch mehrere Provinzen Zusam­menlegen oder benachbarte Kleinstaaten de»