Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Stummer 43
Donnerstag, 23. Januar 1919.
9. Jahrgang.
Rernfptedxer 951 und 95$.
gernfprecber 951 und toi
Die Aufgabe» der Moval-Versamslallg.
Sie KvAftitLünte
re^ierunz als eine Privaiaroeit des Keill,samts
bei Innern betrachtet «vir», da dir Reichtzrrzie- BsrtÄrfttzeS Wahlerpebr nitiQ in tljier ^efarmiett f.c; nii.,1 auf tt,n je st- 42 CCO, Konservative 36 500,
Wahlergebnis:
Demokraten
Nalionslnberele
Sozialdemokraten 18 WO. Zentrum
•20 cco,
8. Wahlkreis: Provinz Pofen.
Wahlberechtigt: 1167 000 (11 Sitze).
Ile Äxineiei ii.cueilen 'Jladjr.ci na euAcmen KXhentito i«b*mal und gcxn a t>e n i> 4. Der ämauuemeBtäptet« betragt moqatl 1.20 riait bet freier BuBeHung ir.S baue Verteilungen werden tÄerjett oon der ffle'djüftgfkät ober ben Boten entgegengenommen. traueret, «er, Np und Sebattton: GMaLthofstrad« 28/30. rar unverlangt een gesandte «eitrage tmm He Meeattton en» Verantwortung ober «enxitzr In tetnem Sette übernehmen »u<ftat.tuna oeS «erugäge ftei ober«ntprudiewegen enoaloern Atorbnanp#ma8 «erste erungauflgefdiletTen
antettionepreife: Die ttebengelpaltete Zelle 16* etnbeb i'.fthe lief chatt« W Wg. lür lu*. rotrtloe Innigen ti St. tHenanujetle für ein heimisch« ®e> *f« 75 «(, für euieüntge »efdttfte I M! Einfache Sei lagen ntr Me Letamtanttage »erben mit . Start oto raufend be- rechnet Wegen ihrer mitten äerbreUung in bet SHellbem und »er llmtedun, Inb bte »artetet neue len Nachrichten ein vorzügliche« jnferttonOoraan. W »le Wen 6m« oon «njeigen NN defummten Daqen Ode lägen rotro t g. feine Gewähr geleistet GeschäftKNelle Ädln.$tr ö
__ .. ..._____... zsqlettt
zu beschüstigen Haben werde, nimmt die Reichs- regierung nicht an, sie glaubt, »atz sich der Friedens schluß bis zum Juni oder Juli Hinzögern leime.
Oie Lagt:n<ö«tau«v.
Berlin, 22. Januar. (Prahtbericht.) Wie in gut nnleirirchreien Kreisen verlautet, war der Zcschlnb, die Ästioualversemmtung nach Weimar zu legen, schon vor "i.tiger Zeit gefaßt und nur aus vertraulichen »,Ärtiichen Gründen so-
157 508, Lnstpe 238»,«,. Lifauaun 43 425, Waßmann 323.
kenne keine Preußewkeindschaft und keine» Preußenhatz, er stelle die Einigkeit res deutschen Reiches seinen Bestrebung n voran. Sollte Preußen durch Beschluß der . a ional- versammluna Neiner werden, so Hütten Hannover und Hessen daS erste Anrecht daraus, selbständige Staatswesen zu bilden. Die Liebe zu der alten hessischen Heimat zu hegen und zu pflegen, sei für das deutsche Volk — komme was da will — kein Schaden. Dr. Breit- Haupt hielt einen starken franko-befsischen Mit-1 tekstaat für ein Gewicht gegen alle bolschewistisch« Gesahr. die von Berlin aus drohe. Im wetter-n Verlaufe der Aussprache sprach u. a.
Die Regierung legt Wert darauf, festzu- stcllen, daß ihr nichts ferner liegt, als etwa cju Fortverlegung der :ke.d)£teoietuiifl von Berlin einzuleiten. Sitz der deutschen Z e u t r a t r e g i e r u n g ist Berlin und soll es für alle Zeuen bleiben. Die L^anptarbeiien utr Ralionaloerfammlung werden sich jedoch in Kotniuisgonen abspielert, denen meistens wohl nur imm°r ein tnegierungsMitglieo beiwohnen werde. Sv werd« es zu einer dauernden Äb- wcjenhcii oer Lrehrzahi »er tnegierungsm«tnner von Berlin überyaupt nicht lommen, und der ununterbrochene Flug der Berliner Geschäftsführung fei völlig gri>ch«rt.
teoen wtiL Außerdem beabsichtigt die 8°«ichs- regierunz. der Rationalversammtung sie bereits verössenikicksien Steuergesetzentwürfe in Form von Rotgesetzen yi unterbreiten Mit diesen Arbeiten kann nach Ansicht Cer
Auftakt zur Vrrutzmwahl.
Deutschnationale Dolks-Partet.
Kaftel, 22. Januar.
Keine Massenversammlung mehr wie in den letzten Wochen, aber dennoch ei« sehr gut besuchter Stadthallen-Saal, aus den die Deutschnationale Volkspartei gestern abend blicken konnte. Wenn eS auch in der Aussprache einigen Lärm gab, erregte Zwischenrufe und .Raus“ — im allgemeinen war der Ton doch erfreulicher als b;i mancher anderen Versammlung. Professor Dr. Bredt. Marburg war nicht erschienen. So sprach offiziell nur der an erster Stelle der Kandidatenliste der Deutschnationalen stehende Pfarrer Dr. Ritter von Niederzwehren, der nur vom nationalen Gedanken ein neue- Emporführen unseres Volkes erwartete, der gegen Mammo- nismus und Egoismus stritt und neue Vaterlandsliebe forderte. Er hegte Bedenken gegev die Einheitsschule, sagte Siedelungspolitik und Erhaltung des Mittelstandes zu und forderte Rückkehr zur altpreußischen Pflichtt ce. Der Schaffung eines selbständigen Hessen trat er nicht entgegen, fürchtete aber aus einer Zerstückelung Preußens neue Gegensätze und Gefährdung der Reichseinheit und stellte schließlich den Satz an den Schluß seiner beifällig aufgenommencn Ausführungen: »Die Zeit der prettßifchen Könige, die beutst« Kaiser waren, war trotz allem eine große Zeit .. .* Dann sprach Lokomotivführer Geck über Beamtenfragen. Die deutsche, die preußische Br- anttenschaft habe allezeit gezeigt, daß sie daS Volkswotzl über ihr eigenes Wodl stellt. Bürgermeister Führer- Harleshausen schnitt die hessische Frage an.
Der «Hessische BolkSbund"
3ltt?$a6eM der Ratrorralvrrsammlurr«,.
Frankfur.t a. Di., 22. Januar. (Diaht- bericht.) Den Verlaus Ser Tagung der Ra.io- nalverfamnUunz in Bleimar denkt man sich nach einet Berlttter ^.etoung der ^Frankfurt« Bei« tung" m een Rre.fcn cer sieichSregierung jck- ßeneerma;.en: Die Rationaloersammlung wird zunäck/jl den Verfafsungsentwurs zu beiatcn Haven, der ttorii.end von der ReichS-
TeNergehniffe aus dem 19: Wahlkreis.
Kreis Wolfhagen: Sozialdemokraten 6075, Teutfchnalional 2*391, Demokraten 1991, Zentrum 1343, Liberale VolkSpartei 235, Unabh. 6.
Besetztes Geb-et Wiesbaden. Bisher bekannt gewordene Zahlen: Demokraten 14 160, Sozialdemokraten 1309«, Unabhängige 1373, Zentrum 5653, Rationalliberale 7518, Konservative 535.
lange gehelmgehalten worden. In Weimar selbst hat man schon seit längerer Zeit mit der Tagung gerechnet und mit den Vorbereitungen begonnen. Die Ar Veits dauer der Naiio- nalverfammlung in Weimar wird, wie die Hos- ßsche Z'itung hört, auf etwa zwei Monate angenommen. Die p reu 6 i fax Natioital- versammlung wird voiaussichtlich erst ehre Arbeiten beginnen, wenn die deutsche Aatioualver- fammltutg ihre Arbeiten abgeschlossen hat.
^e«d)O«äieruu3 die .3; eduaiccrfammlung bis Mörz fertig fein. Um et. steht srlbftuerst-diS lich der RationalversumMlLNg jederzeit frei, ihre Lefuguif.e noch weiter auszudehnen und sich in eine legislative Versammlung in hem spätere» Bolkshau, aus eigener Kraft muzu wandcln. Daß die RgtionalLersammlung sich auch mit dem Friedensvertragr zugleich
nicht mH Rücksicht auf ihre geschäftlichen Un- ternehmungin tun, da sie Cie Xjeir.e.e von allen Barmitteln nicht entblößen ixirien, wenn ote Mktfchait weiiergefuhn weroeu fall. Uno uiese» Prinz, p, oas für den Einzelbetrieb gilt, hat sein« Geltung m erneuertem wläve für unsere gesamte P o l k s w i r t scha i l. Dazu kommt, oatz wir nur imftanve jein werden, unjei ruirt- Ichafisleoen wieder in i-.ang zu bringen, wenn wir s»oyswfje von dem Auslanoe wieder here.ti- belouuuen. Um dies ermbglichen zu tvtnen, muß das Ausiuuo zum Lviederairfbatr uir,eres rvirischaftswoeus Vertrauen haben, muß das A.uslano uuiere L.-irlfa)achsfuhtung für -redil- fah.g halten. Hierbei wird aber das ausschlaggebende uiictneut Du gUl|i&4eii uaicxei Un.eo nehmuiigeu jein, ^r- To ihUQia eine ttcbtrüguiig Der Vermögensabgabe infolge verjchie.eiier gewichtiger teiünce in Barmitteln nicht mögl.ch ist, inugte man trotz der erwähnten Unznlang- lichteuen und Gejauren an eine Begleichung in Vermögenswerten gehen. Hier tritt aber ein« jehr ernste handgre:fl.ü,e Ge- lährdung unseres Wirtschaftslebens aus. Sofern der Staat nämlich vermittels der Beriiwgensatgabe Befiger großer Äkirenbeftänbe, Lwgenschas^saateiie Usw. geworden wäre, hätte oie Untcnte eine segr bequeme Handhabe, durch Beschlagnahme dieser Urner» ufanoer sich zum Könlro äeur unterer gesamten BoilÄvirifchast aujjuwetseu. H-d wir uns aber unter dirseu Umständen den uns zulmumeiueu Blatz in der Stielt trotz äugest teziarstzer Arbeii würden wtedererober» können, diese Frage bletdt doch recht probUmattich!
Tchwarz-Franksttrts; 1 Deutsch-Ratt. lBekdt. Frankfurt); 1 Deutsche Bolkspartei (Mitfier). Endgültige Feststellung am Sommbenv. Stirn- menzahl (bis jetzt, da noch dreiTrrise des besetzten ireöiets, sowie eine i)teilte kleiner Orte fehlen): Beidt 98 914, Riester 72 149, Müller l5< 508, Luppe 238 078, Scheidemann 447 800,
iTrahtberichr.)
Berlin, 20. Januar.
Die zur Mahl des OrteS ,et Rationalver- sammlung aouel>iutenen -oefarechititgen der ».eichSremerung unv des preustijmen iUtini» sierium» zogen sich gestern bis zum Aueno hin. Obwohl ein groster a.eil der Mitglieder oes preustisil-en L.ini,.etiums j.ch anfangltch se<-r etitfu/ieveii gegen die Abhaltung der Aational- oersamuiiung m einer mittel- 6 .er fütäeutfu.eu uns für sie dreichShauptstadt Berlin aus- sprachett, einschieden sich laut „L.-A." v-eichs- un» «taatsregieeung doch schliestlim, dir Berfa mmiung nach einer nichtprenkischen Stadt einzuaeruten. ES wurse Weimar ausgewählt.
tung dor lausenden Ausgaben beschaffen? Er wäre doch gezwungen, seinerseits die bei der Sreuerentrichiung empfangenen Effekten zu veräußern. Damit wäre aber der Zweck, durch großes Verkaufsansebot ein starkes Fallen der Kurse zu verhindern, illusorisch gemacht. Aber es ergeben sich bei der Lösung der eingangs aufgeworfenen Probleme in dieser Form noch mar»cherlei andere Komplikationen.
Sollen alle börsensähi-gen Papiere zur Entrichtung von Stenern verwandt werden dürfen? Ober wird der Staat dieses Privileg n.cht zweckmLüi-gertreise nur auf die Industriezweige auszudehnen haben, die zur Vergeseüschaflung ,retf“ sind? Entscheidet er sich in besahendem Sinne, so wird eine Hausse der privilegierten Werte eintreten. Und um sich in den Besitz dieser Werte zu bringen, werden andere (Stritten veräußert werden, und neben einer nicht gewollten Hausse wird eine breite Baisse eintreten, die man |a gerade verhindern zu können glaubte Und weiter: Soll der Staat gezwungen fein, innerhalb des zur Verstaat- lichuna „reifen“ Industriezweiges mit seinen „privilegierten“ Aktien auch Ne Anteile unrentabler Unternehmungen zwecks Begleichung der Steuern entgegenzunehmen? Verwetgert et die Annahme dieser Werte, so drückt er damit den Unternei mattgen einen amtlich en Stempel der U n r e n t a b i l i l ä t auf und nimmt diesen '.Betrieben die Möglichkeit, eine Besserung chrer Verhältnifse herbeiführen zu können, da alle Welt sich nach der behördlichen Erklärung der Unrentabilität von diesen Werten zurückriehen dürste. Nimmt oer Staat aber, um die eben gekennzeichneten Mängel zu vermeiden, auch die 'minber guten“ Aktien bei der Bezahlung der Steuern in Som der Vermögensabgabe anstelle des Bargeldes an, so wird der Zweck der Permöaensabaabe, eine Erstarkung der Reichsfinanzen herbeizuführen, nicht erreicht. — Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß der Staat, sofern die Vermögensabgabe auch kn Effenen erfolgen darf, und zwar in Werten der Jndustri-'zweige, Ire zur Verstaatlichung „reif" sind, vielleicht schneller alleiniger Eigentümer bedeutender Unternehmungen wird, als es ihm lieb sein mag. Ob diese Betriebe aber auch weiterhin in dem Maße florieren werden, da noch privater Unternehmerzeist die Seel» des Geschäfts war, mutz stark bezweifelt ivetden. Diese zur Lerstimtlichnng „reifen“ Un«. teruehmunzen. von fr-ren sich das Fnteresse der Privaten sehr schnell abwenden dürfte, können unter dem neuen Regime sehr wohl Schiss- b r u ch erleiden. Kinderkratckbeiten werden sie sicherlich durchrumachcn haben, und diese können völlig. ausreichend fein, um abhängige Industrien, deren Reihe bei der Kompliziertheit unsres Wirtschaftslebens recht un fang- reich sein dürfte, zum Erliegen zu bringen.
Andererseits muß aber festgestellt werden, daß Die Vermögensabgabe in Barmitteln allein unmöglich entrichtet werden kann, weil eine, große Anzahl oon ^Betrieben und "Lersonen über diese Barmittel nicht verfügt und sie sich zu verschaffen nicht in Cer Lage ist. Aber sell'ft die Wenigen, die imstande wären, die Beim gens- abgabe in Barmitteln zu begleichen, können dies
Nie Wahle» toi Reich.
Allmähliche Klärung des Resultats.
Nun, da-die Wahlres. Itate zieml ch vollzählig vorliegen, läßt sicki, obwohl vielleicht diese oder jene kleine Verschiebung noch wird eimrrten können, mit tätiget Sicherheit ein Bild gehen, wie die Nationaloersammiung aus- schen wird. Zu berücksichtigen bleibt allercings, daß ein großes besetztes Wahiaehiet, Elsaß- Lothringen, infolge eines durchaus völier- rechtswiorigen Wahlverbots durch Frankreich, gänzlich ausfällt, daß ferner die Wahlhandlung in Posen die Abrundung eines Gesamtbildes beeiuiriulstigt, da ja die Polen selbst sich der Wastl enthielten, manche Deutsche aber nicht gewählt bauen Dürften, weis sie den polnischen Terror fürchteten. Steht man indes von solch kleinen Trübuuaen ab, dann ergibt sich mit bilescharfer Klarheit, auch dann, ivenn die genaue Sitzeverteilung noch nicht vorliegt, folgendes: Wie zu erroarten. ging der Ruck nach links, aber wohl noch schärfer, als man erwartet hatte Aus den r e ch t s stehenden Partei m ist t ein e Mehrheit mehr möglich. Sie stehen znlllenmäßig in einer schwachen Position. Täs^Z e a.t ru m wird voraussichtlich schwächer ais im IieickBtag in Der Rationaloer- sammli ng verrrbten fehl; möglich wäre es indes auch, 'saMes die dort gehaltenen 91 Sitze auch in die. Kötislituarite bringt. Im Gegensatz zu diesem Abstieg der Rechtspatteieu steht das.Erstarken der Linlan. Tie Deutsche demo- kräiische Partei..dhrsie nächst den L'lehrheits- fozialisten rie bet weltsm erheblichste Stimmen- Zunahme aufzuweisen haben. Sie Hai jetzt bereits 58 S'tzc, also mehr, als der Fortschritt im Reichstage (stoi hatte. Da hier noch auf eine weitere 'Anzahl Sitze zn rechnen ist, so ist der Partei -ein entscheidender Einfluß selbst dann sicher, wenn Die fazialdemakratische Mehrheit erheblich ausfallen sollte. Erfreulich ist, daß die Unabhängigen fast zur Wirkungslosigkeit verurteilt sind. Im Einzelnen eraab sich bis gestern abend folaendes Bild: Rach bisherigen nichtamilichen Meldungen konnten bis nachmittags fünf Uhr als gewählt gelten: 319 Abgeordnete zur Nationalversammlung ans 28 von insgesamt 37 Kreisen mit 433 Abgeordneten. Die 319 Abgeordneten verteilen sich aus die verschiedenen Parteien folgendermaßen: Deutsch nationale Dolkspartei 28, Christliche Volkswirt ei (Zentrum) 57, Teu sche Volkspartei 14. Deutsche demokratische Partei 58, So- ziaidemokraDsche Partei 132 Unabhängige sozialdemokratische Piwtei 22 Lerner haben noch erhalten: die Dauern'- und Landarbeiterdemo- fraten in Schleswig-Holstein 1 Sitz, der Bave- risä e Panernbund je 2 Sitze in Ober- und Rie- derbavem, die Rationallcherale und Mittelpartei in Ober-, Mittel- und Unterfranken einen Sitz und die Bürgerpartei zusammen mit dem Bauern- und Weingärtnerbund in Württemberg 3 Sitze. Hier geben wir noch den folgenden Wahlresultaten Raum.
22. WahUr.t«: Düsseldorf L
Wahlberechtigt: 1011000 (12 Sitze).
Nach dem vorläufigen Ergebnis sind flt* ivählt: 4 Zentrum, 3 Mehrheitssozialisten, 2 Unabhängige, 2 RationaUiberale und Konsew. vakive, 1 Demokrat.
23. Arahl«»»!«: Duffrltzorf ll.
Wahlberechtigt: 888000 (11 Sitze).
Das Ergebn-i-s ist: 393 287 Zentrum, 161401 Sozialdemokraten, 5747 Unabhängige, 62 311 RakionaUcherale, 39 263 Demokraten, 38 411 Konservative.
27. Wahlkrel«: Rez. Bez.
Wahlberechtigt: 521000 (6 Sitze).
Dorläus^es Ergebnis: 171036 Sozialdetko- fraten (2 Sitze), 124 334 Zentrum (2 Sitze), 88150 Ralionalliderale (1 Sitz), 59 175 Demokraten H Ditz), 7399 Unabhängige.
30. Wahlkreis: Sachsen ÜL
Wahlberechtigt: 1039 000 (12 Sitz«).
Mehrheirsfozialtsten 513 744 (acht Sitze), Deutsche demokrati-jche Partei 187 516 (3 Sitze). Deutjchnational« Poikspartei 116 599 (1 Sitz), Unabhängige Sozialisten 55794 und Zentrum 3699 Stimmen.
36. Wahlkr.: Hamburg-Bremen-SkahH
Wahlberechtigt: 969 000 (12 Sitze).
Rach dem bisherigen Ergebnis sind gewählt: 3 Demokraten, 6 Mehrheitssozialisten, 1 D. Volkspartei. 1 Deutschnational, 1 Unabh.
13900.
16. Wahlkr.: Hannover-Braunschwilg.
Wahlberechtigt: 1309000 (16 Sitze).
Mehrheitösozialrsten 511 273. Deutsche Demokraten 142 055, Unabhängige 55 618, Deutsche Volkspartei 103 470, Braunschweiger Landes- Partei 39 784. Teuischnationale Volkspartei to9€l, Deutsch-Hannoveraner und andere 258 948. Gewählt sind: 7 Sozialdemokraten, 2 Demokraten, 1 Unabhängiger. 1 Den.sche Volks- partei, 1 Braunschweiger Landesverband. 4 Zenttum und Welfen, Deutschnationale: Keine.
-9. Wahllia»^: H» ffen-Naffau-W stziLr.
Wahlberechtigt: 1251 000 (15 Sitze).
Nach dem vorläufigen, aber nicht endgültigen Wahlergebnis sind gewählt: 7 Sozialdemokraten (Scheisemann, Dr. Qnarck-8rank- fitet, Theene, Hoch Hanau, 3 hne-Lachfenhsu- fen, 5tau Tesch-Frankfurt, ur Sinrheimer- zranlsurt); 3 Lemokraten (Luppe, Koch, Schük- ring); 3 Zentrum iMüller-srulda, Beckcr-Perliu,
Wirtschaft und Politik.
Ein Be'trag zur Bermögensabgabe.
Alle unsere Enverbsjtünde sind sich bewußt, daß diesmal ihr künftiges Sein oder Nichtsein auss engste mit der Polirtt vertttüpit ift Bon der Zusammensetzung Per Nationalversammlung wird es awhängen, in^ welcher yorm und in welchem Grade die Frage der Sozialisierung, oder wie es richtig heißen muv, die Krage der Berstamlichung unserer Wirtschaft gelöst n-erden soll. Es steht die Frage zur Entscheidung: Tritt die Privatwirtschaft ab und an ihre Stelle die Perstaainchifirg unseres Wirtschasts- lebens?! Man hat geglaubt, zur Verstaatlichung binubcrletten zu können, indem man die Veruiö <eiiüabflaue mit diesem Problem ver- guidte. Man hat vorgeschlagen, daß es gefiat- tet sein solle, daß die Ällten vetjchiedener Un- ternehmuivgen zur Begleichung der Steuern zu- gelassen werden sotten, d. h. zur Begllei- Su n g aller Steuern So würde ter taat Misdesitzet der privaien Unternehmungen uno es brauchten keine EntschäLigiingeii gezahlt !ch werden. Ohne daß Störungen in den Ä.n- chastsbetrieben eintiäten, würden gemeuischafi- iche Uiiieruehmungen geschasjen. Ter Weg der staatlichen Lerg^jellschasiuiig sei beschritten. Gegen diese Vorschläge ist mit Recht eingewendet worden, daß es zwar richtig sei, daß neben dem Zweck einer Vergesellschaftung durch Begleichung der Steuern tu Aktien, Anteilen usw. ver- tzindert würde, daß durch Flüssigmachung aller dieser Efsetten die Börsenkurse ins Bodenlose fielen, aber der Staat gar nicht In der Lage sei, alle Steuern in Effekten entgegenzunehmen. und das Prinzip einet Vergesellschaftung und der Stcrbilisierung der slurfe miteinander zu verbinden. Wie soll« sich der Gmm zum Beifpiet die Geldmittel zur Beftrei-