Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung <&Bg> Hessische Abendzeitung
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Nummer 41. WmtfbTC»«! 951 mit 951 Dienstag, 21» Januar ISIS. Fernsprecher 951 ent 951 v. Jahrgang.
Die Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und »war abend«. Ter LbonnemeutSprei« beträgt monatl t JO Mark bei freier Zustellung in» Hau« Bestellungen werden jederzeit von der »eschLft-stelle oder den Boten entgegengenommen. Tructerei. Verlag und Redaktion: Schlachthofftrahe 38/30. Für unverlangt «ingesandte Beiträge Ernte die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen Rülkzohlung be« Begug«ge be» oder Ansprüche wegen etwaiger n cht ordnungSmäü ger Sie erungauSgefchloften
Sie Wahlen zur Aalisnal-Versammluus.
ten 1916, Deutschnational« 611, Unabhöng 867, Zentrum 280, Deutsche Volkspartei 1Ö4.
Unabhängig«
Weilburg-Land: Sozialdemokraten 4700, Unabhängige 157. Demokraten 3310, Zentrum 3332. Deutsche Vollsparteil270, Deutschnat. 77.
Marburg-Stadt: Sozialdemokraten 2519, 308. Demokraten 3650, Zentrum 730, Deutsch« Bollspattei 2082. Deutsch, nationale 2354.
k?ukda-Stadt: Sozialdemokraten 13050, Un» abhängige 160. Demokraten 800, Zentrum 3800, Deutsche BollSpartei 60. Deutschnationale 2^0.
KrekSLimburq: Sozialdemokraten 3128 Unabhängige 100, Demokraten 4724, Zentrum 1899. Deutsche BollSpartei 12091, Deutsch, nationale 503.
Wetzlar-Land: Sozialdemokraten 878?, Unab. hängiae 516, Demokraten 4743. Zentrum 145, Deutsche BollSpartei 2639, Deutschnation. 1839.
Kana«: Sozialdemokraten 3434. Unabhänai» rc 3684. Demokraten 3019. Zentrum 716. Deut- kche BollSpartei 966. Deutschnational« 190.
Frankfurt. Bon den 170 Bezirken bisher kn 117 Bezirken: Soz!aldenokra<en 74 175. Un- abbSngiae 7675. Deutsche Demokratische Partei 38 474. Zentrum 18 322. Seit'fAt Bollspallei 13891, Deutschnationale BollSpartei 6985, Waßmann-Sozialaristokratie 221 Stimm. Nicht die geringsten Störungen.
Leff-N.
Darmstadt: Deutsche Demokratische Bartel 12941, Unabbängiae 306, MehrhertSsozialiften 15 740, Deutsche BollSpartei 11057. Zentrum MIO, Hessische BollSpartei 1064. Die drei letzwrr Sifie" waren verbunden.
Offenbach: Sozialdemokraten 22 722, Hnab- hängige 2900, Zentnnn 4916. Deutsche Demokra. tische Partei 6446, Deutsche Liberal« BolkSpartei 2185, Deutschnationale BollSpartei 1750.
Hannover.
Gesamtergebnis: ES erhielte«: die Mehr« üeltssozial'stcn 89 440, Deutsche Demokratische Parier 22 263, Unabhängige 1897, Deutsch« Vollspartei 28 857, Deutschnational« Polkspar- tei SM5, Ehrisllichc BollSpartei und Welfen 42 160, Braunschweiger Landesverband drei Stimmen.
Hannover. Bis setzt liege« auS 1563 Wahl. btgfrtcr. Resulta t vor. Danach haben erhalten: die Mehrheitssozialist« 273610, die Demokra» lisch« Partei ‘6 294. die unabhängigen Sozia» listen 30 964, die Deutsche BolkSpartei 59 796, Landes - Wapp'-r-haud Braunschweig 27 881, Dcurschrrat.od-L- BollSpartei 17 899. Deutsch- Hannoverar er und Zentrum 150816.
Hannor^r ^'nden. CS erhielten: Die Mchr- h«i1Ssozial.sten 31974, Deutsch« Demokratische Partei ?C83 T-rische DÄkLpartei 2203, Unabhängige 1111, (tti'.tbMx BollSpartei und Welfen 6454, Druttchngti-mal« BollSpartei 334, Braunschweig«- Landesverband: Seine.
Hann.-Münde«. In der Stadt Münden wurden gezählt: Sozialdemokraten 3005, Demo» kraten 154'2. Deutsch« Volkspartei 689. Deutsch- National 2L0 Stimmen; im Kreise Münden: Sozialdctnekraten '3926. Demokraten 1188, Deutsche Volkspartei 208, Deutsch-Rational 328 Stimmen. Hannoveraner und Zentrum in der Stadt 492. Unabhängige Sozialdemokchraten 116 Stimmen: Hannoveraner und Zentrum im Kreise 1259, Unabhängige Sozialdemokraten 6 Stimmen. — Wahlkreis Hannover, Hildes-
Sie Wahlen im Reich.
Einzel-Ergebniffe.
(Drahtberichte.)
Di« Wahlen, die gestern im Reich vorgenom- tocn wurden, sind ein Novum, und daraus, wie auch ans der Belastung des Drahtverkehrs usw. ergibt sich auch, daß die Wahlergebnisse bisher geschlossen noch nicht vmchiegen. Di« Ein« »elergebnisse aber, die wir nachstehend veiöfsentlichen, sind nicht geeignet, allgemeingültige Schlüsse über daS'Gesamt- exgebnis zu ziehen. Das endgültige Ergebnis für das ganze Reich dürste noch einer Berliner Drahtmeldung nichtvorFreitagmittag feststehen. Wir geben d Ätzer die Einzelresultate der Reihenfolge »ach wieder.
Hefseu-Raffa«.
Stadt Kassel: MehrheitSsozialistrn 51018, Deutsche demokratische Partei 25002, Deutschnationale BollSpartei 9489, Zentrum (Christl. Volkspartei) 4095, Deutsche stiüerale) BollSpartei 2610, Unabhängige Goz. Partei 1194. Von 110 000 Wahlberechtigten gaben 93 408 ihre Stimme ab, 1000 müssen infolge Sabotage (flehe Bekanntmachung des Ma- giftrats) noch wähle«.
Kassel-Land. Bisher bekannte Ergebnisse: Sozialdemokraten 15559. Demokraten 4461, Dautschnationale BollSpartei 2190. Deutsche Bollspart. 415. Unabhängige 306. Zentrum 183.
Esckwege: Sozialdemokraten 3474. Demökra»
l-eim, Braunschweig. ES erhielte«: die Sozialdemokraten 173185, Deutsch-Hamroperaner und Zentrum 82433, Deutsche BolkSpartei 37 926, Deutsche Demokraten 36 545, Deutschnational« BollSpartei 9621, Unabhängige 8351, und Braunschweiger Landespartei 7169.
Sachsen.
Leipzig. In Leipzig schätz man die Wahls b-teiligun« auf 95 Prozent. Bon 400000 Stimmen erhielten nach vorläufigen Resultaten die Demokraten 19900, di« Deutsch-Nationalen 42 000, die MehrbeirSsozialifth« 44 400 und die Unabhängigen 155 700. Wahlkreis Leipzig er» gab vier unabhängige Sitz«, einen MehrheitSsoziaMen, zwei Demokrat« und einen Deutsch-Nationalen. Voraussichtlich werden bi« Demokraten noch einen Ditz hinzube- kommen, da noch nicht alle Ergebnisse restlos ein» gelaufen sind.
Dresden. Dresden und OfCachsen: Demokratische Partei 79 240, Deutsche BollSpartei 47 313, DeEH-Rational 48 941, Ehristlich-De- mokrattsche BolkSpartei 9561, Mehrheitssozta- lrsten 292490, Unabhängige 168®.
Chemnitz. Bisher wurden geziWt: Mehr- hettssozialisten 85290, Deutschnationale Vollspartei 27055, Demokraten 21867, Unabhängige 3231, Zentrum 915. Sreunzig Bezirke fte^cn noch aus.
Zittau. (BorDufigeS Ergebnis.) Demokraten 18186, Sozialdemokraten 26 988, Unabhängige 1444, Zentrum 2881, Rationalsiberale 1741. Konservativ 2796.
Magdeburg. (Vorläufiges Ergebnis.) Vereinigte bürgerliche Liste 50000, Mehrheitssozial- demokraten 86000, Unabhängige 9000.
Thüringen.
Erfurt. Im Erfurter Bezirk wurden 13400 Stimmen für die SoMldem-kraten und 21650 für die Unabhängige« abgegeben. Alle anderen Parteien erhielten zusammen etwa 26000 Stimmen.
Ohrdruf. In Ohrdruf und Umgebung wurden an Stimmen gezählt: Demokraten 2228, Deutsch-Rational 951. Christl. BollSpartei 33, Mebrheitssozialistew 759, Unabhängige 3151 Stimmen.
Berlin
Berlin. Wahlergebnis auS 34 Berliner Stadtbezirken: Mehrheitlsozialisten 8193, Unabhängige 2006, Deutsch« Demokraten 7375, Deutsche BollSpartei 2900, Dentschnationa'e BolkSpartei 4706, Christliche Bollspartei 2254. — Der Berliner Kriminalpollzei waren von verschiedenen Seiten Mitte!kn«->en zuaegana«, daß die SparwkuSleute den Versuch machen würden, nach 8 Uhr abends die Wahllokal« zu besetzen und die Wahlurnen >« vernichten. Ein großer Teil der Wahlurnen ist deshalb in den Wahllokalen geblieben, wo Regierung Struppen während der Nacht wachte«. Die Wahlurnen werden Montag früh unter sicherer Bedeckung auf das Rathaus gebracht werden.
Pocrxrer«.
seinen Ergebnisse erfolgt dort bott amtlicher Stelle erst von 3 Uhr nachmittags an.
Bad«».
Heidelberg. DaS Ergebnis für Heidelberg- Stadt und -Land ist: Demokraten 13980, Zentrum 10156, Deutschnationale BollSpartei 5502, Sozialdemokraten 19306 Stimmen.
Karlsruhe. SS erhielten: WehrheitSspzia» listen 28117, Deutsche Deunckratische Partei 21610, Christliche BollSpartei 14209. Deutsch- nationale Dollspartri 5469. Später gemeldet: Es wurde» gewählt: Demokraten 221821, Deutsch-National 78 884, Zentrum 379 592, So» zicckdempkrateu 366 931. Die Listen der Mehrheitssozialisten und Unabhängigen waren ge- moinsam. Somit sind gewShtt: 3 Deutsche Demokraten, efit Deutsch-Rationaler, 5 Zentrum und 5 Sozialdemokraten. Unter bett Gewählten befinden sich bei frühere Reichstagspräsident Fahrenbach (Zentrum), der frühere Reichs- tagSabseordnete Haa-, gegenwärtiger Badischer Minister des Innern (Deutsche Demokratische Partei) und der frühere ReichstagZabge- ordnete Redakteur Geck (Sozialdemokrat).
Mannheim. Mehrheitssozialisten 59041, Demokraten 28009, Zentrum 16281. Deutschnaüo- nale BollSpartei 5125, Unabhäng« 967.
Würtremterq.
Stuttgart. Die Wahle« in Württemberg Hatzte« folgendes Resultat: Demokraten 332010, Zentrum 303050. Sozialdemokraten 470316, Bürgerpartei und Bauernbund 182511, Unabhängige 36 413, FrirdenSpartei 3504. ES stellen demnach Abgeordnete: Die Demokraten 4 (Paper, Hausmann. Wieland und Herman), das Zentrum 4 (Gröber, Erzberger, Andre und Bolz), die Sozialdemokraten 7, Bauernbund und Bürgerpariei 2, Unabhängige und Friedenspartei: Keine.
Bayern.
Wür^nrg. Hier erhielten: Die Deutsche Bollspartei 16537, die Demokraten 9663, He Christliche Volkspartei 770, bic Sozialdemokraten 14 585 und bw Unabhängigen 296 Stimmen.
Aschaffenburg: Baprisch- Partei 6419, Deutsche Volkspartei 2849, Mehrheitssozialisten 5090. Unabhängige 760, Mittelstand 215.
Nürnberg. Hier erhielt die sozialdemokratisch« Partei Deutschlands ungefähr 180000, die Unabhängige sozialistische Partei etwa 14000 Stimmen.
München. Die Resultate dürft« beinahe endgültig festftehmt. Die Zahl« der bei den Landtagswahlen abgegebenen Stimmen stehen in Klammern: Sozfqldemokratm 147236 (165566), Zentrum 27 304 (89 835), Demokraten 59 821 (64 759), Unabhängige 34196 (16012), National 7145 (4919).
AugSburg: Deutsche Volkspartei 14 894. Bah- rische Bollspartei 26 286. Sozialdemokraten 39 073, Nationalliberale 569, Unabhängige 2516, Bayrischer Bauernbund 139.
Beteiligung unb Derluuf ter Wahl.
Berl n-Reurr««e- St^tbegirk: MebrHeitS» sozialisten 72675 Unabhängig« 43750 Deutsche Demokraten 2212h, Deutschnationale Bollspartei 9225. Christliche BolkSpartei 4725. Deut- sche Bollspartei 3000. Wahlbeteiligung 90 Pro,.
Stettin - Stadt: Deutsch - National 91051, Deutsche Bollspartei 19663. Christlich« Vollspartei 284. Deutsch« demokratische Partei 30 744. MehrheitSsoriaDmnokraten 61449. Unabhängig« 8682.
Rhekr,pr»vl«z.
Elberfeld-Barmea. Hier erhielten: Deutsch- Nationale und Deutsche Bollspartei 45114, Deutsche Demokratische Partei 22 519, Christliche Bollspartei 20 389. MehrheitSfoziallstcn 64341. UuabhLngige 18233.
Essen. (GesanllergedniS.) ES erhielten: Teutschnationale und Deutsche BolkSpartei 32 405, Deutsche Demokratische Partei 16000. Christliche Pollspabtei S1921, Mehrheitssozig- kisten SS 987, Unabhängige 19000 Stimmen.
Köln. WS VA Uhr nachts lagen aus 240 Wahlbezirken Kölns die Ergebnisse vor. ES entfielen auf die sozialdemokratische Partei 54109. Zentrum 50947, Deutsch« demokratische Partei 14017, Deutsche Bollspartei 6360, Teutschnationale Volkspartei 3869. Unabhängige 2303. In sämtlichen Kölner Bezirken haben gestern die Frauen in außerordentlich fiar- ker Zahl an der Wahl reilgenommen. Die Betei- &der Männer dagegen fiel merklich ab.
ärrifl ist das Ergebnis von 240 Bezirken bekannt. Auch nur ein vorläufiges Ergebnis ist bös heute mittoa kaum zu erwarten .Die Vorsteher bet Wahlbezirke hatte« Anweisung, die Zettel ihrer Bezirke noch am Abend zu zähl«. DaS Ergebnis wird aber erst im Laufe des BormitUwS wach der Sammelflelle bei Wahl, armes aanlbtt. Tie Zusammenstellung der ei»
Frankfurt c. M_ 20. Januar. (Drahthericht.) Di« .Frankfurter ZÄtung« bringt eine kurze Zusammenstellung auS zahlreichen Städten über Beteiligung und Verlauf der Wahl. Hamburg: Aeußerst rege Beteiligung bei normalem Verkehr: München: Ruhe nirgends gestört. Wahlbeteiligung bei ungünstigem Wetter anscheinend geringer als bei den LaudtagSwahl«: Leipzig: Beinahe vvrblüffende Ruhe. Wahlbeteiligung besonders der Krauen sehr stark: Rheinisch-westfä- lischer Induftriebezirk: Starke Beteiligung. Haltung her Massen im Allgemeinen ruhig und würdig. In Hamborn. DinS- lake« und Walsum spartakistische Demonstrationen, in deren Verlauf Wahlurnen und Listen aus der Sttatze bei» brannt wurden: in Düsseldorf völlige Ruhe. Obeibüigeimeifter Dr. Ohler, der aus dem besetzt« Gebiet, wohin er sich vor einiger Zett begeben hatte, hierher gekommen war, um sein Wahlrecht auSzuüben, wurde später von Spartakisten erkannt und verhaftet: Köln: Keinerlei Störung« oder Ausschreitung«. Beteiligung etwa 90 Prozent; Braunschweig: Wider Erwarten denkbar ruhigster Verlauf.
Berlin, 20. Ianuor. (Drahtbericht.) Der gestrig« Wahltag vollzog sich bi« in di« späten Abendstunden in vollkommener Ruhr und Ordnung. Ti« Wahllokale waren militärisch gesichert. f*n den Vormittagsstunden war der Ankcana zur Wahl ganz gewaltig, wätzrend er in den späten Al ndstunden erheblich abslaute. Außerordentfich zahlreich waren bie Frauen Ix net* *. inSbelonvere ältere Frauen,
$ss neue Reich.
Der Verfassungs-Entwurf,
Der BerfaffungSentwurf, der der National» versaumihung unterbreitet werd« soll, geht davon auS, daß das demsche Noll als eine ae- sch-ichtlich gegebene Politische Einheit zu ve- trachten ist. Eine unbeschränkte Zentralisierung allen öffentlichen Leb«s und eine mechanische Leitung aller Verwaltungen von einem einzig« Mittelpunkt aus soll aber vermied« weiden, d«n das deutsche Voll hängt mit Zähigkeit an der Eigenart seiner Landschaften und Stämme, an der Pflege seiner kulturellen Mannigfaltigkeit, und es schätzt die autonom« Selbstverwaltung außerordentlich hoch. W«n eine Umgestaltung der territorial« Gliederung des Reiches infolge der einaetteten« Verhältnisse notwendig wird, so soll sie nicht von oben her dekretiert werben, sondern hier soll vielmehr bie freie Selbstbestimmung her Bevölkerung nach ihren wirtschaftlichen und kulturellen Bedürsnssen und Neigungen die Initiative et« greifen. Tas Reich soll nur leiten, vermitteln, und schlöeMch sanktionierend wirk«. Kein Zweifel kann natürlich darüber bestehen, daß die Nationalversammlung endgültiges Rech« Wer den verfassungsmäßigen Ausbau des Ret. ches schaffen muß. Ueber die territoriale Umge. staltung des Reiches, bic auch von uns im Zusammenhang mit bet hessischen Frage bereits erörtert worden ist, erfährt die „Franks. Ztg.^, daß es nach dem Verfassungsentwurs dem deut, scheu Volle freisiehen soll, ohne Rücksicht aus die bisherigen Landesgrenzen neue deutsche Freistaaten innerhalb bei Reiches zu errichten. Neu zu errichtende Freistaaten solle» mindestens zwei Millionen Einwohner umfassen. Jeder deutsche Frei-staat muß eine aus einer Kammer bestehende Bollsverttetung haben.
Der zukünftige Reichstag soS aas zwri Häuser«, dem VolklhauS und dem Staa- t e n h a u s, bestehen. Das Volkshaus soll aus d« Abgeordneten del einheitlichen deutschen Bolles gebildet werden, das Staatenhaus aus den Abgeordneten bei deutschen Freistaaten. Bei der Bikdung des StaatenhauseS soll grundsütz- kch aus eine Million LandeSeinwohner ein Abgeordneter «tfotten. Freistaaten, He weniger alS eine MMvn Landeseinwohner hab«, «ms. seit sich, soweit nicht überwiegende wirtschaftliche Gründ« eine selbständige VertreMng erfordern, zur Wahl eines gemeinschaftlichen W» K'inetcn mit andern Staaten verbinden, de- chen Freistaat« ütSHNst.wst,ge;.Woa mm nen sie benachbart sind. Bös sich bie neuen deutschen Freistaat« gebildet haben, wird ein provisorisches Gtaatenhaus einge« richtet, für das di« Nationalversammlung bie Vorschriften erlass« wird. Niemand kann gleichzeitig dem PolkshauS und dem StaatenhanS angehör«. Die Wahlperiode für die beide» Häuser des Reichstags dauert drei Jahre.
Sehr wichtig ist der letzte Abschnitt des Bei- fassungsentwursS: Reichspräsident und ReichSregierung. Der Reichspräsident soll vom ganzen deutsch« Bolle gewählt werden. Wählbar ist, wer bas 35. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens zehn Jahren Deutscher ist. Gewählt ist, wer die Mehrheit von all« int Deutsch« Reich abgegebenen Stimm« erhält. Der RcichSpräsid«t soll da- Reich völkerrechtlich zu vertreten haben und itn Name» des Reiches Bündnisse und andere Verträge mit auswärtigen Mächten einzugehen, sowie Gesandte zu beBaWögen und zu cmpsang« ha. bett. Kriegserklärung und Friedens, schlntz erfolgt durch Reichsgesetz. Sobald ritt Völkerbund mit dem Ziel deS Ausschlusses aller Geheimverttäge geschlossen ist, bedürfe» alle Verttäge mit den im Völleibund vereinig- ter. Staaten der Zustimmung des Reichstags. Der ReichSvEtdeitt verkündet die vom Reichstag beschwffencn Gesetze. Kommt ein« Heber* einstimmung zwischen den beiden Häusern des Reichstages über eine Gesetzesvorlage nicht zustande, so ist der RetchSpräsident berechtigt, eine Volksabstimmung Wer den Gegenstand der Meiwungsverschttbercheiten herbei zirführen.
Der Reichspräsident ernennt He ReichSbe» amten und He Offiziere. Der Reichs Präsident wird im Falle der Verhinderung durch den Präsidenten des Staatenhauses Vertreten. Bei einer länger als drei Monate bauernden Ber- Hinderung muß bie Vertretung durch ein ReichSgesetz geregelt werden. Di« L m t S z e i t d«S Reichspräsidenten soll sieben Jahre dauern: Wiederwahl soll zulässig sein. Bor Ab« lairf feiner Amtsttit kann ber ReichSprSsidew auf Antrag des Reichstags durch eine Volksabstimmung abgesetzt werden. Die ResthSregi«. rung soll aus dem Reichskanzler und der erford«rl'.chrn Zahl von Reichsministern bestehen. Der Reichskanzler und auf defl« Vorschlag bie Reichsminister bedürfen zu ihrer Amrssühruna beS Berttauens des Volkshauses; jeder von ihnen muß zurücktreten, wenn khm dal DolkshauL bas Vertraue« durch einen mti-