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sseler Nemste Nachrichtm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung________________

9. Jahrgang.

Donnerstag, 9» Januar 1919.

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 31

Fernsprecher 951 und 952.

3nfertt«nf»rtt1«; *te fltbmgctotttete geile tta «indetmUche Leichtste N We. tat tut. teärttoe «n,eigen 85 $f. Reklame,eile hit einheimische «-schütt, 7» »f, (4t «utwürtt,, «eschüNe 1 Slt Einfache Beilagen sür die «eiamlauils^ werten mit ö Wart »r» Taufen* de. rechnet Wegen ihrer dichte» Verbreitung in »er Resident une der Umgebung find sie Kasseler Neuesten Nachrichten einrrügltche» JnlerltanSargan^ Für eie «üsnahm, »en «nt gen an bestimmten Tagen ober Plätzen wir» , gl.keine »ewLhr «eleisiet. «eschüstSNelle KSIn.Ttr i

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Mlikörische MmhM« M Schutze Berlins.

Ak MW Ski MiW NW WU Nos!« organisiert das Militär.

lDrahtbericht.)

Noch immer «Wettört.

«>ie Setiinec Unruh««.

®te Lage in Berlin ist zur Stunde noch länzlich nngeklätt: immer noch ist der Kampf- tuf: Hie Lieb neckt hie Ebert-Sckeibe- glann" Wer wird aus die Däner die größere -nnere Werbekraft haben? Man kann es noch Nicht saaen. und wenn man den Wunsch den Vater des Gedankens sein lasten wollte, dann wäre Berlin noch heutigen Taos die Stadt, von der die Rübe wieder ins Re ch zöge. Aber wir sind solche Optimisten nicht, wenn w:r »uch der Hofknuna Ausdruck «eben, daß es der etzigen Regierung aelinaen möchte, stch kra't- »oll zu erhalten. Beide Parteien haben ihre Heerbaufen aufaeboten. In den Straßen leitscht Maschinenaewebr-Geratler. Einzel- bellen dar wischen: Kanonendonner dröhnt über der Spreestadt! Das ist ja alles io entsetzlich trostlos! Während an den Pla­katsäulen mit bittenden säst bettelnden Moren geworben wird, daß Freiwillige sick für den Osten melden, ein schmählicher Bewe s da- Lr wie machtlos die Regierung Ebett-Sckei- demann den Verhältnissen (bisher?!l fl'fl'n« übersteht, acht in Berkin der B uderkrea an. Die ans dem Felde einiaermafen unversehrt 5e'mfer,rf'*n: Dort fierten sie aus den Baüren. Sie fielest in deutschem Land, von deutschen Flintenkugeln! Das ist das Grauenvolle dabei: und das. Traurige. daß t>e 9'arte:en. die seit ie die Linke bildeten, stch nun hinmorden ... Spartakus hat Erfolge gehabt: Die Reichsdruckerei B. ist noch in sei­ner Hand. Er wird die Notenpresten für sich schon n Bewegung setzen. Das acht dann mit Besieckunassolh in einem her:

Bewaffneter Kampf gegen Brüder!

Was jetzt in Berlin tioraeht. ist die große Machtprobe um die Herrschaft der foz-ali- stischen Gruppen. Es aibt keine Meinun-'s- rnd keine Prestefreiheit mehr. Die Dinar si»f> unhaltbar geworden. Nur wenn Ebert-Sckei- »emann die Kraft und die Macht haben, sich zu halten, wird es aelinaen, Ruhe, C.r d- nuna, Brot und Frieden zu schaffen. Ihr Wille ist nach ihren Verlautbar',naen vorhanden. Ob er sich durchsetzen wird? Nach den bisher vorlicaenden Meldnnaen scheint es so zu fein. Denn Berlin ist von Lrupen umstellt, die. wenn man den Erklärun­gen Glauben schenken darf ««Willi sind, der Regierung mit der Waffe zu die­nen. Bleiben sie treu und lasi-n Elnri-Schei- >emann endlich ihre Landerpolitik bftse'te. sind ste erst test entschlossen sich dieser Waffe, ohne die es leider nun einmal nicht fleht, zu be­dienen, dann ma« es gelingen, der Svartaki. ven Herr zu werden. Gekinat ihnen d-s nickt dann wird das zur Tatsache, was vorerst noch Gerückte sind, nämftck daß die En­tente ihrerseits fest enft'chlossen ist, fleaen ün bolschewist'sckes Berlin »'n rbiftfich vorzn- zeben. Wir alle wünschen, daß dies Letzt-, dies Dem'fiiaendste nickt eintrchen möge. dam-t Deutschland bas jetck aus tausend äußere-- und inneren Wunden blutet nickt flauz zerstück lt «erde. Und darum hoffen wir auch, daß der jeutiae Ta« die Enffckeidung brnaen möge, 'n dem Sinne daß die R-rtie-nm« Ebert-Sckei- temann ael-st-at aus dem Blnftvirrwarr ber- )orrtebt, v>rr*. allmählich wieder Ruhe ein'ebrt. , die Nati on al-W a blen k-ine Nwer- 'rreckuna findenn. die Nationalversamm- sun a kekb« sicher aeflellt w-rde. Beide sind ietzt in höchster Gefahr! Gerade aber biefe l tz- ien Be-kinet Borrtäna- sollten b*m Bürger» tn m e:ne Mahnnnr». sein von allein Partner- zönk abzuseh-u und eine einzifle fle- chlossen- Phalanr zu bilden! P.B.S.

Kansnad» Alrsr flerlht!

Der Straßenkampf im Höhepunkt.

(Drahtbericht si

Berlin. 8. Januar.

Die Slrnßenkämvf- staben in der ie t» t e n Nackt in Bersin wobr ihren Höhe, -unkt erreicht. 11 Pbr nachts und i Hhr morgens ertönt eine gewaltige Kanonade über Berlin. Kanonen und VlalckinenaEw-bre ftuern ohne jed- ttnter6re- stuna als ob man mitten in einer x^l>tzschl«cht fei Bia zur Stund- lea-n gtrhtre Mirft-kkunaen nickt vor, doch ist die NenieruN« immer «ock Herrin der e« ne. Große Trupsenmasfen wer- ecn immer noch nnck Berlin beordert, «runter zahlreiche Artillerie.

Zur Entscheidung ' »tschlvffrn.

Berkin. 8. Fanuar. (Drabtbericht.s Bolks- «auftraflter Scheidemann erklärte um Mitternacht einem Parteifreunde, die Reflle-

Berlin. 8. Januar.

Der neu ernannte Krieflsminister Oberst Reinhardt nab aestern einem Vertreter der T.- N. einen kurzen lieberblick über die militä­rischen Maßnahmen, die zur Siche- runfl der Hauptstadt getroffen würden. Ten Befehl über die aesamte Potsdamer und Berliner Garde, wie über da? Ge­neralkommando ITT und die Garnisonen hat der Volksbeauftrante 9?oSte von der Regierung erhalten. Diese Kräfte stellen die militäri­sche Macht dar. die der Regierung an Ort und Stelle zur Verfügung steht. Herr NoSke ist ieht damit beschäftiflt, diese Trupp:nmaffen einheitlich zu ordnen und die Ruhe und Ordnunn in Berlin wieder herzusteüen. Die Renieruna will mit allen Machtmitteln beweisen, daß ein Widerstand von vornherein aussichtslos fein würde. Der Machtaufwand soll den Spartakusleuten aber auch beweisen, daß die R e fl ier » n n ge­sonnen ist, unter allen Umständen

runa werde nicht na ck «eben und nichtkavitulieren. Sie sei fest entschlos­sen. den ihr anfflezwunaenen Kampf bis zur Entscheidnna durchzuführen, und sie fei Uber den Ausgang peS Kampfes nicht zm" felhaft. Dem Terror einer bewaffneten Min­derheit werte di- ietziae Neg'erung stch nickt füllen, ohne Rücksicht auf die Taner der Kämpfe, die niemand von der Renieruna flewünfcht h<c-

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Ergebnitlose Verhandlungen.

Berlin. 8. Januar. lDrahtbericht.l Tic T. U. erfährt an zuständifler Stelle, die Ver­ba n d I n n o e n zjvischen der Reichsregie, ru n « und dem ÄTtionskomiteeder revo­lutionären Arbeiter, die unter Vermittüng Unabhängiger ftattfanben und die auch gestern nachmiftaa weiter flinoen und auch mit dem Zentralrat aefübrt wurden, haben mit einer ergebnislosen Einstellung geendet.

Gefecht am Brandenburger Tor.

Berlin, 8. Januar. (Drahtbericht.) Au einem fchweren Gefecht zwiscken Regie- rungstruppen und Spartakusleuten kam es gegen drei Uhr amBr.rndenburgerTor und an der N-uen Wache, w" Regierunas- truppen ui-tergebracht waren, aeaen die eine stärle Abteilung der kommunistifchen Partei heranrückte. Da die Neflierungstrnppen sich nicht nach der gestelllen Aufforderung erflehen wollten, begann ein Feuergefecht, he: dem es auf beiden Seiten eine Anzahl Toter und Verwundeter gab. Auch auf dem Dach des Reichstags"eböudcs. wo Re- gicrungslruppen standen, wuroe ein Maschinen­gewehr ausgestellt und von dort aus auf die Angretfenden aeschosien. Es gelang den Svartokusleuten. das Branden- burfler Tor einzunehmen und es zu besetzen. Gegen vier Uhr lebte der Fenerkampf nock einmal auf. der etwa zehn Minuten lang anhielt. Bei der Schießerei erhielt eine bisher noch unbekannte Dame einen Bauchschuß. Sie wurde nach her Unfallstation gebracht, wo sie bald nach ihrer Einlieferuna verstarb. Gegen fünf l'hr herrschte >n den Straßen Unter den Lindm ufw. wieder verhältnismäßige Ruhe, jedoch war derPerfonenver.'ehr gering. Fast alle Geschäfte und Kaffees waren geöffnet.

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Hm die Eis«»dahndies?tion.

Berlin, 8. Januar. (Drahtb'richt). Zur Wiedereroberung des am Montag von Den Dpar'akuslenten besetzten Gebäudes her Eisenbahn - Direktion berichtet hie .Deutsche Allgemeine Zeitung" Äm Diensiag vormittag gegen zehn Uhr rückte die Bahnschutz- wache vom Anhalter Giiterdahndof in Stärke von fünfzehn Mmn, denen sich etwa zehn Frei­willig: anacfdHcffe-t hatten, mit Gewehren und einem Maschmengewebr ausgerüstet, vor das Ersenbahrrdireftionsgrtbäiche. Das Maschinen - gewehr wurde auf dem Straßenpflaster aufge­stellt unb bestrich die beiden Fenslerreihen. E-leickzeitig dranaen einige Mann­schaft e u i n d a s G e bäude ein. Zunacht fetzten sich die Spartakusantzänger mit einem Maschinengewehr zur Wehr, das aber bald er» ledi>>t wurde. Daraufhin wuroen zwei weiße Fahnen auf dem Dach des Direk-

Iwieder Ruhe. Ordnung und Sicher­heit zu schaffen. ES ist natürlich außerordent- lick schwer, in Berlin wieder geordnete Zu­stände herzustellen, zumal die von den Sparta- kuSleuten besetzten Gebäude über die ganze Großstadt Berlin verteilt sind. Immerhin muß gesagt werden, daß die Macht der Regie­rung st ä n d i g w ä ch st und von Stunde zu Stunde zu ihrer Unterstützung Anhänger stch melden. Man kann'hitzraus wohl schon er­sehen. daß die Regierung bestrebt ist. mit allen Kräften zur Miederherstellung geordneter und gesetzmäßiger Berhältniffe zu sorgen.

Matrosenrat Kiel für die Regierung.

Lübeck. 8. Januar. tDrahtbericht.s Der Matrosenrat in Kiel hat die Unter­stützung der ReichSregierung beschlossen. Auch die Garnison Kiel hat Maßnahmen zur Siche­rung der Unversehrtheit der Regierung Ebert- Sckeidemann bereits ergriffen.

tionsgebäudes aufgezogen. Nunmehr drangen alle Mannschaften in das Gebäude ein unb üb 'rwältigten die Spartakusleute. Da die Schntzmannschaften nicht ausreichten, . --?» den ^wetten ssang zur Schönester-

per S-raße zu besktzen, so konnten durch diese Tür eine Anzahl der Verteidiger entkommen. Die am Hafenplatz liegende Fenerwehrwache wurde alarmiert, die die Opfer des Gefechtes. 4 Tote unb 3 Schwerverwundete, ab- t^ansportierte. Der Kamps dauerte kaum fünf »her zehn Minuten. Seit gestern ist das Direk- tionsgebände wieder in der Hand der Regie- ruugstruppen, die den Platz vor dem Hause streng abgesperrt halten, weil erneut weitere schwere Putsche erwartet werden.

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Spartakus nimmt das Proviantdepot.

Berlin, 8. Januar. (Drahtbericht). Nachts gelana es den Spartakusanhängern das Proviantvepot in her Köpenickerstnaße, welches neben h*r Pionierkaserne gelegen ist, zu nehmen. Die schwache Besatzung, die einem schweren Artilleriefeuer ausgesetzt war. vermochte d'e ausgedehnten Gebäude nicht mehr zu sclmtzen unb mußte sich schließlich erge­ben. Mt der Besitznahme des Proviantdepots haben die Spartakusanhänger eine s e h r w i ch- tige Position erobsrt. Die Pionier- kaserne sowohl wie das Proviantamt sind in her Nacht von den Svartokusleuten in den $er. teihigungszustand gesetzt worden. Die dort be­findlichen Gardetruppen sind interniert Wochen.

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HirtdrnS»«rg nicht tu Berlin!

Benin, 8. Januar. (Drahtberichts. Die Meldung der Republik, dock Generalfeldmar- schall von Hindenburg in Be 'lin einnetroffen sei um den militärischen Oberbefehl zu überneh­me»! ist. wir mitgeteilt wird, erfunden.

RrZstternnruhrn m Snalsnd.

Androhung des Generalstreiks. (Drahtbericht.)

Haag, 8. Januar.

HollandsRieuve Büro" meldet aus Lon­don: ES liegen verschiedene Meldurrgen vor über ernste Arbeiterunrnhen in Eng­land, die teilweise mit der Bewegung un­ter den Soldaten zusammenhängen. Ter Streik der Prineeown Eisenbahn hat sich stark gesteigert. Biele Arbeiter anderer Berufe ha­ben sich angescksiossen. Eine Bersammlung mürbe abs,ehaften, worin der Genera fstreik angedroht wurde, wenn man nicht mit der Eisenbahnflesellschaft zur Einigung käme. $ier= bnrth entstehen auch Schwierigkeiten in der Schiffsbauindustrie. Auf mehre­ren Werften weigerten sich die Arbeiter, stch mi der neuen 45 - Stunden - Woche zu begnügen Nebera« in Schottland streiken die Schiffswerf­ten. Durch den Streik der Arbeiter erleidet auch die Temobilisarion große»» Zeitverlust. Mehrere Tausend Soldaten von Shoreham find nach Princeowm gegangen, um dort gegen die Ber- zögcrung der Demobilisation zu demonstrieren.

Kassel Im Wahlkampf.

Deutsch« Dolkspartei.

Immer näher rückt die Wahl zur National- Verfammlunfl und immer intensiver wird da- Mit der Waülkampf: immer hitziaer Platzen auch die verschiedenen proflrammatischen Bekennt­nisse aufeinanhei. So auch gestern abend, da hn Stadtpark Geheimrat Dr. R i e ß e r für die Deutsche Vollspartei sprach. Er fand in der Debatte Anhänger es war die Mehrzahl der dichtfledrängten Besucher und Gegner. Wo aber die Meinunflen aufeinander stteßen. schlich sich oft Unsachlichkeit. ja Gehässigkeit ein. Man sollte dies doch unter allen Umständen zu vermeiden suchen: damit würde man die bür« gerliche Geschlossenheit am besten dokumen­tieren. Doch aenua hiervon; wenden wir uns dem Vorträge Rießers selbst zu. Der Redner flinfl Eingangs auf die Entstehungsgeschichte des Kriegs ein, unterstrich Wohlbekanntes und legte Verwahrunfl ein gegen das Tun etwa eines Eisner, der dem Feind Waffen lie­fere. Der Krieg ist verloren, die Ehre nicht; aber geschändet ist sie durch die Horden, die, bestochen von russischem Golde

eine blutige SPartaeuS.Aereschaft

auf den Ruinen zu errichten suchen. Welttevo- lutton ist Weltvernichlung. Redner lobte den ehrliche»» Willen Eberts und Sch e i d e« manns. bedauerte aber ihre Schwäche, die sich in der Machtlosiflkeit gegen Spartakus, Radek, Eichhorn, gegen die Polen-Invasion kennzeich« neten. Der Grund der Schwäche sei vielleicht die Furcht, den Anschein des »Militarismus" zu erwecken. Im Hinblick auf die Berliner Ereignisse gab Rießer der Hoffnuna Ausdruck, daß Ebert-Zcheideitzaur» der Sieg b(schieden feie, das Bürgertum sich aber geschloffen finden möchte. Bei der Bettacktung über die Soziali­sierung besprach er die KommissionsaKett. an­erkannte die VorsiM, die Edert-Scheidemann walten lieben. Aber die Notwendigkeit der Verstaatlichung werde bei den Sozialde­mokraten betont: z. B. für Kohle. Eisen, Hp- pothekenbanken. Versicherunasgesellschaften ete. Indes sei zu bedenken, daß »sich die Staatswirt, schaff nicht mit dem Gemeinwohl deS gesam­ten Volkes allgemein decke. Ausbeutung des Einzelnen flehe es in jedem Shstem, sowohl im privatwirtschaftlichen, wie hn staatlichem In diesem Zusammenhang bezeichnete Redner

Rathenau als Schrittmacher d. Sozialdemokratie Die D.V.P. sei gegen dieses Programm unb trete für Erhaltung der Privat-Wirtschaft cht, weil sie dem deutschen Grundgedanken vom Werte der Persönlichkeit entspreche. Soziale Wirtschaft ist Zwangswirtschaft, ohne Risiko und daher ohne Konjunkturausnützung int Mo- nopolfüsteim Rießer sprach den Arbeiteraus­schüssen das Wort im Sinne der Beratung, Vermittlung, auch unter gewisser Gewinnbe­teiligung. lehnte aber ein Eingreifen in die Leitung des Unternehmens ab; ebenso, wie die Sozialisierunfl auf eigne Faust. Bei seiner Betrackttmfl der Deutschen Demokrati­schen Partei besprach er die Gründe, die eine Einigung mit ihr nicht zustandekommen ließem Er behauptete, die D.D.P. sei eine Neugrün- dnng. keine liberale Partei, keine Mittelpartet (zwischen rechts und linkss und keine bür­gerliche Partei: sie sei vielmehr der reckte Flü­gel her Sozialdemokratie. Zum Schluß gab er der Hoffnung Ausdruck, daß das gesamte Bürgertum sich gegen die Soz. Demokratie zu» sammenschließe. Er fand starken Betfall; seine Angriffe gegen die D.D.P. aber wurden in der Debatte energisch bekämpft. P. B. 8.

Deutsche Demokratische Partei.

Alle männlichen und weiblichen Arbeiter, Angestellten und Beamten waren zum Erschei­nen in der gestrige»» Versammlung der D e u t- schen Demokratischen Partei in der Stadthalle eingeladen und der dicht besetzte Saal bewies es auch erschienen. Der Ver­sammlungsleiter, Schriftleiter Wünsch, be­tonte einflartgs mit Bezugnahme auf die Vor­gänge in Berlin: Roch leb« außerhalb Berlins im Reiche der gesunde Sinn für die Zufamntenhänge des politifchen unb wirtschaftlichen Geschehens namentlich bei den Angestellten und Arbeitern Redner des Abends war der Generalfekretär des Reicks- Verbandes deutscher demokratischer Arbeiter, Angestellten und Beamten, W. F e ch t aus Frankfurt, der srifch von Berlin kommend und wohl durch die dortigen Ereignisse beeinflußt, mehr über die allgemeine Lage fprack feine Ausführungen liefen darauf hinaus, Bürger­tum unb Sozialdemokraten müßten jetzt restlos zusammenftehen und die Regierunfl mit allen zur Verfügung stehend:.» Mitteln, gegebenen­falls mit den Waffen, stützen als über Ar­beiter- und vor allen» Angesielltenffaflen. Da-