Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
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S. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Dienstag, 7. Zanuar 1919
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 29
Neduia-ip-tt-t« Sette für etnt)rtmtf*e «-schäfte M »f#. Mr tu*. KTÄ «itKSS für etnbetwtf». «-schäft. 7» «t für .««»artig, «-schäft- 1 $If eintcd). Beilagen für Me «efamtauflage werden mit 6 Warf pro taufen» de» re*net Segen ihrer dichten Verbreitung in »er Resident und der nmgebung änd die Haftetet Sleu'fitn Rachrichten ein »orzügttches ZnsertionSargan. Für die Äufnahme »an Stueigen on benimmten tagen oder BlStzen rott» « 8t- Hine «ewädr getetftet «eschüftSstelle »ota.6tr b
$te »aneiet Reuet,-n Nachrichten eri-deinen mochenttich fe«>«mal un» «wat a »en*« «et »dennementaprei» betragt monatt Uo Mart bet freier ZuNe-nn, in« Hau, «ertellunge» werden leberjett non »er «e'chSft«tielle aber den Voten enlgegtngenommen truderet. Verlag un» Redaftian LchlachtdoMrade 78,30. Für unverlangt eingesandte Beiträge fann »te «etottton eine Verantwortung oder ,-wadr tn feinem Falle übernehmen «uck.adUtng de« 8eiugSge.be« ober Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnurglmaliget Lieferung aulgeschlofl-n,
Terror der GpartaWm in Berlin.
Sie PoleMZmjsft
Tatkraft wird gefordert
Vertretet
seS Meserr
Der Berliner Terror.
Drmme nnd pottiiNSe Truppen INI ««Nys,. (Dvahtbericht.)
Benthe«. 6. Januar.
«m SamStag kam es zu heftigen Kämpfe« tsMAm den deutschen und den polnischen Trup» pen. Die Stadt wurde schließlich von de« polnischen Truppen besetzt. wahrende unsere Truppen sich auf den Bahnhof zurückzoq gen und diesen besetzt halten. Da b« Pole« gegen die mit Maschinengewehren besetzten Ge- bände nichts machen konnten, ließe« sie tnt Laufe deS abends Artillerie heranholen und nahmen sie unter Feuer. Unsere Truppen erwiderten da? Feuer und es entwnkelte sich »n der Nacht ein regelrechtes Artillerie- duell. das sich jedoch zugunsten der Pole« entschied, da fiinfzehn polnische« Geschützen m» zwei deutsche Geschütze gegenüberstanden. Am Sonntag morgen versuchten die Pc.en nochmal« einen Sturm, wurden aber wieder abge» wiesen. Der Bahnverkehr «ach Posen ist unterbrochen. Die Züge verkehre« «nruoch bis DchwiebuS. Nach einer werteren Mrldung- soll auch Meseritz in den Händen der Polen sich besindrn. das bereits am Freitag von 3000 Mann polnischer Truppen angegriffen wurde.
stützt auf ein ansehnliches und kampfstarkes Heer — den KreiS Kattowitz, das W a l - denburger Kohlengebiet, die Grafschaft Glatz und die sächsische Lau- sitz vom deutschen Reiche loSzureißen. wahrend zahllose Bitten um schleunige Hilfe nach Berlin gehen, man solle geschlossene Formationen entsenden, um die Ostgrenzen unseres Vaterlandes zu schützen.....während all die
ser Notschreie ans höchster Gefahr geschieht in Berlin — so gut wie nichts! Gewiss: im ZentrOlrat und im Reichskabinett hat man sich mit den Ostfragen beschäftigt. Aber ist es gewiß, daß den gefaßten Beschlüssen b;e n5fv*e Durchschlagskraft verliehen wird? Wer gibt unS die Sicherheit, daß es nicht nur bei dem frommen Wunsche N o s k e s bleibt, die. Ostmarkdeutschen möchten die Zähne zeigen und den Schießprügel ergreifen? Das wäre doch ein Kampf, der Dewssslands unwürdig ist. wäre ein Guerilla- und Bandenkrieg! Hat denn die jetzige Regierung nicht einmal soviel Kraft, au« den Truppen. b:e sich hinter sie stellten, ein Heer zu formieren, um die Schänder deutscher Ehre, die Diebe bei* scheu Landes zu Paaren zu treiben? — Wenn schon das Bürgertum geschlossen sich auf den neugeschassenen Boden stellen will. dann, kann man doch zum wenigsten von der derzeitigen Regienma Entschlußkraft verlangen: ,a. man muss es! Aber was bat das deutsche Volk vorläufia noch viel zu hoffen?! Was zu erwarten, wenn Berkin so lar ist. daß man sich von Söffe und Radek ans der Rase tanzen la^t! Unter den Augim der jetzigen Machthaber fuhrt ein Vokizeivräsident sein Unwesen, der nn — k-bci'schewfttsfch-n Rrovg- $7err» "Tnflntirfflb ‘ n-mv- eitc
ismus würde zugleich seinen Einmarsch das nun schutzlos vor ihm da liegende deutsche Reich bedeuten! So liege« die Dinge. Sie bilden mit dem Vorgehen der Bolen und dem unheimlich drohenden Tscke'o- Slowakismus eine einzige zufammenhänaende Kette. Handelt es sich auf der einen Seite darum, der bolfchewistischeu Idee Durchschlagskraft zu geben im engsten Anschluß an den deutschen Bolschewismus, so aus der anderen darum, vom deutschen Lande soviel loszureißen. als eben nur möglich ist. so ein fass accomvli zu schaffen und. daraus gestützt, die Ergebnisse der dermaleinstigen Friedenskonferenz zu beeinftussen. Das ist die Gefahr: — und Trotzki-Lenin freuen sich schon daß Berlin der Mittelpunft der bolschewistischen Weltrevolutton werden möge.
Und das Rütteln dieser Fäuste an deutschen Toren wird noch drohender durch das Verhalten der Entente. Sie verlangt, daß unsere Truppen W besetzten Osten halten. Auch sie erkennt die Größe der Gefahr, nicht der. die Deutschland droht, sondern der Gefahr, die ihr selbst im bo'schewistischen Fahrwasser nahekommt. Man sollte daher annehmen, daß sie ein Interesse daran hat. jener um sich greifenden Bewegung einen starken Damm entgegenzustellen. Aber was tut sie? Ihr Der- halten in Ruhe vor Rigas Hafen ist geradezu unverständlich Sie will die Aufgabe, an deren Ausführung ihr selbst so kehr gelegen fern muß. uns znschieben. Erzberger weist sie nachdrücklich aus ihr Verhalten hin. Ein neuer Krieg. barb Bruderkrieg, halb Plünderungs- krieg. wälzt sich von Osten her gegen unser Reich heran. Fällt Riga wieder in Rnssen- hand — wer weiß, ob es nicht sckon gestehen ist, da diese Zeilen in Truck gehen — dann flutet damit der fortreißende Strom des Bolschewismus über unser Land gen Westen. Bedenken daS denn die Rachepolitiker in Par.s und London nickt?! — Aber vielleicht wollen sie eS so. Die britischen Schifte vor Dü- «amünde liegen untätig. Erzberaers mahnende Warnung die Entente möge selbst die Lösung der dringlichen Ausgabe in die Hand nehmen verhallt offenbar ungehört. Was kann der Zweck dieser mehr denn sonderbaren Uebuüa sein? — Man will, daß Wir die Schuldigen seien. Worum sollte daS Kalk."l der Entente nicht so sein, daß sie unS zappeln lässt, damit sie einen Vorwand habe zu sagen: Ihr konntet allein nicht fertig werden: N'chtS tatet ihr, um der bolschewistischen Gefahr Herr zu werden: ja. ihr habt dem Anprall dieser weltrevolutwnären Gefahr gar noch Vorschub geleistet' Und deSbalb sehen wir unS jetzt gezwungen. in Rnßland und tn Deutsch- »an d einzurücken! Dann wäre endlich da? er. reicht. waS man dort anstrebt: Ein nr-er Grund zur Demütigung Deutschlands. — Ein neuer zur weiteren .Zerstückelung unseres Va- Urlaubes! Rur so läßt sich unserer Meinung «ach das Spiel der Entente erklären, nur ko begründet sich die Weigerung zum sofortigen Eilt «reifen an deutscher Sette.
Und was geschieht derwetl bei unS? - Was rüstet die Regierung gegen diese schreck- hast drohende Gefahr? - ^"nd. der Vor- marfS der Polen wettere Fortfchvtte macht, während di« Tschechen danach streben — ac-
haus des „Vorwärts", in dessen Toren seit den letzten Dezembervorgängen achtzig Mann nut fünf Maschinengewehre« der republikanischen Soldatenwehr untergebracht waren. Die Führer der Demonstranten erklärten. daß sie gekommen seien, um den ..Vorwärts«, der verleumderische und hetzerische Arttkel gegen den Berliner Polizeipräsidenten gebracht habe, zu besetzen, der von nun an selbst unter der Leitting der Ob- und Vertrauensmänner erscheinen solle. Die SicherheitSmann- schäften gaben daraufhin die Tore frei und ließen die Demonstranten eintreten. ES wurde« nicht nur die Redattionsräume. sondern auch die Druckerei von den revoluttonaren Obleuten und DertrauensmSnnern besetzt. Die Redakteure Kuttner und Kim mann (?) konnten noch telephonisch die Regierung und die Kommissare von dem Borgefallenrn in Kenntnis setzen. Bor dem Vorwärts hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. A« vielen Stellen wurden Reden gehalten, die sämtlich in Hochrufe« für Eichhorn ausklangen. Das Propaganda-Büro der sozialdemokratischen Partei für Großberlin wurde von der Menge gestürmt und das gesamte Material an Zeitungen. Broschüren, Flugblättern und Plakaten auf die Straße geworfen. wo es von der Mena- verbrannt wurde. Ferner wurde das W o lf f f ch e 7 ele - araphenbüro, sowie die Redaktionen des „LokalanzeigcrS", deS „Ser11«er TageLlattS" und der „Vossifche n 3et- tung" von der revolutionären Arbeiterschaft Berlins besetzt. Wie die „Rote F-Hne« schreibt, dürfen jetzt diese bürgerlichen Blatter werter erscheinen, jedoch «ur ««ter Kon- tr»rrr des rrrrv.iei - -y«t> tcurates, der dann» nur seine Pflickt als Organ der bedrohten Revolution wahrnimmt. „Tögl. Rundschau" Tages
zeitung" waren ««behelligt.
Grimmen von Polen beseht.
Danzig 6- Januar. (Drabtbericht). Rach Meldungen <ntS Schnei, emühl .Sonntag die Polen an der Bahnlinie Dchnefse-
Weitere Einzelheiten.
Ä, ‘«’S.®»* Eichhorn veranlaßte die revoluttonaren Vertre- ter der Großbetriebe Großberltns, die utmb- hängigen Sozialdemokraten und die ZrntrÄe der komnnrnisttscheu Partei DeutflchlandS (Spartakusbund) zu einer gemeinsamen gro^n Kundgebung in der DiegeSallee. ^m lUhr begann der Aufmarsch der Demonstranten Von alle« Seiten strömten Zivilisten und 2 oldaten mit rote« Fahnen herbe». Um %3 Uhr setzte sich oet Zug in Bewegung. Er marschierte <6er den Kemperplatz nach dem Brandenburger Tor und bog dann in die Südseite der finden ein. Dan« gelangte der Zug bis zur Schadow- straße, bog in die Nordseiie der Linden ein und sammelte sich vor dem Ministerium des Inner«. Hier schwang sich L tebknecht <mf sei« Auw und hielt eine flammende ««spräche netten die Negierung, namentlich gegen Scheidema««. Dann marschierte der Zug w«- ter und gelangte über de« Schlossplatz und btt Königsirafic zum Polizeipräsidinm. Bravo und Hochrufe ertönten, als auf dem Balkon des Präsidiums Eichhorn, Liebknecht und L e d e b o u r erschiene«. Liebknecht fühtte a«S, Minister Ernst und Fischer seien tm Polizei- vräsibium erschienen, imt C-.chhvrn zur Dem, sion zu bewegen. Eichhorn habe sich entschieden geweigert, die Berechttgung des Beschlusses, nachdem er abzudanken habe, anzuerkennen und verlangte eine schriftliche Aufforderung, auf bte er sich dann schriftlich verantworten wolle. Ferner sprach von entern anderen Balkon Däumig. Nach seiner Rede verlangte die Menge stürmisch, daß Eichhorn spreche. Eichhorn trat hervor tmd ftrhrw aus, daß er solange htt Amt verblechen werde, als es das Berliner Proletariat wünsche. Er werde seine gan-e Macht benutzen, an der Sicherung der revoluttonaren Errungenschaften mti- zuarbeiten. Tie Regierung bat noch kerne ersichtlichen Maßnahme« getroffen, um dre von der Leitung beschlossene Msetzung ElchbvrnSzu erzwingen oder die gewährleistete Presiettethett wieder herzustellen. DaS Organ des kuSbundes, die 5tote Fabne fordert beute zu orossen Maikenvemonstrattone« auf. befürchtet, daß eS diesmal zu ettwm «tut* auf die Regierung komme« wird.
blutige ZnfammenstS-ße ummsbleibftch fein würden. Tie revolutionären Arbeiter miv Soldaten habe« an dre Rem-rnng ei« Mtima- tum gerichtet, sofort zu lemertentages der A- >md 2^-R ttebnten, rnd dellen »um Gesetz erhobenen Be- schlirß sofort in Kratt trete» zu kass«t: 1. So- fortr-e Entlassung der Offtztew. 1 der Rangabzeichen. 3. O«tk!che Soimnando- gewalt in Hande» der A.- undS.-Räle.^ Wa^k der Führer durch die Mannschaften, o. Nusio- fung der alten Armee Entwassmmq^r reaktiv^ nären Truppen. 6. Energische
gegen KriegSmtn'sterium und »b«ste Heeres-
und der ietzi noch nach dem ^Vorwärts" ,,- nan,ielle Be,iehungen,u PewrSburg unterhält! DaS nennt der ^Vorwärts — „einen GipfelrunN". Aber, wo eben solche "G'pfelpunfte" möglich sind, was erwarten wir da nach, wo unsere Ostmark tn Gefahr schwebt? ... ______ P. B. b.
Eichhorns EnttaMng.
Neue Unruhen i« Berlin.
(Drahtbertzht.)
leitung, die die Durchführung der Beschlüsse her A.- und S.-Räte verweigert hätten.
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Die SpnetakuS-EntschUe»«»-.
Berlin, 6. Fanuar. (Drahtbericht.) Wie die .Rote Fahne" mitteilt, haben die Vertrauensmänner der Spandauer Staatsbetriebe. von denen man nickt weiß, was hinter ihnen steht, eine Resolutton ganz in sparta- kistisckem Sinne angenommen, worin u. a. für alle Staatsbettiebe die Gründung einer A.r- beiterwehr verlangt wird, die Zutritt zu den im Betriebe lagernden Waffen haben soll. Sollten die Arbeiterführer die Durchführung der Befcklüsse verhindern, so verpflichten sich die Arbeiter zur Selbsthilfe.
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GettnrebelnHett in Braunschweig.
Frarcksurt, 6. Januar. (Drahtbericht.) Du „Fraukftrrter Zeitung" meldet aus Braun- chweig: Hier ist gestern eine gegenrevo- utionäre Verschwörung entdeckt worden, die gestern unter Führung von Offizie- ren und aktiven Feldwebeln die Garnison stürmen und den und S.-Rat abfetzen wollte. Rach Entdeckung der Verschwörung haben die Arbeiter die Betriebe verlassen und mit scharfgeladenen Schußwaffe« auf der Straße demonstriert. Die Letter der Gegenrevolution wurden verhaftet. Zwei Zahlmeister bebtet aarnisonierende« Truppen sind mit inSg» amt 640000 Mark entflohen.
Mefcritz, 6. Januar. (Drahkbencht). Der ■rtafl der deutschen VolkSräte des Kre:- feritz hat folgendes Telegramm.an den Rat der Volksbeauftragten in SerUn fanbf Der Dertretertag der deutschen Volksrate deS Kreises Meseritz hat Kenntnis genommen von dem FinaestündniS deS Mn,strrS Ernst, über den tatsächlichen Vertust der Stadt Posen und des östlichen Teiles der Provrnz. Es ch dies die natürliche, von unserm Vertreter be, der letzten Ministerkonserenz rn Posen zum Ausdruck gebrachte Folge der nachgiebigen z-a.i tun-g der Regierung den Polen gegenüber. Wir. verwahren unS nunmehr ganz entschieden gege« die rveitere unheilvolle Ausfasiun.g,« daß nur durch Verständigung weiterhin- etwas zu erreichen wäre, und verlangen, oatz das deutsche Volk und seine Regierung «ch mi t d e r T a t der letzten, rem deutschen Grenz, kreise annimmt, die sonst auch der Uevennacht in den nächsten Wochen erliege«.
Perlt«. 6. l-anu«r. (Drahtbericht.) F« An- schtni an die Temonftrnt:on für den abgefetz- ♦ett Berliner «»fizeipr»stde,ttrn E'.chbonr 6«- Sew am S»nnt«a nachmittag gegen 6TX Uhr die revolutionären Ob'eute und D-rtrau-nS. männer der Großbetriebe GroßberlmS wieder- ^m den .-Vorwärts« besetzt. Etwa fünf, bis sechshundert Personen zogen «nt Bann«« iwd Taseln mit der Aufschrift „Hoch E ,ch- harn nieder mit der Reg »er««« Ebert- Scheidema««« vor da* Verlags-
-ie bedrohte Sstmürl.
Und was tut die Negieeu«ztz
Jeder Tag bringt Hiobspost vom Osten unseres Vaterlandes: Zwischen Danzig und Schneidemühl sind alle Verbindungen unterbrochen ; in Gneseu werben die Polen mit drei, st er Offenheit für ihre Zwecke: aus Bromberg fliehen deutfche Bürger panikartig vor dem Polen-Anmarsch: die Eisenbahnlinie Gnesen- Bromberg ist besetzt! Eine Schreckensnachricht jagt die andere und mehrt die Sorge um unser Vaterland, dem schwerste Gefahr droht. Osthofen kann man als verloren betrachten. Und Riga? — Die Stadt wird nicht zu halten fein. Die Stteitkräfte von Oberost, die sich „eife ne Division" nennen, mußten dem andrängenden Bolfchcwistenheer bei Hinzenberg weichen. Ob sie in der Läaelstellung Halt f'ichen und H'lt gebieten werden? Kein Menfch weiß es. Die Truppen sind des Kampfes nach vier langen, bangen und unendlich ttaurigen Fahren mühe; sie streben nach Haufe. Sind aber erst die roten Russenhorden in Riga, fo werden sie auch bald in Milan fein; denn diefe Stadt und Libau sind die nächsten Ziele der Invasion. Sie wird dann die Werte, die mit Riefenopfern feit den trostlofen Herbsttagen 1914 mühselig wieder aufgebaut wurden, sengend, plündernd und mordend hinwegfegen. Dann ist das Los der Dentsck-Balten entschieden. Dock die Zeit macht hart: Wenn Millionen starben, was siegt dann noch an dem Mehr von ein paar tausend Balten! Ach, darüber könnte man schon hin- we^kommcn. Aber was auf dem Spiele steht,
Teilung der Previnz Posen.
Meseritz, fi Januar. (Drahtbericht). Ser deutsche Volksrat WefiposenS. die grsetzg«' bendr Vertretung der acht Wesflrerse P-ieni, erklärte, daß vom 15. 5«mtM .1919 die Krem Schwerin (an der Warthe), B'rnbaum, Meieritz Reutonnchel und Bsmst zur Prov»«', Braud rnhurg, die Kresse Fraustadt, L'ssa Rawi-tkch zur Provinz Schlesien ^s- ren Der Kreis Fihlene hat sich am SmrMaZ den Kresse« Wsstpsi'enS angeschlossen. ES haben sich also s^S westpofensche Kreise der Provinz Brandenburg angeschlofseu-
ist ja so sehr viel mehr. Tie weitere Erobernra r 1 -fcnlanbe durch Sen russischen Bdlsche-
Berlin, 6. Famiar.
Der Preussische Minister de» Innern Hai die Entlassung des Berliner Soli- »eipräsidente« Eichhorn verfügt, und Minister Eugen E r n ft hat sich bereit er- flärt. neben der Beibehaltung feiner bisherigen Funktionen auch die Leitung des Berliner Polizeipräsidiums zu übernehnien.
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Bereits zum Schlüsse deS das Blatt einleitenden Artikels machten wir auf den «kaudal aufmerksam den man in der Handlung des Polizeipräsidenten Eichhorns, Über die wir bereits ausführlich am Sonnabend berichteten, erblicken muß. Die Zweifel, ob d-e Regierung die Kraft hat, wirklich ihren Befchlussen Nachdruck zu verleihen, erscheint aber auch jetzt noch mehr alS zweifelhaft; denn Eichhorn ließ durch ein Telegrapbenbüro erflären, daß er nicht daran denke, sein Amt niederzule. aen Allem Anschein nach hat nun der Berliner Polizeipräsibent bie bärtigen Spartakus- mbänger um sich geschart, um sein Amt nach Möglichkeit zwangsweise burchzusetzen. ES »st kein Zweifel, baß zwischen bem Schritt bet Regierung unb ben Unruhen, b e auf ihn folgten, um eben den RegierungSbeschluß unmöglich zu machen, ein innerer Zusammenhang besteht, und daß die Absetzung Eichhorns das Signal zu neuen Unruhen tn Der11n wurdL Tas Wolffbüro, der .Vorwärts-, ine Glocke- unb andere Blätter wurden von den Dpartakiden besetzt. In diesem Zusammenhang kam es ,u M assendem onstratr o n en für Eichhorn und gegen die Regierung. Emme Redner forderten zur Bewaffnung des Proletariats und zur Erstürmung der Reichskanzlei auf unb verlausten, man möge Ebert uns Sckeidemann aufhängen. Liebkneckt redete!dem aetoaltfamen Schutz Eichhorns das Wort. Ueber die einzelnen Vorgänge erhielten wir noch nachstehende Meldungen.