zahlen als bisher, ja einzelne Genossenschaften haben die eingegangenen Verpflichtungen gar nicht erfüllt, so daß die Verwaltung nicht unerheblichen Schaden hatte. Es seien die Intendanten deshalb angewiesen worden, die Beschaffung des erforderlichen Materials auf dem Sub- missionSwege wieder ins Auge zu fassen uud Verträge mit Genossenschaften nur unter der Bedingung abzu- schließen, daß dieselben für den durch die Nichtbeachtung der Vereinbarungen erwachsenden Schaden aufkommen.
Auf einmütiges Ersuchen des Ausschusses versprach der Minister, mit dem freihändigen Ankäufe von Heu, Stroh und Hafer noch fortsahren zu wollen.
— Das königl. bayerische Trompeter- Corps, dessen Darbietungen in Graz mit Enthusiasmus ausgenommen worden waren, verabschiedete sich mit einem Konzert vom Grazer Sängerfest und war hierbei Gegenstand demonstrativer Beifalls- Kundgebungen.
— Die sozialistische Presse Deutschlands verfügt einer jetzt veröffentlichten Zusammenstellung zufolge über insgesamt 140 Organe. Davon sind 52 täglich, 5 wöchentlich dreimal, 5 wöchentlich zweimal, 10 wöchentlich einmal, 1 monatlich zweimal und 2 monatlich einmal erscheinende politische Zeitungen. Ferner giebt es eine wiss-n- schaftliche Wochenschrift „Die neue Zeit", 2 vierzehntägig erscheinende Witzblätter, Postillon" und „Wahrer Jakob", und 2 illustrierte Unterhaltungsblätter. Die restierenden 60 Organe bilden die Gewerkschaftspresse; 8 erscheinen monatlich, 20 alle 14 Tage, 1 monatlich dreimal, 30 wöchentlich einmal und 1 wöchentlich dreimal.
— Zur Steckbrief-Affaire wurde festgestellt, daß einer ganzen Reihe von Stadt- und Polizei- Verwaltungen sowohl in Oesterreich wie auch in Deutschland Postkarten gleichlautenden Inhalts Zugegangen sind. Der Verdacht der Thäterschaft hat sich bei dec österreichischen Untersuchungs-Behörde gegen einen jungen Studenten polnischer Abkunft, der eine Zeit lang auch auf deutschen Universitäten Medizin studierte, gelenkt Ob es zu feiner Verhaftung kommen wird, ist in Anbetracht des wenig stichhaltigen BelastungsMaterials noch fraglich.
— DerStreikderFeldarbeiterinGalizien, namentlich im östlichen Teile desselben, gewinnt an Ausbreitung und nimmt auch immer mehr einen gewaltthätigen Charakter an. Da die Gensdarmerie nicht genügt, um den mannigfachen Ausschreitungen der Streikenden wirksam entgegenzutreten, ist Militär gegen dieselben aufgeboten worden.
Venedig, 29. Juli. Anläßlich der hier stattgefundeuen Wahlen^zum Munizipalrat, welche mit dem Siege der gemäßigt Klerikalen endeten, wurden Demonstrationen vor dec Residenz des Patriarchen veranstaltet. Die Demonstranten, welche Trikoloren mit sich führten, brachen in Schmähcufe auf den Patriarchen aus, wobei es zu mehrfachen Zusammenstößen kam. Die Polizei mußte einschreiten und nahm mehrere Verhaftungen vor. In Rovigo, wo gleichfalls die gemäßigt Klerikalen den Sieg bei den Wahlen erlangten, kam es ebenfalls zu Demonstrationen. Die Volksmenge zog voc das Haus des klerikalen Führers Casalini und zertrümmerte die Fenster, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Casalini, welcher drohte, auf die Menge zu schießen, mußte flüchtenHAuch bei den übrigen klerikalen Führern wurden die Fenster eingeworfen, ebenso in dec Redaktion des klerikalen Blattes. In Padua wurden die Kandidaten der vereinigten Demokraten uno Sozialisten, in Treviso die gemäßigt Klerikalen gewählt.
— Zur Kongregationsbewegung in Frankreich. Eine große Protestkundgebung gegen die wider die Ordensschwestern gerichteten Maßnahmen der französischen Regierung wurde am Montag Abend von der „liberalen republikanischen Aktion" in Paris vec- anstaltet. In der Versammlung selbst traten dec frühere Deputierte Piou, Francois Coppee und der deputierte Lerolle als Redner auf. Sie forderten die Klerikalen zum nachhaltigen Widerstände bis zum Martyrium auf
In eigener Sache Richter.
Roman von L. Haidheim.
(Stachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
„Ich begreife Dich nicht, Maria", begann sie beinahe un» geduldig, „wir müssen doch franbc^gcmäft —"
„Za, ja!" gab die Mutter zu und Graf Joseph versicherte, daß die Baronesse emschiedcu Recht hätte und daß auch selbst eine Firma Neureuter, die wunderbarstes in unglaublicher Kürze der Zeit anszurichten vermöge, doch das unmögliche nicht leisten könne, daß er also den Samen dringend zur Eile rate, nachdem sie zuvörderst sich über ihre Bestellungen klar gemacht.
Auch dazu zu helfen war er just der rechte Mann.
Mutter und Tochter würden über seine Sachkenntnis auf diesem Gebiete gestaunt haben, wenn sie Zeit gefunden zum Nachdenken.,
Die nächste Stunde sah die drei einträchtig wie langjährige Bekannte da auf der verfallenen Bank sitzen und über Diese wichtigen Dinge reden, als gäbe es kaum wichtigeres. Graf Joteph erteilte die besten Ratschläge, kannte die neuesten Moden auch auf diesem Gebiete und endlich wanderten sie gemeinsam nach dem Schlosse, um die nötigen Aufträge sachgemäß nach seiner Allweisuna zu Papier zu bringen.
Marias Wangen glüten. Nach all der Misere und den tausend Demütigungen in Prag war dieser Morgen, der sie sich plötzlich wieder als hochgeborene Baronesse fühlen ließ, ein unendlich glücklicher und die denkbarsten Gefühle ihres jungen Herzens wurden Graf Josephs unausgesprochener Lohn. — Strahlend heiter schritten die beiden über die grasigen Wege und keines von ihnen dachte auch nur mit einem flüchtigen Ge- danken an Die Leiche, die da oben im Hause lag, umgeven von A"MM Grun und ein paar Palmen, wie das vernachlässigte Vewachshaus sie eben bieten konnte.
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... . A" dieser Leiche, deren gelbwächserne Züge noch -immer die Harte und Herbheit spiegelten, welche dem Lebenden seine Jugend seme Mannesjahre mit Zank und Streit gefüllt und öergallt unb verödet hatten, knieten in diesem Augen- grauen, Pacific von Frohberg, geborene ^M 5A 2??^ Ate Dame mit verschüchtertem Ge- ^rortte^ Wabetb, ihre Tochter, Burkards einzige weinenden Mutter mochte wohl in dieser Stunde yorubergehen, was alles der unbeugsame Wille dieses Vaters
Die Regierung habe geglaubt, ungestraft die Religion antasten zu können, aber sie habe sich getäuscht. Wenn man an das Gewissen des Volkes rühre, so erhebe es sich; das werde die Regierung bald erfahren. Boppo wandte sich mit heftigen Worten gegen den Präsidenten Loubet. Schließlich nahm die Versammlung eine Tagesordnung an, welche die Angriffe der Regierung auf die Rechte der Familien verdammt, den Nonnen Bewunderung ausspricht und den Entschluß verkündet, unverzüglich den Widerstand gegen die Unterdrückung durch die Jakobiner in die Wege zu leiten. Die Veranstalter der Versammlung beschlossen, sogleich vor dem Gebäude eine große Kundgebung zu -veranstalten. Francois Coppee verließ das Haus in Begleitung von etwa 40 seiner Anhänger und wurde von Außenstehenden mit Hochrufen aus ihn und die Armee begrüßt, dazwischen wurden Schmährufe gegen Waldeck-Rousseau laut Die Gegner der Nationalisten wurden von der Polizei in ansehnlicher Entfernung gehalten und es gelang ihnen nicht, mit demselben in Berührung zu kommen. Sie erwiderten deren Rufe mit Schmährufen auf die Geistlichkeit. Doch ereignete sich keinerlei bemerkenswerter Zwischenfall.
Paris, 29. Juli. Eine Nationalisten-Vecsammlung, an welcher die Haupt-Persönlichkeiten dec Partei teilnahmen, verlief gestern Abend ohne besonderen Zwischenfall. Dank dec von dec Polizei getroffenen Maßregeln wurde ein Zusammenstoß zwischen den Nationalisten einerseits und den Republikanern und Sozialisten andererseits, die eine Gegen-Kundgebung geplant hatten, vereitelt.
— Aus London wird gemeldet: Der König habe sich gestern auf zwei Stöcke gestützt „seiner Füße bedient."
London, 29. Jul. Die Militärbehörden in Bombay sind sehr erregt über die Ergebnisse der Prüfung der Offiziers-Aspiranten. Die große Mehrheit derselben konnte auf die gestellten Fragen nicht oder nur ungenügend sowohl im schriftlichen wie im mündlichen, speziell aber in der Mathematik die richtige Antwort erteilen.
Sofia, 20. Juli. Von Regierungsseite wird versichert, daß die Gefahr einer großen mazedonischen Ruhestörung derzeit absolut nicht aktuell sei.
Amerika. In der Negerrepublik Hayti scheinen sich mehrere Prätendenten auf die Pcäsident- schaftswürde zu bekämpfen; offenbar geht dort alles drunter und drüber. — In Venezuela haben die Rebellen einen neuen Erfolg davongetragen. Sie schlugen 1000 Mann, welche auf dem Marsch zur Verstärkung der Streitmacht des Präsidenten Castoo waren, bei Alto de la Palma und erbeuteten die Munition des Feindes. — Es wird von Washington aus über erneute Versuche berichtet, eine Verständigung zwischen dec Junta der kolumbischen Rebellen in New- York und kolumbischen Regierung zu Stande zu bringen.
Tripolis, 29. Juli. Obleich die Ankunft des italienischen Geschwaders unerwartet war, hat dieselbe unter dec Bevölkerung keine besondere Aufregung hervorgerufen. Die Bevölkerung verhält sich ruhig Das Consular-Corps hat dem italienischen Admiral einen Besuch abgestattet.
Südafrika. Nach den Burengenerälen Botha und Delacey ist nun auch der berühmte De wet in Kapstadt eingetroffen, von wo aus die drei ihre gemeinsame Reise nach Europa antreten werden. Auch in Stellenbosch haben Botha und Delacey Reden gehalten. Ecsterec betonte die Wichtigkeit der Erziehung dec Kindec der Afrikander, letzterer führte aus, daß alle in Südafrika Lebenden unter britischer Flagge glücklich sein könnten. Soll das etwa eine Verbeugung des tapferen Delarey vor England fein?
an Schmerz und Unglück in ihr Leben geworfen. Dennoch konnte diese liebevolle sanfte Natur jetzt nichts empfinden, als das bitterste Leid um die traurige Vereinsamung des alten Mannes, der doch jede Liebe, die ihm auf seinem Lebenswege geboten worden, unverstanden von sich gewiesen.
Als ob die Natur einen Fehler, den sie begangen, wieder gut machen wollte, so hatte sie der Tochter dieses Mannes alle die Liebesfähigkeit ins Herz gelegt, die sie ihm versagte und ihr alle die schüchterne Verzagtheit und Demut gegeben, die fein despotischer Wille wieder auch nicht begriff.
Nur einmal hatte sich die Komtesse Cäcilie von Ebern als ihres Vaters rechtes Kind gefühlt, das war, als sie dem heißgeliebten Major Frohberg, dem bürgerlichen, dessen Vater erst später für sich und seine Nachkommen in den Adelstand erhoben wurde, gegen seinen ausdrücklichen Willen erlaubte, sie zu entführen.
Vergeben hatte der alte Graf ihr dies nie; aber er brauchte unerläßlich eine Stütze und sie war glücklich, daß er dazu ihren Sohn erwählte.
Die jugendliche Tochter, die noch nie eine Leiche gesehen und der dies finstere harte Totengesicht einen Schauer nach dem anderen austrieb, wandte, da die Mutter immer noch betete und kniete, die großen goldbraunen Angen davon ab.
Zu Häupten des Bettes ragte ein Kruzifix von Ebenholz mit einer Christusfigur in Elfenbein, ein wertvolles Kunstwerk, von dem die Mutter ihr öfter erzählt. An einem kleinen Altar betete der Dorfkaplan, Lichter auf hohen Silberleuchtern brannten, aber alles sah dennoch so nüchtern, so unvollständig und unfertig aus.
Gottlob! Die Mutter erhob sich endlich. Sie verließen das Zimmer und draußen atmete Lischa hoch auf.
Als sie die Treppe hinabgingen, kamen eben die Damen von Wazlaw und Graf Joseph sehr vergnügt aus dem Park herein.
Ein einziger Blick auf die in Trauer gekleideten Gestalten genügte, einen vollständigen Wechsel in den Physiognomien hervor zu bringen.
Frau von Wazlaw umarmte die seit Jahren nicht gesehene Jugendfreundin und Cousine mit um so mehr Pathos, als Ge- ühlsmangel vorhanden war, und Maria und Elisabeth lächelten ich glücklich an, jede froh der Gesellschaft der anderen und doch ich bewußt, daß man keine allzu grofte Freude kundgeben dürfe.
„Wir haben als kleine Mädchen miteinander gespielt", flüsterte Maria erklärend, nachdem die Baronin Frau von Frohberg den Grafen Joseph vorgestellt.
Giessener Cagesneuigkeiten.
* * Dec Großheczog hat dem Bürgermeister a. D. und Oberleutnant a. D. C. von Lassaulx in Bonn das Ritteckceuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* * Das Amtsblatt des Ministeriums <dec Justiz Nr. 23 vom 20. Juli enthält ein Ausschreiben an die Amtsgerichte, betreffend die Rückgabe der in außcc- ordentlichec Form errichteten Testamente.
* * Die „Contentia" macht schon nächsten Sonntag einen Ausflug und zwar nach dem „Windhof" bei Heuchelheim.
* * Der am 1. Oktober d. J. ins Leben tretenden Klaffenlotterie-Gemeinschaft, zu welcher sich die Hessische und die Thüringisch-Anhaltische Landeslotterie vereinigt haben, soll nun auch noch ein süddeutscher Staat (man spricht von Württemberg) beitreten.
* * Aus Bad-Nauheim wird uns vom 29." Juli geschrieben : „Ein Artikel in den „Gießener Neueste Nachrichten" betr. Petroleum erregt auch hier allgemeines Aussehen, aber nur darum, weil in Gießen immer wieder schon längst besprochene Sachen aufs Neue angeregt werden Auch von hier sollen Sie einige Meinungen hören. In Bezugnahme auf Jyre Zeitung vom 19. dss., in welcher Sie einen Artikel aus der Kolonialwaren Zeitung copirten, kann es uns nicht mehr in Zweifel Hen, daß gerade die neuesten Entwickelungen des Straßenwagensyst-mS der Deut sch- Am erk. Petroleum-Gesellschaft auch in Gießen volle Anerkennung finden werden, soweit es nicht schon geschehen ist. Sie behaupten, daß in vielen deutschen Städten mit Freuden und Recht das Unürnehmen von jeder Seite unterstützt wird. Empörend nur ist es, daß man immer noch versucht die Herren SdaiHistm abzuraten durch alte Artikel, deren Behauptungen doch stets wiederlegt werden. Die Herren Detaillisten aber sidenorts wissen, was sie von der D.-A. P.-G. haben, finden daher auch keinen Grund, sich nach den einseitigen Behauptungen der Grossisten zu richten, sondern schließen sich ganz ihren Kollegen wie in Br men, Hamburg, Harburg, Stettin, Danzig. Königsberg, Bromberg, Magdeburg, Geestemünde, Mannheim, Straßburg, Duisburg, Kassel, Dortmund usw. an, diese Handelsplätze dienen auch uns zum Vorbild, was Gießen mit der Zeit auch werden wird, wenn es m't dem Hmidel nicht zurückgchen w.ll. Die Detailllsten brauchen nicht zu befürchten, wie es meistens hecvorzuheben versucht wird, daß die D.-A. P.-G. an Prwat- Konsumenten liefern. Die D -A. P.-G. behauptet, baß sie nur au Händler liefern und bestreitet entschieden, andern Behauptungen, was sie einst wagen würde, wenn solches wiederlegt werden könnte.
* * Obstbericht. Der Bericht der Zentralstelle für Obstoerwertung in Frankfurt a. M. für die Zeit bis zum 26. Juli laufit: „Die Geschäftslage war fast dieselbe w e in der Vorwoche. Die Kirjchenecnte geht langsa n zur Neige. Es liegen aber cih bliche Nachfragen nach Sauer- und Brennkirschen vor und es ist Angebot hierin erwünscht. In Aprikosen und Pfi sich.n sanden b langreiche Abschlüsse namentlich von Konservenfabriken statt, doch ist die Nach- fiage auch hierin noch s hr stark. Auch in Heidelbeeren ging das Geschäft lebhaft, ebenso in Johannis- und Stachelbeeren. Die Durchschnittspreise betrugen in dieser Woche: Kirschen Mk. 15—25, E dbeeren Mk. 35-40, Walderdbeeren Mk. 45—50, Stachelbeeren, Mk. 10, Johannisbeeren Mk. 12, schwarze Johannisbeeren Mk. 12—13, Aprikosen Mk. 35, Pfi siche Mk. 40, Heidelbeeren Mk. 15, Himbecren Mk. 30, Frühbirnen Mk. 12—16 per Zentner.
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** Das interessante Schauspiel der Stern chnuppeu beginnt jetzt und zwar sind es die aus dem Sternbilde des Pecseus kommenden „Perseiden" und die sogen. „Aquariden", die vom Sternbilde des Wassermanns (Aquarus) ausgehen. Die Naturerscheinungen zeigen sich bis zum 24. August, den Höhepunkt ihrer Häufigkeit und ihres Glanzes erreichen sie in den Nächten zwischen dem 8. und 12. August, in denen sie einen großartigen Eindruck bieten.
_ Und dann gingen sie alle ins Eßzimmer, wo der Fiühstücks- Ktch gedeckt war und die beiden älteren Tomen sagen sich in das anstoßende Kabinett zurück, welches dem Verstorbenen als Arbeitszimmer gedient.
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m . Joseph Ebern und Maria waren beide ganz beschäftigt Burkards Schwester anzustaunen, die in der That eine völlig eigenarfige Schönheit war., ^aria von Wazlaw in ihrer blonden Frische bildete einen lebhaften Gegensatz zu der Cousine: zum G.luck ahnte sie in ihrer heutigen Unbefangenheit nicht, wie ungünstig derselbe ihr war. Lischa war kleiner und zierlicher und onßerordentlich anmutig in jeder Bewegung und Gebärde. Marias flolze Haltung, die schlanke stattliche Figur sahen plötzlich derb und beinahe steif aus. Lischas Gesicht war fein und regelmäßig geschnitten, aber der liebliche, echt mädchenhafte Ausdruck und We ganz unbewußte Durchgeistigtheit der Ziige war der größere eu ihres Neues, den die seltsam goldigbraunen Klugen noch unterstützten. Marias Teint war weiß, zart und durchsichtig, wie el zu dem blonden Haar und den blauen Angen paßte, Lffchas "^tschieden, brünett und ihr Haar von diesem wirklichen Kastanienbraun, das so selten und so schön ist. Sie trug es in einer sehr einfachen kunstlosen Weise aufgesteckt, aber es hing in tausend Löckchen, die sich dem Zwange entzogen hatten, um den feinge- formten Kopf.
Graf Joseph vergaß sich völlig in dem Anschauen der beiden Cousinen und schämte sich beinahe dieses vielleicht unbescheidenen Starrens, als Maria mitten aus dem lebhaftesten Geplauder mit Lischa empor fuhr und ihm entsetzt zurief: „Wir vergessen Neureuter, Graf! Um des Himmels willen, der Postbote muß den Auftrag mitnehnien." „ „ „ ,
„Darf ich Ihnen den Brief schreiben,, Baronesse? bot er sich um so höflicher an, als er Lischa eben in seinem Innern den Preis der Schönheit zuerkannt. c „
Ach ja, wenn er das wollte! Sie wurde ihm so dankbar sein! Und nun gab es wieder ein heiteres Plaudern und Lachen. Er mußte doch die Maße erst haben, um sie Neureuter mit»
Mit Mühe wurde ein Metermaß herbeigeschafft, Lischa war sehr geschickt, die Baronin mutzte auch kommen und baun wurden alle Maße kunstgerecht genommen und notiert, bis endlich Graf Joseph mit aller Zuversicht an das Werk ging und den Brief verfalle.
Sie wurden beinahe lustig. Wäre nicht die ernste kleine Fran von, Frohberg gewesen, auf die man Rücksicht nahm, kein Mensch hätte denken können, daß da obir der Herr des Saufei auf dein letzten Lager ruhte.
Fortsetzung folgt.)