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** Darm'tadt, 22. Aug. Auf. dem städtischen Fcred - or Hit sich gestern Vormittag gegen H Uhr ein älterer Ma nn durch einen Revolver schuß in die Brust selbst entleibt. Langjähriges Leiden brachte den Icann zu der unseligen That. „ _. o , - .,, r.
** RüdeSheim, 20. August. Em ^ohn kutscher suhr einen Herrn von dec hiesigen Elsenbahnstatwn nach der Haltest"«- der &=®W Dampfschiffe. Hier lieft sich her Kutsch-- ^ Pfö- über öle amtliche Tape bcrablcn Der Reisende meldete dies dem dienstthuen- den" Poliicibcamlen, welcher Anzeige erstattete T.e ^nlne liicrvon war, dem „N. B. zufolge, daß dem betc^ Lohnkutschcc die Konzession zur Ausübung seines Berufes polizeilich entzogen mürbe.
^ "Main,, 23 Aug, Der 32,ahrigc verheiratete Fabrikarbeiter Franz Kcayer aus Oppenheim, in Finthen wohnhaft, gcricth gestern kurz vor Mittag n den Leder- werken in die Transmission und wurde lebensgefährlich verletzt. Der Verunglückte wurde ins Rochushosspital verbracht woselbst an seinem Aufkommen gezweifelt wird,
" Gaulshcim bei Bingen, 22. Aug, Beim «chlacht- vichtranspoct wurde gestern ein Ochse scheu, sprang über die Hecken des Bahnkörpers und wurde von dem gerade hecaunahcndcn 0-Zug ü b e r f a h r e n und sofort getödtet.
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Vermischtes.
♦♦ Ludwigshafen, 22. Aug. Hier wurde der Fabrik- arbeiter Matthias Karst gebürtig aus Ratterode verhaftet, der von der StaatSanwalschast zu Frankfurt a. M. wegen dringenden Verdachtes der Beihülse -w dem Mordversuch aeaen die Prostituierte Eckert st-ckbrnflich .'erfolgt wurde. 9 9 * Berlin, 25. Aug. D er Mö cder d er Iustiz- rätin Ihm er ist am Sonnabend verhaftet worden. Es handelt sich um den etwa 30 jährigen Maler Otto Wagner aus Berlin. Der Mörder brachte sich im Augenblick dec Verhaftung mit einem Messer eine tiefe Wunde im Unterleib bei. Ec leugnet die That, ist aber durch die Indizien überführt.
* Berlin, 22. Aug. In grauenhafter Weise versuchte gestern in Spandau die schon bejahrte Ehefrau des Geschützarbeiters K. ihrem Leben ein Ende zu machen. Sie begab sich in die Nähe des Friedhofes und schlug sich zunächst mit einem Mauerstein vor die Stirne, bis sie bewußtlos zu- sammenbrach. Als sie von ihrer Betäubung wieder zu sich kam, erhängte sie sich an einem Baum. Vorübergehende schnitten sie ab, und die alsbald eingestellten Wiederbelebungsversuche hatten Ersolg.
* Die „Scham", einen .Irrtum einzugestchen. Aus Leipzig wird der „Voss. Ztg." gemeldet: Ein hiesiger Geschäftsmann war in dem Glauben, daß ihm ein Geldbeutel mit 1 300 Mark gestohlen worden sei, und wegen des Verdachts der Thäterschaft wurde ein junger Mann verhaftet, dec in der Familie aus- und einging. Schon am andern Tage fand die Frau des vermeintlichen Veclusttcägecs den Beutel mitsamt dem JnhâlT in einem Bett vor, wo sie ihn aufgehoben hatte. Nun unterließ es das Ehepaar aber, von der Wiedererlangung Anzeige zu erstatten, weil es sich „schämte, seinen Irrtum einzugestehen". Ein Schutzmann hatte die Beiden noch Darauf aufmerksam gemacht, daß es doch besser sei, nochmals nachzusehen: vielleicht hätten sie den Beutel verlegt. Das hatten sie aber als gänzlich ausgeschlossen bezeichnet. Erst nach Ablauf von acht Tagen erwähnte die Frau gejprächsweise einem anderen Schutzmann gegenüber, daß dec Beutel wieder da sei. Nun erstattete dieser Anzeige und die Folge davon war, daß das Landgericht den Mann zu drei Wochen, die Frau zu einer Woche Gefängnis verurteilte, und zwar wegen Freiheitsberaubung, da sie durch Unterlassung der Anzeige verschuldet hatten, daß der wegen Diebstahlsverdachts Verhaftete acht Tage in Haft behalten worden war.
* Zeitgemäßer Witz. Das abscheuliche Wetter, das am Empfangstage des Schahs in England herrschte, hat wenigstens ein prachtvolles bon mot gezeitigt. Ein Kut-
Bekanntmachung
betr.: Die Vergebung der Kommerzienrat „Heichelheim- Stiftung".
Isao m. ru^L Stiftung haben am 1. November l. I 1?,.“. Mk. zur Verteilung zu gelangen. Nach § 3 der «nitungSurkunde können zur Bewerbung um die Gaben nur zugelassen werden:
a) ^fc";. welche während des Feldzuges 1870/71 NN Miluäcverhältnis gestanden haben;
) Frauen und Kindec solcher Personen, vorausgesetzt, daß diese sb a) und b) bezeichneten Bewerber einer derartigen Unterstützung bedürftig und würdig sind und daß dieselben von der Zeit der Bewerbung rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre in Gießen ununterbrochen gewohnt haben.
Die Bewerber werden hierdurch aufgefordert sich bis zum 30. September l. Js. bei Großh. Bürgel meisteret Gießen schriftlich oder zu Protokoll anzumelden und ihre Qualifikation zum Bezüge dec Unterstützung näher zu begründen und zu belegen.
Gießen, 21. August 1902.
Der Bürgermeister Mecum.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der städtische Friedhof in der Zeit vom 16. August bis 15. Oktober von Morgens 6 Uhr bis Abends 8 Uhr geöffnet
scher, der ein Mitglied der Suite des Schahs fuhr, wurde von einem Kollegen mit den Worten angcredet: „Was fährst Du denn da, Mll" — „Einen Freund des Schahs, einen sogenannten Sonnenanbeter," lautete die Antwort. „Hm," meinte der andere mit einem Blick zum dicht bewölkten Himmel, „der will hier wohl Ferien machen?"
* Berlin, 23. August. Der 68jährige Geheime Sanitätsrat Dr. Hermann Schlesinger hat heute früh Selbstmord durch Vergiften begangen. Ueber die Beweggründe zu der That hat sich bisher noch nichts ermitteln lassen.
* Potsdam, 23. August Heute Morgen wurde die verwitwete Frau Justizrat Jßner in ihrer hiersclbst, Spandauerstraße 17, belegenen Villa ermordet aufgesunden. Es ist anzunehmen, daß der Mord in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag verübt worden ist. Vom Thäter fehlt jede Spur. Untersuchung ist sofort eingeleitet worden. Es liegt unzweifelhaft Raubmord vor.
* Dresden, 24. Aug. Der kommandirende General des XII Armeekorps, General der Infanterie von Hausen ist zum Nachfolger des verstorbenen Kriegsministers von der Planitz bestimmt.
* Mons, 24. August. 4 Grubenarbeiter wurden durch Einsturz eines Schachtes verschüttet. Einer ist tot, die drei anderen sind lebensgefährlich verletzt.
* Schwerin, 21. Aug. Hier ist eine ganze Familie infolge des Genusses von giftigen Pilzen gestorben.
** Zell, 22. Aug. Gegen einen hiesigen Einwohner ist seitens des kathol. Pfarramtes bei dem Staatsanwalt Anzeiae wegen Störung des Gottesdienstes erhoben worden. Der betreffende Landwirt hatte in seiner neben der Kirche gelegenen Hofraithe am Mariä-Himmelfahrtstage die Dreschmaschine auch während des Hochamtes laufen lassen. Als der Geistliche auf die Kanzel kam und nach Aufhören des Orgelspiels das Summen und Brummen das sich besonders störend bemerkbar machte, forderte er den anwesenden Polizeidiener auf, bei dem störenden Nachbar sofort Einhalt zu gebieten, widrigenfalls Strafantrag gestellt würde. „Das kostet 2,40 Mk. Straf, dafür setzen wir nicht aus," war dessen kurzgemessene Antwort. Als die Störung nicht aufhörte, mußte der Geistliche die Kanzel verlassen. Die „2,40 Mk." werden wohl nach dem gerichtlichen Austcag in Goldstücken ausgezahlt werden.
** Zell, 22. Aug. Bei dem vorgestrigen Gewitter ereignete sich hier ein merkwürdiger Unfall, dem leicht zwei Menschenleben hätten zum Opfer fallen können. Der 16jährige Chr. Weil und die 17jährige Wilhelmine Günther von hier waren in der Scheune des Herrn Golfen damit beschäftigt, im dritten Stockwerk Heu zucechtzusetzen. Bei einem grellen Blitz erschrak dec junge Arbeitec so sehr, daß ec das Gleichgewicht verlor, in einer Höhe von etwa 12 Meter herav- stürzte und das Mädchen mitriß. Zum Glück laaen auf der Tenne einige gepreßte Strohbosen, sodaß Weil mit dem Schrecken davonkam, während das Mädchen eine Rippe gebrochen und etwas die Lunge verletzt hatte. Doch liegt nach ärztlicher Aussage keine Lebens- gefahr vor.
** Hamburg, 22. August. Heute morgen um 4 Uhr drangen Einbrecher in das in der Eckenfördecstraße gelegene H o t e l St. Pauli Hof. Infolge des von ihnen gemachten Lärms erwachte dec dreißigjährige Hausdienec und wurde von den Einbrechern überfallen und durch Messerstiche getötet. Die Mörder konnten unentdeckt entfliehen.
* Pilsen, 23. August. Die Ortschaft Kadolz ist infolge Unvorsichtigkeit von Kindern, welche mit Feuer spielten, bis auf zwei Häuser niedergebrannt. Die ganze heurige Ernte und sämtliche landwirtschaftlichen Geräte sind ein Raub der Flammen geworden. Die Lage der Abgebrannten ist, da sie wenig versichert waren, eine trostlose.
* Kiew, 24. Aug. In den letzten Tagen wurden hier zahlreiche Hausbesitzer und Kaufleute wegen Brand-
Amtlicher Teil.
bleibt, unö daß die auf dem Friedhof verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam g macht werden.
Gießen, am 16. August 1902.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung.
Das Wasser des Stadtbaches wird vom 23. L Mts ab auf die Dauer von etwa 3 Wochen von morgens 6 Uhr bis abends 6 Uhr abgestellt.
Gießen, 21. August 1902.
Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung.
Betr.: Arbeitsvermitttlung für Reservisten.
Indem wir die Arbeitgeber Gießens und der Umgegend darauf hinweisen, daß wir mit dem Kommando des hiesigen Infanterie-Regiments wegen Vermittlung von Arbeit für die am 23. September d. I. zur Entlassung kommenden Mannschaften in Verbindung getreten sind, fordern wir alle Interessenten hiermit aus, Gesuche um Zuweisung von Arbeitern aller Art vor dem genannten Tage an die unterzeichnete Nach- weisstelle einzureichen. ,
Die Gültigkeitsdauer der Gesuche erlischt am ^ 1 ^ept.
Gießen, den 19. August 1902. .
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.
Mecum.
stiftung verhaftet. Viele Personen, welche zur Brandstiftung erkauft wurden, wurden ebenfalls verhaftet. Die Zahl der nachgewiesenen Brandstiftungen mehrt sich mit jedem Tage. Im Dienste der Brandstifter nahmen nicht nur kleine Hausbesitzer, sondern auch angesehene Kaufleute und Personen in geachteten Stellungen und Ansehen teil. Die große Zahl der Brandfälle in Kiew während deS letzten Jahrzehnts ist unzweifelhaft aus Brandstiftung zurückzuführen, zum Zwecke der Erhebung der Versicherungsprämien.
New-?)ork, 23. August. Aus St. Thomas wird gemeldet, daß ein starker vulkanischer Ausbruch vorgestern wieder am Mont Pel ^ e zu bemerken war. Der Ausbruch war von völliger Dunkelheit begleitet. Eine große Menge vulkanischer Asche bedeckte die Schiffe, welche in einem Umkreise von 8 Kilometer vor Anker gegangen waren. Bisher ist noch nicht bekannt geworden, ob durch den Ausbruch Personen umS Leben gekommen sind.
Madrid, 23. August. Eine furchtbare Explosion ereignete sich in dec Explosivstofffabcik von CayaS (Oviedo). Mehrere Personen wurden getödtet und schwer verletzt.
A * Algier, 23. Auauft. Seit einigen Tagen sind hier große Waldbränoe entstanden, dieselben dauern fort Bis jetzt sind über 2000 Hektare Wald zerstört worden. Die Bevölkerung und die Truppen sind eifrig mit Löscharbeiten beschäftigt. Ein Palmenwald bei BolfuSville wurde durch Feuer vernichtet.
* Ein kluges Bäuerlein. Kürzlich erschien bei einem Advokaten in Rotterdam ein Bauer, um ihn zu konsultieren. Er schilderte die Ursache seines Streite- haarfein und wollte daraus wissen, ob er nach dem Gesetze Recht behalten werde. Nach einigem Nachdenken erklärte der Advokat: „Wenn sich Alle- so verhält, wie Sie'- geschildert haben, so gewinnen Sie den Prozeß." Daraus erwiderte da- Bäuerlein schlau lächelnd: „Dann werde ich wahrscheinlich keinen Prozeß anfangen, denn ich habe Ihnen den Fall meine- Gegner- au-- einmidergesetzt." Er legte da- übliche Honorar für die Rechtsbelehrung hin und ließ den verblüfften Advokat sitzen.
* Ein origineller Streik Wie in vielen spanischen Städtchen, so herrscht auch in Villalar (Valladolid) die Sitte, daß jährlich ein Mal, gewöhnlich am Tage de- Lokalheiligen ein Stiergefecht auf Gemeindekosten stattfindet. Da die Ge- meindekasse von Villalar aber immer leer war, hatte seit 6 Jahren das traditionelle Stiergefecht nicht stattfinden können. Das souveräne Volk verlangte aber sein Recht, legte die Arbeit nieder, durchzog die Stadt mit einer roten Fahne und erklärte, die Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, als bis seinem Verlangen stattgegeben sei. Da die Ernte- Arbeiten keinen Aufschub erleiden konnten, mußten die Stadtväter sich dam bequemen, dem souveränen Volk zu Willen zu sein.
Briefkasten.
Herrn U in R. Besten Dank. Für dir Berichterstattung ist bereits Sorge getragen.
Gestorbene.
Am 23. August: Anna Macie Katharine Wagner, geb. Tetzloff, 26 Jahre alt, Ehefrau des Eisenbahndiätars Peter Joseph Wagner. Am 24. Aug.: Karoline Steinmeyer, 67 Jahre alt, ohne Beruf. Beide von hier.
Unübertroffener Kaffee-Zusatz, würzig n, bekömmlich, eingeteilt in Tafeln zu 50 Würfel«.
Ungemein praktisch und sauber im Gebrauch.
1 Tafel für 10 Pfg, reicht aus zu 200 Tasse« Kaffee.
Ueberall zu kaufen! 1103
Dommerich & Co.in Magdeburg-Buckau.
Bekanntmachung
Aus der S t i f t u n q d e r D a n i e l M o o g Wittwe zu Gießen sind am 2 Oktober die diesjährigen Zinsen an hiesige bedürftige unbescholtene, im Wittwenstand lebende Bürger und Wittwen von Bürgern zu verteilen.
Anmeldungen hierzu können bis zum 10. September auf dem A r m' e n a m t erfolgen.
Gießen, 22. August 1902.
Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.
_____Mecum
Bekanntmachung.
In der Zeit vom 16. bis 23. August 1902 wurden in hiesiger Stadt
gefunden: 1 Kinderlederschürze und 1 Paar weiße wollene Handschuhe;
verloren: 2 Portemonnaies mit Inhalt.
Entlaufen ist: 1 weiß und braun gefleckter Jagdhund.
Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei unS geltend zu machen.
Gießen, den 23. August 1902.
Großh. Polizeiawt Gießen.
V.! Rost.
Bekanntmachung.
Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie von km 1,9 bis km 2,8 der Frankfurterstraße in Gießen liegt bei dem Kaiserlichen Postamt in Gießen aus.
Darmstadt, 20. August 1902.
Kaiserliche Ober-Postdirektion.
Kobelt.