bahn hält vom 27. bis 30. Juli Tag und Nacht ihre Fahrkartenschalter offen. Kein Fremdenverkehrsverein kann solche Reformen durchsetzen und solche Massen in Bewegung bringen, das vermochte einzig und allein — das Deutsche Lied.
Hits Hessen M naebbargebieten.
C. Kassel, 24. Juli. Der Deutsche Radfahrer- Bundestag schließt mit einem Defizit das zu einer Inanspruchnahme des Garantiefonds in Höhe von 60 Prozent zwingen wird.
C. Frankfurt a. M., 24. Juli. Im benachbarten Fechenheim suchte sich heute morgen die Ehefrau Schäfer, Mutter von 5 kleinen Kindern, auf eine grauenvolle Art das Leben zu nehmen, indem sie sich mit Petroleum begoß und dann dieses in Brand setzte. Hinzukommende Angehörige erstickten zwar sofort die Flammen, doch hatte die Frau Kreits sehr schwere Verletzungen erlitten. Die Unglückliche war seit längerer Zeit kränklich und fürchtete Siech- tUm f. Frankfurt a. M., 24. Juli. Beim Pferdeschwemmen rutschte der Fahrbursch Karl Schmetzer aus Isenburg vom Gaul und ertrank im Main.
8 Frankfurt a. M, 24. Juli. Seelöwen sind im Zoologischen Garten in Frankfurt zu sehen. Während Seehunde im Aquarium des Zoologischen Gartens seit langem regelmäßig gehalten werden, haben Seelöwen bis jetzt gefehlt. — Auch sonst sind noch interessante Ankömmlinge im Garten eingetroffen; so die Storchschnepfen oder Strandr eiter, schwarz- weiß mit bleistiftdünnen, aber sehr langen Beinen; verschiedene Känguruhs, sowie eine Kollektion schön gefärbter Schlangen aus Florida.
Frankfurt, 24. Juli. In einem Schreiben an die Handeskammer macht der hiesige Verein derDetail - listen Mitteilung über eine bei den Detailkaufleuten der Lebensmittel- und Kolonialwarenbranche eingebürgerte sehr merkwürdige Praxis. Der Verein ersucht nämlich, so schreibt die „Frankf. Ztg.", die Kammer die Einführung von Gewichtstücken zu 2o0 und 125 Gramm zu befürworten. In dem Schreiben wird ausgeführt, daß sich das Publikum in einem Zeitraum von fast 30 Jahren'noch nicht davon habe entwöhnen können., seine Einkäufe'nach Pfunden oder deren Bruchteilen vorzunehmen, ja, die Gewohnheit sei derart eingebürgert, daß regelmäßig z. B. in den Lebensmittelgeschäften nicht etwa „ein Viertel Pfund", sondern kurz „ein Viertel" verlangt werde, wobei Käufer und Verkäufer als ganz selbstverständlich voraussetzen, daß ein viertel Pfund, nicht etwa ein viertel Kilo, gemeint sei. Dem Detarl- kaufmann bleibe somit nur übrig, den Wünschen feiner runden zu entsprechen und XU- bezw. '/--Pfunde abzuwiegen. Hierzu seien jedes Mal drei bezw. zwei Gewichtstücke notwendig. Beim Abwiegen von Viertelpfunden müssen zwei sehr kleine Stücke (20 und 5 ©ramm) benutzt werden, von denen das letztere beim Gebrauch sehr häufig verloren gehe. „Es hat sich dadurch so sagt der Detaillistenverein, der es wissen muß - „die Praxis herausgebildet, zum Abwiegen von '/«-Pfunden nur zwei Stücke (100 und 20 Gramm) zu benutzen. Von dec Richtigkeit dieser Behauptung wird ein Gang in verschiedene Lebensmittelgeschäfte sofort überzeugen; daß aber eine Aenderung dieser Praxis dringend zu Wünschen wäre, bedarf keiner besonderen Ausführung. Allerdings ist eine Aenderung dieser durchaus unzulässigen und verwerflichen "Praxis" zu wünschen, ob nun die Viertelpfund- und Halbpfund-Gewichtstucke eingeführt werden oder nicht.
Darmstadt, 24. Juli. Der von dem Ortsgewerbeverein Darmstadt geplante Ausflug zum Besuche der Düsseldorfer Ausstellung wird Mitte August statt- finden. Der Gewerbeverein zu Düsseldorf, der für den hiesigen Verein die Reisedispositionen festgestcllt hat, wird auch die Führung der Teilnehmer übernehmen. Die Dauer der Exekution einschießlich Reise ist auf fünf Tage festgesetzt.
Heidelberg, 24. Juli. Hier pulsiert noch f r ö hl i ch e s S t u d e n t e n l e b e n und wird vom größten Teil der Bevölkerung auch als solches ausgenommen und beurteilt. Das beweisen wieder — so schreibt das „Hdbg. Tgbl. zwei Vorgänge, die von einer vielköpfigen Zuschauermenge herzlich belacht wurden. Morgens gegen 8 Uhr begleitete eine Studentenverbindung einen zu einer Karzerstrafe verurteilten Kommilitonen nach dem „fidelen
Gefängnis". Der Delinquent befand sich, mit schweren, rostigen Ketten gefesselt, auf einem zweirädrigen, mit einem Pferde bespannten Karren und wurde an dem Thore des berühmten Studentengefängnisses zur Verbüßung seiner Strafe abgeliefert. — Am Nachmittag brachten Mitglieder einer anderen Verbindung dreien ihrer Kommilitonen, die auf einige Tage in den Karzer wanderten, ein fröhliches, etwas glänzenderes Komitat. Eröffnet wurde dasselbe durch Herolde, denen ein Trompetercorps auf einem Leiterwagen folgte. Die Karzer- kandidaten waren in einem großen, von Kühen gezogenen Käfig untergebracht. Der Henker im roten Gewände hielt Wache davor, und jammernd umstanden ihn drei „zarte Mägdelein". In einer aus dem vorigen Jahrhundert stammenden Kalesche wurden die Betten und sonstigen Requisiten der „Verbrecher" mitgeführt, während die Aktiven unter Singen das Ganze durch die Anlage und Hauptstraße an seinen Bestimmungsort eskortierten.
Mainz, 24. Juli Der Fuhrmann Krämer des Fuhrunternehmers Hinrich war gestern Abend mit dem Abladen von Weinfässern beschäftigt; dabei entglitt ein Faß seinen Händen, stürzte vom Wagen auf das Trottior und traf mit voller Wucht ein 4 jähriges Mädchen, das neben dem Wagen stand, worauf das Faß über seinen Kopf und Leib rollte. Als blutige Masse hob man das Kind auf und brachte es nach der Wohnung seiner Eltern, wo das arme Wesen bald verschieden ist.
Zum Untergang des „Primus".
Ein hundertund zwölf Todte hat das grauenvolle Unglück gefordert. Nachdem die vielfach noch gehegten Hoffnungen, es werde mancher der Vermißten sich noch einfinden, sich leider als trügerisch erwiesen haben, hat sich eine dumpfe Resignation der Bewohnerschaft Eilbecks bemächtigt. Es gibt fast kein Haus in Eilbeck, in das nicht tiefe Trauer über den Verlust eines Familienmitgliedes oder Verwandten eingezogen ist. Leben und Tod, wie nahe wohnen sie beieinander! Fast alle Frauen tragen tief schwarze Trauerkleider, in den verweinten Gesichtern zuckt der Schmerz. Ein altes schwarzgekleidetes Mütterchen, wohl an die achtzig Jahre, wird mit Hilfe freundlicher Nachbarn in einen Straßenbahnwagen geleitet. Ihre zitternden Hände umfassen einen großen Rosenstrauß, den sie hinausbringen will in die Nienstädter Kirche, wo der Sohn aufgebahrt liegt, der mit Frau und 4 Kindern das Leben lassen mußte. Sechs ihrer Lieben hat sie auf einmal verloren. Thränenverschleierte Blicke der Passagiere ruhen auf dem faltenreichen Gesicht der Matrone. Die Theilnahme der Bevölkerung ist eine so tiefmitsühlende, als ob ein Jeder persönlich von dem herben Mißgeschick mit getroffen wäre.
Groß ist die Zahl der Kinder, welche durch die Katastrophe zu Halb- oder Ganzwaisen geworden sind. Mehrere Personen haben sich bereit erklärt, Kinder der Verunglückten an Elternstatt anzunehmen.
Die kleine Nienstedter Kirche kann die Todten nicht mehr aufnehmen; sie ist überfüllt. Ein verkommenerMensch hatte sich in die Kirche geschlichen, um die Leichen" zu berauben. Er wurde verhaftet.
Der Taucher hat den „Primus" auf Grund gesetzt. Das Schiff hat sich vollkommen gedreht, so daß der Boden nach oben gekehrt ist.
vermischtes.
* Berlin, 24. Juni. Fräulein Dr. phil. Elise Neumann, die Tochter des verstorbenen Zoologen Neumann wurde gestern Nachmittag in einem Laboratorium, woselbst sie beschäftigt war, todt aufgefunden. Sie hatte sich mit Cyankali vergiftet. Ob ein Unfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht aufgeklärt.
* Berlin, 24. Juli. Der mit 56,000 Mark flüchtig gegangene Kassenbote der Seehandlung Wagner stellte sich heute früh der Staatsanwaltschaft. Er behauptet, das Geld verloren zu haben.
* Münster i. Wests., 24. Juli. Die Spinnerei von C. Kümpers Söhne in Rheine wurde durch eine Feuersbrunst fast vollkommen zerstört. Kaum ein Drittel derselben ist betriebsfähig geblieben.
* Halle a. S., 22. Juli. In dem anhaltinischen Dorfe Rieder tötete die Frau eines Landmannes im Streit ihren Gatten, der sie bedroht hatte, durch einen wuchtigen Schlag mit einer Flasche.
* Essen, 23. Juli. Wie der deutschen Bergwerkszeitung
aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, haben die Gebrüder Röchling-in Saarbrücken 20 Kohlenfelder von Racky erworben.
♦ D ie erste d eutsche Lehrer fahrt nachEgypten- Palästina, die von Lehrer Bolthaufin in Solingen veranstaltet wird, dauert vom 1. Aug bis 10. Sept. d. J. In Anbetracht des erheblichen Kostenpunktes — pro PerjonM- näherno 800 Mark — dürfte die Beteiligung eine nicht gerade sehr lebhafte werden, zumal die meisten Landlehrer um die angegebene Zeit keine Ferien haben.
* Millionenschenkung. Der in Reims verstorbene Herr d'Huit hat dec Stadt Paris seine Gemälde-Sammlung im Werte von 5 Millionen Francs sowie 3 Millionen in baar testamentarisch vermacht.
* Eine tapfere Schauspielerin ist Frau Pohl-Meiser vom Josesstädter Theater in Wien. Sre spielte in Ischl im „Lumpazwagabundes" den Schneider in Anwesenheit des Kaisers Franz Josef und der Erzherzogin Marie Valerie. Als sie auf den Tisch sprang, kippte dieser um, und die Künstlerin fiel so unglücklich, daß sie den Arm brach. Trotzdem spielte sie den Akt zu Ende. Im Zwischenakt legte ihr der Theaterarzt einen provisorischen Verband an, dann spielte Frau Pohl mit scheinbar ungetrübter Heiterkeit ihren Part bis zum Schluß des Stückes.
Bocbrchuinacbrichten.
Aus Jena wird geschrieben: Aus sicherer Quelle kann die Nachricht auswärtiger Blätter, die Verhandlungen der thüringischen Regierungen wegen Errichtung einer technischen Hochschule für Thüringen mit dem Sitz in Jena, seien dem Abschluß nahe, als erfunden bezeichnet werden. Ein derartiges Projekt besteht überhaupt nicht. — Die theologische Fakultät der Universität Jena verlieh, wie man mitteilt, dem Superintendenten L o e b e in Roda (Sachsen-Altenburg) den Doktortitel honoris causa. — Würzburg. Der Assistenzarzt am Julius-Spital Dr. Ludwig Burkhardt habilitierte sich heute als Privatdozent für Chirurgie mit einer Probe-Vorlesung über „operative Eingriffe am Magen". — Breslau. Vielfach wundert man sich darüber, daß den von der Universität unabhängigen B i b l i o t h e k s b e a m t e n Befreiung vom Unterrichtshonorar auf den Universitäten gewährt wird, während den Lehrern an den höheren Unterrichtsanstalten die Wohlthat der Befreiung vom Schulgeld für ihre Söhne entzogen ist. Der preußische Unterrichtsfiskus ist zwar von einer unbegrenzten wohlwollenden Freigebigkeit; aber er übt diese Tugend nur, wenn es auf fremde Kosten geschehen kann. Das Schulgeld erhält der Staat, während die Universitätshonorare den Professoren zufließcn, die auch wenigstens hier in Breslau, dieser Verkürzung ihrer Einnahmen entschieden aber erfolglos widersprochen haben.
SerbeS Meß-Adreßbuch für Leipzig, zugleich Export und Auskunftsbuch erscheint zur diesjährigen Herbstmesse (Ende August) in 100. ganz bedeutend verstärkter Auflage, es ist dies der zutreffendste Beweis für die Beliebtheit, der sich das Buch in den interesfirten Kreisen erfreut; und wohl mit Recht! Secbes Meß- Adreßbuch zeichnet sich in erster Linie durch seine praktische Anordnung sowie durch seinen gediegenen Inhalt aus; die Verlagsbuchhandlung ist stets bestrebt, das Beste zu leisten; diesen Bestrebungen ist es auch gelungen, das Buck zu einem Publikations-Organ ersten Ranges zu gestalten. Das Buch hat für Jedermann einen allgemeinen und dauernden Wert.
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