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wurden. Dieselben wurden sämtlich als Leichen her- Voraezogen. Vier der Kinder waren Geschwister.

* New Jork, 12. Sept. Der größte Obstgarten der Welt wird soeben in den Ozark Bergen in KansaS angelegt EinTrust" hat dort 5000 Acres (ein Acre- gleich 40 Ar) angetauft und wird auf diesem geroaftigen Stomp les nur Aepfelzucht betreiben. Auf jeden Acre werden 50 Baume gepflanzt, mithin wird derGarten eine Vlertelm .llwn Bäume ausweisen. ES werden nur zwe. Sorten Aepfel an- gepflanzt und die ersten Ertragnisse erwartet derTrust erst nach sechs Jahren. Dann aber glaubt er eine ergiebige Einnahmequelle auf 50 Jahre zu ^.^en. ,

* Braiidunglück bet einer russischen Bauernhochzeit. In dem Dorfe Werba bei Moskau wurde eine Bauern­hochzeit in einer großen Scheune gefeiert. Etwa 400 Personen waren anwesend. Eine weggeworfene Cigarette setzte das Heu in Brand. Das Feuer griff mit einer rasenden Schnelligkeit um sich. In wahnsinniger Panik drängte Alles nach b?m einzigen von Zuschauern dicht besetzten Thor. Dabei kamen über hundect Menschen um, welche teils verbrannten teils erbeutst und vec- ,tUm^Ä. Sept. Wie der Pester Lloyd meldet, ist in der vergangenen Nacht die aus 8 Mann des 46. Infanterie-Regiments bestehende Wachtmannschaft auf der Insel Adakaleh nach Ocsowa desertict, wo sie festgenom­men und nach dec Festung Acad gebcacht wurde.

* Das Beste aus den Witzblättern. Zutreffend. Richtec:Außec dem Fahrrad haben Sie dem Zeugen auch seinen Spoctanzug gestohlen? Angeklagter. Run ja, was will ec denn auch mit dem Spoctanzug, wenn er das Rad nicht mehr hat?" .

Durch die Blume. Einjährig- Freiwilliger (zu seinem Kameraden, der Zoologe ist):Unb tote druckt sich denn Euer Feldwebel aus im bienillidjen Verkehr.

- Kamerad:Sehr ver-breh mt!"

Ein Vergeßlicher. Patient:Herr Doktor, es wäre ganz vergeblich, wenn Sie mir das Trinken ver­böten! Ich bin furchtbar vergeßlich!" (Fl Bl.)

Richtige Berechnung!Sage mal, Fritze, weeste wie Ville 2 Pfund und V/t Elle sind?"Ree!" Na, 1 Kilometer!" -Wieso denn?"2 Pfund sind 1 Kilo und V/2 Elle = 1 Meter!" (Ulk.)

Empfindlich.Dem Menschen reiche ich die Hand nicht mehr; das ist sicher!"Warum denn nicht?" Jedesmal zählt ec seine Ringe, wenn er meine Hand losläßt!"

Der ängstliche Schwiegersohn. Gattin:Karl, ich will meine Mama malen lassen!" Gatte:Um Himmelswillen, lasse mir sie nicht auch noch vec- vielfältigen!"

Darum auch! Frau A.:Ich predige meiner Tochter immer wieder nur das eineBescheidenheit ist eine Zier". | Frau B.:Ja, darum ist sie auch gar so geziert."

Aus dem GtrkbtsfaaL

Strafkammer sitzung.

Gießen, 23. September.

Um S1^ Uhr eröffnet der Vorsitzende, Landgerichts­direktor Dr. Güngerich die Sitzung. Vertreter der An­klagebehörde ist der Oberstaatsanwalt Dr. Theobald. Zuerst erscheint der Heinrich Post aus Großkarben auf der Anklagebank. Er ist des Diebstahls, der Unterschlagung in .3 Fällen und des Betrugs in 4 Fällen beschuldigt. Er hat verschiedene Sachen alte Münzen, Serse re. aus einem ge­schlossenen Schrank entwendet, ferner mehrere Geldbeträge in der Höhe von 2,50 Mk., 20 Mk. und 5 Mk. unter­

jchlagen und schließlich einen Kaufmann, einen Schuhmacher und einen Uhrmacher unter Vorspiegelung falscher Thatsachen betrogen. Da der Angeklagte noch nicht wegen Diebstahls, Unterschlagung und Betrugs vorbestrast ist, so werden dem Angeklagten mildernde Umstände zugebilligt. Das Urteil lautet auf insgesamt 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. Der Schmied Fr. Ferber aus Großen-Buseck war jom Schöffengericht wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Er hat am 14. Mai ein 8 jähriges Mädchen am Riegelpsad überfahren, so daß das Kind einen Bein­bruch erlitt. Ec legte gegen das schöffengerichtliche Urteil Be­rufung ein, die aber verworfen wird. Der KonradHain- buch aus Büdingen war vom dortigen Schöffengericht wegen fchwer^r Mißhandlung eines 10jährigen Knaben zu ^huiui » vum» im mm ^u^h« mi.wvw.wuv.. w^m.^.. l Monat Gefängnis verurteilt worden. Er hatte den Jungen hat. Selbst der Gesundheitsrat Karlsruhe konnte diesem

an den Beinen gepackt, mit dem Kopf auf die Erde ge- segensreichen Mittel feine Anerkennung nicht versagen.

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schlagen, in roher Weise getreten und geschlagen. Gegen bo3 Urteil des Schöffengerichts legte er Berufung ein. Er leugnet jede Schuld. Die Berufung wird ebenfalls verworfen, Der Handelsmann HermannZiegelstei naus Treis a/L. hatte vom Gießener Schöffengerichts wegen schwerer Miß­handlung des Mannes Wetzstein aus Treis und weil er diesen mit dem Tode bedrohte, ii «gesamt 3 Monate Gefängnis er­halten. Seine Strafe wird auf 6 Wochen, 3 Tage Gefängnis erniedrigt. Der Peter Reuter aus Eschborn hat einem Schäfer einen Hund unter Vorspiegelung falscher Thatsachen abgeschwindelt und verkauft. Da er rückfällig ist, erhält er 1 Jahr Zuchthaus. Karl Gockel, früher in Friedberg, jetzt in Soest, B al thaser Baltzer aus Steinfurt' Philipp Corvinus in Friedberg, sämtlich Installateure erschienen als letzte auf der Anklagebank. Man wird sich noch erinnern, daß im Februar dieses Jahres in Friedberg im Hause des Gastwirts Wind eine große Gas- Explosion stattsand, bei der zwei große Erkerscheiben zertrümmert, Thüren eingerissen und Fachwerke eingedrückt wurden. In dem genannten Hause sollte eine neue Gasleitung angelegt werden. Gockel, der beim Gas­werk in Friedberg angestellt war, hatte eine Gasuhr aufge­stellt, Corvinus und sein Geselle Baltzer stellten die innere Leitung her. Als das Ganze so weit beendigt war, steckte Gockel ein paar Gasflammen an, wunderte sich aber, daß sie so schlecht brannten. Anstatt nun nachzusehen, wo der Fehler stack, ging er erst ins Wirtshaus, um ein paar Glas Bier zu trinken Dann kam er zurück, bemerkte einen starken Gas­geruch und ging mit einem brennenden Licht auf den Abort, grade den Ort, wo das Gas ausströmte. Sofort erfolgte eine mächtige Explosion, die die schon genannten Zertrümme­rungen und arge Verbrennungen des Gockel zur Folge hatten. Corvinus und Baltzer tragen ebenfalls einen Teil der Schuld an dem Unglück, das einen materiellen Schaden von 670 Mk. verursachte. Das Gericht verurteilte Gockel zu 14 Tagen Gefängnis, Corvinus zu 100 Mk., Baltzer zu 50 Mk. Geldstrafe.

Schöffengericht

Gießen, 23. September.

Vorsitzender ist Amtsgerichtsrat Dr. Gebhardt. Schöffen sind die Herren Direktor Reinecke aus Lollar und Heinrich Wagner XIV. von Großen-Linden. Emil Sick, Christian Kahn, Gustav Müller, Heinrich Gehring, sämtlich aus Gießen sind der gegenseitigen Körperverletzung, begangen in der Bahnhofstraße in der Nacht vom 9. auf 10. August, angeklagt. Sick wird freigesprochen, Kahn erhält 20 Mark eventl. 4 Tage Gefängnis, Gehring und Müller werden her Körperverletzung nicht schuldig erachtet, dagegen wegen groben Unfugs zu 3 Mk., eventl. 1 Tag Haft verurteilt. Wil­helm Stephan aus Stauffenberg, Heinrich Falk, Louis Hauß und Adolf Enders, sämtlich in Gießen haben einen Taglöhner gemeinschaftlich mißhandelt. Stephan und Falk erhalten je 25 Mk. Geldstrafe, Hauß und Enders je 10 Mk. Der Taglöhner Martin Baumann und die Taglöhnerin Magdalene Buhl aus Gießen sind des Konkubinats ange­klagt. In dieser Sache wird am 30. September das Urteil verkündet. Der Reisende Heinrich Wett ach in Gießen ist dec Unterschlagung beschuldigt. Er erhält 40 Mk. Geld­strafe. Der Maurergeselle Karl Busch von Gießen soll als Vorsitzender von Arbeilervereinigungen zwischen 300 und 400 Mk. unterschlagen haben. Er erhält 60 Mk. Geld­strafe. Der Friedr. Wilh. B. hat, obwohl er einem Gläubiger seine Mietforderungen cediert hatte, dennoch Miet- beträge von 2 mal 16 Mk. einkassiert und einbehalten. Er büßt seine Vergehen mit 25 Mk.

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Die Leser der Gietzener Neueste Nachrichten sollten dadurch mit unserer Zeitung in engere Verbindung treten, daß sie interessante Vorfälle, Mißstände aller Art, kurz alles für einen größeren Kreis Wissenswerte der Redaktion mitteilen. Wahr­heitsgemäße Korrespondenzen über interessante Vorfälle werden honoriert, Mißstände werden durch öffentliche Besprechung zur Kenntnis der berufenen Stellen gebracht und so deren Abstellung eingeleitet. Vereinsnachrichten, Berichte über General­versammlungen, Festlichkeiten wollen uns, wenn kein Berichterstatter derNeueste Nachrichten" anwesend ist, die Herren Schriftführer einsenden, wir werden sie alsdann gern zum Abdruck bringen. Ein jeder zieht aus solchem Verfahren Vorteil: erweckt das Interesse für den Verein, trägt zur Abstellung eines Uebelstandes bei, ein Verein wird in weiteren Kreisen bekannt, was der Ge­winnung neuer Mitglieder förderlich ist usw. Also beijeder passen­den Gelegenheit muß die Parole sein: das schreibe ich de« Gießener Neueste Nachrichten."

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