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a b a k s im vorigen Jahre hat die hiesigen Landwirte veranlaßt, dieses Jahr mehr Tabak zu pflanzen, und es soll um ein Drittel Feld mehr mit solchem bestellt sein, als voriges Jahr. Sogar in Burgerfeld, wo voriges Jahr kein Tabak war, sollen etwa 60 Morgen damit bepflanzt sein.
fc. Vom Main, 23. Juli. In Ruppertshütten machte in einem Anfall von Geistesstörung der Bauer Gottfried Sator seinem Leben durch Erhängen ein Ende.
Der Mampi um die geistlichen Schulen in Frankreich
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Wird von den Heißspornen der klerikalen Partei mehr und mehr auf die Straße verpflanzt. Nachdem alle papierenen Proteste gegen das Vorgehen dec Regierung sich als wirkungslos erwiesen haben, soll eine Art Volksbewegung ins Leben gerufen werden, um Herrn Combes, dem früheren Wbbé und jetzigen Ministerpräsidenten, die Lust zu weiteren Maßregeln gegen die geistlichen Genossenschaften zu benehmen. In der Hauptstadt des Landes ist gestern mit Straßenkundgebungen begonnen worden, nnb die Klerikalen sind
entschlossen, auf diesem Wege zu verharren.
Ein Telegramm vom 23. meldet dazu: In der Nähe der Madeleinekirche herrschte gestern den ganzen Abend über eine gewisse Bewegung, doch kam es nur zu unerheblichen Kundgebungen. Die Zahl der gestern oorgenommenen Verhaftungen überstieg die Zahl 300. — In vorgerückter Abendstunde, lange nach den Kundgebungen vor dem Bahnhöfe St. Lazare, wollte eine Schar Männer und Frauen durch die Rue Faubourg St. Honore bis zum Elysee Vordringen, wurde aber in eine Seitenstraße abgedrüngt. Von den im Laufe des gestrigen Nachmittags vorgenommenen Verhaftungen wurde nur eine einzige aufrecht erhalten.
Ein weiteres Telegramm besagt: P a ris, 23.Juli, 11.40 N. Die Kundgebungen im Quartier latin (dem Studenten- und Schulenviertel), verliefen dank der geschickten Taktik der Polizei bisher ohne schweren Zwischenfall. Nach Beendigung der klerikalen Versammlung umzingelte berittene Garde die Teilnehmer und drängte ihre Masse nach den südlichen Straßen, während die Sozialisten ihren Abzug mit den Rufen ä bas la calotte begleiteten. Viele Geistliche, die sich in dec Menge bedroht glaubten, nahmen ihre Hüte ab. Schließlich blieben die sozialistischen Studenten 11 n b Arbeiter Herren des Terrains. Sie belagern den Boulevard Saint-Germain und durchziehen in Trupps das Quartier, vor den Klöstern demonstrierend und revolutionäre Lieder singend.
Die nationalistischen Blätter bezeichnen diese Kundgebungen als den Beginn des Bürgerkrieges. Die Radikalen befürchten das weniger. Sie behaupten, es sei hinreichend Sorge getragen, daß lärmende Kundgebungen dieser Art fortan rascher unterdrückt werden als bisher.
Vermischtes.
* München Pfarr er Koehler von Steppach würd aus dem Wege von AtexanderSbad nach Redwitz erschossen aufgefunden.
* Im Scherz. In Nieder-Ullersdorf b. Sorau waren einige Schullnaben aus dem Gute mit Feldarbeiten beschäftigt; in der Frühstückspause zückte ein Knabe sein Brodmesser und rief, aus einen anderen Knaben zugehend: „Jetzt werde ich Dir das Messer ins Genick stoßen". Der scherzweise so bedrohte Knabe stieß den andern zurück, dieser fiel zu Boden, und dabei bohrte sich das Messer in seinen Hals die Schlagader durchschneidend. Bevor sachgemäße Hülfe geleistet werden konnte, war er an Verblutung gestorben.
* Ein ländliches Drama. In der Nacht auf Montag spielte sich in Wagrain, einem kleinen Markt des Pongau, ein blutiges Drama ab. Der Besitzer des Grab- derggules, KaLwurm, sand, als er spät Abends nach Hause kam, seine Frau in zärtlichem Beisammensein mit einem Bauerssohn. Von sinnloser Wut erfaßt, hieb Kaswurm mit einem armdicken Knittel so lange aus den Verführer los, bis
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Dampfer Trier" „^rier .
■ft einigermaßen ein Riegel vorgeschoben worden. Das spanische Kriegsschiff „Audaz" hat seit einigen Tagen in unmittelbarer Rahe der „Trier Anker geworfen, und feine Schaluppen kreuzen beständig um den noch immer in feine trostlose Lage gebannten deutschen Dampfer.
dieser todt am Platze liegen blieb. Am anderen Morgen stellte sich KaSwurm, der als ein fleißiger, ruhiger Mensch geschildert wird, der GenSdarmerie, die ihn an daS Landes- geriet Salzburg ablieferte.
* Bon der deutschen Städte-Ausstellung in Dresden wird geschrieben: Nach einer Mitteilung des Vorsitzenden Direktor Meng in der letzten Vorstandssitzung in Dresden haben ihre Beteiligung an der deutschen Städte-Ausstellung in Dresden von den eingcladencn 158 deutschen Städten 128 zugesagt. 82 werden auf 2400 Quadratmeter Tisch- und Boden- und 6000 Quadratmetern Wandfläche etwa 6000 Ausstellungsgegenstände aller Art ausstellen. Besonders soll die Kunst und das Kunst- gewerbe, soweit es von den Städten gefördert wird, vertreten sein. Der letzte Einlieferungstermin für die Städte ist auf den 15. April 1903 und für die gewerbliche Aufstellung auf den 10. Mai 1903 festgesetzt, während die feierliche Eröffnung der Ausstellung, wie die „Soz. Praxis" berichtet, zu der auf Anregung des Reichskanzlers die Städte Rom, Madrid, Paris, London, Brüssel, Haag, Kopenhagen, Stockholm, Christiania, Petersburg, Moskau, Budapest, Wien, New-Uork. Washington und Philadelphia eingeladen werden sollen, am 20. Mai 1903 stattfindet.
* In Folge eines Kusses gestorben ist die Ehefrau des Töpfers Brämer in Velten. Vor einigen Tagen war ihr Kind durch kochende Milch infolge eines Unfalles so stark verbrüht worden, daß nach wenigen Stunden der Tod eineintrat. Die Mutter hatte die kleine Leiche noch kurz vor der Beerdigung geküßt; sie erkrankte an Blutvergiftung, die sie sich beim Küssen des toten Kindes zugezogen hatte.
* Die Halle des Deutschen Sängerbundsestes in Graz, welches in den Tagen vom 26.-30. ds. abgehalten wird, gehört zu den größten Anlagen dieser Art, denn sie soll Raum bieten für 7500 Sänger und 8000 Zuhörer. Sie besitzt eine Spannweite von 50 und eine Länge von 96 m; ihre Höhe beträgt 21,5 m. 54 Ausgänge führen unmittelbar ins Freie und gewährleisten die Sicherheit der großen Besucherzahl. Das Gebäude wurde nach den Entwürfen der Architekten Beth. F. Siegmund und F. Staeck durch Stadt-Zimmermeistec Otte und Brüder Fekonja errichtet.
Rochrchuinacbrkhten.
Berlin, 23. Juli. Der bekannte Historiker Professor DietrichSchäferin Heidelberg ist, wie die „National- Zeitung" hört, als Nachfolger des verstorbenen Professors Paul Scheffec-Beichocst an die Universität Berlin berufen worden. Dec Heidelberger Gelehrte, der das Lehramt für mittelalterliche Geschichte vertritt, wird diesem Rufe wahrscheinlich schon zum Winter-Semester folgen.
Zu dem im Jahre 1908 stattfindenden 350jährigen Jubiläum der thürinqischen Landesuniversität Jena will die thüringische Kommission eine Geschichte der Universität und ein Ürkundenbuch, das die wichtigsten Dokumente zur Verfassung und Geschichte der Universität verzeichnet, herausgeben. Als Verfasser der Geschichte wird Dr. Stephan Noy, als Verfasser des Urkundenbuchs Dr. E. Deprient aenannt. — Ein früherer Professor der Universität Jena, Landgerichtsrat a. D. Dr. jur. Fr. Herm. Ortloff, in Weimar wohnhaft und vielfach als juristischer Schriftsteller thätig, feierte am 18. Juli 50 jähriges Doktorjubcläum. — Der Altmeister der deutschen Kinderhellkunde, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Eouard Henoch in Berlin hat dieser Tage fein 60jähriges Doktorjubiläum feiern können. Er hat am 16. d. M. sein 82. Lebensjahr vollendet. — Der Mathematiker David Hilbert in Göttingen hat den Ruf nach Berlin abgelehnt, wo er als Nachfolger des verstorbenen Professor Lazarus Fuchs sein Lehramt erhalten sollte. Professor Hilvert wird unter erheblich vorteilhafteren Bedingungen in Göttingen verbleiben. Zu diesen Bedingungen gehört eS auch, daß man barmt umgeht, die Universität Göttingen, an der außer Professor Hilbert noch Professor Felix Klein gleichfalls ein Ordinariat für Mathematik inne hat, durch weitere Berufung eines hervorragenden Mathematikers zu einer Art Zentralstelle für das
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Studium der Mathematik auszugestalten. Für dieses dritte ordentliche mathematische Lehramt in Göttingen ist Professor H. Minkowski auSersehen, der jetzt höhere Mathematik an der eidgenössischen polytechnischen Hochschule in Zürich doziert.
neueste Nachrichten.
Berlin, 24. Juli. Das, „Berl. Tagbl." meldet aus Hamburg: Bei Nienstedten wurden gestern sieben weitere Leichen geborgen. Der Landrat Schelfs forderte die Hamburger Strombau-Verwaltung auf, energische Maßregeln zur Bergung der Leichen zu treffen. Nach amtlichen Schätzungen sollen noch 80 Leichen in der Elbe schwimmen. Das Wrack wurde gestern Abend nach Teufelsbrück geschleppt.
Laiigcnschwalbach. Der Kronprinz von Griechenland ist hier zur Hur cingctroffcn.
Leipzig, 24. Juli. Nach Depeschen aus Leipzig hat Exner gegen das gestrige Urteil Revision eingelegt. Dr. Gentsch hat sich dieselbe Vorbehalten.
. Wien, 24. Juli. Auf Wunsch Italiens ist aus dem letzt erneuerten Dreibund-Verträge auch die früher be,tandcnc Verpflichtung Italiens gestrichen worden, im tjauc eines Krieges zwischen Oesterreich und Ruß. land ein Armee-Korps durch Ungarn an die rumänische Grenze zu senden, das im Verein mit österreichischen und rumänischen Truppen unter dem Oberbefehl des Königs Karol von Rumänien in Bessarabien cinfallen sollte.
Paris, 24. Juli. Die Schule in der Rue St.. Maur wurde von dem Royalisten Jaume und dem Nationalisten Girard nach Art des berühmten Fort ^abrol tu Sertcibiaungâjuftanb gesetzt. Der Polizei- Präfekt ließ den Genannten Mitteilen, daß den Schulschwestern ein Aufschub ihres Auszuges bis morgen bewilligt worden sei. Darauf erklärten Jauche und Girard, daß die Verteidigungsmaßnahmen bestehen bleiben. König Georg ist ziemlich ernstlich erkrankt.
Der König durfte gestern das Bett nicht verlassen. Gestern Abend hatte das Fieber etwas nachgelassen und es war einiger Appetit vorhanden. Die entscheidende Wendung in dec Krankheit dürfte heute eintreten. Vorläufig weilt Geheimrat Fiedler als einziger Arzt am Krankenlager. In Kreisen, die dem König nahe stehen, hält man den Zustand für nicht unbedenklich, da der Patient an einer Herz-Affèktion leidet. Eine unmittelbare Gefahr besteht indeß nicht.
— Die Cholera macht im asiatischen Rußland weitere Fortschritte. So meldet der Militär- Gouverneur des Küstengebietes General Grodekow an die Regierung 4 Todesfälle an Cholera in Chabarowsk, während von der Mandschurei die Cholera bereits bis zur russischen Grenze vorgeschleppt ist und sich wohl bald am Baikalsee zeigen wird.
Briefkasten.
Herrn M. hier. Der Transport einer Leiche per Bahn kann nur in einem verzinkten Sarge, dessen Deckel verlötet ist, erfolgen. Im Waggon selbst ist der Sarg noch mit einer Holzumhüllung zu versehen.
Herrn Studiosus. Der Titel Dr. of dental surgery bedeutet Doktor der zahnärztlichen Chirurgie. Er wird in England und Amerika verliehen
Nach dem Nordplay. Jbre Fragen betr. Ortsgerich t sind sehr einschneidender Natur.
Frage 1: Sämtliche Ortsgecichtsmänner müssen vereidigt werden.
Frage 2: Zur Abfassung einer ortsgerichtlichen Taxation gehören sämtliche Mitglieder, Krankheiten oder sonst wichtige Begebenheiten natürlich dispensieren vom Amt.
Frage 3: Das Gesetz schreibt das Begehen eines Baues vom Keller bis zum Dachboden nicht direkt vor.
Frage 4: Lokale Bestimmungen sind im Gesetz nicht enthalten.
Aus La Corunna, in deren unmittelbarer Nähe die „Trier" noch immer in ihrer bedrängten Lage zwischen den Felsen eingekeilt liegt — wir haben über den Unglücksfall dieses von Bremerhaven nach Cuba auf der Fahrt begriffenen Dampfers des Norddeutschen Lloyd schon berichtet — liegt uns jetzt ein Bericht vor. Es war am Sonntag, 6. d Mts., Nachmittags, als Gerüchte über ein gescheitertes Schiff in Corunna zu zirkuliren begannen. Feste und Stierkämpfe waren gerade im Gange, und niemand kümmerte sich viel um das Unglück da draußen. Es hieß nur, ein Schiff habe nahe dem Eingang der Ria de Ferrol Notsignale gegeben, und es schien im Nebel seinen Kurs verloren zu haben. Unter unablässigem Tuten sei es in östlicher Richtung verschwunden. Da man vermutete, eS sei die fällige „Trier", so wurde der Agent des Lloyd, Konsul Meyer, benachrichtigt.
Die Passagiere wollten nach der Strandung die „Trier" verlassen und baten den Kapitän des „Herkules" sie nach Cvrunna zu bringen. Es waren ihrer nur drei: Fräulein Elsa Cooper, die erwähnte junge Braut, der Uhrmacher Paul Fendius, und der Schneider Oskar Peine aus Berlin. Der Kapitän nahm sie mit, ihr Gepäck ließen sie auf der „Trier".