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neben 16 auswärtigen Vereinen auch Besucher aus unseren Nachbardörfern sowie aus Marburg eingefunden. Irin wunder. Punkt, der meistens den Besuch ländlicher Festlichkeiten, besonders dem städtischen Publikum ver­leidet, sind die mit ziemlicher Sicherheit vorkommenden Schlägereien. Auch unser Fest machte hiervon keine Ausnahme, denn schon gegen 6 Uhr gab es blutige Köpfe, und bald glich der ganze Festplatz einem auf- oescheuchten Bienenschwarm Vor der Hettche'schen Wirtschaft verübten 810 Mitglieder eines Gesang­vereins eine Heldenthat, indem sie einen einzigen und wie man böct sonst ganz friedlichen Mann zusammen­schlugen, der dann blutend im Chausseegraben liegen blieb.

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* Schotten, 23. Juni. Unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Regierungsrates Schönfeld fand heute auf demPosthäuschen" die Generalkonferenz des Kreises statt. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache durch den Vorsitzenden, ergriff Herr Kceisschulinspektor Bakes das Wort und erstattete Bericht über das abgelaufene Schuljahr. Hieran anschließend, referierte Herr Lehrer Linck-Rudingshain über das Thema:Die Kunst im Dienste der Erziehung". Redner zeigte während seines interessanten Vortrages eine Anzahl Meisterwerke, die für die Schule wohl geeignet sind und den Kunstsinn der Kinder schon in der Jugend wachrufen. Referent erntete für seine Arbeit den Dank der Anwesenden. Als zweite Arbeit war die des Herrn Reuß-Freiensen vorgesehen:Die neue Octogcaphie und ihre Ein­führung in die Schule". Auch diese Arbeit wurde mit Beifall ausgenommen. Ein gemeinsames Mittagsmahl schloß sich dem amtlichen Teile der Konferenz an.

tt. Klein-Altenstädten, 23. Juni Am gestrigen Sonn- tag sand in unserem Orte die Generalprobe der S o l m s e r Sängerbundes und gleichzeitig daS Fahnenweih- se st unserer Gesangvereins statt. Um '/«3 Uhr bewegte sich ein stattlicher Zug mit über 12 Fahnen denn eS waren auch zahlreiche Vereine aus der Umgegend gekommen, die nicht dem Bunde angehören durch die Straßen. Ehrenjungfrauen trugen die neue Fahne. Fräulein KazS vollzog mit einer poetischen Ansprache die Uebergabe der Fahne, die Herr A. Haibach namens de» Vereins ent­gegennahm. Unter den Gesangsvorträgen ist vor allem ein Massenchor zu erwähnen, an dem sich über 300 Sänger beteiligten. Zum Vortrag war daS LiedIm Krug zum grünen Kranze" gewählt. Nach dem Schluß der Festakte- vergnügte man sich auf dem vorzüglich einge- richtetkn und reiche Abwechselung bietenden Festplotz.

* Darmstadt, 23. Juni. Nach den Mitteilungen für Landesstatistik wurden im Großherzogtum Hessen im Jahre 1901 52 Gemarkungen von Hagelschlag betroffen und zwar insgesamt eine Fläche von 5921 Hektar. Geschädigt wurde dabei eine Fläche von 3591 Hektar. Der Schaden wurde auf 162,439 Mark ver­anschlagt. Versichert waren von den durch Hagel­schlag beschädigten Flächen 1098 Hektar mit 396,904 Mark. In den vom Hagelschlag getroffenen 52 Ge- niatfungen waren: im Ganzen unversichert 2940 Hektar mit 1,189,483 Mk. Ausgezahlt wurden im Jahre 35*331 von Hagelvecsichcrungsgesellschaften im Ganzen

* Zur Trauer um König Albert erscheinen am Hessischen Hofe die Damen in schwarzen seidenen Kleidern mit weißem Kopfputz und weißen Handschuhen, die Herren tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken Oberarm.

b. Darmstadt. Gen.-Ltn. von Perbandt, der Kommandeur der Großh. Hess. (25.) Div. wurde zum General-Inspekteur der Fußartillerie ernannt.

Mainz. Die städtische Theaterdeputation zur Wahl eines Theaterdirektor» hat sich veranlaßt gesehen, von den 40 Bewerbern 7 in die engere Wahl zu nehmen. Unter den AuSgewählten befinden sich die Herren Peter Liebig, seither Leiter des Hoftheaters in Altenburg, Rainer Simons, früher Theaterdirektor in Mainz, Carl Schröder, seither Direktor des StadttheaterS in Augsburg, Adolf Steinert, Direktor des StadttheaterS in Barmen.

c. Weisenau, 23. Juni. Vor einigen Tagen ging der hiesige Schreiner H., der in Mainz beschäftigt war, über die sog. Esplanade, auf welcher gerade Arbeiter Gras abmähten. Plötzlich stieg ein Schwarm Feld­hühner auf und H. eilte darauf zu, um eines der Tiere zu fangen. Dabei stieß er mit einem Fuß gegen eine im Gras liegende Sense, die das Leder des Stiefels durchschnitt und tief ins Fleisch eindrang. Der Verletzte hinkte nach Hause, dec Fuß schwoll in­zwischen an und als der Arzt gerufen wurde, konstatierte er hochgradige Blutvergiftung. Daran ist der Un­glückliche nunmehr gestorben.

V Vom Main, 23. Juni. In diesem Jahre giebt es außergewöhnlich viele Rebhühner-Nester mit 21 Eiern, ja 23 sind keine Seltenheit.

* Frankfurt a. M, 23. Juni. In der Bendergasse stürzte der 8 Jahre alte Sohn des Arbeiters Ernst Geibel aus dem 3. Stock, ohne sich zu verletzen und Schaden zu nehmen. Schlimmer erging es dem 15 Jahre alten Dienst­mädchen Anna Eiser, dar aus dem Fenster des 3. Stocks eines Hauses in der Eppsteinerstraße einen Teppich aus­schüttelte, dabei das Uebergewicht verlor und herabstürzte. Es erlitt einen Oberschenkclbruch und schwere innere Verletzungen.

F. Offenbach a. M, 23. Juni. (Auch ein Eisenbahn­idyll). In einem Wagen 4. Klasse der Lokalbahn Sachsen- Hausen-Offenbach fand eine fürchterliche Schlägerei statt, so daß die Notleine gezogen und der Zug zum Stehen gebracht werden mußte. Mehrere der Raufbolde waren durch Messer­stiche arg zugerichtet.

v. Arolsen, 22. Juni. Bei der gestrigen Feier der Grundsteinlegung des deutschen Erholungsheims für Lokomotivbeamte zu Hann-Münden waren anwesend die Herren Ministerial-Direktor Wehrmann- Berlin, Eisenbahn-Direktionspräsident Ulrich- Kassel, Geh. Rat Prin nies und Eisenbahn-Direktor Vock- roth-Kassel, Reg.-Rat v. Kunze-Münster, Reg.-Rat Herrmann -Göttingen, Geh.-Rat Wedding -Char­lottenburg, Verbandsvorsitzendec Claus-Leipzig. Die drei üblichen Hammerschläge wurden von folgenden Herren unter eigens dazu gewählten Sprüchen ausge­führt: Minist.-Direktor Wehrmann:Ja, treu erdacht mit Mut vollbracht Gott hab's in Acht". Bürger­meister Weisker-Münden:Dem Staate zur Ehr dem Stande zum Wohl der Stadt zur Zier." Reg.- Rat von Kunze:Der Mann ders kann Voll­dampf voran " Geh.-Rat Pcinnies:Glück zu hier ruh". Verbandsvorfitzender Claus:Mit Gott be- ginns, mit Gott beends." Hieran schlossen sich Weihe­gesänge. Ein Kaiserhoch wurde ausgebracht. Nach der Feier wurde ein gemeinsames Festmahl eingenommen.

Neuem Nachrichten.

Eine neue Marine-Vorlage ist in Sicht, welche nicht nur neue Auslandskreuzer, sondern ein neues Ausland-Geschwader von Linien- schiffen fordere.

Dresden. Wie halbamtlich verlautet, wird im Ministerium ein Erlaß einer allgemeinen Amnestie^ des neuen Königs ausgearbeitet. Die Bekanntgebuna derselben soll aus Gründen der Pietät erst nach Ablauf der Landessteuer erfolgen. König Albert hat letztwillig 1 /- Million Mark Legate für wohlthätige und religiöse Zwecke ausgesetzt.

, Der König von Italien

hat 150 ha Land für 400 000 Dollar im Kohlengebiete von West-Virginia angekauft. DaS betreffende Land soll sehr kohlenreich sein.

* Johannesburg, 24. Juni. Wie es heißt, ist ein Konflikt zwischen Milner und den alten Uitlanders aus­gebrochen. Einzelheiten über die Frage dec Abschaffung der Verfassung haben eine Spaltung der LoyalitätS- Partei hervorgerufen. Die südafrikanische Liga, welche den Jameson-Einfall seinerzeit inszenirte, hat diese Gegen-Agitation ins Werk gesetzt. Milner ist An- Hänger der Abschaffung der Kap-Verfassung, obgleich er bei Beginn des Krieges den Kap-Holländern versprochen hat, daß am Ende des Krieges ihre Lerfassungsrechte nicht verringert würden.

Die Kündigung der Handelsverträge

die österreichische Regierung dem ungarischen Ministerpräsidenten amtlich zur Kenntnis gegeben. Jetzt kann nun Graf Bülow seine Waffe schärfen. Die Unterzeichnung des Dreibundes- Vertrages

idiomatischen Kreisen zu Rom verlautet, ist dieser Woche erfolgen. Die Publika­tion desselben werde zur Vermeidung einer parlamen­tarischen Debatte erst nach Schluß des italienischen Parlaments erfolgen.

soll, wie in bi| bereits im Saul

Marktbericht.

Gieße», 2t. Juni. Aus dem heutigen Wochenmarlt kosteten Butter per Psd. 8090 Ml. Hühnereier ist 67, Enteneier, St 67 Gänsècier 1 St. 1012 Pfg., Käse per St. 57 Pfg., Erbsen per Liter 19 Psg., Linsen per Liter 32 Pfg., tauben per Paar S». 0.80 bi# 1.00, Hühner per Stück Mk. 1.001.50, Hahnen, per Stück 0,031.00, Enten per Stück 2.402.60, Enteneier 67, «ânse «. Psd 0.600.75 Mk., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Psg. Rindfleisch per Psd. 6064 Psg. Schweinefleisch per Pfd. 7080 Psg. Schweine fleisch gesalzen per Pfund 0.84 Psg., Kalbfleisch per Bsund 6670 Psg., Hammelfleisch per Psd. 5070 Pfg., Kartoffeln per Ztr. 3504,00 Mk., Zwiebeln per Zt. Mk. 7.007.50, Milch per Liter 18 Psg.

.------T-----s.--rri-------n---, I IW» Der Gesammta uflage der heutigen Stummer liegt ein Prospekt der Weidh a aS schen Cur-Meth otse bei, auf welchen wir besonders ausmerksam machen. Selbe basirt, im Grunde, nur auf einem Faktor, der leider im Leben allzuwenlg zu Worte kommt, der Vernunft! Diejenigen, die cs angehst sollten nicht versäumen, sich mit dem Cur-InstitutSpiro-Tpera" (Paul Weidhaas) in NicderläSnitz b Dresden in Perbindung zu setzen.

Unregelmäßigkeiten

beim Zustellen der Zeitungen bitten wir sofort direkt uns melden zu wollen.

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Abonnements Linlâ-ttng.

UnserGlück auf", welches wir bei unserer Geschäfts-Uebernahme am 1. Juni a. c. unseren gesch. Abonnenten, Inserenten, Leserinnen und Lesern, wie auch allen Freunden und Gönnern der

Gießener Neueste Nachrichten"

zuriefen und seit dieser Zeit dieser Herzenswunsch all unsere täglichen Nummern auf ihren Wanderungen begleiten, hat in allen Bevölkerungskreisen den erwarteten Widerhall gefunden. Es gereicht uns heute zur freudigen Genugthuung, konstatieren zu können, daß man unsere Zeitung mit Interesse verfolgt und sie durch Inseraten- und Abonnements-Austräge wie auch sonst redaktionell unterstützt, wofür hiermit allen unseren verbindluhsten Dank.

War uns ferner nicht minder wichtig ist, ist die uns aus dem Publikum heraus gewordene Anerkennung, daß man mit unserer Schristleitung gutrteoen und damit haben wir abermals gesehen, daß der Wunsch:die Zeitung sie möge und soll der Stadt Gießen und seiner Umgebung "Ya bleiben" ein berechtigter ist. Die aufstrebende Industrie, der zunehmende Handel und Verkehr der Stadt und die rührige Landwirrschast im Uwkreiè ersoiwe , daß «ne zweite Zeitung, welche er mit dem allgemeinen Wohl, mit dem Aufblühen unserer Stadt wie mit dem uational-wirtschaftlichen Auffchwnug . * deutschen Bölkes wohl meint, kurz, die eine beredte Stimme der ganzen Einwohnerschaft unseres großen Verbreitungsbezirkes sein soll und wer , ein unbedingtes Erfordernis ist. , .

8ur die allgemeinen Interessen einjutreten, die Bekämpfung aller Sonderintereffen, dem Handwerker und Mittelstand wie auch er ar- dtlteude« «evü kerung neben Anerkennung der Verdienste unserer hohen und höchsten Stände wollen wir mit geradem Auge ohne nach rechts und nach tun-

Utl^it! Unterstützung widmen. Das im vollen Maße zu ermöglichen, dazu bedürfen wir aber auch der thatkräftigsten Unterstützung aller uns 8 und Gönner aus allen «reifen. Am besten kann uns das neben der redaktionellen Mitarbeit und Berichterstattung werden, daß man uns Abouucmeuts- uno Juserateuaustrage bci allen Gelegenheiten zuweist oder empfiehlt.

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