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bei Shelby eine 250 Fuß lange, 75 Fußbreite Holz­brücke zusammen, als gerade ein Personen­zug hinüberfuhr. Der Lokomotivführer merkte, daß die Brücke nachgab. Er fuhr infolge dessen mit Volldampf hinüber, so daß fast der ganze Zug hinüberkam und nur ein Personenwagen und vier Güterwagen zertrümmert wurden. Ein Passagier wurde getötet, vier schwer verletzt.

Neue Schreckensnachrichten aus Martinique.

Der Fluß bei Basse Pointe ist plötzlich dermaßen ge­stiegen, daß dreißig Häuser weggeschwemmt wurden. Der Mont Pelv, aus dem dicke Rauchwolken aufsteigen, wirft Asche über den ganzen nördlichen Teil der Insel aur. Es sind dort zahlreiche Oeffnungen entstanden, aus denen Dämpfe ausströmen. Mehrere Bäche sind mit kochend heißem Wasser gefüllt.

* Die letzten Lebenszeich en von St. Pierre sind die Aufzeichnungen des Telegraphisten von Fort de France, welcher am 8 Mai, am Tage der Katastrophe auf Martinique, den Dienst mit St. Pierre versah. Das Document beginnt:Sieben Uhr, wir eröffnen den Dienst mit den üblichen Worten :Bonjour, Messieurs. Sieben Uhr fünf, St. Pierre übermittelt ein Diensttelegramm und sodann die Nachricht, daß die Kommission, welche die vulkanischen Erscheinungen studiert, erklärte, die bisherigen Erscheinungen seien nicht anormal. Sieben Uhr siebenundfünfzig Minuten ersuchen wir St. Pierre, ein an die Kabelkompagnie adressiertes Packet zu reklamieren. St. Pierre ant­wortet:Wird geschehen". Sieben Uhr neunundfünfzig! Auf meinen Anruf antwortet mein Kollege in St. Pierce mit dem Signalg" (Marchez!" Acht Uhr eine Minute . . verlangen von St. Pierre um Bestätigung eines Satzes

der früheren Depesche. Wir warten auf Antwort- Acht Uhr zwei hören wir in unserem Apparat ein kurzes Rollen, dann nichts mehr. Das letzte Signal nachdem hat folgende Form: f.....

* Beim Baden getötet! Ein Unfall, der in dieser Art äußerst selten ist, hat sich in der Türkschen Schwimmanstalt zu Potsdam vor dem Berliner Thor zugetragen. Dort sprangen Militärschüler vom Sprung­brett einer nach dem Anderen in das Schwimmbecken. Dabei hielt einer nicht den nötigen Abstand ein und traf den vorher Abgesprungenen so unglücklich in den Nacken, daß ein Bruch der Wirbelsäule und sofortiger Tod erfolgte.

* Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. In der englischen ZeitschriftFamily Herald" lieft man folgende Anek­dote: Der einzige Mensch, der je dem großen Cecil Rhodesüber war", scheint ein kleiner Schreiber gewesen zu sein, der vor einer Reihe von Jahren bei einer Behörde von Johannesburg angestellt war. C. Rhodes, der damalige Premierminister vom Kop, war gezwungen, sich in irgend einer Angelegenheit an diesen Schreiber zu wenden. Er fand den Warteraum mit Menschen angefüllt, und auch ihm wurde angedeutet, in Reih und Glied mit den anderen zu warten. Dies behagte jedoch demafrikanischen Napoleon" nicht, denn er war weder in Europa noch in Afrika des Wartens gewohnt.Bitte, bedienen Sie mich sofort!" rief er dem Kleinen ungeduldig zu,ich habe nicht Zeit, hier lange zu warten."Immer nach der Reihe, nach der Reihe", mahnte der Schreiber.Hören Sie mal", brach da C. Rhodes los,wissen Sie denn nicht, wen Sie vor sich haben?! Ich bin Cecil Rhodes!"Das

weiß ich wohl", kam es in stoischer Ruhe zurück,aber das ändert an der Sache nichts. Sie müssen eben auch warten, bis Sie daran sind!" Da ward aber der große Mann zornig.Wenn Sie in Kapstadt wären," rief er außer sich,ich ließe Sie auf der Stelle verab­schieden!"Natürlich, ich hörte schon, daß Leute dort um Amt und Brot kommen, weil sie ihre Schuldig, feit thaten", entgegnete der Beamte in der gleichen unerschütterlichen Ruhe wie vorher,wir sind aber hier nicht in Kapstadt, das ist hier eine Republik." Und der mächtigste Mani: eines ganzen Erdteils muß warten, bis die vor ihm Angekommenen expediert waren.

* Der bayrische Generalshut, ein mächtiger feder­geschmückter Zivetspitz, verschwindet nun auch und macht dem Federbuschhelme der preußischen Generale Platz, wie schon der bayerische Raupenhelm der preußi­schen Pickelhaube hat weichen müssen. Jüngst beim Einzuge der Fürstlichkeiten in Nürnberg hat bereits der Kaiser, der die bayrische Generalsuniform angelegt hatte, dazu den Federbuschhelm getragen, und Nach­mittags sah man auch schon den bayrischen Prinzen Leopold in derselben Kopfbedeckung.

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= Der noch aktive Professor für geschichtliche Medizin und Toxikologie an der Berner Universität Dr. Karl Emmert vollendete kürzlich in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit sein 90. Lebensjahr. Die juristische Fakultät der Universität Bern hat aus diesem Anlasse den ältesten aktiven Gerichtspatyo» logen der Welt zu ihrem Ehrendoktor ernannt.

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Höchste Temperatur am 21.22. Juni = 20,6° C.

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