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Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der städtische Friedhof in der Zeit vom 16. August bis 15. Oktober von Morgens 6 Uhr bis Abends 8 Uhr geöffnet bleibt, und daß die auf dem Friedhof verweilenden eine Vier­telstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glocken­zeichen anfmerksam gemacht werden.

Gießen, am 16. August 1902.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Bekanntmachung.

Nachdem die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer Sitzung vom 15. Mai l. I. die Einführung der sogen. Formadehhddesinfektion beschlossen hat, sind nunmehr die dazu erforderlichen Apparate angeschafft und eine Desin­fektionskolonne in deren sachgemäßen Handhabung ausgebildet worden. Die Formaldehyd-Desinfektion besitzt gegenüber der bisher hier gebräuchlichen Desinfektionsmethode den großen Vorteil, daß die zu desinfizierenden Zimmer nicht geräumt zu werden brauchen, daß die Desinfektion im Verlauf von wenigen Stunden beendigt ist und schädliche Wirkungen auf Tapeten, Möbel und Stoffe nahezu garnicht ausübt.

Menn es auch nach wie vor dringend geboten scheint, Bettteile, Wäsche und Kleidungsstücke in dem auf den neuen Kliniken zur Verfügung stehenden Dampsdesinfektionsapparat reinigen zu lassen, so ist die Formaldehyd-Desinfektion doch vorzüglich geei gnet zur Durchführung einer wirksamen und doch ungefäy rlichen Wohnungsdesinfektion.

Amtlicher Teil.

Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis bringen, fordern wir die Einwohner unserer Stadt auf, in allen Fällen ansteckender Krankheiten, (Typhus, Scharlach, Diphteritis, ganz besonders aber auch Tuberkulose jeder Art), wenn Krankever­storben oder aus die Klinik gebracht worden sind oder ihre Wohnung gewechselt haben, dem Stadtbauamt alsbald An­zeige zu machen und die Vornahme der Desinfektion zu be­gehren. Die zu entrichtenden Gebühren sind aus der gleich­zeitig veröffentlichten Gebührenordnung vom 2. Mai 1896 zu ersehen.

Gießen, am 12. August 1902.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Betreffend : Die Wohnungsdesinfektion in der Stadt Gießen.

Gebühren Sätze

für die durch die städtischen Desinfektoren besorgte Wohuungtzdes infektion und für die Desinfektion von beweglichen Sachen in dem klinischen Des­infektions-Apparat.

Die Gebühren, welche von den zur 1. Abteilung der Einkommensteuer Eingeschätzten (Einkommen über 2600 Mk.) zu entrichten sind, betragen mit Wirkung vom 1. April d.J. ab: A. Für die Desinfektion der Wohnungen: 1 Mk. für die Stunde der darauf von jedem Desinfektor ver­wendeten Zeit.

B. Für die Desinfektion von beweglichen Sachen in dem klinischen Desinfektions-Apparat:

a. für die Thätigkeit der Desinfektoren einschließlich der Abholung und Rücklieferung der Sachen, je nachdem

eine, zwei oder drei Abteilungen des Apparates be-1 nutzt werden, 3, 4 oder 6 Mk.

b. für die Benutzung des Apparates selbst, je nachdem I eine, zwei oder drei Abteilungen benutzt werden, 4, 5 oder 6 Mk.

Für Sachen, welche, wie einzelne Kleidungsstücke, nicht einmal eine Abteilung des Apparates ausfüllen, 2M.

Die in den Klassen 6 bis 10 der II. Abteilung der Einkommensteuer (Einkommen von 1300 bis 2600 Mk.) Ein- | geschätzten haben nur die Hälfte der vorstehenden Gebühre 11 zu entrichten, während von den mit weniger als 1300 Ml. ' Einkommen oder gar nicht Besteuerten Gebühren überhaupt nicht erhoben werden. |

Für Gebührenpflichtige, denen in Folge von UngluckS, Krankheits- oder Sterbefällen die Entrichtung der Gebühren besonders schwer fallen würde, können auf deren Antrag dik Gebühren weiterhin ganz oder teilweise erlassen werden. - Die Befreiung von Gebühren hat nicht den Charakter einer Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln.

Die Gebühren sind auf Anfordern an die Stadtkaß zu entrichten.

Gießen, den 2. Mai 1896.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

____________G n a u t b

Bekanntmachung.

Das Wasser des StadtbacheS wird vom 23. L Mir ab aus die Dauer von etwa 3 Wochen von morgens 6 Uhr bis abends 6 Uhr abgestellt.

Gießen, 21. August 1902.

Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Mecum.

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