Nr. 141.
Drittes Blatt.
Samstag, den 21. Juni 1902.
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«bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Psg-, r« Sand gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel- , jährlich Mk. 1.50.
»ralisbetlage« : Qberhessische ffamtllenzeltnag «täglich) Cbetheffif*« Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft nnd lgartenbau, sowie die Gießener Letfenblase» wöchentlich). DaS Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.
Gießener
11. Jahrgang.
JnserttonSvreiS : Die einspaltige Petit,eile für Gießen wie, ganz Oberbesjen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Psg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Psg.
Postzeitungsliste No. 3032.
Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28.
Quelle Aachrichten
(Gießener Hageötatt)
Unabhängige Tageszeitung
(Gießener Zeitung)
für Ober-effen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung
Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, Dorrn. Wilh. Kellcr'sche Buchdruckerei, lgcgr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.
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♦ Seligellstadt, 19. Juni. Ein ziemlich gut gekleideter Fremder erschien heute Vormittag mit einem ßandkofferchen im hiesigen Amtsgerichtsgebäude und forderte auf Grund einer vorgezeigten Urkunde die sofortige Auszahlung von 200 Mark, die er zur Flucht nur dem morgen Abend präzis 9 Uhr eintretenden Weltuntergang benützen wollte. Die präsentierte Ucfunbe erwies sich als ein altes Frachtbriefformular. Die Gendarmerie nahm sich des offenbar Geisteskranken an und cskotierte ihn nach seiner unterfränkischen
□ Hanau, 19. Juni. Der 52 Jahre alte Landwirt Heinrich Altmannsperger in den benachbarten Bruchböbel hat sich eines Vergehens gegen ein Dienst- wiidchen schuldig gemacht. Aus Furcht vor Strafe machte er gestern einen Selbstmordversuch durch Er- , hängen. Er wurde aber noch rechtzeitig abgeschnitten und wieder ins Leben zurückgerufen.
* Windcckcn. Aus Lebensüberdruß ertränkte sich in dec Nidda der 87 jährige Auszügler und Zimmermann I. Ph. Schneider von hier.
* * Darmstadt, 21. Juni. Heute hat sich unser Landes- firft nach London zu den Krönung sfeierlichleiten begeben.
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Der berühmte Anatom Geh. Rat Professor von «öl liker in Würzburg wurde auf Ansuchen wegen seines hohen Alters von der Verpflichtung zum Ab- halten von Vorlesungen entbunden. — Die neun fieußi sch en Universitäten und die Akademie zu Münster werden im Sommerhalbjahr 1902 von insgesamt 17880 Studierenden besucht. Obenan steht
Berlin mit 5676; es folgen Bonn mit 2091, Breslau mit 1827, Halle mit 1727, Göttingen mit 1371, Marburg mit 1362, Kiel mit 1156, Königsberg mit 968, Münster mit 877, Greifswald mit 825 Kommilitonen. Von den 4 Fakultäten ist am stärksten die philosophische (7669); dann reihen sich an: die juristische mit 5053, die medizinische mit 2928 und die theologische mit 2230 Studierenden. Von den Theologen sind 1289 evangelisch, 941 katholisch. An den Universitäten Preußens studieren gegenwärtig 657 Frauen, die hier überall nur als Gastzuhöcerinnen, nicht als immatrikulierte Studentinnen zugelassen sind. Die Zahl der an den Universitäten studierenden Ausländer ist 1140. Die Zahl der Hospitanten und Hörberechtigten beträgt 6256; in Berlin allein 5460. Das Lyceum zu Braunsberg, das nur eine theologische und eine philosophische Fakultät hat, ist dabei außer Betracht gelassen. — Der Professor der Philosophie Wilhelm Windelbrand in Straßburg erhielt eine Berufung nach Tübingen. — Die Leipziger Handelshochschule wurde im verflossenen Studienjahr von 469 immatrikulierten Studierenden besucht.
Die Gesamtzahl der Hörer an der Technischen Hochschule in Aachen beträgt in diesem Semester 717 gegen 709 im Winterhalbjahr und zwar 563 Studierende, 188 Hospitanten und 16 sonstige Hörer. Der Nationalität nach sind von den 691 Studierenden und Hospitanten 547 Deutsche; unter den Ausländern sind 52 Holländer. — Götting en: Die Zahl der immatrikulierten Studierenden an unserer Universität beträgt in diesem Semester 1371, wozu noch 85 Hörer (darunter 38 Damen) kommen, sodaß die Gesamtzahl der zum Hören von Vorlesungen Berechtigten 1456 beträgt. Von den Immatrikulierten
sind 585 Hannoveraner, 394 andere Preußen, 302 gehören den übrigen deutschen Staaten an. Die Universität Bern zählt im laufenden Sommersemester 1179 immatrikulierte Studierende, darunter 348 Studentinnen. Der Nationalität nach sind 637 Studierende Schweizer und 542 Ausländer. Unter den letzteren überwiegen die Russen mit 402, von welchen mehr als die Hälfte nämlich 291 Studentinnen sind. Diese russischen Studentinnen sind zumeist bei dec medizinischen Fakultät eingeschrieben, wo ihre Zahl die Ziffer 256 erreicht. Sie machen hier wieder- um mehr als die Hälfte aller Medizin Studierenden aus, deren Gesamtzahl 455 beträgt.
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