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vor geistiger Um. ite Beamtentochter Herzog übernahm 14 in Bingen statt« Mittelrheinischen hiesigen Landgericht leunergesellschast ab» Hannover, der vor lubt worden ist, vor- jefteöte 6-7 jährige Kind gibt an, seine rbe es Elsa genannt, age und zu der eS berufsgenossenschast ichts, welches der i zu Weisenau er- »richt, Berufung an Beimmangen hält r eine Truppen-

jlrtÈut Retzloff aus Berlin mit schweren Wunden im St an Armen und Beinen aufgcfunden. Da nach dm Angaben des Bruders des Gefundenen aus den Ridern des Letzteren 300 Mk. fehlen, so hegt derVer- dacht eines Verbrechens vor.

•VII Deutscher Stenographentag Ga- Kelsberaer In den Tagen vom 2. bis 6. August wird in Berlin in den Räumen der „Philharmonie" der VII. außerordentliche Deutsche Stenographentag Gabelsberaer stattfinden. Wahrend sonst derartige Stenoaravbmtage der Schule Gabelsberg nur alle fünf Äre abaehält-n wurden, beschloß der letzte Stenogra- >m?ntnn in Dresden im Juli 1900 einen anßerordent- L Ä 3-6« 1»2 ei Mu berufen und diesem folgende zwei Punkte zur Bc- Älußfassung zu überweisen: System-Revifion, Festlegung her Bundcssatzungen und Neuorganisation des Bundes, lur Vorberatung der Systemrevision wurde eine befünbere, aus 12 hervorragenden Kennern des Systems bestehende Commissson eingesetzt, die in mehreren, in München, Dresden und Berlin abgehaltenen Sitzungen das gesammte System einer Durchsicht unterzogen hat und ihre Vorschläge der Schule vor Kurzem unterbreitet hat. Die Neuorganisation des Bundes ist nothwendig durch das bedeutende Anwachsen der Schule Gabelsberger. Diese zählt z. Zt. rund 1850 Vereine mit über 85 000 Mitgliedern und unterrichtete im letzten Zähljahre etwa 80000 Personen. Die gesammte Organisationsarbeit lag bisher in den Händen eines Bundesvorsitzenden; in Zukunft sollen sich mehrere Personen in die Arbeit tei­len und liegen hierfür die verschiedenen Anträge vor.

* Es ist nur das künstliche!" Vom kürzlich ver­storbenen Bibliothekar des Ministeriums des Innern Max Gritzn er, dem bekannten Heraldiker, erzählt die „Voss. Kg.": Nach einer Sitzung des Berliner Geschichtsvereins fiel er bei dem Verlassen des Rathauses bei Glatteis. Es gab einen Krach, und seine Begleiter hoben ihn erschrocken auf. „Kinder," sagte Gritzner, „beruhigt Tuch, es ist nur das künstliche; ich schicke dem Magistrat eine Rechnung. Man brachte ihn in einer Droschke nach seiner Villa in Steglitz. Er schickte dem Magistrat eine Rechnung über ein neues Bein und die Droschke, und dieser bezahlte prompt, denn eS war nicht gestreut worden.

Lemberg, 17. Juli. In Gaje kam es zwischen Streikenden und Arbeitswilligen Feldarbeitern zu einem blutigen Kampf. In Jaworzni sind tausend Bergleute in den Streik eingetreten.

Schwere Sittlichkeitsv er brechen sind in dec letzten Zeit in Budapest verübt worden.^ Mehrfach wurden kleine Mädchen im Alter von 6—8 Jahren von Fraucns-Personen in Häuser gelockt und dort rohen Burschen, die angeblich dec guten Gesellschaft angehören, überantwortet.

* Brüssel, 17. Juli. In der Vorstadt St. Gilles ist eine große Feuersbrunst ausgebrochen, welche noch fort­während an Ausdehnung zunimmt. Vier Fabrikgebäude sind bereits total ausgebrannt. Fünf Feuerwehrleute stürzten in­folge Zusammenbruchs einer hohen Leiter in die Tiefe. Drei erlitten schwere Verletzungen.

* Paris, 17. Jui. In St. Etienne ging gestern ein furchtbares Unweter nieder, wobei mehrere Häuser durch Blitzschlag schwer beschädigt wurden. Ebenso schlug der Blitz in drei Wagen der elektrischen Straßenbahn ohne jedoch deren Insassen zu verletzen. Infolge des mit dem Unwetter verbundenen starken Regengusses entstand eine Ueberschwemmung, wobei 4 Personen ums Leben kamen.

* Paris, 17 Juli. Im HaftN von Rochefort ereignete sich ein Zwischenfall, welcher wahrscheinlich diplomatische Folgen haben wird. Eine Anzahl Hafenarbeiter erstürmten einen englischen Dampfer und warfen einen Arbeiter des Dampfers über Bord während sie die übrige Besatzung aus­plünderten. Der Kapitän des Dampfers beabsichtigt bei dem englischen General-Konsul hiergegen Protest einzulegen.

* Depeschen aus Coruna melden, daß die

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Ladysmith m' )e Lager^ Du«

It^on^l”1 3^' Drier unrettbar verloren ist. Ein letzter Versucht den

hon W}W Dampfer meereinwäcts zu bugsiren, mißiang. Die

Plünderung der wertvollen Ladung durch die Strand- Ääi Bewohner dauert fort.

daß der Milano, 17. Juli. Eine seidenspinnende Bergamo

M ist. ®n 'st vollständig niedergebcannt. Hundert Arbeiter sind OrbenSa^ brotlos.

us h^rn# * Zur Ermordung Dr. Ordensteins. Die große Gemeinde der Deutschen in Paris ist, so schreibt die »Frlf. Ztg.", von einer tiefen und aufrichtigen Trauer Heim- grsucht worden durch die Ermordung deS Dr. Ordenstein,

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ihre- bekanntesten und beliebtesten Arztes. Er war seit mehr als 30 Jahren ihr freundlicher und stets wohlwollender Helfer, immer das Modell eines deutschen praktischen ArzteS. Ordenstein hatte seine medizinischen Studien in der hessischen Heimat begonnen und dann Mitte der sechziger Jahre in Paris vollendet, wohin ihn besonders der Ruhm Charcots zog. Die Franzosen, die ihm nahe traten, gewann er durch liebenswürdige Aufklärung und eS ist nicht zuletzt ein Ersolg seiner stillen Wirksamkeit, wenn der Zug des französischen Publikums nach den deutschen Bädern schließlich wieder leb­hafter geworden ist, als man nach dem Abbruch alles Ver­kehrs infolge des Krieges hoffen konnte; so hat der Todte auch eine geräuschlose politische Mission erfüllt. Das tragische Ende OrdensteinS ist noch nicht ganz aufgeklärt. Der Mörder ist ein 25jähriger, schmächtiger, dunkler Mann, Namen Chabaneix. Derselbe gestand seine Tyat vor dem Untersuchungsrichter unumwunden zu, lehnt aber jede Aus­kunft über seinen Beweggrund ab. Er behauptet, nach der That selbst die Notleine des Eisenbahncoupees gezogen zu haben, da ihm die Absicht, Ordenstein zu berauben, fernge- legen habe; er erklärte: „Ich werde nie sagen, warum ich die That beging, selbst wenn ich das Schaffot besteigen muß." Wahrscheinlich handelt es sich um die That eines Neurast­henikers, der unzufrieden mit sich und der Welt, einer Ein­gebung des Augenblicks folgend, in die Straße hinablief, um den ersten besten, wohlhabend aussehenden Menschen zu er­morden. Ordenstein, der die meiste Zeit bei vollem Bewußt­sein war, stellte entschieden in Abrede, seinen Mörder jemals gekannt oder vorher gesehen zu haben. Die Untersuchung hat er ergeben, daß der Mörder im Eisenbahncoupeb einen Briefumschlag hatte fallen lassen mit einer fingirten San Franziscoer Adresse. Er wollte, falls seine Flucht gelungen wäre, die Meinung hinterlassen, daß der Mörder ein Ameri­kaner sei. In der Wohnung des Mörders wurde eine ganze Sammlung von neuen Küchenmessern gefunden. Die von der Untersuchung zu Tage gesörderten Eigenheiten bestätigen immer mehr, daß die Annahme eines Racheaktes un­richtig ist und daß ein ungeschickt ausgeführter Raubmord­versuch vorliegt. — Dr. Ordenstein hat inGießenstudirt.

Der Bankprozetz zu Leipzig.

(Fortsetzung aus dem 2. Blatt.)

Hierauf bespricht der Staatsanwalt die einzelnen Transaktionen, wie sie in den Verhandlungen dargestellt worden sind. Die Geschäfte sind alle auf jene Unter­redung zurückzuführen, die Exner 1899 bei einem vier­tägigen Aufenthalt in Kassel mit Schmidt hatte. Da wurde die Parole gegeben: Herunter mit dec Schuld Kassels bei der Bank! Und nun wurden die entsprechen­den Buchungen vorgenommen, gegen die als solche nichts einzuwenden ist, deren Tendenz aber ungesetzlich war. Im Januar 1900 schreibt Schmidt, daß man suchen müsse, seinen Zweck zu erreichen, ohne sich dem Vorwurf der Verschleierung auszusetzen. — Meine Herren! Wenn zwei Leute, wie Exner und Schmidt, sich so ausdrücken, dann sind sie sich sehr wohl bewußt, daß ihre Pläne ohne Verletzung des Gesetzes nicht realisiert werden konnten. Es war nur unvorsichtig von Schmidt, das alles in Briefen zu sagen. Exner war in dieser Beziehung viel mehr auf seiner Hut.

Mit den Wechseln arbeitete man 1901 genau so, wie im Vorjahre. Der einzige Unterschied war, daß dec Gesamtbetrag ein höherer war; er betrug 16 Mill. Durch alle Schiebungen hatte man für 1900 den Erfolg gesichert, daß Kassel 5 Millionen Kreditoren in den Büchern hatte, während es in Wirklichkeit 25 Mill, waren. Wäre dieses Obligo bekannt geworden, dann wäre damals schon der gefürchtete Ruin auf die Kasse der Bank eingetreten, dann wäre die Katastrophe schon damals unvermeidlich gewesen. Das Separatvorschuß- konto und das Solidarvorschußkonto setzten den Tanz fort. Dec Erfinder dieser schönen Konten war Schmidt.

Das 22 Millionengeschäft erklärt der Staatsanwalt für den raffinirtesten Schwindel, den die Angeklagten in Szene gesetzt haben. Die Bank hatte von den Ge­schäften keinen Vorteil, sie tauschte sofort einklagbare Forderungen gegen solche aus, die erst 1916 zu begleichen waren. Man hatte es hier mit einem glatten Schein­geschäft, zu dem ein wirtschaftlicher Beweggrund nickt vorlag, zu thun. Darüber waren sich Exner und Schmidt klar. Der Kasseler Aufsichtsrath ist getäuscht worden. Daher sträubten sich die Herren zuerst gegen die Ueber­nahme der Schuld. Gentzsch hat um dieses Geschäft gewußt.

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»Der Vorwurf, den ich gegen die Angeklagten erhebe, ist der, daß sie den Geist der Buchungen total in Ver­wirrung gebracht haben. Man konnte den VermögenSzustand der Bank nicht erkennen Eintragungen in die Bücher waren sehr häufig wohl formell korrekt, aber nicht materiell gerecht­fertigt. Inkorrektheiten haben sich die Angeklagten nicht zu schulden kommen lasten, dazu waren sie viel zu klug. Meine Herren, Sie werden auf den Geist der Buchungen eingehen, darauf, aus welchen Gründen sie vorgenommen worden sind. Die Angeklagten haben sich gegen den § 239 der Konkurs­ordnung vergangen. Wenn auch die Buchungen korrekt waren, die Geschäfte aber, die ihnen zu Grunde lagen, waren inkorrekt und straffällig."

Zum Schluß läßt der Staatsanwalt den Ge-

schworenen noch eine kleine Rechtsbelehrung ;

werden. Die Merkmale des betrügerischen Bankc_____ seien in der Handlungsweise der Angeklagten Exner und Gentzsch gegeben.

Nach 6 stündigem Plaidohers schloß die Ver­handlung für den 1. Tag und wurde auf den folgenden vertagt.

iu Teil erotteS

Neueste Nachrichten.

fi hristiania, 18. Juli. König Oskar empfing gestern Waldeck-Rousseau und verlieh ihm das Groß- treug dos Olaf-Ordens. Waldeck-Rousseau war alsdann zum Frühstück beim Könige geladen.

London, 18. Juli. In dem gestrigen Ministerrat, welcher über eine Stunde dauerte, waren alle Minister außer Cadohan, Vizekönig von Irland anwesend. Der letztere hat seinen Abschied nachgesucht, welchen der König bewilligt hat.

Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinde.

8. Sonntag nach Trinita t iö, den 20. Juli. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten auS der Matthäusgemeinde.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Vogt.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrassistent Vogt.

Nächsten Sonntag, den 27. Juli, Vormittags 10.15 Uhr findet auS Anlaß des Verbandsfestes des Mittelrheinischen Verbandes ev. Arbeitervereine Festgottesdtenst in der Stadtkirche statt.

Sonntag, den 20. Juli: JahreSfest deS Gießener Zweig­vereins der Gustav-Adolfstiftung zu Allendorf a. d. Lumda. Vormittags 10.30 Uhr hält die Festpredigt Herr Dekan Wagner aus Grünberg, den Bericht erstattet Herr Professor D. Stamm auS Gießen. Im Nachmittagsgottesdienst um 3 Uhr predigt Herr Pfarrer Glück aus Heuchelheim. Alle Freunde der Gustav-Adolfsache werden zu dieser Feier herzlich eingeladen.

I« der Johanneskirche.

Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche.

Vormittags 9.30 Uhr: Repedant Becker.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die LukaS- gemeinde. Pfarrer Euler.

Katholische Gemeinde.

Samstag, 19. Juli.

Nachmittags um 5 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte.

Sonntag, den 20. Juli. 9. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 6.30 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

8 Uhr:

7 Uhr: Die erste Heil. Messe,

vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion.

Die zweite heil. Messe.

„ „ 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags 2.30 Uhr: Sakramentalische Bruderschafs-Andacht.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.

In der Synagoge, Südanlage.

Samstag, den 12 Juli.

Vorabend 7,45 Uhr. Morgens 8,30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr:

Schrifterklärung. Sabbathausgang 9,25 Uhr.

Eingesandt.

Jeden Morgen, wenn ich von der Bahnhofstraße durch die Löwengasse nach dem Seltersweg gehe, wundere ich mich über das Häuschen, das beim Eingang zu Teufels Lustgärtchen in die Löwengasse hineinragt. Es sah mir schon immer aus wie der richtige Sturm­bock gegen Fuhrwerke usw. Als ich mich jüngst ein­mal erkundigte, ob denn an dieser Stelle noch nichts passiert sei, wurde mir gesagt, der Verputz des Hauses würde alle Augenblicke einmal abgefahren. Der Be­sitzer sei auch bereits zweimal bei dem Stadtoberhaupte vorstellig geworden und habe um Abhülfe gebeten. Bis jetzt sei aber noch nichts erfolgt. Es wäre doch eigentlich ganz in der Ordnung, daß man sich städt- ischerseits einmal um diesen Mißstand kümmerte.

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