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gestärkt hatten, wurden einige muntere Weisen geschmettert und nachher Ruine und Kirche besichtigt. Letztere erregte allgemeine Bewunderung durch die aus dem 17. Jahr­hundert kunstvoll gehaltene Stuckarbeit, auch hatte man von der Ruine eine sehr schöne Aussicht in das romantische Dill­thal. Der Abstieg wurde über Feilbach nach Herborn ge­nommen, reiche Abwechselung an Naturschönheiten bot sich dem Auge; so ging« weiter durch wogende Felder und grünen Buchenwald bei schönstem Wetter, bis wir gegen 4 Uhr Herborn erreichten. Bei Gastwirt Metzler wurde Einkehr gehalten und nach dem folgte ein Rundgang durch die Stadt. Zum Abendessen fanden sich die Sänger wieder bei Metzler ein, wo noch einige Stunden bei bester Stimm­ung verweilt wurde, bis uns der Zug 10 38 Uhr der Heimat zuführte. Der Ausflug wird allen Teilnehmern in schöner Erinnerung bleiben.

* Das Abkommen zum Schutze der landwirt­schaftlich nützlichen Vögel weist auf der Liste als nützliche Vögel folgende Namen auf:

Nacht-Raubvögel: Stein- und Zwergkäuze, Sperber­eulen, Nachteulen oder Waldkäuze, die gewöhnliche Schleiereule, die kleine Ohreulc; Kletterer: Spechte, alle Arten; Klettervögel: die Blauracke, Bieneufresser; gewöhnliche Sperlingsvögel: der Wiedehopf, Baum­läufer, Mauerläufer, Blauspechte, Mauersegler, Ziegen­melker, Nachtigallen, Blaukehlchen, Rotschwänzchen; Rotkehlchen, Schmatzer, Braunellen; Grasmücken aller Art, wie gewöhnliche Grasmücken, Zaungcasmücken, Gartenlaubvögel, Rohrsänger, Schiifsänger, Busch­rohrdrossel; Cisticolen; Goldhähnchen, Laubvögel und Zaunkönige, Meisen aller Art, Fliegenfänger, Schwalben aller Arten, weiße und gelbe Bach­stelzen, Pieper, Kreuzsckuäbel, Goldammern und Kibitze; Distelfinken und Zeisige; gewöhnliche Stare und Hirtenstarc; Stelzenläufcr: schwarze und weiße Störche.

Die Liste der schädlichen Vögel lautet;

Tag-Raubvögel: den Lämmergeier, Adler aller Arten, Seeadler aller Arten, Flußadler, Gabelweihe, Schwalbenweihe; von Falken: Gierfalken, Wander­falken, Baumfalken, Lerchenfalken aller Arten mit Ausnahme der Rotfußfaiken, Turmfalken und Rötel- falken, den Hühnerhabicht, Sperber, Weihen ; Nacht- Raubvögel: der Uhu; gewöhnliche Sperlingsvögel: der Kolkrabe, die Elster, der Eichelhäher; Stelzen­läufer : graue und Purpur-Reiher, Rohrdommeln und Nachtweihcn; Schwimmvögel: Pelikane, Kormorane, Sägetaucher- und Meertaucher.

— * Die Eisenbahnverwaltung zog in Erwägung, ob es nicht besser wäre, an verkehrsreichen Tagen die Bahnsteige für Nichtreifende zu sperren, weil in der Reisezeit sich sehr oft eine Ueberfüllung der Bahnhöfe durch die Angehörigen der Abrëisenden be­merkbar machte.

X Hessische Handwerkskammer. Am Samstag den 28. Juni, vormittags tritt der Ausschuß der Deutschen Handwerkskammern Berlin, Breslau, Darmstadt, Dort­mund, Dresden, Hannover, Lübeck und München in Eisenach zu einer Sitzung zusammen.

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ât. Trais-Horloff, t8. Juni. Seit gestern Abend 8 Uhr steht ein Teil der Grube „Fried ri ch" (Briquettsfabrik) in Flammen Das Feuer, welches im Preßhause entstand, verbreitete sich mit großer Schnellig­keit auf das Ofenhaus und Mühlwerk. Ebenso ist ein Briquettlager in Brand geraten. Weithin sah man gestern Abend den Feuerschein und hörte auf größere Entfernungen das Zischen der Flammen. Bedauerlicher Weise sind zirka 12 Arbeiter durch Brand­wunden mehr oder weniger geschädigt. Für 6 davon soll im Krankenhaus Hungen Unterkunft beschafft werden, während einer mit dem letzten von Gelnhausen in Gießen eintreffenden Zug (10,30) noch gestern Abend in die Klinik gebracht wurde. Dieser hat schwere Brandwunden am Kopf, Gesicht, Armen und Händen davon getragen. Aus den der Fabrik nahe­liegenden Gebäude, wurde die Habe der Bewohner auSgeräumt. Es waren in den ersten 2 Stunden etwa 7 Feuerwehren zur Löscharbeit herbeigeeilt. Ueber die Ursache des Feuers ergeht man sich in Ver­mutungen. Leute, die zur Zeit des Feuerausbruchs auf dem Felde beschäftigt waren, sagten, sie hätten einen explosionsartigen Schlag gehört, und es sei darauf sofort eine hohe Feuergarbe aus dem Preßhaus sichtbar geworden, was vielleicht durch die Explosions- netgung des feinen Kohlenstaubes leicht erklärt werden kann. Die Maschine war während des Feuers noch in Thätigkeit und man befürchtete gestern abend, da das Maschinenhaus unzugänglich war, eine Ex­plosion.

pb. Lich, 17. Juui. Fünf Mitgliedern der frci- willigen Feuerwehr, den Herren Christian Vater, Heinrich Vater, Louis Scherf, Karl L o tz und Paul K ä ch l e r wurde vom Großherzog das E h r e n z e i ch e n für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren verliehen.

* Marburg. Vom 5. bis 7. Juli wird hier das fünfte Bundesfest des Hessischen Sänger­bundes, verbunden mit der Feier des 60jährigen Bestehens des Gesangvereins „Liederverein", ab­gehalten. Bis jetzt sind etwa 800 Sänger und von Den 26 Bundesvereinen 23 angemeldet.

e p. Selters, 16. Juni. Der Gustav Adolf-Verein " des Dekanats Büdigen feierte gestern hier sein Jahres­

fest. Es redeten Pfarrer Bernbeck, Kalbhenn, Büchner, Schäfer und Göbel-Wolf.

" Darmstadt, 17. Juni. Die Geographische Gesellschaft in Lille hatte um die Erlaubnis zur Besichtigung der Räume des Residenz­schlosses und der Sammlungen nachgesucht. Nachdem diese Erlaubnis bereitwilligst gegeben worden war, trafen gestern etwa 25 Angehörige der genannten Gesellschaft hier ein, besuchten die Appartements des Residenzschlosses und besichtigten sodann das Museum, die Bilder-Galerie und die Hofbibliothek.

* Der Großherzog wird sich voraussichtlich am nächsten Sonntag nach London begeben, wo er zum 23. d. Mts. erwartet wird.

* Ernennungen. Die Gerichtsaccessisten Rudolf Lauteschläger aus Darmstadt und Theodor Rein­hart zu Worms wurden zu Regiecungsassessoren er­nannt.

* Grünberg, 17. Juni. Der Kommis Valentin Maerz, der sich kürzlich im Alter von 19 Jahren ver­giftete, hinterläßt 2 Bräute, die beide demnächst Mutter werden. Daher die Verzweiflung.

o. Bensheim, 16. Juni. Der Architekt Ferdinand Eisenhardt in Friedberg wurde zum Haupt­lehrec an unserer Gewerbeschule ernannt.

* Aus Rheinhcssen. Auf der landw. Ausstellung in Mannheim hat Rheinhessen bei der Preisverteilung recht gut abgeschnitten. Es entfielen auf Aussteller aus der Provinz 33 Preise und zwar ein Siegcsehrenpreis, 10 erste Preise, 13 zweite Preise, 4 dritte Preise und 5 vierte Preise und außerdem noch 4 lobende An­erkennungen.

* Mainz. Seit einiger Zeit macht sich in den Arbeiterkreisen eine Bewegung bemerkbar, die darauf hinzielt, daß städtische Arbeiten nur an solche Unternehmer vergeben werden sollen, von denen die zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verabredeten und schriftlich festgelegten Vereinbarungen über Lohn- und Arbeitsbedingungen anerkannt worden sind. Bei der Beratung des Antrags in der sozialpolitischen Kom­mission wurde er aber von einem Witaliede der Kom­mission auf die Vergebung von sämmMchen städt­ischen Arbeiten ausgedehnt. Wir stehen ganz auf dem Standpunkt; wenn die Arbeitgeber nicht wenig städt­ische Steuern aufzubringen haben, dann erwartet man auch, daß sie entsprechend unterstützt werden.

* Mainz wird im nächsten Frühjahr die Erbauung einer elektrischen Straßenbahnlinie in denjenigen Straßen beginnen, welche von den bestehenden Pferde­bahnlinien nicht berührt werden. In erster Linie wird M o m b a ch mit der Stadt verbunden.

* Bingen, a. RH. Das Rheinische Technikum zählt gegenwärtig fast 800 Schüler. Das große, von der Stadt mit einem Kostenaufwande von 300000 Mk. aufgeführte Gebäude, reicht bei einer weiteren Ver­mehrung der Schülcrzahl nicht ans, sodaß seitens der Direktion bereits eine Erweiterung beantragt ist. Ab­weisungen von Schülern mußten schon zu Ostern wegen Platzmangels erfolgen.

* Frankfurt a M-, 17. Juni. Hier mußten gestern 2 Kellnerinnen.- wegen Delirium tremens in die Irrenanstalt gebracht werden.

* Wiesbaden 17. Juni. Vom Schwurgericht wurde die 23 Jahre alle Dienstmagd Karoline Münch aus Heidelberg zu 5 Jahre Zuchthaus verurteilt. Sie hat ihr 1 jähriges Kind, weil sie die Lerpflegungskosten nicht mehr aufbringen konnte, unter einem Kiffen erstickt.

Auch der Wormser Eisenbahnverein veranstaltete am vorigen Sonntag, an dem der Gießener Eisenbahn­verein in Weilburg Ivar, einen Ausflug und zwar nach dem Niederwald-Denkmal. Die Eisenbahndircktion Mainz hatte den Teilnehmern freie Fahrt unter Stellung eines Sonderzuges und eines Trajektbootes bis Rüdesheim und zurück gewährt. Etiva 1300 Per­sonen beteiligten sich an dem Ausflug.

* Zugentgleisung bei Sebra. Gestern nachmittag 4'/- Uhr ist dec Berlin-Frankfurter D = 3 u g 6 mit 2 Wagen hinter Bebra auf freier Strecke entgleist. Zwei Passagiere sind leicht ver­letzt. Mit 1 Stunde Verspätung trafen die Reisenden in Frankfurt a. M. ein.

m. Betzdorf, 17. Juni. Ein betrübender Unfall er­eignete sich gestern in der Wagen-Abteilung der hiesigen Hauptweckstätte. Bei dem Zuschlägen mit einem schweren Hammer auf den Seitenteil eines Waggons brach der Stiel des Hamniecs und letzterer flog dem Schlosser Savinsky aus Traisdorf auf den Kopf, wodurch dieser schwer verletzt uicderstürzte.

V . Corbach (Waldeck), 17. Juni. In Bodenwerder hatte sich ein Lohgerber bei Bearbeitung von Roh­häuten, unter welchen sich vermutlich eine von einem an Milzbrand verendeten Tiere befunden, eine hoch­gradige Blutvergiftung infolge einer an dessen Stirn vorhanden gewesenen, ganz unscheinbaren Wunde, die er nur mit den Fingern berührt hatte, zugezogen. Schleunige ärztliche Hilfe hat den Mann glücklich gerettet. —

Aus dem Lericdtssaal.

Schöffengericht

Gießen, 13. Juni.

Als Vorsitzender fungierte Amtsgerichtsrat Dr. Gebhart Dieselben Schöffen sind anwesend wie am 13. Juni. — Peter Ottmüller aus Gießen, vielfach vorbestraft, ist wegen Widerstand, Beleidigung und Unfug angeklagt. Er erhält eine Gefängnisstrafe von 2 Mon. 14 Tagen und eine Haftstrase von 2 Wochen, die er sofort antritt. — Heinrich Schmidt VIII. von Burkhardsselten, gleich­mehrfach vorbestraft, erhält wegeiL Körperverletzung 35 Mk.

Geldstrafe. — Georg LamguS aus Gießen, gleichfalls öfters vorbestraft, erhält wegen Diebstahl 2 Wochen Ge­fängnis. — Der Landwirt Ludwig Bingel aut Sichertshausen wird wegen Beleidigung eines Flurschützen zu 1b Mk. Geldstrafe verurteilt. — Ludwig Damm aut Eiskirchen, vielfach vorbestraft, bekommt wegen Bedrohung feiner Ehefrau 6 Tage Gefängnis.

neueste Nachrichten.

Oberbürgermeister Dr. AdickeS-Frankfurt wieder gewählt.

□ Frankfurt a. M., 18. Juni. In der gestrigen Stadtverordneten-Versammlung wurde in geheimer Sitzung der bisherige Oberbürgermeister Dr. A di cket mit 47 Stimmen aus weitere 12 Jahre zum Oberbürgermeister gewählt. 5 Stimmen waren weiß, während 2 Stimmen zersplittert waren. Gleichzeitig wurde der Gehalt des Oberbürgermeisters für diese zweite Amtèpcriode von 24,000 Mk. aus 30,000 Mk. erhöht.

Zum Befinden des sächsischen Königs.

Das Aerzte-Kollegium hat Dienstag beschlossen, die von der königlichen Familie gemeinsam gewünschte Ueber« siedelung des Königs nach Dresden auf das entschiedenste abzuraten. Die Schlafsucht des Königs und die Störung der Herzfunktionen sind im Lause des Tages nicht gewichen. — Es läßt sich die schmerzliche Thatsache nun nicht mehr verschleiern, daß zwar die außerordentliche Lebenskrast des Königs und die ärztliche Kunst die kritische Wendung viel­leicht noch eine Zeit lang hinausziehen aber nicht mehr ver­hindern können.

Der Kaiser in Bonn.

Unter den Huldigungen, die dem Kacserpaare im Rhein­lande dargebracht werden, wird zweifellos der Fackelzug. den gestern Abend in Bonn 2000 Studenten dem hohen Paare zu Ehren veranstalteten, eine erste Stelle erhalten. Die Dämmerung war angebrochen, als sich der Rhein mit großen und kleinen Dampsern belebte. Die Kaiserin wurde stürmisch begrüßt, als sie den Pavillon betrat, ebenso der Kaiser, der als Borusse erschien. Sichtlich erfreut durch die Huldigungen, zog er den Borussenstürmer und verneigte sich dankend. Der imposante Zug zog sich wie eine mächtige flimmernde Linie an der Rheinanlage entlang. Die Siudentenschast in Wichs mit zahllosen Fackeln defilierte vor dem Kaiserpaar. Ein Vertreter des Wingols hielt eine Huldigungs-Ansprache an den Kaiser in der er an die Worte erinnerte, die der Kaiser vor einem Jahre sprach: Männer sind er, die wir brauchen, mehr als je." Der Kaiser sagte in seiner Er­widerung, er freue sich, daß grade diese Worte nicht ver­gessen seien. — An der Begrüßungskneipe, die das Korps Borussia gestern Abend abgehalten hatte, nahm auch der Kronprinz teil.

London, 18. Juni. Die irische Parlamentspartei beschloß gestern einstimmig, nicht an den KrönungS- feterlichketten teilzunehmen und am Tage der Krönung zu dec für dieselbe festgesetzten Stunde eine Versammlung der irischen Partei in Dublin abzuhalten uud die Lage Irlands in Beratung zu ziehen.

Berlin, 18. Juni. Schwere Ausschreitungen zweier Potsdamer Unteroffiziere sind am Sonntag in Fahr­land vorgekommen. Sie drangen dort in eine ge­schlossene Gesellschaft ein, ohne vorher um Erlaubnis gebeten zu haben und stifteten Unfrieden. Ein hierauf entstandener Wortstreit artete in Thätlichkeiten aus, bei welchem die blanke Waffe die Hauptrolle spielte. Ein der Gesellschaft angehöcender junger Mann wurde durch mehrere Säbelhiebe, von denen einer lebens­gefährlich sein soll, so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus überführt werden mußte. Gegen die Unteroffiziere ist Anzeige erstattet.

Ein neues Grubenunglück

* Fitnskirchen, 18. Juni. In den Szaszvarer Kohlengruben fand eine Explosion schlagender Weiter statt. Eine Anzahl Bergleute wurden verschüttet. Bis jetzt konnte erst ein Toter geborgen werden.

Die Burensührer in Europa

„ * Haag, 18. Juni. Nach einem kurzen Besuch beim Präsidenten Krüger werden Dewet Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Botha Belgien, Holland und Frank­reich, Delareh Rußland und Reiß Amerika besuchen, um Gelder für die verarmten Buren-Familien zu sammeln. Dewet dürfte Anfang September in Berlin eintreffen.

Schneefall in Böhmen

Prag, 18. Juni. Infolge der andauernden Schnee­fälle sind die Flüsse Böhmens bedenklich gestiegen, weshalb überall Ueberschwemmungsgefahr besteht.

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