^sinister Budde an die Arbeiter.
" Die Berliner Straßenbahnenaesbellten hielten am Montag eine Festlichkeit ab, weil oas ganze Bahnnetz der Großen Berliner Straßenbahngesellschast nunmehr auf dem elektrischen Betrieb eingerichtet ist. Auch Minister Budde nahm daran teil und hielt sogar eine Ansprache, in der er die Arbeiter an die von dem Kaiser in Essen und Görlitz gehaltenen Reden erinnerte und sie zur Treue gegen das Oberhaupt von Staat und Reich ausforderte. Jeder einzelne und jede Organisation müsse diese Treue halten, denn nur so könne das Ganze bestehen.
In der Tat ist es denn di' höchste staatsbürgerliche Vollendung, wenn ein jeder sich seiner Pflichten gegen die Gesamtheit des Volkes, wie sie von dem Monarchen daraestellt wird, bewußt ist und hinter dem allgemeinen Wohl den persönlichen Vorteil zurücktreten läßt. Alle Stände und Berufe sind wie die Kinder einer einzigen Familie, die aller Hort und Heimat ist. Aber wenn ein Kind gegen das andere sich erhebt, wenn eines den Vorteil auf Kosten des anderen sucht, dann wird das Familienglück und die Familie selbst zerstört. In den letzten Wochen und Monaten, als der Zollkampf am heftigsten tobte, schien es zwar manchmal, als ob das Volk sich in seine Einzelbestandteile auflösen wolle. Dem Egoismus waren alle Schleusen geöffnet; ein jeder verlangte Zollfreiheit für die Artikel, deren Konsument er ist, und höchste Zollsätze für Waren, die er selbst her stellt. Es zittert noch ein wenig von der leidenschaftlichen Bewegung der letzten Zeit im Volke nach, aber der Sturm wird sich legen, und wenn einige Wochen ins Land gegangen sind, werden alle Wogen wieder glatt sein und klar wird vor uns der Spiegel der deutschen Volksseele liegen.
Beruhigend klangen gerade in den heftigsten Sturmtagen die Worte des .Kaisers durch die Lande, als er die Arbeiter daran erinnerte, daß sie gleichberechtigt neben den anderen Ständen und Berufen Anspruch auf die Liebe des Monarchen und die Fürsorge des Staates haben. Hierin hat das Deutsche Reich mehr geleistet, als alte anderen Nationen. Dem Arbeiter ist die Sorge für die Tage seiner Arbeitsunfähigkeit durch Unfälle, .Krankheit oder die Gebrechlichkeit des Alters, wenn auch nicht ganz abgenommen, so doch wesentlich erleichtert. Dadurch hat die Staatsregierung ihr Verständnis für die eigentliche Lage und die Bedürfnisse des Arbeiters erkannt.
Denn es ist eine durch die Statistik erwiesene Tatsache, daß die materielle Lage des Arbeiters nicht schlechter, sondern eher besser geworden ist. Neuerdings wird dies ja auch von hervorragenden Mitgliedern der So- zlaldemokratje zugegeben. Unter anderem hat auch der Münchener Professor Lujo Brentano in einer Einzelschrift über das pfälzische Schuhwarengewerbe nachge- daß heute die dreifache Zahl von Arbeitern in Schuhfabriken vorhanden ist, als es früher selbständige Meister gab, und daß diese Schuhfabrikarbeiter besser leben als früher. Der Schuhverbrauch, man könnte eher sagen, der Schuhgebrauch ist gestiegen, denn manche Klassen und Stände tragen jetzt Lederwerk an ihren Fußen die früher barfuß gehen mußten. Trotzdem also die Schuhwarenarbeiter vielleicht besser zu leben haben, als früher, sind sie in ihrer sozialen Lage schlechter gestellt, als die früheren armen Handwerksmeister, denn ein selbständiger Geschäftsmann hat sich eine Grundlage seiner Existenz gegründet, die meist nur durch persönliche Untüchtigkeit oder Schicksalsschläge verloren geht — ein Arbeiter aber ist in seiner ganzen Existenz von der Marktlage des Industriezweiges und dem Geschäftsgänge seiner Fabrik abhängig, außerdem noch von dem Stande seiner physischen Gesundheit. Indem der Staat diese soziale Lage durch Fürsorge für die Zeiten der Arbeitsunfähigkeit linderte, hat er dem Arbeiter in seinem wirtschaftlichen Leben an dessen schwächster Seite geholfen. Der Staat hat damit bekannt, daß der Arbeiter- staiid als sozial vollgewürdigtes Glied ebenbürtig neben den anderen Ständen steht. Indem der Kaiser aber die unter der Herrschaft seines Großvaters entstauben? Sozialpolitik auch persönlich guthieß und übernahm, hat er bei der Arbeiterschaft um oas Vertrauen zu seiner Regierungstätigkeit geworben und Minister Budde war deshalb vollberechtigt, daß er die Arbeiter aufforderte den freundlichen Ruf des Kaisers durch ein wohlverdientes Treugelöbnis zu erwidern.
Surze politische Nachrichte«.
* 8er lin, 16. Dezember. (Hofberich t.) Der Kaiser hörte heute Vormittag die Vorträge des Chefs des Admiralstabs und des Chefs d^s Militärkabinetts. Zur Frühstückstafel waren geladen der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika Graf Götzen und der Benediktiner-Bi schof Cassian Spitz, welcher sich nach Dar-es-Salaanl begibt. — Der Kronprinz ist heute früh 7 Uhr 20 Minuten nach Oels abgereist.
* Im Befinden des erkrank n Königs Georg von Sa ch s e n ist neuerdings Verschlechterung eingetreten. Fieber und Husten trat wieder auf.
* Der Prinzregent von Bayern verlieh dem bisherigen preußischen Gesandten Grasen von Monts, der München verläßt, das Großkreuz des Verdienst-Ordens vom heiligen Michael.
+ Für die im Jahre 1866 zu Brünn gestorbenen preu- Afchen Soldaten ist daselbst ein Denkmal errichtet worden. An der Einweihungsfeier nahmen unter anderen der '^"^ârEachee der deutschen Botschaft in Wien, Major Bulow, und der deutsche Konsul in Brünn, Freiherr v. Offermann, teil.
* Zum anhaltischen Sta ttSminister ist an Stelle des aus (Gesundheitsrücksichten zurücktretenden Herrn v. Koseritz der vortragende Rat im preußischen Ministerium des Innern v. Thalwitz ernannt worden.
* Die von uns schon angekündigte Einstellung des Strafverfahrens gegen den „Vorwärts" und mehrere andere Blätter wegen der Artikel über Krupp der Einstellungsbeschluß der Staatsamvaltschaft und eine Bekanntmachung des Direktoriums angeschlagen wor- den, die die Gründe der Frau Krupp, eine Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, darlegt.
schweizer Bundesrat teilte im Nationalrat Rückkauf d'e Unterhandlungen über den freihändigen âckiaus der Jura Simplon Bahn einen baldigen
feine Preisermäßigung gewähren, nicht mehr atrtygebett Sie bleiben bestehen im übrigen direkten und durchgehenden Verkehr Jm Binnenverkehr werden gleichzertta mit den Fahrkarten für die Hinfahrt besonders gekennzeichnete, nur am Lösungstage für die Rückfahrt giltiae Fahrkarten ausgegeben. Die Einheitspreise für die Personenzugssahrkarten werden für das Kilometer Ah9/fetzt auf 1. Klasse 7 Pfennig, 2. Klaffe 4,5 Pfennig, 3. Klasse 3 Pfennig, 4 Klasse 2 Pfennig. Für Benutzung von Schnell- tilgen wird durchgängig ein Zuschlag von 1 Pfennig für das Kilometer erhoben. Aufgehoben wird die Preisermäßigung für Gesellschaftsfahrten und für rusammenge- stellte Fahrscheinhefte. Ferner wird aufgehoben die Ausgabe von Arbettermonatskarten, Arbeiterrückfahrkarten, festen Rundreisekarten, Somitagsfahrkarten. Diese Reform soll in Sachsen durchgesührt werden, unabhängig davon, ob andere deutsche Bahnverwaltungen fid) diesem Vorgehen anschließen oder nicht. Den übrigen deutschen Regierungen ist von den sächsischen Reformvorschlägen mit mit dem Ersuchen um Beitritt Mitteilung gemacht worden.
Aus Venezuela
liegen nur spärliche Nachrichten vor. Das venezolanische Kriegsschiff „Miranda" ist dem britisch-deutschen Geschwader entkommen und in Maracaibo angekommen. Die venezolanische Regierung meldet, das Kanonenboot „Panther" gehe nach Maracaibo ab, um die Forts zu zerstören. Dabei wird der „Panther" wohl auch mit der „Miranda" ein Wort sprechen, falls sie noch da sein sollte. Castros Schiedsgcrichtsvorschlag findet bei den Staatsmännern in London und Berlin eine nicht eben begeisterte Aufnahme, zumal da die Vereinigten Staaten, die den Vorschlag zur offiziellen Kenntnis der beiden Mächte brachten, sich sehr reserviert verhalten und von einer Uebernahme der Vermittelung nicht viel wissen wollen.
Die öffentliche Meinung innerhglb der Vereinigten Staaten sieht die Sache nun freilich nicht ganz so kühl und gelassen an wie das Washingtoner Kabinet: die antideutsche Presse namentlich sucht aus dem Bombardement der Forts von Puerto Cabello einen Vorwurf abzuleiten, als ob Deutschland das Karnickel gewesen sei, das an- aefanaen hat. Diese törichten Vorwürfe wirken besonders komisch angesichts der Tatsache, daß sich aus dem jetzt veröffentlichten Ultimatum des deutschen und britischen Kommandanten an die Behörden von Puerto Cabello ergibt, daß die Beschießung als Bestrafung für die der englischen Flagge zugefügten Beleidigungen angedroht und vollzogen worden ist.
Die Vorgänge in Venezuela haben selbstverständlich das ihre dazu beigetragen, den Präsidenten Castro noch mißliebiger zu machen, als er schon vorher war. Wie aus Caracas gemeldet wird, sind angesehene Leute bemüht Castro zur Abdankung und den Vizepräsidenten Arjala zur Uebernahme der Präsidentschaft zu veranlassen, sowie ein parteiloses Kabinet zu bilden. Von anderer Seite wird gemeldet: Castro läßt die gefangenen Rebellen frei, doch diese schließen sich nicht ihm, sondern dem General Matos an, der eine neue Erhebung plant und Castro stürzen möchte. Die Gegner Castros gewinnen neuen Anhang.
Ein neuer chinesischer Gewaltstreich.
O Frau Tsusi, die Kaiserin-Witwe von China, ist durch die Erfahrungen der letzten Jahre noch immer nicht von der Neiaung geheilt, ihrem grimmigen Haß gegen die „Barbaren des Westens", die Europäer, tätlichen Ausdruck zu geben. In Peking wurde am Sonntaa bei der Rückkehr des Hofes von seinem viermonatigen Aufenthalt im Sommerpalast gegen die Fremden, die sich eingesunden hatten, um dem Einzüge zuzusehen, seitens der chinesischen Behörden in unerhörten Weise vorgegangen. Die Fremden wurden sestgenommen, mußten sich vor dem chinesischen Pöbel verbeugen und wurden unter starker militärischer Bedeckung gehalten, bis der Hof vorüber war. Unter den Festgenommenen befanden sich auch Angehörige her amerikanischen Gesandtschaft, darunter Hwei Damen. Angeblich ist dieses Vorgehen gegen die Fremden auf die Befürchtung der Kaiserin-Witwe zurückzuführen, der Kaiser könnte während des Einzuges aus seiner Gefangenschaft entkommen, ober es könnten andere unerwünschte Ereignisse eintreten. Während des Aufenthaltes im Sommerpalast wurde der Kaiser in strenger Gefangenschaft gehalten; auch bei dem Einzuge in Peking tvar er von einer starken militärischen Bedeckung umgeben. — Es bleibt abzuwarten, ob die Mächte, deren Angehörige unwürdig behandelt wurden, sich diese neue chinesische Dreistigkeit gefallen lassen werde«.
Die Politik.
Eine Ummodelung des Nerftenzolls?
* 3Bie den Lesern bekannt ist, hat der preußische Handeln- minister Möller jüngst ein paar Worte über eine angeblich von der Regierung beabsichtigte Einbringung einer N o - belle zum Zolltarif fallen lassen. In dieser Novelle, so hatte der Minister angedeutet, sollten gewisse Industrie- zölle ermäßigt werden. Neuerdings wissen Leute, die das Gras wachsen hören, davon zu berichten, daß in dieser Novelle auch der Gersten zoll figurieren werde. — Oesterreichische Blätter, die zu deutschen Regierungskreisen Fühlung unterhalten, wissen zu berichten: Auch heute noch stehe — trotz der jüngsten Erklärung des Reichskanzlers — die deutsche Regierung aus dem in der Begründung des Zolltarifs näher dargelegten Standpunkt, daß die zolltechnische Unterscheidung von Futter- und Braugerste undurchführbar sei. Deshalb werde die Regierung nachträglich vom Reichstage — wahrscheinlich vom nächsten — eine Abänderung des Zolltarisgeseßes dahin verlangen, daß für die Gerste ein einziger Mindestzoll — von 3 oder 3,50 Mk. — eingestellt, also der jetzige Beschluß — wonach Braugerste 4 Mr., Futtergerste 3 Mk. Zoll tragen soll umgestoßen werde. Angesichts der bestimmten Erklärungen des Kanzlers halten wir diese Mitteilung für eine leere Kombination.
Die sächsische Eisenbahn-Darifresorm.
f Die Vorarbeiten für die neulich von uns erwähnte Umgestaltung des P e r s o n e n t a r i s s in Sachsen sind nun so weit beendet, daß dem sächsischen Eisenbahnrat von der Regierung bereits eine Reihe bestimmter Vorschläge in einer Denkschrift übermittelt werden konnten. Die Hauptgrundzüge der Reform sind folgende: Die Preisermäßigung für Hin und Rückfahrt wird beseitigt. Rückfahrkarten werden im Binnenverkehr sowie im direkten Verkehr mit Bahnen, die für Hin- und Rückfahrt
günstigen Abschluß erwarten lassen, so daß der Vertrag voraussichtlich im März 1903 z' stände kommt.
* Vierundzwanzig macedrnische Arbeiter, di von der Arbeit nach Macedonien zurückkehrten, wurder an der Grenze bei Dubnitza von einer türkischen Pa« trouille getötet.
Nab und fern
□ Kleine Helden. Ter Opfermut jener wackeren Frai eines Arztes, die, wie berichtet, für eine Patientin ihre» Mannes Stücke der eigenen Haut l^rgab, hat jetzt ein Seitenstück gefunden In Oberweier hatte eine Schülerin, deren Kleider am Ofen in Brand geraten waren, schweb! Brandwunden erlitten. Um das arme Geschöpf am Veb^ zu erhalten oder vor dauernder Krüppelhaftigkeit zu be- nrahren, mar eine Hautübertragung dringend geboten. Durch wohlmeinendes Zureden Im mögen, entschlossen sich unter Zustimmung ihrer Eltern 13 Schüler, 7 Mädchen und 6 Knaben, kleine Teile ihrer Haut zu diesem edlen Zwecke herzugeben. Die Kinder ertrugen die schmerzhafte Operation mit großem Mute. Auch der Vater des Kindrs ließ sich einige Streifen seiner Haut lostrennen.
^ Die Tuellgeguer in Oesterreich. Die Aerztevereini- gung der Stadt Steinamanger hat »ich in einer Versammlung in ihrer Gesamtheit ehrenwörtlich verpflichtet, in Zukunft bei keinem Duell mehr eine ärztliche Fun!- Hon zu übernehmen. Die Vereinigung hat ferner beschlossen, sämtlichen ärztlichen Korporationen Ungarns diesen Vorschlag zur Annahme zu unterbreiten.
)—( Mädchenhandel in Athen. Bei einer Athener Witwe, der Mutter von sechs hübschen Töchtern, sand ein häusliches Fest statt, zu dem mehrere junge Männer und einige Freundinnen der Familie geladen wurden. Nach dem in später Nacht erfolgten Aufbruch der Gäste würd.' die jüngste, 15 jährige Tochter Katinitza vermißt, über Deren Verbleib auch bei weiteren Nachforschungen nichts näheres festgestellt werden konnte. Endlich brachte ein tischler aus der Nachbarschaft tie Meldung, daß sich die Verschwundene in einem verrufenen Hause befinde. Polizeilich angestellte Reck)erchen ergaben zunächst nichts, schließlich entdeckte man die Gejuchte eingeschlossen in
:inen großen Koffer in halb ersticktem Zustande. Sie war während der Familienfeier von einem der Gäste entführt und dann für 100 Drachmen (80 Mark) an die Inhaberin des öffentlichen Hauses verkauft werben.
tl Cin gefährlicher Anarchist verhaftet. Vor kurzem wurde die spanische Regierung von der italienischen Polizei in Kenntnis gesetzt, daß ein gefährlicher Anarchist Alfredo Pierconti, Schuhmacher aus Siena, von der Gruppe New- York nach Spanien geschickt worden sei. Tatsächlich tras Pierconti in Barcelona ein, ohne entdeckt zu werden. Jetzt gelang aber in Valencia seine Festnahme. Er trug eine Menge anarchistischer Aufrufe und andere fompromitlb renbe Schriftstücke bet sich.
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Bnnte Chronik. Der preitßifd^e Kriegsminister Hal die Niederlegung der Spandauer Festungswerke ange- orbnet. Durch diese Notstandsurbeiten soll in erster Li » -
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tärwerkftätten geschaffen werden.
— In Marburg i. §. kam es nächtlicherweile auf dem Marktplätze aus Anlaß der Verhaftung mehrerer Studenten zu einer großen Demonstration der Studenten.
— Der verschwundene Sohn d s Kieler Polizeipräsidenten v. Puttkamer ist in Btesla.l wiedergefunden worden.
— Der achtzehnjährige Oberprimaner der Darmstädt.'r Wöhlerschnle, Ludwia Busch, und die 26 jährige, seit Jah resfrist von ihrem Ehernann getrennt lebende Frau Dottir Lilli Bardorff, ljaben sich gemeinsam auf der Mathilden- höhe bei Darmstadt erschossen, da dem Busch, der vor dem Abituriuni stand, vom Schuldirektor wegen seines Liebes- verhältinsses Vorhaltungen gemacht worden waren.
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— Der Hauptgewinn der Holen K1:enzlotterie von 100 000 Mark fiel auf Nr. 234 092.
— Buchstäblich zermalmt wurde in Berlin der Rangierer Paul Meinicke. Als er .lachts zwei Wagen eines Güterzuges, der zufammengestellt wurde, verkuppeln wollte setzte sich der Zug plötzlich in Bewegung und her Unglückliche geriet zwischen zwei Puffer, die ihm den Brustkasten völlig eindrückt?«.
— In ganz Ungarn herrscht ungeheure Kälte, im Norden und Nordosten steht das Thermometer anbanernb auf 30 Gr. C. unter Null. Aus allen Gegenden werden zahl reiche Erfrierungsfälle ugb Vermehrung der Wölfe a? meldet.
— In Zara sind infolge der großen Kälte sieben Per-! Ionen an einem Tage erfroren.
— In Palermo wurde eine bewaffnete Finanzpatrouillc. bic 2500 Lire, die Löhnung der ganzen Brigade, mitführtc, Dem sechs Briganten überfallen, nach einem Kampf ent-1 wafsnet und beraubt.
— Auf der Bahnstrecke ^mischen Angers und Noyant ent gleiste ein Personenzug. Der Zugführer wurde getötet, ein Heizer lebensgefährlich, zahlreiche Reisende leicht bet letzt.
— I« einer Kohlengrube zu Champagnac fand eine | Explosion schlagender Wetter statt, wodurch acht Arbeiter! getötet und sechs verletzt würd?«.
— Tic bekannte Dnellaffaire d^r französischen und ita- 1 lienischen Fechtmeister ist endgiltig geregelt. Das Duell findet angeblich in Nizza fratr, der Termin wird geheim gehalten.
Wie aus Barceeloua gemelkt wird, fand in ber 1 Nähe von Berga auf einem 4 Quadratkilometer großen I Landgebiet ein Erd stürz statt, du ch rv eichen mehrere Häuser verschüttet wurden. Die £ "Alterung flüchtete sich Man nimmt an, daß die Katastrophe auf die durch nahegelegene Kohlengruben verursachte Unterwühlung des Bodens zurückzuführen sei.
— Es verlautet, daß in der portugiesischen Reichsdaak ein Unters cfyleif von etwa 50 0.K) Francs aufgedeckt worden ist. Da es ausgeschlossen erscheint, daß die Dieb* stähle, die »eit dem Jahre 1899 ununterbrochen verübt sein sollen ohne Mitwissen eines höheren Beamten be* gangen worden sind, erregt oec Fall Aufsehen, man «fürchtet einen Skandal. Ueber die Untersuchungen wird das tiefste G^heinniis belvahrt.
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