«r. 294. Erstes Blatt.
r-»^«eme«t preis : in Gießen, abgebott monatlich 5VPkg-, »rS HauS gebracht 60 Pfg„ durch die Poft bezogen vierteljährlich Mk. 1.50.
ßstratiSbeilage» Qberhesfische Zsamilie«zettn«g ttägl'ch) Lberheifische Zeitschrift für Landwirtschaft, Qbst nnd Gartenbau, sowie die Gießener Eeifenblasen wöchentlich).
DaS Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.
Mittwoch, den 17. Dezember 1902.
Gießener
__11 Jahrgang.
IuseetionSvreiS : Die einspaltige Petttreile für Gießen wie ganz Oberbesien. die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg sonst 15 Psg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28.
Fernsprechanschlaß Nr. 362
bleueste Dachrichten
(Oietzener Dagevtatt) Knaböängige Tageszeitung iGi-Kener Aeitun.j-
für Oberheffeu und die Kreise Marbura und Wetzlar: Lokalanzeiger für Gittzen und Um- img.
________Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh Bürgermersterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Amtliche Wekanntmachungen.
Bekanntmachung.
Ketc.: Die Wahlen zur Handwerkskammer im Jahre 1903.
Zwecks dcmnächsüger Vornahme der Wahlen zur Handweckskammer werden die Vorstände der im diesseitigen Kreise ansässigen Handwerkerinnungen, Orts- zewerbeoereine und sonstigen, die Förderung der gewerblichen Interessen des Handwerks verfolgenden Vereinigungen hiermit aufgefordert, alphabetisch geordnete Verzeichnisse des Gesamtbestandes ihrer Mitglieder lBestandslisten) unter Benutzung der bei der ffanzlei der unterfertigten Behörde kostenfrei erhältlichen Formulare aufzustcllen und hierbei diejenigen Mitglieder mittels entsprechenden Eintrages in den hierfür vorgesehenen Spalten des Verzeichnisses kenntlich zu machen, die nicht als wahlberechtigte Handwerker an- zuschen oder zwar wahlberechtigt, jedoch nach den Bestimmungen in § 3 der Wahlordnung für die Hand- lveckskammcr einer anderen wahlberechtigten Vereinigung zuzuzählen sind.
Die dementsprechend ausgestellten Listen sind spätestens bis Mittwoch, den 7. Januar 1903 einschließlich der Großh. Bürgermeisterei desjenigen Ortes portofrei einzusenden, an welchem die vorgenannten Vereinigungen ihren Sitz haben. Später eingehende Bestandslisten bleiben unberücksichtigt.
Die Listen werden von Mittwoch, den 14. Januar, bis Mittwoch, 21. Januar 1903 einschließlich während der üblichen Geschäftsstunden seitens der zuständigen Bürgermeisterei in deren Amtsräumen zur öffentlichen Einffcht und Entgegennahme von Einsprachen aufgelegt werden.
Gießen, den 12. Dezember 1902.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Breidert.
Gießen, 12 Der. 1902.
Betr.: Wie oben.
Das GrohherMiiche Kreisamt Gießen
ÄW &*s Wroßtz Bürgermeistereien des Kreises
Diejenigen von ihnen, in deren Gemeinde Hand- lucrtcrninungcn, Ortsgcwcrbevcreine oder sonstige, die gewerblichen Interessen des Handwerks verfolgende Vereinigungen ihren Siv haben, wollen den Inhalt der
vorstehend abgedruckten Bekanntmachung alsbald auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen. Die bei Ihnen innerhalb der vorgeschriebenen Frist eingehenden Bestandslisten sind entsprechend den Vorschriften in § 5 Abs. 4 der Wahlordnung für die Handwerkskammer zu prüfen, die erforderlichen Vermerke sind in der hierfür vorgesehenen Spalte der Bestandsliste einzutcagen und letztere alsdann während dec hierfür festgesetzten Frist zur Einsicht dec Beteiligten und Entgegennahme von Einspcachen offenzulegen.
Nach Ablauf der Offenlegungsfrist, und zwar bis Zum Mittwoch, den 28. Januar 1903 einschließlich, sind uns die Listen nebst den in dec Zwischenzeit nicht etwa auf gütliche Weise erledigten Einsprachen mit einem den Vorschriften in § 5 Abs. 5 der vorgenannten Wahlordnung entsprechenden Begleitbericht vorzulegen.
Diejenigen von Ihnen, in deren Gemeinden Vereinigungen der eingangs erwähnten Act nicht bestehen, haben spätestens bis zum letztgenannten Termin Fehlbericht zu erstatten.
Dr. Breidert.
Wahlordnung für die Handwerkskammer. § 2.
Die Wahlen zur Handwerkskammer erfolgen durch zwei Wahlkö.per, von denen je?er innerhalb örtlich begrenzter Wahlbezirke eine bestimmt Zahl von M tgledern der Kammer und E'sitzmänner.k für di.silben aus den wählbaren Mitgliedern d r zu ihm gehörigen Vereinigungen wählt.
Tic Wahlkörper sind:
1. die Handwerkerinnungen, welche im Bezirk der Handwerkskammer ihren Sitz haben. Handwerkerinnungen sind sämtliche Zwangsinnungen und d e- jenigen freien Innungen, welche ausschließlich für Handw.rke errichtet sind;
2. die Ortsgewerbevereine sowie sonstige gewerbliche Vereinigungen (Handwerker-Fach- vereine, Handwerkervereine, nicht auf Handwerker beschränkte gewerbliche Vereinigungen 2C.), falls sie die Förderung der gewerblichen Interessen des Handwerks verfolgen, mindestens zur Hälfte ihrer Mitglieder aus Handwerkern bestehen und im Bezirke der Handwerkskammer ihren Sitz haben.
Bei Prüfung der Frage, ob die unter Zffs r 2 auf- qeführUn Vereinigungen mindtstens zur Hälfte ihrer Mit-
blieder aus Handwerktru bestehen, sind alle der Vereinigung als Mitglieder angehörenden wahlberechtigten Handwerker (^ 3) ohne Rücksicht daraus zu zählen, ob sie gleichzeitig einer Innung, oder einem OrtSglwerbeverein und einer sonstigen gewerblichen Vereinigung, oder etwa mehreren der unter letzteren Begriff fallenden Vereine angehören.
§ 3.
Die Zahl der Mitglieder, mit welcher jede Vereinigung
1 (§ 2 Abs. 2 Ziffer 1 und 2) wah'.be^echt gt ist, bemißt sich nach folgenden Grundsätzen:
1- Für die Handwerkerinnungen zählen sämtliche Mitglieder, welche Handwerker sind und ein Gewerbe betreiben.
Es fallen demnach weg:
a) Fabrikanten, welche gemän § 87 Abs. 1 Ziffer 1 oder § 100 g Abs 1 Z ff'r 2 ihr Gewerbeordnung Jnnungsmitglieder sind;
b) Ehren- und sonstig-' Mitglieder, welche keine ausübenden Handwerker sind;
c) Personen der in § 87 Abs. 1 Ziffer 3 der Gewerbeordnung bezeichneten Art.
Handwerker, welche gleichzeitig mehreren Innungen anaebörcn, zählen nur für diejenige Innung welche für das von ihnen haup sächlich betriebene Gewerbe errichtet ist
2 Für die OrtSgewerbevereine zählen — unter ebenmäßigem Wegfall der unter 1 a—c vorstehend genannten Pusonenkreife — diejenigen Mitglieder, welche Handwe:k.r sind, ein Gewerbe betreiben und nicht gleichst 'g c n.r Innung als Mitglied an* gehören.
3 . Für die sonstigen gewerblichen Vereinigungen zählen —unter ebenmäßigem Wegfall der unter 1 a c vorstehend genannten Personenkreise — diejenigen Mitglieder, welche Handwerker sind, ein Gewerbe betreiben und nicht gleichzeitig JnnungSmckglieder oder Mitglieder von OrtS- gewerbcvereinen sind.
P.rsonen, w iche lediglich Mitglieder mehrerer unter den Begriff „sonstige gewerbliche Vereinigungen fallender Vereine sind, werden derjenigen Vereinigung zug'zählt, für welche sie sich durch ausdrückliche Erklärung entscheiden.
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Dr. Rumseys Patient.
Kenia» »on Dr. Halisax und T. L. Mead«. Autorisierte Bearbeitung von C. Wehner.
(Nnchtzruck »atetnt )
m«HM^SÄ' rf r° w^ ^ ~ aber nicht aus den Augen, .^&ab . nun Hielte her Pachter grimmig. Er legte sich !?^nCtn ^^Ä ^^ll^ "uf ^11 Teller, aber der Appettt war ihni ^f^!^"Oen. -LC£ ^ainon der Eifersucht, der allezeit auf dem ^^/^" ^'l'^1 ^^^le geschtumuierl von dem Tage an, bei er baV firCih?n^ 2? .^u Weib heimführte iuib entbeefte, kam , ^ 11 • - • c ^iebe sw 1 Menken vermochte — erwachte ient Wanne^Ci/r1'1 siS ^^ >md schlug seine Krallen tiefer in des leannc-' >. er?, denn je zuvor. Was war mit ^ettti? Warum ^m\ ^S ^s'^i '° ^"k^kwürdig verändert'^ Sie ivar ja immer Ä, .00^^ fiesen, immer anders, als andere junge nach 'nicht ^ ^re heute batte Vincent sie denn doch .ÄnnÄn ^^^. ^ upwte ein gaus besonders triftiger (§nmo P^rbanben fern nn bst§ iahe Kommen und Gehen der X-arbe in ibreni Gencht, für bie hnbcid)leibliche, fieberhafte Erregung, die Nch w ^hrem ganzen Gebühren kundgab. Und jeyr - was that
Der Pächter stand auf und fab, daß Hetth sich langsam vorwärts bewegte, geschoben und gedrängr von der ^(euae Einiae Dorfbewohner, denen es zu lange dauern mochte, bis die Reibe des Begrüßens an sie kam, hatten sich mit Gewalt durchae- orangt, um von dem Baron und seiner Gattin schneller einen vandedrnck 31s erhaschen. Hetty wurde von dem adaemeinen Kwoge nmqerisfen und entschwand schließlich ben klugen chre« Ma«»-?, tickt stellte siS^schnell ents-blosse.l auf et™ Bmk, von wo aus er alles deutlich übersehen konnte. Er wir seine ^rau vorwärts gleiten, wobei er wadniahm, daß ihr ^mlüs beiß gerötet war. Die zierliche Gestalt war voller ^ebeu, voller Bewegung und Entschtoffenheit, voll eines eifrigen Verlangens, welches ihr Atann zwar fab, aber nicht verstand. Plötzlich ge^ wahrte er, das Hetty rückwärts gegen einen der Vordrängenden fiel, ote Handc krampfhaft ineinander schloß und einen durchdringenden Schrei ausstieß.
„Führen Sie mich hinaus, Herr Baron, um Gottes willen, schnell - ächzte sie.
. . v3Ü das junge Weib m'cht Frau Brncent?" Hötte man in ÄÄ^ kr°g«n. -Wâ i«. so Mc
Es war Frau Everett, welche diese Worte sprach. Helly batte sie in diesem Augenblick bemerkt. Frau Everett kam mit Annie und Dora, beu Schwestern des Barons, durch den großen Raum daher.
„Ich kann nicht bleiben — ich kann sie nicht sehen — bringen Sie mich hinaus, Herr Baron, ich beschwöre Sie! stöhnte Hetty. „O mein Gott, ich ersticke.-- es ist so heiß "
„Oeffnen Sie schnell die Tbür'zil Ihrer Rechten, Griffiths", befahl der Baron mit lauter Stimme, welche den allgemeinen Tumult übertönte. „Kommen Sie, Frau Vincent, nebmcit Sie meinen Arm."
Er )ü£ Hettys Haird durch feinen Arm und führte sie durch die ^eiteutbür ins Freie. Die Menge machte éhrerßien^r Platz. Im nächsten Augenblick fühlte Hektt> einen kühlen Wind ihre Stirn umwehen.
„Ich fürchte, das Gedrättge war schuld", begann Andrey teilnehmend.
„Ach, das war es nicht, Herr Baron, wirklich nicht' Haben Sie einen Attgenblick Gedtild — bis ich wieder zu Atem komme. Ach, mein Gott — ich haue ja keine Ebnung — daß sie — sie auch mit hierherkommen würde!"
„Wen meinen Sie eigentlich?" _
„Frau Everett. Ich kann ihren Anblick nicht ertragest Ihr at war es, wa§ mich so elend machte — was mir die Vust
Rubren antwortete nicht gleich. . ._ .
„Es geht Ihneil jetzt Veit er", sagte er nach einer Weite in kühlem Ton. „Ist Ibr Alarm hier?^
„Ja, aber ich brauche ihn nicht/ .
Hetty hatte in ihre: gewaltigen (hre^ung selkmoeraenen betoe Hände auf des Barons Anu gelegt.
„Ach, Herr Baron, ich muß Sie stecken — aber allein, allein!" rief sie plötzlich IcLemcMftlidt
?ludreh trat nuwiUtürlicb ehiev Schritt von ihr ron.
„Sie weichen vor mir zruuck — Sie wollen mäUs mit nm zu thun haben und doch - und doch Herr Baron, lui muß Sie sprechen uni Ihrer selbst willen! Wann sonn oa^ geschehen /
„Ich samt jetzt nicht länget bei Ihnen bleibe • erwiderte Audrey. Kommen Sie morgen ins Schloß. Ach nein, das geht iri^i — ich habe morgen keine Seit" .
„Es muß sein — es muß morgen sein. Es Imnbeit ia um Keben und Dod — Herr Baron ^ebew ober £0°
»Nun gut also morgen', vetterte Audren. r gen i^, nachmütags sechs Uhr. „Stommen ök ;«bci - : faukCR hgS MLchaftS-ch«de< wS Bureau. Ich werde ^ie boxt
erwarten. Doch nun muß ich »uiüd, ich werbe 36neu Viucem
Er wandte sich kmz ab. Auf bet Schwelle der Thür, durch welche er mit Hetty ins Freie getreten, begegnete ihm Frau Everett. „ . . r
„Wo ist die junge Frau?" nagte ne in fast Kbronem Tone.
„Sie scheinen sic erschreckt ^u Habens, erwiorcte Der Baron statt einer direklen Antwort. „Stichen ^ie sie jetzt lieber nicht auf, sie war halb ohnmächtig, aber ich denke, die frische Luft wird $r gut tinln."
Sein Gesicht iah cr*t uno geratzt atts.
„Odninächrig oder iiNnt", emgegiiete ,yran Everett, „ich muß sie sehen: oenn iw habe etwa* mit ihr 311 reden. Um Ihnen Die Wahrheit zu gestehen, Herr Baron, ich nahm die gütige Einladung J nrer Frau Gemahlin nach Großhofen banDifädüicb in bei Hoffnung an, jenes iimge Weib wiebenehen zu können."
Der Baron ivg wie in leisem Erstaunen die Brauen ;w sammen.
^Ich ließ Frau Vincent draußen im Garren allein."
„So lassen Sic mich, bitte, hinau-
Wenn Sie meine Frau zu sprechen ivimicben, so werde ich Sie "zu ihr führen", ließ sich in diesem Augenblick Vincent» Stimme vernehmen. . „
Guren Tag, Vincent, ich neue inrch, src wieoci^uieben , sagte der Bawn, em Pächter die Hand letchenb, welche Dieser jevoch nicht ,11 sehen schien, sondern einen Schritt zirrücktretend, zienitich frostig .utgegucre: , c
„A-rciie in:ch cbeusaUs, Herr ^iuou. Lie tverben mich ent- ichiilditztii. ick mick i-vi in mein» Sâ' .
„Z» da? i:n'fl< Äelb wirklich 3b« »r<w^ nagte Fra« Everett in ciubr*" :Hebern Don.
„Gewiß, Madame."
„Ich habe ihr etwas sehr Wrchnges Zu 'ag«."
^Ich will uachsthen, ob sie dazu im stonde ist. Meine Fran ist sehr schwächlich."
Der Pächter ubrirt voran, Frau Eueren folgu ihm Mtt schnellen Schritten war er an der Stelle, wo der Baron Hetty Pfriemen hatte. Sie war nicht mehr da.
.,Wo ist sie? nagte Frau Everett in uberra'cbiMi Lone, tveiß es nicht. Sie ist nicht mehr hier, nre ^le s.<^/ glauben Sie, daß sie nach Hause gegangen ist* '
.Tas ist schwer zu sagen, meiner Frau wollen?"
.Ihre Frau ist im Besitze herausbetmmnen wiR’/
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