Einzelbild herunterladen
 

et!

last.

Ochsten Ankn^ Scannt . ^t'

»ÄÄ«

1 1 WH

8 U c ä MU mein,.

W«B/, Ü m her Wefarijoito» 11 >MMM, bitibti., toi unser «Hu?« ginalMungen. Bâü ® ebrüder Werter, | offtrabe 27, Nndenplitz OTKÄiFtitaO '*u WothHen-AW bitaet in jeher tobe. M Hüsch !8trlm, ilamttii

tmal'WM ;t LebknS-PMMsMM - und 6inbrwWebM: iedklbundenmitJnWW

Gießen

Imgegenb zu besehen, r solch! Seroerber finbe ksichtigunjz, welche in b und gewillt sind, in te. nifation und Slcquisitii S M leisten. Offerten Md >006 an G. 8. Soni >., granfrurt u. M. K

Nr. 137.

Zweites Blatt

Dienstag, den 17. Juni 1902.

AboniementSpreis: in Gießen, abgeholt monatlich ött Psg., in'« fiau« gebracht 60 Psg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mk. 1 50.

«r»ttSbeUage« : Lbkrhessi,«- Familie»,.<<««« (iSglich) cb-rd-istsche Zeitschrift für t-aadwirtsch-ft, cbst-u»d «artenbau, sowie die Gießener Sktf-nblase» (wöchentlich). Da« Blatt erscheint an alle« Werktagen nachmittag«.

Gießener

11. Jahrgang.

InferitomSprei« - Die einspaltige Petitzeil- für Gießen wie ganz Oberbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Ps., sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Psg.

Postzeitungsliste No. 3032.

Redaktton und Expedition: Gießen, Neuenweg 28.

Aenejle Nachrichten

(Gießener Dagevtatt)

Unabhängige Tageszeitung

(Gießener Zeitung)

für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Metzen und Uingebum

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei lgegr 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

Bauarbeiterschutz in Hessen.

Bekanntlich haben eine Anzahl Vertrauensmänner der baugewerblichen Arbeiter Hessens im Januar d. I. an die Zweite Kammer eine Petition gerichtet, in welcher sie dem Landtage ein Detail ausgearbeiteter Vorschläge zum Schutze der Bauarbeiter und des Publi­kums bei Bauausführungen unterbreiten mit dec Bitte, dahin wirken zu wollen, daß diese Vorschläge im Bau­polizeigesetz zu Grunde gelegt und zur Reform des Bauarbeiterschutzes verwertet werden möchten. Es wird auf die vielfach

auf die vielfachen Mißstände hingewiesen, welche mit dem Baubetriebe in seiner jetzigen Gestaltung verbunden sind, und die ihren äußeren Ausdruck darin fänden, daß nach der Unfallstatistik der Baugewerks-Berufsgenossen­schaften die Bauunfälle auch in Hessen von Jahr zu Jahr zunehmen. Die Befugnisse der Baupolizei müßten erweitert und insbesondere Ar­beiter zur baupolizeilichen Ueberwachung zugezogen

fett Stellung

höheren Kebad mntë, ebent Wf» * losen Aâmchwâ n und Damm durch griff, lausmänuischer IW* unterstünden UntertüMfurk in «* Schönschn-llschr-'d'«^.:

Wen "»bsÄ

-bei wild ilb"^

te nicht -rw^WB

KL---»^

Heiâ^ f*

iw*

SM

werden.

In einer an den Vorsitzenden des vierten Aus­schusses gerichteten Zuschrift hat die Regierung mit- geteilt, daß sie wegen Aenderung der Unfallverhütungs­vorschriften mit der Hessen-Nassauischen Baugewerks­berufsgenossenschaft bereits ins Benehmen getreten sei. In der von der Baugcwerksberufsgenossenschaft darauf­hin etngegangenen Antwort wird mitgeteilt, daß die diesjährige Genossenschaftsversammlung auf Vorschlag deS Vorstandes beschlossen habe, in eine Revision der Unfallverhütungsvorschriften einzutreten und dabei den Grundsatz zur Geltung zu bringen, daß in dem neuen Entwurf auf die sämtlichen im Genossenschaftsbezirk bestehenden bezüglichen Polizeiverordnungen Rücksicht genommen weroen möge, um dadurch eine thunlichste Uebereinstimmung mit denselben zu erlangen. In dem Ausschußbecicht der Zweiten Kammer wird dann noch gesagt:Weitere Maßnahmen hält Großherz. Re­gierung vorerst nicht für angezeigt.

Der Entwurf der revidierten Unfallverhütungs­vorschriften werde ihr seinerreit durch das Reichsver- sichcrungsamt zur Prüfung mitgeteilt und werde sie dann nicht verfehlen, nochmals in eine Prüfung der Materie einzutreten und mit den Bürgermeistereien der Städte wegen Zuziehung Praktisch geschulter Ar­beiter zur Kontrolle in Verhandlung treten. Der be­richtende Ausschuß ist bei der derzeitigen Geschäfts­lage nicht im Stande, in eine eingehende Verhandlung über die Vorschläge, namentlich deren sachliche Be­rechtigung und praktische Durchführbarkeit einzutrctcn. Auch ist im Augenblick eine gesetzliche Regelung der Frage unmöglich. Es darf aber nicht übersetzen werden, daß gerade vorliegende Angelegenheit die ernsteste Auf­merksamkeit seitens unserer staatlichen und kommunalen Verwaltungsorgane ersordert, da nicht geleugnet werden kann, daß der Prozentsatz der Bauunfälle in fort­währendem Steigen begriffen ist, und Vorschriften in größerem Umfange notwendig sind, welche sowohl die mannigfachen Ursachen der Unglücksfälle beseitigen, als auch die dem Baubetrieb anhaftenden schädigenden Einwirkungen auf Leben und Gesundheit der be- tciligten Arbeiter auf das geringste Maß beschränken.

Im Ausschuß war man auch darüber einig, daß das Vorhandensein dieser Vorschriften allein nicht ge­nügt, sondern daß vor allem für Beobachtung gesorgt Iverden muß. Dazu bedarf es aber einer ausreichenden Ueberwachung und eine solche ist zweifellos dann garantiert, wenn die nächst Interessierten, d. h. die Ar­beiter, hierzu zugezogen werden. In Bayern ist dies bereits mit Erfolg geschehen, und auch in anderen Bundesstaaten hat man diese Maßnahmen bereits in Erwägung gezogen. Es sei daher nur zu begrüßen daß die Regierung, entsprechend der Auffassung, welcher sie wiederholt Ausdruck gegeben hat, dem diesbizug- lichen Wunsche der Petenten sympathisch gegenübersteht. Der Ausschuß glaubt, daß die Regierung damit auf dem richtigen Wege ist und wünscht nur, daß dieselbe bei der Feststellung der Unfallverhütungsvorschristen für das Baugewerbe sowie bei Prüfung der sonstigen im Interesse des sanitären und sittlichen Wohles der Bauarbeiter gebotenen Maßnahmen die Vorschläge der Petenten in Berücksichtigung ziehe."

MAB

Aus Hessen und Nachbafgebieten.

** Klein-Linden. Stiftungsfest der Harmonie, «ei einigermaßen günstiger Witterung konnte das für das

15. Stiftungsfest ausgestellte Programm zur Aufführung gelangen. Die Ansprache bei Beginn der Feste» erstreckte sich besonder« auf die dem Verein innewohnende Harmonie sämtlicher Vereinrmitglieder mit Hinweis auf die Ziele und Aufgaben eines Gesangverein«. Die vorgetragenen Männer­chöre lieferten hinreich nden Beweis für den darauf ver­wendeten Fleiß der Einstudierung. Nach Vorführung der Gefänge, welche meistens von großem Beifall begleitet waren, trat der ersehnte Tan,reizen ein und bei eintretender Dunkelheit erfreute der hiesige Turnverein die Teilnehmer durch Ausführung einer feenhaft beleuchteten Pyramide.

h Atzbach, 16. Juni. Am Sonntag traf trotz de« un­günstigen Wetters der VereinFreisinn" aus Wetzlar mit einer stattlichen Korona hier ein. Bei Musik und Tanz entwickelte sich in der Gastwirtschaft von Weber ein ver­gnügtes, muntere« Treiben, dem derletzte Zug" leider ein zu frühe« Ende bereitete.

ul. Dutenhofen, 16. Juni. Am vergangenen Sonntag Nachmittag feierte die hiesige Kleinkinderschule ihr erstes Jahresfest. Die Anstalt wurde bekanntlich nach langem, eifrigen Bemühen im vorigen Jahre vom Pfarrer Geibel ins Leben gerufen

* Marburg. Herr Georg Schott, der Sohn einer hiesigen Bürgerfamilie, Vertreter eine« großen Hamburger Kaufhause« in Portugiesisch-Ostafrika und deutscher Konsul dort, ist dem Malariafieber erlegen.

f. Burggriiscnrodc, 15. März. Der Großherzog ver. lieh dem evangelischen Pfarrer, Kirchenrat Friedr. Kalb- henn die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen.

m. Butzbach. Morgen Mittwoch soll die Heugraèernte von der Weilswiese und Seewiese in der Gemarkung Münster an Ort und Stelle looSweise versteigert werden. (Beginn Nachm. 4 Uhr.)

=* Butzbach, 16. Juni. Der für den gestrigen Sonn­tag geplante Ausflug des Darmstädter historischen Vereins hat wegen der zur Abfahrtszeit herrschenden schlechten WetterS nicht stattgefunden, soll aber an einem der nächsten Sonntage auSgeführt werden.

* Friedberg, 16. Juni. In den nächsten Tagen findet ein größerer Uebung«rüt von zirka 50 Stabsoffizieren, darunter 5 Generäle, nach unserer Umgegend unter Führung des kommandierenden Generals des 18. Armeekorps, Excellenz v. Lindequist, statt. In dem Gefolge befindet sich der Chef des Generalstabes Oberst Scholtz und Prinz Friedrich Karl von Hessen.

A . Wiesbaden, 16. Juni. Die Zahl der angemelbet n Fremden betrug am 15. Juni 54109, mithin gegen die Vorwoche^ ein Mehr von 4933 Personen.

* * Schierstein, 16. Juni. Der 18jährige Kommis Adolf Krumm aus Wiesbaden fuhr gestern Nachmittag in einem Grönländer im hiesigen Hafen. Auf einmal schlug der Grönländer um, und der junge Mann er­trank. Nach 15 Minuten wurde die Leiche geborgen. Ein älterer Bruder des Verunglückten ist im vorigen Jahre in China gefallen. Der GesangvereinEin­tracht feierte gestern sein 2bjähriges Jubiläum.

* Kastel, 16. Juni. Auf Fort Biehler machte in der Sonntagsnacht ein Arbeitssoldat einen Flucht­versuch. Als ec vom Posten angerufen wurde und dieser sich zum Schießen fertig machte, stürzte sich der Flücht­ling vom Wall herunter. Schwerverletzt wurde er nach dem Garnisonslazareth gebracht.

Höchst, 16. Juni. Im Wahlkreise Höchst-Usingen- Homburg, den jetzt der bekannte Centrumsabgeordnete Dr. Müller-Fulda vertritt, soll bei der nächsten Reichs­tagswahl als Centrumskandidat der Gymnasialober­lehrer G. Brötz aus Höchst aufgestellt werden.

* * Frankfurt a. M., 16. Juni. Dem Metzgermeister Karl Hügel in der Schnurgasse wurden, während sich die Frau einen Augenblick aus dem Laden entfernte, 1023 Mk. in Gold, Silber und Papier aus der ver­schlossenen Schublade gestohlen.

* * Frankfurt a. M, 16. Juni. Eine in der Siemen­straße mit Wäscheaufhängen beschäftigte Frau wurde plötzlich durch einen Schuß in die Brust verwundet. Der Schuß soll von der Offenbacher Landstraße her­übergekommen sein, wo sich in einem Garten ein Offi­zier im Schießen übte. Bei dieser Ueberei fei der Schuß fthlgegangen.

Kastel, 16. Juni. Mit der 100jährigen Ge­burtstagsfeier des letzten Kurfürsten von Hessen (20. August) soll eine Ausstellung von Gegenständen, welche auf die hessische Vergangenheit Bezug haben, verbunden werden.

* Nach Aachen abkommandicrt. Für den Aufenthalt des Kaisers in Aachen werden umfassende Sicherheitsmaß­regeln getroffen. Zahlreiche auswärtige Polizeiorgane sind dorthin kommandiert, wie wir hören, auch von Frank­furt fünfzig Schutzleute und mehrere Kom­missare. Mußte man in die Ferne schweifen, wo Köln, Düren und andere Städte so nahe oder jedenfalls viel näher liegen?

Uermifcbtes.

* Ludwigshafen. Am Neubau des Gutenberg-Schul- hauseè brach beim Aufwinden einer Eisenschiene das Gerüst zusammen. 5 Arbeiter stürzten in die Tiefe und er- litten mehr oder weniger schwere Verletzungen; einer von ihnen st a r b auf dem Transport zum Krankenhause. Heute Morgen kam an der Baustelle ein neues Unglück vor. Beim AuSbeffern des schadhaften Gerüstes brach dieses zusammen und stürzte mit 4 Arbeitern nieder. Dabei wurden zwei schwer und zwei leicht verletzt. Der Bau wurde auf polizeiliche Anordnung eingestellt.

* HadcrSlrbcn. Aus politischen Gründen sind vor kurzem 2 Primaner vom Gymnasium in Hadersleben rele­giert worden. Der Vater eines der relegierten Schüler giebt in derVestslesvigs Tidende" die Gründe, aus denen die Relegation erfolgt ist, wie folgt an: Aus einer Fußtour der Primaner zu Himmelfahrt hatte ein Primaner zu einem Hoch auf Bismarck alsunsern Wohlthäter" ausgefordert. Die beiden Relegierten blieben während des Hochs sitzen. Der eine von ihnen habe in ruhigem Tone gebeten, an dem bisherigen Brauch festzuhalten, daß man die Politik meide, da dies leicht zu Kränkungen führen könnte. Der primus omnium habe diese Mahnung eine große Unverschämtheit genannt. Als hierausDeutschland, Deutschland über alles" gesungen wurde, hätten die beiden Relegierten den Saal verlassen.

* Der Beruber des Raubmordversuchs in der Seller- straße zu Berlin verhaftet. Der jugendliche Verbrecher, dessen Opfer, wie wir berichtet haben, die 81jährige Frau Altmann in der Sellerstraße 14 geworden ist, wurde in der Person eines vielfach vorbestraften 21 jährigen Arbeiters Theodor Trettin ergriffen. Er hat ein umfassendes Ge­ständnis abgelegt In der alten Kleidung, die der Räuber in der Wohnung der greifen Witwe Altmann zurückließ, fand die Kriminalpolizei einen runden Taschenspiegel mit der Ausschrift:Theodor Trettin, 5. März 1902. Dieser Theodor Trettin ist ein im Jahre 1881 zu Naumburg geborener Arbeiter, ein wegen Diebstahls schon achtmal be­strafter Mensch, der Schrecken seiner Familie.

* Koblenz Der Kaufmann und Kohlenhändler A. Harmening, Besitzer des Reichèhallen-Theaters und des neu erbauten HotelsEuropäischer Hof", hat seine Zahlungen eingestellt. Die Passiven betragen 1,600,000 Mk.

Bochrcbulnachrichten.

Die landwirtschaftliche Akademie za^Poppeltdors hat, wie man uns mitteilt, in diesem Semester mit 391 Studirenden die höchste Besuchsziffer seit ihrem Be. stehen erreicht. Von den 363 ordentlichen Hörern (28 sind Hospitanten) studieren 218 Geodäsie, 138 Landwirtschaft und 7 Kulturtechnik. Die technische Hochschule zu D r e r d e n hat, wie uns berichtet wird, in diesem Sommer­semester laut amtlichem Bericht 1082 Studierende auf- zuweisen. Hierzu kommen noch 3 vom Kriegsministerium abkommandierte Offiziere und 117 Hospitanten. Au« Wien wird berichtet! Durch die Ernennung des Professors Uhlig zum Amtsnachfolger Eduard Sue6 ist das Ordi­nariat der Lehrkanzel für Paläontologie erledigt. Einen moralpädagogischen Ferienkurs für Lehrer und Lehrerinnen hält Dr. Fr W. Foerster-Zürich auf Grund mehrjähriger Praxis auf dem Gebiete des Moralunterrichts vom 18. bis 23 Juli in Zürich ab.

In Bonn beträgt die Gefammtzahl der immatrikulierten Studenten an der dortigen Universität in diesem Semester 2408 gegen 2260 im vorigen Sommersemester. Es entfallen auf die evangelisch-theologische Fakultät 88, auf die katholisch-theologische 291, auf die juristische 716, auf die medizinische 262, die philosophische 1051. In letzterer Zahl sind die Angehörigen der land­wirtschaftlichen Akademie zu Poppelsdorf, 371, mit inbegriffen. Hospitanten sind 65, Studentinnen 84 verzeichnet, sodah insgesamt 2557 Personen zum Hören der Vorlesungen berechtigt sind. Ausländer sind 62 eingeschrie­ben, darunter 10 aus Japan. Dec o. o. Prosessor in der medizinischen Fakultät der Universität Breslau, Dr. Alfred Schaper, ist zum Abteilungsvorsteher des dortigen Anatomischen Instituts ernannt worden