KU sein Nachfolger gilt der Landrat der Kreise« Gronau, Kammerherr Baron von Rheden.
* Aus Südafrika wird gemeldet, daß das Zentral- Komitè zur Zurückbeförderung der Buren bereits in Thätigkeit getreten ist. Zahlreiche Baracken werden aufgeschlagcn, worin diejenigen, welche die Waffen gestreckt haben,vorläufig untergebracht werden. Außerdem werden bedeutende Vorräte an Lebensmitteln, Ackergerätschaften und Saaten angekauft.
Aus Pretoria wird gemeldet, Botha, Delarey und Dewet werden sich im nächsten Monat nach Europa begeben.
* New-Aork, 16. Juni. Die letzten Meldungen aus Havanna, welche dem „New-Jork Herald" zugehen, lassen die Lage auf Kuba äußerst kritisch erscheinen. Tausende von Arbeitern sind brotlos, die Plantagen- Besitzer ohne Geld.
Spanien.
Barcelona, 17. Juni. In Saragona fand vorgestern ein skandalöser Zwischenfall während eines Stiergesechte« statt. Eine Anzahl Matrosen eines Kanonenbootes wollten sich an dem Stiergefecht selbst beteiligen. Sie begaben sich in die Arena, bemächtigten sich des Stieres und töteten ihn. Die Polizei verhaftete, nachdem Gendarmerie - Verstärkung ingetroffen war, sämtliche Matrosen.
Preussischer Landtag,
Berlin, 16. Juni
Das Haus erledigte zunächst Petitionen, alsdann wurde der Gesetzentwurf bctr. Ausführung des Schlachtvieh- und Fleischbeschau-Gesetzes in dritter Lesung beraten. Nach längerer Debatte wurden die einzelnen Paragraphen in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Nur bei $ 13 wurde eine ganz unwesentliche Aenderung beschlossen. Auch ein conservativer Antrag, wonach $ 4 erst am 1. Oktober 1904 in Kraft treten soll, während im klebrigen das Gesetz zugleich mit dem Reichsgesetz am 1. April 1903 in Kraft tritt, gelangte zur Annahme. Das Ausführungsgesetz zum Fleischbeschaugesetz wurde in der Gesammtabstimmung von den Freisinnigen und dem größten Teile der Nationalliberalen angenommen.
Giessener Cagesneuigkeiten.
—* Nächsten Donnerstag, den 19. Juni, nachmittags 4 Uhr, findet Stadtverordneten- Sitz ung mit folgender Tagesordnung statt. 1. Baugesuch des Karl Bergmann für die Ederstraße. 2. Herstellungsarbeiten im ehemals Nolte'schen Hause an der Licherstraße; hier: Arbeitsvcrgebunq. 3. Befestigung der Bürgersteige in der Plockstraße. 4. Ausbau der Bahnhofsstraße nächst dem Bahnhof; hier: Abtretung von Straßenland an die Eisenbahnverwaltung. 5. Beschädigungen im Hause Katarinengasse 11 durch die Waffe rleitung. 6. Straßenkostenbeiträge für den Eichweg. 7. Reklamation des Dr. A. Mettenheimer gegen die Heranziehung zu den Kosten des Ausbaues dec verlängerten Alicestraße. 8. Erhebung von Anerkennungs- gebühren; hier: Reklamation des Fabrikanten Louis Lotz. 9. Antrag der juristischen Kommission auf Abänderung des § 13 des Ortsbaustatuts. 10. Betrieb der Pumpstation; hier: Rechnung der Firma Hehliaen- städt u. Co. 11. Gesuch des Kommerzienrats Wilh. Gail zu Gießen um Erlaubnis zur Anlage einer Privatstraße vom Schiffenbergerweg ab. 12. Straßenbeleuchtung ; hier: a das Gäßchen an der Westanlage bei Tribus und Sundheim, b Verbesserung der Beleuchtung in der Hofmann- und Frankfucterstraße, c Versetzen je eines Kandelabers in der Dammstraße und in dec Ostanlage. 13. Anschaffung einer Gcldwage für die Stadtkasse. 14. Dienstverhältnisse der Forstwarte der Stadt Gießen. 15. Gesuch der Arbeitslehrerin
i. P. Anna Müller zu Gießen um Uebernahme der Unterhaltung von Begräbnisplätzen auf dem alten Friedhof. 16. Gesuch des Gust. Trinkaus zu Gießen um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft im Hause Seltersweg 50. 17. desgl. des Friedr. Geisel zum Flaschenbierverkauf und Kleinhandel mit Branntwein im Hause Wagengasse 7. 18. desgl. des Heinrich Erle dahier um Erlaubnis zum Branntweinausschank im Hause Westanlage 2. 19. desgl. des Friedr. Klages zur Vergrößerung seines Wirtschaftsbetciebes im Hause Lindengassc 2. 20. desgl. des Heinr. Monick im Hause Wallthorstraße 46. 21. desgl. des Heinrich Rühl zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Neustadt 31. 22. desgl. des Heinrich Schmidt zum Betriebe der Kantine des 3. Bataillons Jnf.-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116.
—* Das Amt des Verwalters für das am 1. Oktober zu eröffnende ProvinzialsiechenhauS zu Gießen soll demnächst besetzt werden. Die Stelle bietet ein Jahresgehalt von 2—4000 Mark steigend wie bei Staatsbeamten gleicher Kategorien, sowie Wohnung, Beleuchtung und Heizung. Die Bewerber müssen die Prüfung der Finanzaspiranten erster Kategorie bestanden haben und im V-rwaltunzssache praktisch erfahren sein.
r. Eisenbahnverein. Am Sonntag brachte ein Extrazug von „nur" 35 Wagen die Eisenbahner mit Kind und Kegel, im ganzen etwa 1500 Menschen, nach Weilburg. Dort wurden sie von Musik empfangen. Ter gewaltige Zug bewegte sich durch die Stadt. Später vergnügte man sich bei Musik und Tanz. Für wenige Augenblicke wurde die frohe Festesstimmung durch zwei junge Menschen aus Weilburg gestört, die in stark angetrunkenem Zustande sich nicht enthalten konnten, mit dem Tanzordner einen Streit anzubinden, der sogar in Thätlichkeiten aurzuarten begann. Die beiden Raufbolde wurden jedoch rechtzeitig durch die Polizei aasgehoben und nach „Nummero Sicher" gebracht. Eist spät abends führte das schnaubende Dampfroß die Festteilnehmer in vergnügter Stimmung zurück.
△ Geschichte der Spar- und Leihkasse Gießen. Unter diesem Titel erscheint von dem Rechner dec Spar- und Leihkasse Gießen, Herrn Rendant Döring, ein Buch, welches alles Wissenswerte über die Gießener Sparkasfe in übersichtlicher, leicht verständlicher Form bringt. Der Verfasser bringt zunächst eine sehr interessante kurze Geschichte des Sparkassen- und Genossenschaftswesens überhaupt, wie es sich aus kleinen Ansängen zu seinem heutigen gewaltigen Umfang entwickelt hat. Sddann geht er im Speziellen auf die Spar- und Leihkasse Gießen ein und spricht über ihre Geschichte, Verwaltung, Unterstützungen, die ihr zu Teil wurden, über das Geschästslokal u. s. w. Außerdem weist - das Buch noch eine Reihe Beilagen aus: Tabellen Statuten, Geschäftsordnungen. Ein Entwurf des neuen Geschäftshauses giebt dem Büchlein auch nach außen hin einen freundlichen Abschluß.
Von der Straße. Ein junger unverbesserlicher Mensch von hier wurde gestern Abend wegen Diebstahls und Obdachlosigkeit verhaftet. — Eine Frauensperson, welche sich am Sonntag an dem Feste zu Wieseck beteiligte und geschmückt mit Bändern und Blumen den Festzug mitmachte, erschien gestern in demselben Kostüm in hiesiger Stadt und verursachte hierselbst einen großen M en s ch en a u f l a u f. Um die Ordnung herzustellen, mußte dieselbe in Polizeigewahrsam genommen werden.
Seinen Verletzungen erlegen. Am 7. d. Mts. stürzte ein Arbeiter von einem Neubau in dec Bismarkstraße. Trotzdem der Verunglückte nur einige Meter herabfiel, ist er doch am gestrigen Tage in der Klinik an den Folgen der erhaltenen Verletzungen gestorben.
r . Die Düsseldorfer Ausstellung versteht es sehr gut, bei Gelegenheit des Kaiserbesuchs am 21. Juni „ihr Schäfchen zu scheecen". An diesem Tage gelten nämlich I die Dauerkarten erst nach der Abreise des Kaiser- poaces — früh stens von 2' - Uhr Nachmittags. Die
Ausstellung ist aber, wie der Vorstand bekannt giebt, „für die Zeit der Anwesenheit des KaiserpaareS nicht gesperrt" — es werden blos besondere auf den Namen lautende Eintrittskarten zu nur 15 Mk. ausgegeben. Unter diesen Umständen wird allerdings kaum zu befürchten sein, daß bei der Besichtigung der Ausstellung durch die hohen Herrschaften das „Gedränge allzugroß" ist und die Majestäten werden jedenfalls ganz ungeniert besichtigen können. — Es ist doch teuer, wenn man den Kaiser einmal sehen will.
* Silberne Hochzeit. We wir leider erst nachträglich erfahren, feierten an dem gestrigen Tage unser allverehrter, unermütlich thätiger Mitbürger, Herr Architekt Jakob Stein und seine Ehefrau Katharine, geborene Gerhard, das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Zahlreiche Glückwünsche aus allen Schichten der Bevölkerung unserer Stadt, zum Teil begleitet von sehr schönen Blumenspenden legten Zeugnis von der Verehrung und Liebe ab, die da« Jubelpaar sich überall erworben hat. Auch die Worte, welche demselben im engeren Verwandten- und Freundeskreise zugerufen wurden, bekundeten lebhaft, wie hoch Charakter und Wirken des verehrten Paares in allen Kreisen Gießens gewertet wird. Wir hoffen, daß alle Wünsche, die dem Jubelpaare am gestrigen Tage dargebracht wurden, in Erfüllung gehen. Möchten Beide auch fernerhin sich derselben Gesundheit, Frische und Rüstigkeit erfreuen, wie in den vergangenen Jahren; und wenn der Jubelbraut einst vergönnt ist, das silberne Kränzlein, das sie gestern schmückte, mit dem goldenen zu vertauschen, so möge sie wie der Jubel- bräutigam auf Jahre ungetrübter Freude und lauteren Glückes zurückblicken dürfen.
* Konkurrenzeröfsnungen. Erledigt sind: die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschuke zu Böllstein im Kreise Erbach. Dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, — die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindefchule Gr.-Gumpen, im Kreise Erbach. Dem Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zn, — die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hassenroth im Kreise Erbach. Dem Fürsten zu Löwenstein-Wert- heim-Rosenberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, — die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Günterfürst, im Kreise Erbach. Dem Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, — eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an dec Gemeindeschule zu Groß-Gerau. Dem betr. Lehrer, welcher die im Artikel 33 des Volksschulgesetzes vorgesehene „erweiterte Prüfung" bestanden haben soll, sollen die Funktionen eines Hauptlehrers an gedachter Schule gegen eine Vergütung von 500 Mark jährlich übertragen weiden, — eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bischofsheim, im Kreise Groß-Gerau, — sämtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich be- meffenben Gehalt.
* Konzert des akademischen Gesangvereins. In der Stadtkirche findet Morgen die Aufführung von Beethoven« „Misoa Solemnis“ statt. Es werden ta an Künstler teilnehmen, beten Name in Gießen bereits im best,» Ruse steht. Da das Werk in weiteren Kreisen noch nicht sehr bekannt ist, sei hier ausdrücklich nochmals darauf hingewiesen.
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Hus Hessen und Nacbbargebieten.
* »* Wieseck, 17. Juni. Der Gesangverein Jugendgrund kann auch mit dem Verlauf de« Fest- montags sehr zufrieden sein. Das Festlokal und der Tanzboden, im Freien, war voll besetzt. Was den Fremden ganz besonders zusagte, war die ausgeprägte Einigkeit, welche unter der ganzen Festversammlung zu konstatieren war.
Hee.tev^d.
Novelle von E. V e l y.
16J (Nachdruck verboten.)
Reick trägt das Mittagessen auf und geduldig wieder ab, ohne ein Wort darüber, daß er es nicht berührt hat. Sie rückt wie sonst ihr Spinnrad zurecht, um die Wolle für seine Strümpfe, welche ihr die Schafe liefern, zu fertigen. Jo steht bald hier, bald dort, guckt durch die Scheiben, geht aus und ein, wie ein Kind, das nichts mit seiner Zeit und mit sich selber zu beginnen weiß. Sie hat keinen Blick und keine Frage. Was er Hal wissen sollen, ist ihm gesagt.
Einmal tritt Jo vor den Spiegel und sieht sich flüchtig an, da nickt sie vor sich hin — und als er langsam seinen Hut vom Nagel nimmt und mit unsicheren Schritten zur Thür hinausgeht, läßt sie ihr Rad stehen, faltet die Hände, blickt empor und spricht: Nun wird's Recht.
Meerie Möllers hat mit dem großen Kessel zu schassen, ihre Mutter spricht nach der heimischen Sitte von früh bis spät Dem Thee zu — er dient ihr als Labsal nach ihren endlosen »lagen und zur Beruhigung nach ihren häufigen Thränen. Das blonde Mädchen denkt dabei, wie gut es ist, daß Mutter Talke Diesen Trost hat — sonst möcht'è noch schlimmer um sie stehn und noch unerfreulicher, ihr zuzuhörcn.
Da tritt eine fremde Gestatt zwischen sie und den Feuerschein und zieht an der Kette, daß der schwarze Kessel in die Höh' geht — vor Staunen läßt sie die Arme sinken, dann stammelt sie, heiße Rothe auf den Wangen: Jo — Du hilfst!
Wo Gelegenheit ist, mein ich, soll's Einer, giebt der Matrose zur Antwort und sieht ihr dann zu. Aber es schwankt und 'zittert Alles in ihren Händen, so erschrocken ist sie noch immer — und spürt doch eine eigene Freude dabei. Die Aermel ihres blauen Frieskleides sind zuriickge- streist, weiß und voll sind die Arme, das gefällt ihm wohl.
Wie ein kaltblütiger Beobachter steht er neben dem Mädchen, tpon^uelcbein ihm die Mutter gesagt hat, daß es ihm gut ist.
Reick Toben spricht nichts leichtsinnig hin —- und welchem Burschen schmeichelt es nicht, wenn eine hübsche Dirne an ihn denkt — mag er noch so wenig seine Gedanken auf sic richten.
Wie sie jetzt den blonden Kops senkt, sieht er ein Stück des Halses — kleine Locken haben sich dort zusamnicngerinMt.
Endlich hat Meerie den Muth zu einem Wort an den Besucher.
Das ist selten — ich meine, lang her —
Wenn Einer auf der Fahrt ist, wirst er ein, und sie nickt eifrig, sie vcrstch'n einander, ohne daß sie ihre Sätze vollenden.
Deine Muller? fragt er bann.
Drinnen, sagt Meerie.
Jo hält die Hand auf der Klinke und guckt Meerie noch einmal an, ihre Blicke treffen sich gerade — und dabei dünkt's ihn, als find ihre Augen tiefer blau, wie sie gewöhnlich hier die Leute haben; das gefällt ihm auch.
Als er eintritt, sagt vom Fenster her eine klägliche Stimme: Reick Toben ihr Jo!
Der Matrose bietet der kleinen blonden Frau, die ein rothes, frisches Gesicht hat, die Hand, sie muß erst den Strickstrumps nicdcrlcgen, was mit einem Seufzer geschieht.
Kennst mich noch, Mutter Talke?
Habe ja immer gejammert: Reick hat's gut, die ist mit einem Jungen geblieben.
Er deutet nach dem Hausflur: Du hast die Meerie!
Ist kein Junge, sagt die kleine Frau beharrlich —
Meine doch, eine Freude! spricht Jo; daraus kommt keine Antwort zurück.
Talke bewegt eine Zeit lang ihre Nadeln, dann spricht sie, wie zu sich selbst. Einmal fommt Einer, der holt sie weg.
Nun zieht ein hellerer Schein über des Matrosen gebräuntes Gesicht.
Mädchen sind zum Freien da!
Talke sieht ihn verdrießlich an. Dann bin ich allein.
Er dreht seinen Hut in der Hand herum und sagt: Hast's auch so gemacht —
Wer jung ist, weiß nichts von der Welt.
Meerie fommt mit dem Lieblingsgetränk der Mutter, blickt aber nicht zur Seite, wo Jo fitzt.
Talke, deren Gesicht so im Gegensatz zu ihrer klagenden
Stimme ist, meint: Alle haben es besser als ich!
O Mutter! ruft Meerie vorwurfsvoll.
Jungen sind besser! beharrt die Wittwe.
Da steht Jo auf und kommt ihr näher.
Meerie muß einen Mann nehmen, so hast Du zwei.
Die — jammert Talke, Dreien hat sie Nein gesagt.
Er hat ein verschämtes Lachen, es liegt Selbstgefälligkeit Darin. Muß ein Vierter kommen —
Die! ruft die Wittwe und vollendet nicht laut, was sie daran knüpft in ihren Gedanken.
Alle Drei sitzen still und schauen vor sich hin — es wäre nicht höflich, immer aus einen Gast einzureden oder seine Wirthe mit zu vielen Fragen zu belästigen.
• Jo schmeckt's aus der andern Pfeife schon fast ebenso gut, wie aus der alten, und früher hat er doch gemeint, daß sich aus i keiner besser rauchen ließe. Das beschäftigt ihn, daß sich der Mensch doch leichter gewöhnt, als er's denkt.
Meerie fühlt ein ungewohntes Herzklopfen, welches ihr das Athmen erschwert, und weiß nicht recht, woher es kommt — und Talke sinnt darüber nach, ob ihr gestern der Thee nicht besser gemundet hat, als heute, und was das wohl für ein unheil- bedeutendes Zeichen sein mag.
Endlich hebt Jo den Kops und rührt sogar ein wenig die Hand, indem er sagt: Kann auch noch ein Vierter kommen!
Ja! seufzt Talke.
Der mag ihr gefallen, setzt er hinzu.
Meerie hat nicht gethan, als ob von ihr die Rede ist — sie glättet ihre Schürze.
Meinst auch so, Mutter Möllers? fragt der Matrose.
Mein Kops ist schwer, sagt die, das kommt vom Kummer.
Nun blickt Meerie aus: Freien ist eine Veränderung.
(Fortsetzung folgt.)