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der Pariser und der Frankfurter Mannschaft zu starten.

Ob st bericht. Nach dem letzten Wochen­bericht der Central ft die für Ob st Verwertung in Frankfurt a. M. hatte vom 4. bis 9. August auch das Geschäft in Obst unter der ungünstigen Witterung zu leiden. Die Geschäftslage war durchweg still, die Abschlüsse ließen zu wünschen übrig. Verlangt werden noch, obgleich die Ernte in allen Teilen Deutsch­lands fast ganz vorüber ist, bedeutende Posten Sauer­kirschen und Erdbeeren. In Reineklauden und Mira­bellen übersteigt die Nachfrage noch stark das Angebot, ebenso in Most- und Tafeläpfeln, die in bedeutenden Posten gewünscht werden. Die Angebote im Lauf dec Woche waren zahlreich, aber in allen Obstarten nicht sehr bedeutend. Die Durchschnittspreise betrugen: Johannisbeeren 13,50 Mk., schwarze 14,50 Mk., Kirschen 2430 Mk. Stachelbeeren 10,50 Mk., Aprikosen 30 bis 40 Mk., Pfirsiche 3540 Mk., Heidelbeeren 13 bis 14 Mk., Himbeeren 25,50 Mk., Frühbirnen 916, Frühäpfel 1215 Mk. per Centner.

** Darmstadt, 12. August. Der Finanzminister Gnauth hat einen mehcwöchentlichen Urlaub angetreten.

** Darmstadt, 12. Aug. Auch in bie^m Ersatzjahre konnten bei der hessischen Division sämtliche (3894) einge­stellten Rekruten schreiben und lesen, eS gab also wie im vorigen Jahre keinen einzigen Analphabeten.

Darmstadt. Man teilt d-rFrkf. Ztg." mit, daß am letzten Donnerstag Abend auf dem hiesigen Bahn­höfe die Herren Rechtsanwalt Dr. Geßner, Amtsrichter . Dr. Mahr, Oberrechnungscevisor Reitzel und Hofbuch­händler Reitzel, sämmtlich von hier, von der Bahn­polizeibehörde auf telegraphisches Ersuchen von Groß- Gerau aus sistirt werden mußten, um sie zu zwingen, sich zu legitimiren. Sie sollen auf der Fahrt von Mainz bis Groß-Gerau einem Mitreisenden gegen­über ihre antisemitische Gesinnung derart be­thätigt haben, daß dieser, ein junger Kaufmann aus Groß-Gerau, halb ohnmächtig in Groß-Ger^u ankam. Die Herren, die der Bahnpolizeibehörde Groß-Gerau die Angabe ihrer Namen verweigerten, mußten in Darmstadt dazu gezwungen werden. Da Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet ist und jedenfalls daraufhin eine Untersuchung eingeleitet werden wird, wollen wir von einer Wiedergabe dec uns übermittelten Einzelheiten zunächst absehen.

** Homburg v d. H., 12. Aug. Anläßlich der Denk- mals-Enlhüllung in Homburg und Cronberg wird der Kaiser, Wie nun feststeht, im hiesigen Schlosse absteigen.

Cronberg, 12. August. Prinzessin Friedrich Karl von Hessen hat das Protektorat über den Kreis-Krieger-VerbandOber-Taunus" über­nommen.

" Mainz, 12. Aug. Die Gesellenprüfung der

Metzgerinnung fand vorgestern ihren Abschluß. Er­schienen waren 10 Lehrlinge und deren Eltern und Lehr­meister, sowie eine große Anzahl Meister und Gesellen. Die hessische Handwerkskammer war vertreten durch den stell­vertretenden Vorsitzenden Herrn Stadtrat Rockel aus Darm­stadt, die städtische Behörde durch Schlachrhosdirektor Schüler. Von den 10 Lehrlingen hatten 3sehr gut bestanden", 4 gut bestanden".

** Mainz, 12. Aug. Das Kaiserpaar trifft nach amtlichen Mitteilungen am Freitag den 15. Aug., abends 10 Uhr, von Koblenz kommend, mittels Extradampfers hier ein. Während der Kaistr sich sofort ins Großherzogl. Palais begibt, reist die Kaiserin gleich nach ihrer Ankunst über Frankfurt a M. nach Homburg v. d. H. Die am Rhein gelegenen Städte, Ortschaften und Villen werden eine prächtige Illumination veranstalten. Auch in Mainz werden die Straßen, durch welche der Kaiser zum Schlosse fährt, illu- minirt werden. Der Vorstand der hiesigen Metzger- Innung fordert die Mitglieder der Innung auf, dem Mainzer V i eh ma rkt unter allen Umständen treu zu bleiben und nur von solchen Händlern zu kaufen, welche den hiesigen Markt besuchen. Bekanntlich haben die Vieh­händler infolge der hohen Schlacht- und Viehhosspesen in Mainz den Mainzer Viehmarkt boykottirt und sich nach Wiesbaden gewendet.

DieFrankf. Ztg." berichtet noch: Durch die Weigerung des hessischen Viehhändlervereins, den hiesigen Viehmarkt zu besuchen, beginnt die Fleischversorgung der Stadt empfindlich berührt zu werden. Während beispielsweise die Dienstags" Viehmärkte in Mainz stets mit 320350 Stück Großvieh beschickt waren, waren aus dem Viehmarkte am 12. August nur 8 Stück zugetrieben. Die Metzger mußten deshalb ihren Bedarf aus auswärtigen Viehhöfen decken. Wie wir ver­nehmen, wird diese Angelegenheit zu einer Interpellation in der Stadtverordnetenversammlung Veranlassung geben.

Das Programm dec Kaiserparade in M a in z ist folgendes: Samstag, den 16. August, vormittags 8 Uhr, begiebt sich der Kaiser auf den großen Sand zur Truppenschau, welche mit Exerzieren des Dragoner-Regiments Nr, 13 eröffnet wird. Es folgt dann das Gefecht der 50. Brigade unter General Viebahn. Hierauf findet Parademarsch folgender Regimenter statt: 80, 87, 88, 1 1 6, 117, 118, des Pionier-Bataillons Nr. 21, der 25. Kavallerie-Brigade und der Feldartillerie-Rcgimenter No. 27 und 68. Die Fahnen werden von einer Kompagnie des In­fanterie-Regiments No. 116 nach dem Schlosse gebracht, wo nach dec Truppenschau Mittagstafel stattfindet. Die Abreise des Kaisers ist auf 4 Uhr nachmittags angesetzt.

** WormS, 11. Aug. Der Durst beim Turnfest. Der Voranschlag, der 8000 Flaschen Wein, 7000 Liter offenen Wein, 300 Hektoliter Bier und 6000^Krüge Wasser vorgesehen hatte, ist mit Ausnahme des ~,

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ziemlich erreicht worden, während der Wasserverbrauch an

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** Bretzenheim, 12. August. Die diesjährige Ge-ß ii^ treide-Ernte, deren Erträgnisse bedeutend unter Lei " Mäuseplage gelitten haben, geht ihrem Ende entgegen. Einzelne Aeckec wurden von den Mäusen derartig heim­gesucht, daß es sich fast nicht lohnte, den Uebecrest zu mähen. Mit Weizengift, das man den verderblichen Nagetieren streute, hat man keine bemerkenswerten Re­sultate erzielt.

** Bretzenheim, 12. Aug. Die Bürgermeisterei zch für jede Feldmaus, welche eingeliefert wird, einen Pfennig Unsere Schuljugend, welche eben Ernteferien hat, macht sst dies zu Nutzen und wurden am Samstag über 1200 und am gestrigen Tag über 5000 Mäuse abgeliefert.

** Koblenz, 11. Aug. Die Frau des Telegraphen­beamten Brendgens aus Köln spazierte Vormittags 11 Uhr mit 2 kleinen Kindern am Moselufer. Hierbei wurde von einem Manne überfallen, der ihr mit einem Stilet eine 6 Millimeter breite Wunde in den Unterleib beibrachte. Die schwangere Frau wurde zu ihren hier wohnenden Eltern ge­brach'. Der Thäter ist noch nicht gefaßt. Er ist 25 bis 30 Jahre alt, hat ein fahles Gesicht und trug einen grauen Anzug und schmutzigen Strohhut.

** Der Wildstand im preußischen Spessart hat in den letzten Sagten sehr erheblich abgenommen. Während vor 25 Jahren die Wildschweinsjagd zu den beliebtesten und lohnendsten Sagbarten gehörte, ist das Schwarz­wild jevt schon seit Jahren vollständig verschwunden. Auch dec Rotwildstand ist erheblich im Rückgang be­griffen, so daß jagdbare Hirsche bereits zu den Selten­heiten gehören. Es ist dies eine Folge der immer größere Flächen einnehmenden eingegatterten Forstkul­turen und dec häufigen Wiedecverpachtuugen dec Kom- munalforsten, womit gewöhnlich ein Radikalabschluß der Borpächter verbunden ist.

llermiscbter.

* Die Cholera hat, wie jetzt verlautet, auch unter den deutschenTruppen ist Ostasien Opfer geordert. Offiziös wird mitgeteilt:

Am 27. Juni ist ein Mann in Janglsun, am 28. Juni je ein Mann in Schanha kwan, und Tientsin Dorf, am 14. Juli ein Mann in Schanghai, am 23. Juli 3 Mam in Schanghai und am 4. August ein Mann in Schanhaikwan an Cholera verstorben. Seit dem 4. August 1902 sind neue Fälle unter den Truppen nicht vorgekommen, auch ist sonst btren Gesundheitszustand durchaus befriedigend.

* Bukarest, 11. August. In der Central-Weckstätte des hiesigen Hauptbahnhofs wurde eine Falschmünzer- Werkstätte entdeckt, deren Mitglieder sich aus der Zahl der hiesigen Schlosser rekrutirt. Diese haben seit Jahren falsches Geld in Höhe von ca. 700,000 Lei in Verkehr gesetzt.

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