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gehört zu den lohnendsten Genüssen, die man sich mit den einfachen Mitteln der Natur verschaffen kann. Durch diese reizvoll<Landschaft zieht nun der rauhe Krieger in nie enden wollenden Reihen; sobald er im Waldrande verschwunden, folgt ihm mühsam die Pro­viantkolonne, deren Bedeutung für die Erhaltung einer schlagfertigen Armee hinreichend bekannt ist. Da die Leute ausschließlich durch die Magazine verpflegt werden, so ist die Thätigkeit der Pcoviantkolonnen eine be­sonders bedeutungsvolle. Jede Division verfügt über 2 Proviantkolonnen, die abwechselnd zwischen Magazin und Truppe sich bewegen und letztere mit den Bedürf­nissen des Lebens, d. h. mit Fleischkouserven und Brot derart versorgen, daß jeder Soldat die für die kommende Mahlzeit erforderlichen Lebensmittel und etwas Koch­holz bereit bei sich führt; so bilden die Kolonnen einen ruhelos zwischen Magazin und Magen arbeitenden Pendel.

Den Proviantkolonnen folgen die Biwakskolonnen, Holz und Stroh für die biwakirenden Truppen, und zwar für 4/ö dec Ausrückestärke, mit sich führend, außer­dem folgen den Truppen noch Trinkwasserkolonnen, die in besonders konstruirten Karren die Wasserversorgung regeln und vereinfachen.

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10. September.

Bereits vor 7 Uhr traf der kaiserliche Hofzug in Tempel ein; der Kaiser, in der Uniform eines Grenadier-Regiments begab sich mit seinem Gefolge sofort nach Besteigung seines Schimmels nach dem Manöverfelde und bald zeigte der scharf sich gegen den blauen Himmel abhebende Signalballon seinen Standpunkt aus einer markanten Höhe südwestlich Tempel an; der Sonderzug mit den kaiserlichen Gästen und deren zahl­reichem Gefolge, sowie den Vertretern der Presse fuhr um 7 Uhc in Bahnhof Tempel, wo die Pferde zum Bereiten des Schlachtfeldes ihrer Bestimmung harrten, vor und das Manöverfeld belebte sich rasch wieder mit bunten Uniformen und deren interessanten Trägern.

Von den Höhen nordwestlich Kurzig, von Picske her, erscholl der Donner der rothen Kanonen, deren Feuer von der Höhe zwischen Grünzig und Neudorf, und von den Batterieen der im Anmarsche von GroHow her befindlichen 6. Division erwidert wurde; um 71/2 war die Schlacht von Weißensee bis Pieske in vollem Gange.

Nach den Absichten der kommandirenden Generale sollten beide Korps zum Angriffe vorgehen, es mußte daher bei der Nähe der innegehabten Stellungen zu einem interessanten Begegnungskampfe kommen.

Die Kavallerie-Division B war, um ihrem Auftrage ge­mäß, dem Feinde in Rücken und Flanke zu fallen, von Obergörzig auf Gunzig vorgegangen, hier auf die feindliche Kavalleriedivision getroffen und hatte sich, ebenso wie ihr Gegner auf eine beobachtende Haltung beschränkt. Somit war auch für heute der Wunsch der Zuschauer nach einer glänzen­den schneidigen Attacke von 12 Kavallerie-Regimentern un­erfüllt geblieben.

Um so erfreulicher war die bald zum Durchbruche kommende Nachricht, daß der Kaiser für den morgenden Tag ein Manöveriren des aus beiden Divisionen zusammengestellten Reiterkorps, und zwar unter seiner kai serlichen Führung, in Aussicht genommen habe.

Inzwischen wogte der Kampf in und um Weißensee. Die Garde und 6. Division hatten den Auftrag, den feind­lichen rechten Flügel zu umfassen. Die der Garde gegen­

überstehende 41. Division vereitelte diesen Versuch dadurch, daß sie selbst weit rechts ausholend, um den feindlichen linken Flügel herumgriff und so die Stellung der Garde aufzurollen drohte. Das Gefecht gestaltete sich dadurch momentan noch günstig für die Besatzung von Weißensee, daß ein Bataillon 49. Regiments, weit voraus stürmend, in das Dorf eindrang, aber hier bald umfaßt und zurückgeschickt wurde. Die 41. Division entwickelte sich allmälig not allen Kräften in der Linie Weißensee halbwegs Tempel, umfaßte dabei den rechten Flügel der Garde bei dem Gehöft Klischt, und war bald in der Lage energisch gegen den gegenüberliegenden Gegner vorzugehen und ihn zurückzudrücken.

Zu einer erfreulichen Attacke zwischen dem Jägerregi­ments zu Pferde und den 2. Dragonern kam es vor dem Vorgehen der 10. D v sion in dem Gelände westlich Tempel, in dem die Dragoner Sieger bl-eben. Die Jäger räumten das Feld und setzten sich auf den rechten Flügel ihrer nun­mehr über Pieèke und Tempel zum Angriff gegen die aus dem Buchwalde debouchierende Infanterie der 6. Division vorgehende 10. Division. Der Angriff gelang, nachdem auch die 9. Division von Seeren Hw in den Kampf eingegriffen hatte und den rechten Flügel der feindlichen Division stark bedrohte.

Blau mußte gegen 8V2 die Stellung dem Gegner über­lassen und auf Grochow abzühen Einen Rückhalt fand die 6. Division bald an der von Lagow eintreffenden 5. Divi­sion, die dem Korpsbefehle nach nördlich der Seenlinie aus Tempel marschieren sollte, in diesem Marsche aber von den, die Engen östlich Gr. Kirschbaum zu forcieren suchenden Teilen des roten Korps aufgehalten war, und nun auf dem nördlichen Kampfplatz erst eintraf, als die Entscheidung be- reits zu Uugunsten der eigenen Truppe gefallen war.

Um 9 Uhr erschien das Signaldas Ganze Halt!"

Der Kaiser, umgeben von seinem glänzenden Gefolge, hat dem Kampfe mit Spannung von der Höhe westlich Tempel zugeschaut und war lange noch nach Beendigung des Manövers in lebhafter Unterhaltung mit seiner Umgebung, in der der Earl of Lansdone durch seine weithinleuchtende rote Uniform besonders auffällt

Um 10 Uhr fuhr der Sonderzug mit den Fürsten und den Gästen des Kaisers nach Frankfurt zurück, der Kaiser aber begib sich mt kleinem Gefolge nach seinem Zeltlager bei Weißensee, um dort die Nacht inmitten seiner Krieger zu

verbringen.

v. W.

Vermischtes.

* Kaiser-Automobil und Kaiser Feldwagcu. Für das diesjährige Kaiseimanöver ist eine Anzahl Automobilwagen für den Personen- und Lastverkehr in Dienst gestellt worden. Ein Wagen davon ist, wie die Korrespondenz Dettbarn be­richtet, zur Benutzung durch den Kaiser bestimmt und be­sonders elegant ausgestattet. Der Wagen ist in hellgrauer Farbe gehalten und kann eine Fahrtgeschwindigkeit von 60 Kilometer in Der Stunde entfalten. Die Bedienungsmann­schaft besteht aus einem Ingenieur Offizie und einigen Unter- of fixeren der Eisenbahnbrigade. Der Kaiser hat sich für die Erledigung seiner Korrespondenz im Manöver nach eigenen Angaben einen Feldwagen bauen lassen. Dieser Wagen ist mit 6 Pferden bespannt und hat sich während der Gefechts­zeiten stets in unmittelbarer Nähe des Kaisers aufzuhalten. Durch Herablassen einer Platte wird der Wagen zu einem Schreibsekretär umgewandelt, denn er zeigt nun zahlreiche Fächer, die Papier, Tinte, Feder, Geländekarten, Blankos

für Manöverordres 2c. enthalten. Da der Wagen mit Zelt« wänden und Ueberdachung versehen werden kann, so ist sein, Benutzung auch bei Regenwetter oder starkem Winde ^ stattet. Eilige Regierungsangelegenheiten werden vom Mo« narchen an diesem Feldwagen ebenfalls vollzogen.

* Die hannoversche Landesbank stellte ihre Zahlung ein. Ueber die Hälfte des Aktienkapitals soll verloren sein. Der Generalversammlung soll die Liquidation vorgeschlagen werden. Der Vorstand glaubt, bei ruhiger Geschäftsabwickelung würden^ allen Gläubiger voll be­friedigt werden. Die am 6. Januar 1899 erricht Landesbank besitzt ein Grundkapital von 1 000 000 M, in Aktien â 1000 Mk. Auf. das Aktienkapital waren 50 Proz. eingezahlt, fernere 25 Proz. - dividenden. berechtigt ab 1. Oktober 1901. Die Bank verteilte in I den Jahren 1899 bis 1901 5, 5 und 4 Prozent Dividende.

Die Bank verteilte in

1. Oktober 1901

* Einen Wohnec im

eigenartigen Selbstmord beging ein Ein-1 Dorfe Uebelroda bei Kobucg. Ec nahm ein kleines leeres Tintenfaß, füllte dasselbe mit Spreng­pulver und nahm es, die Oeffnung nach außen gekehrt, in den Mund. Mittels eines Streichholzes brachte er dann das Pulver zur Entzündung. Die Wirkung blieb nicht aus; er zog sich eine gräßliche Verstümmelung d er ganzen Gesichtspartie zu und ist am folgenden Tage an den Folgen gestorben.

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z. Zt. Bad Ems, 29. Mai 02. (gez.) M. K., Hof-Schauspielerin.

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