Nr, 183.
Erstes Blatt
Samstag, den 9. August 1902.
11. Jahrgang.
^ rkeâ^l, f^
Ute â"M y
MS fkn 2|jk
SÄ. S"R>LK^ Adamen,k ar, £ Jy Heim Ä
tt„v^«eme»t preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., i ns HauS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vrertel- jâhrlich Mk. 1.50.
Gratisbeilagen: Qberhessische Familienzeitungstäglich) eberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Qbft nnd Martenbau, sowie die Gießener Seifenblase» wöchentlich).
Das Blatt erscheint an alle» Werktagen nachmittags.
Gießener
Iufe.tio»SvreiS : Die einspattige Petit,eile für Gießen wie ganz Oberbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3032.
Redaktton und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferus, rechasschlnh Nr. SSL.
Leveste Dachrichlen
(Gießener Hagevtatt)
Unabhängige Tageszeitung
(Gießener Zeitung)
für Lberkefien und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung
Druck und Verlag Heßënër Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei, tgegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen
DLL
eir b™0^ ^Munden *r das kleine StÄth
* wo aus das fdjör M (tyefät toucbe, 4 p 4er tyrobinj.
âs Tara sp iM r eines Bankdüettvrs anständig gekleideten und eine Schachtel singen trug. Lie 1 lann, der Schmetter e zu verkaufen, fprai nöge ihr für einen mplare gegen (Entgelt ihrem Wunsche nichi für sich sammle. Loi n Bekannten, dem (iil bei sie sogleich auf den en Mann aufmerksan: rwiderte der Äckanntc -atz bet Mann bart 2 hat's Gottlob nicht lb aus London'." Heu Duells war, m in Ostpreußen gebürtige s der Fahrt nach Lands- je des Winer D ßiigei jebli^ eine Liebesaffain ich um bie Gunst von äch die HerauSsorderung olge hatte. Das Todes-1 Freund gefordert Jutte. rch einen Brief bestätigt, , issührung der WV de Mutter gmchiet Hal utter, sie möge Leben scheide; er ulst
Die Heraussordelun. habe er selbst ^ allen . ' - . Der R vom 15. Sannas bei dem Deichb-u-m! autes Auètommem «■ I na bei einer Serli«
* in ** i Smaniè eines W- ^ s-i"° Begabt ,
PoliiHcbe Nachrichten.
Zur Kaiserbegegnung.
Petersburg, 8. Aug. Von Teilnehmern ander Revaler Monarchen-Zusammenkunft wird berichtet, daß Kaiser Nikolaus sowohl aus der „Hohenzollern" wie an Bord des „Standard" mehrfach eingehende Besprechungen mit dem Reichskanzler Grasen Bülow geführt hat. Kaiser Wilhelm zeichnete wiederholt den Grafen Lambsdorff durch Unterredungen aus.
Reval, 8. Aug. Für den Besuch der Stadt Reval durch den Kaiser sind die Hauptvorbereitungen getroffen worden. Das gestrige Diner an Bord des „Standard" dauerte zwei Stunden. 'Nach seiner Beendigung schritt Kaiser Wilhelm die Front der von ihm dekorirten russischen Würdenträger und Offiziere ab, an deren Spitzm Gras Lambsoorff und Varou Fredericks die Insignien des Schwarzen Adlerorden trugen. Mit dem Ritterschastshauptmann von Dellingshausen hatte Kaiser Wilhelm ein längeres Gespräch, in welchem sein großes Interesse an der Geschichte Revals hervortrat. In der Ansprache des deutschen Kaisers an die russischen Offiziere war jede politische Anspielung vermieden. Die Illumination der Schiffe war von wunderbarer Wirkung. Die heute slüh abgehaltenen Schluß-Manöver sind programmmäßig verlaufen.
— Zur Heimreise des Kaisers wird aus Neval geiueldet: Die Abreise der Hohenzollern erfolgte bei leicht bewölkten Himmel. Zahlreiche beflaggte und geschmückte Dampfer und Boote begleiteten unter lebhaften Ovationen der Insassen die Kaiseryacht bei der Ausfahrt. Die Verabschiedung dec beiden Kaisec war eine äußerst herzliche. Kaiser Wilhelm äußerte sich über den Verlauf des Besuches sehr befriedigt. Kucz voc dcc Abfahrt empfing der Kaiser eine Deputation des deutschen Wohlthätigkeitvereins, der ec für die Albumbildec von Reval dankte. Zum großen Leidwesen der Bevölkerung war dec Stadtbesilch des Kaisers aufge- geben worden.
Berlin, 8. August. Sämtliche Abendblätter besprechen das Ableben von Bennigsen's. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Mit dem Verstorbenen ist ein Mann aus dem Leben geschieden, der an der Gestaltung unserer vaterländischen Geschicke in bedeutsamer Zeit einen hervorragenden Anteil gehabt, dec allezeit mit patriotischer Hingabe das große Ziel im Auge behalten habe, Deutschland einig und stack zu Angelegenheit nimmt neuerlich für die Aktionäre eine ernsthafte Wendung, als die Gesellschaft Kredit ausgenommen hat und im w a hr s ch e i n lich en Falle
eT\ Senentoosel
»WÄR 'SS-KH o^tl’u umgeb- erb-
In eigener Sache Richter.
Roman von L. H a i d h e i m.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.) ' ^^
Im Hotel mußte er sich zusammennehmen. Ihm war, als sei dieser notwendige Zwang das, was der Zügel für ein aufgeregtes Pferd ist
. Zur , letzten Minute kam er noch zum Zuge zurecht, sprang in das nächste Rauchcoupee und warf sich in die Wagenecke, froh des herandämmernden Abends, der ihm gestattete, vor sich hin zu
^Qe bauerte dies „Vergnügen" nicht: jemand, der mit ihm miclven Abteil laß — sie beide waren die einzigen Fahrgäste
«M St« .- ,, >,, . . .57 "^i.t,^iltt^jcn uiuu« jcmunu, ver um ujni
kr"Abteil laß — sie beide waren die einzigen Fahrgäste
— »W empor und ließ die duntte Hülle von der inzwischen angezundeten Lampe zurückschnellen.
öergSn^ Unb üe rauchte ihre Cigarre mit sichtlichem
Fernsp^^ .$re^eI1, Zentra e ^.â
baran gewöhnt, verabscheute Vurkard von Floht ng duv Rauchen der Damen und warf seiner Begleiterin einen feindwliacn Blick hinüber; dann drückte er den Hut noch tiefer in die Stirn und wandte das Gesicht dem Fenster zu. Draußen war es völlig dunkel, man fuhr m fteün Fellre zu sehen gab es dort nichts aber in den Scheiben sp egelt/si^ ö«* Innere des Wagens und so iah er, nicht ohne momentan Erheiterung, daß die Dame mit den Manieren einesGmffenftmaen ganz vertraut schien, denn sie machte ihm mit graziösem Uebermut hinter seinem Rücken eine Grimasse, bei welcher ihre beiden kleinen weit ausgespreizten Hände und ihr verschleiertes Näschen die Haupthandlung besorgten.
Dann drehte sie ihm ebenso den Rücken zu. Lange hiell sie es aber nicht aus; sie gähnte recht ungeniert, dann erhob sie sich nahm, die Cigarre vorsichtig hinlegend, ihren Hut ab, rauchte ein oaar Zuge, kauimte sich die Frisur zurecht, that wieder einen Zug, nahm Puder und Puderauast aus deut hübschen Ledettäschchen und inachrejid) in größter Gemütsruhe an ihrer Toilette zu schaffen, immer zwischendurch rauchend, gähnend, oder auch vor sich Hin- inurmclud, wovon er nur Variationen des Wortes „langweilig" verstand.
.. Er sah sich nicht um; der Gedanke, mit dem begagierten U?ulem reden zu sollen, war ihm widerwärtig, aber ihr Spiegel- M.w unklar und verzerrt es auch war, erinnerte ihn an etwas vubidjcs, Bctailll.eo — es wurde ioni nicht klar, woran?
sehen und inmitten des Parteigetriebes niemals den Blick verloren für den zur Sicherung des Errungenen notwendigen Zusammenschluß aller national gesinnten Elemente. Das deutsche Vaterland beklagt bei seinem Heimgänge den Verlust eines seiner besten Söhne.
Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt am Schlüsse ihrer Auslassungen: Der nationalliberalen Partei hat sein Ausscheiden aus dem Parlament eine unausfüllbare Lücke beigebracht. Sein Tod ist vielleicht geeignet, die von ihm stets hochgehaltenen Traditionen wieder aufleben zu lassen.' Wir zollen dem Heimgegangenen für sein nationales Wirken volle Anerkennung und stehen trauernd an seinem Grabe.
Die „Post" bemerkt: Herr von Bennigsen sei Zeit seines Lebens eine innerlich gefestigte, zielbewußte Persönlichkeit gewesen, die selbst dann imponiert habe, wenn sie irrte. Bennigsen sei eine Glanzerscheinnng gewesen und seine Führerschaft die Glanzzeit des Nationalliberalismus. Die Epigonenzeit habe keinen Mann hecvorgebracht, dec ihm vergleichbar wäre.
Die „Berliner Neuesten Nachrichten" meinen, mit Bennigsen gehe dec letzten einer, welche an dem Werden und dem Aufbau des neuen deutschen Reiches in bedeut- samer Arbeit beteiligt gewesen seien. Mit dec Reichsgründung werde sein Name im dankbaren Gedächtnis dec Nation verknüpft bleiben.
Die „Germania" bezeichnet den Verstorbenen als einen der hervorragendsten Parlamentarier und den bedeutendsten Führer der Nationallibecalen.
Die „Deutsche Tageszeitung" führt aus, daß die nationalliberale Partei in ihm ihr geistiges Haupt, das deutsche Volk einen treuen deutschen Mann verloren habe.
Die „Staatsbürger-Zeitung" bringt die Meldung von dem Ableben Bennigsen's mit dem Zusatz: Wiederum hat dec Tod einen Parlamentarier-Veteran, einen Vorkämpfer des deutschen Einheitsgedankens dahingerafft.
Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Mit dec großen Entwickelung unserer vaterländischen Dinge in Preußen sowohl wie im Reiche sei der Name Rudolf von Bennigsen für alle Zeit unauflöslich verknüpft.
Wie aus Hannover gemeldet wird, erfolgt die Beisetzung des verstorbenen Oberpräsidenten von Bennigsen im Garten des Gutes Bennigsen neben den Gräbern seiner Frau und seiner Söhne.
Zum Ableben des früheren Oberpräsidenten von Bennigsen erfahren wir noch, daß derselbe bereits seit Samstag bettlägerig war und an
Aber mehr und mehr amüsierten ihn die leichten, eleganten Bewegungen seiner Reisegefährtin.
Aus einmal schrie sie auf; — ein ganzer Haufen von ihren Tmletterequisiten war auf den Boden gerutscht, der West drohte von dem Sitz auch noch herabzugleiteu. - Gleichzeitig riß bei Schaffner die Wagenthür auf, die Fahrkarten nachzusehen; — es entltanb eine momentane Konfusion, sie fand ihre Karte nichl sofort. Der Schaffner beruhigte, zu Burkard geiuenbet, er werde später nochmal anfragen, wenn Frau Gemahlin fertig sei mit dem Zusammenpacken.
„Fehlte just noch! Frau Gemahlin!" murmelte lauter, als sie selbst wissen mochte, die Dame, während sie ihre Sachen aufhob und Burkard, als höflicher Mann, ihr dabei schweigend half
Dann richteten sie sich zu gleicher Zeit empor und nun fiel das Licht hell auf beide Gesichter.
Regungslos starrten sie sich an, mit großen erschrockenen Augen. Beide die Farben wechselnd.
Auf einmal flog über der Dame Antlitz ein äußerst liebenswürdiges sonnenhelles Lächeln und mit dem Ton fröhlichsten Erkennens hatte sie schon gerufen: „Und ob mein Schutzpatron nit a Prachtmand'l is! Der Burkard! Den Burkard beschert er mirl" ehe dieser über sein grenzenloses und nicht ebenso angenehmes Erstaunen Herr wurde. Sie bemerkte sein Mißbehagen durchaus nicht. Beide Hände hielt sie ihm mit ihren kleinen elegant behandschuhten Pfötchen fest, tief in die Augen blickte sie ihm und jubelte und lachte: „Der Burkard Frohberg! Meine erste Liab'! Meine erste und beste Herzensliab'!"
„Lenette! Lenettli! Wo kommst denn Du her? In diesen Zug?" stammelte er verlegen und linkisch.
Sie lachte amüsiert laut auf. „So a feiner Kavalier und so ganz a großer Herr ist er worden und noch just so brummig schaut er aus und so steif ist er, wie dazumal — als — wir — büffeln thäten! Gelt? War 'ne schöne selige Zeit? Herr Gott, was hab ich den Brummbär lieb gehabt! Na, Doruber iS Mir sein beide ein ganz Teil vernünftiger und gesetzter worden! Geltr
_ Ihm war schwindlig von all der Uebcrraschung, dem Schrecken und dem - Entzücken an der einstigen „Geliebten , seiner Schulerliebe. Wie ein Zauber war's, ben sie mit ihren herzigen Augen anrichtete, mit ihrer zärtlichen Stimme, daß alle jene völlig vergeßenen Tage der ersten Liebe mit all ihren Wonnen plötzlich wach und lebendig vor ihm stauben, wie eine große un- gehoffte Freude. Gott! wie sie sich geliebt hatten, er und des
einer starken Magenverstimmung litt, von Bennigsen hatte sich an einer Wärmflasche eine Wunde am Bein zugezogen, welche anfangs nicht beachtet wurde. In den letzten Tagen verschlimmerte sich jedoch die Wunde und dehnte sich immer weiter aus. Vermutlich dürfte Blutvergiftung hinzugetceten sein.
— DieZolltariskommissiondeSReichStageS hielt gestern ihre 100. Sitzung ab Am Platze des Vorsitzenden Rettich prangt ein großer Blumenstrauß mit hundert Rosen und einer vom Abg. Dr. Beumer verfaßten Widmung. Vorsitzender Rettich dankt für den Rosenstrauß und das Gedicht. Ein Teil der Ehrung falle aus den früheren Vorsitzenden v Kardorff zurück, der die Beratung des Zollge- setzes geleitet habe. Mit der hundertsten Sitzung habe die Kommission einen parlamentarischen Rekord erzielt, denn die Kommission für daS Bürgerliche Gesetzbuch habe es nur auf 70—80 Sitzungen gebracht, während die Zoll- tarisvorlage jetzt in der 100. Sitzung noch nicht erledigt sei. (Zwischenruf des Abg Dr. Müller-Sagan: Also weiter wursteln, damit sie einen noch höheren Rekord erzielt! — Heiterkeit.) Das vom Abgeordneten Dr, B e u m e r versüßte Gedicht hat folgenden Wortlaut:
„Zum hundertsten Male die Kommission Tritt heute zur Sitzung zusammen.
Hier schlugen zum gütigen Himmel hinauf Dec Rede zündende Flammen.
Du hast uns geleitet mit freundlichem Sinn, Zum Dank nimm die Gabe, die duftende, hin;
Auch ferner benimm hier so nett dich
Als Taris-Präside, Freund Rettich!"
Berlin, 9. Aug. Aus Tokio wird telegraphiert: Der Hauptheld des japanisch-chinesischen Krieges Admiral Marquis Saigo ist gestorben.
— Gegen das Fortbestehen der Kamerun-Hinterland-Gesellschaft in ihrer jetzigen Form spricht sich die Koloniale Zeitschrift, welche seit dem Juli von dem bekannten Kolonialpolitiker G. Meinecke hecausgegeben wird, auf das energischste aus. Es wird dort ausgefühct, daß die Gesellschaft schon 1893 als Aktiengesellschaft gegründet werden sollte, über ein Syndikat aber nicht hinauskam und von der Kolonialabteilung wegen mangelnder Grundlagen niemals die Rechte einer Deutschen Kolonial- Gesellschaft erhalten konnte. Die Gesellschaft richtete sich aber vollkommen als deutsche Kolonial-Gesellschaft ein, mit Aufsichtsrat und Vorstand, 7 ja sie suchte soaar Vorzugsanteile auszugeben, nachdem sie bereits 80,000 Mark in das afrikanische Geschäft gesteckt j hatte. Die
Kammerdiener Melchers Lenette. Kein Mensch wußte Darum, ganz still und heimlich war das wonnige Glück gewesen.
Und seit Jahren hatte er nie, nie mehr an Lenette Vtelchers gedacht!
Dennoch regte ihn diese (Erinnerung auf, durchschauerte ihn wie damals. Er war eben durch und durch aufgeregt. Im Bettachten der reizenden jungen Frau, die Lenette inzwischen geworden, vergaß er sich ganz und sie fiihlte, daß er troe der finsteren Miene sich freute, daß er sie noch heute entzückend fand, reizender als selbst damals. O, sie war das auch! ^ie wußte selbst nur zu gut, daß sie bezaubern, Hinreißen konnte, wenn ne wollte. Und mit aller ihrer weiblichen Tücke dachte ne Wsorl daran, ihre Macht über ihn zu erproben, nur zum Zeitvertreib, während der langweiligen Fahrt. „ . .
Das alles ging in beiden schnell wie ein Blitz vor, während er ganz verwirrt fragte: „So sag' doch Lenette, woher? wohin? bist Du verheiratet?" .
„Na, gewiß bin ich das und mein Mann, das gute Duserl, der verwahrts Haus. Aber komm, alter Schatz, laß uns vernünftig sein und plauschen wie zwei gute Freund'! Lieber Himmel, lang, lang ist's her, unb jünger sind mer fre li nit worden, aber Du, Du bist ja grab’ zum Verlieben für irgend ein Komteuel oder so was seines, (tiam wie der „Hans Heilnm schaut er aus! Gott, wenn der Liehnel den singt. Erinnerst Dich noch an den Liehnel „mein Schav" von ehedem?" , .. ... ,
Wie sie lächle! Er sah sofort sie hatte noch die Grübchen in den Wangen, wie damals! Und wie sie sich herausgemausert hatte, die kleine Lenette! Weih der Himmel, gan, wle -ine vor- nehme Dame und alles an ihr so dyc unb io Heibiaml
„Sag' mir noch erst, Lenette, bitt Du zum Theater gegangen? Damals war es Dein heißeues Verlangen? Und wer ist der Liehnel? Bist Du am Theater?"
„Aber sicher! Und Du hast doch gewiß schon von der Mertoni gehört oder gelesen? .ut Dresden am Hoftheater bin ich — Koloratur -. Na,, na, ich will Dwmchts vorlügen, freilich bin ich in Dresden gcmeien, aber nur fo zum Anfang, für die kleinen Singstücke, weißt, zu Opern reichen meine Künste nit, aber die Preciosa, die sing' ich Bir, daß alle weinen, und Singvögelchen und so was und jetzt nachiteiis geh' ich nach- Wien. Aber gut geht mir's; mein Mann hat ein hübsches Geld und ein flottes Geschäftchen, zu thun hat er Gott sei Dank auch so viel, daß er mich Zehn laßt, wie i mag unb weißt, ich hab' noch immer 'ne Schwärmerei sur 'nen ehrenhaften Namen! Und siehst, ich hab' mich allezeit danach gehalten unb barm Dich mit mir überall seh n lauen.
(Fortsetzung folgt.)
rt^