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wollen» dem ganzen Reichrtage gut schreiben. Der Kaiser und der Bundesrat, die mit dieser Vorlage ihren politischen Linn bekundet haben, würden dafür den Dank der Be­völkerung ernten.

Die Adg. HauSmann (südd. Volksp), Gamp (Reichsp.), und Baron de Schmid (kons. Els), von Leveyo (kons.) und Glebocki (Pole) sind Namens ihrer Partei für die Vorlage.

Die Vorlage wird gleich in zweiter Lesung angenommen. Das Haus wählt sodann 7 seiner Mitglieder in den Bei­rat für Arbeits-Statistik. Zum Schluß folgen noch Petitionen.

Montag 1 Uhr dritte Lesung der Vorlage betr. den Diktatur-Paragraph, zweite Beratung der Zucker- steuer-Vorlage nebst S üß st o ff g e s etz, endlich Petitionen. Schluß 6 Uhr.

frniseber Landtag.

Darmstadt, 7. Juni.

Tagesordnung: Wahlrechtsvorlage.

Staatsminister Rothe erklärt, daß die Regierung bereit sei, an eine Revision heranzutreten Das Ergebnis aller Prüfungen in dieser Sache sei die vorliegende Vorlage. Be­sonders betont werden solle, daß sie sich charakterisiere als der Entwurf eines revidierten Wahlgesetzes. Die Re­gierung habe sich bemüht, dem Lande einen Kampf über das Wahlrecht zu ersparen, was ihrer Meinung nach im Interesse der großen und schwierigen Aufgaben liege, die zur Zeit vorlägen. Der Schwerpunkt de» Gesetzentwurfes liege in dem Ersatz des indirekten durch das direkte Wahlrecht, wofür sich ja schon 1846 in der Kammer eine Majorität gefunden habe, während die erste Kammer sich stets dieser Forderung gegenüber ablehnend verhalten habe und noch verhärte. Trotzdem habe sich die Regierung für das direkte Wahlrecht entschlossen. Persön­lich spreche er sich nach seinen Erfahrungen bei Wahlen aller Art dahin aus, daß man das direkte Wahlrecht nicht a priori zurückweisen solle bei Landtagswahlen. Ein voll­kommenes Wahlsystem sei das direkte Wahlrecht auch nicht, aber ein unbeschränktes direktes Wahlrecht zu geben, sei die Regierung nicht gewillt. Der Staatsminister verteidigt dann die allgemeinen Koutelen, die der Entwurf enthalte. War die Wahlpflicht anlange, so sei sie von namhafter Seite ungünstig beurteilt. Bei der Mehrzahl der Richt- wählendcn sei Gleichgiltigkeit der Grund ihrer Passivität. Daran aber müsse man festhalten, daß Gleichgiltige sich in allen Schichten der Bevölkerung fänden und daß die extre­meren Parteien rühriger seien als die anderen und deshalb mehr Erfolg hätten. Das Wahlrecht sei bisher nur als ein Recht gekannt worden, wohl auch verbunden mit einer moralischen Pflicht, aber unbekannt sei in Deutschland eine gesetzliche Wahlpflicht. Daß von Staatswegen mit Zwangsmitteln vorgegangen werden solle gegen Säumige, dagegen sprechen s>hr gewichtige Gründe. Üebrigen» kämen die staatserhaltenden Parteien auch ohne solchen Zwang aus und wer feine Pflicht bei den Wahlen versäume, höre damit eben auf, staatserhaltend zu sein. Er sei der Meinung, die direkte Wahl an sich würoe das Interesse an den Wahlen schon so erhöhen, daß das künst­liche Mittel des Wahlzwanges nicht nötig sein dürfe. Was nun die Proportionalwahlen anlange, so beruhen die Aussichten über ihren Wert mehr aus doktrinären Er­wägungen, die geteilt seien, als auf praktischen Erfahrungen. Gegen dieses System spreche seine Unveiständlichkeit bei der großen Masse und es stelle Anforderungen an die Wahl- leiter, denen nicht viele gewachsen wären. Auch werde die Selbstständigkeit des einzelnen Wähler» geschädigt, da er sich unter allen Umständ n seiner Partei anschließen müsse. Durchgreifendes Hervorlreten der Parteien fei bei diesem System das charakteristische und machte sozusagen das direkte Wahlrecht illusorisch. Ein Vorzug sei freilich die Berücksichtigung der Minorität, aber um auf diesem Gebiet zu experimentieren, dazu könne sich die Regierung nicht ent­schließen und müsse deshalb dieses System a b l e h n e n. Der Staatsminister wiederholte noch einmal, es handelte

Geerteerd.

Novelle von E. V e l y.

®) (Nachdruck 6 erboten.)

Aber es ist sichrer dort, wie auf einem Schiffe, ant­wortet er.

Sie zuckt die runden Achseln.

Wenn ich ein Mann wäre, mir gefiele das Schiff besser!

Er widerlegt den leisen Vorwurf, indem er sagt: Wach' ich nicht für die Sicherheit der Leute, die draußen sind? Und ist eine schwere Verantwortung glaub mir's, Geerteerd.

Sie hat ein spöttisches Lächeln. Schiffe und Schiffer Hat's immer gegeben all das künstliche Feuer ist neu und wenn es sein soll, daß ein Schiff zu Grunde geht, mit der Kunst Hält's Keiner. Und sind schon Lcuchtthürmc eingeftürzt, aber die Schiffer haben doch ihren Weg gefunden.

Du mußt einmal zu mir herauf steigen, meint Fritz West und zeigt beim Lächeln weiße, wohlgeformte Zähne, da erkläre ich's dir besser.

Geerteerd giebt keine Antwort und er fährt fort: Du sprichst, wie Dein Vater denkt. Er ist nicht sür's Neue.

Und auch nicht sür's Fremde.

Der Thurmwächter streicht über seinen sauberen Tuchrock.

Du vermagst viel, Geerteerd, Du kannst ihn auch noch bekehren. Sieh', als ich von meiner Heimath im Binnenland fort bin, habe ich immer gedacht, nur die Mädchen dort könnten mir gefallen. Lange habe ich sie nicht an den Küsten leiden mögen. Das kalte, stille Wesen nicht. Du hast mich bekehrt.

Das Mädchen reibt die Handflächen aneinander und sagt: Daß ich nicht hell bin, das habe ich von meiner Mutter und die von ihrer ich habe mich oft darum geschämt.

Fritz West lacht fröhlich auf. Das ist ja gerade das Be­sondere an Dir, Deern, laß Dich's nicht betrüben. Und solch' Fischblut, wie die Anderen hast Du hoffentlich auch nicht! Er

sich bei dieser Vorlage nicht um ein neues Gesetz, sondern um die Revision einer bestehenden.

Abg. Dr. Frenay (Centr.) giebt namens seiner politischen Freunde die Erklärung ab, daß seine Partei im Großen und Ganzen der Vorlage sympathisch gegenüber» stehe. Ihre endgiltige Stellung würde sich erst nach der zweiten Lesung ergeben.

Abg. Heydenreich (nl.) verteidigt ausführlich das in­direkte Wahlrecht; denn so allgemein sei der Wunsch der Bevölkerung nach direktem Wahlrecht doch nicht, wie der Staatsminister erklärt habe. Bei Einführung des direkten Wahlrechtes würde der Einfluß des Mittelstandes, der Bild­ung und des Besitzes geschädigt. Die Macht würden nur Diejenigen erlangen, die die große Masse durch Agitation und Presse beherrschen.

Die Sitzung wird abgebrochen. Nächste Sitzung: Dienstag 10 Uhr.

Preusiscber Landtag»

Das Haus nahm am Samstag die P o le n- Vo r- l a g e an. Hierauf wurde die Berggesetznovelle an­genommen und dec Bericht der Budget-Kommission über den Nachweis betr. die Errichtung von Getreide- lagern für erleoigt erklärt. Am Montag wird die Bccggesetznovelle beraten, ferner dec Antrag Arnim betr. Zusammensetzung der General-Kommission, der Antrag betr. innere Kolonisation.

* In der Unterhaltungsbeilage beginnt heute ein neuer Roman, betitelt

Der Atlstralier"

von E. W. Hornung, den wir allen geschätzten Leserinnen und Lesern als Lektüre nur empfehlen können.

Giessener Cagesneuigkeiten.

Gießen, 9. Juni.

* Ernennung. Am 7. Juni wurde der Gerichts- Assessor Fritz Hoos aus Lauterbach zum Staats­anwalt am Landgericht der Pcoinz Oberhessen ernannt Der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel Dr. Karl Langsdorf ist zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Langen, der Gerichts-Assessor Hermann Müller aus Schaafheim zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel, beide mit Wirkung vom 12. Juni ernannt worden.

* Audienzen. Der Großherzog empfing am 7. Juni u. A. den Pfarrer und Superintendenten Petersen und den Professor Dr. He im bürg er, ordentlichen Professor der Rechte an der Landes-llnivecsität zu Gießen.

* Zu dem vom 19.21. Juli in Kassel statt- findenden größeren Verbandsrad fahrfeste kommen auch viele Brudecvereine aus Süddeutschland, denen sich die Gießener anschließen. Dieselben treffen hier zusammen und fahren dann gemeinsam nach dem Endziel.

* Die für gestern angesetzt gewesene Gauturn­fahrt nach Lauterbach wurde am Samstag Abend des schlechten Wetters wegen telegraphisch abgesagt. Die Turnfahrt findet nun kommenden Sonntag, den I 15. Juni statt. Hoffentlich werden unsere Jünger

sucht ihre Hand zu fassen, sie schüttelt langsam den Kopf und zieht sie zurück.

Einen Mann haben die Großmutter und die Mutter freilich auch gekriegt, obwohl man sie die Schwarze geheißen hat wie mich.

Und Du könntest jeden Tag freien, brauchst nur ja zu sagen, kommt es bedeutungsvoll von den Lippen des Mannes. Warum bist Du so spröde? Willst Du Deinen Vater nicht verlassen?

Ich will abwarten, entgegnet sie.

An diese Antwort ist Fritz West bereits gewöhnt, sie sicht ihn nicht au.

Ich auch, sagt er und steht auf, weil er sicht, daß Edo Finnink auf sie Beide zukommt. Der würdigt ihn keines Blickes, sondern hebt ein ansehnliches Stück Bernstein hoch und hält's Geerteerd hin: Das ist mir eben vor die Füße ge­schwommen willst's?

Nein!

Meinte, könntest's eintauschcn, wenn das Frauenzimmer mit dem Kasten, wo's Bcrnstcinkorallcn drin hat, wieder kommt.

Ucber's Jahr ist das! sagt Geerteerd. Ist lang hin.

Edo dreht seinen Fund hin und her.

Was soll ich damit?

Weiß nicht! rüst Geerteerd und läßt beide Männer stehen und geht langsam dem Strande zu.

Ja, sie ist stolz! sagt Fritz West und lacht schadenfroh, daß der Matrose unfreundlicher empfangen ist, als er.

Wenn Du mich meinst, gab der geärgert zurück, hast's falsch angebracht. Wenn Du auf Deinem Thurm sitzest, steh ich bei dem alten Maniel und der kann keine Fremden sehen.

Von dem Maniel will ich nichts

Ohne sein Wort ist auch die Geerteerd nicht da.

Fritz West pfeift leise, er sieht mit einer Art Verachtung auf den fischäugigen Blonden. Er meint, vor dessen Neben­buhlerschaft ist er sicher.

Frag' in Neuwert nach, murmelt» Edo.

Jahns dann bei heiterem Himmel auf dem Hainig ihr Stelldichein geben sönnen.

Die hiesige Spar- und Leihkasse Gießen, ist vom 1. bis 15. Juni wegen des in dieser Zeit vorzunehmenden Umzuges in das neue Gebäude Johannesstraßc 5 geschlossen.

* Heute Montag Abend üben unsere beiden Feuerwehren gemeinschaftlich.

* Langfinger. Vergangene Nacht wurde in einem hiesigen Geschäftshaus eingebrochen und der Ladenkasse der Betrag von ca. 100 Mk. entnommen. Der Dieb war durch ein Kellerfenster in das Innere des Hauses gelangt und hatte dann die Ladenthüre und Kasse mittels Werkzeugs geöffnet. Vermutlich ist man dem Thäter auf der Spur. Ein hiesiger junger Mensch, der kaum der Schule entlassen ist, entwendete gestern in einem hiesigen Garten- Restaurant einen wertvollen Stock. Anzeige ist erhoben.

D. In dem Bestreben, das Schwimmen in seiner richtigen und seit langen Jahren erprobten Ausführung auch in unserer Stadt einzuführen und zu diesem Zwecke einen Schwimmverein ins Leben zu rufen, hat der Deutsche Schwimm-Verband (Kreis Süddeutschland, Gau I) beschlossen im hiesigen Volksbade ein Schau- und Wettschwimmen und Springen zu ver­anstalten, und zwar am Sonntag, den 22. Juni, Nach­mittags 3,50 Uhr. Ueber das angekündigte Schau- und Wettschwimmen und Springen schreibt uns der Verband folgendes: Der Kreis Süddeutschland des Deutschen Scbwimin-Verbandes beabsichtigt, entsprechend seinem Zweck, das dem Körper wohlthätige und dien­liche Schwimmen überallhin zu verbreiten, in Gießen einen Schwimmverein ins Leben zu rufen. Um nun einen Beweis zu erbringen, in welcher außerordentlich vielseitigen Weise das Schwimmen und Springen betrieben werden kann, werden eine Anzahl Mitglieder des seit 11 Jahren bestehenden Ersten Frankfurter Schwimm-Clubs an dem genannten Tage im Volksbad ein Schwimmfest veranstalten. Da der Kreis natürlich keinerlei materiellen Vorteil von dieser Feier haben, sondern nur die ideale Seile des Schwimmwesens vor- führen will, so werden Freunde und Anhänger des Schwimmens, besonders auch Damen, gebeten, die in­teressante Veranstaltung recht zahlreich zu besuchen und zu unterstützen. Was das Schwimmen selbst betrifft, so ist es ja ein bekannte Thatsache, daß wohl keine körperliche Uebung mehr geeignet ist, bei dem Menschen Kräftigung, Gesundheit und geistige Frische zu erhalten und zu fördern, als wie das Schwimmen. Leider wurde früher dieses Faktum zu wenig eingesehen, und erst seit ca. 15 Jahren macht sich eine bedeutende Bewegung bemerkbar, das Schwimmen in richtiger und den Körper wirklich kräftigender Weise durch das Wirken der Schwimmvereine glcicb dem Turnen zu einem Gemeingut des deutschen Volkes zu machen. Diese Ab­sicht ist auch im besten Aufschwung begriffen, denn die bis jetzt bestehenden Schwimmvereine ca. 150 an der Zahl, haben sich die Aufgabe gestellt, nicht allein ihre Mitglieder zu tüchtigen unerschrockenen Schwimmern heranzubilden, sondern auch die Jugend im Schwimmen zu unterrichten, zu welchem Zweck Zöglingsabteilungen errichtet wurden. Wer aus eigener Anschauung beob­achten kann, wie viele der Kinder durch fortgesetztes Schwimmeu mit der Zeit zu kräftigen Gestalten mit breiter Brust und vollem pulsierenden Leben heran- wachsen, wie sie abgehärtet werden, Wind und Wetter zu ertragen, der wird zugeben, daß das Wirken der Schwimmvereine ein segensreiches ist. Das Schwimmen, wozu auch Springen und Tauchen gehört, ist Turnen im Wasser. Es ist die vollendetste aller Turnübungen, da sie alle Muskeln des Körpers in Anspruch nimmt, und in staubfreier Luft ausgeführt loirb. Alles das wird aber nur bei einem regel­mäßigen, Sommer und Winter ausgcübtcn Schwimmen

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Was ist damit? forscht der Wächter.

Ist immer einer herüber gekommen

Der Geerteerd wegen? ergänzt der Andere. Die thut's den Männern freilich an. Und was sagte sie zu demvon Neuwerk" ?

Ließ es sich gefallen

Das soll heißen? ist nun Wcst's eifrigere Frage.

Hat es sich gefallen lassen bis es ihr leid war.

Und?

Der alte Maniel seinen Spruch gegeben hat. Edu Finnink wird die ausführliche Unterhaltung, welche er begonnen hat jkbp reits unbequem.

Was hat Maniel gesagt?

Sein Haus, in dem er sich abgetakelt habe, stünde hier auf der Insel, giebt der Matrose spöttisch zur Antwort.

Dann schreitet er, nach des Mädchens Fußstapfen, die aber schon halb verweht sind, spähend, dem Strande zu.

Fritz West sagt Ah und dreht an seinem braunen Schnurr­bart er glaubt auch an ihre Erfüllung und traut Geerteerd genug Geschmack zu, als daß ein Vergleich mit Edo Finnink zu seinen Ungunsten auèsallen könnte.

Geerteerd ist zu den Mädchen getreten, sie sehen einander an und gehen dann Seite an Seite der westlichen Richtung zu. Noch sind sie nicht weit, da kommt eine Gestalt zwischen den Dünen hervor, während die Schwarze, als sie dieselbe erkannt hat, meerwärts blickt, als lasse sie diese Annäherung kalt, wird Meeric Möllers blutroth und stammelt beinahe den Namen: Jo Toben!

Da bin ich wieder, sagte der junge Matrose, als er dicht vor ihnen steht.

Ja und da bist Du! ist die Antwort. Jo Toben ist zwei Jahre in fremden Meeren gewesen.

Denke, daß es hier noch just so aussieht, als früher, fährt er fort

(Fortsetzung folgt)

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