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Hus lern Gerichtssaal.

§ Landesverrat. Am Mittwoch hat vor dem ver^nigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsgerichte zu Leipzig unter großem Andrange des P ublifumâ bergan* desverratsprozeß gegen den Geschäftsreisenden Edo Becker aus Wolffenbüttel begonnen. Den Dorsch fuhrt de - natspräsident Trepl'n, die Anklage vertritt anwalt Olshausen, Verteidiger ist Rechtsanwalt Qild haqcn Geladen sind elf Zeugen drei Militarsachver- ständiae und ein Dolmetscher. Außerdem wohnte im Aus traue be^ Ministeriums für Elsaß Lothringen Polr- zeidirektor Zahn Straßburg den Verhandlungen bei Ter Angeklagte ist im wesentlichen geständig, einem fran- zösischen Spion immens Menier militärische Korrespon­denzen und photographische Aufnahmen der Metzer Festen „Lothringen" unb „Graf Haeseler" geliefert zu haben.

8 Irrsinnig oder nicht? Der ehemalige Reichtstags- abgeordnete Oskar Freiherr von Münch stand vor der Strafkammer zu Berlin unter der Anklage, den Komgl. Württembergischen Staatsminister v. Pischek, den - -^edi- zinalrat Tr Tietz, den Oberamtmann Stieserhofer und anbcrc bcni würllcmbergischen Ministerium des Innern unterstellte Behörden und Beamte im Sinne des § lbö St G.-B. beleidiat zu haben. und zwar durch eine Bro­schüre „Württeinbcrgische Rechtspflege mib Verwaltung . Ter Aiigcklaatc ivar seinerzeit in Württemberg zwang.- weise in eine Irrenanstalt gebracht worden. ^ejnc hwr- gl'gen eingelegten Beschwerden hatten keinen Erfolg. Da­gegen erwarb v. Münch damals bie preußische Staats­angehörigkeit, und daS Polizeipräsidium zu Frankfurt a M den, der Angeklagte am 13. Dezember 1901 über­geben'wurde, hielt seine Unterbringung in einer Irren­anstalt nicht für notwendig. Trotzdem läßt man ihn in Württemberg nicht seine dort schlvebcnden Zivilklagen (unechten. Ter Angeklagte schrieb nun die zur An­klage stehende Broschüre, in tvelcher er behauptet, geistig völlig intakt und das Opfer schwerer, von den württeni- berglschen Behörden begangener Mißgriffe zu sein. -^ie Verhandlung mürbe vertagt, damit die medizinischen Sach­verständigen' Gelegenheit zur Beobachtung des Angeklag­ten fänden.

Lokales.

Gedenktafel für den 7. November.

1659. Pyrenäischer Friede zwischen Frankreich und Spanien. Frankreich erhält das Uebergewicht auf dem Kon­tinent. — 1773. Ter preußische Reitergeneral Seydlitz *.

— 1810. Der plattdeutsche Tichter Fritz Reuter *. —■ 1870. Gefecht bei Chaumont. -

** Etwas vom Trinkgeld. Ich bin kein Feind des Trinkgeldes, schreibt uns ein Freund unseres Blattes, aber das Trinkgeld hat mich schon ost geärgert. Nicht, weil ich es geben muß, sondern, meil ich nicht weiß, wem ich es geben soll. Ich komme in eine Weinstube und werde ebenso, wie alle anderen Gäste von einem jungen Manne in ein­facher Kleidung bedient. Als ich meine Zeche zahle, gebe ich dein jungen Mann ein Trinkgeld. Beleidigt schiebt er es zurück. Sollte ich ihm zu wenig gegeben haben? Bald erfahre ich durch einen Gast des Rätsels Lösung. Der junge Mann ist der Sohn des Wirts. Ich komme in ein anderes Lokal. Ein sein gekleideter Jüngling im Braten­rock bedient. Natürlich der Wirt oder sein Sohn. Als ich meine Zeche zahle, gebe ich dem jungen Manne natürlich kein Trinkgeld. Verwundert, fast verächtlich sieht er mich an. Ein Gast belehrt mich, es sei ein Kellner, der nach Sitte des Lokals nicht im Frack erscheine. Ich bin tief gebeugt. Um meinen Kummer zu vertrinken, gehe ich in ein drittes Wirtshaus, eine alte gemütliche Weinkneipe. Ein etwas mürrischer Jüngling bringt mir des Bacchus Gabe. Das ist der Sohn des Wirts, ersehe ich aus der Unterhaltung hm Nebentische. Er ist's auch wirklich. Ich zahle meine Zeche und gebe diesmal, in dem sicheren Gefühl, nicht anzustoßen, kein Trinkgeld. Als ich aber auf* ftcl)e, sehe ich, daß ein Gast, der am Nebentische zahlt, ein Trinkgeld gibt, das von dem Mürrischen freundlich angenommen wird. Wem soll ich also künftig ein Trink­geld geben? Wie erkenne ich den Kellner und wie den ^ohu des Hauses? Wie kann ich es erfahren, ob auch der letztere gewöhnt ist, ein Trinkgeld anzunehmen?

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" Der Großherzog empfing am 5. November den Geh. Kommerzienrat Frhrn. Heyl zu Herrnsheim, den Leutnant Kranzbühlcc von der Reserve des 2. Dragoner-Regiments (Lcib-Dragoner-Rcgimcnts) Nr. 24, den Leutnant Edler v. Scheibler von der Reserve des 1. Dragoner-Regiments (Gacde-Dragoner-Rcgiments) Nr. 23, den Ministecialsckrctär im Staotsministcrium Dr Valckenberg, den cvang. Pfarrer Offenbacher von Albig, den Regicrungsrot Schläger, den Hochbauaufieher Geyer, den cvang. Pfarrer Kraus von Essenheim, den Regierungsrat Dr. Heil von Offenbach, den Rittmeister Ä-cstertveller v. Anthoni, Estadronchef int 1. Dragoner- Regiment (Gardc-Dragoncr-Rcgiment) Nr. 23, den Hof­rat Kofler, den General-Sekretär des Komitees für das Richard Wagner-Denkmal Dr. E. Carlotta von Berlin " (M, I i t ä^r d i e n st n ach rich t e n.) Aulich, Roß- arzt vom Hess. Train-Bat. Nr. 18, zum Fcld.-Art.-Rcat von Peucker (1. Schles.) Nr. 6, Woite, Roßarzt vom Hus.-Reg. König Humbert von Italien (1. Kurhess.s Nr. 13, zum Hess. Train-Bat. Nr. 18 — versetzt. Schallchn, Jntcnd.-Rat, Borstand der Jntend. der 13. D'V, Worbs, Jntend.-Assrssor von der Korps-Jntend. des 18. Armeekorps — zum 1. Januar 1903 gegen­seitig vc> setzt. "

.. ,** Die Rückkehr des Prinzen Heinrich von Kiel nach Darmstadt erfolgt Freitag Abend 8" Uhr.

_ □ Rclrutcnvcrndigung. H ute Vormittag ist in der Stadtkirche die „junge Mannschait" unserer 116er vereidigt worden; 'M Ganzen leasen 720 Rekruten den Fahneneid ab.

□ ro mljla8" W>e uns heute mitgeteilt wird, haben die hiesigen Bäcker beschlossen, vom Montag ab den vier- I pfundigen Leib Brot um 2 Pfennig billiger abzugeben.

! . * ®^ern ®6enb hielten die beiden hiesigen l rci>villtgen Feuerwehren unter dem Kom- mando des Herrn Branddirektor Traber gemcinschaft- ■ ltch einen Brandangriff ab. Als Objekt waren

die beiden Güterschuppen dcc hiesigen Bahnhöfe aus­ersehen Punkt S1^ Uhr stellten sich die beiden Wehren und rückten nach der Brand .alte. Beide Korps leisteten Vorzügliches, so daß im Fall der Gewhr solches Projekt bald abgelöscht wäre. Später kamen die leiden Wehren im Saale des „Hotel Einhorn" bei einem Glas Bier zusammen, wobei die Feuerwehrkapelle konzertierte. Branddirektor Traber begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden beider Korps, und sprach sich lobend über die Leistungen aus. Wenngleich zweierlei Tuch, so seien doch die Bestrebungen dieselben, nämlich Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr.

* —* Wie wir vernehmen w'rd unseres es a mt e Studentenschaft dem o. Professor der Physik Dr Paul Drude, der den an ihn ergangenen Ruf an die Leip­ziger Universität abgelehnt hat, eine Ehrung in Form eines Fackelzuges darbringen, dem sich ein Kommers in Steins Garten anschließen soll.

* * Fortbildungsschulwesen. In Oberhessen werden in diesem Jahre gegen 5000 Mk. Unterstützuna für ärmere Gemeinden zur Bestreitung der FortbildungSschul- kosten verausgabt, davon entfallen auf solche Gemeinden des Vogelsbergs ca. 3000 Mk.

* * Der Hessische Kri eger ve rban d Hassia hat, wie wir von zuverlässiger Seite hören, in fein r am Sonntag in Darmstadt abgehaltenen Sitzung beschlossen, ein eigenes Verbandsorgan vom 1. Januar 1903 ab wöchentlich einmal in Darmstadt ei scheinen zu lassen.

* * (Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 1. Kl. 7. Großherzogl. Hessischen Landes­lotterie wurden nachstehende Haupt-Gewinne gezogen:

40 OOO Mk auf Nr. 84 245 nach Gonsenheim, 20 000 Mk auf Nr. 25 17 9 teilweise nach Mainz und Gotha,

1 000 Mk auf Nr. 45 157 nach Mainz,

400 Mk auf Nr. 9257. Ohne Gewähr.

* * Kriegerverein. Wie immer zum Beginn eines Monats hielt gestern der hiesige Kriegerverein im Restaurant Feidel seine Monats-Versammluna ab. Gelegeut- llch dieser hielt Herr Leutnant d Res. Keller-Mainz einen höchst interessanten Vortrag über die nationale und soziale Bedeutung des Heeres, der von allen Anwesenden mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Ein dreimaliges Hoch auf den Landesfücsten schloß die Versammlung und heitere Fidelitas trat an Stelle des vorherigen Ernstes.

* * Leipziger Sänger. Am Dienstag, den 11. und Mittwoch, den 12. d. Mts. veranstalten die Leipzig er Quartett- und Konzertsänger in Steins Garten unter Direktor Ey les zwei Humoristische Abende, lieber die Leistungen des Quartetts geben wir nachstehend eine Kritik der „W.-Ztg." wieder: Allemal, wenn sich die Wilh. Eyles altrenommierten Leipziger Quartett- und Konzertsäuger zu einer Soiree anmelden, dann geht gewissermaßen eine kleine Bewegung durchs unsere Stadt: da müssen wir hin! Gestern abend waren die Sitzplätze im Saale des Kurhauses schon lange vor 8 Uhr vergriffen, und nur mit Mühe gelang es später Kommenden, noch einen Stuhl von irgend­woher zu erwischen; eine geradezu beängstigende Fülle wiesen Saal und Gallerie auf. Jedenfalls ist das ein Zeichen, daß die Sänger sich bei uns eines guten Rufes erfreuen. Und diesen Ruf haben sie in dem gestrigen Konzert vollauf gewahrt. Wenn es darum zu thun war, einige Stunden urwürzigen Humors zu genießen, wer einmal herzlich Lachen wollte, dec kam bei den Leipzigern vollauf auf seine Rechnung. Das Programm wies 11 Nummern auf; dec nicht endenwollende Bei­fall veranlaßte die Sänger jedoch zu verschiedenen Zu­gaben, sodaß schließlich die Zahl 25 hecauskam. Neben den tonschön wiedergegeben Quartetten und Einzel­vorträgen sind es namentlich die humoristischen Sachen dec Heccen Eyle und b^sondecs Römer, welche den Zu­schauer aufs allecheitecste stimmen. Von den Einzel- vorträgen wurde u. A. dec „Haczgruß", vorgetragen von Herrn Ebert, sehr beifällig ausgenommen. Ein ausgezeichneter Damenimilaloc ist Herr Del tzsch, dec in seinem ganzen Auftreten und feiner hübschen Sopran« (Kopf-) stimme von einer wirklichen Dame kaum zu unterscheiden ist. In seiner Zugabe „die Beichte" fang er außer Sopran einen klaren Baß. Den Schluß des Abends bildete das humoristisch-musikalische Gesamt­spiel „die imitierten Tyroler", welches ebenfalls stürmische Heiterkeit hcrvocrief. — Heute Montag, treten die Sänger noch einmal auf, und wir können den Besuch nur bestens empfehlen.

* * Wüder gesunden. Der Student Heuß, welcher seit einigen Tagen vermißt wurde, hat von Pommern aus, wohin er sich gewandt hat, seine Eltern um Geld gebeten mit ber Motivierung, daß er als reumütiger Sohn wieder zurückkehren will. Ec stammt aus Arms­heim in Rheinhessen.

□ Unsere Stävtische freiwillige Feuerwehr feiert nächsten Samsiag im C^se Leib ihr 47 Stiftungs­fest. Recht gemütliche F ststunden sind den Kameraden, welche sonst in Not und Gefahr hilsebereit sind, von H»r^en zu gönnen.

**Recitations-Abend. Im Fe lse n kel le r (Bahnhofstraße) hierselbst findet am Donnerstag, den 13. d. Mts. ein Recitations-Abend statt. Zur Aufführung gelangt „Die Sünde."

* * Im Orpheum wird heute Abend das Wilhardffch.' Lustspiel: „Pariser Leben" gegeben; Edith Norden, die bekannte Schauspielerin, tritt in dem Stück als Gast auf.

* * Der Wohlthatigkeitsverein „Conteutia" hatte mit seinem am letzten Samstag arrangierten Familien­abend einen vollen Erfolg. Der Saal in Steins Garten war voll besetzt; das gebotene Programm war sehr abwechslungsreich Einen besonderen Anklang

fand das Theaterstück „Tante Mayer oder die Ein­quartierung im Sprecwald" und die in Scene gesetzte Saalpost. Ein gemütlicher Tänzcheil beschloß den Abend. — Am anderen Tag zog, wer noch wollte, nach dein „Wlnohof", hier mar cs ebenfalls sehr bald gemütlich, sodaß man allgemein bedauerte, daß das „Bieberlicschen" nicht noch zu späterer Nachtstunde die Heimbcfördcrung übernahm.

Hus Hessen und llacdbargebieten.

** Großtn-Llndcn. Der BlöSchenauèschlag in ver­schiedenen hiesigen Gehöften ist erloschen.

0 Grünberg erhält nunmehr — wenn auch die Ver­handlungen noch darüber schweben — ein neues Steuer« kamm'ssariatSgebäude. — In Homberg a. d. O- ist man in gleicher Sache schon weiter, dort ist bereits der Platz schon bestimmt zum Neubau eines Sten rfomm ssariatSgebäu^eS.

) ( Ruppertenrod, 5 Nov. Der unserem Gendarmerie- bezirk seit 6 Jahren vorstehende Wachtmeister Dörr ist mit gestern nach Kirtorf verzogen. Sein freundliches Wesen, vereint mit Gerechtigkeitssinn, haben dem Scheidenden zahlreiche Freunde erworben, so daß fein Weggang all­gemeines Bedauern erregt.

* * Burg Gemünd. Am hiesigen Stationsgebäude wird ein größerer Anbau auSgeführt, welcher bereits bis auf Sockelhöhe gediehen ist und vor Winter noch fertiggestellt werden muß.

In Zell-Romrod wird für den Groß Herzog an das Stationsgebäude ein F ü rft c n z i m m c r an- gebaut. Dasselbe soll im Innern den Charakter eines Jagdzimmers erhalten.

* ** Lauterbach Ter hiesige Babnhof wird demnächst durch einen großen Umbau vergrößert werden; die Arbeiten hierfür sollen in b^n nächsten Tagen ausgeschrieben werden. — Auch in Salzschlirf wird der Bahnhof durch Anbau be­deutend vergrößert.

* =* Rkttinghauscn Es wirb uns von sehr identischer Seite geschrieben, bah bic Errichtung des großen Schieß­platzes nahe uns res O'tes nunmehr beschlossene Sache sein soll. Mehrere höhere Militär- und Regierungsbeamte auS Berlin weilten dieser Tage hier und besicht'gten das Terrain sehr eingehend. Die durch die event. Errichtung deS neuen Schießplatzes intenffi rten Grund- und Hausbesitzer thun gut daran, wenn sie jetzt mit etwas Reserve arbeiten.

: : Aus dem Ohmthale, 5. Nov. Das schöne November­wetter w rd von ui seren Landwirten recht willkommen ge­heißen, da mit der Weizenbestellung noch mancher im Rück­stände ist. Durch das anhaltend schlechte W.tter der ver- gangemn Wochen lag auch die Möglichkeit nahe, das Um* pflügen der Stoppeläcker unterlassen zu müssen. So kann das Vieh sogar noch die Weide benutzen.

D Ober-Abtsteiuach, 5. Nov. Das einzige dreijährige Kind der Eheleute Leonhard Berberich dahier fiel in einen Topf kochenden Wassers. Es starb alsbald an den erlittenen Brandwunden.

* * Vilbel, 5. Nov. Der 26jährige Weißbinder Jckler ist nicht, wie g meldet würbe, aus dem Zug gesprungen und dabei aus Zufall überfahren worden, sondern er hat den Tod freiwillig auf den Schienen gesucht, weil er arbeits­los war.

* * Kirchhain, 5 Nov. Gestern fand der letzte der dies­jährigen Viehmärkte statt. Da die Landwirte mit den Ernte- unb Bestellungsarbeiten ziemlich fertig sind, hatten dieselben den Markt stark besucht und herrschte deshalb schon vom frühen Morgen in den zum Markt führenden Straßen ein lebhaftes Treiben. Dec Rindvichmarkt war mit zirka 500 Tieren befahren, Händler waren in großer Anzahl erschienen unb entwickelte sich bei guten Preisen ein flottes Geschäft. Der Schweinemarkt war ebenfalls stark befahren, auch hier wurden viele Verkäufe abgeschlossen, doch konnte man noch nicht von einem Sinken ber Preise sprechen. Saugferkel kosteten je nach Qualität 24—40 Mk., Läuserfchweine bis zu 80 Mk. pro Paar.

* * Fulda, 3. November. Die Stadtverordneteu- Versammlung hat den Antrag betr. Einführung der Bedürfnisfrage für das Schankgewerbe mit 17 gegen 10 Stimmen abgelehnt. (Die städtische Verwaltung Gießens war nach 3jähciger probeweisen Einführung eines dahingehenden Ortsstatuts dec Ansicht diese Einrichtung für Gießen zu einer dauernden zu ^a**n^ngcn, 5 Nov. Bei den bevorstehenden Reichr- tagswählen wird im Wahlkreise Bmgen-Alz-Y das Zentrum, das bei den letzten Wahlen die Freisinnige Volkspartei (Schmidt) unterstützt hatte, eine eigene Kandidatur aufstell'N.

Köln, 6 November. Mit Genehmigung des Papstes ist Wethvischof Dr. Antonius Fischer zum Erzbischof gewählt worden.

Briefkasten der Redaktion.

— N. 91- hier. Sie wollen gern wissen, ob der hiesige Marineverein die auf seinem letzten Stiftungs­feste gegebenen Theaterstücke nochmals zur Aufführung bringt. Von verschiedenen Seiten sind derartige An­fragen an den Vorstand ergangen, sodaß der Vorstand sich wohl veranlaßt steht, zur nächsten Generalversamm- lung diese Frage zur Tagesordnung zu bringen

' âeylar, ö. Nov. Auf dtm hiesiqen Wochenmarkl kostete das Pf no Buster 1.15 Mk., Eier 2 Stück 19 Pf«.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, norm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei (gegr. 1783 ; für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

Billiges Kochrezept (Preisgekrönt). Alle grünen und trocknen Gemüse, wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Reis, Graupen rc.. in Wasser gekocht, erhallen einen Lästigen, leinen Fleischbrühe- geschmack, wenn man für einige Pfennige „WUK“ zußtzt. (Große Ersparnis bei den jetzigen theuren Fleischpreisen). „WUK“ ist schon in Probebüchsen ä 25 Pfg. überall zu haben.