Einzelbild herunterladen
 

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher knrhessifche) Oberhessen

Mr. 306

DirDberheiiitoe Zritun ' ct|<6einf secksmal wöchentlich.Bezugsvreis monatlich ohne Zustellung 8.50 M.. durch di« Post 9.50 Mk. Rüt ausfallende Nummern infolge Streits ooer elementarer Ereignisse lein Erm?. Verlag von Dr. C. Hiuerotd. Druck der Univ.-Buckdruckerei von Jod. Aua. Koch, Mar»« 2113 Fernsprecher 55, Poltschecklonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

6tä

Marburg Sowitnü, ütn 31. tamtn Zulnrond.

Der An,eigenvr«is veträgt für die 9 gesp. Zeile oder deren Raum 60 Pfg. für den Milli­meter, amtliche und auswärtige 80 Psg. Ändere Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spät einlaufend« oder den Raum über */, Seit« einnehmende An­zeigen nnd wir berechtigt, nach der Tertipaltenbreite zu legen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Col.-Zeile mit 6.00 Mk. Jever Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Aurtnnft durch die Keichästsiielle und Bermittlung der Ange­bote 1 Mk. Condergebüdr.

55. m 1921

Erstes Blatt.

W ltt CWkiiS dtt UN« ?ShkU.

®»n Dr. Fritz Mittelmann, M. d. R. (D. Vpt.)

Das vierte Weihnachtsfest nach dem Zusammen­bruch des Vaterlandes liegt hinter uns, das cm bit­teren Enttäuschungen so reiche alte Jahr neigt sich dem Ende entgegen, wir stehen an der Schwelle des neuen. Was es uns bringen wird? Ob neue De­mütigungen und neue Not, neue Vergewaltigung und vielleicht gänzlichen Zerfall? Oder ist der Becher des Leids nun bald bis zur Neige geleert, kehrt Einsicht in die Reihen unserer Feinde ein, ist die Zeit der Prüfung vorbei und bereitet sich im neuen Jahre ein Umschwung der Dinge vor, der auch über unser Vaterland bessere Zeiten heraus­führen wird?

Da» deutsche Volk, das so Großes in der Ge­richte vollbracht, dem die Menschheit an geisiigen Sutern mehr zu verdanken hat als vielen der Völ­ker, die heute über uns triumphieren, zusammenge­nommen. kann nicht zu Grunde gehen und darum wird uns ein Retter noch in letzter Stunde er­stehen. Die so denken, sind nicht die Schlechtesten; denn aus dieser Auffassung spricht ein starrer Glaube. Aber der Glaube allein macht cs nicht. Erlt wenn der Glaube so mächtig ist, daß er heili­gen. einmütige» Willen und feste Energie a u s l ö st wird er zu einem Machtsaktor, mit dem auch der Fe nd rechnen muß. Das ist es aber, was uns bis zur Stunde noch fehlt: jener einmütige starke W'lle des ganzen Volkes, aus diesem Zu­stande tRtr Versklav umg stermrszirkommen. Anstatt auf die Feinde draußen zu blicken, die trotz des Friedens uns nach wie vor wie heißhungrige Wölfe umlagern, bekämpfen wir uns im Innern immer noch bis aufs Mester. Wie jene Einfältigen bei dem Brande, die irgend ein zerbrochenes Gefäß oder einen Stuhl retten, die wirklichen Werte in ihrer Bestürzung aber den Flammen überlasten, so sucht man diese oder jene im Grunde nebensächliche Frage in seinem Sinne zu lösen, ohne sich bewußt zu sein, daß inzwischen das Ganze in Trümmer geht.

Einmütiges Zusammenstehen in den großen Fragen der Nation, d a s ist die Forderung, di; wir im neuen Jahre erfüllen mästen, w-nn wir nicht als Volk zerfallen und somit vollends zu Grunde gehen roo8cn. Diese Einigkeit ist die Voraus­setzung unserer Rettung. In unsrer Brust find unseres Schicksals Sterne. Richt von außen her kommt das Heil, sondern wir s e l b st mästen unseres Glückes Schmied werden. Glaube doch niemand, daß auch nur ein einziger unter unseren ehemaligen Feinde» uns wohl will. Sie ne'deien einst alle unsere Größe, den gewaltigen wirtschaftlichen Auf­schwung, den wir genommen hatten und unseren kulturellen Aufstieg, und sie werden uns dies alles genau so w i e d e r neiden, wenn wir jemals wieder zu ähnlich stolzer Blüte gelangen sollten. Nur wenn sich die Interessen unserer Feinde mit den unserigen decken, wird der eine oder der andere von ihnen für uns sein. Die wahren Ziele unserer Gegner gilt es also zu erkennen und daraufhin un­sere Pläne aufzubauen.

Haben wir dies bisher immer getan? Weder km Kriege, noch vorm Kriege, noch nach ihm war dies der Fall, und darum eilten wir trotz all der ge­wonnenen Schlachten letzten Endes von Mißerfolg zu Mißerfolg. Wäre es anders gewesen, dann hät­ten wir beispielsweise den Vernichtung-Willen Frankreichs längst erkannt und duldeten nicht, daß einzelne unserer Beamten und nicht beamteten Staatsmänner dem Phantom der Verständ'gung mit einem Lande nachjagten, das diese Verständi­gung auf Grund seiner ganzen Geschichte a b - lehnt. Die Franzosen, das in ihrer Politik kon­servativste Volk, haben das Vermächtnis Napoleons nicht vergesten, der kurz vor seinem Tode auf Sankt Helena gesagt haben soll, daß er drei Fehler in seinem Leben begangen habe. Als den ersten be­zeichnete er, daß er Preußen nicht vollends zerschla­gen habe, als den zweiten, daß er ^olen nicht stär­ker unterstützte und al- den dritt st'-ß er Ruß­land nicht verstanden habe. Wen "ch den Gang der französischen Politik in den -i-A-.-i «.

schenaltern vor Augen hält, sowie de V :rag oon j Versailles, in dem all diese Bestrebun, nung erfuhren, dann wird man den nein und Militärs an der Seine, ob si: Elemenceau, Millcrand, Foch oder Brie Eis Zeugnis ausstellen müssen, daß sie t ent Napoleons sehr n-ohl kannten und räften befolgt haben. Und von diesem

Werden weder sie noch ihre Nachfolger jemals

und darum ist jeder Versuch, hier den Hebel der Verständigung anzusetzen, von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Und England? Es kann nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, in die Beweggründe der englischen Politik im einzelnen einzudrinaen. aber an die eine große Lechre der englischen Geschichte sei in diesem Zusammenhang erinnert, daß d'eser Staat sich stets gegen die jeweils stärkste Kontinentalmacht ge­wandt hat. Diese aber ist, militärisch betrachtet, heute unstreitig Frankreich, und somit steht Eng­land zu dieser Macht von vornherein in einem gs- wisten Gegensatz. Alle Reden und Beschwichtigung-- Manöver können über diese Grundwahrheit, nicht hinwegtäuschen, aus der auch wir endlich die nöti­gen Folgerungen in unserem Jntereste ziehen, aber dann auch daran festhalten sollten. Wie aber kam es in Wirklichkeit? Während auf der einen Seite endlich die Grundlage für eine Verständigung nit England gefunden war, bahnt auf der anderen Seite Herr Rat Henau jene Verhandlungen mit Loucheur an, die uns Oberfchlesien kosteten und die letzten Ende- Schuld daran sind, daß wir am Ende de- Jahres schlechter dastehen als zu seinem Beg'nn. Wie sich unser Volk durch Redensarten unserer Feinde einst einlullen ließ, al- sie behaupteten, daß nur dem Militarismus und der Monarchie ihr Kampf gelte, nicht aber dem deutschen Volke, so ver­trauen auch jetzt wieder viele auf schön klingende Worte und Phrasen, hinter denen im Grunde aber nichts anderes steht, als die Vernichtung Deutschlands um jeden Preis. Wenn Herr Dr. Rathenau, dem eine virtuose Anpassungs­fähigkeit auch das Verhandeln mit Frankreichs heimlichem W.derfacher gestattet, nach den Ver­handlungen von Wiesbaden auch London abfchlix-xn sollte, dann würden wir uns von vornherein um jeden wirklich durchgreifenden Erfolg bringen. Herr Rathenau war der Träger des Gedankens der Kontinentalpolitik, er glaubte an den versöhnlichen Geist Frankreichs und beeinflußte in diesem Sinne die Politik des Kabinetts Wirth. Wenn er sich jetzt eines anderen besonnen hat und die englische Orientierung seinerseits für richtig hält, dann dürfte er, tH*r eben erst zu diesem Gedanken Be­kehrte, für entsprechende Verhandlungen mit Eng­land wohl kaum die geeignete Persönlichkeit sein.

Unserer auswärtigen Politik fehlt die große Linie und die Einheitlichkeit. Wenn darin im neuen Jahre nicht grundlegend Wandel geschaf­fen wird, dann zerbrechen wir an uns selbst. Das Außenministerium darf nicht länger ein Spielball zwischen einzelnen Personen oder Parteien sein; an seine Spitze gehört endlich ein Mann, der über den Dingen steht, ein Staatsmann, der nicht bald diesen, bald jenen Kurs steuert, sondern der fest 'i Hand seiner großen Aufgabe bewußt, das Schiff seinem Ziele enigegenführt. Dieses Ziel aber kann nur fein: Die Revision des Versailler Friedens­vertrages.

Für eine solche Einheitlichkeit der großen Linien­führung ist aber die E i n i g k e i t im Innern erste und dringendste Voraussetzung. Um bei wirt­schaftlichen und politischen Handlungen bündnis- fähig zu sein, muß man als geschlosiene Masse in Erscheinung treten, nicht abe»als eine Zusammen­fassung von Einzelfaktoren, die sich in ihrer Wir­kung gegenseitig abschwächen oder gar aufheben.

Wir blicken in unserem Elend gern auf die Zett vor hundert Jahren zurück und suchen uns an der damals erfolgenden Rettung aufzurichten. Ver­gessen wir aber nicht, daß diese Erneuerung aus der Tiefe der Volksseele kam und nur dadurch möglich wurde, daß damals wirklich alle ein­mütig und in Eintracht zusammenstanden. Als der große Gottesmann und Volksredner Friedrich S ch l e i e r m a ch e r am letzten Sonntage des Jah­res 1306 über den furchtbaren Zusammenbruch Preußens predigte, wobei er sich zu der kühnen Be­hauptung aufschwung. daß die letzten Zeiten nicht schlechter wären als die vorigen, denn aller falsche Schein sei vergangen, das wahre Wesen der Dinge trete zutage und dadurch die Möglichkeit, zum Bessern zu gelangen, ging er von der Voraussetzung aus, datz eine solche traurige Lage des Vaterlands die Gemüter zu schöner Eintracht zusammenschlösse. Damals wurde dieser Forderung vom ganzen Volke Rechnung getragen. Und so muh es wiederum

den, wenn das Cklaoenjoch jemals von uns ab- ll. Rur int Zeichen der Einigkeit, die ihree- s . "t Voraussetzung für einen großen en ist, werden wir siegen. Darum t das Wort, das mit unsichtbaren ingang zum neuen Jahre steht, \ Hirn woli.'n wir c- uns

Msdehlimg der

Sie Lm lm Kelle».

Berlin, 30. Dez. liebet die Eisenbahnlage im Weston teilt da» Reichsverkchrsministerium mit: Im Bezirk Köln wird der Persouenverbhr im oTg-m i - en aufrecht erhalten; im Bezirk Essen nur zum T-il, da die Lokomotiven nicht mehr bekohlt wurden. Der Güterverkehr im Essener Bezirk ruht größ enleils, be­sonders über die westlichen und östlichen Bahnhöfe des Bezirks hinaus.

Berlin. 30. Dez. Ter Ausstand bat sich aus Bonn, Düren und teilweise auch ans A.ich en aas-

bahndirektionsbezirk Cassel ist bisher alles ruhig. Selbstverständlich haben durch den Ausstand im Westen die Züge teilweise Verspätungen erlitten. Es ist ?omit zu rechnen, daß, falls der Teilausstand in Köln. Essen und Elberfeld weiter anhÄt, im Eifenbahnbieekrionr- bezirk Cassel starker Kohlenmangel eintreten wird.

Erfurt, 31. Dez. Tie Eiserbahndieeklion test mit, im Erfurter Bezirk herrsche völlige Ruhe. Dil Eisenbahner verhalten sich abwartend und faßt'» bisher keinerlei Beschlüste.

ItteW In Mn.

gedehnt. Im Bezirk Elberfeld sind schon einige Sa­botageakte vorgekommen. Vottäufig wird noch versucht, den Betrieb mit Hilfe des arbeit-w'lligen Personals nnd durch Umgestaltung zum Teil aufecchr-

B e r l i n, 30. Dez. Nach Mitteilung der Esten- bahndirektion Berlin wurde bis heute Abend, ob» schon bei einzelnen Dienststellen ein Teil des Per» sonals in den Ausstand getreten war, sowohl oer

zuerhallen. ... ,

Köln, 30. Dez. Tie Eisenbahndirektion Köln teilt mit. daß die Angehörigen des Deutschen Eisen, bahirer Verbandes gestern Nachmittag in den AuS- stand getreten sind. Der Personenverkehr wird nach Möglichkeit aufcekknerhalien.

Essen, 30. Dez. Im EifenbahndirektianZbezirk Esten sind die Mitglieder des Deutschen Eisen.babnec- vrrbandes ausständig. Die Gewerkschaft druischrr Eisenbahner schloß sich dem Ausstand nicht an und futtert die Mitglieder in einem Flugblatt ans, den Dienst weiter zu versehen.

Elberfeld, 30. Dez. Tie Lage ist gegen gestern unverändert geblieben. Für die Detriebswerkstärten Elberfeld. Steänbeck wurde die Technische Notlsilfe auf' geboten.

Durch den Eifenbahnetausstand ist in Schwelm die Versorgung des Kreis lrk r z' s re.krs in Mikl iden- schait gezog.u worden, da ke ne Kohlen m hr vo.Huden sind. Tie diesem Werke ange chloss.ifn Berr t'e- l egen feit g-stein still. Der Eifenbahndirektionsp.Sjident in Elberfeld erließ einen Aufruf, in dem er die Bahn- bedienstcten vor den Folgen eines Tarifbcuches warnt und daraus anfmcrksam macht, daß, wer nicht uirvec- zr.glich zum Dienst erscheint, sesar.ige Entlassung zu gemärt gm habe.

Düsseldorf, 30. Dez. Die Eisenbahn arbeit« find zur Arbeit erschienen. Die Clsenbahnbit.tt.llon Elberfeld hat für den Verkehr zwischen Düfseidörs und Elberfeld Pendelzüge eingerichtet, die allerdinr" unngetmäßig terfefiren. Der übrige Eisenbahnverkehr geht wie gewöhnlich vor sich.

Ausstandsverbot für da» gesamte befetzte Gebiet.

Koöll^nz, 30. D«^Die'Jnteralliierte Nhcin- land-Kckmmistion hat für das goella mte besetzte Gebiet da- militärische Ausstandsverkkot für die Eisenbahner erlassen. Die Meldung, daß das Ver­bot nur sur das neubesetzte rheinische Gebiet er», gangen sei, entspricht nicht den Tatsachen.

Koblenz, 30. Dez. Ter Vorsitzende der Orts- vcrwa'tung Koblenz des Denlschen Eis-nb ahne-bnnd>I, Kalt, ist heute verhaftet w-k'en. Eine Anzah' Eisen­bahnarbeit« hat inzwischen die Arbeit wieder aus­genommen. Es ist anzunehmen, daß Kalt verhallet worden ist, weil er entgegen der Verordnung d« Jn'er- alliierten Kommission di« Ausstandsparole ausge- gcben hat.

Französische Maßnahme».

Paris, 30. Dez. (Havas.) Ein Telegramm

Fernpersonenzugverkehr als auch der Stadtring-, und Vorortverkehr bis auf einige Züge planmäßig, durchgeführt. Da eine weitere Ausdehnung be»j Ausstandes zu erwarten ist, muß man für morgen mit erheblichen Störungen rechnen. Es wird oer« sucht, mit Hilfe der Beamtenschaft und der Arbeits« willigen den Personenverkehr und den lebenswich­tigen Güterverkehr aufrechtzuerhalten.

Berlin, 30. Dez. Wie die Eisenbahnditkktioa erklärt, streiken zurzeit die Maschinenputzer und Kohlen­lader, doch traten an ihre Stelle andere Arbeitet und Beamte, sodaß bisher d« Fernverkehr und der Stadt- und Ringbahnverkehr, wenn auch mit einiger Ver­spätung, aufrecht erhalten werben konnte.

Wie di« Mütter mitteilen, haben bisher nut bi« Werkstättcnarbeiter der Ausstandsparole bet Berliner Funktionäre des Deutschen Eisenbahnerverbanbr» Folge geleistet und bereits um 10 Uhr die Betrieb« verlassen.

Ter Präsident deS TireknonsbezirS Berlin Hw' einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Ich mach, darauf aufmerksam, daß alle Arbeiter, die unbesugt die Arbeit niebetfegen, sich des Vertragsbruchs, und die Beamten, die ihren Dienst unbesugt verlassen, sich eines Disziplinarvergehens schuldig machen. Ich fordere die eBamten und Arbeiter auf, ihren Tiensss ordnungsgemäß zu versehen.

Die Eisenbahnbeamten haben.«klärt, daß sie sich an dem Ausstand nicht beteiligen werden, haben e» aber abgelchnl, Streikarbeit zu leiste«.

Verhandlungen.

B e r I i n, 31. Dez. DemB. T. zufolge ist die aus gestern anberaumke Kabinettssitzung der Reichsregierung, in der die Forderungen der Eisenbahner besprochen werden feilten, auf heute Vormittag verschoben worden. z Dagegen fand ein» eingehende Aussprache des Reichskanzlers mit dem -Vizekanzler Bauer, dem Reichsverkehrsminister Eröner und dem Finanzminister Hermes über diese Frage statt. Wie dieVosi. Ztg." mitteilt, wurde gestern zwischen dem Deutschen Eisenbahner-Brr«, band und der Reichsgewerkschast deutscher Eisen«, bahnbeamten und Anwärter über eine Aussorde^ rung des Eisenbahner-Verbandes an die Reichs« gewerkschuft verhandelt, sich unverzüglich dem Aus« stand anzuschließen. Die Reichsgewerkschast hat jedoch dieses Ansinnen abgelehnt und betont, daß sich die Beamtenschaft an dem Ausstand der Arbeiter nicht beteiligen werde.

aus Essen an den Minister der öffentlichen Ar­beiten, Le Trocquer, hat beim Kriegsminister so­fort beantragt, zur Sicherung der linksrheinischen Kohlentransporte die nötigen Maßnahmen zu er­greifen und die linksrheinischen Eisenbahnen zu requirieren. Zu diesem Zweck hat sich der Direktor der Eisenbahnen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten mit dem General Weygano ins Einvernehmen gesetzt. Der Minister der öffent­lichen Arbeiten hat ferner den Entschädigungsaus­schuß aufgefordert, die augenblicklich in Paris be­findliche deutsche Kommission darauf hinzuweisen, daß alle Entschädigungs-Kohlentransporte von der deutschen Regierung als dringende Transporte be­trachtet werden müßten.

Aussich' auf befriedigende Lösung.

Berlin. 30 .Dez. öer heute im Reichs- verlehrsministerium stattgejundenen Besprechung mit den Eisenbabnorganisationen wurde eine Er­klärung abgegeben, in der die beiden Parteien er­klären, daß die zwischen ihnen gepflogenen Ver- Handlungen begründete Aussicht auf eine beftie« dig.nde Lösung bieten, und worin Wert darauf gelegt wird, daß an anderen Orten des Reichsge­biets feine Sonderoerhandlungen gepflogen wer­den.

Die Adondverhandlungsn im Reichsverkchrs- Ministerium über die Ausgestaltung der Teuerunzs- zufchüsie der Eisenbahnarbeiter dauern an. Sie wurden von 8'/» auf 9% Uhr abends vertagt. All-

deshalb vom Hauptvorstand umgcHend Bekanntgabe

bet augenjbicklich herrschenden LethMrijsk, Im Eije»- 'Lieferungen Mittellungen gemacht tzat. In bej$

seitig besteht.das ernsthafte Bestreben, noch helle zu einer Einigung zu gelangen.

Die deutschen Kokslicferungen.

Paris, 30. Dez. Regierungsrat Di. M e i; e t von der.Kriegslaftenkommission hat mit Bezug auf die deutschen Kokslieferungen am 28. Dezember ei» Schreiben an den Entschädigungsausschuß gerich'et, in dem er von den von her deutschen Regierung ge­troffenen Anordnungen zur Vermehrung diese»

Mitteldeutschland.

Casicl, 30. Dez. Eine stark besuchte anßer- orbcntliche Mitgliederversammlung des Deutschen Eisenbahnerverbandes nahm eine Entschließung zu bet Gehalts- und Lohnbewegung, Arbestszeiiaesetz und Ortsklassrneinteilung an und erklärte sich bereit, an-3 Solidarität mit der. Kollegen der westlichen Bezirke in den Kampf zu treten, andererseits aber wolle man die gewerksihaftliche Disziplin wahren und verlange