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1921

M Antwort ml ta Amim««

Verbündeten forderte. Das Ergebnis fei jedoch fiir die deutsche Wirtschaft i«nd damit für die Gläubiger Deutschlands ungünstig gewesen. Der Berichterstat­ter des .Daily Telegraph" fährt fort, es würde nötig fein, datz In London nächste Woche oder auf der darauf folgenden Zusammenkunft des Obersten Rates und später aus einer Konferenz der Welt- oder der europäi­schen Finanzen dieses Problem erörtert werden müste, wie man Deutschland dabei unterstütze und wenn nötig, dazu zwinge, gesunde Finanzmetboden cm- zunebmen. Der unaufhörliche Strom von Papiergeld müsse ausgehalten werden.

Derunglücklich abnefnftfc" Brief der Bank von England.

Paris, 17. Dez. Das .Journal des Dubais« schreibt zu der Antwort auf die deutsche Note, der Ausschutz habe Gründe, das Entschädigungsvroblem nicht sachlich anzuschncidcn. Man stehe vor wichtigen Verhandlungen zwischen den Verbündeten Regierun­gen, und diese wünschten sicher nicht, datz der Aus­schuß zu früh irgend eine Initiative ergreife, die die Freiheit ihrer Entfchlietzungen stören könnte.

Der .Temps" weist darauf hin, datz der'Brief der Bank von England, den Reichskanzler Dr. Wirth im Hauptausschutz des Reichstages verlesen habe, offen­bar unglücklich aBgefaßt sei und zu ernsten Kri­tiken Anlaß biete. Dieser Brief gebe zu verstehen, daß wenn Deutschland sich im Auslände keine Kredite ver­schaffen könne, die übertriebenen Verpflich­tungen die Ursachen seien. Dieser Bries habe augen­fällig Dr. Wirth veranlaßt, den Baickerott Deutsch­lands zu erklären, aber der .Temps" glaubt zu wissen, datz die Bankleute von London, die Deutschland den Kredit verweigerten, andere Gründ« gehabt hätten, die der Brief nicht getreu wiedergeb«.

Marburg MM, htn 19. ÄM» Inlmond.

Sie Frage her MenmsmWW.

r* Berlin, 17. Dez. Aus den Verhandlungen des Hauptausschusses ist der Oessentlichkeit in der - Hauptsache nur die Rede des Reichskanzlers zugänglich Pen:acht worden. Während im Haupiansschuß die Stellung des Reichskanzlers im Großen und Ganzen B'llignng sand, batte der Reichskanzler einen schweren Stand hn Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten. Dort sind namentlich die Abgeordneten S t i n n e s und Dr. H e l s s e r i ch mit starkem Geschütz gegen den Kanzler vorgegangen. Der Abgeordnete Stinnes ins­besondere setzte sich mit der ganzen Ersüllungspolihi? des Kanzlers auseinander, die er aus das heftigste be­kämpfte. Die Maßnahmen der Reichsregierung tn der EntschädignngSfrage wurden von ihm ebenfalls einer scharfen Kritik unterzogen. Stinne? erklärte schließlich, daß bei den kommenden, sehr schwierigen und wobl auch lange andauernden Verhandlungen, zwei Persönlichkeiten nicht als geeignet anzusehen seien: der Reichskanzler Dr. Wirth und der ehemalige Wiederaufbanminister Dr. Rathenau. Dr. Wirth ersnchte Stinnes, die Rede im Reichstag öffentlich zu wiederholen, wo er ihm antworten lverde. Da der Reichstag sich aber bereits vertagt hat, so ist diese Stellungnahme des Reichskanzlers hinfällig. Man hat auch darauf verzichte^ noch ein Vertrauensovtum für Dr. Wirth herbeiznführen, vermutlich im Hinblick auf die Anbahnung der Regiernngserweiterung durch Hin zutritt der Deutschen Volkspartei.

DieGermania" schreibt, von einer Regierungskrise könnte nur die Rede sein, wenn irgend ein Ergebnis I der Regierungspolitik vorläge, daß der Eintritt der Deutschen Volkspartei in die Regierung den Kredit ttnb die Autorität der Regierung zu stärken geeignet wäre.

I Die Initiative dazu müßte von der Deutschen Volks­partei ausgehen Boransschung wäre, daß die Partei sich zu den Richtlinien der auswärtigen Regierungs- Politik bekenne. Die Frage der Koalitionscrweiterung

I müsse also durch die Deutsche Volkspartei selbst ent­schieden werden.

I Der Standpunkt der Deutschen Volkspartet.

V e r l i n, 18. Dez. Zur Frage einer Kabinetts- lerweiterung verlautet in parlamentarischen Krei­sen, wie derLok.-Anz." meldet, daß sich die Deutsche Volkspartei mit einer Kabinettserweiterung durch bloße Besetzung der drei offenen Portefeuilles In ich t einverstanden erkläre, vielmehr voraussicht- Ilich eine vollständige Neubildung des I Kabinetts fordern werde. Da für diese Regie- 1 rungsumbildung außenpolitische Gesichtspunkte in I Frage kommen, werde jede parteipolitische Erwä- 1 gung zurücktreten und ein Kabinett auf b r e i - Itester Basis gebildet werden, durch das ge- I eignete Verhandlungsführer gewonnen würden.

MM MM.

Verewigung der Besetzung der Rheinlandc.

Bern, 17. Dez. DieBaseler Nachrichten" 6t« merken zu den von französischer offiziöser Sestr, hauvt- iäMich vomTemps", vorg brach en llinwSoden gegen eine Neuregelung der Entschädignngsfrage:Sobald eine Möglichkeit auftauchh Frankreichs EnjschädigungS- ansp^.h« tackkSchlich und in unerwartet kurzer Zeit zu befriedigen, so töne es von Frankreich her: Das hilft uns nichts. Deutschland ist und bleibt ein be- drechlicher Nachbar! Nur solange Deutschlands Ver­pflichtungen unerfüllbar erscheinen, bat Frankreich den Standpunkt vertreten: Wir wollen nichts als eine rechtmäßige Ersetzung unserer Kriegsschäden! Sobald aber diese Ersetzungdroht", deckt das führende Organ der französischen Außenpolitik die wahre Position Frankreichs auf: Nicht ein zahlungsfähiges Deutsch, land wollen wir, sondern im Gegenteil ein zah­lungsunfähiges. das uns die Verewigung unserer militärischen Posilion im besetzten Rheinland gestattet, ohne die wir auf die Dauer dem deutschen Menschmüberflnß nicht gewachsen sind. Das Ende bei französischen Friedensweisheit ist also wieder gleich den: Anfang, als Clemenceau sie in die ebenso präg­nante als zynische Formel konzentierte: 2 0 Mil­lionen zuviel Deutsche! Das Blatt fragt dann: Wie wird sich England zu der französischen Weigerung stellen, wenn die Haltung Briands wirklich so ist, wie derTemps" sie an spricht? Es spricht allerhand dafür, daß die beiden angelsächsischen Mächte nun einmal Schluß machen mit der Politik des achsel­zuckenden Zusehens gegenüber einem Frankreich, das seinen eigenen Wirrnissen st>ie Wiederherstellung Europas opfert. Mögliche ist freilich, daß sie Frank­reich Gelegenheit geben werden, unter einem Ruhr­gebiet-Ministerium Poincarö sich ad absurdum zu führen und daß sie erst dann energisch auf dem europäischen Kontinent eingreifen werden, wenn dieser im Westen durch die Praxis der Th au- vinisten ebenso belehrbar geworden ist wie im Osten durch die Praxis der Sowjets."

Militärische Vorbereitungen Frankreichs.

Paris, 18. Dez. Der Senat hat das Rekru-. tierungsgesetz für die Iahresklaffe 1922 in der von der Kammer beschloßenen Fassung angenommen. Kriegsminister B a r t h o u erklärte, die vorzeitige Entlassung der Iahresklaffe 1920, die für Marz in Aussicht genommen worden sei, könne nicht er­folgen; man würde sich in einer gefährlichen Lage befinden, da die Iahresklasse 1922 erst ire Mai ein« berufen werde. Er tnüfc daran erinnern, datz

fiwMfoüimiito Ist MW.

Stundung erst nach Zahlung der nächsten Raten.

London, 17. Dez.Daily Mail" berichtet, Briand werde Lloyd George bei der bevorstehenden Zusammensunft. den Vorschlag unterbreiten, fis­kalische Kontrollkommissare der Verbün­deten nach Deutschland zu entsenden. Diese Korn- misiare würden dos Amt von behördlich bestellten Verwaltern ausüben und die Wirtschaftslage Deutschlands genau untersuchen. Es verlaute, daß Großbritannien fest entschlossen sei, an der Seite Frankreichs und Belgiens zu stehen und auf die Erfüllung der Verpflichtungen Deutschlands zu dringen. Die Erörterung zwischen Briand und Lloyd George sowie den belgischen Delegierten würde sich in her Hauptsache mit den Mitteln der Erzwingung der Forderungen befaßen. Man sei der Ansicht, daß eine Vereinbarung über eine Stundung erst nach erfolgter Zahlung der Januar- und Februar-Raten erfolgten dürste.

Paris, 17. Dez. DerJntransigeant" erklärt, man schreibe Briand die Absicht zu, ist London die Forderung zu stellen, daß interMiierte Kommis­sionen für die FinanzkontrolIe nach Deutsch­land geschickt würden, die dort die-gleiche Tätigkeit ausüben sollen, die ein gerichtlich ein­gesetzter Verwalter ausübe und den Haus­halt, die Schuldbücher, den Goldbestand der Reichs­bank und feine Papiergeldausgabe, die Ausfuhr des öffentlichen und privaten Kapitals usw, -beauf- sichtigen sollten.

Die Mailing eilten Lloyd George Wh MO

Die geplante europäische Konferenz.

London, 18. Dez. DemEvening Standard" zufolge beginnt die Konferenz zwischen Lloyd George und Briand am Montag.

Paris, 18. Dez Londoner Korrespondent desTemps" bericl Vie gewöhnlich am Vor­abend der periodischen-:..-:!,' .echungen zwischen Fran!' reich und England sehe man ein sehr ausgedehntes Programm voraus, das wohl kaum im Laufe einer Woche ausgefllhrt werden kenne. Zuerst die Ent« chädigungsfrage. In dieser sehe man die Möglich« eit einer Art deutsch-englischen Abkommen voll Wiesbaden vor, auf Grund dessen das Deutsche Reich England gewisse Produkte wie Farben und andere Materialien, die England nötig hat, liefert und an der wirtschaftlichen WiederaufrichtunL Rußlands mitarbeiten wird. 2. Soll England die französische Schuld, die 557 Millionen Pfund Sterling beträgt, streichen und im Austausch dafür deutsche Entschädigungsbons der Serie C erhalten, die es dann vernichten wird. 3. Soll England Frankreich die Ratifizierung des Schutzvertrages vom 28. 6. 1919 anraten, um die Entente in ein Bündnis umzuwandeln unter dem Vorbehalt, daß ein Abkommen über die Seerüstungen getroffen wird. England wird sich in diesem Falle verpflich­ten, Frankreich gegen jeden Angriff zur See sicher« zustellcn. 4. Sollen die allgemeinen Probleme Europas in wirtschaftlicher und politischer Bezie­hung besprochen werden. Die englische Regierung wird deshalb zu Beginn des kommenden Jahres eine Konferenz vorschlagen, an dem auch Rußland und die ehemals feindlichen Länder teilnehmen sollen. Man glaubt iy England, wenn Europa zeigt, daß es fähig ist, die großen Schwierigkeiten zu lösen, würden auch die Vereinigten Staaten nicht länger desinteressiert sein.

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Berlin, 17. Dez. Der deutschen Negierung ging in Beantwortung der Note vom 14. Dezember die nachfolgende Mitteilung des Entschädigungs- ausschusies zu:

Der Entschiidigungsausschuß hat die Rote des 1 Reichskanzlers empfangen, in der er bekanntaibt, daß die deutsche Regierung n i ch t in der Lage ist, die Raten der Jahresleistung vollständig zu zahlen, die nach dem Zahlungsplan am nächsten 15. Januar ällig werden und in der er den Entschädigungsaus­chutz bittet, sich mit der Stundung eines Teiles dieser Fälligkeiten einverstanden zu erklären. Der Antschädiaungsaueschutz kann nur sein Erstaunen ausdrücken, datz er in der Note des Reichskanzlers weder eine nähere Angabe über die Devisen- beträge findet, welche die deutsche Regierung an jedem der Fälligkeitstage vom 15. Januar und 15. Februar 1922 zu liefern bereit sein würde, noch eine Erklärung darüber, welche Stundnnqs- f r i st erbeten wird, um den Restbetrag zu zahlen, noch ein Angebot von Garantien für die Zwischenzeit. Solange der Entschädigungsausschuß diese näheren Mitteilungen nicht erhalten hat, ist es ihm unmöglich, die Bitte der deutschen Re­gierung in Betracht zu ziehe» oder zu prüfen. Der Entschädigungsausschuh stellt mit Bedauern fest, datz die Note des Reichskanzlers keine Angabe über die Maßnahmen enthalt, die er angewendet hat oder anzuwenden beabsichtigt, um den Wünschen des Entschädig«!ngsansschusses in der mündlichen Erklärung vom 13. November und der Note vom 2. Dezember, ans die der Ausschuß nochmals aus- drücklich verweist, zu entsprechen.

(gez.) Dubois, John Bradbury.

Aus dem besetzten Gebiet.

Smeets kündigt einen Putsch an.

Köln, 19. Dez. Der Führer der rheinischen Sonderbündler Smeets, kündigt nunmehr den beobsichtigten separatistischen Putsch an. In seinem Organ, derRheinischen Republik", gibt er die Pa­role aus, sich in Bereitschaft zu halten.

Besprechungen mit Vertretern des Wirtschafts­lebens.

Koblenz, 17. Dez. Die Rheinlandkommiffion lud in den Tagen vom 14. bis 16. Dezember eint Anzahl Vertreter des Wirtschaftslebens zu einer Be­sprechung ein. Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete nahm an dieser Besprechung teil. Die Ver­treter wurden nm Erklärungen über die gegenwärtige Wirtschaftslage ersucht; dagegen wurde ausdrücklich betont, daß über die wirtschaftlichen Verhältnisse des besetzten Gebietes nur mit denen des ganzen Deutschen Reiches gemeinsam verhandelt werden könne, diese daher auch nur von den deutschen Behörden geregelt werden könnten. Weyen der Härten, denen das Wirt- schastsleber« in den besetzten Gebieten besonders aus- ! gesetzt ist (Besahungstruppen, Wehnnngsbeschlagnahme usw.) wurde gebeten, die Stärke der Besatzungstruppen zu vermindern und die farbigen Truppen zurückzuziehen, sowie die Ausve.kaufsvrrtügnrg zu verlängern. Außerdem wurde auf die Vereins- und Versammlungsbeschränkung hrngewie'en, besonders au die unter der Bevölkerung hervorgerufene Beunruhigung I durch dm Fall Smeets. , . _t J ... a . L. *

W' Reue Reise Rathenaus nach London?

Berlin, 19. Dez. Wie dieMontagspost" .hört, sind die von Stinnes und Rathenau in London 'ringeleiteten Verhandlungen nicht abgeschloffen oder 'dar abgebrochen, vielmehr würde in allernächster Seit Dr. Rathenau zu weiteren Besprechungen nach London reisen.

Die Goldreferven der Reichsbank.

London, 17. Dez. Der diplomatische Bertcht- »rstatter des .Daily Telegraph" fchreibt, die allgemein verbreitete Ansicht, datz der Fehlbetrag aus den ver­bleibenden Goldreserven der Reichs bank entnommen werden könnte, fei ein Trugschluß. Der Unmittelbare Erfolg einer weiteren Schwächung der Woldreserve der Reichsbank würde eine bisher nicht dagewesene Entwertung der Mark sein. Eine H y - 'stoihek auf diese Goldreserve sei eine andere Frage. lEle fei bereits früher versucht worden, als man die Federführung der Goldreserve der Reichsbank in das Ersetzte Gebiet und ihre Stellung unter Kontrolle der

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Nene, das nun kommt. znoleich etwas Besseres sein, I st muß an bte Stelle des Raubbaues und der Fran das I Streben treten, die deutsche Wirtschaft wieder ertraas-1 Wq zu machen und statt der politischen und Wirt- I stzastlichen Notbehelfe von einem Tag zum andern | thte zielsichere und weitblickende Politik zu feheit. I 6ne solche Politik muß letzten Endes auch nuferen Gläu-1 Kijent willkommen sein, weil fie ihnen in vernünftigen I Grenzen dieseniaen Zahlungen sichert, die sie sich unter den I stickigen Verhältnissen durch Zwangsmaßnahmen nie! inb nimmer verschaffen können. Um aber eine solche 1 islitik zu ermöglichen, ist zweierlei nötig. Zunächst I Auß in der inneren Finanzwirtschaft mit einer ganz I «ergisch durchgreifenden sh and Ordnung geschaffen I Herben. Redensarten und Gesetzentwürfe führen fiter zu for nichts. Auch nicht die svrunabaste iöerausietzuug I str Tarife für den Post- und Babnverkehr.. Zum andern tmuchen wir eine auswärtige Politik, die sich l endlich einmal klar nnh sicher auf die wirklichen, Mög- I Weiten eines Vorwärtskommens ein stellt. Die von I str deutschen Regierung bisfier betriebene auswärtige I Svliiik läßt das vermissen. Ein Ausgleich mit Frauk- mch ist ausgeschlossen und deshalb das Wiesbadener Ab- Irotmcn Dr. Rathenaus eine schwere Belastung un­ktet auswärtigen Politik. Die deutsche Wirtschaft kann Mr wieder produktiv werden, wenn sie sich auf den wirt- ichastlicheg Aufbau Rußlands einstellt und sich habet an die auf dos gleiche Ziel gerichteten englisch- Metikam'schen Bestrebungen anichließt. Freilich Ware es |en$ verkehrt, blindlings mit dem Wohlwollen der vigelsächsischen Mächte zu rechnen und von ihnen alle hilft zu erwarten. Wenn auch die Aussicht, in England einen Helfer in Bezug auf die Revision des Ultimatums e finden, nicht ungünstig ist, so muß dabei immer ichgcht werden, daß England seine Hilfe nur leihen wird, steil eS glaubt, daß das in seinem Interesse liegt. Sie starke Hofsnungsfreudigkeit Dr. Wirths und seiner Anhänger kann von weiten politischen, wirtschaftlichen und allgemeinen Volkskreisen nicht geteilt werden. Die Aufnahme, die die deutsche Note im gegnerischen Aus­land gefunden hat, ist deutlich genug. Ferner bedenke JMn: Lloyd George erklärte einem Arbeiterpublikum eegenfiber, daß keine verantwortliche Person in Eng­land Vorschlägen könnte, daß man auf den Schadenersatz berichten solle und daß Deutschlands bis zur äußersten Liren ze seiner Zahlungsfähigkeit zahlen stüsse. Was wird Lloyd George und die englischen Poli- Astr unb Wirtschaftler unter dieseräußersten Grenze" Der Achen? Vermutlich etwas anderes als die deutschen.

DieOderhesstsche 3eitunV erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich ohne Zustellung 8.50 Wt, durch die Post 9.50 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Mo 90!i Streiks ooer elementarer Er-iqnisle kein Ersatz. Verlag von Dr. C. Hltzeroth.

«« W*" Druck der Unw.-Bu-bdruckerrt von Job. Lug. Koch, Markt 21.23 Fernsprecher 55,

Postscheckkonto: Rr. 5015 Amt Fiankjurt a. Main.

Ärmliches VeÄndigungsblatt des Kreises Marbmg. .

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Obrrheffen

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- Reichskanzler Dr. Wirth hoc am Freitag im Haupt- »«Muß de? Reichstags von dem Lichtstrahl geipro-

her sich am dunklen Horizont zeige. Besteht Grund m solcher Hoffnung ober ist anzt, nehmen, daß die Stnn- «gzSnste der deutschen Regieming der Anfang vom Ende I» Um trügerischen Illusionen vorzubengen. dürfen !** ona mich von Dr. Wirtb nickt darüb-r hinwegtäuschen M-n, daß die von ihm eröffnete unb wi-derhslt gepriesene Müssungsvolltik noch nicht dr-iviertel Jahre g-währt tot itnb noch rascher, als Pessimisten es voraussahen, zöllig zusammengebrachen ist. Inländische und isländische Sachverständige haben seit geraumer Zeit toS nächste Frübiobr als den tvafirtchsinlicken Termin der Witschen Zohlunosnnsälngkeit angesetzt. Wenn Dr. Wirtfi | tot aus vielen Aenßerunaen der lebten Zeit ersichtlich ist, fett AuSgang seiner Politik als den Uebxrgang .g ti n e r Revision des Ultimatums fiinstellt, so Wtet er sich unb andern damit voraussichtllch nur eine inte schwere Enttäuschung zu. Man veroeffe eins dock

Das Kabinett Wirth bat fich durch die Unirr- pchiiunq des Ultimatums die .säände gebunden, lnh wenn es jetzt die deutsche Zafilungsnufähiokeit er- öört, so wird eS dadurch nickt etwa von Sckn'.ldt>er- ^icktunaen frei, sondern es siebt sich eiw-m Gläubiger ^genüber, der in dem unterzeichneten UWmafnm einen UecktStitel aus die Vergewaltigung Deutschlands in fer Hand hat.

Ks ist nun sehr wohl möglich, daß der Wendepunkt, an fent Deiitschlannd jetzt angelanqt ist, d-r Ansaangspunkt eiter günstigeren Entwickelung wird. Nur muß man fick Der das eine klar sein, daß unter die Politik Dr. Wrkbs ®tfi ihrem völligen Zusammenbruch ein kräftiger Strick gezogen werden unb die kommende Politik, spenn sie der Rnbruck einer befferrn Zeit fein soll, auf Mit! neuer Drundlage aufaefiant werden muß. D-e Politik Dr. Wirths war Raubbau an der d-utscken Wirsickaft. Soll