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Frankreich von Deutschland geschuldeten Snt'chS- | bevoch-hen.
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Bolksschulwese« und FinanzhauShalt. 8 3. Sitzung »em 14- Dezember.
Am Freitag Vertagung.
Berlin, 14. De,. Der Aeltestenrat deS preutzl- fchen Landtags beschloß, am Freitag die Weihnacht-« ferten beginnen zu lassen.
mit der Deutschen Volkspartei und den Demokraten wegen des Eintrittes in die Koalition unmittelbar
des Kultushaushalls sortgesetzt.
Zum Kapitel V o l ks k ck u lw escn Ordert 9Tba. Simon (Soz.) kollegiale Schulverwaltung. Volksdech- schulen sollten in jedem Regierungsbezirk errichtet werden.
Abg. Gottwald (Ztr.) erklärt, die katholische Lehrerschaft sei der Schulreform durchaus freundlich geunnt.
Abg. Hollmann (D. Vvt.): Die Volksschulen müssen endlich von nicht ausgcreiften überstürzten Reformver- suchen verschont werden. Die bisherigen Lehrerbildungsanstalten müssen abgebaut werden.
Kultusminister Dr. Borlitz: Die Frage der zukünf- tiaen Lehrerbildung ist daS A und O der ganzen Volksschulreform. Der Geist der Schule hängt von dem G.ist der Lehrerschaft ab. Der Lehrer kann alle höheren Schulformen durchlaufen und die Reife für die Universität erwerben. Die Frage der Fachausbildung ist noch n.cht endgültig geklärt. Zur Erteilung des Religionsunterrichts soll kein Lehrer gezwungen werden. Man co(I aber vor dem Erlaß des Reichsichulgesktzes nicht stürmi'ch zur Errichtung weltlicher Schulen schreiten. Die weltlich e S ch u l c mag mit dem Schuzesetz kommen, ab't sie ist nicht mein Ideal. Versuch sschulen an sich stehe ich durchaus slnnpathi'ch gegenüber, aber nur solchen, die über die Ziele der Volksschule hinauswachsen.
I Abg. Kullma nn (Unabh.) fordert eine durchgreifende Reform der Lehrerbildung.
Der Haushalt rvird nach den AuHchußanträgen angenommen.
Die Boraufchlaze zur Zentralgenoisenschaft'dffe, der
Reiches nicht beachtet worden . Reinliche Sck-idun- »wischen Reich, Ländern und Gemeinden ist erstes Erfordernis. Den Verlust von Gebieten und Werten durch den Krieg kann Preußen allein nicht tragen. Nich' Preußen hat den Krieg verloren, sondern Deutschland . Verhandlungen mit dem Reiche sind >m Ganze. Die Beamtenschaft muß aus allen Kreisen der Vc- oölkeruug genommen werden, ohne Engherzigkeit, weder politikch noch religiös. Helsen Sie uns, di- preußischen Finanzen wieder in Ordnung zu bringen.
Nach weiterer kurzer Aussprache wird die Weiterherr- tung um 7,11 Uhr abends auf Xouutidlaa 12 Uhr
ämtern. Darin liegt eine Erschütterung Steuermoral.
Abg. Dr. Leidig (D. Vvt.): Im Vergleich Reick find die Finanzen Preußens immer noch gut.
Finanzminister Dr. v.Richter: Der Etat 'ür ist dem Staatsrat schon zugegangen, der ihn b:s
einer Politik, die vor allem andern geeignet sei, den Zusammenbruch unseres wlrtschos l chen Lebens in unmittelbare Nähe zu rücken. So wir bisher gehe es unter gar keinen Umständen weiter. Heber btt Folgen der „unsinnigen Tarispolitik" schreibt das Blatk dann:
„Alle die mühsam errechneten Milliarden, die angeblich durch die Tariferhöhungen h-reinkommen sollen, sind ia nur Bluff, stehen lediglich auf dem P a v i e r: brnr daS Erste wird doch naturgemäß sein, daß aus alle« Gebieten mit der Benutzung der Post auf das äußerste g e« spart wird. Wo dies aber nicht augeht, da muß nanir« gemäß dir Erhöhung der Produktionskosten auch eine Steigerung d er Warenpreise herbeisühren. Hier« durch wiederum tritt eine Verteuerung der Le» b r n S h a l t u n g ein, die notgedrungen zu allgemeinen Gehaltssorderungen führt. Ter Kreis schließt vch endlich mit einem neuen Defizit des Post -tat?."
Das Matt geißelt die „unglaubliche Berschwem dungspolitik aus dem Gebiete des Personalbestandes" und meint, die Zahl der Popangestellten entsprach« den Leistungen des Betriebes in keiner Weise. Tie Größe des Personals sei auch durch die Einführung deS 8-St>:nden-Tages in keiner Weise gcre±tfeit:gL Die bevorstehende Belastung der Zeitungen be« Deute Deren Abwürgung. — Zum Beweise, daß man im anderen Parteilager ähnlich denkt, sei die Kniitz, der demokratischen „B. Z. am Mittag" angeführt, Sie a a. erklärt:
„Mit den hohen Preisen allein ist cs nicht getan Dos Publikum ist berechtigt, auch höhere Lei st uw gen zu verlangen. Tie Postverwaitung muß durch wohldurchdachte und straff durchgesührte Methoden die Unkosten ihres Betriebes aufs äußerste berabsetzen. Das gelchiebt vorläufig nicht. Es besteht eine Ueberzähl an Hilfskräften, und die Bedienung des Publikums ist schlechter, als sie Trübe, war. Vom D->s«nbon soll schon gor nicht geredet werden."
Aus die kulturelle B-Heutnng der Tariferhöhung uni Erschwerung des Verkehrs weist Karlernst Kn atz. bisherigen M'tarbeiter des Verlages Ullstein, in der „Deutschen Tageszeitung" hin:
„Man war früher der Ansicht, daß die Post dem Verkehr zu dienen habe. Das Gleiche glaubte man von d-l Ei'enbahn. Alles längst überwunden. Und geradezu sagenhaft klingt in der Zeit der Rovemberstaatsknnst der Grundsatz, daß die Verkehrsmittel um ko wirtschaftlicher und gesünder arbeiten und dem Ganzen dienen, ie billiger sie dem Bürger zur Verfirnung- gestellt werden.... Die Einrichtung des Fernsprechers wird dem Millionär, dem Schieber und dem Ausländer überliefert. Kleingewerbe, Handwerk. Kleinindustrie werden im Schaffen. Erweitern. Emporstreben gehindert, die
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lieber 27« Millimchen hofft das Reichspostminist» rwm jährlich durch die neue riesige Tariferhöhung (Brief 2 Mark) herauszuwirtschaften und dazu zu kommen, daß die Einnahmen die Ausgaben ungefähr decken. Vermutlich wird das ein genau so großer Irrtum sein, wie es nahezu alle Hoffnungen. Annahmen und Voraussagen der In der deutsche« Republik seit ihrem Bestehen maßgebend gewesenen und maßgebenden Stellen und Kreise gewesen find, angefangen vor. der Hoffnung auf die Revolution bei den Gegnern bis zur ErfüNnngSpolitik Tr. Wirth» Da» deutsche Volk hat bisher alle die vielen Tariferhöhungen der deutschen Verkehrsanstolten ergebe« hingenommen. Ob das auch diesmal der Fall sein wird, darf aber stark bezweifelt werden, zumal weit» Bevölkerungskreife sie eben nicht tragen können, In der Presse findet man denn auch^ im Gegensatz zu den früheren Erhöhungen, scharfe Kritik. So warnt die „Deutsche Tages',tg." mrss ernsteste vor
Treten Berufe werden verkehrstechnisch in Eisen gelegt... Tie breit? Masse der Arbeiter hat wohl nie viel den Fernsprecher benutzt, Briese geschrieben, Pakete ^ver'ckickt, Truck'achen versendet . Der Kaufmann und Fabrikant kleinen und mittleren Stils werden von jetzt an die Portokaff? vermutlich sehr gewissenhaft beaufsichtigen und diefen Teil ihres Hausboltes auf das beschränken, was i;dj durchaus nicht umgehen läßt. Ter Privatbries ob-c wird einsach aufhören. Millionen Teutscher werden von jetzt an ans den geistigen oder seelischen An?« tausch, auf oie unkörperliche Verbindung durch Worte; und Sätze mit Verwandten. Freunden. Gleichdenkendem verzichten. Tie große P o ste i nsa m keit für alle, Die Herrn Giesberts Taris weder erfchieb"N noch zu- sammenspekulieren können, breitet sich dumvs über Deutschland aus. Welche Verluste an wtrtfchastlicher Regsamkeit, an WerkfreuDigkeit, au seelischem und vrilt« ichem Gemeinsamkcitsgesühl eintreten werden — e- ist nickt zu .schätzen. Die Post wird zum Sonderb-trieö für Großindustrie, Warenhäufer, Riesenbetriebe. Ma-sen« wnfektion, Zeitungspaläste, telegraphierende Amerikaner, Schieber und Spekulanten. Unb da auch die urfprünglatzl einmal zur Beförderung aller Staatsbürger bestimmt« Eisenbahn von jedem, der nicht zu den genannte« Gruppen gehört, beim Manzigiachen Friedenstartf beite»«
17. Januar erl-diaen dürste. Dann wird der Etat dem Landtag spätestens am 20. Januar zugelnn mit.) Hinsichtlich der preußischen Finanzen warne ich vor Optimismus. Im Reich sind di- Finan- «en katastrophal, und von ihnen bangen wir ab. Wir kranken daran, daß die Verfassung zugeschnitten tst auf einen Einheitsstaat und nicht auk die Vcrhältnisf-, wie üe in Wirklichkeit sind. Tie Freude am Reichest durch die Weimarer Verfassung nicht gewachsen. In allen Ländern zeigt sich dos Gegenteil. Ter Teutidy baut von unten auf. Tas ist in der Verfassung bei?
Damit schließt di- Besprechung. Da» Host; vertagt sich auf morgen nachmitta, 2Ubr: Interpellationen, Ortsklassenverzrichnis unb kleinere Vorlagen.
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beabsichtige auch die Annullierung der Scku'd-n t’r anderen Länder unter gewissen Beb ng:noe», darunter der, daß Frankreich di« ihm von den vcrbündrt-n Ländern geschuldeten Beträge streiche »nd baff
»euergesetzes. I
Abg. Fischer - Berlin (Teulschn.) fordert den Schutz hrs heimischen Tabakbaues.
Die Vorlage geht an den 35. Ausschuß. _
Das Gesetz über die Berläugerung d-S Kapital,luckt- Mcs bis 31. D-zcmber 1922 wird an den Ausschuß ^^D-r Entwurf über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln geht an den Ausschuß.
Zum Entwurf über die Wahlen nach der Reich?" zefitcherungSordnung betont der Reichsarbeitsminister, «an brauch? Zeit, um di? Länder noch zu hören. Im Januar werde dann ein endgültiger Entwurf zu einem Wahlgesetz kommen. Der Entwurf wird in allen drei Äsungen angenommen.
Das Gesetz betr?-'-nü Aeade nnq der Ein komm'n steuer und die Heraufsetzung der untersten Steuerstufe auf 40 000 Mark geht an den Ausschuß.
Das Gesetz über die Versicherung s pflicht u'w. ht der Krankenversicherung, das di- obere Grenze ebenfalls auf 40 000 Mark anfetzt, wird in allen drei Lesun- gen angenommen.
Der Entwurf über eine fünfte Ergänzung des Be- soldungsg fetzes (O rt s k l a f s e n v e r z e i ch n i s) gebt an bin Ausschuß für Bcamtenangelegenheiten.
tzg folgt die Weiterbcratung der Interpolation Stresemann über die
Vorkommnisse in der Psalz.
Dle Minderung der Flottenfttzrken.
New Pork. 14. Dez. Es verlautet, die Javaner hä'ten den awer'kaniscken unf ena'iWen D't'. gierten ihre Zustimmung zu dem voroekchlaaen-n Verhältnis der Flottenstärken erklärt. Sie sollen j-doch die B-ibebaltung b»s „Mutsu" verlangen.
Das Flottenarsrnal hat die Anweisung erhalten, di- Sarke der Flotlenbemannung um 10 000 Mann bernk>usetzen.
Der Werl der nach dem 1. Mai obnelleferten TÄtfse.
Paris , 14. Dez. Wie die HavaSag-ntnr mit- "eilt, hat der EntschadigungsauSschust beschlossen, d-n Wert der nack dem 1. Mat von Deutschland ans» gelieferten Schiffe auf 10274 468 Goldmark feflzu- fetzen.
9kMn S?i65t60.
149. Sitzung vom 14. Dezember.
Nach Annahme der Derläno-rung deS Gesetze» Teuerungszuschläge zu den Gebühren der Notare. Rrchts- .inwält- unb Gerichtsvollzieher wird die zweite Leiung
ten Annabme empfohlen.
Zum HauSbalt der allgemeinen Finanzverwaltunp beantragt ber Ausfckuß die Beschleunigung der Rückzahlung der zuviel ungezogenen Lohnsteuern »nd di- Vorlage einer Denkschrift über die in den bcl-vten G-b-°t-n entstandenen Finanz- und Verwaltungsverluste
Abg. Lüde mann (Soz.) verlangt die gründliche AvSfchöpfung der den Ländern überlassenen Stn,?ran?ll-n. Da? sei wichtiger als die Such? nach neuen Steuern.
Abg. Dr. Kähler (Deutsch».): Viele Steuerzahler kommen nicht dazu, ihre Steuern abzulieferu. Avderee- iu'ts bapert es mit der Rückzahlung bei den Finanz- der
London. 14. Dez. Aus New Bork trirt? g'-ne'det: Der Washina oner Bericke'ersta^ec der Associated Preß meldet, einige der an der Washinaiover Kovk-renz ce'lnchmend-'u Mlswäct'gen Te'egiehä^en Mit teilungen erhalten, die von ihnen dahingehend aus- gelegt werden, daß Lloyd George beabsichtige, «n den W-ltwi-stschastSfragen oie Initiative nt er greifen, da er infolge einer »or kurzem unternommenen Nachfrage in den Vereinigten S'aaten zu der Ucber- z-irguno »e,augt fei, daß die amerikanische Regierung nickt di- Absicht habe, eine WirtschastSkons-r-nz eir. zubenif-n, jedenfalls nicht in naher Zukunft. Nach den Informationen dieser Diplomaten sieht, Lloyd Georges Plan die Streichung der Kriegsschulden FrankrnchS. I alienS, B'lg'n». R'.fila ds und der kleinen Balkanstaaten an Gcoschritavnien. v«'. Es w-fire weiter erklärt, der brit'fch- Premierminister
an den Postausschuß.
n Das Gesetz über die Aenderung des Kohlensteuer- «fetzes. da» die Kohlenabgabe auf 40 Prozent erhöht, be- «cknet Abg. Körnen (Komm.) als schamlos. Er gestiert gegen die Ausbeutung der Arbeiterschaft durch ^direkt? Steuern.
Präsident L ö b e ruft den Redner zur Ordnung, w:ü [„ Has Gesetz den Gipfel der Schainlosiakeit nennt. Das Kesetz wird dem 35. Ausschuß überwiesen.
<xz folgt das Gesetz über die Aenderang des T a b a
Nkie fioaitrsnio'äne.
(Sitte aWgettteine eareväifAr zur R-aelung
der EntschädlgungS- und AbrvstungSfragr?
London, 14. Dez. Sm .Daily ebronicle“ tritt PolitieuS für die Einberufung einer europäischen Konferenz durch Lloyd George und Briand unter Teilnahme Deutschlands, der übrigen vormolS feindlichen Staaten und RnstlandS -in, um die Grundlagen für ein europäisches Uebeietnfommen zu erörtern, wie die» durch die Wasbingtoner Konf-rn, für die pazifischen Fragen geschehen sei. Politicus schreibt, der Friede Europas berube augenblicklich nicht auf Vereinbarungen, sondern auf Gewalt. Man müsse. Ver einbarunaen anstelle der blsberigen Methode setzen und so einen Weg für den Frieden, die Abrüstung und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Europa ebnen. Es sei klar, datz Deutschland nicht das zahlen könne, was man erwartet habe oder was der Vertrag von Versaille» vorsehe. ES habe keinen Wert. Milliarden von Deutschland zu bekommen, damit Frankreich st- für sein Oeer oder für den Bau von U-Booten verwende. ES würde daber ein wesentlicher Teil jedes Uebereinkommens bilden, dafl Frankreich und die anderen europäischen Mächte ihre Streitkräfte herab- setzen. Wenn Deutschland stch bereit erklären würde an einem Uebereinkommen teilzunebmen. indem e» wirkliche Garantien z. ». unter VöckcrvundseuMcht, aebe. daft -s lein Heer ans 100 000 Mann beschränke, weshalb solle stck dann Frankreich nicht begnüaen mit einem Heer des stärker lei cia da» Deutschland?, V- voch nur Verteidimtna«,wecken diene und warum könnl-n nicht alle anderen Mächte im Verhältnis dazu abr rtent So könnten alle Grotzmäckle. einschließlich Großbritanniens, üb-reinkommen. die Entmilitarisierung de» besetzten rheinischen Ge» b t r t s zu gewährleisten.
Pari», 13. Dez. Rack» ein« Meldung be? „New Bork Herald" aus Washingwn nimmt Präsident I Harding an, baß innerhalb eines Jahre» eine neue I international? Konferenz statfi'nden werde.
Llovd George für Streichung ver KrienSlwurven Und Minderung der Forderungen an Deutschland.
Beratungen in Berlin. #
Berlin. 15 Dez. Der Reickskanzl-r 6nt*e gestern Nachmittag im Reichstag eine B-'pr?ch"ng m't der von ihm -einbernfein-n Krebitkonimiffion. Dr. W'rth erstattete bett Mt'gliedern ber Kommifiton einen ein- g-hnfirm Bericht über btt Lage. Di- Besprechung-» waren vertraulich. Nach dem „Berl. Tag-bl." dürste der RnckSkanzler im Laufe des heutigen Tages bi? Parteiführer zusa.nmenberufen.
Dem „Lokalanz." z'tso'g- tagten gestern der Haupt- ausscktiß unb der Vorstand be» ReickSverbanb-4 bet deutschen Industrie Aus der Tagesordnung stand u a. die Wahl des Präfioium». Es wurde in feiner alten Zusammensetzung wiebergewähst.
Die „Ache Koalition“ ort im Wj?
Berlin, 15. Dez. Wie ber ,Lokalanz." wifien will, sei eine der Voraussetzungen, oie eon englischer Seite für irgendwelche Abmachungen in finanzieller Hinsicht verlangt werden, die FeNigunq b-r deutschen Regierung. Damit würde also die Frag? Set Regierungserweiterung wieder akut w-rSen, unb in parlamentarischen Kreisen sei es, w'k da» Blatt weiter mitteilt, kein Geheimnis, baß Besprechung?»
Abg. Berndt (Deutschnch erkennt die deutschen Worte beä Ministers Kösters zur Kennzcichnuna der srnn;ö'istbm Mstrcbungen an, vermag aber an die Worte des Retchs-1 kanfiers vom Gerechtigkeitssinn unb VersöhnnngSwfilen Fraukreicks nicht zu glauben. Auch Minister Köster begnüg- fick mit ber Erkenntnis unb der Verurteilung btr französischen Bcstrebunge», habe aber nicht g»a-ch toie bie Regierung sich dagegen zu wehren gedenke. I ! Wolle er etwa die Politik des stillen Leidens und tckück- terner Abwehr fortsetze« oder endlich einmal eine eneriifcke Mvchr der französischen Propaganda ins Werk s-tz-'n- WaS in diesem speziellen Fall oefchehen sei, mü-itep tetr übrigen» auch noch nicht. Unsere bisherige Pokstik diene nur dazu, die Anstreummgen ber Franzofen und I Belgier zu schüren. Der Redner gibt bann eine au». I führlicke Schilderung, tote die Franzosen sich in alle inkeruen Angelegenheiten mischen, di? Besetzung der Be- I AMbenstell-n und in die R-chtsuflege. Dazu kämen d'.e An- I 3 griff? auf unsere Mädchen. Die Proteste unserer Regie-
Tung unter Ausschluß der Oesientlichkeit haben keinen I Zweck. Sic mutz di-Sprache finden, welch? in der W-lt 3 widerhallt. Unter Auftreten, al» hätten wir uns zu 1 entschuldigen, begünstige geradezu diese französisch- Lügen-
Propaganda. Wir dürfen uns nickt länger defennv I hallen, sondern müssen offen)’ iv vorgehen, d-nn auch 1 die Wahrheit steht uns zur Seite. (Bravo rechts.)
Abg. K o re l l (Dem.) bedauert, daß die Ausführnnaen I BenidiS die Einheitsfront nicht weniaer gefährdet hab-n : wie bi? gestrigen Ausführungen Hoffmanns. Deshalb hären auch die Angriffe auf die Regierung nicht avge- I 6ra:t Wir ständen int Westen eigentlich noch im Krieg?. Da dürfe man fein Herz nicht offen auf den Tifch legen. Seine Partei habe sich sehr über den Minister gefreut, der für die deutfcke Sache eingetreten fei . Vielleicht werde Frankreick endlich diese Stimme der Wahrheit hören. Die Bitte, einmal die Wahrheit zu sagen, wie es in den Herzen | der rheinischen Bevölkerung ai-sf-be, komme aus tres» i sten Bitterkeiten heraus. Der R rt gibt eine au »führ- | sich? Schilderung ber bortigen Zttsiänbe, namentlich in t Idstein, Bingen und Mainz, wo Unterkünfte für dir Besatzung nicht zu schaffen sind. Aber diese WohnunaSnot ist in der englischen und amerikanischen BefatzungSzoae fast noch schlimmer. Di- Franzosen dehnen ihre miß« tarischen Maßnahmen immer noch weiter aus und n-h- E tuen uns Land und Wohnungen . Ti- Kosten gch?n in bie Milliarden. Jedenfalls muß im Reichstage ein Gei?tz riugebracht werden, das in allen Fällen ein Recht auf r Sühne gibt, wo Frankreich sich weigert. Der R:dn?r
protestiert gegen die marokkanischen Trapven, L deren Verhallen nur geeignet sei. anstelle be» V-rsöh- Olunaswillens feindlich? Gefüble zu wecken.. (Beifall.)
Abg. Merkel (Unabh.): An dem anr.-xionistischen Geist Frankreichs tragen die Reden die Hauptschuld, bie hier im Reichstag gehalten werden.^ Tie Großindustrie hat längst ihren Frieden mit Frankreich gemacht. ,
Abg. Fries (Komm.) protestiert gegen die Verdächtigungen der Kommunisten durch die Sozialdemokraten, daß innige Verbindung zwischen Franzosen und Kommunisten bestehe. Die Franzosen hätten sich an alle r möglichen Kreis- gttranbt, um dort Boden zu gewinnen. So fnen vielleicht einzelne Leute gewonnen worden, die ;id> Kommunisten nennen, nicht aber die Kommunistische Partei als solche. Tie zahlreichen Ausweisungen der Kommu- uisten aus dem besetzten Gebiet feien der beste Beweis für das Gegenteil. Wir lehnen alle nationalistischen Bestrebungen ab, ob sie ans Deutschland oder aus Frankreich > fermen- Trshald sind wir gege« die Loslösungsbc-
ArchinWM. j,
k Da» Gesetz über di« Erhöhung der Postgebühren
-T'er »nietqenotets oeträgt für fite 9 gefp. Zelle ober fieren Raum 60 Psg. für den Millimeter amtliche unfi amroärtiae 80 Psg. «»fiere Spaltenbreiten na» entlpre»enfiet Berechnung Spät eiitlaufenfie »fier den Raum über Sette etnnebmende An- jeinen Rnfi wir berechtigt, ni» bet lertlpaltenbreite zu fegen unb zu berechnen, fcaen. Reklamen berechnen mit Die Tol.-Zeile mit 6.00 Mk. Jever Rabatt gilt al» SattabatL Bei »ustunft fiuick fite (öeirbäftsfteUe unfi Sermtttlunfl bet Angebote 1 Mk. Sonbergebübr.
digungen um 137, Milliarden Franken herabgesetzt tverden.
Die Reise Briand» nach London.
Paris, 14. Dez. Wie die HavaSagentnr rntttetlt, wirb Briand vorausstchnich am 18. Dezember nach England reisen, sodaß die Verbandlutigen mit Lloyd George am 19. Dezember beginnen können.
New York, 15. Dez. (HavaS.) Viviani und Marschall Fach sind gestern nach Frankreich zurück- gcreist.
Lord Cecil kommt nach »erlitt.
Berlin, 15. Dez. Dem .Lokawnz.' zufolge ver- fmttet, daß Robert Cecil in Krze narb Berlin kommen werbe, um stch über die Lage Deutschlands zu unterrichten.
Akmirches VerÄndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhessen v
DöNttSlag, den 15. DeMSn^G Iulmoud. Q
Tie rbetbeHüibe Zeitun ' erlAetnt lech-mal wöchentlich. — Sejugenrei« menatli* ohne Zustellung 8.50 «ik, fiut.b bie Pott 9.50 Mk. Füt «uefaflenfie Rnmmetn infolge >•!# Streit» ooer eiementaret Steignilie tein Stiag. — Setlng non Tt. 6. ftineretb. -
M. UeO txudöet Unto^Su&fitudetei von Sod.Aua. «o», Markt 21 23 - »etnfptocher 55, PottiLelkkont»: Nt. 5015 Amt frranffutt a. Mein.