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• Der Siclchslanbbund wird feine bisherige stets im girluS Busch abgehaltcne Wandcrversammlung Im Kahre 1922 in Hannover »-halten.
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Re Stotiltif des boWmWAll Tenors.
In linksradikalen Kreisen arbeitet man mit alten, abgestandenen Schlagwörtern von der Diktatur de- Proletariats, der Notivendigkeit des BiirgerkrtegeS und des Terrors, nach dessen endgültigem Stege angeblich die glückliche Zeit einer klassenlosen Gefellfchast anheben würde. Man ist immer wieder bemüht, auf diese Art und Weise die Sinne der Massen zu umnebeln. Wohl nur die wenigsten Arbeiter, denen diese Schlagwörter mit der Regelmäßigkeit eines Dampfhammers eingehämmert werden, machen sich überhaupt eine Vorstellung davon, wie eine praktische Auswirkung dieser kommunistischen Theorie aussebcn würde. Nutzland ist das bedauernswerte Land, besten Bevölkerung mit Grauen und Schrecken die Verwandlung der Theorie in die Praxis zu kosten bekommen hat. Das russische Blatt .Wofroshdcnije" (Die Erneuerung) veröffentlicht eine Statistik aller von Bolschewisten ermordeten, getöteten und zu Tode gemarterten Personen. Das Blatt will diese statistischen Angaben angeblich ans bolschewistischen Gehetm- queUen geschöpft haben. Wenngleich diese Angabe insofern ein gewisses Misstrauen erwecken kann, als die in Frage kommenden Quellen nicht genannt werden uni> die russische Presse im Auslände sich bis fetzt in verschiedenen Füllen bezüglich der Veröffentlichung von angeblich aus bolschewistischen Quellen stammenden Aachrichten als nicht besonders zuverlässig erwiesen hat, so können doch die verössentltchten Zahlen für einen Senner der laisächlichen Zustände in Sowse-rust- land keineswegs etwas Außergewöhnliches oder gar
Die rlvtsriu-um des nlitteldeutlAn MW.
Berlin, 12. Dez. Im Untersuchungsausschuß Landtages über die Vorgänge in Mitteldeutschland wurde das der Abgeordneten Frau Klara Zetkin lei Uebcrschreiten der russischen Grenze abgenommene Blktenmaterial besprochen und zum Schluß der Aus- Rwache der Antrag Dr. Meyer (K.) auf Ausammen- »ellung der Erklärungen über das sogenannte Zetkin- material angenommen. Der kommunistische Antrag, die Akten des Reichsgerichts über die Strafverfolgung aufgrund dieses Materials einzusordern, wurde ab- tzelehnt.
Aus dem besetzten Gebiet.
Köln, 12. Dez. Nachdem der Reichskommissar für die besetzten Gebiete gegen die von der Rheinlaad- kommission angeordnete Haftentlassung des Smeets Einspruch' erhoben und die deutsche Regierung ihre Vertreter in Paris, London und Brüssel angewiesen hat, gleichfalls Einspruch zu erheben, wird das Wuchergericht von heute an bis aus weiteres in allen Prozessen wieder Entscheidungen treffen.
Saarbrücken, 12. Dez. .Unter stärkster Beteiligung haben gestern im ganzen Saargebiet Bergarbeiterversammlungen ftallgefunden, worin die Erregung der Saarbergleute über den Lohnabbau in einer Zeit ungeheurer Preisfteigerung für alle Lebensbe- dürfniste ausgedrückt wurde. Lebhafte Klage wurde auch geführt über den übermäßig starken, kostspieligen Verwaltungsapparat. Ohne Unterschied der organisatorischen oder der Parteizugehörigkeit waren alle Teilnehmer darüber einig, daß man geschlosten zulammenstehen müste, damii die gegenwärtig herrschenden mißlichen Verhältnisse, tote sie im Saargebiet bisher niemals in Erscheinuns ge- treten sind, geändert werden können.
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Konferenz der Wirtschaftsminister.
Darmstadt, 12. Dez. Heute fand hier im Sitzungssaale der Volkskammer eine Aussprache der Wirtschafts- Minister des Reiches und oer Länder statt. Nach einleiten- fsen Worten des Wirtschaftsministers Schmidt legten die Ministerialräte Dr. Trendclenburg. Flach und Freiherr v. Buttlar die gegenwärtige Wirtschaftslage, die von der Reichsregierung getroffenen Maßnahmen und die bestehenden Absichten dar. Im einzelnen wurde ausgesührt, daß angesichts der großen Schwierigkeiten, die sich bei Durchführung de? bisherigen Shstems der Einfuhrkontrolle ergeben haben, ernstlich erwogen werden müsse, wie im Interesse der Aufrechterhaltung der deutschen Zahlungsfähigkeit eine erweiterte Einfuhrbeschränkung, hauptsächlich im Wege der Zollpolitik, durckgeführt werden könne. Bis zum Abschluß der mit großer Beschleunigung voraenommenen Revision des Zolltarifschemas müsse die Möglichkeit zur Erhöhung von Zollsätzen in einem erleichterten Verfahren geschaffen werden. Tie Entwertung der deutschen Valuta habe energische Maßnahmen znr Verhinderung des sogenannten Ausverkaufs Teutschlands notwendig gemacht, insbesondere seien Maßnahmen zn einer verschärften Durchführung der Aus - snhrkontrolle und gegen eine den Verhältnissen der Bestimmungsländer entsprechende Ermäßigung der Ausfuhrpreise ergriffen worden. Eine Beteiligung des Reiches an den Mehrerlösen des Ausfuhrgeschäftes über die bisher getroffenen Maßnahmen hinaus durch eine allgemeine Ausfuhrabaabe sei beabsichtigt. Ungeachtet der Schwierigkeiten, die sich aus der wirtschaftlichen und finanziellen Lage, insbesondere Europas ergeben müsse Deutschland möglichst bald in möglichst weitem Um'angc für seinen Handelsverkehr mit dem Auslande wieder feste rechtliche Grundlagen, und zwar auf dem Wege der Gleichberechtigung, durch den Abschluß von Handelsabkommen zu erreichen suchen. Um die schädlichen Rückwirkungen, welche die Geldentwertnng auf die Bin-- nenwirtschast ausübt, zu mildern, müsse neben den Bestrebungen znr Beschränkung der weiteren Markentwertung auf eine Steigerung der Produktion und eine Verminderung des übermäßigen Verbrauches hin- gcwirkt werden. Auswüchse in der Preisgestaltung, wie sie sich insbesondere bei den letzten Kursstürzen gezeigt haben, würden unter Berücksichtigung der berechtigten Bedürfnisse des regulären Handels durch strenge Handhabung der bereits besehenden Bestimmungen bekämpft.
Schlagwöricni znieibe rücken, um sie für gescväfte ctnzufangeu. Die Statistik der salgcndcrmatzcu aus:
Erzbischöfe und Bischöfe
Priester
Professoren und Lcvrcr
Dokioreu und ihre Asststcnten
Ossszwre
Solbaicn
Moudanueric« und Polizeioffiziere
Gendarmen und Polizisten
GttlSvcsitzcr
Geistige Arbeiter Handarbeiter V Bauern
Es besteht die Absicht, gesetzlich vorzuichceiben, daß die erfolgten Bestrafungen durch allgemeine Veröffentlichungen bekannt gegeben werden. Da mit einem plötzlichen Umschwung der gegenwärtigen Hochkonjunktur gerechnet werden müsse, sei den öffentlichen Stellen cuchsohlen worden, vorübergehend jeden Auftrag zurückzuhalten und auch die Notstandsarbeiten loweik wie möglich einzuschränken,' jedoch seien schon ietzt 'Set- bereitungen zu treffen, um für den Zeitpunkt diese? Umschwunges solche Notstandsarbeiten in vermehrtem Umfange wieder aufzunehmen und den Bedarf an Industrie- waren in vermehrtem Umfange in Auftrag zu geben. Die Behinderung der Arbeitsmöglichkeit auf vielen Gebiete» 'et durch unsere bedrängte Kohlenlage verursacht. Namentlich das Wohnungsbauprogramm des kommenden Jahres könne mir durch eine wesentlich gesteigerte Produktion an Baustosfen gesichert werden, was nur durch vermehrte Kohlenproduktion möglich fei. Alle diese Schwierigkeiten könnten nur beseitigt werden, wenn im Steinkohlenbergbau wieder Uebcrschichten gefahren würden.
Nnglaubliwes bedeuten. Dte Folgen des Terrors und des Bürgerkrieges sind eben unverglcichlick) entteö- l ich er und verwüstender, als sich das die Leute vorstellen, denen die Kommunisten mit diesen " "" Ihre Partei-
Sie MMWW'kW.
Berlin, 13. Dez. Gestern wurde unter 5em Vorsitz des Reichskanzlers in der Reichskanzlei die Entschädigungsfrage besprochen. An der Besprechung nahmen die Minister und die Vertreter der beteiligten Ressorts teil. Dr. Rathenau berichtete über die von ihm in London geführten Verhandlungen. Die Besprechung war streng vertraulich. Sie soll heute Abend fortgesetzt werden. Dem „Verl. Tageblatt" zu- olge liege kein Grund vor, di« Londoner Verhandlungen Rathenaus als ergebnislos zu bezeichnen.
Wie das „Verl. Tageblatt" erfährt, ist die Antwort >er Ban? von England auf die Anfrage der deutschen Regierung, ob die Ban? gewillt fei, Deutschland einen Kredit einzuräumen, nunmehr eivgetroffen. lieber die Art der Antwort verlautet nichts.
Berlin, 12. Dez.* Dr. Rathenau hat beute vormittag dem Reichskanzler Bericht über seine Londoner Besprechungen erstattet.
Der ReichSwirtschaftSrat, der die für morgen ange- fttzte Sitzung nicht int Sitzungssaal? des vormaligen preußischen Herrenhauses abhalten kann, da sämtliche Säle durch die Tagung des Staatsrates besetzt sind, nrrb im Berliner Stadwerordneten-Sitzunassaale im Rathause tagen, um die Beratung über den Gesetzentwurf betressend die Krediwereinigung der deutschen Gewerbe fortzuk-tzen. Wie der „Lokvlanzeiger" mitteilt, wird außer Dr. Rathe- nan auch der Reichskanzler das Wort ergreifen.
Ser KM-JM-Mjed.
Leipzig, 12. Dez. Der erste Zeuge, bet ver- ymtmen wird, ist der sächsische Obersinanzrat Bang, kt nicht vereidigt wird, weil ein Verfahren gegen Kn schwebte, das aus Grund der Amnestie aber rin« LFteftt wurde und weil der Zeuge der Teilnahme ver läfftifl ist.
Generalleutnant v. Hülsen sagt aus: Am Abend tzts 12. März erfuhr ich, daß Lüttwitz entlassen war. Ach fuhr zu Lüttwitz nach Berlin. Dieser erzählte mir tzrn seinem Vorhaben. Ich suchte ihn davon abzu- Iringen. Am Morgen des 14. März war ich Zeuge Lr sogenannten Kabinettssitzung, in der ich die drei Ingefingten sah. Wangenheim sprach viel über wicr- jsckmstliche Dinge. Die Versammlung machte einen Ziemlich verworrenen Eindruck. Auf die Frage des Beisitzers bemerkt der Zeuge, von den Vorbereitungen des Unternehmens habe er früher nichts gehört, «ker nicht geglaubt, daß Kupp sich so wenig vorbereite! hätte Ich hatte den Eindruck, daß nach dem Ver- Mjttinben der alten Regierung die neue auf Grund der Kpublikanischen Verfassung geHlbet werben sollte.
Reichssustizminister a. D. Schisser: Morgens girr, ich in die Reichskanzlei zu Kapp, bei dem sich v. Jagow. Falkenhausen und andere befanden. Kapp fragte mich» ob ich die Konseauenzeu aus den Ereig- vissen ziehen wolle. Ich erklärte, er habe kein Rechl ft seinem Vorgehen: aber mir stünden Machtmittel zum Widerstand nicht zur Verfügung. v. Jagow «zischte sich ein und sagte mit einer nicht achtenden Har.dbewegimg: „Wie kann mau nach den Novembertagen in diesei.i Hause noch von Recht sprechend Ick-
= traf in meinem Ministerium zwei Offiziere, die mich ° ierffcficn wollten. Ich wurde veranlaßt, das Haue , picht zu verlassen. Mein Ehrenwort zu geben, lehnte
NttWMa.
Die GrenzregulterunF.
' Be uthen, 12. Dez. lieber die Grenzreglckierung im Kreise Beuthen schreibt die „Ostdeutsche Morgenpost"' Am SamStag wurde die Grenzregulierung im Landkreise Beuthen beendet. Bei den Verhandlungen im Kreise .Hindenburg wurde die Kolonie Rudahammer den Polen zugesprochen, iedoch als Anstouschobiekt für getoilse Härten bezeichnet. Die neue Grenze, die bis dicht an den Bahnbos Ludwigsglück geht, ist von Ralibor aus bis an den Kreis Tarnowitz, wo am Montag die Besichtigung drS ^a"des beginnt, festgelegt . Tie Bahnhöfe in Richtung X 'witz sind deutsch geblieben. Von der Grenzbildun > im Stadtkreis Beuthen kann man im allgemeinen sagen, baü sie sich inj wesentlichen an die städtische GemarkungS- linie anlegt. Die Friedenshütte wurde polnisch.
Dte „Oderdesiiiche Zettun ' erscheint ie»smal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich ohne Zustellung 0.50 2)(t, fcurrb die Post 7.50 Rtl. Für ausfallende Nummern infolge Streits oder elementarer Ereignine kein Sriag. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Univ^Buckdruckerei von 3ob. Aua. Koch, Markt 21.23 — ^erniprecher 55, PostiLeckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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Marburg Dienstag, den 13. Dezember 3ulmenb.
densgebühren erhöht werden sollen. Im Ortsverkehr soll eine Postkarte 75 Pfennige, ein 20 Gramm-B ries 1,25 Mark kosten, im Fernverkehr eine Postkarte 1,25 Mark, ein Brief 2 Mark. Briese von 20—250 Gramm im Ortsverkehr sollen 2 Mark kosten, im Fernverkehr von 20—100 Gramm 3 Mark, von 100- 250 Gramm 4Mark. Die Drucksachenkarte soll 40 Pfennige kosten. Drucksachen von 50 Gramm 50 Pfg., von 500 Gramm bis zu einem Kilogramm sind die Sätze von 1—4 Mark gestaffelt. Päckchen sollen 5Mark kosten, Pakete bis 5Kilogr. in der Nahzvne 6Mark, in der Fernzone ö Mark. Von 5Kilogr. bis zur Höchstgrenze von 20 Kilogr. steigen die Sätze für die Nah- und Fernzone bis 30 bezw. 40 Mark. Postanweisungen kosten bis 100 Mark 2 Mark. Das Porto steigt bis zum lleberweisungsbetrag von 2000 Mark bis T Mark. Die Postscheckgeb Ühr beträgt für eine Zählkarte bis 100 Mark 75 Pfg., steigend bis 6 Mark bei Zählkarten über Beträge von mehr als 5000 Mark. Die Tele - grammwortgebsibr soll IMark betragen/die Mindestgebühr für ein Telegramm 10 Mark. Tie Fernsprechgebühren sollen durchweg um 100 Prozent erhöht werden. Zeitu ngsvakete in der Rabzone bis 5Mogr. sollen 5Mark kosten. Tie Zeitungsgebühr für eine Nummer bis 20 Gramm soll 6*7- Pfg. betragen und erhöht sich bis 16 Pfg. bei Gewichten von 60—90 Gramm. Sie steigt für jede weiteren 30 Gramm um 3 Pfg. Es beträgt die Mindestjabres- gebühr 3 Mark, die Verpacknngsgebühr für je hundert Nummern bis 20 Gramm 1,50 Mark, sie steigt für 6k ,pichte bis 90 Gramm bis 2,30 Mark, für jede weiteren 300 Gramm um 20 Pfg. mehr.
An Mebrcrträgen werden erwartet bei den Postgebtibren 1728.9 Millionen, Postscheckgebühwn 57 Millionen. Telttirammgebübrcn 200 Millionen, Fernsprechgebühren 350 Millionen. Der Berichterstatter be-5 Ausschusses wies daraus bin, daß eine weitere Heraufsetzung der P o st z e i t nn g s g e b ü b r erst ab 1. Avril 1922 in Kraft treten soll und daß der Reichs- vostminister sich überhaupt vorbehielt, über die erhöhten Sätze noch weiter mit der Presse zu verhandeln. In der Aussprache lehnte der Vertreter Sachsens die Vorlage ab, da die sächsische Regierung der lieber,eugung sei. daß der Abbau des Defizits nicht allgemein durch fortge-"- setzte Gebührencrhöhung erfolgen dürfe. Ter Vertrete^ Bayerns stimmte namens seiner Regierung der Vorlage angesichts der Zwangslage bet Reichsregierung zu. knüpfte jedoch daran ausdrücklich den Vorbehalt, daß bk NcichSpostvenrmltung unverzüglich daran gehe, durch Aenderuug des Dienstbetriebes Ersparnisse zu erzielen- Preußen und Anhalt schlossen sich dieser Erklärung an. Der Reichsrat nahm die Vorlage unverändert mit Stimmenmehrheit an. Einstimmig angenommen wurde die von dem Bevollmächtigten der Provinz Westfalen, Buchdruckereibesitzer Lenting, eingebrachte Entschließung, wonach die Reichspostver'vattung wegen der Hemessung ter ZeitungSgebühren mit dem Verein Deutscher Zeitungsverftger in Beratungen eintreten soll, sowie die Entschließung, die im wesentlichen bk Er- sparuiSgcüanken der vom Neichsrat am 8. Dezember angenommenen Entschließung wiederholt.
MmWe htt neuen im WM
SJcrlin 12 Dez. Der Reichsrat beschäftigte sich heute mit de'r neuen Vorlage über bie Erhöhung der, Post-, Telegramm- und Fernsprechgebühren, wonach die Postgebühren durchschnittlich ans daS Zwanzig fache, die Fernsprechgebühren aus das Fünfzehnsache oec Fne
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Attttiiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. '
Anzeiger für (das früher knrhessische) Oberhessen
w« er, Slüte jt fchnck lenb? dl» r’e Patent, eintroefna [I morgeel Zucko* rn. @roj Taufend» n Apslhlt ürnerie- t erhälUch iben Dl» it, Hubett HEstoer Markt 7,
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Rüder, 67321 sttntech^, ecke! rn prüfl^ ck 182.^, inö geeign^ 1«th ictter«^, t. waÄ
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England. ♦
DaS englisch irische Abkommen.
London, 12. Dez. Kardinal Logue, daS Haupt her römisch faiboltlrbctt Kirche In Irland bat eine Zusammenkunft der irischen Bischöfe für morgen eiube- ritfen, um formell der Ansicht Ausdruck zu acbeu, daß der englisch «rische Friedensverlrag bestätigt werden mflsie. Es Verlautet, daß alle Bischöse für dte Ratifizierung des Berlrooes sind ^eit Blättern znlolae »Irb erwartet, daß in der am Mit'tooch stattslndenden Sttntng des Sinnseiuer-Parlameuls sich eine Zwei« drtttelmebrhelt des Vertrages ergeben toerbc. .
UlstcrS Widerstand gegen das Abkomme«. •
London, 12. Dez. Der Premierminister von Ulster, Craig, erklärt« im Ulsterparlament, die Lage fei sehr ernst. Ulster fei entschlossen, keinen Zoll breit von bem* Wege abzuweichen. den es sich vor- gezcichiiel habe: cs werde seine Ideale nicht ändern. Craig beschuldigte Llohd George, fein Versprechen nicht gthalten zu haben. Die Lage fei durch die Unterzeichnung Vertrages zwischen ben britischen Per- trt-ern unb ben Sinnseinervertretern so verwickelt wie noch "nie. Craig sagte: Wir wurden in den Vertrag nicht rinbezogen: wir wurden nicht aufgefordert, den Vertrag zu unterzeichnen. Der Vertrag erfüllt nicht das feierliche, dem Ulstecvolk gegebene Versprechen, daß seine Rechte nicht beeinträchtigt oder geopfert it erben sollen.
Ten Blättern zufolge wurde in Belfast amtlich bekanntocgcbcn, baß Lloyd George darum ersuchte, daß Craia keinerlei össrntliche Aenßernngen tun möchte, die bas Sinnfeinerparlament bei her Erörterung bes Vertrages am Mittwoch beeinflussen könnte. „Evening Standard" zusolge verlautet, daß Llovd George cs adgelchnt habe, lllster in der Frage der Finanzen und dec Grenzen irgendwelche Zitgcständuisse zu machen.
Di« cnglauvfeindlichc Bewegung tu Indte«, Loudon. 12. Dez. Wle gemeldet, bauert die tocilvcrztocigle Aglicnwti in Indien fort. Wäbrend dcS Wochenendes wurden säst 300 Personen, baitvb. sachlich in Kalkutta verhaftet. Die Zahl der Verhaske- ten stktgt damit auf 600. Unter ihnen befindet sich 6et in Aussichl genommene Präsident deS indischen Ra^ liotlatkougresscs und der Präsident des Kallfataus» sihufl-S von Bcngailen. In Kalkutta dnuerl der Boy- tott an. In Lncknoto, tvo der Prinz von Wales am Arena« ciutraf, wurde ein Ausslaud und ein Tag der Trauer vrotiamiert. Tie Vcvölkening leisielc »edolH zum gröhten Teil nicht Folge.
.Daily Telegraph" melbct aus Allahabad vom 1(L Dezember: Der letzlc aintliche Bericht aus Malabar! gibt bekanul, daß ungefähr 901)0 ausfläudlchc MoplahH sich den brtlischen Truppen ergeben Haven.
Die russische Frage.
London, 12. Dez. Ein Bertchwrslatter deß .Daily Telegraph" schreibt, Lloyd George bereite sich ernstlich daraus vor, dte russische Frage in Angriff ä« nehmen, sobald die Frage der heultge« EntschSdkgu» gen in ihrem weienlltchen Teil gcreselt fei.
ich ab. Der Zeuge spricht bann von ben Lerhand- lungen der Parteiführer über die in Aussicht gekommene Amnestie. Schnier wehrt sich gegen die Unterstellung, als oh er das Amnesticversprechen. ,namens der abwesenden Regierung gegeben habe. Es iege offenbar eine Verwechslung mit ben Bßfprechuuge'.i fei Parteiführer vor. Es wird ein von Kapp an Schiffer gerichteter, aber nicht in die Hände des Sbrcffnten gelangter Brief verlesen, worin er feinen Rücktritt erklärt und sich über die Lauterkeit seines öorgchcns usw. äußert sowie den Vorwurf des Hoch- >errats znrückwcist. Nur gegen den Hunger des Bolschewismus wollte er sich wenden.
fei Staatssekretär a. D. Freiherr v. Falkenhall- Men, vorläufig unvereidigt, sagt aus: Am 12. März
■iirbe ich telephonisch nach Berlin zu Jagow geoci.-n । «no nahm an einer Arbeitsversammlung der Teutsch- ^Marionalen Volkspartei teil, worin mir von ben Plänen i. »opps mitgeteilt wurde. Als ich v. Jagow dort nicht
traf, suchte ich ihn in dem Kasino auf und erhielt ton ihm den Bescheid, ich solle am nächsten Morgen um 6 Uhr an* Brandenburger Tor sein. Kapp rechne au ilich. Ich unterzeichnete nun eine Verfügung, die
tapp schon unterzeichnet halle, ebenfalls. Zu lern tigeren Kreise, der immer dabei war, wenn ctwas Lichliges verhandelt wurde, gehörten dic drei Singe- lugten unb neben anderen auch ich. Kapp wollte leineS Erachtens die Herrschaft der Parteien erfchen urch eine Regierung, die nach sachlichen Gcsichts- tuntten arbeitete. An eine Acnderung der Verfassung vachte ich dabci nicht.
Der Mafchinistenmaat Schwan ^»us Emden gibt i Zn, daß er und zwei andere Unteroffiziere am 13. März l sich weigerten, den Marsch der Ehrhardtbrigade mit- $un* arhen. Die drei wurden sofort ihres Dienstes tnthoben, ein strasgcrichtliches Verfahren gegen sic L «icht ringefeitefe Ein Offizier suchte die drei iimzn- juftimmen, indem er erklärte, sie seien nicht richtig f»uf die Bersassung vereidigt worden. Unter den Ma rn- f^aften war der geplante Putsch ein offenes Geheimnis.
Tie nächsten Zeugen, Maschinistenmaat Wagner ans Wilhelmshaven und Maschinistenmaat Einhorn bestätigten unter Eid di» Aussage Schwans.
Weiterverhandlung Dienstag.
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