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Unpolitische Tagesnachrrchten.

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1921

Aus dem besetzten Gebiet.

Mainz, K. Dez. Nach einer Zuschrift au

der Ansicht Keynes müßten die Verbündeten von Deutsch­land die Bezahlung von 250 Millionen Goldmark am 15. Januar und die weiteren 250 Millionen am 15. Mär; fordern. Die am 15. Februar und am 15. April fälligen Höhlungen mühten bis zur Entscheidung durch eine neue Konferenz in der Schwebe gelassen werden. Ohne eine ausländische Anleihe könne Deutschland nicht die geior- herten Januar- und Februarraten bezahlen, ohne da­durch in eine Krise zu geraten, und wenn Deutschland diese Summe bezahle, so könne es nicht auch die Aprilratc be­zahlen.

Die „Time?" berichtet, der Finanzausschuh des briti­sche« Kabinetts werde in dieser Woche seine Beratungen über die ihm vom Schatzamt unterbreiteten, die deut- schm Entschädigungen betreffenden Vorschläge, wieder «ifnehmen. Ein Beschluß in dieser Frage werde erst gegen Ende der Woche erwartet. Der vorgeschlagene ZahlungS- eusfchub für Deutschland sei, wie angenommen werde, Pie Lösung, die von den Ministerien am meisten be­günstigt werde. Die Frage sei jedoch sehr schwierig und werde wohl nicht ohne Beratung zwischen den ver­bündeten Negierungen geregelt werden.

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Di« „Odcrbessifche Zeitun- erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich ohne Zustellung 6.50 Mk, durch die Post 7.50 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streits ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. E. Hitzeroth. — Druck der Univ.»Buchdruckerei von Job. Aug. Koch, Markt 21’23 — Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Die Notlage der Presse.

Die .Köln. Volksztg." schreibt: .Die wirtschaftliche Not der deutschen Presse ist eine der besorgniserregend­sten Krisiserscheinungcn der deutschen Gegenwart. Lei­der ist die Einsicht in ihr tatsächliches Vorhandensein, ihren Umfang und ihre unvenneidkicücn Folgen noch erschreckend wenig verbreitet. Sie mühte das Gewissen des letzten Deutschen aufrütteln und ihn an seine Pflicht gemahnen, die wichtigste geistige Waffe, die uns im Kampfe für unsere Lebcnsnotwcndigkeiten, unser Reckt und unseren guten Name» verblieben ist, nicht stumpf werden oder gar unseren Händen ent­winden zu lassen. Es gilt dies zunächst von der deut­schen Presse im Jnlande, dann aber auch, vielleicht in noch erhöhtem Matze, von den deutschen Organen, die drautzen in der Welt für den deutschen Gedanken kämpfen. Sie haben einen um so schwereren Stand, als ste unmittelbar in schwerstem Konkurrenzkämpfe mit dem wirtschaftlich) leistungsfähigeren Zeitungswesen der uns feindlichen Länder stehen. In diesem un­gleichen Ringen werden ste unterliegen müssen, wenn ihnen nicht vom gesamten Deutschtum materielle und moralische Hilfe kommt. Uns liegt die Zeitschrift eines deutschen Verlages in Südwestafrika, der mehrere Organe berausgibt, vor. Es wird darin au die wachsende Not der dortigen deutschen Zeitungen hingewiesen, die in erster Linie auf die Abnahme des deutschen Elements zurückzuführen sei, auf das sie sich beim Fehlen jeder Unterstützung vom Mutterlande her allein stützen miitzten. Die Krisis werde noch verschärft durch die herrschende allgemeine wirtschaftliche De­pression, und so rücke für den Verlag der Zeitpuntt immer näher, an dem er mindestens eine Zeitung etn- gehen lassen müste. Es liegt auf der Hand, was es für das Schicksal des Deutschtums im Auslande be­deutet, wenn ein publizistischer Kämpfer nach dem an­dern aus der an sich so dünnen deutschen Kampffront a.usschsidcn mutz. Wir möchten den Hilferuf aus Süd­westafrika zum Anlatz nehmen, um die Aufmerksamkeit weitester Kreise auf den schweren Eztstenz- kampf der deutschen Zeitungen tm Auslände zu lenken und zur ernsthaften und opferbereiten Prüfung der Frage anzuregen, was zur Abhilfe der acfchilder- ten Notlage gefchehen kann."

GcleLenilich des Parteitages der Deutschen Volks- Partei in Stuttgart tagten folgende Fachausschüsse: pieichs - Augcstelltcnausschutz (Vorsitzender: Abg. Lhtel), Neichsarbeilerausschutz (Abg. Adams), Ausschuß für Kommunalpolitik (Abg. Dr. Leidig), Plusscssutz für Handel und Industrie, für Handwerk »nd für Kleinhandel und Gewerbe, Acrzteausschntz Aetchslan'cwittfctzaftsausschutz «nd Reichsbeamtenans- u-nst. _______ . .

Marburg W\\M, öen 8. Dezember 3ulmoni.

Die Mahnnote des Entschädigungsausschufles^

Berlin, 5. Dez. Die von Havas bereits ver­öffentlichte Note des Entschädigungsausschusses über die nächstfälligen deutschen Zahlungen wurde gestern bet deutschen ^Regierung amtlich überreicht.

' Rathenaus Reise erfolglos.

-■ Londorf, 5. Dez. Die „Westminster Gazette" berichtet, es sei Rathen au nicht geglückt, eine Anleihe jur Bezahlung der im Januar fälligen Rate zu be­schaffen. Auch „Daily Telegraph" meldet, daß es Rathenau nicht gelungen sei, die erhoffte Anleihe der Londoner Banken zu sichern.

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Der Ersatz für da» cnglifch-tapanische BündniS.

Paris, 5. Dez.' Der Sonderberichterstatter del „Chicago Tribüne" in Washington meldet, ein Mitglied der französischen Abordnung habe erklärt, FrankrciH ei bereit, sich dem englisch-japanisch-arnerikanisckM Mkommen anzuschließen, daS anstelle des englisch­japanischen Bündnisses treten solle. China möchte gleichfalls zrr diesen Abmachungen zugelassen werden.

England gegen die „Secräuücrfchiffe".

London, 5. Dez. .Morntng Post' meldet aus Washington, der Erste Lord der Admiralität werd« demnächst in einer öffentlichen Sitzung der Konferenz ausführen, das; Grohbritannien entschlossen fei, die U- Boote in den Banen zu tun und sie als Se c r ä u v e d schiffe zu behandeln.

Große Trupps von Obdachs- und Erwerbslosen durch- togen die Straßen, um zu demonstrieren. Sie wurden von Schutzpolizisten eu§einanbergeüie&en. Eine Abord­nung der Erwerbs- und Obdachslofen begab sich in das Rathaus und verlangte den Oberbürgermeister zu sprechen. Oberbürgermeister BoeS empfing die Leute, die von ibm eine fofortige Wirtschaftsbeihilfe von 100 Mark für ieden Erwerbslosen verlangten. Der Oberbürgermeister erklärte, daß dazu erst die Zustimmung des Magistrats notwendig sei. Man befürchtet weitere Ausschreitungen. Die Schutzpolizei ist daher in erhöhte Alarmbereitschaft gesetzt. <

Wegen der neuen Plünderungen ist vom Polizeipräsi­denten ein erdöhter Polizeibereitschaftsdicnfl angeoronet

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Das Eindringen englischen Kapital».

Beuthen, 5. Dez. Wie hier bestimmt verlautet, sind die Besitzungen der Grasen Henkel v. Donners- marck an ein englisches Konsortium mit dem Sitz in London verkauft worben. Die Eintragung in das Handelsregister in London foll bereits am 1. Dezember erfolgt sein. Die Gesellschaft wird firmieren „Henkel e. Donnersmarck, Beuthen <5t. Estates Ltd., London". Der erste Präsident der Gesellschaft ist Graf Edgar v. Donnersmarck und sein Vertreter Lord Cozens Hardy. Tie technische Direktion in Oberschlesien wird keiner Aenderung unterzogen, doch ist es wahrscheinlich, da Vertreter des englischen Kapitals als Direktoren nach Oberschlesien dirigiert werden.

Ein Aufruf Hindenburgs.

Berlin, 5. Dez. Von Generalseldmarschall v. Hindenburg geht der T.U. folgender Aufruf zu:

In den Versorgungslazaretten liegen leider noch viele tapfere Feldgraue, die für ihr Vaterland ge- blutet haben, und teilweise ihres Augenlichtes oder ihrer Gliedmaßen beraubt, einem traurigen Weih­nachtsfest entgegensehen. Sie sollen nicht glauben, daß sie vom deutschen Volk vergessen sind. Ich bitte daher herzlichst, diese Braven mit Gaben bedenken zu wollen, damit auch ihnen ein Lichtstrahl in ihr srruv- loseS Dasein fällt. Jede, auch die kleinste Spende aller Art, wird, dessen bin ich gewiß, von den Lazarett- Verwaltungen dankbar in Empfang genommen werden. Diese zwecks unmittelbaren Verkehrs in den einzelnen Gebieten ausfindig zu machen, dürfte einem freudigen Geber nicht schiver fallen.

v. Hindenburg, Keneralseldmarschall.

ihres Mannes verhaftete Frau Hasenzahl legte der Berliner Krtminalpolizet ein Geständnis ab. Sie er­klärte, das; ihr Mann sie mit dem Kaufmann Tieke iin Zimmer überraschte und dah Tieke nach einem Wort­wechsel ihren Mann erschossen habe. Um den Mord zu verbergen, feien beide übereingekommen, die Leiche in dem Korb fortznschaffen. Tieke leugnet noch die Tat.

Raubmord. Görlitz, 5. Dez. Au: Sonnabend Abend wurden in Königsbain der Wirtschaftsbesitzer Ludwig und feine Ehefrau erschlagen in ihrer Woh­nung von den Dorfbewohnern ausgefunden. An­scheinend liegt Raubmord vor. Die Betten sowie alle Behälter waren durchwühit- Dtc polizeilichen Er­mittelungen wurden mit Silfe von Polizeihunden so­fort aufgenommen, doch konnte die Spur der Täter noch nicht festgestellt werde», DaS ermordete Ehe­paar gatt für begütert.

Wh*« Äugte.

Seitdem Briand Amerika verlassen hat, scheinen 6k Arbeiten der Washingtoner Konferenz etwas ruhiger und sachlicher vor sich zu gehen. Es hat sogar den Anschein, als sei in der Tat bereits ein gewisser Erfolg erzielt worden, der allerdings in erster Linie ein Erfolg der Ver­anstalter der Konferenz, der Vereinigten Staaten, fei» dürfte. England und Japan sollen beschlossen haben, ihr Bündnis aufzugeben und diesen Beschluß in der nächste« Vollsitzung der Abrüstungskonferenz bekanntzugeben. Nach der Stellung, die von der britischen Aboftmung auf bet Konferenz den amerikanischen Wünschen gegenüber ein­genommen wurde, ist cs nicht überraschend, baß England das Bündnis mit Japan löst, wogegen ein Einverständnis Japans zu dieser Lösung nicht so schnell erwartet wer­den konnte. Nun scheint es sich in den Geheimver- itondlungcn doch zu gewissen Kompwmisfen bereitgefunoe» zu haben, und man geht wohl nicht fehl in der Annham.e, daß in der Aufteilung Chinas der Preis für sei» Nachgeben steckt. Auf Kosten Chinas dürfte die Einft qung zustande gekommen fein, und zwar soll einer japani- chen Blättermeldung zufolge zwischen Großbritannien, Amerika und Japan, denen sich noch Frankreich an- chließen wird, ein gemeinsamer Vertrag über die Ein- icilnng der Interessensphären abgeschlossen werden. China hat die Konferenz mit einer Reihe von Denkschrif­ten bombardiert, die alle in die Forderung auslieien, „China den Chinesen", aber diese Denkschriften werde» bei der Washingtoner Gesellschaft der Nationen wohl bai gleiche Schicksal erleiden, wie es oen Denkschriften Deutsch­lands beim Völkerbund widerfahren ist.

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London, 5. Dez. Der Berichterstatter des „Ob- skkvcr" meldet, Bradbury und der italienische Vertreter im Entschädigungsausschuß seien f ü r einen Zahlungsaufschub, die Vertreter Frankreichs und Belgiens seien dagegen. fjlan sei beim britischen Schatzamt der Ansicht, daß wäh- gtnb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre wenig Aussicht auf irgendwelche Zahlungen Deutschland- unter dem Entschädigungsplan bestehe. Tos Wiesbadener Abkommen würde daher die einzige Art der Bc- la^lung währerck der nächsten fünfzehn Jahre barstellen und deshalb ausschließlich Frankreich zu Gute kommen. — Per „Observer" verwirft den Plan eine? Zahlungsauf­schubs oder einer Anleihe an Deutschland und schreibt, hie britische Politik müsse mit aller Macht und Entschluß- kwst eine Herabsetzung der Gesamtsumme der Deutschland auferlegten Entschädigungen und der jähr­lichen Raten zu erreichen suchen. Die grundsätzliche Revision der deutschen Entschäbignugen sei für Handel »nd Erwerb eine Frage um Leben und Tod. Wenn die Entente dem im Wege stehen sollte, so müsse sie ge- »pfert werden. Die Entente dürfe nicht dazu dienen, daß sich Frankreich und England gegenseitig unb ge­meinsam Deutschland ins Verderben hineintrieben. Eng- land könne nicht aus Amerika warten und auch nicht länger auf die Zustimmung Frankreichs. Wenn cs keinen anderen Wege gebe, so müsse England mit Deutschland zu einer unmittelbaren besonderen Regelung kommen. Es habe schon zu lange damit gewartet.

Auch Keynes nennt in der „Sunday Times" hen Plan eines zweijährigen Zahlungsaufschubs einen schlechten Plan. Frankreich würde dadurch in der Periooe, wo es Unterstützung am notwendigsten brauche, nichts bekommen. Zugleich würde dir Unsicherheit darüber, was «ach zwei Jahren sein werde, es für Deutschland schwierig gestalten, in der Zwischenzeit feine Finanzen in Ordnung zu bringen. Keynes schreibt, die Finanzlage Deutschlands werbe sich nicht bessern unb die Verbündeten würden

„Alldeutschen Blätter" aus dem besetzten Gebiet ver­mutet man, daß die Brände, die sich in letzter Zeit in den Fabriken des besetzten Gebietes ereigneten, vo p Franzosen g et eg t wurden, um die deutsche Industrie zu schDigcn. So heißt es in der Zuschrift: Fast gleichzeitig gingen in der chemischen Fabrik in Dotzheim bei Wiesbaden, in der Schellackfabrik Kalkhof auf der Ingelheimer Aue in Mainz, in der Zellulose- fabrik Kostheim, in den Chemischen Werken Amötc- burg, in der Lederfabrik Kornelius Hehl in Worms, Fabrikteile in die Lust und entstanden große Brände. Tie hiervon betroffene Arbeiterschaft ist durchweg der Anschi, daß diese planmäßigen Brandlegungen von Franzosen herrührOi.

Düsseldorf, 5. Dez. Heute weilten unter Führung des RcichswirtfchaftsrninWrs a. D. Wissel! die Vertreter der Internationalen Vrbeitskonferenz in Tüsseldorf und besichtigten die Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik. Bei dem Empfang auf dem Statt)aufe durch die Vertreter der Stadt wies der Oberbürgermeister auf die Folgen der militärischen Zwangsmaßnahmen in Düsseldorf hin.

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Geständnis tn der

Berlin, 5. Dezember, dachte der Beteiligung

Aktftiiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

für (das früher kurhessische) Öberhessen

Politische Tagesnachrichten.

Brrcubcrg-Gosslers Nücklrttt genehmigt. Ter RelchS- präsibent »al an den deutschen Botschastcr in Rom v. Berenberg-Gotzlcr ein Schreiben gerichtet. in dein er das RücktriltZgesnch anntmmt.

Auflösung bet Hundertschaft j. b. V. Entgegen an­ders lautenden Meldungen erfährt Vie »Deutsche Allg. Zig.", dass die Auflösung der Hunbertschaft znr beson­deren Verwendung endgiUtig beschlossen fei.

Schleimige Rückzahlung zu viel gezahlter Slencm. Der Hauptausfchutz de? preutztschci: Landtages nahm einen Antrag an, die Nückerstaitimg von Lohn- und Gehaltsempfängern zuviel gezahlten direkten Steuern angesichts der fortschreitenden Notlage zu be­schleunigen.

. Der Uebergang der Danziger Eisenbahnen an Pow.l Die polnische Negierung Überwies als zweite Abschlagszayliing für die Übernommenen Eisenbahnen dem Danziger Senat 30 Millionen deutscher Mark.

Der Leipziger BeiriebSrälekonsreß. Gestern begann tm leipziger Volkshanse der erste Reichsbetriebsräle- kongretz für dte Mctalllnbustrte. Zum Vorsitzenden wurde der Abgeordnete Ditzmann aus Stuttgart ge­wählt Als erster Referent sprach Prof. Lcberer Hei- dclbcrg über das Thema „Wettwtr'.schasf.

Nichtbetetttgung der Demokraten an der hessischen Regierung. Der Landesausschntz der Heissschcn Demo- kratischen Partei tagte dieser Tage in Frankfurt. Man beschäftigte sich ausführlich mit dem Ausgang der Landiagswahlen, die eine schwere Niederlage der L-e- mokialen gezeitigt haben. Angesichts dieser Ta,fache und der allgemeinen Unzufriedenheit der demokraii- schen Wähler mit der seflherigen Politik der Pariei beschloß man, sich an der Regierungsbildung tn Hessen nicht mehr zu beieiligen.

Die deutschen Bertreter der ehemals dcu-rchen ko- tonte Deutsch Südwestafrika haben tn Pretoria t’“Tnu* gedrängt, Südwestafrika einen eigenen Voll was»us- fchntz unb einen eigenen gesetzgebenden Rat zu Gebern General Samts erklärte seine Sympathie für dtt deut fchen Forderungen nach einem vollstandlgen Borger recht. Ferner hat er seine Zustimmung für die Er Haltung der beutfefien Schulen gegeben.

o,e oam» in Wien. Der Sonntag ist in Wien unb ganz Oesterreich ruhig verlaufen. Die Betriebe ar- beiten in vollem Umfange. Ebenso sinb alle Gefchaf.. lokale feit Sonnabenb inicbcr geöffnet.

Kommunistische Verschwörung in Belgrad. Vie sübslawische Regierung ist einer neuen Verschwörung ber Kommunisten gegen König 9!kranker "nb be» Ministerpräsidenten Pasiisch auf die Svur Gekommen. Ans dem Auslande sind in letzter Zeit verdächtige Elcmcuie *tn Belgrad cingctroffcn.

Kommunistcnverhaftlingen In Japan. Tie japanisch« Polizei hat zehn Kommunisten verhaftet.

Ztli-ien von den Türken besetzt. Laut Rachrichte» aus Konstantinopel haben bie Türken am ». b ML Mersing be-etzt. Damit sind ste im Besitze von g i Ziliften.

Auf der schiefen Ebene.

W. P. A. Wie von befonfctrcr Seite aus Berlin mitgeteilt wird, werden eben zwischen der deutschen Reichsregierung und der Sowjetregierung eifrige Unter­handlungen gepflogen, um der Moskauer Regierung das Gebäude der russischen Botschaft, Unter den Linden, zu übergeben. — Es wehte schon zur Zeit des Herrn Joffe die rote Fahne über diefcm Hause. Die Folg? waren die Ausbrüche des Chaos auf den Straßen Berlins. Nach dem „Handelsvertrag" vom 6. Mai 1921, nach der Anerkennung der Sowjetregierung, nach der Eutfendittig des deutschen Vertreters nach Moskau, nasch dem Empfang Kreftinfths durch den deutschen Reichskanzler, d.h. auf deutsch: nach der Geneh­migung bolschewistischer Propaganda, wäre die Uebergabe der russischen Botschaft nur c-in weiterer Schritt auf der betreteuen schiefen Ebene. Die deutsche Regierung kann heute schon sagen:

„Ich habe so viel für dich hingegeben.

Daß mir zu tun fast' nichts mehr übrig bleibt."

Die Kosten des ^Wahnsinns jedoch hat das deutsche Volk zu tragen. Denki man auch an dieses in der. Wilhelmsiraße? Die Sowjetregierung hat in allen Verträgen die Nichteinmischung in außer­russische Angelegenheiten versprochen und nie ge» Hal ten. Ist man in der Wilhelmstraßr davon unter­richtet, daß die Tschekas (die außerordentlichen Kom­missionen) in allen großen Städten Europas ihre Agenten baden. In Christianra „arbeiten" Kurojedow' und Prussakow, in Stockholm Fcdja Larson (Freund von Lomonossow und Litwinow). In Berlin kom­mandiert ein gewisser Schneerm ann eine ganze Armee von Spitzeln und Provokateuren. Und mit diesen Herrschaften stellt sich die deutsche Regientiig auf eine Stuft?

Mordfachc Hafenzahl.

Die unter dem Ver­ein der Errnorbnng

Neue Plünderungen in Berlin.

Berlin, 5.Dez. Heute Nachmittag bttoegte sich ein Zug von mehreren hnndert Arbeitslosen durch die Linienstraße, wo etn Kleidergeschäft geplündert wurde, nach der Prenzlauer Allee, wo eine Bäckerei auSge­rn u b t tourt« . Die Polizei verhaftete 110 Plün­derer. In Neukölln räumten heute nachmittag mehrer: hundert Personen eine Konditorei aus.

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Kopenhagen, 5. Dez. Ter „Berlingske Ti- dende" wird aus Helsingsors telegraphiert: Die letzten Nachrichten aus Rußland besagen, daß der bolschcwisti- 'che Gmeralstab einen großen Feldzug plant, um die Erhebung in Ostkarelien niederzufchlagrn. In Kare­lien sind bereits bolschewistische Trnppenverstärkungen eingetrofsrn.

Wie die Zeitung „Helsingin Sanomat" erfährt, sind in den letzten Tagen 3000 Mann zuverlässiger bol- chewistischer Truppen von Petersburg an die kare­lische Front abgegangen.

--♦--- , Zuspitzung der irischen Frage. London, 5. Dez. Den Blättern zufolge ist die irische Frage wieder ernst geworden. Sinnftin hat !)ie neuen Vorschläge der britischen Regierung nicht angenommen. Für heute ist eine Kabinettssitzung einbcruftn. Dcr Hauptpunkt, in dein die Sinnfeiner Einwände erheben, ist der Treueid.

Wie Reuter meldet, ist die irische Frage in ein akute? Stadium eingetreten. Nachdem Lloyd George heute eine Audienz beim König gehabt hatte, fand eine Sitzung des Kabinettsausschusses für die irischen Angelegenheiten statt, dem eine Vollsitzung be8 Kabi­netts folgte. Darauf wurden die Sinnfeinerdelegierten in das Auswärtige Amt gebeten, wo. die Beratungen sartgeführt wurden.