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stellen ein Gewicht von 27 000 Tonnen dar, deren Wert, wenn sie heut« wikderhergestellt werden sollten, 800 Millionen betragen wüÄe. - > • ;

Krbeitskonfcrenz in Genf besichtigten heute unter Führung des ehemaligen ReichsmirtschaftsministerS Wisseil die Kruppsche Stahlfabrik. Die Kommissions- Mitglieder fanden Gelegenheit, sich davon zu über- zeugen, daß die zur Erzeugung von Kriegsgerät vor­handen gewesenen Werkzeugmaschinen, Werkzeuge und Einrichtungen zerstört oder umgearbeitet worden sind. Die zerstörten Maschinen und Einrichtungen

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Die „Oberhelstiche Zcitun erscheint iecbsmel wöchentlich. — Bezugspreis monatlich ohne Zustellung 6.50 Mk, durch die Post 7.50 Mk. Für ausfallende Kümmern infolge Streits ooer elementarer Ereigniste fein Ersatz. — Verlag son Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Univ.-Buchdruckerei von Lod. Ang. Koch, Markt 21 23 — Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt o. Main.

Die Kmppsche Stahlfabrik.

Rach der Umstellung auf Friedensarbeit.

Essen, 2. Dez. Tie Kommissionsmitgliedec

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London, 2. Dez. Zu der Frage der Aufhebung

Der Anzeigenpreis beträgt für die Sgrfp. Colonelzeile oder deren Raum 1.30— Mk, amtliche und auswärtige 1.60 9RL Andere Spaltenbreiten nach entlprechender

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stkworfen werde, bei der Botschafterkonferenz zur Sprache zu bringen. Die britische Regierung habe sich bei der Annahme des Londoner Ultimatums durch Deutschland ganz offen und wiederholt zu Gunsten orr Aufhebung der rnilitär'schon Zwangsmaßnahmen

Sie Bienet flislWige».

Wien, 2. Dez. Wie eine Korrespondenz zu den gestrigen Vorfällen meldet, waren die vom Parlament obziehenden Demonstrant«» aus etwa 30 000 Personen cmgemachsen. Auch beim Rückmarsch in die einzelnen Bezirke kam es zu Ausschreitungen. Es wurden mehrere Personen verletzt, darunter einige Sicherh.itS- wachleutr schwer.

Bei der Bereitung des vom Kreis arbeiterrat er­lassenen Aufrufes hob Friedrich Adler hervor, daß für die gestrigen Borfälle die organisierte Arbeiterschaft keineswegs die Verantwortung treffen könne. Sie seien Elementen znznschreiben, die sich nur private Vorteile verschaffen wollten. Mer to’«5 darauf hin, daß nach den übereinstimmenden Berichten die Wachleute sich gerade bewunderungswürdig hielten.

Der „Arbeiterzeitung" zufolge wurden die gestrigen Zerstörung-« von einem organisierten etwa 300 Köpfe starken Trupp durchgeführt, der unmittelbar £»ter dem kommunistischen Teil.der Demonstranten bei den Kundgebungen marschierte.

Morgens nahmen die sozialdemokratischen Arbeiter dir Arbeit wieder auf, wogegen die kommunistische» Arbeiter weiterstrciken. Während der gestr'gen Plünde­rungen trurden iusgesamt 174 Geschäfte und andere Unternehmungen geschädigt, 'zumeist solche in der inneren Stabt. Bei den Ansschceitungen wurden 33 l Personen verhaftet: 20 Sicherheit sw ach-eilte und 23 Zivilisten erlitten Verletzungen.

Tas „8 Uhr Abendblatt" teilt über die Aus­schreitungen noch mit: Bei der Börse wurden die Wagen der Straßenbahn, die den Verkehr nicht ein­stellte, anMhalten und die Fahrgäste herausgeholt und verprügelt. In der Rahe des Parlaments versuchte rinn dem Insassen eines Auto» eine Schlinge um den Hals zu legen, um ihn auszuhängrn. Er flüchtete, wurde aber wieder eingefangea und blutig geschlagen. Nur mit großer Mühe gelang eS der Polizei, ihn zu retten. Auf dem Ring und. den anderen Straßen, die die Menge durchzog. liegen dir Scherben der zer­schlagenen Scheiben in Hausen und werden von der Feuerwehr: sortg-schafft.

Paris, 2. Dez. Der Londoner Korrespondent der »Chicago Tribüne" schreibt, daß von englischer Seite alleZ geschehe, uni Briand zu einer Zusammenkunft mit Lloyd George Anfang nächster Woche zur Frage der Regelung der deutschen Zahlung zu bewegen.

Die Neberflutung der Welt mit deutsche» Waren.

Rom, 2. Dez. Tie Agenzia Stefani meldet aus dem Senat: Ruf die Anfrage Orlandos, was die Ne­gierung zu tun gedenke, um der Uebersliitung durch deutsche Waren cntgegenzutrcten, antwortete der Mi- uister für Handel und Industrie Bclotti: Deutsche Er­zeugnisse strömen zwar in ungeheurer Menge ans dem iialienischen Markt zusammen, aber das geschieht auf »llen Märkten der Welt, vor allem in den Lünderu mir höherem Wechselkurse, weil die Entwertung der -Senf die Einkäufe in Deutschland begünstigt.

flSeWee.

Kattowitz als polnischer Stützpunkt.

Breslau, 2. Dez. Die Polen bereiten sich vor, die völlig deutsche Stadt Kanowitz zu einem Stütz­punkt der polnischen Sache zu machen und zwar mit Hilfe der Engländer und Franzosen. Englische« Nach­richten zufolge wird Kattowitz der Sitz eines BtStums. einer Eifenüahndirektion und der Verwaltung der bis­her preuhtschen staatlichen Forsten. Domänen und Hütten. Auch eine technische Hochchsule und eine Han­delshochschule stnd in Aussicht genommen. Von einer Gesellschaft, hinter der auch englisches Kapital steht. Wird der Bau eines Ivstöckigen Bürohauses in Katto­witz geplant. Dieses Büro soll u. a. eine Börse, ein Hotel, ein Kaffee und Vüroräumc für eine große Bank erhallen.

SirteitM der Mitra MsintltL

AuS der Rede Dr. Strefemanns tragen wir noch Folgendes nach:

Wie groß muß doch dieses Deutschland sein, daß mm eS so sehr f ü r ch t e t, daß man neben einer großen fran­zösischen Armee auch noch eine große polnische Armee im Osten für notwendig hält. Von meiner alten Bnrsckcn- schaft in Breslau werden beute mehr als die Hälfte nicht «ehr zu Deutschland gehören. Man schosst überall die $ml<ni>ung des Herstes, über die zu klagen man nachher wahrlich kein moralisches Recht mehr bat. Wenn Briand, wenn die französische Nation von Deutschland RrchenlÄast fordert, so müssen sie vor allen Dingen ihre eigene Politik revidieren. Man hat große Sorgen vor einem Rückfalle Deutschlands in die alten Gedanken des kaiserlichen Deutschlands. M«:r erhebt Anklage geg-e» Ludendorff, daß er einmal gesagt habe, lebten Endes fei immer der Krieg es, der üb« die Schicksale der Völker entscheide. Ja, hat denn einer in Washington gesessene der vielleicht nicht der gleichen Meinung, cewescn ist? Auch in Paris wird man noch einmal aus Kören müssen, den alten Kindheitsgedankc» zu nähren, als könne man in Deutschland moralische Eroberungen machen, indem man auf das alte Deutschland den Stein wirst. Diese Meinung hegt man heute nicht einmal «ehr in den sozialistischen Kreisen- Das neue Deutsch- loiid hat uns bis heute noch keinen Ersah gegeben für da?, was das alte Deutschland uns geboten hat. Drc bittere Anklage, die wir als Deutsche gegen Deutsche aus^usprecheu haben, liegt gerade darin, daß wir ein Welt­volk tviwden und doch nicht bewußt die Politik eines Weltvolles geführt haben: bcun. sonst hätten wir eine A e l t p o l i t i k und nicht die Politik des ewigen Hm und Her und des Nach laufe ns hinter den anderen Nationen her getrieben. Sonst hätten wir auch den G-donke« der allgemeinen Wehrpflicht bis in seine letzte Konsequenz hinein verfolgt und ausgeführt. Dann aber hätten wir entweder den Krieg vermieden, -seit die Welt und nicht angegriffen haben würde, oder wir wurden ihn nicht verloren haben. Selbst wenn wir uns eine so starke Macht geschaffen haben würden, daß keine Macht der Welt eS gewagt haben würde, und auzugreifen. so wäre zwischen einer solchen Politik und der heutigen Politik Frankreichs immer noch ein himmel­weiter Unterschied gewesen. Deshalb gebe ich daS Worr von der moralischen Abrüstung an Frankreich zurück. tStürn:ischrr Beifall.) Unsere Feinde würden es gar zu gerne sehen, wenn Teile Deutschösterreichs mit Teilen Deutschland» zusammen losgelöst vom Reiche sich ;n- sammensLließen und eine neue süddeutsche katho­lische Monarchie gründen würden. Dieser Gedanke ’Q eingegebea vom Haste gegen Deutschland, und er ist geboren au den Stätten, in denen die Staatsmänner unserer Feinde ihre Politik zu machen pflegen. Er muß aber zerschellen an dem Willen zur Einlieit beS deutschen Volkes. Wir bitten unsere süddeutschen Freunde, diesen Gedanken immer mehr unter dem Gesichtspunkte der auswärtigen Politik zu betrachten. Wenn jetzt innand eine aktuelle Lösung der monarchischen Frage in Süddeutschland anstreben sollte, so möge er sich auch darüber klar werden, daß er die Axt legt an die Einheit des deutsche» Volke» und deS Deutschen Reiches. Der «ußenvolitische Ausblick im ganzen ist trostlos. Ein Lichtblick ist nur vorhanden, wenn eine gewisse Geschlossen­heit in der politischen Arbeit erzielt wird. Gibt es eine Möglichkeit, die Sozialdemokratie zurückzubringen vom Gedanken des KlassenkampseS? Tie Republik hat noch keine moralischen Eroberungen gemacht. Ist eine rein bürgerliche Regierung in der Jetztzeit wünschenswert? Wenn mau uns zu einer Politik des Rechtsblockes führt, so toerben wir uns ihr nicht entziehen; aber wünschenswert ist sie nicht.

In der Aussvrache forderte Reichstagsabg. Frei­herr v.LerSner von der Regierung den Kamvf in der Schuldfrage. Eine Erfüllung des Ultimatums sei unmöglich. Wenn Reichstag und Volk den Mut finden, ein klare- Nein zu sagen, würden wir besseren Zeiten entgegengehen. Dr. Stabiler erklärte, er sei früher Zeiitrumsanhänger gewesen, aber wegen des Kampfes gegen Erzberger zur Volkspartei gekommen. Der Reichs­kanzler Wirth sei Geist vom Geiste ErzbergcrS. Wir be­täuben uns vor einer ungeheuren Staatskrise. Ter Staat sei ein Wasserkopf geworden. ES lebe kein Wille, cs sei kein Ziel vorhanden. Ein solcher Staat müsse durch Revolution zugrunde gehen. Eine letzte Rct- tungSmöglichkeit liege nur bei der deutschen Wirtschaft. Reichstagsabg. v.Schoch (stürmisch begrüßt) dankte für die Anerkennung, die der alten Armee und ihren Heer­führern gezollt wurde, während sonst in Deutschland kein Tag vergehe, an dem man nicht den Sieger von Tannenberg mit Schmutz bewerfe. Der Redner wider­legte dann die französische Legende von der angeblich 250 000 Mann starken bayerischen Armee. Deutschlauü solle jeden Tag 7 Millionen Soldaten auistcllen tönncr.. Wollte Gott, es wäre so. (Stürmischer Beifall.) So­lange uns von Frankreich keine anderen Töne entgegen- schallen, können die Franzosen sich nicht wundern, wenn eS ihnen entgegenklingt: Auge um Auge, Zahn um Zahn, Blut um Blut. (Stürmischer Bestall.) Bayern sei und bleibe reichsdeutsch. Ter Redner schließt: Hie gut drustch allew-ge! (Brausender Beisall.) Abg. Ke Yser, Dres­den, hob hervor, daß der Parteitag auch die Pflicht habe. Kritik zu üben. Die Erfolge der RcichStagsfraktion lägen tvefentlich auf der negativen Seite. Die Frakstous-

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Berlin, 3. D:z. Mir die T. U. erfährt, wird •tit Neicksverkchrsministermm die Ausarbeitung eines Planes über die Neugestaltung des Rcichseiscnbsliu- »escns betrieben. Es ist dazu eigen» ein Orggnisa- tionsausschuß eingesetzt, der sich aus Vertretern, der Verwaltung, der Beamten und des Personals zu' kammenscht. Da? NeichZverkehrsministerium glaubt bei seinem RcorganisationSplan an der Selbständig­keit der Rrichscifeubahn als Rcichsbctrieb um io mehr festhalten zu müssen, als der Haushalt für 1922, bei soeben sertiggestcllt ist, wieder balanziert. Reichs, verkehrsntiuifter Grüner halt« ursprünglich die Ab­sicht, mit diesem Haushalt bereits in dieser Woche an die O-sfentlichkeit zu treten, da er glaubte, daß der NeichZverband der deutschen Industrie mit keinem Entwurf betreffend Ucbrrführung der ReichSeifenbahnen i» die Privatwirtschaft schon jetzt hecvortreten werde Wie die T. U. jedoch erfährt, ist eine Verlautbar ing des NeichSteerbanbes gegen Mitte deS Monats zu erwarten, da die sehr eingehenden Arbeiten deS mir der Frage der Entstaatlichung betrauten AuSschlsieS kaum früher in titt spruchreifes Stadium treten dürste.

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Wochen auf un- einstürmen werden. (Beifall und Wider- ‘ sprach.) Abg. Dr. Leidig fordert da? D:r!inmn dir Partei zu ihren Führern und zur Fraktion. In der. Politik müsse man manchmal auch verschlungene Wege gehen. ReichStagSabg. Marctzki trat der Kritik des Redners ans DreÄen entgegen. Die Art der Kritik. war «ne Herabsetzung nicht nur deS Führers, sondern auch der Partei- Abg. Dr. Stresemann erklärte: Genau; wie in der Nationalversammlung entbindet uns auch jetzt; die Opposition nicht von der sachlichen Mitarbeit an bet Gesetzgebung. Die Frage des RechtöanivaltZ Dr. Keystr: j Was bringt ihr denn heim von der Fraktion? kann ms», nicht so beantworten, daß man in daS Kredit irgendein« t Zahl rinträgt. Durch die Wirkung, die von der fach- > lichen Opposition in Weimar ausging, kam die Volks- Partei zu der heutigen zahlncmäßigen Größe. In btt ■ harten TageSarheit -gibt eS oft Umrvegc und Kompromisse. > Geben Sic uns 240 Mandate, dann könncn <Äe eine \ gradlinige Politik haben. (Stürmische Zustimmung.) ’ Heute müssen wir den schweren Weg einer Kompromiß- j volitik gehen. Ich bedauere, daß der Herr aus Dresden! von Dialektik gesprochen hat. Wenn sich daS gegen mich■ richtet, so weise ich das cnstchieden zurück. (Lebhaft« Bestall.) . i

Bei der Abstimmung wurde ein Vertrauensvotum für die Reichstags- und die preußische Landtagssraktion an­genommen. Einstimmig angenommen wurde ferner eilt Antrag über die Unabhängigkeit der Richter, ferner ein« Entschließung, die die Feröfsentlickung einer deutsche« Gegenliste der Kriegsverbrecher und die Schaffung eines Oberschlesien-Denkmals bezw. eines Denkmals für die entrissenen Gebiete verlangt.

Der zweite Tag.

Am 2. Bcrhaudluugstag berichtete zunächst Reichstags­abg. K e m p k e s über verschiedene Satzungsänderung:«. ■ Danach soll ein ReichsanSschuß als satzungsmäßiges ' Organ der Partei eingerichtet werden, ebenso ein einheit­licher Parteivorstand. Dem von Abg. K e m p ke s er­statteten Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Partei 35 Wahlkreisverbände zählt. Die Zahl der OrrS- -tieretitr hat sich um 801 auf fast 4000 erhöht. Die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder ist tun 83 836 gestiegen. In einzelnen Wahlkreisen hat sich die Mitgliederzahl ver­doppelt. Besonders stark prägt sich das Anwachfe« der Partei in der Jugendbewegung au3. Mt 500 Jugendgruppeu und 40 000 Mitgliedern steht die Deutsch« Bolksvartei an der Spitze aller Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokraten. Auch in der Frauenbewegung sind große Erfolge zu verzeichnen . Tie Zahl der Frauen­ausschüsse ist von 350 auf 450 gestiegen. Eine besondere Belebung erhiell die Parteiarbeit durch die Fachaus­schüsse. Mit besonderer Freude wurde das neue Organ her Partei „Die Zeit" ausgenommen.

Nach dem mit lebhaftem Beisall aufgenommenen Ge­schäftsbericht sprach an Stelle beS verhinderten Finanz­ministers a.D. Becker Reichstagsabg. Hugo über bi« Reichsfinanzen und die Steuerreform. Drei Fak­toren hätten zermürbend auf die Rcichsfinanzverhältnisse eingcwirkt, der Krieg, die Revolution mit ihren Nach­wirkungen, die zu einer früher nie gekannten Ber^ schlcuderungswiolschaft geführt hat und die KricgscntfchädiguugSlasteu. Unsere Fiuanzwirtschas! könn« nur durch eine Stillegung der Notenpresse beseitigt wer- den. Der Gedanke der Einsparung bei der Reichs­und Staatsverwaltung müsse- an die Spitze gestellt, und es müßte wieder zur Qualitätsarbeit unser« Beamtenschaft znrückgekehrt werden. Eine Entlastung der Staatsjinauzen müsse weiterhin eintrcten durch Umstellung der Staatsbetriebe in privatwirtschaftlich geleitete Be­triebe, wobei die wohlerworbene» Rechte der Beamte» nicht berührt werden dürsten. Auch die Deutsche Volks­partei sei für die schärfste Heranziehung des Besitzes, die Kousumsteuer und für den schärfsten Zugriff überall dort, wo Steuern erhoben werden können, ohne daß unserer Wirtschaft das Herzblut entzogen werde. Mit der Idee der Erfassung der sog. Goldwert« wüßten selbst ihre Vrv- tcidigcr nichts anzufangen. Di« VolkSpartei werde in der Steuergesetzgebung jeden Plan solcher Art unter alle« , Umständen ablehnen, der zu einer völligen Zcrtrümme« 1 tung unserer Wirtschaft führen müsie. Ohne eine blühende Wirtschaft würde die gesamte deutsche Kultur vernichtet.

Den mit warmem Beisall aufgenommenen Ausfüh­rungen folgte «in Bericht deS Reichstagsabg. Hepp Über Landwirtschaft und BolkSernährnng. Ek bezeichnete als $ot6d)ingung für die Sanierung unsere, gesamten Wirtschaft die Wiedererstarkung der Landwirt­schaft, trat für ein scharfe- Vorgehen gege« Wucher und Schieberei ein und tvandtr sich gegen neu- AblicserungS- und Zwangsvorschristen, da die Schwierig- keilen lediglich durch Produktionssttügerung beseitigt wer­den könnten. Diese wiederum seien aus- innigste vev- buuden mit dem neuen Steuergesetz.

Zur Lage deS gewerblichen Mittelstandes sprach bau Reichstagsabg. Senator Beythien (Hannover). Di- gerade von der Deutschen Vollspartei betriebet« Ab- schassung der Zwangswirtschast und der Kriegsgesellschas- teil s» vom MittrUbrnd freut)« anerkannt tootbe«. $*

5h'ii:£ durch die Tatsache befci.ig'i, daß cs die deutschc ; Nktzierruig versäumt hat» beizeiten die erforder- - Nillel anzuwenden, um den Haushalt derart ins Mstichgewi'cht zu bruigru, Lest die.äfstilillchen Aus-

gal>cn nicht in einem immer größer werdenden Meße durch Kredite gedeckt werden, die von der -R. ichsb.ink Mir ährt sind und durch die Lermehrnug des Papier- zeldumlauss, der die Folg: dieser Kredite gewesen ist. Der Eiitschädigimgsansschuß fordert die deutsche Rc- - yerr.üf dringend auf, unverzüglich alle erforderlichen

Maßnahmen zur Gesundung der Finanzlage zu cr- I »reisen.

Politik entbehre der einheitlichen großen Linie. (Wider­spruch. ) DaS Ultimatum sei nicht die unmittelbar« Ursache der Zurückziehung unserer Parteimitglieder au-3 der Regierung gewesen. Erst nach Ausscheiden unterer Mitglieder sei das Ultimatum angenommen worden. Man frage im Lande: Seid ihr Oppositionspartei oder seid ihr Regierungspartei? Geben Sie uns die Richtlinien, da­mit wir die Leute im Lande von der Notwendigkeit dec großen Koalition überzeugen können. Unsere Fraktion ist nicht mehr Herrin der Tatsachen gewesen, fordern von den Tatsachen geschoben worden. GS ist hie allerhöchste Zeit, daß auch die Deutsch: Polksrertec

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Berlin, 2. Dez. Ter EutschädigungZausschuß kö vorläufigen NeichZkvirischafiZratcs beschäftigte sich mit dem Entwurf eines Gesetzes über die Errichiung einer Kreditvereinigung der deutschen Gewerbe. Der § 1 wurde wie folgt abgcändcrt: Zwecks Beschaffung von Mitteln in fremder Währung zur Erfüllung der Zahlungsverpslichtungcn Deutschlands soll eine Anleihe aufgenommen werden. Aufgabe der Kreditvereinigung ist es, entweder die Anleihe selbst anfznuehmen oder, falls die Aufnahme ton dritter Seit« mit Zustimmung der Regierung erfolgt, die Erfüllung zu gewährleisten. Die Grundlage für die Gewährleistung sollen das Litriebsvermögeu der Gewerbe, die Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft und die zur Vermietung dienenden Gebäude der Mitglieder der Bereinigung bilden.

brr militärischen Zwangsmaßnahmen am Rhein und der intcrallüertcu Militärkontrollkommission schreibt der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" dvr einigen Wochen sei der britische Botschafter in Paris von neuem mit den Ansichten Londons in diesen )deiden Fragen bekauntgeworden, und eS sei daher ."wglich, daß Lord Hardinge die Absicht habe, diese

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Anttiiche« Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheUche) Oberhessen

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Paris, 2. Dez. Me der „Temps" mitteilt, hat her Entschädigungsausschuß heute nach einstimmiger Genehmigung eine Note an die deutsche Regierung sbgehen lassen, da die endgültige Antwort, die sie gestern von der deutschen Regierung über die kom­mende Entschädigungszahlung erwartete, nicht einz:- trvsfen sei. Nach dem „Temps" ist die Note der. deutschen Regierung heut« Nachmittag durch das Berliner Büro des EntschädigungsausschusfcS über­reicht worden. Der Text selbst sei durch einen Expreß­boten nach Berlin überbracht wordcn.

In bet Note heißt es:

Der E.-.tschädiguugsausschuß erinnert bk deutsch« Regierung an die mündlichen Erklärungen, die er dem Reichskanzler anläßlich seines Aufenthalts in Berlin gegeben hat. Die deutsche Regierung sollte die schweren Folgen bedenken, die notwend-gcr.- Ueise für Deutschland daraus entstehen werden, wenn <j» an den Fälligkeitstagen seine Zahlungen nicht leisten kürde. Dor Entschädigimgsansschitß fordert die deutsche Regierung dringend auf, entweder bei ihren Staatsangehörigen, dir notorisch im Besitze non aus­ländischen Guthaben sind oder bei den ausländische:'. Eeldlciheru alle Anstrengungen zu machen, um die erforderlichen ausländischen Devisen zu erhalten. Der EuischädigungsauSschuß ist überzeugt, daß die Schwie­rigkeiten, die ter deutschen Regierung begegnen, eng mit der neuerlichen Baisse des Kurswertes der Mark xusammenhangeir und einen mehr siiianziellen als :r<rt schastlichcn Charakter haben. Sic sind in hohem

Berechnung. Spät einlaufend« oder den Kaum Über l/, Seite einnehmende An- h** 9 ntt4HtliM zeigen find wir berechtigt, «ach der Tettfpaltenbreit« zu letze« und zu berechnen.

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Barrabatt. Bei Auskunft durch die Gelchäiisiielle und Vermittlung der Ange­bot« 1 Mk. Eon»«rgebühr.

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