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Ärmliches VerMndigungsblait des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberheffen
Rt. 282
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1921
MllngMWub öder M*e Weihe?
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KchiMS Flotte uforderung für England und Amerika unannehmbar.
New York, 1. Dez. Wie „Associated Pretz" aus Washington meldet ist der japanische Vorschlag, Japans »lottenstärle auf 70 Prozent anstelle von 60 Prozent fcstznsetzen, den Bereinigten Staaten und Eng- ymd formell unterbreitet worden. Die britischen und Mer.lanischen Flottensachverständigen legten stch ge- Minsam auf den HugheSschen Plan fest und erklärten, daß der japanische Vorschlag ganz unannehmbar sei. Amerikanische Delegierte äußern, die Lage sei zwar heikel, man brauche aber nicht jede Hoffnung auf- zugebcn, daß die Japaner schließlich den ursvrling- stchcn Plan annehmen werden. Japan fei der Ansicht, patz das Verhältnis von etwas weniger als 70 Pro- zenk es der Gnade der anderen großen Seemächte «u-Sliefere und erklärte, die Konferenz habe keine 8ür»schuft dafür gefunden, das) sich in Zukunft keine Schwierigkeiten ergeben würden. Die Japaner hätten sich nicht darüber ausgesprochen, wie stch die Ueber- »indtmg des toten Punktes unter de« Flottensachver- ßSndtgen ermöglichen lassen werde.
Bfwrt !k»llMt!Mük!ihe!i!i Weit.
Plünderung von Geschäften. — Forderungen an die f Regierung.
Wien, 1. Dez. Tie heute plötzlich in gewalt- tätigen Kundgebungen zum Ausdruck gekommene Er- bittentng der Arbeiterschaft hat ihre Ursache in der seit Wochen von Tag zu Tag maßlos steigenden Ver- teurrung aller Lebensmittel und Bedarfsgegenstände, der die Lohnfestsetzungen in diesem Tempo gar nicht folgen konnten. Ihren Anfang nahm die Bewegung heute Vormittag mit einem spontanen AuSstand der ALeiter mehrerer Werke in den Jndustviebezirken Floridsdorf und Stadl au, dem sich bald die Arbeiter anderer Bezirke anschlossen. In einigen von Ver- tranenslenten und Betriebsräten zugleich einbenifenen L^rsammlungen wurde der Temonstrationszug nach der inneren Stadt zum Parlament und zur Regierung beschlossen. Zuzug von allen Seiten verstärkte die Arbeiterschaft bei ihrem Marsche im Lause des Nachmittages zu Zehntansenden. Auf dem Wege über bett Ring richtete sich die Erregung der Menge gegen Kaffeehäuser und Geschästslokal«, von welch letzteren die Lebensmittelgeschäfte teilweise ganz ausg^plündert wurdet!, In den späten Abendstunden gelang es der zahlreich ausgebotenen Polizei zu Fuß und zu Pferde «ns dem Ring einigermaßen Ruhe zu schaffen. In den späten Abendstunden waren aber noch verschiedene Trupps von Arbeitern in der Stadt in Bewegung.
V Wien, 1. Dez. Heute Nachmittag kam es zu großen Arbeiterkundgebungen wegen der herrschenden $atca<ng. Schon in den ersten Nachmitt agsstundeu sande« sich namentlich aus dem Arbeiterbezirk Floridsdorf Tausende von Arbeitern int Stadtinnern ein J«n»> zogen in Massenzügen vor das Parlament, worauf ste sich in die inneren Stadtteile b-.'gaben. Dort kam es vor einer großen Anzahl von Kaufhäusern und Geschäften zu großen Kundgebungen, in deren Verlauf viele Geschäfte fast vollständig ausgeplündert wurden. Die Demonstranten schlugen die Fensterscheiben ein und drangen dann in das Innere der Geschäfte- wo sie sämtliche Lebensmittel, Schuhe und «idcre Bekleidungsstücke raubten. Die Polizei war btn Plünderern gegenüber vollständigmachtlos.
Wie das Abendblatt der „Arbeiter-Zeitung" mit» teiü, überreichte eine Abordnung der Floridsdorfer AÄeiter der Regierung folgende Forderungen: Verwirklichung des sozialdemokratischen Finanzplanes, insbesondere Anforderung der ausländischen Valuten und staatliche 5Kontrolle des Devisenhandels, strenge Strafen für Zuwidechandlung, Anforderung alles ToldeS, auch jenes der Kirchen und Klöster, neue Ltsitzpeuer, Zahlung der progressiven Vermögenssteuer, Verbot d« Einstthr aller Luxusartikel, Abbau des Daatlichen Lebensmittelzuschusses. Morgen findet eine Vollversammlung des Arbeiterrates statt.
! Wien, 1. Dez. Die Polizei verhaftete eine Anzahl Personen, die in Lastautos unter Begleitung Berittener eingeliefcrt wurden. Man fand bei ihnen i aus den Plünderungen herstatnrnende Wertsachen sowie Kleidungsstücke. Um zu verhindern, daß verantwor- bkugslose Elements die auch bei den Kundgebungen die Hauptrolle spielten, dieses Treiben erneut 6er- hnhen, wurden alle behördlichen Sicherheitsmaßnahmen Sktroffen. Eine Kundgebung der Polizeidirektion verbietet Ansammlungen und Zusammenrottungen. 8ici- Viat der Regierung und den polittschen Parteien sanden Besprechungen statt, als deren Ergebnis eine ent- sprechende Einwirkung auf die Bevölkerung erwartet *tri>.
i Zusagen der Regierung.
Wien, 2. Dez. Im Klublokal der Sozialdemokratischen Partei versammelten sich gestern unter dem Borsitz des Abgeordneten Dr. Bauer die Vertrauensmänner der Arbeiterschaft von Floridsdorf und aller Wiener Bezirke- sowie der Arbeiterschaft des Sager- Muses der Slrckt Wien. Der Sitzung wohnte auch
MlimBS Mk.
Paris, 1. Dez. Havas meldet: Nach dem Berichterstatter des „Journal" betrachtet man die Gewährung eines Zahlungsaufschubs als eine geregelte Angelegenheit. Der Entwurf stamme von Lord d'ABernon, der das Rrichsrabinett vor mehreren Wochen davon verständigt haben soll. Er ziele darauf ab. zwilchen Deutschland und England eine Interessengemeinschaft zu gründen, aus der sich später nicht nur eine Revision der Entschädigungsbcstimmungen, sondern auch der Bestimmungen des Vertrages von Versailles selbst ausbauen werde. Man behaupte in Berlin, daß Rathenau in England ins Einzelne eingeh.'nde Vorschläge überreicht habe. England wäre gewiß geneigt, Hand in Hand mit der deutschen Industrie zur Ausbeutung Rußlands vorzugehen.
London, 1. Dez. Der politische Berichterstatter der „Westminster Gazette" teilt mit, man sei jetzt der Ansicht, daß ein Zahlungsaufschub nicht der beste Ausweg aus den Schwierigkeiten sei. Tie Sachverständigen seien für eine langfristige Anleihe, die aus- gegeb-n werden sollte in der Form von Obligattonen, die vom Völkerbund garantiert und in dreißig oder vierzig Jahren rückzahlbar seien. Man sei der Meinung, daß die Bezahlung der Entschädigungen durch solche Obligo- ttonen nicht den Nachteil haben würde, daß sie den Wechselkurs in Mitleioenschaft ziehe. Dem Berichterstatt.'' der „Westminster Gazette" zufolge soll Deutschland auch die Pläne für ein internationales Zusammenwirken beim Wiederaufbau Europas einschließlich Nußlaichs beraten haben, denen die amerikanischen Bankiers zustimmend gegenüberstehen sollen.
Reuter berichtet, daß die bisherigen Erörterungen noch keine konkrete Form angenommen haben. Von gut unterrichteter Seite verlautet, daß augenblicklich darüber verhandelt wird, auf welche Weise Deutschland in die Lage versetzt werden könne, seine Finanzen in Ord- nung zu bringen, da die Ansicht vorherrsche, daß, bevor nicht oie deutschen Finanzen auf eine richtige Grundlage gestellt würden, keinerlei Aussicht auf größere Zahlungen bestehe. In britischen Finanzkreisen sei inan der Ansicht, daß, wenn tluge Maßnahmen zur Reform der Finanzlage angenommen würden, und toeitn dielen Maßnahmen genügend Zeit zu wirken gelassen werde, die Aussichten auf die Leistungen Deutschlands besriedi- <gsnd seien. Andererseits wird geglaubt, daß, toeun sofort neue Maßnahmen gegenüber dem Schuldner angewendet würden, ohne Rücksicht auf seine Zahlungsfähigkeit und ohne Rücksicht darauf, daß die Staatsmafchine in Deutschland im Gang erhalten werden müsse, ein finanzielles Durcheinander und ein politisches ChaoS fei. Es toerbe — Reuter zufolge — darauf hingewiesen, daß dies von der öffentlichen Meinung in Frankreich nicht genügend erkannt werde, obgleich die fran- 'zösischen Staatsmänner nicht blind gegenüber dielen Gerüchten seien. Die Frage eines Vorschusses der Londoner Banken zur Deckung der Zahlungen im Januar und Februar, der, wie allgemein angenommen wird, emer der Zwecke der Reise Rath en aus sei, hänge mit diesen in der Hauptsache zusammen. Wenn ein genügend großer Vorschuß nicht erreicht werde, so werde die Krisis nur beschleunigt werden, während, wenn der Vorschuß zustande komme, Zeit gewonnen werde, die finanzielle Lage zu untersuchen und um — was von der größten Bedeutung sei — ein harmonisches Zusammenwirken zwilchen den verschiedenen Verbündeten zustande zu bringen.
Laut Reuter besteht Grund zu der Annahme, baß Rathenan bereits mehrere Pläne für ein System der Zahlung in Waren, die auf England, Belgien, Italien und Frankreich anwendbar seien, vorgebracht hat.
Wie Reuter erfährt, ist man im Schatzamte noch immer mit der Frage der Zahlungen Deutschlands be- lchäftigt. Sobald der jetzt der Erwägung unterliegende Plan eines Zahlungsaufschubs in endgültiger Fassung i-nisgesetzt und für die Beratung fertig ist, wird das Kabinett ziisammentreten, um die Vorschläge eingehend zu erörtern. Lloyd George nimmt regen Anteil an ben Bemühungen zur Herbeiführung einer befriedigenden Lösung der Schwierigkeiten. Wenn es ihm möglich ist. nngesähr Mitte Dezember nach Washington zu reisen, hoffe er, dann mit Harbins $u verhandeln.
Die ungarische Kabinettskrise. Graf Bethlen hat die Aufgabe ver Kabinettsbildung in die Hände des ReichsverweserS zurückgelegt.
Bundeskanzler Schober sowie Fiuanzminister Dr. Gürtler bet. Die Vertreter der Floridsdorfer Arbeiterschaft verlangten von der Regierung die Erfüllung der mitgeteilten Fächerungen. In der Aussprache ergriff der Bundeskanzler das Wort und erklärte, daß die Regierung mit allem Ernst den sozialdemokratischen Finanzplan erwogen habe und kündigte u. a. an, daß gegenüber den Preistreibereien und Wuchereien radikale A b h i l f e g e s ch a s f e u würde. Bundesnrinifter Gürtler wies auf eine Reihe von ihm getroffener Maßnahmen hin, die sich zum Teil mit den im sozialdemokratischen Finanzplan ausgestellten Forderungen decken. Er erörterte bann im Einzelnen die von der Bcheiterschaft gestellten Forderungen. Ter Vorsitzende
38 EMkliM eines ttMm AntkM».
Paris, 1. Dez. Der Vertreter Englands im Ent- lchädigungsausschuß Vradbury leugnete einem Redakteur des „Jntransigeant" gegenüber, daß er seiner Negierung eine Denkschrift überreicht oder eine Depesche geschickt habe, in der ein Zahlungsaufschub für Deutschland vorgeschlagen werde. Er habe auch weder in London noch anderwärts eine Konsecenz mit Dr. Rathenau .gehabt. Vradbury erklärte ferner, daß es Aufgabe des Entschädigungsausschusses sei, darüber zu wachen, daß Teutsch- land die vorgeschriebenen Zahlrurgen leiste. Nach bem hetzten Besuch, der der Prüfung der Maßnahmen gegolten habe, die die deutsche Negierung getroffen habe, um bi? Zahlungen, wenn möglich, sick>erzustellen, sei ossiziü; von Her deutsche»! Regierung mitgeteilt worden, daß sic unfähig sei, zu zahlen, wenn sie keine ai>s- ländisckien Kredite erhalte. Ter Ausschuß habe der deutschen Regierung 8—10 Tage bewilligt, um Verhandlungen zu sühren. ES sei möglich, daß die deutsche Regierung den Ausschuß davon verständigen werde, tms- fie diese Kredite nicht erhalten könne. In diesem Falle und wenn die deutsche Regierung immer noch, der Ansicht sei, daß sie ohne Kredite nicht zahlen könne, glaube man, daß sie vielleicht ZahlungSausichub verlangen werde Aber eS bestehe doch die Möglichkeit, -mß die deutsche Regie- Htng unter gewissen Bedingungen die gesuchten Kredite erhalten werde. Unter diesen Umständen mitffe bet Ausschuß prüfen, ob er diese Bedingungen auuehweu könne. Die Lage sei also so, daß er, Brodbury, seiner Regierung vertrauliche und mündliche Mitteilungen gemacht habe, damit sie ihre Haltung bestimmen könne, wenn gewisse Eventualitäten eintreten. Die Frage des Zahlungsausschubs könne nur gestellt werden, wenn die deutsche Regierung einen derartigen formellen A n - trag bei dem Ausschuß stelle. DaS sei bis jetzt noch nicht geschehen. Werde das Verlangen erfolgen, bann müsse der Ausschuß es nach dem Wortlaut des Friedens vertrage; in Betracht ziehen.
Rathenau fordert 5 Jahre Zahlungsaufschub?
Paris, L Dez. Wie der Berichterstatter des »Petit Journal" ans Loudon mttteilt, soll der außerordentliche Kabinettsrat, der in der Angetegenbeit d?s deutschen Zahlungsaufschubs gestern stattfinden sollte, in letzter Minute abgesagt worden sein. Er wird nicht vor übermorgen nbaebalten werden. Rathenau habe einen Zahlungsaufschub von 5 Jahren verlangt. Die englische Regierung weig-ere sich aber, einen Zahlungsaufschub vorzuschlageu, des 3 Jahre überschreitet.
Der französische Widerstand.
Paris, 1. Dez. Der „Marin" schreibt z» der Frage eines deutschen Zahkuttgsattsschnbs, Frankreich könne nicht z'.llasscn, daß ein Zahlungsaufschub ohne utue Pfänder bewilligt würde und daß eine englisch-deutsche Baukkompensation über die fran- zösischen Rechte und Interessen hinweg erfolge. Tie französische Regierung werde die nächste Gelegenheit suchen, um sich mit Klarheit vor ihren Verbündeten und der öffentlichen Meinung der Welt anSzusprechen.
Paris, 1. Dez. Tas „Journal des DöbatS" schreibt, wenn dir deutsche Regierung nicht anssühre, hätten die Verbündeten das Recht, alle Maßnahmen anzuwenden, die der Friedensvertrag von Versailles znlasse und sie müßten von diesem Rechte unmittelbar Gebrauch machen. Der Botanschiag eines Zahlungsaufschubs snr drei Jahre sei unter gewissen Bedingungen zulässig. Aber diese Bedingungen eri- stierten augenblicklich nicht. W »it davon entfernt, durch die jüngsten Zahlungen ausgepumpt zu sein, hohe fick 'Deutschland, dank der unglaublichen Cchwäck"', mit der man ihm einen' Teil der 20 Milliarden erlassen habe, die es vor dem 1. Mai hätte bezahlen müssen, bereichert. Der Entschädignngsousschuß wüct>- ein Verbrechen begehen, wenn er das Deutsche Reich ermächtige seine Zahlungen in bem Angenblick ein- zustellen, in dem Frankreich einen Teil an den ersten Milliarden erhalten könne. Frankreich sei dazu berufen, dieses Manöver zu vereiteln. Das ganze Geschrei um den Zahlungsaufschub diene nur dazu, das Deutsche Reich in seinem Widerstande zu ermutigen.
Dr. Bauer nahm die von dem Fiuanzminister konkreten Zusagen zur Kenntnis.
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Gegen einen Vetriebsrätekongretz.
Ergebnis, daß sich die Aktivität der organisierten Ar» beiter und Angestellten, tote sie jetzt durch die schastliche Lage bedingt ist, stch keineswegs in bet! Veranstaltung von Beiriebsrätckongressen auswirken müßte. Die Getoerlschasten würden für ein wirtschaftliches Programm kämpfen und rechneten dabei auf di« Unterstützung der Belriebsräie. Es wird in nächster Zeit Gelegenheit gegeben fein, auf den großen AsS» fchußiagungen des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schaftsbundes und des Afabnndes das Programm bet Svitzenverbände Weiler zn bcbaiideln und die erforderlichen Schlüsse zu ziehen. Es bestehl daneben noch die Möglichkeit durch die Einberufung des geto66(ten Beirates der gewerkschaftlichen Volriebsräiezenttale, dessen Mitwirkung an der Bewegung zu sichern. Die Forderung der Amnestie für die politischen Gefangenen müsse in erster Linie Sache der politischen Arbeiterparteien sein, w »
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DaS Finanzprogramm fret Gewerkschaften.
Berlin, 2. Dez. In einer Vollversammlung der fflerltmr Gewerkscbasien wurde einstimmig eine Ent- fchließniig angenommen, die das von dem 9(((gemeinen Deutschen Getoerlichafthsund ausgestellte Finauzpro« gramm billig!, gegen die vom Reichsverbaud der deutschen Industrie im Zusammenhang mit der Kredit- aklion ausgestellten Bedingungen vrotcftlert und erklärt, daß i>ie Berliner Arbeiterschaft geschlossen hinter dem Allgemeine» Drill sehen Gewerkselmftsbund und dem Asa Bund bei Durchsetzung der Programmforde« rnngen steht.
Die Einnahmen der Eisenbahnen.
Weitere Erhöhung der Pcrsonemarife um 75 %?
Berlin, 1. Dez. Wie amtlich mitgeteift wird, betrugen die Einnahmen der Reichseisenbabn im Oktober im Personen- unb Gepäckverkehr 596 Millionen Mark gegen 390 Millionen im Oktober vorigen JaheeS, im Güterverkehr 2096 Millionen gegen 958 Millionen im Oktober 1920. Nimmt man die Zuflüsse ans sonstigen Quellen noch hinzu, so ergibt sich süt Oktober 1921 eine Gesamtem« ahme von 2825 Millionen gegen 1100 Millionen im Vergleichsmonat beS Jahres 1920. Bon ?lprit bis Oktober wurden im Perlenen- und Gepäckverkehr 3883 Millionen gegen 2718 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres ausgebracht, im Güterverkehr 11 850 Millionen gegen 6232 Millionen im Jahre 1929. Dies ergibt unter Hinzurechnung der sonstigen Einnahiuen eine Gesamt- entnähme van 16 299 Millionen von April bis Oktober 1921 gegen 9255 Millionen im Jahre 1920. Gegenüber dem Voranschlag find von April bis Oktrbrr im Personeuverfehr 507 Mt,.tonen m ehr und im Güterverkehr 793 Millionen weniger eingenommen.
Berlin, 1. Dez. In einem Berliner Blatt i{f die Mitteilung enthalte!!, daß die Reichsbahn beabsichtige, die Persouentarise am 1. Dezember um 75a» zu ei Höhen. Die Nachricht, der das Reichsverkehcs- ministerium sernsteht, eilt den Tatsachen voraus. Die forlgesitztcn Preissteigerungen brr letzten Monate belasten brr. Haushalt der Reichsbahn so sehr, daß mit einer weiteren Steigerung brr Personentarife zu rechnen ist. Zurzeit finden deshalb und zwar zunächst innerhalb der Verwaltung hierüber Ermittelungen statt. Ob eine Erhöhung um 75 Prozent nötig sein wird, hängt von der gesamten Preisentwicklung ab.
• Gespante Vetriebslage.
Bcr l i n, 1. Dez. Tas Reichsv. rkchrSmi:>. ip/rium gibt znsaminen mit bem Reichskohleiikommissar übrr die angenbiiclliche Eisenbahnbetriebs- und Kohleulage u. a. solgende Mitieilung bekannt. Die De-riebSlage bet Eisenbahn ist zur Zeit äußerst gespannt. S-bon seit Monaten versagt ein Teil der Wasserstraßen. Die starke Kälte der letzten Tage hat den Verkehr aus den für den Kohlenversaud wichtigsten Kanälen, dem Rhein-tzerne-Ko.nal und dem Dortmnnd- tHns-Kanal, völlig zum Erliegen gebracht. Der Güterandrang auf der Eisbahn erfuhr ferner durch die mtgenbücklich« Hochkonjunktur, die eine Folge des Volutastnrzes der Mark war, eine starke Verschärfung Auch das Bestreben der Versender, möglichst noch vor der am 1. Dezember ««getretenen Frachterhöhung ihre Waren zu versenden, brachte einen ungewöhnlichen Ansturm auf die Bahn. Das seit über acht Tagen eingetretene Frost- und Nebelwetter bringt nunmehr den anss höchste angespannten Eisenbahnbetrieb in solche Schwierigkeiten, daß umnenllich infolge der Ä-beitserschwerungen aus den Rangterbahnhöfen Stockungen bereits anfren verschiri>ensten Stellen ein« getreten sind, und daß vor allem der Wagen« mangel scharfe Fonnc» annimmt. Die TurL- rüftrvng des Eisenbahnbetriebs hat eine vorübergehend« Berke hrsdrosselung durch Gmcr-n.iahme- sp.cren erforderlich gemacht, damit die lebenswichtigen ■v.üter. Vor allem die Kohle, in erster Linie gefahren
Berlin, 1. Dez. Auf ole Bcsüuülse der Versammlung der Betriebsobteute Berlins, die am 23. November von der Betriebörätetommtssion aus dem Reiche einberufen wurde, antwortet letzt der Allgemeine Deutsche Getoertswaftöbuns unb der Aja-Bund, daß sie es ablehnen müßten eine Verantwortung für Aktionen ;u tragen, die von irgendwelchen ftieqen- ben Kommissionen eingeleiiet werden. Die Forderung nach Einberufung eines ReichSbetrtebSrätekongresies wurde von den Verbanden geprüft Man kam zu dem
werden können. Eine Besserung ist erst zu erwarten, wenn die für den Eisenbahnbetrieb an vielen Stellen anßerord nttich ungünstigen Wilterungsverhällitisse (Frost und Nebel) sich ändern.
Die Einwohnerzakil Vefierre.chS (ohne VaS 9X8» genland) beträgt 6 131 000.