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Marburg
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Erstes Blatt
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tischen Regierung an die französische Regierung ist dem englischen Kabinett genehmigt worden. In Wartung der Verhandlungen bet durch den Vertrag Angora bervorgernsenen Meinungsverschiedenheiten die britische Regierung Maßnahmen betroffen, um
Trutschlau's. Er soll sich nach Mülheim an der Ruhr Hetzen hoben, wohin auch der geschäftsführend« Bor- ätzende des Reichsverbanocs der deutschen Industrie Ge- b.imrat B ü cher gereist ist. Tas Blatt teilt ferner mit, daß Stinnes mit Lloyd George auf dessen Landsip ver- >and.lt hat.
von Abdoo bat ihre
tirolS in ihrem tapferen Kampf gegen italienische Fremd-' Herrschaft aufs Schwerste vor ben Kopf stieß. Von recht»- wegen hätte er schon damals abüerufen toecbee müssen. Hoffentlich hat die Reichsregierung Ld der Auswahl seines Nachfolgers eine glücklichere Hand, und hoffentlich macht sich dieser von der Auffassung frei« daß der Vertreter eines geschlagenen Landes durch wahllose Gastfreiheit freundlichere politische Stimmungen her« beiführt.
Konsulat ein.
Etwa hundert Stnudenten, die Zeitungen verbreiteten Nack). Aeußerungen BriandS erregt
Englische Rote an Frankreich über Kleinasien.
London, 25. Nov. (Havas.) Die Note der eng
Forderungen des Reichswirtschaftsrates.
Berlin, 25. Nov. Der EnlschÄigungsansschitß des Reichswirtschaftsrats faßte einstimmig eine Ent- fchließuvg, nach der die unverzügliche Durchführung der Kreditaktion der Industrie eine Lebensnotwendig feit für Deutschland sei. Entschlossene Maßnahmen gegen die innere Defizitwirtschaft im Reich» besonders bei den ReichsvertebrZbetrieben, seien daneben mit größter Beschleunigung in die Wege zu leiten.
Dit dkM'MW KMkM.
Tagung der Unterausschüsse in Oberschleste«.
Genf, 25. Nov. Die beutschvpolnische Konferenz kam zu dem Beschluß, daß die Unterausschüsse ihre Sitzungen in Oberschlesien abhalten sollen. Am Sonnabend Vormittag wird eine Schlußsitzung statt- sinden, in der noch Einzelsrageu erörtert werden. Dann wird sich die Konferenz bis zum 15. Januar vertag-n. Die deutsche Abordnung kehrt morgen nach Deutschland zurück.
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?'ovember schreibt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft zur Bekämpfung des wilden Auskaufs von Kartoffeln bei den Landwitten mit Wirkung für diesen Aufkauf behördliche Erlaubnis vor. Dieser Erlaubnis bedürfen alle Personen, die zum Wiederverkauf Kartoffeln unmittelbar beim Landwitt aüskaufcn.
Reichshilfe für di« QuSkerspeisung.
Berlin, 25. Nov. Das ReichSkabinetr stellte für Zwecke der ErnShrungssürsorge für unterernähtte Kinder oen Betrag von 100 Millionen Mark für daS laufende Haushaltsiahr zur Verfügung. Wie die „Deutsche Allg. 3tg.* dazu erfährt, soll diese ErnShrungssürsorge deS Reiches, bei deren Durchführung auch auf die finanzielle Beteiligung der Länder gerechnet wird, vornehmlich den Kreisen der Bevölkerung zugute kommen, die von der gegemoärtigen wirtschaftlichen Not besonder» betroffen werden. Sie soll mit oem Kinderhikfswerk der Quäker dergestalt verbunden werden, daß die für die Speisungen durch die Quäker benötigten Mengen Mehl und Zucker »cn der deutschen Regierung weiter unentgeltlich bereit- gestellt werden.
Tagung der »ayettschen Bauernkammer.
München, 24. Nov. In der heutigen Vollsitzung der bayerischen Landes-Bauernkammer, zu der auch der Ministerpräsident Graf Lerchense ld erschienen war, wurde von dem Präsidenten Heim ein Nachruf für den verstorbenen König ausgesprochen. Der Ministeroräsi- tent gab der Hoffnung Ausdnick, daß die Bestrebungen rum Ziele führen, den deutschen Markt mit deutschen Produkten zu auskömmlichen Preisen zu versorgen. Um dies zu erreichen, werde e8 notwendig sein, die Organisationen noch besser auszugestalten und die Erzeuger mit den Verbrauchern in weitestem Maße möglichst un- mittelbar miteinander in Verbindung zu bringen. Die Landwirtschaft habe auch eine große politische Be- dentung, in einem Moment, wo wir noch lange nicht über die Schwierigkeiten de» Krieges und der Nochknets- ieit hinweggekommen sind. Es sei wichtig, daß sich ser Staat aus einen Berufsstand stützen könne, der aus ter Scholle sitze al» ein vernünftiges, konservatives Element. Wir müssen dahin streben, sagte Graf Lecchen- fedl, daß alle Versuche, den Grundbesitz und das H-im zu monopolisieren, scheitern. Der Versuch der Soziali-^ nerung ist abgeschlagen, aber es können noch andere Angriffe folgen. In diesem Zusammenhang verwes dec Ministerpräsident auf die Steuergesetzgebung und führte dazu aus: „Unser Weg ist klar: Erhaltung, Sicherung und Vergrößerung der Produktion. Erhaltung und Sicherheit unserer Scholle und unseres Heims. Innerhalb dieser Gesichtspunkte muß die Landwittschast aber auch Opfer bringen, die nicht geringer fein dürfen als die Opfer -anderer Berufsstände. Das gibt der deutschen und der bayerischen Landwirtschaft die moralische Grundlage."
Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und bote 75 Psg. Sondergebühr.
Die „Oberhejstiche Zeitun ' erscheint sech-mat wöchentlich. — Bezugrvreia menailich 6 Mk., durch die Post 6.15 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streik» oder elementarer Ereignili« kein Etiay. — Verlag von Dr. T. Hiveretd. — Drnck der Uuiv.-Buchdruckerei von Jod. Bug. Ko», Markt 21 23 — Fernsprecher 56, — Post» iLeckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
waren, drangen gestern in die Räume des französischen Konsulats ein und beschädigten Möbel und Fensterscheiben. Die auf Lafdvagen herangebrachte Polizei zerstreute die Studenten. Der Poltzrtpräf k: hat nach einer sofortigen Untersuchung, durch die eine Nach- läss'gkeit des Distriktkommissars, in dess-.m Bereich sich das Konsulat befindet, sestgestelll wurde, den Kom- missar aus unbestimmte Zeit feines Amtes enthoben.
Pari», 25. Nov. Der zeitweilige Minister- Präsident Bonnevay hat den italienischen Botschafter Gfrafen Bonin-Longare empfangen und sich mit ihm über die falschen Meldungen unterhalten, die von einigen idalienischen Blättern über die Konferenz von Washington veröffentlicht wurden, sotvie über die Znischtrnfälle in Turin, die dadurch veranlaßt worden sind. Ohne Instruktionen seiner Regiening abzu- matten, hat Gras Bonin-Longare dem Ministerpräsidenten sein lebhaftes Brauern über diese Zwischen, fälle ansgcdrückt. Bonnevay erklärte, daß er erwarte, daß die italienische Negierung die durch die Zwischen- fälle gebotenen Maßnahmen ergreifen werde.
zösische
Turin, 25. Nov. durch die von einigen richten über angebliche
und zu berechnen. Rabatt gilt al* Ittlung der Äuge-
Sie mirlWIiHe ilollooe.
Eindämmung dtS wilden Sattoffeleinkauf».
Berlin, 25. Nov. Durch Verordnung vom
Weitere LerhMMgeri Negev GeheimbiiÄeR
Breslau, 25. Nov. Wie das Polizeipräsidium mittcilt, wurde auf Ersuchen de» Untersuchungsrichter» in Offenburg vorgestern hier der Student Kopp« verhaftet und nach Kattsruhe ab transportiert. Außer ihm wurden noch weitere sechs Studenten sestgenommeu, darunter zwei Freiherrn v. Zedlitz -Neukirch. ES liegt Verdacht der Geheimbündelei gegen sie vor.
Frankfurt a.M., 25. 9ioö. In Gießen if| auf Veranlassung der Karlsruher Staatsanwaltschaft der Profkssor am Gymnasium Dr. Plank verhaftet und nach Karlsruhe übergefühtt worden. Er wird beschuldigt, an dem Geheimbund beteiligt gewesen zst sein, der über ganz Süddeutschland verbreitet war an) kürzlich ausgedeckt wurde. I
Ser lin, 26. Nov. Blättermeldungen au- Bremen zufolge ist bet Oberlehrer Dr. Rüdnitz verhaftet worden. Er wird der Teilnahme au ein» verbotenen Geheimorganifatmu beschuldigt.
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„Provozteren um leben Preis!*
Berlin, 26. Rov. Der „Vorwärts" setzt die Veröffentlichung der kommunistischen Geheimberichte über den Märzaufstand fort In einem Bericht bei Kommunisten Schmidt an die Zentrale heißt es, daß am Karfreitag in einer Sitzung der kommunistischen Führer im „Dresdner Hof" in Halle die Parole aus- gcgeben wurde: „Provozieren um jede» Preis! Stürzt Straßenbahnwagen um! Schmeißt' Handgranaten!" AlS Beweis, wie die mitteldeutsche« Kommunisten von der Bettiner Zentrale belöge« worden sind, führt Schmidt an, daß sie Berichte übet die Lage im Reich bekamen, die außerordentlich günstig waren. Berlin sollt« sich im Allgemeinausstand befunden haben, Leipzig, baS Ruhrgebiet und selbst Nockbayern sollten bamit angesangen haben. I« Wirklichkeit war nirgend» an einen Allgemein- at*§ftanb zu denken. Der „VorwättS" teilt weites mit, daß aufgrund des von ihm mitgeteilten Maten alt Strafverfahren eingeleitct worden sei.
Str Nülktntt Des MWMxs in Rom.
** Berlin, 25. Nov. Nach noch nicht sünfviertel- iähriger Amtstätigkeit bat, wie gemeldet, der frühere Hamburger Senator v. Beercnberg-Goßler seinen Posten als Botschafter in Rom niebergeiegt, wesi er anneknuen zu dürfen glaubt, daß er „die Ziele, die er sich gesteckt hatte, unter den obwaltenden Verhältnissen nicht erreichen" könne. Diese» rtfignierte Eingeständnis bestätigt den Eindruck, den man schon seit längerer Zeit batte, daß nämlich Herr v. Beere nberg mit ganz unrichtigen Vorstellungen von italienischen Stimmungen und italienischer Politik nach Rom gegangen war. Er hatte geglaubt, durch Schmeicheleien und Beweise überströmen- der Freundschaft in Rom für Deutschland zu werben, was sich wie stets al» das ungeeignetste Mittel erwiesen bat. Den schwersten Mißgriss beging er durch die be- lannbt Kundgebung, durch die er bte Deutschen Süd-
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Italienische Studenten bringen in bas Turiner fron-
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Paris, 25. Nov. „Echo be Paris" meldet, bet Entschädigungsausschuß werden wenn Reichskanzler Wirth nicht innerhalb zehn Tage Aufklärung über die Zahlungen gegeben habe, in einer Note, die am 29. oder 30. November Herösfemlicht werbe, ihren Standpunkt über btt Nottoendigleit auSeinanberfetzen, daß Deutschland atft nSchHe« Verfalltag bezahle.
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Interessen in Kleinasien wndrrunehmen und hat zu diesem Zweck beschlossen, ein Kriegsschiff noch Mersina zu entsenden.
K o n st a n t i n o v e l, 25. 9too. IHavaS.) Bier höhere englische Offiziere sind nach Angora abgereist, um mit den nationalistischen Führern sich in Verbindung zu setzen«
Ein Ualientfch-türkischeS Abkommen.
Paris, 25. Nov. Havas berichtet anS Konstanti- uopel, es würden in Angora zwischen ftalienischen und türkischen Vertretern Verhandlungen geführt, bereu Nmrr- zcichuung Ende November btoorßeäe.
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Stinnes m Sonbon urM.
Berlin, 26. Nov. Dem „Lok.-Anz." zufolge fcinbet sich Hugo Stinnes feit gestern Wicker
ASauithS Meinung.
Newcastle, 25. Nov. Asquith erklätte in einer Rede, die Wiederherstellung Europas sei nur möglich, trenn drei Maßnahmen getroffen würden: 1. die Revision beS Versailler Vertrages, 2. bie Anullierung ber Kriegsschulden der Verbündeten, 3. die Beseitigung ber Zollschranken.
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Greßkampsschisfe zum Fischen von Sardinen. Nttn schön, wir brauche» bie Unterseeboote, um bie Flora auf bent Meeresgrunbe zum Nutzen unserer botanischen Gesellschaft zu studieren. England wünscht bas Unterseeboot abzuschaffen; wir lehnen es ab. Wenn England aber Großkampfschiffe abzuschaffen wünscht, werben wir bas sofort annehmtn."
BriandS Abschieds rede. — Reue Anwürfe gegen Deutschland.
Paris, 25. No». Nach einer HavaSmeldung aus Newyork wurde gestern Abevb im Lotosklub zu Ehren Briands ein Festessen gegeben. Briand sprach währeno des Festmahls einige Abschiedsworte an daS amerikanische Volk. Es sei nicht Frankreichs Schuld, wenn die Natur es durch seine geographische Sage zum Sold aten der Welt gemacht habe. Man habe kein Recht, Frankreich als rönbettsche Nation hinzustellen. Solange Deutschland, fuhr er fort, Staatsstreiche aushe-ke, Rache- Hoffnungen nähre, sich in Verbänden zusammenschließe, um seine verbotene Armee von ehedem zu ersetzen, muß Frankreich stark bleiben. Au dem Tage, an dem Frankreich schivach toürbe, würde eine neue Kriegsgefahr bestehen und das bemokratische Regime Deutschlands gestürzt wecken.
New hock, 25. No». Der französische Ministerpräsident Briand ist heute mittag an B»rb des Dampfers „Paris" von Newyork abgereE
ZreMAr Mag.
Der Haushalt de» Inneren.
75. Sitzung vom 25. November.
Vor Eintritt in die Tagesordnung wiederholt Abg. Kilian (Komm.) feinen Antrag auf Freilassung der politischen Gefangenen und eine allgemeine Amnestie und klont, daß auch in Naugard 228 Gefangene i« ben Hungerstreik eingetreten seien. Während seiner AuS- sührungen kommt es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Mehrheitssozialisten. Da Widerspruch erhoben wurde, konnte der Antrag nicht besprochen tocröen. Das Haus setzte vielmehr btt Abstimmung über den ForsthauZhalt sott und nahm die Ausschußanträge an. Daraus folgte der Haushalt be» Ministeriums des Innern. Abg. H e i l m a n n (Soz^ erstattet den AuZfchußbericht.
Abg. Dr. v.Winterfeld (Deutfchn.) spricht ben abgetrennten Stammesbrüdern das Gelöbnis der Treu« an». Eine zuwcitgeheude Autonomie ber Provinzen würde zur Zerstückelung Preußens {übten.
Der föderalistische Charakter Deutschlands müsse aber aufrechterhalten bleiben.
Abg. Krüger (Soz.) verlangt eine einheitliche Regelung des Beamten- und TiSztplinarrechteS durch da» Reich. Er protestiert dagegen, daß Proi. Brunner im Kampfe gegen die Unfittlichkeft a!S RegierungSver-. tretet weiter uneingeschränkte Vollmacht habe. Der> Kampf gegen die Unfittlichkeft müsse in die Hände wahrer: Volkserziehet gelegt werden.
Abg. Lönartz (Z.): In der Personalvslitik darf keine Parteipolitik eingeschlageu werden. Die Beamten hülfen nicht öffentlich gegen die Maßitabmeu der Regierung Front machen. Der 91 ebner betont, baß wir teilte Gelegenheit vorübergehen lassen dürsten, um dos ober- schlesische Unrecht zu brandmarken. Er schloß mit bet Versicherung, daß bte Deutschen in den besetzten Gebieten treu zum Reiche stehen.
Abg. Leidig (D. Vpt.): Von dem Minister erwatten wir vor allem den Schutz ber Staatsbürger. Deshalb begrüßen wir auch den Erlaß gegen bie Plünderungen. Auf dem Gebiete des Tiszipl-narcechtes der Beamten wird sich eine Einigung nicht erzielen lassen. Die Zahl Oer Beamlen müsse verkleinert weiden.
Abg. (Ebertein (Komm.) protestiert gegen den Portourf. daß bie Kommunisten den mitteldeutschen Auf- staub provoziert, hätten. 2« UutersuchungsauSfchuß ■
______ George vererubart werden solle. Die britische Re- Dafmanit g'erung fei augenblicklich gezwungenerweise sehr ernster
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Ansicht über die Wirkung der Rede, die Briand in Washington gehalten habe. Es besteht Grund zu ber Annahme, baß sich bas Kabinett augenblicklich mit dieser Frage befasse. Wenn die Politik Frankreichs aus die Schaffung eines überragenden Heeres ttnö einer riesigen Flotte ausgehe, dann müsse Frankreichs Haltung die gesamte Abrüstungsfrage ernstlich
Nach dem „Evening Standard" sind die an Frankreich gettchteten Worte Lock Curzons vom britischcu Kabinett gebilligt worden.
Paris, 25. Nov. Der „TcmpL" schreibt über die Rede Lord Curzons, die Politik Englands feit dem Waffenstillstand flöße Frankreich Beoauecn ein. Trotzdem Amerika ben Schutzvcrtrag abgete^nt habe, habe England keinen französisch-englischen Vertrag ebgrschlossen. Man könne Frankreich nicht ben Vor- fcurf machen, daß es gttrektnt in Deutschland vorgehe.
Was opfert Frankreich?
Paris, 25. New. Der Sonderberichterstatter V* „Journal" in London meldet, es scheine, daß cum sich in Frankreich nicht genau Rechenschaft battiber ablege, was England von dem Programm denke, das Frankreich in Washington über die Abrüstung zu Lande entwickelt habe. Zuerst habe man das Plaidoher Briands prächtig gesunden, aber nachher Me man gesagt: Amerika, Japan unb England haben Schiffe auf dem Altar ber Abrüstung geopfert. Was opfert Frankreich aber? Der Korrespondent sagt: Ich versichere, baß ich mich enthalten hätte, öffentlich eine Analyse der Erörterung zu geben, die gestern abend int Kabinettsrat stattgefunden hat, wenn ich nicht feie Befürchtung hegte, daß man bestimmte Mei- vungeverschiebcnheiten nicht langer vcr- ßchveigen kann. Man kann sagen, daß die Meinung der englischen Regierung wie folgt ausgedrückt wurde: Ta es der Wunsch der übrigen Teile der Welt ist, Äzurüsten, und da wir uns bereiterklären, einen Teil «mserer Marine Lu o p f e r n, schasst die Rede Briands eine neue Lage. Frankreich scheint bis an bie Zähne bewaffnet bleiben zu wollen; es verlangt das Recht, außer seinen militärischen Streitkräften tint relativ mächtige Flotte zu besitzen, bie auch Br.ttrfeef’ootc von großer Tonnage enthalten soll, welche fsmit zu einem anderen Zwecke, als zu rein defensiven Schutze der französischen Küste verwendet wecken soll. Irland versprach nichts Bestimmtes für ben Fall, daß Deutschland seine Verpflichtungen erfüllt. Soll Europa verurteilt werden, ein bewaffnetes Lager zu bleiben, *®tüt Frankreich mit seinen Truppen den beherr- fchcnden Einfluß ansübt? Die augenblickliche Sage beunruhige Lloyd George dermaßen, daß er bald- knögllchst eine Zusammenkunft mit Briand wünsch».
Der boshafte Briand.
Newyork, 25. Nov. Tie „Newhork Times" Meldet aus Washington: Als Briand erzählt wurde, daß die Engländer der Ansicht.seien, die französische eorbtntng nach einer großen Unterseebootstonn agc fei anscheinend gegen England gerichtet, sagte er, •SBenn die Engländer 500000 Tonnen Großlampf- Ktife bauen, sage ich nicht, daß das gegen Frankreich tzerichtet ist. Vielleicht brauchrrr die Engländer die
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Frankreichs Forderungen gefährdet die Konferenz.
London, 25. Nov. Der Sonderberichterstatter fct „Westminster Gazette" meldet aus Washington, hie Engländer und Italiener Härten ihr Möglichstes getan, um zu verhindern, daß die Meinungsver- slbiedenheiten zwischen ben europäischen Verbündeten ffc bie Amerikaner ein Slanbal werde. Es sei I ftdoch zwecklos, zu verheimlichen, daß sie in ver- ßnebrnen funbanientalen Fragen mit den Franzosen «neins seien.
„Daily Expreß" schreibt, wenn der französische Nsrfchlag zugelassen werden sollte, so würde Frankreich hn Jahre 1931 ein großes Heer besitzen, das in ber Lage wäre, bie Rheingrenze dauernd z n besetzen unb eine Flotte, die in der Lage wäre, das ge-antfr Mittelmeer zu beherrschen. Lank „Dtily Expreß" deute bie gesamte Haltung der Franzosen darauf hin, daß sie nach Wachingtou gekommen seien in der vorgefaßten Absicht, die Konferenz zu in" Sch ei lern zu bringen, wenn England und Amerika nicht bie Bedingungen Frankreichs annähmen. Tie-e Dedingnngen seien wahrscheinlich g '.oesen: Eine Rheingrenze, bezw. eine garantiertes Bündnis, oder vielleicht auch beides.
„Daily News" schreibt, die Warnung Curzons en Frankreich sei vollkommen berechtigt. Der politifchc Vrrichtcrstatter des „Daily Chronicle" schreibt, man hoffe, daß nach Bttands Rückkehr aus Wafhingion, eine Zusammenkunft zwischen ihm und Lloyd
Der Slnjelgetiprels beträgt für die 9 geht. Colonelzrile oder deren Raum 1.— Mk, amtlidie und auswärtige 1.30 Mk. Andere Spaltenbreite» »ach entlvrechender Berechnung. Spät einlaufende oder ben Raum übet 1 /, Seite etnnedmende An-
Sonnaötn), Den 26. Mmbn Sogen. 'senamen^hewAnen bie 3e It mtt 4
Ärmliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberheffen